Posts Tagged ‘Martyrium’

21. Januar: Gedenktag der hl. Agnes

21/01/2011

(…) Ich meinte also, etwas wie einen Portikus (ein Peristyl oder Forum) im antiken Rom zu schauen. Ich sage „Portikus“, denn da war ein schön gepflasterter Marmorfußboden, ein Mosaik, und weiße Marmorsäulen, die eine gewölbte Decke stützten, die ebenfalls mit Mosaiken geziert war. Es hätte der Portikus eines heidnischen Tempels oder eines römischen Palastes sein können, oder die Kurie, oder das Forum. Ich weiß es nicht.

Gegen eine Wand hin stand eine Art Thron auf einer Marmorplattform mit einem Sitz darauf. Darauf saß ein antiker Römer in einer Toga. Später verstand ich, dass es der kaiserliche Präfekt war. Vor den anderen Wänden große und kleine Götterstatuen und Dreifüße für Weihrauchschalen. Mitten in dem Saal oder dem Portikus befand sich ein freier Raum mit einem großen weißen Marmorstein. An der dem Thronsessel des Richters gegenüber liegenden Wand war eine Öffnung zu dem eigentlichen Portikus hin, hinter dem man den freien Platz und die Straße sah.

Während ich diese Einzelheiten und das finstere Gesicht des Präfekten beobachtete, traten drei junge Mädchen in das Vestibül, den Portikus oder den Saal (was Sie davon wollen) ein.


Eines war blutjung: fast noch ein Kind. Ganz weiß gekleidet: eine Tunika bedeckte sie vollständig und ließ nur den schlanken Hals und die kleinen Hände mit den kindlichen Handgelenken sehen. Sie war blond und unverschleiert. Schlicht gekämmt, mit einem Mittelscheitel und zwei schweren langen, auf die Schultern fallenden Zöpfen. Das Gewicht der Haare war derartig, dass es ihr den Kopf leicht nach hinten bog und ihr so unwillkürlich die Haltung einer Königin gab. Zu ihren Füßen tummelte sich blökend ein wenige Tage altes Lämmchen, ein ganz weißes mit rosigem Mäulchen, wie der Mund eines Kleinkindes.

Einige Schritte hinter dem Mädchen standen die anderen beiden jungen Mädchen. Eine fast gleichaltrig, aber etwas robuster und von etwas volksmäßigerem Aussehen. Die andere war erwachsener: ungefähr 16 bis höchstens 18 Jahre alt. Auch sie waren weiß gekleidet, hatten jedoch das Haupt verschleiert. Ihre Kleidung war bescheidener. Sie schienen Dienerinnen zu sein und blieben der ersten gegenüber in respektvoller Haltung. Ich verstand, dass dies Agnes war, die ihr Gleichaltrige war Emerentiana, wer die andere war, weiß ich nicht.

Agnes schritt lächelnd und selbstsicher auf die Plattform des Richters zu. Und hier hörte ich den folgenden Dialog:

„Du hattest mich zu sehen gewünscht? Hier bin ich.“

„Ich glaube nicht, dass du das noch wünschen nennen wirst, wenn du erfährst, weshalb ich dich hierher befahl. Du bist Christin?“

„Ja, durch die Gnade Gottes.“

„Bist du dir klar darüber, was dir dieses Eingeständnis eintragen kann?“

„Den Himmel.“

„Gib Acht! Der Tod ist scheußlich, und du bist noch ein Kind. Lächle nicht, ich scherze nicht.“

„Auch ich nicht. Ich lächle dir zu, denn du bist der Brautführer zu meiner ewigen Hochzeit, und dafür bin ich dir dankbar.“ (*)

„Denke doch eher an die irdische Hochzeit. Du bist schön und reich. Viele denken bereits an dich. Du brauchst nur zu wählen, um eine glückliche Patrizierin zu werden.“

„Ich habe meine Wahl schon getroffen. Ich liebe den Einzigen, der geliebt zu werden würdig ist, und diese ist jetzt meine Hochzeitsstunde, dieser hier ist mein Hochzeitstempel. Ich höre die Stimme des göttlichen Bräutigams und sehe schon seinen liebevollen Blick. Ihm opfere ich meine Jungfräulichkeit, damit Er sie zu einer Ewigkeitsblume mache.“

„Wenn es dir um diese geht und zugleich um dein Leben, dann opfere sofort den Göttern. So will es das Gesetz.“

„Ich habe einen einzigen wahren Gott, und Ihm opfere ich gern.“

Und hier schien es, dass einige Gehilfen des Präfekten Agnes ein Gefäß mit Weihrauch gaben, den sie auf einen von ihr gewählten Dreifuß vor eine Gottheit schütten sollte.

