Posts Tagged ‘mubarak’

abgründe der woche

12/02/2011

+++   kein grund zum jubel (I) : nach dem rücktritt ben alis und jetzt auch mubaraks bahnt sich die revolutionäre energie in nordafrika weiter ihren weg + grosses militäraufgebot in algier, um gegen demonstranten vorzugehen + bürgerkrieg droht   +++ kein grund zum jubel (II) : pulverfass nahost droht hochzugehen + krieg nicht auszuschliessen + zunächst zunahme von flüchtlingsströmen aus nordafrika nach europa   +++   pleitegeier : irland hat vermutlich weiteren bedarf an eu-finanzhilfe + staatlich kontrollierte anglo-irish-bank verzeichnet 17,6 mrd € verlust für 2010 + ratingagenturen werten irland weiter ab   +++ ausspioniert : im anklagefall einer highschool in pennsylvania, die ihre schüler mittels webcams in kostenlos zur verfügung gestellten laptops ausspioniert hatte, bekam jetzt die schule recht + die spyware sei auf den laptops installiert worden, um etwaigen drogenmissbrauch der schüler aufzudecken + somit liege keine strafbare handlung von seiten der schule vor + elternklage gegen die schule wurde abgewiesen   +++   antichristlich : massenversammlung hinduistischer nationalisten vom 10. – 12. februar im indischen madhya pradesh + kirchenvertreter besorgt um sicherheit von christen + madhya pradesh einer von 7 bundesstaaten mit antibekehrungsgesetz + demnach seien alle inder hindus, wendeten sie sich vom hinduismus ab und würden z.b. christen, müssen sie „rückbekehrt“  werden + das wird oft mittels einsatz von gewalt versucht   +++

Google unterstützt die ägyptische Opposition

01/02/2011

Spiegel: „Wie das US-Internetunternehmen in seinem Firmenblog mitteilte, soll es in Ägypten ab sofort möglich sein, per Telefonanruf zu twittern. Die Nachricht muss dabei als Voicemail bei den internationalen Rufnummern +1.650.419.41966 oder +39 06 2.207.294 oder +97.316.199.855 hinterlassen werden. Die Nachrichten werden dann mit dem Schlagwort „egypt“ augenblicklich bei Twitter veröffentlicht. Sie können über dieselbe Nummer empfangen oder über twitter.com/speak2tweet gehört werden.“

Das Unternehmen hoffe „den Menschen in Ägypten in dieser sehr schwierigen Zeit bei ihrer Kommunikation helfen zu können.“

Oh Mann, das ist aber lieb und bestimmt ganz ohne irgendwelche Hintergedanken, vor allem gerade heute, wo zum Marsch auf den Präsidentenpalast aufgerufen ist. Wir glauben auch gar nicht, dass google sich da vorher bei der amerikanischen Regierung den Segen dafür geholt hat, bzw vielleicht sogar in deren Auftrag…? Man mag ja von dem Mubarak halten was man will, aber wenn der weg vom Fenster ist, geht’s da unten wahrscheinlich wirklich rund. Momentan hat die Opposition ein gemeinsames Ziel und Islamisten und Demokraten ziehen an einem Strang, aber bald schlagen die sich doch gegenseitig die Köpfe ein und wenn die Muslimbrüderschaft da erst mal das Ruder übernimmt, dann gute Nacht. Das wird Auswirkungen auf den ganzen Nahen Osten und weiter haben, dann ist es auch aus mit dem ‚Frieden‘ an der ägyptisch-israelischen Grenze, die Palästinenser im Gazastreifen sind voller Hoffnung, dass sich bei ihnen auch etwas bewegt usw, puh…

