Posts Tagged ‘jüngstes Gericht’

„Dann werdet ihr Gott erkennen“

01/12/2012

zum 1. Adventssonntag 2012: Lukas 21,25-28.34-36:

„… Ich, nicht Mein Engel, Ich selbst schwöre, dass Ich dann, wenn der Ton der siebten Posaune verklungen und der Schrecken der siebten Plage vollendet sein wird, ohne dass das Adamsgeschlecht Christus als König, als Herrn, als Erlöser und Gott anerkannt und Seinen Namen, in dem das Heil ist, angerufen hat, so schwöre Ich bei Meinem heiligen Namen und Meinem heiligen Wesen, dass Ich dann diesen Augenblick in der Ewigkeit anhalten werde. Die Zeit wird aufhören und das Gericht beginnen. Das Gericht, das für ewig das Gute vom Bösen scheidet, nachdem sie jahrhundertelang auf der Erde zusammengelebt haben.

Das Gute wird wieder zu seiner Quelle zurückkehren. Das Böse wird dort hinabgestürzt werden, wohin es schon in dem Augenblick der Rebellion Luzifers gestürzt wurde und woher es ausgegangen ist, um die Schwäche Adams durch die Verführung der Sinne und die Überheblichkeit zu verwirren.

Lamm van Eyck

Dann wird das Geheimnis Gottes sich vollziehen. Dann werdet ihr Gott erkennen. Alle, alle Menschen der Erde,  angefangen von Adam bis zum zuletzt Geborenen, werden, aufgereiht wie Sandkörnchen am Strande der Ewigkeit, Gott, den Herrn, den Schöpfer, den Richter, den König schauen.

Ja, ihr werdet diesen euren Gott sehen, den ihr geliebt oder verflucht habt, dem ihr gefolgt seid oder den ihr verhöhnt, gepriesen oder verachtet habt, dem ihr gedient habt oder vor dem ihr geflohen seid. Ihr werdet Ihn schauen. Dann werdet ihr erkennen, wie sehr Er eure Liebe verdient hat und wie verdienstvoll es war, Ihm zu dienen.

Ach, wie groß wird die Freude derer sein, die sich in der Liebe und ihm Gehorsam zu Ihm verzehrt haben! Ach! Wie groß wird der Schrecken derer sein, die Seine Judasse, Seine Kains geworden sind, derer, die lieber dem Widersacher und dem Verführer gefolgt sind statt dem menschgewordenen Wort, in dem die Erlösung ist, dem Gesalbten, Christus, der der Weg zum Vater ist: Jesus, der die Heiligste Wahrheit ist; dem Göttlichen Wort, das das Wahre Leben ist.“

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Hungersnot und großes Sterben werden eines der Vorzeichen Meines zweiten Kommens sein

Letzte Unterweisung der Neuevangelisierung

„Wisst ihr nicht, dass Maria Mein Tempel ist?“

10/03/2012

zum Evangelium des 3. Fastensonntags 2012: Joh 2,13-25

3. Juni [1943]

Jesus sagt:

„Viele verlangen von Mir ein Zeichen. Was für ein Zeichen? Ein Zeichen der Zeit oder ein Zeichen meiner Allmacht?

Das Zeichen der Zeit habt ihr bereits. Ich wiederhole: „Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz abzuändern.“ Ihr seid es, die es geändert habt. Ich nehme auch Mein Wort nicht zurück. Was Ich gesagt habe, habe Ich gesagt. Alles, was von dem Moment an, da Ich als Mensch unter den Menschen lebte, geschehen soll, bis zu dem Moment meiner Wiederkunft als Gott – Ich, der Sohn Gottes -, um die Menschen zu richten, ist in Meinem Evangelium enthalten.