„Das sind nicht die Götter, die ich liebe. Mein Gott ist unser Herr Jesus Christus. Ihm, den ich liebe, opfere ich mich selbst hin.“

Mir schien es, dass in dem Augenblick der erzürnte Präfekt seinen Gehilfen Befehl gab, Agnes Handschellen anzulegen, um sie an der Flucht zu hindern oder zu verhindern, dass sie irgend eine unehrerbietige Handlung gegen die Götterbilder vornehme, da sie von da an als eine Übeltäterin und eine Gefangene betrachtet wurde.

Aber die Jungfrau wandte sich lächelnd an den Henker und sagte: „Rühre mich nicht an. Ich bin hierher gekommen, weil die Stimme des göttlichen Bräutigams mich hierher ruft und mich vom Himmel zu der ewigen Hochzeit einlädt. Ich brauche deine Armbänder und deine Ketten nicht. Nur wenn du mich zum Bösestun ziehen wolltest, müsstest du sie mir anlegen. Aber (vielleicht) würden sie nichts nützen, weil mein Herr und Gott sie überflüssiger als einen Hanffaden am Puls eines Riesen machen würde. Aber um zum Tode, zur Freude, zur Hochzeit mit Christus zu gehen, nein, dazu sind deine Ketten unnütz, mein Bruder. Ich segne dich, weil du mich das Martyrium erleiden lässt. Ich fliehe nicht. Ich liebe dich und bete für deinen Geist.“

Schön, weiß, aufrecht wie eine Lilie, war Agnes in dieser Vision eine Himmelsvision…

Der Präfekt verkündete den Urteilsspruch, den ich nicht gut hören konnte. Es kam mir so vor, als ob da eine Lücke wäre, während der ich Agnes aus den Augen verlor, denn meine Aufmerksamkeit wurde auf die vielen Leute in meinem Zimmer abgelenkt.

Später sah ich die Märtyrerin wieder, noch schöner und frohen Mutes. Ihr gegenüber eine kleine goldene Jupiterstatue und ein Dreifuß. An ihrer Seite der Henker mit schon gezogenem Schwert. Man schien einen letzten Versuch zu machen, um sie zu beugen. Aber Agnes schüttelte mit leuchtenden Augen das Haupt und stieß mit ihrer kleinen Hand die Statue zurück. Das Lämmchen hatte sie nicht mehr zu ihren Füßen, es lag inzwischen auf den Armen der weinenden Emerentiana.

Ich sah, wie sie Agnes inmitten des Saales auf dem Fußboden niederknien hießen, an der Stelle, an der sich der große weiße Marmorstein befand. Die Märtyrerin sammelte sich mit über der Brust gekreuzten Händen und zum Himmel gerichteten Blick. Tränen einer übermenschlichen Freude perlten ihr aus den Augen, während sie in eine sanfte Kontemplation entrückt war. Ihr Antlitz lächelte, ohne dass es blasser als vorher wurde.


Einer der Gehilfen ergriff ihre Zöpfe, als wären sie ein Seil, um ihren Kopf festzuhalten. Aber das war nicht nötig.

„Ich liebe Christus!“ rief sie, als sie den Henker das Schwert erheben sah, und dann sah ich dasselbe zwischen der Schulter und dem Schlüsselbein eindringen und die rechte Halsschlagader öffnen und die Märtyrerin nach links zu Boden sinken, wobei sie ihre kniende Haltung bewahrte, so wie jemand, der sich zum Schlafen niederlegt, zu einem seligen Schlaf, denn das Lächeln wich nicht von ihrem Antlitz und verschwand nur unter dem Blutstrom, der wie aus einem Becher aus der aufgeschlitzten Kehle quoll.

Hier haben Sie nun die Vision des heutigen Abends. Ich erwartete ungeduldig den Moment, allein zu sein, um sie niederzuschreiben und sie noch einmal im Frieden zu betrachten.

Sie war so schön, dass ich, während ich sie erhielt – und mir rannen Tränen herunter, die, glaube ich, in dem Halbdunkel des Zimmers den Anwesenden verborgen blieben. Ich blieb mit geschlossenen Augen, teils, weil ich ganz in der Betrachtung gefangen genommen war und mich konzentrieren musste, teils um glauben zu machen, ich schliefe, denn ich möchte ja nicht bemerken lassen… wo ich mich befinde – es nicht ertragen konnte, alltägliches und ach, so menschliches Geschwätz bruchstückweise in der Schönheit der Vision immer wieder hochkommen zu hören, und deswegen habe ich: „Seid doch still, still“ gesagt, so, als ob die Geräusche mir lästig wären. Aber das war es nicht. Ich wollte nur allein sein, um mich im Frieden der Kontemplation hinzugeben. Das ist mir schliesslich gelungen. (…)


