Posts Tagged ‘Meinungsfreiheit’

Aufruf für die Kirche und für die Welt

11/05/2020

Der Aufruf „Veritas liberabit vos“ beginnt mit den folgenden Worten:

„In einer Zeit schwerster Krise erachten wir Hirten der katholischen Kirche, aufgrund unseres Auftrags, es als unsere heilige Pflicht, einen Appell an unsere Mitbrüder im Bischofsamt, an den Klerus, die Ordensleute, das heilige Volk Gottes und alle Männer und Frauen guten Willens zu richten. Dieser Aufruf ist auch von Intellektuellen, Medizinern, Anwälten, Journalisten und anderen Fachleuten unterzeichnet, die dem Inhalt zustimmen. Er kann von allen unterzeichnet werden, die ihn sich zu eigen machen möchten.“

Zu den bisherigen Unterzeichnern gehören u.a. die Monsignori Athanasius Schneider, Andreas Laun, Carlo Maria Viganò und die Kardinäle Gerhard Ludwig Müller und Joseph Zen Ze-kiun. Wir unterstützen den Aufruf.

immacolata

abgründe der woche

21/05/2011

+++   ausgeblendet : im kernkraftwerk fukushima ereignete sich bereits kurz nach dem fatalen erdbeben eine kernschmelze in reaktor 1 + weitere kernschmelzen nicht auszuschliessen + lage im kraftwerk nach wie vor ausser kontrolle + berichterstattung über fukushima inzwischen fast völlig versiegt + derweil nimmt die schweizer armee den wehrpflichtigen, die an der jährlichen militärübung teilnehmen, die geigerzähler ab + erhöhte radioaktivitätswerte in europa ?   +++ frustriert : nach den arabischen ländern scheinen revolutionäre umbrüche auch in südeuropa in reichweite + in spanien gehen täglich zehntausende überwiegend junge menschen auf die strasse + griechischer präsident erwägt militäreinsatz gegen gewalttätige demonstranten + proteste gegen massenarbeitslosigkeit und sparmassnahmen der regierung   +++  eigensinnig : israel genehmigt bau von 1520 neuen siedlungsgebäuden in ost-jerusalem + widerspruch zu barack obamas nahost-rede am donnerstag, worin er zu erneuten friedensverhandlungen aufrief und einen palästinensischen staat innerhalb der grenzen von 1967 guthiess + benjamin netanyahu lehnt eine solche grenzziehung vehement ab + ost-jerusalem würde in diesem fall zu palästina gehören   +++   tabubruch : skandal-regisseur lars von trier vom cannes-filmfestival suspendiert + in interview hatte sich von trier positiv über albert speers künstlerische leistungen geäussert und mit sichtlichem vergnügen nachgelegt, dass er selbst ein nazi sei    +++ rätselhaftes bienensterben : schweizer forscher daniel favre experimentiert mit mobilfunkstrahlen nahe eines bienenstocks + bei aktiver funkverbindung zwischen handys stieg der lärmpegel im bienenstock stark an + mobilfunkstrahlung beeinflusst ausserdem das schwarmverhalten und das wachstum der königin +++   ausspioniert (I) : wikileaks‘ julian assange nennt facebook in einem aktuellen interview mit russia today „das beängstigendste spionageinstrument, das jemals erfunden wurde“ + us-geheimdienste hätten dank facebook zugriff auf die „weltweit umfassendste datenbank über menschen und ihre beziehungen, ihre namen, ihre adressen und ihre wohnsitze und über die kommunikation untereinander, ihre verwandten“ + assange warnt, dass jedem klar sein müsse, „dass er, wenn er seine freunde seinem facebook-konto hinzufügt, damit praktisch unentgeltlich für amerikanische nachrichtendienste arbeitet, indem er diese daten für sie vorbereitet“   +++   ausspioniert (II) : 13-jähriger us-schüler nach facebook-eintrag über mögliche racheaktion von al-quaida auf barack obama von geheimdienstbeamten verhört + eintrag stelle bedrohung für präsidenten dar   +++   misstrauisch : künftiger katholischer hauskaplan des us-repräsentantenhauses betet nach eigenen angaben „nie im namen jesu“, es sei denn, er täte „etwas katholisches“, wie etwa das lesen der messe + im heutigen tagesevangelium sagt jesus zu philippus: „alles, um was ihr in meinem namen bittet, werde ich tun, damit der vater im sohn verherrlicht wird. wenn ihr mich um etwas in meinem namen bittet, werde ich es tun.“   +++

Anderer Meinung? Zensiert!