Ihr seid es, ihr Toren, die ihr den Kopf mit tausenden unnützen Geräuschen und perversen Gedanken angefüllt habt, die nicht mehr verstehen, was Ich gesagt habe. Seid ihr denn vielleicht nicht mit Feuer gesalzen,  mit demselben Feuer, das meine Feinde in Ewigkeit salzen wird? Das, was euch jetzt brennt und das auf euch herabkommt, um euch zu zerstören und euch immer mehr zur Gotteslästerung und zur Häresie führt, ist nur eine Vorwegnahme desjenigen, von dem Ich rede, das denen bestimmt ist, die Ärgernis erregen und sich nicht bekehren. Ihr gehört zu denen. 

Ihr beschäftigt euch nur mit eurem Körper und mit ungerechtem Reichtum und tretet die Gewissen und die Altäre mit Füßen; ihr profaniert alles, was ihr anrührt und tötet Mich noch einmal in euch selbst.

Das sind die Geschenke, die euch Luzifer, unter dessen Fahne ihr euch geschart habt, zu geben weiß. Das Tier bläst aus seinem Maul Feuer, nachdem es euch in die Sünde der Verderbnis getaucht hat. Das sind seine Geschenke. Anderes kann es euch nicht geben. Während Ich euch, zusammen mit Mir Selbst, alle Schätze der Gnade geschenkt habe.

Wollt Ihr ein Zeichen Meiner Allmacht? Ich gebe euch doch seit 20 Jahrhunderten dieses Zeichen. Wozu hat es gedient? Ich habe die Ströme Meiner Gnaden über euch ausgegossen und sie in tausenden und zehntausenden Wundern vom Himmel auf euch herabkommen lassen. Ich habe eure Kranken geheilt, habe eure Kriege zum Stillstand gebracht, habe euren Geschäften Gelingen gegeben, habe auf eure Zweifel, auch in Dingen des Glaubens, geantwortet, weil Ich eure Schwachheit kenne, die nicht glaubt, wenn sie nicht sieht; bin gekommen, um Meine Lehre zu wiederholen, habe Meine Mutter gesandt, damit sie mit ihrer Sanftmut euch zu Buße und Liebe geneigt mache. Wozu hat es genützt?

Ihr habt mich wie einen tumben Trottel behandelt, Meine Allmacht und Meine Geduld ausgenutzt und gemeint, dass Ich, nachdem Ich das Wunder gewirkt habe, nicht weiter daran denken würde. Nein, ihr Kinder Meines Schmerzes. Alles ist in dem großen Buch meines Gedächtnisses aufgezeichnet, und nicht mit Tinte, sondern der glühenden Kohle der göttlichen Liebe. Und alles wird ins Gedächtnis zurückgerufen.

Ihr habt das Kommen Meiner Mutter für menschliche Zwecke ausgenutzt, habt es zum Gegenstand des Spottes und zum Gelderwerb gemacht. Wisst ihr nicht, dass Maria Mein Tempel, und dass Mein Tempel ein Haus des Gebets und nicht eine Räuberhöhle ist? Ihre so liebevollen, so flehenden, unter Tränen vorgebrachten Worte an euch, die ihr den göttlichen Sohn umgebracht habt und noch nicht einmal um dieses großen Opfers willen Frucht zu bringen wißt, sie klangen euch wie ein unnützes Lied. Ihr seid weiter auf der Straße des Verderbens gegangen. (…)

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Maria kann die Zweitgeborene des Vaters genannt werden
Um Fleisch zu werden, bedurfte Ich einer Mutter

„… der Tag ist nicht mehr fern.“

26/11/2011

zum 1. Adventssonntag, 27. November 2011: Mk 13, 33-37

1. Dezember 1947

Die Epistel vom ersten Adventssonntag betreffend, sagt Jesus:

„Kein Christ würde zu sagen wagen, Paulus sei kein vom Geist des Gottesgeistes, von der Gnade und Heiligkeit erfüllter Geist gewesen. Aber wie erklären diejenigen, die mit allen möglichen Mitteln die Worte dieses Werkes untersuchen, um behaupten zu können „das Sprachrohr hat sich geirrt“, den Widerspruch in den Worten des Paulus: „Es ist nunmehr an der Zeit, vom Schlaf zu erwachen (*), denn unser Heil ist nun näher als wir gemeint hatten. Die Nacht ist vorgedrungen, und der Tag ist nicht mehr fern“?

