Posts Tagged ‘Muslime’

Der Ton macht die Musik

12/05/2011

In Ägypten geht es weiter rund, vor allem für koptische Christen hat sich die Lage seit den revolutionären Umwälzungen im Land verschärft. Christenverfolgung zählt ja für gewöhnlich nicht zu den Top-Themen im konventionellen Nachrichtenstream. Vergangenes Wochenende aber hatten sich Meldungen über gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen ägyptischen Kopten und Moslems auf sämtliche Kanäle verirrt, BBC, CNN, Tagesschau waren voll davon.

Weit gefehlt, jetzt zu denken, dass dieser besorgniserregende Tatbestand, der leider in allzu vielen muslimischen Ländern zur Tagesordnung gehört, endlich einmal, wenn auch kurzzeitig, in den Fokus der Weltöffentlichkeit gerückt wurde. Diese Berichte dienten vor allem dazu, ein einseitiges und augenscheinlich verzerrtes Bild der Realität in den Köpfen der Zuschauer und Leser zu generieren. Die Reportagen, ob in ihrer Wortwahl oder mittels Videosequenzen, warfen nicht nur sämtliche Beteiligten undifferenziert in einen Topf, nein, durch bewusstes Erwähnen der Christen vor den Moslems in Schlagzeilen und sonstigen Sätzen, wurde ersteren unterschwellig die Initiative zur Gewalt in die Schuhe geschoben.

Hintergrund: aufgebrachte Muslime stürmten eine Kirche, da sie darin eine vom Christentum zum Islam konvertierte Frau in christlicher Geiselhaft vermuteten. Die Frau stellte später öffentlich klar, dass sie nach wie vor Christin sei. Traurige Bilanz: Steine und Brandsätze flogen, setzten die Kirchenfassade und angrenzende Wohnhäuser in Brand, eine weitere nahegelegene Kirche brannte ab. Über 200 Verletzte, mindestens 12 Tote.

Gut möglich, dass die aufgeheizte gewalttätige Stimmung von der einen Gruppe auf die andere übergeschlagen ist. Dennoch eilt den üblichen Initialzündern religiös motivierter Gewalt ein Ruf voraus, dem sie gewöhnlich alle Ehre machen. Nun also reime sich jeder selbst zusammen, was sich zugetragen hat.  

Anderer Blickwinkel aufs Thema

Sie sind Katholik, Herr Bundespräsident?

30/06/2010

Gestatten: Dr. Christian Wulff, frischgewählter Bundespräsident, Katholik. Geschieden, in zweiter Ehe verheiratet. Zwei Kinder mit zwei Frauen. Patchwork- Familienvater. Religiös tolerant, er beruft die erste türkischstämmige muslimische Ministerin Deutschlands in sein niedersächsisches Kabinett.

Sozialministerin Özkan, die noch vor ihrer Vereidigung mit der Forderung nach Abschaffung der Kruzifixe in Schulen Akzente setzt. In einem Beschwichtigungsschreiben an besorgte Bürger lobt Wulff Özkan als „ideale Brückenbauerin … zwischen Christen und unseren muslimischen Mitbürgern“. Das Kreuz sei für sie „Symbol der Toleranz des christlichen Glaubens gegenüber anderen Religionen“.

Gegenüber Bild am Sonntag kritisiert Wulff kürzlich den Zölibat als zu hohe Anforderung des Priesteramtes und fordert intensiveren Diskurs über die Zulassung von Frauen für kirchliche Ämter.

Der Bundespräsident, ein Katholik? Gut für Deutschland! Wenn er denn die Lehre der Kirche beherzigen würde. Herr Wulff hingegen demonstriert einen Katholizismus eigener Definition, der sich kaum vom weltlichen Zeitgeist aus religiöser Indifferenz und selbstgedrucktem Moralkatalog unterscheidet. Wir empfehlen dem Bundespräsidenten dringend einen Glaubenskurs, das tägliche Rosenkranzgebet, und Lektüre der Bücher Maria Valtortas!

“So wahr mir Gott helfe”

28/04/2010

Mit diesen Worten wurde Aygül Özkan gestern zur niedersächsischen Ministerin vereidigt. Katholische Kirchenvertreter und Vertreter evangelischer Bekenntnisse  reagierten irritiert darauf, dass sie die Zusatzformel bei ihrer Vereidigung gesprochen hatte.

Welchen Gott nämlich meint Frau Özkan? Das Ministerium lässt dazu verlauten, sie habe sich bei der Vereidigung “ausdrücklich auf den einen und einzigen Gott“ berufen, der Juden, Christen und Muslimen gemeinsam sei. Der eine gemeinsame Gott – eine falsche Behauptung, die in die Irre leiten will, von Befürwortern eines multireligiösen Relativismus verbreitet und befeuert.

