Posts Tagged ‘Leiden Christi’

Schmerz, Gebet und Buße Jesu (6 – letzter Teil)

02/04/2015

Vision Maria Valtortas: Mitte Dezember des Jahres 28 müssen zwei neubekehrte Jünger Jesu in Sicherheit gebracht werden, da das jüdische Synedrium nach einem Hinweis des Judas Iskariot diesen nachstellt. Ein Teil der Apostel begleitet ohne das Wissen des Iskariot die Jünger nach Antiochien. Während Jesus auf die Rückkehr der Apostel wartet, zieht er sich alleine für fast drei Wochen zu Buße und Gebet für seinen verräterischen Apostel in eine Höhle bei Jiphtael, in der Nähe des heutigen Yodfat, zurück.

zurück zu Teil 1

Jesus am Boden

„Ich wollte, dass niemand mein Verräter wäre…Niemand!… Nicht einmal der Entfernteste in den nördlichsten eisigen Zonen oder im Feuer der heissesten Gegenden… Ich wollte, dass der Opfernde du allein seist… wie du es schon andere Male gewesen bist, als du mit deinem Feuer die Brandopfer entzündet hast. Da ich jedoch durch Menschenhand sterben muss, durch die Henkershand eines verräterischen Freundes, des Schamlosen, der die Fäulnis Satans in sich hat und schon danach trachtet, mir an Macht gleich zu sein – so denkt er in Hochmut und Unzucht – da ich durch Menschenhand sterben muss; Vater, gewähre, dass nicht er es sei, den ich Freund genannt und als solchen geliebt habe. 

Vermehre, Vater, meine Qualen, aber gib mir die Seele des Judas. Ich lege diese Bitte auf den Altar meiner selbst als Sühneopfer… Vater, nimm sie an!…

Der Himmel ist stumm und verschlossen!… Wird dies also das Schweigen und der Kerker sein, in dem ich meinen Geist aushauchen werde?

Der Himmel ist stumm und verschlossen!… Wird dies also die größte Pein des Märtyrers sein?…

Vater, dein Wille geschehe, nicht mein Wille… Doch um meiner Leiden willen, oh, wenigstens dies! Um meiner Leiden willen gib Frieden und Hoffnung dem anderen Märtyrer des Judas, Johannes von Endor (*)! Mein Vater… er ist wahrlich besser als viele andere. Er ist einen Weg gegangen, den wenige gehen und gehen werden können. Für ihn ist die Erlösung schon vollzogen. Verleihe ihm daher deinen vollkommenen Frieden, damit ich ihn einst bei mir in meiner Herrlichkeit habe, wenn auch für mich alles erfüllt sein wird zu deiner Ehre und im Gehorsam gegen dich… Mein Vater…!“

Jesus ist allmählich auf die Knie gesunken und weint, das Gesicht am Boden.

Er betet, während das Licht des kurzen Wintertages in der dunklen Höhle rasch abnimmt und das Rauschen des Gießbaches scheinbar um so lauter wird, je länger die Schatten im Tal werden…

(*) Anm.: Es handelt sich um einen der beiden gefährdeten neubekehrten Jünger, gegen den der Iskariot das jüdische Synedrium aus Eifersucht aufgehetzt hat.

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Wahrlich, er hat all unsere Leiden auf sich genommen, unsere Schmerzen hat er getragen“

05/04/2012

Nachfolgend die Links zu den Valtorta-Auszügen aus Band XI des „Gottmensch“ zur Passion unseres Herrn:

Das Passahmahl

Die Todesangst unseres Herrn Jesus Christus in Gethsemane

Die Geisselung unseres Herrn Jesus Christus

Die Dornenkrönung

„Vor Liebe sterben im Anblick meines leidenden Jesus“

Die Kreuzigung unseres Herrn Jesus Christus

1. April 2012: Palmsonntag

31/03/2012

Die Vision der Maria Valtorta zum Einzug Jesu in Jerusalem am Palmsonntag ist HIER NACHZULESEN. 

Kreuzweg mit dem hl. Pfarrer von Ars (5. und 6. Station)

25/03/2011

An den Freitagen vor Ostern geben wir jeweils zwei Stationen der Kreuzweg-Betrachtung des hl. Pfarrers von Ars wieder.


