Posts Tagged ‘Keuschheit’

6. Juli: Gedenktag hl Maria Goretti

06/07/2012

Hier kann über diese Märtyrerin der Reinheit nachgelesen werden. Wir bitten sie um Hilfe und Fürsprache, vor allem für die Jugend:

Heilige Maria Goretti! Du hast, gestärkt durch Gottes Gnade, unerschrocken im jugendlichen Alter Dein Blut vergossen. Um Deine jungfräuliche Reinheit unbefleckt zu bewahren, hast Du entschlossen Dein Leben geopfert. Wende Deine Hilfe der armen Menschheit zu, die vom Wege des Heils so weit abgewichen ist! Zeige allen, besonders der Jugend, mit welchem Mut und mit welcher Bereitschaft alles aus Liebe zu Jesus geopfert werden muß, um Ihn nicht zu beleidigen und die Seele nicht mit schwerer Sünde zu beflecken! Erlange uns vom Herrn den Sieg in den Versuchungen, Trost und Kraft im Leiden und alle Gnaden, die wir durch Dich erbitten wollen! Hilf uns, rein und fromm durch das Leben zu gehen, damit wir wie Du die ewige Herrlichkeit im Himmel erlangen! Amen.

26. März 2012: Hochfest Verkündigung des Herrn

26/03/2012

Hier geht’s zum entsprechenden Valtorta-Auszug (sooo schön…)

Der Zölibat ist gottgewollt

05/07/2011

18. Mai 1944 

Jesus sagt:

Wenn in der Wandlung die Gestalten Fleisch und Blut werden, inkarniere Ich mich wie damals. Nicht im Schoß der hl. Jungfrau. Aber in den Händen eines Jungfräulichen. Deshalb sollen Meine Priester von engelgleicher Jungfräulichkeit sein. Wehe den Entweihern (Profanierern), die mit von fleischlicher Vereinigung besudeltem Körper den Leib Gottes berühren!

Wenn nämlich euer Körper der Tempel des Heiligen Geistes ist und deshalb heilig und keusch gehalten werden soll, so muss der Körper des Priesters, auf dessen Befehl hin Ich vom Himmel herabsteige, um göttliches Fleisch und Blut zu werden, und Mich wie in eine Wiege in seine Hände lege, reiner als eine Lilie sein. Und mit dem Körper der Sinn, das Herz und die Zunge.

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch

Empfängnisregelung? Enthaltsamkeit.

13/04/2011

Warum die aktuelle Debatte um die Übersetzung der italienischen Ausgabe des Youcat eine Scheindebatte ist

Dass aus dem deutschen Original „Empfängnisregelung“ in der italienischen Version „empfängnisverhütende Methoden“ wurde, ist mehr als ein Übersetzungsfehler. Hier hat sich in freudscher Manier offenbart, was sich in Wahrheit hinter dem so harmlos daherkommenden Begriff verbirgt. Youcat und „normaler“ Katechismus, angelehnt an die postkonziliare Papstenzyklika Humanae Vitae, lassen mit oftmals schwammigen Begrifflichkeiten und Formulierungen Interpretationsspielräume offen und führen damit auf einen Irrweg. Die menschliche Sexualität, ebenso wie die der Tiere, dient naturgemäß der Fortpflanzung. Der Versuch, sie mit welchen Methoden auch immer ihrem natürlichen Zweck zu entheben, ist ein Griff in die Trickkiste und verstößt gegen Gottes Gebot. Das einzig zulässige und außerdem 100% sichere Mittel zur „Empfängnisregelung“ ist die Enthaltsamkeit.

In den Heften 1944, am 22. März, heißt es dazu:

Jesus sagt:

Welches ist der Unterschied zwischen dem Sündenbett und dem Bett zweier Gatten, die sich zwar nicht dem Genuss, aber doch der Zeugung von Nachkommen verweigern? Lass uns keine Wort-Seiltänze vollführen und keine verlogenen Vernunftschlüsse vorbringen. Der Unterschied ist ganz gering. Wenn es auch aus Gründen der Krankheit oder von Unvollkommenheiten ratsam oder zulässig ist, auf Kinder zu verzichten, dann ist freilich erforderlich, enthaltsam leben zu können und sich jene sterilen Befriedigungen zu versagen, die nichts anderes als eine Befriedigung der Sinne sind; warum macht ihr dann aber, wenn kein solches Hindernis für die Fortpflanzung besteht, aus einem natürlichen und übernatürlichen Gebot einen unmoralischen Akt, den ihr seines Zweckes entfremdet?

