Posts Tagged ‘Michael Hesemann’

Anderer Meinung? Zensiert!

30/04/2011

Die Seligsprechung von JP II – Top-Thema allenthalben. Auch die Internetseite kath.net besteht zur Zeit fast nur noch aus Artikeln über dieses Ereignis. Dazu kann man stehen, wie man will. Einer dieser Artikel aber, ein Interview mit dem bekannten Autor und Papstbiograf Michael Hesemann, stellt derart verdrehte Fakten dar, dass wir uns herausnahmen, einen Kommentar zu schreiben.

Drei Versuche, drei Kommentare, die weder ausfällig waren noch beleidigend, aber eben eine andere Meinung wiedergaben als die von kath.net und Herrn Hesemann propagierte. Das aber kommt anscheinend gar nicht gut an, die Kommentare wurden kommentarlos nicht veröffentlicht und auch auf unsere Nachfrage, was es denn damit auf sich habe, erhielten wir keine Antwort. Meinungsdiktatur par excellence.

Hier also einer der Kommentare:

Masslos übertrieben

Worte wie „Jahrtausendpapst“, „Sieg über den Kommunismus“. Mehr noch, sie verdrehen auch Tatsachen. Ungeachtet des Hypes um JP II sollte man sich vor Augen halten:

Die Weihe Russlands ist bis heute NICHT gemäss dem Wunsch der Gottesmutter in Fatima erfolgt. 1929 gab sie genaue Anweisungen, wie diese zu vollziehen sei:

„Der Moment ist gekommen, in dem Gott den Heiligen Vater auffordert, es anzuordnen und durchzusetzen, dass vereint mit ihm und zur gleichen Zeit, alle Bischöfe der Welt die Weihe Russlands an Mein Unbefleckte Herz vollziehen, und er verspricht, es wegen dieses Tages des Gebetes und der Wiedergutmachung zu bekehren.“

Weder JP II noch seine Vorgänger und leider bisher auch nicht sein Nachfolger haben diesem Wunsch entsprochen.

Folglich ist es nicht verwunderlich, dass Russland keineswegs bekehrt ist, aus den Nachrichten entnehmen wir fast täglich, wie Gewalt und Korruption das Land fest im Griff haben. 

Ausserdem haben sich mit dem Fall der Mauer die Irrlehren des Kommunismus keineswegs in Luft aufgelöst. Der Wegfall dieser Barriere bot hingegen noch bessere Möglichkeiten, diese Ideologie weltweit in den Köpfen zu verankern, man betrachte nur die aktuelle Debatte über Kinderkrippen, Gender Mainstreaming und das Konstrukt der EU mit seinen Subventionen und Umverteilungen von Reich nach Arm – Kommunismus im modernen politisch-korrekten Gewand! 

Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, Seligsprechung hin oder her. 

„Papst Pius XII rettete Tausende von Juden“

19/11/2010

Das ist erfreulicherweise die Überschrift eines Artikels in der jüdischen Tageszeitung „Haaretz“ auf ihrer Internetseite vom 7. Juli 2010. Sie beruft sich wiederum auf einen Artikel des „Telegraph“ vom Vortag, in dem festgestellt wird, dass neue Nachforschungen durch Dr. Michael Hesemann ergeben haben, dass Papst Pius XII die Ausreise von ca. 200.000 Juden bereits 3 Wochen nach der Reichskristallnacht ermöglicht hat.

Laut Hesemann schrieb der Papst – damals noch Kardinal Eugenio Pacelli und Staatssekretär von Papst Pius XI – am 30. November 1938 einen Brief, in dem er die katholischen Bischöfe auf der ganzen Erde aufforderte, sich dafür einsetzen, dass den Juden, die aus Deutschland fliehen wollen, Visa als „nicht-arische Katholiken“ und „konvertierte Juden“ ausgestellt werden, damit sie unter diesem Vorwand ausreisen können. Kardinal Pacelli konnte diesen Weg wählen, weil das Konkordat mit den Nazis, das er 1933 als Nuntius in Deutschland unterzeichnet hatte, Juden, die zum Christentum konvertiert waren, besonderen Schutz zusicherte.

Links Nuntius Pacelli 1922 in Bayern

Elliot Hershberg, der Vorsitzende der Pave-the-way-Foundation wird ebenfalls in dem Artikel des Daily Telegraph zitiert: „Wir glauben, dass viele Juden, die Europa erfolgreich verlassen haben, nicht wissen, dass sie ihre Visa und Reisedokumente durch die Bemühungen des Vatikan erhalten haben. Alles, was wir bisher gefunden haben, scheint zu bezeugen, dass die bekannte negative Sichtweise bzgl. Pius XII falsch ist.“

Artikel auf Haaretz.com

Artikel im Telegraph

Die schwarze Legende um Pius XII