(*) Von „Auch ich nicht…“ bis „und Ihm opfere ich gern“. In dem Manuskript ist der in den fünf Absätzen enthaltene Text komprimiert wir folgt enthalten: „Auch ich nicht. Ich lächle dir zu, denn du bist der Brautführer zu meiner ewigen Hochzeit, und dafür bin ich dir dankbar.“ „Opfere den Göttern. So will es das Gesetz.“ „Ich habe einen einzigen wahren Gott, und Ihm opfere ich gern.“

Später hat die Schriftstellerin jedoch das ganze Stück durchgestrichen und quer darüber geschrieben: Nach dem Diktat von Agnes korrigiert, und auf ein loses Blatt, das sie in das Heft einfügte, vermerkt: Während meiner Danksagung nach der hl. Kommunion sagte mir die Märtyrerin Agnes: „Du hast richtig berichtet. Aber du hast einen Punkt vergessen. Korrigiere es so und lass es so abschreiben.“…. Und hierauf folgt der Abschnitt, den wir an Stelle des von der Schriftstellerin durchgestrichenen gedruckt haben. Sie fügt am Ende hinzu:

In der Tat, bei all dem Geschwätz, das ich um mich her hatte, und den 6 Stunden, die zwischen der Vision und der Niederschrift lagen, war mir, wenn ich auch ein gutes Gedächtnis habe, dieser Teil des Dialogs entfallen, den ich sehr wohl gehört hatte, wie ich mich erinnerte, als die Märtyrerin ihn mir wiederholte. Ich bin froh, dass ich diese meine Auslassung wegen der Güte der Heiligen korrigieren und die genaue Version des Dialogs wiedergeben darf.

Auszug aus “Die Hefte 1944“ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

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22. Juli: Gedenktag der hl. Maria Magdalena

22/07/2010

Bereits Ephraim der Syrer und auch Papst Gregor der Große bestätigten die katholische Überlieferung, in der Maria Magdalena mit der namenlosen Sünderin, die dem Herrn im Hause des Pharisäers Simon die Füße salbt, gleichgesetzt wird.

In der Legenda Aurea, einer Sammlung von Heiligenlegenden aus dem 13. Jahrhundert, wird die hl. Maria Magdalena ebenfalls als diese Frau bezeichnet. Außerdem heisst es dort, sie sei diejenige, die von sieben Dämonen besessen war und die Schwester von Lazarus und Martha aus Bethanien. Sie habe während der Passion des Herrn neben dem Kreuz ausgeharrt und sie sei es auch, der der Herr am Ostermorgen noch vor den Aposteln erschienen sei.  

William Hole: Salbung der Füsse Jesu

Die aus dem 20. Jahrhundert stammenden Visionen Maria Valtortas in „Der Gottmensch“ decken sich mit dieser Überlieferung, nach der es sich immer um ein und dieselbe Frau handelt und zeichnen ein sehr detailliertes Bild dieser großen Liebenden. Auszug aus einem Gespräch zwischen Jesus und Maria Magdalena, das einige Zeit nach ihrer Bekehrung und nach der Auferstehung des Lazarus in dessen Garten stattfindet:

„… Die Biene arbeitet, der Vogel singt, der Mandelbaum trägt Früchte, ein anderer Baum spendet Wohlgeruch. Und alle erfüllen so ihre Aufgabe. Ebenso ist es bei den Seelen. Und deine Aufgabe ist es, zu lieben.“

„Dann entzünde mich, Herr. Ich bitte dich um diese Gnade.“

„Genügt dir nicht die Kraft der Liebe, die du schon besitzest?“

„Sie ist zu gering, Herr. Sie mag ausreichen, um die Menschen zu lieben, aber nicht für dich, der du der unendliche Herr bist.“

„Gerade weil ich es bin, wäre eine unendliche Liebe nötig…“

„Ja, mein Herr, diese will ich. Schenke mir eine unendliche Liebe.“

„Maria, der Allerhöchste, der weiß, was Liebe ist, hat dem Menschen gesagt: ‚Du sollst mich lieben mit allen deinen Kräften.‘ Mehr verlangt er nicht. Denn er weiß, daß es schon ein Martyrium ist, mit allen seinen Kräften zu lieben.“

„Das macht nichts, mein Herr. Gib mir eine unendliche Liebe, damit ich dich lieben kann, wie man dich lieben muß und wie ich noch niemanden geliebt habe.“

„Du bittest mich um ein Leiden, das dem des Scheiterhaufens gleicht, der brennt und verzehrt. Auf dem man verbrennt und langsam von den Flammen verzehrt wird… Überlege es dir gut.“