Apostel Paulus

Diese Worte scheinen ein (den Tagen des Paulus) ganz nahes Heraufkommen des ewigen Tages anzudeuten – und das ist nicht das einzige Mal, dass Paulus von dem zweiten Kommen Christi, den Letzten Zeiten, dem Letzten Gericht, spricht. Aber welch eine lange Morgendämmerung hat doch dieser Tag, wenn diese lange Zeitspanne schon zwanzig Jahrhunderte lang andauert, und immer noch nicht abgelaufen ist? Fehlte also dem Paulus der Prophetengeist? Wenn er aber dennoch „auserwähltes Gefäß“ und „Apostel der Heiden“ genannt wird, und sein Wort in seiner wegweisenden Kraft nur wenig dem des Evangeliums nachsteht, wie kann man dann dich, kleiner Johannes, steinigen, weil einige Meiner, Ich sage, Meiner von dir niedergeschriebenen Worte den kurzsichtigen Augen der Leser im Widerspruch zu dem Glauben der Antiken und zu den vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Fakten zu sein scheinen, wie sie bekannt oder vorausgesagt worden sind?

Ich sage dir wahrlich, dass weder Paulus sich geirrt und Meine Worte (Lk 21,32; Mk13,30) fehlinterpretiert hat, die den Tag Gottes nahe bevorstehend sahen, noch du dich irrst, Mein kleiner Johannes.

Er nicht, weil er wie alle, die der Geist des Gottesgeistes erfüllt und in die Himmel der Beschauung entrückt, durch das Auge Gottes erkennt, das heißt, in einem ewigen Jetzt. Das gegenwärtige Geschehen wie das Geschehen, das sich nach Jahrhunderten ereignen wird, sind für den in Gott Entrückten ein und dasselbe. Diese Ereignisse sind. Diese Ereignisse sind wahr. Ob sie heute oder in Jahrzehnten oder Jahrhunderten  eintreffen, diese Ereignisse werden sein, und für den, der sie in dem leuchtenden Wirbel der Ewigkeit, in dem Jahre und Jahrhunderte nur Augenblicksstäubchen sind, betrachtet, sind sie unmittelbar bevorstehend. 

Und auch du irrst nicht, denn du bist lediglich die Hand, welche den göttlichen Gedanken und das göttliche Wort durch den Willen der Göttlichen Liebe niederschreibt. Und die Göttliche Liebe irrt sich nicht. Niemals. Und gewisse Ihrer Handlungen können den Kurzsichtigen widersprüchlich vorkommen, die aber dennoch immer der geraden, einfachen und gerechten Linie des göttlichen Handelns folgen.

Bleibe im Frieden und übersende ihnen ruhig diese Worte, die Ich zu deiner Freude und aus Güte für die Anderen wiederholt habe.“

Auszug aus “Die Hefte 1945-50“ von Maria Valtorta.

Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

„Seid vollkommen wie Mein himmlischer Vater“

20/02/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 20. Februar 2011: Matthäus 5,38-48)

„(…) Die weit verbreitete Unkenntnis unter den Gläubigen ruft falsche Vorstellungen über das Abbild Gottes hervor. Es ist kein physisches Abbild. Gott, der Geist, hat weder ein Gesicht, noch eine Gestalt oder Körperbildung. Vielmehr trägt der Mensch das Abbild dessen an sich, was der Schöpfergott sich von ihm vorgestellt hat.

Der Allmächtige und Unendliche hatte gewiss nicht nötig, den Menschen in einer Jahrhunderte langen Evolution aus den Vierhändern (Affen) zu gewinnen. Der Vierhänder war von dem Augenblick seiner Erschaffung an Vierhänder und machte seine ersten Sprünge auf den Bäumen des irdischen Paradieses. Der Mensch war hingegen Mensch von dem Augenblick an, da Gott ihn aus dem Schlamm erschaffen (1) und ihm – was Er bei keinem anderen Geschaffenen tat – den Geist in sein Angesicht gehaucht hatte.