30/04/2011

Die Seligsprechung von JP II – Top-Thema allenthalben. Auch die Internetseite kath.net besteht zur Zeit fast nur noch aus Artikeln über dieses Ereignis. Dazu kann man stehen, wie man will. Einer dieser Artikel aber, ein Interview mit dem bekannten Autor und Papstbiograf Michael Hesemann, stellt derart verdrehte Fakten dar, dass wir uns herausnahmen, einen Kommentar zu schreiben.

Drei Versuche, drei Kommentare, die weder ausfällig waren noch beleidigend, aber eben eine andere Meinung wiedergaben als die von kath.net und Herrn Hesemann propagierte. Das aber kommt anscheinend gar nicht gut an, die Kommentare wurden kommentarlos nicht veröffentlicht und auch auf unsere Nachfrage, was es denn damit auf sich habe, erhielten wir keine Antwort. Meinungsdiktatur par excellence.

Hier also einer der Kommentare:

Masslos übertrieben

Worte wie „Jahrtausendpapst“, „Sieg über den Kommunismus“. Mehr noch, sie verdrehen auch Tatsachen. Ungeachtet des Hypes um JP II sollte man sich vor Augen halten:

Die Weihe Russlands ist bis heute NICHT gemäss dem Wunsch der Gottesmutter in Fatima erfolgt. 1929 gab sie genaue Anweisungen, wie diese zu vollziehen sei:

„Der Moment ist gekommen, in dem Gott den Heiligen Vater auffordert, es anzuordnen und durchzusetzen, dass vereint mit ihm und zur gleichen Zeit, alle Bischöfe der Welt die Weihe Russlands an Mein Unbefleckte Herz vollziehen, und er verspricht, es wegen dieses Tages des Gebetes und der Wiedergutmachung zu bekehren.“

Weder JP II noch seine Vorgänger und leider bisher auch nicht sein Nachfolger haben diesem Wunsch entsprochen.

Folglich ist es nicht verwunderlich, dass Russland keineswegs bekehrt ist, aus den Nachrichten entnehmen wir fast täglich, wie Gewalt und Korruption das Land fest im Griff haben. 

Ausserdem haben sich mit dem Fall der Mauer die Irrlehren des Kommunismus keineswegs in Luft aufgelöst. Der Wegfall dieser Barriere bot hingegen noch bessere Möglichkeiten, diese Ideologie weltweit in den Köpfen zu verankern, man betrachte nur die aktuelle Debatte über Kinderkrippen, Gender Mainstreaming und das Konstrukt der EU mit seinen Subventionen und Umverteilungen von Reich nach Arm – Kommunismus im modernen politisch-korrekten Gewand! 

Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, Seligsprechung hin oder her. 

Frankreich: keine Meinungsfreiheit im Staatsdienst

14/01/2011

Im südfranzösischen Städtchen Manosque (Departement Alpes-de-Haute-Provence) droht dem 39-jährigen Lehrer Philippe Isnard der Rauswurf aus dem Staatsdienst, weil er im Oktober 2010 mit seinen Schülern (15-18jährig) in Sozialkunde beim Thema Familienrecht eine Diskussion „Für oder gegen Abtreibung“ durchgeführt hatte. Zu diesem Zweck hatte er auch den Film „No need to argue“ vorgeführt, der verschiedene Methoden des Schwangerschaftsabbruchs zeigt.

