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Novene zur hl. Martha

21/07/2012

Am 29. Juli wird der Gedenktag der hl. Martha sein, der „Gastgeberin Christi“. In Tarascon, Südfrankreich, wird dieser Tag besonders gefeiert: nach provenzalischer Tradition hat die Heilige dort, nachdem sie mit ihren Geschwistern Lazarus und Maria Magdalena aus Bethanien auf dem Seeweg nach Frankreich geflohen war, ein amphibien-/ reptilienähnliches Untier mit dem Kreuzzeichen bezähmt. Es könnte sich um ein Krokodil gehandelt haben, das, wie damals üblich, aus Afrika kommend von den Römern über die Rhone verschifft worden und entkommen war. Die Bezähmung des Tieres hatte die Bekehrung der einheimischen Bewölkerung zur Folge. Die heilige Martha lebte danach noch mehrere Jahre in Tarascon und wird dort heute noch verehrt. 1187 wurden in der heutigen Krypta der Kirche Sainte Marthe, die auch ihr Wohnort gewesen sein könnte, ihre Reliquien wiederentdeckt.

Interessanterweise kommt in den Visionen der Maria Valtorta die Schilderung einer Szene vor, in der sich Jesus mit seiner Mutter, den Aposteln und den Jüngerinnen zu Fuß unterwegs befindet. Sie stoßen unerwarteterweise auf kleine Krokodile und besonders Martha hat große Angst vor diesen Tieren und fragt Jesus entsetzt, ob solche Tiere wirklich notwendig sind. Seine Antwort:

“Das müsste man den fragen, der sie erschaffen hat. Aber glaube mir, wenn er sie gemacht hat, dann ist das ein Zeichen dafür, dass sie zu etwas gut sind, und wenn sie auch nur dazu dienten, den heldenhaften Mut der Martha zu bestätigen”, sagt Jesus mit einem schelmischen Augenzwinkern.

“Oh, Herr, du scherzest mit mir und du hast recht. Aber ich habe einfach Angst und werde mich nie überwinden können.”

“Das werden wir noch sehen… Was bewegt sich dort vorne im Gebüsch?” fragt Jesus und schaut aufmerksam nach vorne…

Die Existenz von Krokodilen in der Saron-Ebene in Palästina mag zunächst erstaunlich erscheinen, wird aber von verschiedenen Quellen bestätigt, so z.B. von Plinius und durch die Jahrhunderte von mehreren Pilgern, zuletzt 1883 von Victor Guérin.

zum Valtorta-Auszug: Der heldenhafte Mut der Martha

In der folgenden Novene können wir uns an diese demütige und glaubensstarke Heilige wenden, die zu den treuen Freunden Jesu zählte:

Verehrungswürdige heilige Martha, 

ich wende mich bittend an Dich und zähle in meinen Nöten und Prüfungen ganz auf Deine Hilfe. Zum Dank verspreche ich Dir, dieses Gebet überall zu verbreiten.

Demütig bitte ich Dich, mich in meinen Sorgen und Schwierigkeiten zu trösten.

Bei der großen Freude, welche Dein Herz erfüllte, als Du in Deinem Heim den Herrn der Welt aufnahmst, bitte ich Dich darum, Dich für mich und meine Familie einzusetzen, auf dass wir den Herrn in unseren Herzen aufnehmen und bewahren und so die Heilmittel für unsere Nöte zu erlangen verdienen, vor allem für die Sorge, die mich gegenwärtig bedrückt: (persönliches Anliegen nennen).

Ich flehe Dich an, Du Helferin in aller Not, hilf uns die Schwierigkeiten zu bewältigen, so wie Du den Drachen besiegtest. Amen.

Vater unser… – Gegrüßet seist du… – Ehre sei dem Vater… – 3 x: Heilige Martha, bitte für uns

Und weil morgen, am 22. Juli, auch der Gedenktag von Maria Magdalena, der „großen Liebenden“ ist, geht’s hier noch zu dem Valtorta-Auszug mit den beiden Schwestern:

„Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles“

Die christliche Provence

22. Juli: Gedenktag der hl. Maria Magdalena

22/07/2010

Bereits Ephraim der Syrer und auch Papst Gregor der Große bestätigten die katholische Überlieferung, in der Maria Magdalena mit der namenlosen Sünderin, die dem Herrn im Hause des Pharisäers Simon die Füße salbt, gleichgesetzt wird.