„Schon lange denke ich daran, mein Herr. Aber ich habe nie gewagt, dich darum zu bitten. Gib mir diese unendliche Liebe, Herr!“

Jesus sieht sie an. Sie steht vor ihm, noch mager von den Nachtwachen und dem Schmerz, mit ihrem einfachen, bescheidenen Gewand und der schlichten Frisur, wie ein braves Mädchen. Mit ihrem blassen Antlitz, das sich vor Sehnsucht rötet, und ihren bittenden Augen, die vor Liebe leuchten, ist sie schon mehr ein Seraph als eine Frau. Sie ist wahrlich die Beschauliche, die das Martyrium der absoluten Kontemplation erfleht…

Jesus sagt ein einziges Wort, nachdem er sie lange angesehen hat, als wolle er ihren Willen abwägen: „Ja.“

„Ach, mein Herr! Welche Gnade, aus Liebe zu dir zu sterben!“ Sie fällt auf die Knie und küßt die Füße Jesu.

„Steh auf, Maria. Nimm diese Blüten. Es sollen die Blumen deiner geistigen Vermählung sein. Sei sanft wie die Frucht des Mandelbaumes, rein wie seine Blüte, leuchtend wie das aus seiner Frucht gepreßte Öl, wenn es entzündet ist, und duftend wie dieses Öl, wenn es mit Essenzen gesättigt bei den Gastmählern versprüht oder auf die Häupter der Könige gegossen wird, duftend nach deinen Tugenden. Dann wirst du wahrlich über deinen Herrn den Balsam ausgießen, den er so unendlich liebt.“

Maria nimmt die Blumen, aber sie erhebt sich nicht, sondern schenkt schon im voraus den Balsam der Liebe mit ihren Küssen und den Tränen, die sie auf die Füße des Herrn vergießt.

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. X von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Sowohl die selige Katharina Emmerich als auch Maria Valtorta hatten Visionen, die mit der Legenda aurea und mit der südfranzösischen Überlieferung über die letzten Lebensjahre Maria Magdalenas in einer Höhle bei Aix-en-Provence übereinstimmen.
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Maria Magdalena in der Höhle Sainte Baume
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Litanei zur hl. Maria Magdalena, wie sie in der Wallfahrtskirche zu St. Maximin und in La Sainte Baume in Südfrankreich gebetet wird.
(Für den Privatgebrauch)

Herr, erbarme dich unser!
Christus, erbarme dich unser!
Herr, erbarme dich unser!
Christus, höre uns!
Christus, erhöre uns!
Gott Vater im Himmel, erbarme dich unser!
Gott Sohn, Erlöser der Welt, erbarme dich unser!
Gott Heiliger Geist, erbarme dich unser!
Heilige Dreifaltigkeit, ein einiger Gott, erbarme dich unser!
Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns!
Heilige Maria Magdalena, bitte für uns!
Du Vorbild der Büßenden, bitte für uns!
Du brachtest Jesus deine Alabastervase voll duftenden Salböles, bitte für uns!
Du wuschest mit deinen Tränen Jesus die Füße, bitte für uns!
Du bedecktest Jesus die Füße mit Küssen heiliger Liebe, bitte für uns!
Dir wurden viele Sünden vergeben, bitte für uns!
Du wurdest aus trübem Erdenlehm umgewandelt in einen klaren Kristall, bitte für uns!
Du Edelstein, der aus dem Schmutz der Straße in das Licht der Sonne gerückt ward, bitte für uns!
Du wurdest umgeformt zu einem Gefäß der Herrlichkeit, bitte für uns!
Du schimmernde Perle, bitte für uns!
Du Flammenzeichen für Länder und Völker, bitte für uns!
Du vom Eifer der Liebe Entbrannte, bitte für uns!
Du Wohlgefallen des Herrn, bitte für uns!
Du Kleinod des Herzens Jesu, bitte für uns!
Du hast den besten Teil erwählt, bitte für uns!
Du erwirktest durch dein Bitten die Auferweckung deines Bruders Lazarus, der schon vier Tage lang im Grabe lag, bitte für uns!
Du hieltest in Treue aus beim gekreuzigten Herrn, bitte für uns!
Du starke Frau, bitte für uns!
Du bliebst beim Grabe auch nach dem Weggang der Jünger, bitte für uns!
Du warst die Erste unter den Jüngern, die den Herrn nach seiner Auferstehung sehen durfte, bitte für uns!
Dir zeichnete der Herr die Stirn mit seiner verklärten Hand, bitte für uns!
Du Apostolin der Apostel, bitte für uns!
Du lebtest von Wundern umgeben viele Jahre in schauriger Bergeseinsamkeit, bitte für uns!
Du wurdest von heiligen Engeln sieben mal des Tages zu den Himmeln erhoben, bitte für uns!
Du besondere Schutzherrin des Predigerordens, bitte für uns!
Du liebreiche Fürsprecherin der reuigen Sünder, bitte für uns!
Du Braut des himmlischen Königs, bitte für uns!
Daß wir es verdienen, mit dir, große Heilige, der beseligenden Gegenwart Gottes uns ewig zu erfreuen, bitte für uns!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, verschone uns, o Herr!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erhöre uns, o Herr!
Lamm Gottes, du nimmst hinweg die Sünden der Welt, erbarme dich unser!
V. Bitte für uns, o heilige Maria Magdalena,
R. Auf daß wir würdig werden der Verheißungen Christi!
Lasset uns beten! Gewähre uns, gütigster Vater, wie die heilige Maria Magdalena unsern Herrn Jesus Christus über alles geliebt und dadurch die Vergebung ihrer Sünden gefunden hat: so möge sie bei deiner Barmherzigkeit es uns erwirken, daß wir zur ewigen Glückseligkeit gelangen. Durch denselben Jesus Christus, unsern Herrn.
Amen.
„Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles“
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Die christliche Provence
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29. Juni: Hochfest der Hl. Apostel Petrus und Paulus