Philippe Isnard

Die Eltern eines Schülers – antikatholisch eingestellte Lehrer – hatten an dieser vermeintlichen Beeinflussung Anstoss genommen und den Lehrer bei der Schulinspektion in Aix-en-Provence angezeigt. Daraufhin wurde der Lehrer von der Behörde angewiesen, nur die Position des Staates, d. h. das sog. Veil-Gesetz zu vertreten und keine anderen Sichtweisen zur Diskussion zu stellen. Das Veil-Gesetz lässt Abtreibungen in Frankreich auf Wunsch der Mutter bis zur 12. Schwangerschaftswoche zu, aus medizinischen Gründen darf zeitlich unbegrenzt abgetrieben werden.

Im November dann forderte das Schulministerium die Eltern und Schüler der Schule in einem Brief, der einem Aufruf zur Denunzierung gleichkam, auf, schriftliche Aussagen über den Lehrer zu machen. Gleichzeitig wurde in der ganzen Gegend von Manosque eine Petition zur Absetzung des Lehrers verbreitet – beides mit äusserst geringem Erfolg.

Ebenfalls im November gab die abtreibungsbefürwortende Organisation „Pro choix“ ihre nicht mit den Tatsachen übereinstimmende Version der Ereignisse an die Presse, ohne dass der Lehrer eine Gelegenheit zur Darstellung aus seiner Sicht gehabt hätte. Daraufhin leitete das franz. Schulministerium ein Disziplinarverfahren gegen den Lehrer ein und suspendierte ihn für vorläufig 4 Monate vom Dienst (ebenfalls ohne ihn vorher angehört zu haben).

Monsieur Isnard bemängelt im Interview mit der Diözese Fréjus-Toulon, dass in den staatlichen Schulen Frankreichs Abtreibung als ein Recht und ein Fortschritt angepriesen wird und einzig der Verein „Planning familiale“ (Abtreibungsbefürworter, die ausserdem das Veil-Gesetz umgehen, indem sie Frauen nach der in Frankreich gesetzlich erlaubten Frist die Reise ins Ausland mit ausgeweiteter Gesetzgebung ermöglichen) zur Aufklärung in die Schulen kommt. Pro-life Organisationen sind nicht zugelassen. Seiner Meinung nach ist das Recht auf freie Meinungsäusserung in Gefahr, er bemerke in Frankreich totalitäre Tendenzen bei bioethischen Themen, das bestehende Veil-Gesetz sei unantastbar und dürfe nicht in Frage gestellt werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse, z. B. dass das ungeborene Kind mit 12 Wochen ein schlagendes Herz hat usw. dürften den Schülern nicht nahebracht werden, die Wahrheit werde auf Geheiss des Staates verdunkelt.

Ursprünglich wollte man ihn nach den 4 Monaten Dienstsperre in aller Stille kündigen, nun schlägt die Sache aber immer grössere Wellen und Monsieur Isnard will auf jeden Fall gerichtlich für sein Recht der freien Meinungsäusserung und die Beibehaltung seiner Arbeitsstelle kämpfen. Wir wünschen ihm viel Erfolg. Wer eine Petition zu seiner Unterstützung unterschreiben möchte, kann das hier tun (danach muss zur Bestätigung in der erhaltenen Mail der zweite Link angeklickt werden).

Meinungsunfreiheit 2

04/09/2010

Wie der Spiegel berichtet, reagiert der Zentralrat der Juden „entsetzt“, weil der EU-Handelskommissar De Gucht in einem Interview gesagt haben soll, es gebe einen „Glauben bei der Mehrzahl der Juden, dass sie Recht haben“ und dass es schwierig sei, gegen diesen Glauben „mit rationalen Argumenten zu kämpfen“. Ausserdem dürfe man, so De Gucht weiter, den Einfluss der jüdischen Lobby in Washington auf die US-Politik nicht unterschätzen: „Es ist die bestorganisierte Lobby dort.“ Nun heisst es natürlich, er sei Antisemit usw.

