Posts Tagged ‘Palästina’

Gebet des Papstes, am Pfingstfest heute

08/06/2014

für das Heilige Land während des Treffens von Abbas und Peres im Vatikan:

Herr, Gott des Friedens, erhöre unser Flehen!

Viele Male und über viele Jahre hin haben wir versucht, unsere Konflikte mit unseren Kräften und auch mit unseren Waffen zu lösen; so viele Momente der Feindseligkeit und der Dunkelheit; so viel vergossenes Blut; so viele zerbrochene Leben; so viele begrabene Hoffnungen… Doch unsere Anstrengungen waren vergeblich. Nun, Herr, hilf Du uns! Schenke Du uns den Frieden, lehre Du uns den Frieden, führe Du uns zum Frieden! Öffne unsere Augen und unsere Herzen, und gib uns den Mut zu sagen: „Nie wieder Krieg!“; „Mit dem Krieg ist alles zerstört!“ Flöße uns den Mut ein, konkrete Taten zu vollbringen, um den Frieden aufzubauen.

Herr, Gott Abrahams und der Propheten, Du Gott der Liebe, der Du uns erschaffen hast und uns rufst, als Brüder zu leben, schenke uns die Kraft, jeden Tag Baumeister des Friedens zu sein; schenke uns die Fähigkeit, alle Mitmenschen, denen wir auf unserem Weg begegnen, mit wohlwollenden Augen zu sehen. Mach uns bereit, auf den Notschrei unserer Bürger zu hören, die uns bitten, unsere Waffen in Werkzeuge des Friedens zu verwandeln, unsere Ängste in Vertrauen und unsere Spannungen in Vergebung. Halte in uns die Flamme der Hoffnung am Brennen, damit wir mit geduldiger Ausdauer Entscheidungen für den Dialog und die Versöhnung treffen, damit endlich der Friede siege. Und mögen diese Worte – Spaltung, Hass, Krieg – aus dem Herzen jedes Menschen verbannt werden! Herr, entwaffne die Zunge und die Hände, erneuere Herzen und Geist, damit das Wort, das uns einander begegnen lässt, immer „Bruder“ laute und unser Leben seinen Ausdruck finde in „Shalom, Frieden, Salam“! Amen.

Holy Land

 

Hier geht’s zur deutschen Version der Seite des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem

Jerusalmer Patriarch protestiert gegen Hauszerstörung

14/11/2013

Eine Mitteilung des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem (aber hierzulande interessiert sich die Presse ja lieber ausführlichst dafür, welche Flugklasse ein Bischof geflogen ist – verkehrte Welt!)

abgründe der woche

05/11/2011

+++   weltregierung ante portas : g20-gipfel in cannes beschliesst, dass iwf künftig die kontrolle über die finanzen von eu-pleiteländern übernimmt + iwf soll etwa den vollzug der sparpläne italiens kontrollieren und dem euro-rettungsfonds gelder geben + mitbestimmung von ländern wie china und den usa in europa damit weg geebnet   +++   eudssr : griechenlands premier papandreou zieht pläne für volksabstimmung über den verbleib des landes in der eurozone zurück + referendum nicht mit den anderen eu-ländern abgestimmt + harsche kritik und hoher druck von seiten der eu + deutschland und frankreich setzten vorübergehend hilfszahlungen an griechenland aus   +++   aus dem auge, aus dem sinn ? : lage im havarierten kernkraftwerk fukushima bleibt kritisch + unkontrollierte kernspaltung in reaktor 2 befürchtet + in fukushima hatte es bereits in 3 reaktoren kernschmelzen gegeben + stilllegung des akw wird laut experten mindestens 30 jahre dauern + internationale atomenergiebehörde (iaea) rechnet trotz des unglücks in japan mit zahlreichem neubau von atomkraftwerken weltweit   +++   zündstoff (I) : scharfe kritik an unesco wegen aufnahme palästinas + unesco erste un-organisation, die palästina als staat anerkennt + usa, kanada und israel setzen freiwillige zahlungen an die organisation aus + israel beschliesst ausserdem als reaktion auf unesco-aufnahme den siedlungsbau im besetzten palästinensischen ost-jerusalem + bau von 2000 neuen häusern geplant   +++   drohgebärden : in erwartung eines berichts der atomenergiebehörde iaea über irans atomprogramm diskutiert israels premier netanyahu laut „haaretz“ derzeit mit seinem kabinett einen militärschlag gegen iranische atomanlagen + noch fehlt ihm die notwendige mehrheit + israelische militärspitze und geheimdienst gegen solchen angriff + iran in habachtstellung +++ zündstoff (II) : brandanschlag auf redaktionsbüros des französischen satireblatts „charlie hebdo“ + die zeitschrift hatte zuvor am gleichen tag eine sonderausgabe über die islamistischen wahlgewinner in tunesien herausgegeben + webseite gehackt + redakteure unter polizeischutz   +++ 