Wenn irgend eine ehrenwerte Überlegung euch rät, die Kinderzahl nicht zu vermehren, dann wisst doch als keusche Gatten zu leben und nicht als wollüstige Affen. Wie wollt ihr denn, dass Gottes Engel über euer Haus wache, wenn ihr es zu einem Sündennest macht? Wie wollt ihr denn, dass Gott euch beschütze, wenn ihr ihn zwingt, den Blick angewidert von eurem besudelten Nest abzuwenden?

Ach! Wie erbärmlich sind die Familien, die sich ohne übernatürliche Vorbereitung gründen, die Familien, von denen a priori jede Suche nach der göttlichen Wahrheit ausgeschlossen wurde, wo man stattdessen das Wort der Wahrheit verhöhnt, das da lehrt, was die Ehe und ihr Sinn ist. Erbärmliche Familien, die sich ohne einen nach oben gerichteten Gedanken gründen, einzig unter dem Stachel eines sinnlichen Appetits und eines finanziellen Kalküls! Wie viele Eheleute gibt es, die nach der unvermeidlichen Gewohnheit der religiösen Zeremonie – Gewohnheit habe Ich gesagt, und wiederhole es noch einmal, denn für die meisten ist es nichts weiter als eine Gewohnheit, nicht aber die Sehnsucht der Seele, in diesem Augenblick Gott bei sich zu haben – gar keinen Gedanken mehr an Gott haben und das Sakrament, das doch nicht mit der religiösen Zeremonie endet, sondern da erst beginnt und nach meiner Vorstellung so lange wie das Leben der Ehegatten dauert – genau wie auch der Eintritt in das Mönchsleben nicht mit der religiösen Zeremonie endet, sondern so lange wie das Leben des Mönchs oder der Nonne – die also aus dem Sakrament eine Feier machen und die Feier zu einer Orgie von Bestialität!

Der Engel lehrt den Tobias, dass der eheliche Akt, wenn ihm das Gebet vorausgeht, ein heiliger und gesegneter und in Wahrheit freuden- und kinderreicher wird.


So solltet ihr es halten. Von dem Wunsch nach Kindern beflügelt eine Ehe eingehen, denn das ist der Sinn der menschlichen Vereinigung, und jede andere Absicht ist eine Schuld, die den Menschen als vernunftbegabtes Wesen entehrt und den entwürdigten Geist verletzt und aus dem Tempel Gottes vertreibt, und die Ehe andererseits von dem Wunsch beflügelt einzugehen, Gott in jeder Stunde bei sich zu haben. Gott ist kein bedrückender Kerkermeister. Er ist vielmehr gütiger Vater, der sich über die redlichen Freuden seiner Kinder mitfreut und der ihre heiligen Umarmungen mit Seinen himmlischen Segnungen beantwortet und sie mit der Erschaffung einer neuen Seele gutheißt.

Aber wer wird diese Seite verstehen? Ihr werdet sie lesen, ohne ihre heilige Würze auch nur zu verspüren, so, als ob Ich in der Sprache eines unbekannten Planeten zu euch geredet hätte. Es wird euch wie abgedroschenes Stroh vorkommen, und ist doch Himmelslehre. Ihr, die Weisen dieser Zeit, werdet sie verhöhnen. Ihr wisst nicht, dass Satan über eure Torheit lacht, dem es gelungen ist, wegen eurer mangelnden Enthaltsamkeit, eurer Bestialität das, was Gott zu eurem Heil eingesetzt hatte: die Ehe als menschliche Vereinigung und als heiliges Sakrament zu einem Instrument eurer Verdammnis zu machen.

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch

Angriff auf die Kirche aus ihrem Inneren heraus

17/05/2010

Die katholische Kirche ist in großer Bedrängnis. Der aufgebauschte Missbrauchsskandal wird nun zunehmend von diversen Priestern, Bischöfen und Kardinälen genutzt, um innerkirchlich abzurechnen und verquere und unkatholische Ansichten in der Öffentlichkeit zu verbreiten.