Karel De Gucht

Karel De Gucht

Ganz naive Frage: was ist an seinen Aussagen so schlimm, dass man das nicht aussprechen darf? De Gucht wird vorgeworfen, er habe die Juden als rechthaberisch bezeichnet. Na und? Ist das eine unsägliche Beleidigung? Davon abgesehen: gibt es irgendwo ein Volk, das nur positive Eigenschaften hat? Kann das, angesichts der Tatsache, dass wir Menschen ALLE fehlerhaft sind und immer wieder sündigen, überhaupt sein? Und ist es nicht so, dass Völker nun mal gewisse Charakteristika aufweisen? Das heisst ja nicht, dass alle Menschen in einen Topf geworfen werden, ausserdem hat er von der „Mehrzahl“ und nicht von allen Juden gesprochen. Es geht gar nicht darum, ob er Recht hat oder nicht, Tatsache ist: eine unliebsame Meinung/ Kritik an den Juden ist von vornherein niemals erlaubt, da hört die Meinungsfreiheit schlichtweg auf.

Der EU-Handelskommissar hat enormen Druck und wohl Angst bekommen und mittlerweile eine Art Entschuldigung verlauten lassen, was als Beleg dafür gewertet werden kann, wie stark diese Lobby tatsächlich ist – nicht nur in den USA.

FAZ-Umfrage zur Sarrazin-Entlassung

03/09/2010

Die FAZ fragt die Leser ihrer Online-Ausgabe, ob die  beantragte Entlassung Thilo Sarrazins aus dem Vorstand der Bundesbank gerechtfertigt sei. Von 13.200 abgegebenen Stimmen (Stand: 03/09/10 – 13.40 Uhr) sagen

9,82 % : Ja, Sarrazin ist für ein öffentliches Amt nicht geeignet und

90,18 % : Nein, in einer Demokratie müssen auch unbequeme Stimmen zugelassen werden.

Wenn das kein klares Ergebnis ist! Nur, wen interessiert die Meinung der Bürger eigentlich noch? Tja, Herr Strahlemann, äh Bundespräsident,  nun lassen Sie sich mal etwas hieb-und stichfestes einfallen, um den undemokratischen Rausschmiss von Herrn Sarrazin zu rechtfertigen…

 

Artikel v. Udo Ulfkotte zur Scheindemokratie

 

Zentralrat is watching you

22/07/2009

Bundesverdienstkreuz für Israelkritikerin – Skandal! Der jüdische Zentralrat zeigt sich wie üblich, empört.

Ob Eva Hermann, Hans-Werner Sinn, oder wiederholt Papst Benedikt: dem wachsamen Hüter der politischen Korrektheit entgeht nicht die geringste Abweichung von der gewünschten Verhaltensnorm.

Wer die Schiene der „immerwährenden Verantwortung für die moralische Katastrophe in der deutschen Geschichte“ (Angela Merkel vor der Knesset 2008) durch eine mehr oder weniger unbedachte Bemerkung verlässt, dem zischt sogleich der giftige Hauch der selbsternannten Sittenwächter entgegen.

Alles jüdische ist sakrosankt, ebenso die Politik des Staates Israel. Die Deutschen hingegen sind auf immer stigmatisiert, nicht einmal frei denken sollen sie, geschweige denn frei sprechen oder handeln.

Die ständige Erwartung einer Entschuldigung, einer Referenz zum Schrecken, der pauschalen Übernahme der Verantwortung, ermüdet ungemein. Zudem fehlt jede Aussicht auf Amnestie. Im Gegenteil: Wir tun alles, um die Erinnerung an die Schuld aufrecht zu erhalten, wir schüren Scham über das Geschehene, denn das wird von uns erwartet.

Ist es also Müdigkeit, die durchschiesst, wenn Horst Köhler der jüdischen Menschenrechtlerin und Israelkritikerin Felicia-Amalia Langer das Bundesverdienstkreuz überreicht?

Oder ist es nicht vielmehr legitim, dass ein Volk, das gelitten, bezahlt und bereut hat, mündig denken und reden und handeln darf?

Der Zentralrat überschreitet jedenfalls zunehmend seinen Zuständigkeitsbereich, indem er sich zu einer Art Überwachungs- und Zensurbehörde aufbläst, die kein kritisches Wort duldet. Seiner Kernaufgabe, der „Förderung der Verständigung und der gegenseitigen Achtung zwischen Juden und Nichtjuden“ trägt er mit diesem Gebaren sicherlich nicht Rechnung: Thema verfehlt.