abgründe der woche

21/05/2011

+++   ausgeblendet : im kernkraftwerk fukushima ereignete sich bereits kurz nach dem fatalen erdbeben eine kernschmelze in reaktor 1 + weitere kernschmelzen nicht auszuschliessen + lage im kraftwerk nach wie vor ausser kontrolle + berichterstattung über fukushima inzwischen fast völlig versiegt + derweil nimmt die schweizer armee den wehrpflichtigen, die an der jährlichen militärübung teilnehmen, die geigerzähler ab + erhöhte radioaktivitätswerte in europa ?   +++ frustriert : nach den arabischen ländern scheinen revolutionäre umbrüche auch in südeuropa in reichweite + in spanien gehen täglich zehntausende überwiegend junge menschen auf die strasse + griechischer präsident erwägt militäreinsatz gegen gewalttätige demonstranten + proteste gegen massenarbeitslosigkeit und sparmassnahmen der regierung   +++  eigensinnig : israel genehmigt bau von 1520 neuen siedlungsgebäuden in ost-jerusalem + widerspruch zu barack obamas nahost-rede am donnerstag, worin er zu erneuten friedensverhandlungen aufrief und einen palästinensischen staat innerhalb der grenzen von 1967 guthiess + benjamin netanyahu lehnt eine solche grenzziehung vehement ab + ost-jerusalem würde in diesem fall zu palästina gehören   +++   tabubruch : skandal-regisseur lars von trier vom cannes-filmfestival suspendiert + in interview hatte sich von trier positiv über albert speers künstlerische leistungen geäussert und mit sichtlichem vergnügen nachgelegt, dass er selbst ein nazi sei    +++ rätselhaftes bienensterben : schweizer forscher daniel favre experimentiert mit mobilfunkstrahlen nahe eines bienenstocks + bei aktiver funkverbindung zwischen handys stieg der lärmpegel im bienenstock stark an + mobilfunkstrahlung beeinflusst ausserdem das schwarmverhalten und das wachstum der königin +++   ausspioniert (I) : wikileaks‘ julian assange nennt facebook in einem aktuellen interview mit russia today „das beängstigendste spionageinstrument, das jemals erfunden wurde“ + us-geheimdienste hätten dank facebook zugriff auf die „weltweit umfassendste datenbank über menschen und ihre beziehungen, ihre namen, ihre adressen und ihre wohnsitze und über die kommunikation untereinander, ihre verwandten“ + assange warnt, dass jedem klar sein müsse, „dass er, wenn er seine freunde seinem facebook-konto hinzufügt, damit praktisch unentgeltlich für amerikanische nachrichtendienste arbeitet, indem er diese daten für sie vorbereitet“   +++   ausspioniert (II) : 13-jähriger us-schüler nach facebook-eintrag über mögliche racheaktion von al-quaida auf barack obama von geheimdienstbeamten verhört + eintrag stelle bedrohung für präsidenten dar   +++   misstrauisch : künftiger katholischer hauskaplan des us-repräsentantenhauses betet nach eigenen angaben „nie im namen jesu“, es sei denn, er täte „etwas katholisches“, wie etwa das lesen der messe + im heutigen tagesevangelium sagt jesus zu philippus: „alles, um was ihr in meinem namen bittet, werde ich tun, damit der vater im sohn verherrlicht wird. wenn ihr mich um etwas in meinem namen bittet, werde ich es tun.“   +++