Chagall: Erschaffung des Menschen

Die Gottähnlichkeit besteht also in diesem übernatürlichen, unkörperlichen, ewigen Geist, den ihr in euch habt. In diesen engen, vorläufigen Kerker eingeschlossen, wie es der Geist als ein Atom des unendlichen Gottesgeistes ist, erwartet und ersehnt er die Wiedervereinigung mit seiner göttlichen Quelle, mit der er Freiheit, Freude, Frieden, Licht, Liebe und Ewigkeit teilen möchte.

Das Bild besteht hingegen auch dort fort, wo es keine (Gott)ähnlichkeit mehr gibt. Denn in seinem körperlichen Aussehen bleibt der Mensch in den Augen der Menschen das, was er ist, wenn er auch in den Augen Gottes und der übernatürlichen Himmelsbewohner und einiger weniger irdischer Auserwählter sein neues Dämonenaussehen annimmt. Sein wahres Aussehen, seitdem die Todsünde ihn der Gottähnlichkeit beraubt, weil sein Geist in ihm das Leben verloren hat.

Der Mensch, der durch Schuld die Gnade verloren hat, ist nur noch ein Grab, in dem der tote Geist verwest. Wenn deshalb bei der Auferstehung des Fleisches auch alle Menschen ein gleiches körperliches Aussehen haben werden, so werden sie unter einander doch gänzlich verschieden sein. Halbgöttlich werden die Seligen aussehen, dämonisch die Verdammten. Das, was insgeheim in ihrem Gewissen war, wird dann nach außen dringen. Ein furchtbares Wiedererkennen!

Der Mensch wird Gott umso ähnlicher, je mehr er in der Gnade lebt und diese, die für sich genommen schon unendlich ist, durch die Verdienste seines heiligmäßigen Lebens vermehrt. Es gilt, sich anzustrengen, um die Vollkommenheit der Gottähnlichkeit zu erreichen. Ihr werdet sie niemals ganz erreichen, denn das Geschöpf kann dem Schöpfer nicht gleichen; ihr dürft euch aber, soweit es euch gewährt wird, dieser übernatürlichen Schönheit annähern.

Ich habe gesagt: „Seid vollkommen wie Mein himmlischer Vater“. (2) Ich habe euch keine Grenze der Vervollkommnung gesetzt. Je mehr ihr euch anstrengt, diese Vollkommenheit zu erlangen, desto mehr fallen die Scheidewände des Menschlichen wie eine von siegreichen Kräften erstürmte Mauer, vermindert sich die Distanz, nimmt der Ausblick zu und mit ihm die Fähigkeit, Gott zu verstehen und Ihn zu erkennen.

Aber es gilt, mit allen euren Kräften nach dieser Vollkommenheit zu streben, mit all eurer Hochherzigkeit. Ohne nach dem, was man erlässt, „zurückzuschauen“. (3) Ohne jemals anzuhalten. Ohne zu ermüden. Der Lohn rechtfertigt das Heldentum, denn der Lohn ist das Eintauchen in den Genuss der göttlichen Liebe, und Gott damit so zu besitzen, wir ihr Ihn im Himmel besitzen werdet.

O selige Vereinigung und wunderbarer Besitz! Sie gehören euch, ihr getreuen Kinder! Kommt doch, und sättigt euch daran!“

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(1) Vgl. Gen 2,7

(2) Vgl. Mt 5,48

(3) Vgl. Lk 9,62

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

„Eure Wissenschaft ist Mir ein Abscheu“

„Lasst keinen Zorn in euch aufkommen“

13/02/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 13. Februar 2011: Matthäus 5,17-37)

„(…) So gross ist das Gebot der Nächstenliebe, die Vervollkommnung des Gebotes der Nächstenliebe, dass ich nicht mehr sage, wie euch geboten wurde: „Ihr sollt nicht töten“, denn wer tötet, wird durch die Menschen verurteilt werden. Ich sage euch vielmehr: „Lasst keinen Zorn in euch aufkommen“, denn ein weit höheres Gericht steht über euch und erwägt auch die verborgenen Taten. Wer den Bruder beleidigt, wird vom Hohen Rat verurteilt. Vergebens ist es, am Altar zu opfern, wenn man nicht vorher im Inneren seines Herzens aus Liebe zu Gott seinen Groll zum Opfer gebracht und den heiligsten Akt des Verzeihens vollzogen hat.