Vorbereitungsgebet

Ewiger Vater, nimm hin das göttliche Blut, das Jesus Christus, dein Sohn, bei seinem Leiden vergossen hat! Im Blick auf seine Wunden, auf sein von Dornen durchbohrtes Haupt, auf sein liebendes Herz, um aller seiner Verdienste willen verzeihe den Seelen ihre Schuld und rette sie!

Göttliches Blut meines Erlösers, ich bete dich mit großer Ehrfurcht und Liebe an, um die Beleidigungen zu sühnen, welche dir so viele Menschen zufügen.

Mein Jesus, schenk mir Verzeihung und Barmherzigkeit um der Verdienste deines bitteren Leidens und deiner heiligen Wunden willen! Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

O Maria, Schmerzensmutter, drücke deines Sohnes Wunden tief in unsere Herzen ein.


V. Station: Simon von Cyrene hilft Jesus das Kreuz tragen


Gleich nach der Begegnung mit meiner Mutter kam mir Hilfe: Simon von Cyrene. Habe doch Sorge um den Nächsten, um die Sünder! Wenn du für sie betest, dann ist das, wie wenn du mir deine rechte Hand reichst, mir zu helfen. Wenn du deinem Nächsten hilfst, so hilfst du mir.

Wird dir deine Last zu schwer, schau in mein blutüberströmtes Antlitz und bitte mich um Kraft der Ergebung, damit der Segen dieser Last jenen zugute kommt, die mir die Gefolgschaft oft versagen wollen! Werde sehend für ihr Leid und ihre Not und greife helfend ein! So erleichterst du ein wenig meine Kreuzeslast. Du hilfst mir auch, wenn du dich täglich bemühst, besser zu werden. Hast du dich schon opferfreudig eingesetzt für die Erlösung der Welt?

Seelen, die nicht an ihre Mühen denken und nicht an ihre Leiden, sondern nur den einen Wunsch haben, mir ihre Liebe zu erweisen und mein Herz zu trösten, das sind jene, die wirklich mein Kreuz tragen und meinem Herzen Ruhe und Erquickung spenden.


VI. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch dar


Siehst du, wie die Liebe alle Menschenfurcht überwindet? Betrachte mein schmerzerfülltes Antlitz! Dein liebevoller Blick ist für mich wie das zarte Schweißtuch der Veronika. Ihre mitleidende Liebe hielt es mir entgegen. Mit einer Hand hielt ich es an mein Gesicht und schenkte ihr das Bild meines Antlitzes.

Schau meine Gestalt, zerschlagen von wütenden Henkersknechten! Schau meine Augen, gefüllt mit Tränen und Blut, und sei dir dabei bewusst, dass ich dein Gott bin! Präge dir mein Antlitz ein, das du sahst, als ich die Menschen sterbend errettete, ein Antlitz, das Leben geben will!

Um deiner Barmherzigkeit willen, mein Jesus, drücke deine heiligen Züge meiner Seele auf, damit sie immer dein Antlitz trage!

Betrachte, ja liebe die Wunden, die ich mir schlagen ließ für dich und wodurch ich so viel für dich verdiente! Ich sagte „verdiente“, denn sie waren der Preis, den mein Herz für dich zu zahlen bereit war. Schau zu, ob du jetzt nicht meinen Wunsch erfüllen kannst, mich über alles zu lieben! Wenn du mich tröstest, präge ich mein Antlitz in deine Seele ein, damit du meine „Lichtgestalt“ wirst für die Welt.

weiter zu Station 7 und 8 dieses Kreuzweges

zurück zu Station 1 und 2 dieses Kreuzweges

Kreuzweg von Sr Josefa Menendez


Das Passahmahl

29/03/2010

Jesus setzt sich. Er streckt sich nicht aus, sondern setzt sich so wie wir und sagt: „Nun, da der alte Ritus beendet ist, feiere ich den neuen Ritus. Ich habe euch ein Wunder der Liebe versprochen. Nun ist die Stunde, es zu wirken. Deshalb habe ich dieses Passahfest herbeigesehnt. Von nun an ist dies die Opfergabe, die in einem ewigen Ritus der Liebe dargebracht wird. Ich habe euch mein ganzes irdisches Leben lang geliebt, meine Freunde. Ich habe euch seit aller Ewigkeit geliebt, meine Kinder. Ich will euch lieben bis ans Ende der Welt. Es gibt nichts Größeres als dies. Denkt daran. Ich gehe von euch. Doch durch das Wunder, das ich nun wirke, werden wir für immer vereint bleiben.“