29/06/2010

Herr, unser Gott,

durch die Apostel Petrus und Paulus

hast du in der Kirche den Grund des Glaubens gelegt.

Auf ihre Fürsprache hin

erhalte und vollende diesen Glauben,

der uns zum ewigen Heil führt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Amen.

 

Am 11. Januar 1944 um 10 Uhr spricht der Apostel Paulus zu Maria Valtorta über die Theorie der Reinkarnation, die er leidenschaftlich verurteilt. Er sagt ihr, dass die Toten nicht in einem neuen Körper wiederkehren und dass es nur eine Auferstehung gibt: die am Jüngsten Tag.

„(…) Der Körper fällt, wenn sein Lebenszyklus zu Ende ist, wie ein Samenkorn in die Grabesverwesung. Der Geist hingegen kehrt zu seiner göttlichen Quelle zurück, um wie das Fleisch als lebendig oder verfault beurteilt zu werden und, je nach seiner Verfassung, seiner Bestimmung zugewiesen zu werden. (…)

In dem zweiten Leben werdet ihr die sein, als die ihr in diesem (irdischen) Leben gelebt habt. Wenn in euch das Himmelreich vorherrschend war, werdet ihr Gottes Natur in euch erkennen und eine solche Natur besitzen, denn Gott wird euer ewiger Besitz sein. Wenn das Irdische in euch vorherrschend war, werdet ihr auch jenseits des Todes Undurchsichtigkeit, Tod, Frost, Schrecken, Finsternis erfahren, alles das, was dem ins Grab gesenkten Körper eignet; mit dem einzigen Unterschied: dass dieser zweite, wahre Tod ewig währt.

Ihr, die ihr nach Gottes Willen Erben Gottes seid, wollet doch nicht, o meine Brüder, diese Erbschaft verschleudern, um dem Fleisch und dem Blut und dem geistigen Irrtum zu folgen.

Ich selbst hatte ja geirrt und lebte der göttlichen Wahrheit entgegengesetzt (1). Ich hatte Christus verfolgt. Meine Sünde ist mir immer noch vor Augen, sogar in der Herrlichkeit dieses Reiches, dessen Pforten sich mir durch meine Reue, meinen Glauben, mein Martyrium, um Christus und das unsterbliche Leben zu bekennen, öffneten. Als aber das göttliche Licht mich zu Boden warf und sich mir zu erkennen gab, wandte ich mich vom Irrtum ab und folgte dem göttlichen Licht.

Murillo: Bekehrung des Hl. Paulus

Euch hat sich das göttliche Licht zwanzig Jahrhunderte lang durch Wundertaten zu erkennen gegeben, die auch der wildeste und hartnäckigste Verleugner nicht zu bestreiten vermag. Warum also wollt ihr Glücklichen, die ihr zwanzig Jahrhunderte göttlicher Bekundungen zum Zeugnis dieses göttlichen Lichtes habt, im Irrtum verbleiben?

Ich, als Zeuge Christi, schwöre euch das: Weder Fleisch noch Blut können das Reich Gottes erben, sondern einzig und allein der Geist. Und wie es im Evangelium unseres Herrn Jesus gesagt ist (2), sind es nicht die Kinder dieses Säkulums – versteht doch, o meine Brüder, dass hier ‚Säkulum‘ die bezeichnet, die in der Welt, das heisst irdische Menschen sind – denen eine Auferstehung und eine Wiederverheiratung in einem zweiten irdischen Leben bestimmt ist.