Wenn du also Gott ein Opfer darbringen willst, und dich erinnerst, dass du gegen deinen Bruder gefehlt hast oder dass du ihm wegen einer Schuld seinerseits grollst, dann lasse deine Gabe vor dem Altar, opfere zuerst deine Eigenliebe und versöhne dich mit deinem Bruder. Dann komm zum Altar, und dann, erst dann, wird dein Opfer heilig sein. Ein gutes Einvernehmen ist immer die beste Lösung. Fragwürdig ist immer das Urteil des Menschen, und wer hartnäckig einen Rechtstreit herausfordert, könnte den Prozess verlieren und dem Gegner alles bis zum letzten Heller bezahlen oder im Gefängnis schmachten müssen.

Rubens: Versöhnung von Jakob und Esau

Erhebt in allen Dingen den Blick zum Himmel. Fragt euch: „Habe ich das Recht zu tun, was Gott nicht mit mir tut?“ Denn Gott ist nicht so unerbittlich und unnachgiebig, wie ihr es seid. Wehe euch, wenn er es wäre! Kein einziger würde gerettet werden. Diese Überlegung führe euch zu sanftmütigen, demütigen, barmherzigen Gefühlen. So wird die Vergeltung Gottes hier auf Erden und im Himmel nicht ausbleiben.

Hier vor mir steht ein Mann, der mich haßt und es nicht wagt, zu sagen: „Heile mich“; denn er weiß, dass ich seine Gedanken kenne. Doch ich sage: „Es geschehe dir nach deinem Wunsche. Und wie dir die Schuppen von den Augen fallen, so mögen auch Rachsucht und Finsternis aus deinem Herzen weichen.“

Geht alle mit meinem Frieden! Morgen werde ich wieder zu euch sprechen.“

Die Menschenmenge zerstreut sich langsam, vielleicht in Erwartung eines Freudenschreis über ein Wunder, der aber ausbleibt.

Auch die Apostel und die älteren Jünger, die auf dem Berge bleiben, fragen: „Wen hast du gemeint? Ist er vielleicht nicht geheilt worden?“ Sie bedrängen den Meister, der mit verschränkten Armen stehengeblieben ist und den Leuten nachsieht, die hinuntersteigen.

Jesus antwortet zuerst nicht. Dann sagt er: „Die Augen sind geheilt, die Seele nicht, es ist nicht möglich, weil sie voller Haß ist.“

„Aber um wen handelt es sich? Vielleicht um den Römer?“

„Nein, um einen Unglücklichen.“

„Aber warum hast du ihn denn geheilt?“ fragt Petrus.

„Sollte ich alle seinesgleichen vom Blitz treffen lassen?“

„Herr, ich weiss, dass du nicht willst, dass ich „Ja“ sage, und darum sage ich es nicht, aber… ich denke es… und das ist dasselbe.“

„Es ist dasselbe, Simon des Jonas, aber wisse, dass dann… Oh, wie viele Herzen, mit Schuppen des Hasses bedeckt, umgeben mich!

Komm, lass uns auf den Gipfel steigen, um aus der Höhe unser schönes galiläisches Meer zu bewundern. Ich und du allein…“

Auszug aus “Der Gottmensch”, Band III von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


Die Zeit der Ernte

27/06/2010

(zum Sonntags-Evangelium vom 27. Juni 2010: Lk 9,51-62)

Sie machen einen Bogen um Thersa, zwischen halbdunklen Feldern und Gärten, aber der Bogen ist nicht so gross, als dass sie nicht Männer an den Ausgängen der Stadt sehen würden, die um Feuer herumsitzen…

„Sie lauern uns auf…“ sagt Matthäus.