Jesus nimmt ein noch ganzes Brot und legt es auf den vollen Kelch. Er segnet und opfert beides, bricht dann das Brot in dreizehn Stücke, gibt jedem Apostel eines und sagt: „Nehmet und esset. Das ist mein Leib. Tut dies zu meinem Gedächtnis, denn ich verlasse euch.“

Dann reicht er ihnen den Kelch und sagt: „Nehmet und trinket. Das ist mein Blut. Das ist der Kelch des neuen Bundes in meinem Blut und durch mein Blut, das für euch zur Vergebung eurer Sünden vergossen wird. Tut dies zu meinem Gedächtnis.“

Jesus ist todtraurig. Jegliche Spur eines Lächelns, aller Glanz und alle Farbe sind aus seinem Gesicht gewichen. Es ist schon von Todesangst gezeichnet. Die Apostel betrachten ihn bange.

Juan de Juanes: Das letzte Abendmahl

Jesus erhebt sich und sagt: „Bleibt sitzen. Ich komme sofort zurück.“ Er nimmt das dreizehnte Brotstückchen und den Kelch und verlässt den Saal.

„Er geht zur Mutter“, flüstert Johannes. Judas Thaddäus seufzt: „Arme Frau!“ Petrus fragt leise: „Glaubst du, sie weiß es?“ „Sie weiß alles. Sie hat immer alles gewusst.“ Alle sprechen sie so leise, als ob ein Toter im Raum wäre.

„Aber glaubt ihr, dass er wirklich…“ fragt Thomas, der es immer noch nicht fassen kann.

„Du zweifelst noch daran? Es ist seine Stunde“, antwortet ihm Jakobus des Zebedäus.

„Gott möge uns die Kraft geben, ihm treu zu bleiben“, sagt der Zelote.

„Oh, ich…“ will Petrus eben sagen. Aber Johannes, der achtgibt, sagt: „Pst! Er kommt.“

Jesus kommt wieder herein. Er hat den leeren Kelch in der Hand. Auf seinem Grund ist noch eine Spur von Wein zurückgeblieben und im Schein der Lampe sieht er wirklich wie Blut aus.

Judas Iskariot, der den Kelch vor sich hat, schaut ihn wie gebannt an und wendet dann den Blick ab. Jesus bemerkt es, und ein Schauer läuft über seinen Körper, den Johannes, der sich wieder an seine Brust gelehnt hat, spürt. „Aber, du zitterst ja…“ ruft er aus.

„Nein, ich zittere nicht im Fieber… Ich habe euch alles gesagt und alles gegeben. Mehr konnte ich euch nicht geben. Mich selbst habe ich euch gegeben.“

Er macht die sanfte Bewegung seiner Hände, bei der er sie zuerst faltet, dann öffnet und etwas ausstreckt, während er das Haupt senkt, als wollte er sagen: „Verzeiht, wenn ich nicht mehr kann. So ist es.“

„Alles habe ich euch gesagt, und alles habe ich euch gegeben. Ich wiederhole euch, der neue Ritus ist erfüllt. Tut dies zu meinem Gedächtnis. Ich habe euch die Füße gewaschen, um euch zu lehren, rein und demütig zu sein, wie euer Meister. Denn wahrlich, ich sage euch, wie der Meister ist, so sollen auch die Jünger sein. Denkt daran, denkt daran. Auch wenn ihr oben sein werdet, denkt daran. Kein Jünger ist mehr als der Meister. Wie ich euch gewaschen habe, so tut es auch gegenseitig. Das heißt, liebt einander wie Brüder, helft einander, achtet euch gegenseitig und gebt einander ein gutes Beispiel. Seid rein. Um würdig das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist, zu essen, damit ihr durch dieses Brot die Kraft erhaltet, meine Jünger zu sein in einer feindlichen Welt, die euch um meines Namens willen hassen wird. Aber einer von euch ist nicht rein. Einer von euch wird mich verraten. Daher ist meine Seele erschüttert… Die Hand meines Verräters ist mit mir auf dem Tisch, und weder meine Liebe, noch mein Fleisch und Blut, noch mein Wort können ihn ändern und zur Reue bewegen. Ich würde ihm verzeihen und auch für ihn in den Tod gehen.“

 

El Greco: Das letzte Abendmahl

Die Jünger sehen sich entsetzt an. Sie prüfen sich gegenseitig misstrauisch. Petrus durchbohrt Judas mit Blicken und erinnert sich an alle seine Zweifel. Judas Thaddäus springt auf die Füße und schaut Iskariot über Matthäus hinweg an.