Es werden nur die auferstehen, die eines zweiten Zeitalters (Säkulums), des ewigen, würdig sind, die, welche nicht mehr sterben können, da sie bereits gelebt haben, die aber, weil sie ein geistliches Leben geführt haben und den Engeln gleich und Kinder des Allerhöchsten geworden sind, nicht mehr nach menschlicher Hochzeit verlangen, sondern eine einzige geistliche Vermählung anstreben: die mit dem Gott der Liebe; einen einzigen Besitz: den Besitz Gottes; eine einzige Wohnung: die im Himmel; ein einziges Leben: dasjenige im göttlichen Leben.

Amen, amen, amen!

Ich sage euch: Glaubt, um es zu erlangen.“

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(1) Vgl. Apg 9,1-22; das vorstehende Diktat scheint die Interventionen des hl. Paulus aus Apg 17,22-34 und 1 Ko 15, besonders 15, 45-49, wieder aufzunehmen.

(2) In: Mt 22,23-33; Mk 12,18-27; Lk 20,27-40

Auszug aus “Die Hefte 1944” von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

„Ich und der Vater sind eins“

24/04/2010

(zum Sonntags-Evangelium vom 25. April 2010: Joh 10,27-30)

„… Meine Schafe kennen mich und werden mich kennen, und sie werden mir immer folgen, auch auf den Wegen des Blutes und des Schmerzes, die ich als erster gehe und die sie nach mir gehen werden. Die Wege, die die Seelen zur Weisheit führen. Die Wege, die das Blut und die Tränen der als Lehrer der Gerechtigkeit  Verfolgten lichtvoll machen, da sie sie von dem finsteren Rauch der Welt und Satans befreien, damit sie seien wie Sternenbahnen und alle führen, die den Weg, die Wahrheit und das Leben suchen und niemanden finden, der sie führt. Denn dies brauchen die Seelen: Einen, der sie zum Leben, zur Wahrheit und auf den richtigen Weg führt.

Gott ist erbarmungsvoll mit den Seelen, die suchen und nicht finden, nicht aus eigener Schuld, sondern wegen der Trägheit ihrer götzendienerischen Hirten. Gott erbarmt sich der Seelen, die sich selbst überlassen, umherirren und aufgefangen werden von Dienern Luzifers, die immer bereit sind, die Verirrten zu sammeln und Anhänger ihrer Lehren aus ihnen zu machen. Gott erbarmt sich derer, die der Täuschung nur anheimfallen, weil die Rabbis Gottes, die sogenannten Rabbis Gottes, sich nicht um sie kümmern. Gott erbarmt sich all dieser, die der Mutlosigkeit, der Finsternis, dem Tod anheimfallen durch die Schuld der falschen Meister, die von Meistern nichts haben als das Gewand und den Stolz, so genannt zu werden. Und wie er für sein Volk die Prophten gesandt hat, so wird er später, nach mir, für diese armen Seelen Diener des Wortes, der Wahrheit und der Liebe senden, damit sie meine Worte wiederholen. Denn meine Worte sind es, die das Leben geben.

Bernhard Plockhorst - Der Gute Hirte

So werden meine Schafe von heute und von morgen das Leben haben, das ich ihnen durch mein Wort gebe und das ewiges Leben für den ist, der es aufnimmt; und sie werden nie umkommen, und niemand wird sie meinen Händen entreissen können.“

„Wir haben nie die Worte des wahren Propheten abgelehnt. Wir haben immer Johannes, den letzten Propheten, anerkannt“, antwortet zornig ein Jude, und seine Gefährten stimmen ihm zu.

„Er ist zu früh gestorben, um sich bei euch unbeliebt zu machen und auch von euch verfolgt zu werden. Wenn er noch unter den Lebenden wäre, würde er sein ‚Es ist dir nicht erlaubt‘, das er angesichts der fleischlichen Blutschande sagte, auch euch entgegenschleudern, die ihr geistigen Ehebruch begeht, indem ihr mit Satan und gegen Gott Unzucht treibt; und ihr würdet ihn töten, so wie ihr jetzt die Absicht habt, mich zu töten.“

Wutentbrannt toben die Juden, schon jetzt bereit zuzuschlagen. Sie sind es müde, Sanftmut vortäuschen zu müssen.