Özkans vorangegangene Forderung, Kreuze in Schulen abzuschaffen, verdeutlicht hingegen die Diskrepanz  im Gottesverständnis von Muslimen und Christen, die auch bei Frau Özkan tief verankert ist. Das Kreuz ist das Herzstück des christlichen Glaubens, im Kreuz ist alle Glaubenswahrheit zu finden. Jesus Christus ist der hingeopferte und auferstandene Gottessohn – doch weder Muslime noch Juden erkennen ihn als solchen an.


Ulrich Lota, der Sprecher des Bistums Essen, stellt klar, dass der Gott des Christentums und der des Islam “theologisch nicht gleichzusetzen” seien. Zwar sei “Allah” das arabische Wort für Gott, jedoch ergänzten etwa syrische Christen im Gebet “Vater unseres Herrn Jesus Christus”, um eine klare Grenze zum islamischen “Allah” zu ziehen.

Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. (Joh 14,6). Diese Worten machen unmissverständlich klar, dass, wer Gott finden will, an seinem Sohn nicht vorbeikommt. Weiter sagt Jesus: Ich und der Vater sind eins. (Joh 10,30) Der eine, allmächtige Gott ist gleichzusetzen mit Jesus Christus, seinem einzigen Sohn. Es kann also nicht sein, dass andere Religionen Christus verleugnen, aber den “einen” Gott anbeten, wie soll das gehen?

Frau Özkan ist in der CDU, da sie sich mit deren Werten identifizieren könne. Anscheinend hat sie sich aber keine Gedanken über das christliche Fundament gemacht, das diesen Werten zugrunde liegt. Seltsam auch die Naivität der CDU, die erst als christliche Partei blauäugig Muslime aufnimmt und deren Karriere nach Kräften fördert, um sich dann zu empören, dass die muslimische Ministeranwärterin Kreuze abschaffen will. So groß kann die Empörung außerdem nicht gewesen sein, da für die CDU nach Özkans Entschuldigung und ihrer braven Rezitation der Vereidigungsformel alles wieder im Lot ist.

Vielleicht wäre Deutschlands umjubelte erste “Migranten-Ministerin” besser in einer atheistisch gefärbten Partei aufgehoben. Ein Angebot vom Berliner SPD-Bürgermeister Wowereit hat sie schon, von uns aus darf sie es gerne wahrnehmen.

FIFA, Fussball und Gebet

10/07/2009

Der Anlass ist nicht mehr taufrisch, das Thema bleibt brandaktuell.
Johannesburg, 28. Juni 2009: Die brasilianische Nationalmannschaft siegt beim Confederations Cup, dankt für ihren Erfolg mit einem kollektiven Gebet auf dem Rasen, und wird von der FIFA deswegen offiziell ermahnt. Zehn Tage zuvor hatte die ägyptische Nationalmannschaft nach ihrem Sieg gegen Italien kollektiv in Richtung Mekka gebetet (
tagesanzeiger.ch) – ohne Ermahnung des Fußballbundes. Das italienische „Il Giornale“ titelt daraufhin am 4. Juli empört: „Beten verboten (nur für Christen)“ und unterstellt Diskriminierung.

Die FIFA begründet ihre Entscheidung damit, dass seit 2007 die Ausrüstung der Spieler „keinerlei politische, religiöse oder persönliche Bekundungen oder Symbole“ enthalten darf. Einige der brasilianischen Spieler lassen sich von dieser Regelung nicht beeindrucken, sie tragen weisse T-Shirts mit christlichem Bekenntnis während des Gebetes, zu sehen auf 20min.ch.

Die Sachlage scheint eindeutig: Klarer Verstoß der brasilianischen Mannschaft gegen die FIFA-Regelung. Zudem fühlte sich Weltmeister Italien vielleicht in seiner Ehre gekränkt durch den Sieg der Ägypter, und deren Gebet auf dem Fußballfeld mag Erinnerungen geweckt haben an beunruhigende Szenen einer muslimischen Kundgebung Anfang Januar in Mailand, als der Domplatz zeitweilig von hunderten nach Mekka gewandten Betern blockiert war (es titelte wiederum „Il Giornale“, siehe kath.net).

Nur: die Brasilianer stehen zu ihrem Glauben und verstecken ihn nicht in der Öffentlichkeit, selbst wenn sie damit Gefahr laufen, gegen -menschliche- Regeln zu verstoßen, oder Andersgläubige zu konfrontieren. Die FIFA hingegen, die angeblich so sehr auf Neutralität bedacht ist, widerspricht Art. 3 ihrer eigenen Statuten und verhält sich diskriminierend gegenüber Christen.