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Pater Maria-Eugen vom Kinde Jesu

19/11/2014

Wir möchten gerne den Pater Maria-Eugen vom Kinde Jesu vorstellen:

Pater Maria-Eugen

Er wurde unter dem Namen Henri Grialou 1894 in Südfrankreich geboren, verlor früh seinen Vater und wuchs mit vier Geschwistern unter bescheidenen Verhältnissen auf. Bereits in seiner Jugend berührten ihn die Schriften der heiligen Therese vom Kinde Jesu tief. Nachdem er die Biographie des heiligen Johannes vom Kreuz gelesen hatte, trat er 1922 nach seiner Priesterweihe in den Karmeliterorden ein. In diesem hatte er über die Jahre mehrere wichtige Positionen sowohl in Frankreich als auch in Rom inne. 1932 gründete er in Venasque/Südfrankreich das Säkularinstitut Notre Dame de Vie, das heute zwei Zweige für Laien (Männer und Frauen) und einen für Priester besitzt und weltweit verbreitet ist. Die Mitglieder verbinden das kontemplative Leben mit ihrer beruflichen Tätigkeit und legen die Gelübde ab. Außerdem unterhält das Institut eine eigene theologische, päpstlich anerkannte Fakultät.

Die Verbreitung der teresianischen Spiritualität des Karmel war eines der Hauptanliegen von Pater Maria-Eugen Grialou. Er hielt zahllose Vorträge und Predigten, die in diversen Sammlungen in Buchform vorliegen. Ziel seines grundlegenden Werkes „Ich will Gott schauen“ (Paulusverlag Freiburg/Schweiz) ist es, alle Getauften über den Weg des inneren Gebetes zur persönlichen Gotteserfahrung zu führen, damit sie vom Heiligen Geist erfasst als Glaubensboten Zeugnis ablegen können.

Das sehr gut verständliche Werk stellt eine meisterhafte Synthese der Botschaft des Karmel dar und bindet die Schriften der großen Heiligen des Ordens mit ein.

Pater Maria-Eugen starb am Ostermontag 1967. 1985 wurde sein Seligsprechungsprozess eröffnet, 2011 erhob ihn Papst Benedikt XVI zum Ehrwürdigen Diener Gottes.

 

Eine kleine weisse Blume: die heilige Therese vom Kinde Jesu

Nada te turbe

Kommentar der heiligen Teresia Benedicta v Kreuz (Edith Stein) 

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14. Dezember: Gedenktag hl. Johannes vom Kreuz

14/12/2010

Heute ist sein Gedenktag, daher einige Zitate des grossen spanischen Mystikers Johannes vom Kreuz:

„O mein Herr und Gott! Wer dich mit reiner und schlichter Liebe sucht, warum sollte er dich nicht finden, ganz wie er es wünschte und ersehnte? Bist du es doch, der sich als Erster auf den Weg der Begegnung macht mit jenen, die dich finden möchten.“ (Worte 2)

„Während man in der Nacht der Sinne noch ein wenig Licht hat, weil Verstand und Vernunft nicht erblindet sind, ist man in der geistigen Nacht des Glaubens jeglichen Lichtes beraubt, im Geiste wie in den Sinnen. Darum kann man von der Seele sagen, dass sie sicher im Dunkeln geht; denn im Gegensatz zu Nacht bedeutet Dunkelheit wirklich ein Nichtsehen, und die Seele schreitet um so sicherer voran, je weniger sie sich auf ihre eigenen Kräfte verlässt und stattdessen ganz im Glauben wandelt.“ (Aufstieg 1.3)

„Am Abend wird man dich nach der Liebe fragen. Lerne Gott zu lieben, wie er geliebt werden will und lass dein Eigenwesen.“ (Worte 5 u. 9)

Nada te turbe

15/10/2009

Handschrift T. v. Avila

Nada te turbe
Nada te espante
todo se pasa
Dios no se muda.
La paciencia
todo lo alcanza
quien a Dios tiene
nada le falta.
Sólo Dios basta.
Teresa von Avila

Teresa von Avila

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Nichts soll dich verwirren,
Nichts dich erschrecken,
Alles vergeht,
Gott ändert sich nicht.
Die Geduld erreicht alles.
Wer sich an Gott hält,
dem fehlt nichts.
Gott allein genügt.

Hl. Theresa von Avila (1515-1582), Karmelitin, Kirchenlehrerin- Gedenktag 15. Oktober

† † †

Eine kleine weiße Blume

01/10/2009

1. Oktober: Gedenktag der heiligen Therese vom Kinde Jesu

Kleine Therese

Am 9. Juni dieses Jahres, am Fest der Heiligen Dreifaltigkeit, wurde mir die Gnade zuteil, klarer denn je zu erkennen, wie sehr Jesus sich danach sehnt, geliebt zu werden (1).

Ich dachte an jene Seelen, die sich der Gerechtigkeit Gottes anbieten, um die über die Sünder verhängten Strafen abzuwenden und auf sich zu lenken. Diese Aufopferung erschien mir groß und hochherzig, doch fühlte ich keine Neigung, ein Gleiches zu tun. Oh mein Gott, rief ich aus Herzensgrund, soll denn nur deine Gerechtigkeit Seelen empfangen, die sich als Schlachtopfer darbringen?… Bedarf denn deine Erbarmende Liebe ihrer nicht ebenso?…

Von allen Seiten wird sie verkannt, verworfen; die Herzen, an die du sie verschwenden möchtest, kehren sich den Geschöpfen zu und erbetteln von ihrer erbärmlichen Zuneigung das Glück, statt sich in deine Arme zu werfen und deine unendliche Liebe anzunehmen… O mein Gott! soll deine verschmähte Liebe nunmehr in deinem Herzen verbleiben?

Fändest du Seelen, die sich deiner Liebe als Ganz-Brandopfer darböten, ich meine, du würdest sie schnell verzehren; mir scheint, du wärest glücklich; die Fluten unendlicher Zärtlichkeit, die in dir sind, nicht länger zurückzudrängen… Wenn deine Gerechtigkeit die Neigung hat, sich zu entladen, sie, die sich doch nur auf die Erde erstreckt, wieviel mehr verlangt dann deine erbarmende Liebe danach, die Seelen zu entflammen, weil doch eine Barmherzigkeit sich erhebt bis zum Himmel (2)…

Oh mein Jesus, lass mich dies glückliche Opfer sein, verzehre dein Brandopfer mit dem Feuer deiner Göttlichen Liebe!…“

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(1) Am 11. Juni 1895 vollzog Therese den Akt ihrer Hingabe an die barmherzige Liebe. (2) Vgl. Psalm 35,5

aus: Therese von Lisieux: Selbstbiographische Schriften, erschienen im Johannes Verlag, Einsiedeln, Freiburg

Therese Martin

Therese, geboren 1873, trat mit fünfzehn Jahren in den Karmel von Lisieux ein. Damals hatte sie bereits eine ungewöhnlich reiche religiöse Erfahrung. Sie selbst betrachtete Weihnachten 1886 als entscheidendes Ereignis in ihrem Leben; sie erfuhr die Gnade einer „völligen Umkehr“ und verstand von da an die Liebe zu Christus und zu den Menschen als die eigentliche Berufung ihres Lebens. Ihr Leben im Karmel verlief äußerlich sehr einfach; ihr innerer Weg ging steil nach oben. Sie begriff, dass ihre Christusliebe sich in der Kreuzesnachfolge verwirklichen musste. Die Heilige Schrift wurde mehr und mehr ihre einzige Lektüre; innere Prüfungen und körperliche Krankheit waren ihr Alltag. In der Nacht zum Karfreitag 1896 hatte sie ihren ersten Bluthusten; am 30. September 1897 starb sie mit den Worten: „Mein Gott, ich liebe dich.“ Über ihre innere Welt sind wir durch ihre Aufzeichnungen „Geschichte einer Seele“ und ihre von der Priorin gesammelten „Worte“ unterrichtet. Therese ging auf das Ganze, auf das Große. Sie wollte Jesus mehr lieben, als er jemals geliebt wurde; sie brachte sich der barmherzigen Liebe Gottes als Brandopfer dar; sie wollte alle Menschen lieben, wie Jesus sie liebte. Vor Hochmut wurde sie durch die Erkenntnis bewahrt, dass sie selbst zu alledem völlig unfähig war und nur durch die Kraft der zuvorkommenden Liebe Gottes überhaupt etwas tun konnte. – Papst Pius XI. hat sie 1925 heilig gesprochen und zur Patronin der Missionen erhoben. (Quelle: katholisch.de)