So hat Kardinal Schönborn letztens gefordert, die Kirche müsse sich der Homosexualität öffnen und wiederverheiratete Geschiedene sollen zum Altarsakrament zugelassen werden.

Margot Käßmann wurde an Christi Himmelfahrt erlaubt, im Herzen des katholischen Bistums München, im Liebfrauendom (!), u.a. zu behaupten, die Pille sei ein „Geschenk Gottes“ und fördere die „Liebe ohne Angst“. Nach diesen provokanten und mit der katholischen Lehre unvereinbaren Äußerungen geschah… gar nichts! Der zuständige Erzbischof Marx ließ keinen Pieps verlauten und von Erzbischof Zollitsch kam die lahme und nichtssagende „Entgegnung“, die Pille sei von Menschen gemacht. Kein Wort zur Notwendigkeit von Reinheit und Keuschheit in unserer dekadenten, sexualisierten Gesellschaft, kein Wort dazu, dass die Pille kindstötend wirken kann, nichts.

Der Petersdom (Foto: M. Möller)

Im Wort zum (gestrigen) Sonntag verbreitet derweil der Rottenburger Priester Michael Broch ungehindert seine Sicht der Dinge über den Äther. Er fragt sich, zu welchen tiefgreifenden Reformen „aus dem Geiste Jesu“ die katholische Kirche nun fähig ist und hofft, „dass das von zölibatären Männern beherrschte System Kirche sich öffnet für demokratische Strukturen, sich öffnet für die Gleichstellung von Frau und Mann in allen Bereichen. Dass die Kirche offen, bescheiden, mitfühlend gerade auch auf die Menschen zugeht, die anders leben, als es offiziell- kirchlichen Vorstellungen entspricht. Ich denke an wiederverheiratete Geschiedene oder an homosexuelle Partnerschaften.“ Gleichzeitig spricht er der katholischen Kirche ab, die Hüterin der Wahrheit, der Leib Christi zu sein: „Und die Wahrheit besitzt niemand, keine Kirche, keine Religion.“

Dieser Priester, von dem man sich fragen muss, wieso er eigentlich in der katholischen Kirche ist, ist seit diesem Jahr neuer Geistlicher Direktor des Instituts zur Förderung des Publizistischen Nachwuchses (ifp) in München, einer Journalistenschule katholischer Trägerschaft! Erzbischof Zollitsch beglückwünschte ihn persönlich und schrieb, er sei sicher, dass die Bischofskonferenz in Broch einen „überzeugenden Kandidaten“ gefunden habe. Das verheißt nichts Gutes für den katholischen Journalistennachwuchs, dessen offizielle Journalistenschmiede somit von liberalen Relativisten unterwandert und beeinflusst wird, während der echte katholische Journalismus in immer grössere Bedrängnis gerät und ins Ausland, sozusagen in den Untergrund gedrängt wird (siehe die Mitteilung der Seite „katholisches.info).

Auch der Hamburger Weihbischof Jaschke biegt sich seinen eigenen Kathechismus zurecht: Wenn es ihr Gewissen zulässt und sie sich ehrfürchtig verhalten, sind auch Nicht-Katholiken zur Kommunion eingeladen, sagt er und setzt sich damit eiskalt über die geltenden Richtlinien zur Vorraussetzung des Kommunionempfanges hinweg.

„Die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Innern. Die Sünde existiert im Innern der Kirche», hat der Papst letzte Woche während einer Pressekonferenz gesagt. Man gewinnt den Eindruck, als meine er damit nicht nur den Missbrauchsskandal, sondern den grossen satanischen Angriff auf die katholische Kirche aus ihrem Inneren heraus, den wir zur Zeit erleben.

Missbrauchsskandal

08/02/2010

In Niedersachsen und in Berlin sind letzter Zeit mehrere Fälle von Missbrauch an Kindern/ Jugendlichen durch katholische Priester in den 70er und 80er Jahren bekannt geworden. Die Fälle müssen untersucht werden und die betroffenen Priester ggf. straf- und kirchenrechtlich zur Rechenschaft gezogen werden. Priester, die doch um das Seelenheil ihrer Schutzbefohlenen bemüht sein sollten, richten mit solch abscheulichen Taten großen Schaden an.