abgründe der woche

29/01/2011

+++ unruhewelle: proteste gegen mubarak versetzen ägypten in ausnahmezustand + seit donnerstag abend landesweit internet und handyverbindungen gekappt, um zu verhindern, dass sich demonstranten organisieren + polizei hat schiessbefehl, militär seit freitag eingeschritten + landesweit hunderte demonstranten verhaftet, während der unruhen am freitag ca. tausend verletzte u. 80 tote + mubarak entlässt regierung + kopten rufen dazu auf, sich nicht an den demonstrationen zu beteiligen, da herrschaft der oppositionellen muslimbruderschaft verschlechterung der lage der christen bedeuten würde  +++ beunruhigend: aktuelle studie der britischen consulting-firma control risks bestätigt weltweit verschlechterte sicherheitslage + insgesamt 173 länder untersucht + als riskant gelten neben afghanistan pakistan und somalia zahlreiche weitere afrikanische länder, mexiko und mittelamerika + als am sichersten gilt die region westeuropa mit ländern wie der schweiz, luxemburg, den skandinavischen staaten sowie portugal +++ mit offenen armen: deutschland wirbt derzeit im eu-ausland arbeitslose migrationswillige an + u.a. will man arbeitslose fachkräfte aus spanien, ab mai auch aus polen ins land holen, da deutschland angeblich sonst seines dauerhaften wirtschaftsaufschwunges nicht herr werden würde – trotz millionen einheimischer hartz iv-empfänger +++ verzweifelt: weit über 100.000 inder begingen 2009 selbstmord + kein ende des trends in sicht + über 10% sind farmer, die nach missernten keinen anderen ausweg sehen als die verzweiflungstat + die indische gesellschaft, bekannt für ihr traditionelles undurchlässiges kastensystem, ist ebenso gnadenlos in ihrem materialistischen anspruch + misserfolge gelten als nicht akzeptabel + menschen, die es nicht zu wohlstand bringen oder scheitern im leben, werden als wertlos betrachtet +++ bald ausgesummt?: bienensterben in europa und amerika hält seit jahren unverändert an + 2010 verendeten über 15% der bienenvölker in europa + 85% der erträge im pflanzen- und obstbau hängen von der bestäubung durch bienen ab + ursachen weiter ungeklärt +++ verquer: norddeutscher evangelischer pfarrer und vater von sieben kindern aus zwei ehen will eine frau werden + seine transsexualität habe sich im zuge jahrelanger identitätsfindung herausgestellt +++

Obama zu Unruhen in Ägypten

28/01/2011

Der Spiegel schreibt: Die Proteste zeigen nach Obamas Worten „aufgestaute Frustrationen“ über die Lage der ägyptischen Gesellschaft. Es sei von grundlegender Bedeutung, dass Menschen in jedem Land frei seien, „ihre legitimen Beschwerden zum Ausdruck zu bringen“.

Das sind mal wieder hehre Worte aus dem Mund des Präsidentenschauspielers, aber ich bezweifle, dass er sich an sie erinnert, wenn sich die „aufgestauten Frustrationen“ der US-Bürger Bahn brechen. Im Gegensatz zu Ägypten sind die USA allerdings viel besser auf Proteste und Ausschreitungen vorbereitet: man liest immer wieder, dass in den letzten Jahren sog. Fema-Camps im ganzen Land errichtet wurden, ob da etwas dran ist? Die FEMA (Federal Emergency Management Agency) = amerikanische Katastrophenschutzbehörde, untersteht dem Heimatschutzministerium (United States Department of Homeland Security), das nach dem Anschlag aufs World-Trade-Center gegründet wurde. Es hat 200.000 Mitarbeiter (drittgrösstes Ministerium).


Im Mai 2007 unterzeichnete George Bush die Homeland-Direktive, die den US-Präsidenten im Fall einer nationalen Katastrophe, eines Notfalls oder eines Angriffes mit der Koordination der Exekutive, Legislative und Judikative, also zur alleinigen Führung der gesamten Regierung bevollmächtigt. Mit anderen Worten, im Falle eines wie auch immer gearteten Notfalles besitzt der amerikanische Präsident uneingeschränkte Macht und mit dem Heimatschutzministerium ein machtvolles Instrument, um dieselbe auszuüben.

Was uns hier in Europa erwartet, ist ungewiss. Der nordafrikanische Unzufriedenheitsfunke könnte Proteste in Ländern wie Frankreich und Italien, die grosses revolutionäres Potential bergen, entzünden und sich weiter ausbreiten, denn auch bei uns „stauen sich die Frustrationen“.