In der Legenda Aurea, einer Sammlung von Heiligenlegenden aus dem 13. Jahrhundert, wird die hl. Maria Magdalena ebenfalls als diese Frau bezeichnet. Außerdem heisst es dort, sie sei diejenige, die von sieben Dämonen besessen war und die Schwester von Lazarus und Martha aus Bethanien. Sie habe während der Passion des Herrn neben dem Kreuz ausgeharrt und sie sei es auch, der der Herr am Ostermorgen noch vor den Aposteln erschienen sei.  

William Hole: Salbung der Füsse Jesu

Die aus dem 20. Jahrhundert stammenden Visionen Maria Valtortas in „Der Gottmensch“ decken sich mit dieser Überlieferung, nach der es sich immer um ein und dieselbe Frau handelt und zeichnen ein sehr detailliertes Bild dieser großen Liebenden. Auszug aus einem Gespräch zwischen Jesus und Maria Magdalena, das einige Zeit nach ihrer Bekehrung und nach der Auferstehung des Lazarus in dessen Garten stattfindet:

„… Die Biene arbeitet, der Vogel singt, der Mandelbaum trägt Früchte, ein anderer Baum spendet Wohlgeruch. Und alle erfüllen so ihre Aufgabe. Ebenso ist es bei den Seelen. Und deine Aufgabe ist es, zu lieben.“

„Dann entzünde mich, Herr. Ich bitte dich um diese Gnade.“

„Genügt dir nicht die Kraft der Liebe, die du schon besitzest?“

„Sie ist zu gering, Herr. Sie mag ausreichen, um die Menschen zu lieben, aber nicht für dich, der du der unendliche Herr bist.“

„Gerade weil ich es bin, wäre eine unendliche Liebe nötig…“

„Ja, mein Herr, diese will ich. Schenke mir eine unendliche Liebe.“

„Maria, der Allerhöchste, der weiß, was Liebe ist, hat dem Menschen gesagt: ‚Du sollst mich lieben mit allen deinen Kräften.‘ Mehr verlangt er nicht. Denn er weiß, daß es schon ein Martyrium ist, mit allen seinen Kräften zu lieben.“

„Das macht nichts, mein Herr. Gib mir eine unendliche Liebe, damit ich dich lieben kann, wie man dich lieben muß und wie ich noch niemanden geliebt habe.“

„Du bittest mich um ein Leiden, das dem des Scheiterhaufens gleicht, der brennt und verzehrt. Auf dem man verbrennt und langsam von den Flammen verzehrt wird… Überlege es dir gut.“

„Schon lange denke ich daran, mein Herr. Aber ich habe nie gewagt, dich darum zu bitten. Gib mir diese unendliche Liebe, Herr!“

Jesus sieht sie an. Sie steht vor ihm, noch mager von den Nachtwachen und dem Schmerz, mit ihrem einfachen, bescheidenen Gewand und der schlichten Frisur, wie ein braves Mädchen. Mit ihrem blassen Antlitz, das sich vor Sehnsucht rötet, und ihren bittenden Augen, die vor Liebe leuchten, ist sie schon mehr ein Seraph als eine Frau. Sie ist wahrlich die Beschauliche, die das Martyrium der absoluten Kontemplation erfleht…

Jesus sagt ein einziges Wort, nachdem er sie lange angesehen hat, als wolle er ihren Willen abwägen: „Ja.“

„Ach, mein Herr! Welche Gnade, aus Liebe zu dir zu sterben!“ Sie fällt auf die Knie und küßt die Füße Jesu.

„Steh auf, Maria. Nimm diese Blüten. Es sollen die Blumen deiner geistigen Vermählung sein. Sei sanft wie die Frucht des Mandelbaumes, rein wie seine Blüte, leuchtend wie das aus seiner Frucht gepreßte Öl, wenn es entzündet ist, und duftend wie dieses Öl, wenn es mit Essenzen gesättigt bei den Gastmählern versprüht oder auf die Häupter der Könige gegossen wird, duftend nach deinen Tugenden. Dann wirst du wahrlich über deinen Herrn den Balsam ausgießen, den er so unendlich liebt.“

Maria nimmt die Blumen, aber sie erhebt sich nicht, sondern schenkt schon im voraus den Balsam der Liebe mit ihren Küssen und den Tränen, die sie auf die Füße des Herrn vergießt.

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. X von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Sowohl die selige Katharina Emmerich als auch Maria Valtorta hatten Visionen, die mit der Legenda aurea und mit der südfranzösischen Überlieferung über die letzten Lebensjahre Maria Magdalenas in einer Höhle bei Aix-en-Provence übereinstimmen.
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Maria Magdalena in der Höhle Sainte Baume
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Litanei zur hl. Maria Magdalena, wie sie in der Wallfahrtskirche zu St. Maximin und in La Sainte Baume in Südfrankreich gebetet wird.
(Für den Privatgebrauch)

Herr, erbarme dich unser!
Christus, erbarme dich unser!
Herr, erbarme dich unser!
Christus, höre uns!
Christus, erhöre uns!
Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser!
Gott Heiliger Geist, erbarme dich unser!
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser!
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns!
Heilige Maria Magdalena, bitte für uns!
Du Vorbild der Büßenden, bitte für uns!
Du brachtest Jesus deine Alabastervase voll duftenden Salböles, bitte für uns!
Du wuschest mit deinen Tränen Jesus die Füße, bitte für uns!
Du bedecktest Jesus die Füße mit Küssen heiliger Liebe, bitte für uns!
Dir wurden viele Sünden vergeben, bitte für uns!
Du wurdest aus trübem Erdenlehm umgewandelt in einen klaren Kristall, bitte für uns!
Du Edelstein, der aus dem Schmutz der Straße in das Licht der Sonne gerückt ward, bitte für uns!
Du wurdest umgeformt zu einem Gefäß der Herrlichkeit, bitte für uns!
Du schimmernde Perle, bitte für uns!
Du Flammenzeichen für Länder und Völker, bitte für uns!
Du vom Eifer der Liebe Entbrannte, bitte für uns!
Du Wohlgefallen des Herrn, bitte für uns!
Du Kleinod des Herzens Jesu, bitte für uns!
Du hast den besten Teil erwählt, bitte für uns!
Du erwirktest durch dein Bitten die Auferweckung deines Bruders Lazarus, der schon vier Tage lang im Grabe lag, bitte für uns!
Du hieltest in Treue aus beim gekreuzigten Herrn, bitte für uns!
Du starke Frau, bitte für uns!
Du bliebst beim Grabe auch nach dem Weggang der Jünger, bitte für uns!
Du warst die Erste unter den Jüngern, die den Herrn nach seiner Auferstehung sehen durfte, bitte für uns!
Dir zeichnete der Herr die Stirn mit seiner verklärten Hand, bitte für uns!
Du Apostolin der Apostel, bitte für uns!
Du lebtest von Wundern umgeben viele Jahre in schauriger Bergeseinsamkeit, bitte für uns!
Du wurdest von heiligen Engeln sieben mal des Tages zu den Himmeln erhoben, bitte für uns!
Du besondere Schutzherrin des Predigerordens, bitte für uns!
Du liebreiche Fürsprecherin der reuigen Sünder, bitte für uns!
Du Braut des himmlischen Königs, bitte für uns!
Daß wir es verdienen, mit dir, große Heilige, der beseligenden Gegenwart Gottes uns ewig zu erfreuen, bitte für uns!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erbarme dich unser!
V. Bitte für uns, o heilige Maria Magdalena,
R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi!
Lasset uns beten! Gewähre uns, gütigster Vater, wie die heilige Maria Magdalena unsern Herrn Jesus Christus über alles geliebt und dadurch die Vergebung ihrer Sünden gefunden hat: so möge sie bei deiner Barmherzigkeit es uns erwirken, daß wir zur ewigen Glückseligkeit gelangen. Durch denselben Jesus Christus, unsern Herrn.
Amen.
„Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles“
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Die christliche Provence
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Die christliche Provence

12/08/2009

Die Provence, ein beliebtes Reiseziel der Deutschen, ist einer der ältesten und wichtigsten Orte des Christentums in Europa. Besonders interessant ist, dass sich die provenzalische Tradition weitgehend mit den Zeugnissen der 2004 selig gesprochenen Seherin Katharina Emmerich und den Visionen von Maria Valtorta deckt.