Die Vorkommnisse sind Wasser auf die Mühlen der Feinde der katholischen Kirche, die sich anscheinend auch innerhalb derselben befinden. So wirft der Jesuitenpater Mennekes dem Papst u.a. Hetze gegen die Gleichstellung von Homo-Lebensgemeinschaften vor, was sich gerade in diesem Zusammenhang äußerst seltsam ausnimmt. Die katholische Kirche vertritt – Gott sei Dank – immer noch und hoffentlich immer die Position, daß die Ehe als sakramentale Lebensgemeinschaft von Mann und Frau niemals mit andersartigen Modellen gleichzustellen ist und stellt sich schützend vor die Familie. Pater Mennekes scheint auf Abwege geraten zu sein.

Durch die einseitige Berichterstattung in den Medien soll in der Öffentlichkeit der Eindruck hervorgerufen werden, daß Missbrauch ein spezifisches Problem katholischer Geistlicher sei, die durch den „Zwangszölibat“ ihrer „Triebe“ nicht Herr würden. Der Berliner Kriminalpsychiater Prof. Kröber stellt die 94 vom ‚Spiegel‘ seit 1995 ermittelten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche den 210.000 deutschlandweit erfassten Fällen gegenüber und sagt, die Zahlen verdeutlichen, daß Missbrauch bei Mitarbeitern der katholischen Kirche viel seltener vorkommt als bei anderen Männern. Die Geisteshaltung, in der Priester lebten, so seine Schlußfolgerung, schütze sie weitgehend davor, Täter zu werden. Aber das möchte kaum einer hören.

 

Der Petersdom

Jede Verfehlung der katholischen Kirche wird von ihren Feinden triumphierend als Beweis dafür angeführt, daß der Zölibat nicht praktizierbar sei (und rechtfertigt letztendlich triebgesteuertes Verhalten). Wahr ist jedoch, daß der größte Teil der katholischen Priester (ca. 99%) den Zölibat so leben, wie es die Nachfolge Christi verlangt. Die Priester, die die Wege Gottes verlassen  und die schlammigen Pfade Satans beschreiten, werden vor Gott dafür Rechenschaft ablegen müssen.

Der Zölibat ist eine freiwillig übernommene Verpflichtung, die Keuschheit in Form von lebenslanger Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen zu bewahren (Mt 19,12). In der heutigen Zeit, in  der triebhafte Geschlechtlichkeit allgegenwärtig und selbstverständlich geworden ist, bildet er einen störenden Stolperstein, weil er auf die Möglichkeit einer reinen, gottgefälligen und menschenwürdigen Lebensweise durch die erfolgreiche Bekämpfung der Leidenschaften hinweist.

Der moralische Aufschrei, der gerade durch Deutschland geht, ist verlogen und scheinheilig- weisen diese kirchlichen Vorkommnisse doch auf den sittlichen Verfall der gesamten Menschheit hin. Sie halten uns einen Spiegel vor, in den wir nicht hineinschauen möchten, lieber verdrängen wir unser eigenes Schuldgefühl und zeigen (einmal mehr) anklagend nach Rom.

Die Bekehrung des Augustinus (5)

03/12/2009

Daher kehrte ich eiligst auf den Platz zurück, wo Alypius sass; denn dort hatte ich die Briefe des Apostels liegen lassen, als ich aufgestanden war. Ich griff nach ihnen, öffnete sie und las für mich das Kapitel auf das zuerst meine Augen fielen: „Nicht in Schmausereien und Trinkgelagen, nicht in Schlafkammern und Unzucht, nicht in Zank und Neid; sondern ziehet den Herrn Jesum Christum an und pfleget nicht des Fleisches in seinen Lüsten.“ Ich wollte nicht weiter lesen, es war auch nicht nötig; denn bei dem Schlusse dieses Satzes strömte das Licht der Sicherheit in mein Herz ein, und alle Zweifel der Finsternis verschwanden.