Aber Jesus kümmert sich nicht darum. Er erhebt die Stimme, um das allgemeine Geschrei zu übertönen, und ruft: „Habt ihr mich nicht gefragt, wer ich bin, ihr Heuchler? Habt ihr nicht gesagt, dass ihr es wissen wollt, um sicher zu sein? Und jetzt sagt ihr, dass Johannes der letzte Prophet gewesen ist? Ihr bezeugt euch selbst in zweifacher Weise der Lüge. Einmal, weil ihr sagt, ihr hättet nie die Worte der wahren Propheten abgelehnt; zum anderen, weil ihr, indem ihr sagt, dass Johannes der letzte Prophet gewesen sei und dass ihr an die wahren Propheten glaubt, ausschliesst, dass auch ich ein Prophet, wenigstens ein Prophet, und ein wahrer bin. Ihr Lügner und trügerischen Herzen! Ja, wahrlich, wahrlich, hier im Haus meines Vaters erkläre ich, dass ich mehr bin als ein Prophet. Ich habe, was mein Vater mir gegeben hat. Und was mein Vater mir gegeben hat, ist kostbarer als alles auf der Welt, denn der Wille und die Macht der Menschen können nicht die räuberischen Hände danach ausstrecken. Ich besitze, was Gott mir gegeben hat, und obwohl es in mir ist, ist es immer in Gott. Und niemand kann es den Händen meines Vaters entreissen, denn es ist die göttliche Natur. Ich und der Vater sind eins.“

„Oh! Entsetzlich! Gotteslästerung! Anathema!“ Das Geschrei der Juden hallt im Tempel wider, und noch einmal sind die Steine, die die Wechsler und Viehhändler der besseren Ordnung halber für ihre Einfriedungen benutzen, das Arsenal für alle, die Waffen suchen, um ihn zu treffen.

Auszug aus “Der Gottmensch”, Bd. IX von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Eine kleine weiße Blume

01/10/2009

1. Oktober: Gedenktag der heiligen Therese vom Kinde Jesu

Kleine Therese

Am 9. Juni dieses Jahres, am Fest der Heiligen Dreifaltigkeit, wurde mir die Gnade zuteil, klarer denn je zu erkennen, wie sehr Jesus sich danach sehnt, geliebt zu werden (1).

Ich dachte an jene Seelen, die sich der Gerechtigkeit Gottes anbieten, um die über die Sünder verhängten Strafen abzuwenden und auf sich zu lenken. Diese Aufopferung erschien mir groß und hochherzig, doch fühlte ich keine Neigung, ein Gleiches zu tun. Oh mein Gott, rief ich aus Herzensgrund, soll denn nur deine Gerechtigkeit Seelen empfangen, die sich als Schlachtopfer darbringen?… Bedarf denn deine Erbarmende Liebe ihrer nicht ebenso?…

Von allen Seiten wird sie verkannt, verworfen; die Herzen, an die du sie verschwenden möchtest, kehren sich den Geschöpfen zu und erbetteln von ihrer erbärmlichen Zuneigung das Glück, statt sich in deine Arme zu werfen und deine unendliche Liebe anzunehmen… O mein Gott! soll deine verschmähte Liebe nunmehr in deinem Herzen verbleiben?

Fändest du Seelen, die sich deiner Liebe als Ganz-Brandopfer darböten, ich meine, du würdest sie schnell verzehren; mir scheint, du wärest glücklich; die Fluten unendlicher Zärtlichkeit, die in dir sind, nicht länger zurückzudrängen… Wenn deine Gerechtigkeit die Neigung hat, sich zu entladen, sie, die sich doch nur auf die Erde erstreckt, wieviel mehr verlangt dann deine erbarmende Liebe danach, die Seelen zu entflammen, weil doch eine Barmherzigkeit sich erhebt bis zum Himmel (2)…

Oh mein Jesus, lass mich dies glückliche Opfer sein, verzehre dein Brandopfer mit dem Feuer deiner Göttlichen Liebe!…“

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(1) Am 11. Juni 1895 vollzog Therese den Akt ihrer Hingabe an die barmherzige Liebe. (2) Vgl. Psalm 35,5

aus: Therese von Lisieux: Selbstbiographische Schriften, erschienen im Johannes Verlag, Einsiedeln, Freiburg