Während der Christenverfolgungen in Palästina landete um 42 n. Chr. bei Les-Saintes-Maries-de-la-Mer ein Boot mit sieben engen Vertrauten Jesu, darunter die drei Geschwister Lazarus, Maria Magdalena und Martha. Sie verbreiteten das Christentum in der Provence und hinterliessen dabei zahlreiche Spuren :

Der hl. Lazarus wurde erster Bischof von Marseille, in den Katakomben von St. Victor ist heute noch sein in Stein gehauener Sitz zu entdecken. Er starb unter Domitian den Märtyrertod, nachdem er sich geweigert hatte, den römischen Göttern zu opfern. Das unterirdische Gefängnis an der Place de Lenche, in dem er vor seiner Enthauptung gefangen gehalten wurde, existiert immer noch, kann aber nicht besichtigt werden. Ein Teil seiner Reliquien befinden sich heute in der Cathédrale de la Major.

Die hl. Martha blieb in der Nähe von Tarascon, wo sie viele Bekehrungen erwirkte und ein bekanntes Untier, die Tarasque, mit dem Kreuzzeichen bezähmte. Bereits im Jahr 500 pilgerte Clovis  zu den Reliquien der Heiligen, die dort in der Kirche Sainte Marthe verehrt werden.

Die hl. Maria Magdalena – Schutzpatronin der Provence – lebte noch ca. 30 Jahre zurückgezogen in einer Höhle im Gebirgsmassif Sainte Baume südöstlich von Aix en Provence. 1279 wurde ihr Grab wiederentdeckt und daraufhin in St. Maximin eine beeindruckende Basilika für ihre Reliquien errichtet. Die Höhle und die Basilika sind unbedingt einen Besuch wert! Der Aufstieg zur Höhle, bei der vier Dominikaner ständig leben, dauert ungefähr 1 Stunde. Viele Wanderungen sind in dieser schönen Gegend möglich und wer dort länger bleiben möchte, kann bei den Dominikanerinnen am Fuss des Massifs in der Nähe von Plan d’Aups günstig übernachten.

 

Camargue: Verehrung der heiligen Marien

Les-Saintes-Maries-de-la-Mer: Verehrung der heiligen Marien

Fast alle provenzalischen Städte und Dörfer tragen unzählige Spuren des frühen und späteren Christentums: Abteien, Klöster, Kirchen, Kapellen, Gärten, Höhlen, grosse und kleine Heiligtümer duchziehen das ganze Gebiet. Hinzu kommen Bildhauerei, Malerei, Kunsthandwerk, traditionelle Krippenfiguren usw.

Cannes-Lérins war während mehrerer Jahrzehnte das Zentrum der christlichen Spiritualität und Avignon ist der einzige Ort, in dem sich das Papsttum ausserhalb Italiens niederliess.  314 berief der erste christliche römische Herrscher Konstantin das erste kirchliche Konzil nach Arles ein. Viele Heilige und Märtyrer haben in der Provence gelebt und gewirkt (der hl. Antonius z. B. in Arles/ Trinquetaille) und Kloster und Orden gegründet (z. B. der hl. Kassian). Sowohl in den bekannteren Orten als auch in kleinen Dörfern finden immer noch berührende traditionelle Prozessionen und Feste statt. An einigen Orten haben Marienerscheinungen stattgefunden, z. B. in La Salette und Sisteron. In Cotignac wird zusätzlich die Erscheinung des hl. Joseph verehrt.

Was den Jakobsweg betrifft, führen zwei verschiedene Pilgerrouten über Arles nach Compostella: eine von Norden kommend über die Alpen, die zweite von Osten/ Italien her, sie führt teilweise am Mittelmeer entlang.

Weitere Informationen: Diözese Marseille oder Comité regional de Tourisme PACA