Dann legte ich den Finger oder ein anderes Zeichen auf die Stelle, schloss das Buch und machte mit bereits ruhiger Miene dem Alypius Mitteilung von dem Vorfalle. Er aber tat mir kund, was in ihm vorging und was ich natürlich nicht wusste, auf folgende Weise. Er bat, die Stelle einsehen zu dürfen; ich zeigte sie ihm, und er las noch über meine Stelle hinaus. Was folgte, wusste ich nicht. Es folgte aber: „Des Schwachen aber im Glauben nehmet euch an“. Dies bezog jener, wie er mir eröffnete, auf sich. Durch diese Ermahnung wurde er nur noch bestärkt; ohne Zaudern und Unruhe trat er meinem Entschlusse und meinen guten Vorsätzen bei; entsprachen sie doch so ganz seinen Sitten, in denen er sich schon längst zu seinem grössten Vorteile von mir unterschied.

Dann gingen wir zur Mutter und erzählten ihr; gross war ihre Freude. Wir erzählten ihr, wie es sich zugetragen: sie jubelte und triumphierte und pries dich, der du die Macht hast, mehr zu tun, als was wir bitten oder verstehen; sah sie doch, dass du mir weit mehr gegeben, als sie in ihrem Jammer und ihrem tränenreichen Seufzen für mich zu erbitten pflegte.

Denn du hast mich zu dir bekehrt, so dass ich nun auch kein Weib mehr begehrte noch sonst etwas, worauf die Hoffnung dieser Welt gerichtet ist. Ich stand nunmehr mit ihr auf dem Richtscheite des Glaubens, auf dem du mich ihr vor so vielen Jahren gezeigt hattest, „Und du hast ihre Trauer in Freude umgekehrt“ und zwar in weit reicherem Masse, als sie selbst es gewollt hatte, und ihre Freude war viel köstlicher und keuscher, als wenn sie sie in leiblichen Enkeln gesucht hätte.

Quelle: Hl. Augustinus (354-430 n. Chr.): „Bekenntnisse“, Buch 8

zurück zu Teil 1

Sandro Botticelli - Der Heilige Augustinus

Der Fernsehsender BR-alpha zeigt am 25. und 26. Dezember 2009 um 20.15 Uhr die auf Anregung des Papstes entstandene Verfilmung des Lebens des Hl. Augustinus,  näheres siehe HIER.

Die Bekehrung des Augustinus (3)

10/11/2009

Kampf zwischen Geist und Fleisch

Da waren so viele Knaben und Mädchen, da viel Jugend, kurz jedes Alter bis zu würdevollen Witwen und betagten Jungfrauen. Und bei allen fand ich dieselbe Enthaltsamkeit, die doch keineswegs unfruchtbar, sondern eine kinderreiche Mutter von Freuden war, da sie dir, o Herr, vermählt waren.

Und mit freundlich mahnendem Spotte lächelte sie mir zu, als wollte sie sagen: „Du willst nicht können, was diese Männer und diese Frauen vermochten? Oder vermögen sie es etwa aus eigener Kraft, und ist nicht vielmehr Gott in ihnen wirksam? Gott, der Herr, hat mich ihnen gegeben. Was stellst du dich auf dich selbst und hast doch keinen festen Stand? Wirf dich auf den Herrn und fürchte dich nicht; er wird nicht ausweichen und dich zu Falle bringen; wirf dich unbesorgt auf ihn, er wird dich auffangen und heilen“.

Und ich errötete über die Massen, weil ich noch das Murmeln jener Torheiten in meinen Ohren hatte, und in Unschlüssigkeit schwankte ich. Und wieder war’s mir, als ob die Enthaltsamkeit zu mir sprach: „Sei taub gegen deine unreinen Glieder, die auf der Erde kriechen, und sie werden ersterben. Sie erzählen dir von Freuden, aber nicht von solchen, die das Gesetz des Herrn, deines Gottes, billigt.“

So verlief in meinem Herzen der Kampf, den ich einzig und allein gegen mich kämpfte. Aber Alypius sass neben mir und harrte schweigend des Ausganges meiner so ungewöhnlichen Aufregung. 