Aber Judas gibt sich so sicher. Er sieht nun seinerseits Matthäus an, so als würde er ihn verdächtigen. Dann schaut er Jesus lächelnd an und fragt: „Bin ich es etwa?“ Es scheint, dass er seiner eigenen Redlichkeit am allersichersten ist und dies nur sagt, damit die Unterhaltung nicht ins Stocken gerät.

Jesus wiederholt seine Geste von zuvor und sagt: „Du sagst es, Judas des Simon. Nicht ich. Du sagst es. Ich habe dich nicht genannt. Warum klagst du dich an? Frage deinen inneren Warner, dein Gewissen als Mensch, das Gott der Vater dir gegeben hat, damit du dich wie ein Mensch benimmst, und höre, ob es dich anklagt. Du wirst es vor allen anderen wissen. Aber wenn es dich beruhigt, warum sagst du dann ein Wort und denkst an eine Tatsache, die auszusprechen oder zu denken selbst im Scherz schon Gotteslästerung ist?“

Jesus spricht ganz ruhig. Er scheint die aufgestellte These auszuführen, wie es etwa ein Gelehrter vor seinen Schülern tut. Die Aufregung ist groß. Doch durch die Ruhe Jesu legt sie sich.

Aber Petrus, der Judas am meißten misstraut – vielleicht Thaddäus ebenso, obwohl es weniger den Anschein hat, denn die Frechheit des Iskariot ist entwaffnend – zieht Johannes, der sich an Jesus geschmiegt hat, als von Verrat die Rede war, am Ärmel. Und als Johannes sich umdreht, flüstert er ihm zu: „Frage ihn, wer es ist.“

Johannes nimmt seine vorige Stellung wieder ein, hebt nur leicht das Haupt, als wolle er Jesus küssen, und flüstert ihm dabei ins Ohr: „Meister, wer ist es?“

Jesus antwortet ganz leise und küsst Johannes auf den Scheitel: „Der ist es, dem ich den Bissen Brot eintauchen und reichen werde.“

Er nimmt noch ein ganzes Brot, nicht den Rest des für die Eucharistie verwendeten, und bricht einen großen Bissen ab, taucht ihn in den Saft des Lammes in der Schüssel, streckt seinen Arm über den Tisch und sagt: „Nimm Judas. Du magst dies gern.“

„Danke, Meister. Ja, ich mag das gern.“ In Unkenntnis darüber, was dieser Bissen bedeutet, isst er ihn. Johannes schließt entsetzt die Augen, um das grässliche Lachen des Iskariot nicht sehen zu müssen, während dieser mit seinen kräftigen Zähnen in das anklagende Brot beißt.

Carl Bloch: Das letzte Abendmahl

 

„Gut. Nun, da du zufrieden bist, geh“, sagt Jesus zu Judas. „Alles ist hier (er betont dieses Wort ganz besonders) vollbracht. Was anderswo noch zu tun ist, das tue bald, Judas des Simon.“

„Ich gehorche dir sofort, Meister. Später treffe ich dich in Gethsemane. Du gehst doch dorthin, nicht wahr? Wie immer?“

„Ich gehe dorthin… wie immer… ja.“

„Was hast du zu tun?“ fragt Petrus? „Gehst du allein?“

„Ich bin doch kein Kind“, spöttelt Judas, der bereits seinen Mantel anlegt.

„Lass ihn gehen. Er und ich wissen, was zu tun ist“, sagt Jesus.

„Ja, Meister.“ Petrus schweigt. Vielleicht glaubt er, dass er mit seinem Verdacht gegen den Gefährten gesündigt hat. Er legt die Hand an die Stirn und denkt nach.

Jesus drückt Johannes ans Herz und flüstert ihm nochmals ins Haar: „Sage Petrus noch nichts. Es wäre ein unnötiges Ärgernis.“

„Leb wohl, Meister. Lebt wohl, Freunde.“ Judas verabschiedet sich.

„Leb wohl“, sagt Jesus.

Und Petrus: „Leb wohl, Junge.“

Johannes, das Haupt beinahe im Schoss Jesu, murmelt: „Satan!“ Jesus allein hört es und seufzt.

Auszug aus “Der Gottmensch”, Bd. XI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch