Posts Tagged ‘Kässmann’

abgründe der woche

19/02/2011

+++   unruhezone : es brodelt weiter in der arabischen welt + nach tunesien, ägypten, jordanien, algerien, iran nun auch gewalttätige proteste in libyen, bahrain und dem jemen   +++ christenverfolgung : in tunis wurde ein junger katholischer priester ermordet + tunesische behörden gehen bei den tätern von „extremistischen, terroristischen faschisten“  aus, die sich die derzeitige politisch instabile lage im lande zunutze machen   +++ weltregierung : auf dem g20-finanzgipfel in paris setzt präsident sarkozy gemeinsam mit usa erneut deutschland und china unter druck, ihre handelsbilanzüberschüsse abzubauen + internationale interessen seien wichtiger als nationale + iwf müsse mehr einflussmöglichkeiten bekommen, solche ungleichgewichte auszugleichen + bill gates erhält auftrag, strategien für klimaschutzfinanzierung auszuarbeiten, bis zum nächsten g20-gipfel im november in cannes   +++   zweifelhaft (I) : schweizer selbstmordhilfeorganisation „exit“ assistiert auch psychisch kranken beim suizid + dies ist nach entsprechendem psychiatrischem gutachten zwar laut schweizer recht legal, experten räumen allerdings zweifel ein + urteilsfähigkeit der psychisch kranken ist durch krankheit beeinträchtigt + suizidwunsch eines der symptome von psychischen erkrankungen +++   zweifelhaft (II) : deutsche bundesärztekammer ändert richtlinien für sterbebegleitung + fassung von 2004 nannte sterbehilfe einen widerspruch zum ärztlichen ethos + dieser passus nun gestrichen + wenn ärzte die suizidbeihilfe mit ihrem gewissen vereinbaren könnten, sei sie legitim   +++   total daneben : ehemalige ekd-vorsitzende kässmann erhält preis für „zivilcourage“ der kulturstiftung pro europa + stiftung würdigt mit preis kässmanns rücktritt nach trunkener autofahrt + sie sei durch diesen verantwortungsvollen und mutigen entscheid zum „vorbild für andere personen des öffentlichen lebens geworden“   + kässmann hat den preis übrigens ausgeschlagen – guter entscheid, finden wir +++

Angriff auf die Kirche aus ihrem Inneren heraus

17/05/2010

Die katholische Kirche ist in großer Bedrängnis. Der aufgebauschte Missbrauchsskandal wird nun zunehmend von diversen Priestern, Bischöfen und Kardinälen genutzt, um innerkirchlich abzurechnen und verquere und unkatholische Ansichten in der Öffentlichkeit zu verbreiten.

So hat Kardinal Schönborn letztens gefordert, die Kirche müsse sich der Homosexualität öffnen und wiederverheiratete Geschiedene sollen zum Altarsakrament zugelassen werden.

Margot Käßmann wurde an Christi Himmelfahrt erlaubt, im Herzen des katholischen Bistums München, im Liebfrauendom (!), u.a. zu behaupten, die Pille sei ein „Geschenk Gottes“ und fördere die „Liebe ohne Angst“. Nach diesen provokanten und mit der katholischen Lehre unvereinbaren Äußerungen geschah… gar nichts! Der zuständige Erzbischof Marx ließ keinen Pieps verlauten und von Erzbischof Zollitsch kam die lahme und nichtssagende „Entgegnung“, die Pille sei von Menschen gemacht. Kein Wort zur Notwendigkeit von Reinheit und Keuschheit in unserer dekadenten, sexualisierten Gesellschaft, kein Wort dazu, dass die Pille kindstötend wirken kann, nichts.