Quelle: Hl. Augustinus (354-430 n. Chr.): „Bekenntnisse“, Buch 8

zurück zu Teil 1

weiter zu Teil 4

Die Bekehrung des Augustinus (2)

03/11/2009

Kampf zwischen Geist und Fleisch

Und was flüsterten sie mir nicht mit den Worten „dies und das“ zu, was flüsterten sie mir zu, mein Gott? Möge deine Barmherzigkeit es fernhalten von der Seele deines Knechtes! Was für schmutzige, was für schändliche Bilder führten sie mir vor? Und ich hörte sie bereits nicht mehr halb soviel; auch wagten sie nicht, mir offen zu widersprechen und frei entgegenzutreten; aber ich hörte sie gewissermassen hinter meinem Rücken murmeln, und sie zupften verstohlen an mir, damit ich mich umdrehte. Freilich hemmten sie mich noch mehr; und nur zögernd konnte ich mich ihnen entreissen, sie von mir abschütteln und den Sprung dorthin tun, wohin ich gerufen wurde; denn die gewalttätige Gewohnheit sagte zu mir: „Glaubst du, es ohne sie aushalten zu können?“

Fra Angelico - Bekehrung des Hl. Augustinus

Aber sie sagte es schon mit ersterbender Stimme. Es eröffnete sich mir nämlich von der Seite, der ich mein Angesicht zugewandt hatte und zu der hinüberzueilen ich doch noch zitterte, der Anblick der Enthaltsamkeit in ihrer erhabenen Keuschheit; heiter und doch nicht ausgelassen lustig, mit züchtigem Wohlwollen lud sie mich ein, ohne Zaudern zu ihr zu kommen. Und sie breitete, mich aufzufangen und zu umarmen, die frommen Hände aus, die angefüllt waren von einer Menge guter Beispiele.

Quelle: Hl. Augustinus (354-430 n. Chr.): „Bekenntnisse“, Buch 8

zurück zu Teil 1

weiter zu Teil 3

Die Bekehrung des Augustinus (1)

27/10/2009

Unruhig ist unser Herz, o Gott, bis es ruht in Dir“ (Hl. Augustinus)

Kampf zwischen Geist und Fleisch

So war ich krank und gepeinigt und klagte mich selbst unvergleichlich härter als gewöhnlich an; ich wandte und drehte mich in meinen Banden, bis auch die letzten Fäden, die mich noch hielten, rissen. Aber sie hielten noch immer.

Und in der Verborgenheit meines Innern setztest du mir zu, o Herr; in erbarmungsvoller Strenge verdoppeltest du die Geisselschläge der Furcht und der Scham, auf dass ich nicht wieder nachliesse, sondern die schwachen, dünnen Fäden, die noch übrig geblieben waren, zerrissen, statt wieder zu erstarken und noch stärker mich zu fesseln. Denn ich sagte in meinem Innern zu mir: „Siehe, bald wird es werden, bald“, und mit dem Worte stand ich schon an der Schwelle eines Entschlusses. Schon war ich daran, es zu tun, und tat es doch nicht; aber ich glitt auch nicht auf meinen früheren Standpunkt zurück, sondern blieb in der Nähe stehen und schöpfte Atem. Und dann versuchte ich es wiederum und kam dem Ziele schon näher und abermals näher; und schon berührte ich es beinahe und hielt es fest; aber noch war ich nicht dort und berührte es und hielt es noch nicht fest, noch immer zögernd, dem Tode zu sterben und dem Leben zu leben.

Das gewohnte Schlimmere war stärker in mir als das ungewohnte Bessere, und je näher der Zeitpunkt kam, da ich ein anderer werden sollte, desto grösseren Schrecken jagte er mir ein; aber dieser warf mich nicht zurück noch lenkte er mich ab, sondern hielt mich in der Schwebe. Torheiten über Torheiten und Eitelkeiten über Eitelkeiten, meine alten Freundinnen, hielten mich zurück, zupften mich verstohlen am Gewande meines Leibes und flüsterten mir zu: „Du willst uns verlassen?“ und „Von diesem Augenblicke sollen wir fürder in Ewigkeit nicht mehr bei dir sein?“ und „Von diesem Augenblicke wirst du dies und das in Ewigkeit nicht mehr tun dürfen“.

Quelle: Hl. Augustinus (354-430 n. Chr.): „Bekenntnisse“, Buch 8

weiter zu Teil 2