„Die Verfluchten!“ zischt Philippus zwischen den Zähnen.

Petrus sagt nichts. Er erhebt nur die Arme zum Himmel und schüttelt sie, eine stumme Bitte oder ein Protest.

Aber Jakobus und Johannes des Zebedäus, die den anderen etwas vorausgegangen sind und eifrig miteinander geredet haben, kehren nun zurück und sagen: „Meister, wenn du in deiner vollkommenen Liebe nicht strafen willst, sollen wir es dann an deiner Stelle tun? Willst du, dass wir Feuer vom Himmel herabrufen, damit es diese Sünder vernichtet? Du hast uns gesagt, dass wir alles vermögen, wenn wir mit Glauben darum bitten, und…“

Jesus, der etwas gebeugt gegangen ist, so als wäre er müde, richtet sich mit einem Ruck auf und blitzt sie mit zwei Augen an, die im Mondschein aufflammen. Die beiden verstummen und weichen schweigend und furchtsam vor diesem Blick zurück. Jesus, der sie immer noch so anschaut, sagt: „Ihr wisst nicht, wessen Geistes Kinder ihr seid! Der Menschensohn ist nicht gekommen, um die Seelen zu richten, sondern um sie zu retten. Erinnert ihr euch nicht mehr meiner Worte? Ich habe im Gleichnis vom Weizen und vom Unkraut gesagt: „Lasst den Weizen und das Unkraut zusammen wachsen. Denn wolltet ihr sie jetzt trennen, könntet ihr mit dem Unkraut auch den Weizen ausreissen. Lasst sie daher bis zur Ernte zusammen wachsen. Zur Zeit der Ernte will ich den Schnittern sagen: Sammelt nun das Unkraut und bindet es in Bündel, um es zu verbrennen. Den Weizen aber bringt in meine Scheune.“

Jesus hat seinen Unmut über die Beiden schon gemässigt, die in ihrem Zorn aus Liebe zu ihm darum bitten, Thersa bestrafen zu dürfen, und nun mit gesenktem Haupt vor ihm stehen. Er nimmt sie, den einen rechts, den anderen links, beim Ellbogen und setzt seinen Weg fort, wobei er sie so führt und zu allen spricht, die sich um ihn gesammelt haben, als er stehengeblieben ist: „Wahrlich, ich sage euch, die Zeit der Ernte ist nahe. Meine erste Ernte. Für viele wird es keine zweite geben. Doch preisen wir den Allerhöchsten, denn einige, die zu meiner Zeit nicht zur guten Ähre geworden sind, werden nach der Reinigung durch das österliche Opfer mit einer neuen Seele wiedergeboren werden… Bis zu jenem Tag werde ich niemanden strafen… Danach wird die Gerechtigkeit walten…“

Fra Angelico: Christus als Weltenrichter

„Nach dem Passahfest?“ fragt Petrus.

„Nein, nach der Zeit. Ich spreche nicht von diesen Menschen, von heute. Ich schaue in die künftigen Jahrhunderte. Der Mensch erneuert sich immer, wie das Getreide auf den Feldern. Und die Ernten wiederholen sich. Ich werde das Nötige hinterlassen, damit die Menschen der Zukunft guter Weizen werden können. Wenn sie es nicht wollen, dann werden am Ende der Welt meine Engel das Unkraut vom Weizen trennen. Das wird der ewige Tag sein, der Gott allein gehört. Jetzt ist auf der Welt der Tag Gottes und des Satans. Der erste sät den guten Samen aus, der zweite wirft sein verfluchtes Unkraut unter den Samen Gottes, sein Ärgernis, seine Bosheit, seinen Samen, der Bosheit und Ärgernisse hervorruft. Denn es wird immer solche geben, die gegen Gott aufwiegeln, so wie hier, mit diesen, die in Wahrheit weniger schuldig sind als jene, die sie zum Bösen angereizt haben.“

„Meister, jedes Jahr reinigen wir uns zum Passahfest, und doch bleiben wir immer so, wie wir sind. Wird es vielleicht dieses Jahr anders sein?“ fragt Matthäus.