„Meine Mutter und meine Brüder sind die, die… „

22/09/2009

Eines Tages kamen seine Mutter und seine Brüder zu ihm; sie konnten aber wegen der vielen Leute nicht zu ihm gelangen. Da sagte man ihm: Deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und möchten dich sehen. Er erwiderte: Meine Mutter und meine Brüder sind die, die das Wort Gottes hören und danach handeln. (Lukas 8, 19-21)

Trotz der wirklichen organischen Einheit von Haupt und Leib steht die Kirche als unabhängige Person an der Seite Christi. Als Sohn des ewigen Vaters lebte Christus vor aller Zeit und vor aller menschlichen Existenz. Dann entstand die Menschheit durch den Schöpfungsakt, bevor Christus ihre Natur annahm und sich ihr verbunden hat. Doch durch seine Fleischwerdung hat er ihr sein göttliches Leben vermittelt. Durch sein Erlösungswerk hat er sie fähig gemacht, die Gnade zu empfangen, so dass er sie gleichsam ein zweites Mal erschaffen hat… Die Kirche besteht aus der zurückgekauften Menschheit, die wiedererschaffen wurde durch die Substanz Christi.

Die Urzelle dieser zurückgekauften Menschheit ist Maria. In ihr wurde zum ersten Mal die Reinigung und Heiligung durch Christus vollendet; sie wurde als erste vom Heiligen Geist erfüllt. Bevor der Gottessohn aus der heiligen Jungfrau geboren wurde, hat er diese Jungfrau voller Gnade erschaffen und in ihr und mit ihr die Kirche…

Jede Seele, die durch die Taufe gereinigt und in den Stand der Gnade erhoben wurde, ist genau dadurch gebildet worden durch Christus und geboren worden für Christus. Doch sie wurde gebildet in der Kirche und wird geboren durch die Kirche…

So ist die Kirche Mutter all jener, an die sich die Erlösung wenden will. Sie ist es durch ihre enge Vereinigung mit Christus und weil sie ihm zu Seiten steht als Braut Christi, um an seinem Werk der Erlösung mitzuarbeiten.

Kommentar der hl. Theresia-Benedicta vom Kreuz [Edith Stein] (1891 – 1942), Karmelitin, Martyrin, Mitpatronin Europas jüdischer Abstammung, die in ihrem ‚Echter Testament‘ schrieb: „Schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, mit vollkommener Unterwerfung unter Seinen heiligen Willen mit Freuden entgegen. Ich bitte den Herrn, daß Er mein Leben und Sterben annehmen möchte zu Seiner Ehre und Verherrlichung, für alle Anliegen der heiligsten Herzen Jesu und Mariae und der heiligen Kirche, insbesondere für die Erhaltung, Heiligung und Vollendung meines heiligen Ordens, namentlich des Kölner und des Echter Karmels, zur Sühne für den Unglauben des jüdischen Volkes und damit der Herr von den Seinen aufgenommen werde und Sein Reich komme in Herrlichkeit, für die Rettung Deutschlands und den Frieden der Welt, schließlich für meine Angehörigen, Lebende und Tote, und alle, die mir Gott gegeben hat: daß keiner von ihnen verloren gehe.“

Edith Stein

Edith Stein