Therese Martin

Therese, geboren 1873, trat mit fünfzehn Jahren in den Karmel von Lisieux ein. Damals hatte sie bereits eine ungewöhnlich reiche religiöse Erfahrung. Sie selbst betrachtete Weihnachten 1886 als entscheidendes Ereignis in ihrem Leben; sie erfuhr die Gnade einer „völligen Umkehr“ und verstand von da an die Liebe zu Christus und zu den Menschen als die eigentliche Berufung ihres Lebens. Ihr Leben im Karmel verlief äußerlich sehr einfach; ihr innerer Weg ging steil nach oben. Sie begriff, dass ihre Christusliebe sich in der Kreuzesnachfolge verwirklichen musste. Die Heilige Schrift wurde mehr und mehr ihre einzige Lektüre; innere Prüfungen und körperliche Krankheit waren ihr Alltag. In der Nacht zum Karfreitag 1896 hatte sie ihren ersten Bluthusten; am 30. September 1897 starb sie mit den Worten: „Mein Gott, ich liebe dich.“ Über ihre innere Welt sind wir durch ihre Aufzeichnungen „Geschichte einer Seele“ und ihre von der Priorin gesammelten „Worte“ unterrichtet. Therese ging auf das Ganze, auf das Große. Sie wollte Jesus mehr lieben, als er jemals geliebt wurde; sie brachte sich der barmherzigen Liebe Gottes als Brandopfer dar; sie wollte alle Menschen lieben, wie Jesus sie liebte. Vor Hochmut wurde sie durch die Erkenntnis bewahrt, dass sie selbst zu alledem völlig unfähig war und nur durch die Kraft der zuvorkommenden Liebe Gottes überhaupt etwas tun konnte. – Papst Pius XI. hat sie 1925 heilig gesprochen und zur Patronin der Missionen erhoben. (Quelle: katholisch.de)

14. September, Fest des Kreuzesopfers

13/09/2009

 

Rundschreiben an die Freunde des Kreuzes (Hl. Ludwig Maria Grignion v. Montfort)

Die beiden Parteien

Erwägt, meine teuren Mitbrüder, diese beiden Parteien, welche Tag für Tag an euch herantreten, die Anhänger Jesu Christi und die Anhänger der Welt.

Die Partei unseres liebenswürdigen Erlösers steht auf der rechten Seite und steigt auf schmalem und engem Wege zum Himmel empor. Ihr guter Meister geht an der Spitze barfuss einher mit blutbesprengtem, mit Dornen gekröntem Haupte, mit zermartertem Leibe und mit einem schweren Kreuz. Nur ein Häuflein Getreue hat er in seinem Gefolge ; es sind aber die tapfersten. Denn inmitten des Getümmels der Welt hören seine sanfte Stimme nur wenige. Andere haben nicht den Mut, ihm in seiner Armut, seinen Schmerzen, seinen Verdemütigungen und übrigen Kreuzen nachzufolgen, da man dies alles in seinem Dienste ausnahmslos alle Tage seines Lebens tragen müsste.

Kreuzerhöhung

Auf der linken Seite wandelt die Partei der Welt oder des Teufels, welche zahlreicher, prächtiger und glänzender ist, wenigstens dem Anscheine nach. Die ganze schöne Welt läuft dort mit. Obgleich die Wege breit und geräumig sind, drängen sich die Massen und wälzen sich gleich Strömen dahin. Die Wege sind mit Blumen bestreut, mit Gold und Silber bedeckt und überall locken Stätten für Vergnügen, Tanz und Spiel.

Auf der rechten Seite, bei der kleinen Herde, welche Jesu nachfolgt, spricht man von Tränen, Bussübungen, Gebet und Weltverachtung und hört Worte, die durch Schluchzen oft unterbrochen sind : « Lasst uns leiden, weinen, fasten und beten. Lasst uns verborgen, demütig, arm und abgetötet sein. Wer nicht den Geist Christi hat, der da ist ein Geist des Kreuzes, kann unserem Meister nicht angehören. Wer sich Christus anschliesst, muss sein Fleisch mit seinen Lüsten kreuzigen. Entweder dem Bilde Christi ähnlich sein oder verdammt werden! Mut! Rufen sie einander zu, Mut! Wenn Gott für uns, mit uns und vor uns ist, wer kann dann gegen uns sein? Gott, der in uns ist, ist stärker als der Fürst dieser Welt. Der Diener ist nicht mehr als der Herr. Ein Augenblick leichter Trübsal bringt uns die Freuden ewiger Glorie. Es gibt weniger Auserwählte als man glaubt; nur die Mutigen und die sich Gewalt antun, reissen das Himmelreich an sich. Niemand wird gekrönt, der nicht gekämpft hat, wie das Evangelium, nicht etwa die Mode es vorschreibt. Kämpfen wir also tapfer und laufen wir schnell, damit wir das Ziel erreichen und die Krone gewinnen! »

Das ist ein Teil der erleuchteten Aussprüche, mit denen sich die Freunde des Kreuzes gegenseitig ermuntern.

Auszug aus „Rundschreiben an die Freunde des Kreuzes“ in „Das Goldene Buch“ v. hl. Louis Marie Grignon de Montfort.  Neuauflage der ursprünglichen Übersetzung erschienen im Lins-Verlag, 6800 Feldkirch, Österreich

Die Wissenschaft des Kreuzes