Der Petersdom (Foto: M. Möller)

Im Wort zum (gestrigen) Sonntag verbreitet derweil der Rottenburger Priester Michael Broch ungehindert seine Sicht der Dinge über den Äther. Er fragt sich, zu welchen tiefgreifenden Reformen „aus dem Geiste Jesu“ die katholische Kirche nun fähig ist und hofft, „dass das von zölibatären Männern beherrschte System Kirche sich öffnet für demokratische Strukturen, sich öffnet für die Gleichstellung von Frau und Mann in allen Bereichen. Dass die Kirche offen, bescheiden, mitfühlend gerade auch auf die Menschen zugeht, die anders leben, als es offiziell- kirchlichen Vorstellungen entspricht. Ich denke an wiederverheiratete Geschiedene oder an homosexuelle Partnerschaften.“ Gleichzeitig spricht er der katholischen Kirche ab, die Hüterin der Wahrheit, der Leib Christi zu sein: „Und die Wahrheit besitzt niemand, keine Kirche, keine Religion.“

Dieser Priester, von dem man sich fragen muss, wieso er eigentlich in der katholischen Kirche ist, ist seit diesem Jahr neuer Geistlicher Direktor des Instituts zur Förderung des Publizistischen Nachwuchses (ifp) in München, einer Journalistenschule katholischer Trägerschaft! Erzbischof Zollitsch beglückwünschte ihn persönlich und schrieb, er sei sicher, dass die Bischofskonferenz in Broch einen „überzeugenden Kandidaten“ gefunden habe. Das verheißt nichts Gutes für den katholischen Journalistennachwuchs, dessen offizielle Journalistenschmiede somit von liberalen Relativisten unterwandert und beeinflusst wird, während der echte katholische Journalismus in immer grössere Bedrängnis gerät und ins Ausland, sozusagen in den Untergrund gedrängt wird (siehe die Mitteilung der Seite „katholisches.info).

Auch der Hamburger Weihbischof Jaschke biegt sich seinen eigenen Kathechismus zurecht: Wenn es ihr Gewissen zulässt und sie sich ehrfürchtig verhalten, sind auch Nicht-Katholiken zur Kommunion eingeladen, sagt er und setzt sich damit eiskalt über die geltenden Richtlinien zur Vorraussetzung des Kommunionempfanges hinweg.

„Die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Innern. Die Sünde existiert im Innern der Kirche», hat der Papst letzte Woche während einer Pressekonferenz gesagt. Man gewinnt den Eindruck, als meine er damit nicht nur den Missbrauchsskandal, sondern den grossen satanischen Angriff auf die katholische Kirche aus ihrem Inneren heraus, den wir zur Zeit erleben.

Zweierlei Maß

24/02/2010

„Eine Gesellschaft wäre reifer, wenn sie keine makellosen Helden an ihrer Spitze bräuchte. Wenn es genügte, dass das Führungspersonal einfach nur den Job gut macht. Der Ruf nach lupenreinen Vorbildern ist allzu sehr Ausdruck einer infantilen Sehnsucht. Kinder brauchen das Vorbild, Erwachsene können es nicht perfekt sein.“

„Doch selbst der Frömmste ist nicht heilig. Und wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein, heißt es.“

„Vorausgesetzt eine Botschaft ist wahr, so bleibt sie es auch dann, wenn sich ihr Überbringer nicht an sie hält. Daher muss die Kirche im Kern eine Verkündigungs- und keine Moralanstalt sein.“ (zeit.de)

„Günther Beckstein, Vizepräses der Synode, sagte, ein Bischof sei kein Heiliger.“

„Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sagte den Stuttgarter Nachrichten, Geistliche seien auch nur Menschen.“ (faz.de)

Nein, diese Zitate sind nicht anlässlich des katholischen Missbrauchsskandals in der Presse zu finden, wo kämen wir denn da hin! So milde werden die Verfehlungen einer evangelischen Bischöfin und Ratsvorsitzenden der evang. Kirche beurteilt, die mit 1,54 Promille Alkohol im Blut erwischt wurde und über eine rote Ampel fuhr. Die Schwere der Vergehen wollen wir hier nicht diskutieren, aber dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird und dass auf die katholische Kirche bei jedem Fehltritt wesentlich hasserfüllter losgegangen wird, sticht deutlich ins Auge.