„Ganz anders.“

„Warum? Erkläre es uns.“

„Morgen… Morgen, oder wenn wir unterwegs sind und auch Judas des Simon bei uns ist, werde ich es euch sagen…“

„O ja, du wirst es uns sagen, und wir werden uns bessern… Verzeih uns inzwischen, Jesus“, sagt Johannes.

„Ich habe euch durchaus den richtigen Namen gegeben. Aber der Donner schadet nicht. Der Blitz kann töten. Doch kündigt der Donner oft den Blitz an. So geschieht es dem, der nicht alle Unordnung gegen die Liebe aus seinem Geist entfernt. Heute bittet er darum, bestrafen zu dürfen. Morgen bestraft er, ohne vorher zu fragen. Übermorgen bestraft er auch ohne Grund. Der Abstieg ist leicht… Deshalb sage ich euch, vermeidet jede Härte eurem Nächsten gegenüber. Handelt so wie ich, und ihr werdet sicher sein, niemals fehlzugehen. Habt ihr jemals gesehen, dass ich mich an denen gerächt habe, die mir Schmerz zugefügt haben?“

„Nein, Meister. Du…“

„Meister! Meister! Wir sind hier. Ich und Elisa. Oh Meister, wieviel Aufregung deinetwegen! Und wieviel Angst vor dem Tod!“ ruft Judas von Kerioth, der hinter einer Reihe Weinstöcke hervorkommt und auf Jesus zueilt. Um die Stirne trägt er eine Binde. Elisa folgt ihm mit mehr Ruhe.

Auszug aus “Der Gottmensch”, Bd. X von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Apokalypse und Antichrist

Vorzeichen für das zweite Kommen Jesu

Böses, böses Internet?

20/08/2009

Die Debatte über eine Zensur des Internets ist weiterhin in vollem Gange. Sie geht am Wesentlichen vorbei. Wir sind uns wohl alle einig, dass es im Internet Gesetzesübertretungen, Kriminalität und Abgründe aller Art gibt. Wir sind uns sicher auch einig, dass diese bekämpft werden müssen. Aber wie? Die Lösung kann doch nicht sein, das Internet zu verurteilen und dort Zensur zu verüben! Wer ist denn dieses abstrakte ‚Internet‘ überhaupt? Ein eigenständiges, böses Lebewesen, das es in Schach zu halten gilt?

Die ganze Debatte ist scheinheilig und verlogen, zumal die Mainstream-Presse sich zum grössten Teil einerseits für eine Zensur starkmacht, andererseits besagte Abgründe kräftig ausschlachtet. Statt dem Übel an die Wurzel zu gehen, sollen nun Massnahmen ergriffen werden, die ganz sicher keinen Übeltäter verändern werden. Anscheinend ist die Ausmerzung des Bösen nicht das Anliegen der Zensur-Befürworter.

Als ersten Schritt müsste anerkannt werden, dass Satan, der Ursprung des Bösen, existiert und dass wir Menschen uns mehr und mehr in seinen Fängen verstricken. Doch dieser Wahrheit mag kaum einer ins Gesicht schauen  und wer heutzutage Worte wie Verdammnis, Hölle, jüngstes Gericht, Teufel usw. ausspricht und gar an deren Existenz glaubt, wird behandelt, als sei er einem alten Märchen aufgesessen.

Wir leben, als hätten wir keine unsterbliche Seele, als gäbe es kein Richten durch Jesus bei unserem Tod. Gott ist barmherzig und geduldig, aber er lässt Seiner nicht spotten und ist immer gerecht, das bezeugt die Geschichte des israelitischen Volkes im Alten Testament ausführlich. Jesus Christus, Gottes Sohn, ist für die Rettung unserer Seelen den Erlösertod gestorben. Er hat uns die Mittel gegeben, den Widersacher zu bekämpfen und die Abgründe in uns zu überwinden, aber in unserem grenzenlosen Hochmut glauben wir, sie nicht nötig zu haben. Es steht nicht gut mit uns Menschen.