abgründe der woche

19/03/2011

+++   prekär (I) : während im japanischen erdbebengebiet die menschen zusätzlich durch den erneuten wintereinbruch an der kälte leiden, gelingt es im kernkraftwerk fukushima weiterhin nicht, die überhitzten brennelemente zu kühlen + radioaktiv verseuchte lebensmittel in der region festgestellt + ausländer verlassen japan scharenweise + japanische regierung zeigt sich noch immer stoisch und spielt tragweite des unfalls herunter +++ prekär (II) : alle welt schaut auf japan, während sich in libyen die lage ebenfalls zuspitzt + un-resolution beschliesst flugverbotszone über libyen + frankreich bereit für militärschlag gegen gaddafi-regime + gaddafi reagiert mit versprechen auf waffenstillstand + greift aber offenbar trotzdem weiter rebellen an, auch mit kampfflugzeugen   +++   verzweiflungstat: in irland steigt die selbstmordrate im zuge der wirtschaftskrise dramatisch an, um fast 25 % gegenüber vorjahren + viele iren sind noch aus den erfolgreichen „celtic tiger“-zeiten hoch verschuldet und können nun wegen arbeitsverlust ihre raten nicht mehr zahlen + 10 suizide pro woche + auch zeichen von rückgang des katholischen glaubens auf der insel   +++   aug um auge, zahn um zahn : als reaktion auf einen mordanschlag auf jüdische siedler gibt israelische regierung grünes licht für bau hunderter neuer häuserblocks in besetzten gebieten in der west bank + usa zeigen sich besorgt um friedensprozess   +++   verdächtig : wegen blasphemie inhaftierter christ in pakistan stirbt unvermittelt angeblich an herzinfarkt + christliche menschenrechtsaktivisten fordern klärung der todesumstände + familie des toten berichtet von wiederholten angriffen auf ihn durch mithäftlinge und gefängnispersonal   +++

abgründe der woche

18/12/2010

+++   global warming ? : während des klimagipfels im mexikanischen cancun wurde die kälteste nacht gemessen seit beginn der wetteraufzeichnungen + auch in europa war die erste dezemberwoche die kälteste seit der ersten aufzeichnung 1772 +++  eudssr : euro-währungskrise ruft staatsinterventionismus auf den plan + merkel inzwischen angetan von nationsübergreifender „wirtschaftsregierung“ der eu + ständiger euro-rettungsschirm erster schritt in diese richtung   +++  krawalle (I) : die teils gewalttätigen proteste in london in den vergangenen wochen waren keineswegs bloss aufmärsche empörter britischer studenten + per facebook und twitter wurde ein internationaler mob von aktivisten (anarchisten, trotzkisten, klimaschützern) neben lokalen strassen-gangs zusammengerufen, um gezielt unruhe zu stiften + bis zu 30 militante gruppen nutzten die unmut über erhöhte studiengebühren für ihre zwecke +++   krawalle (II) : in moskau eskaliert nach einem fussballspiel die gewalt zwischen ultra-nationalisten und kaukasischen einwanderern + 1300 menschen verhaftet + ausgangssperre über die stadt verhängt + polizeipatrouillen allerorten   +++   krawalle (III) : erneut gewalttätige ausschreitungen in athen + bürgerkriegsartige zustände + attacken gegen polizei und politiker + generalstreiks über mehrere tage, wegen sparmassnahmen der regierung, z.b. kürzung von gehältern und sozialleistungen  +++ zensiert (I) : facebook sperrt seiten von wikileaks-sympathisanten + es sei gegen die nutzungsbedingungen verstossen worden +++ zensiert (II) : us-luftwaffe sperrt mitarbeitern den zugriff auf zeitungs-webseiten, die dokumente von wikileaks veröffentlicht hatten + u.a. guardian, new york times   +++   big brother : neues tool bei facebook ermöglicht automatische gesichtserkennung bei fotos + zunächst in den usa eingesetzt + kritiker besorgt, da sich damit auch unbekannte identifizieren lassen + tool könne jederzeit vom nutzer deaktiviert werden   +++   erpressung durch vater staat : ungarn hebt freie wahl der pensionskasse auf, um marode staatskassen zu füllen + bürger müssen entweder ihr pensionsvermögen der „2. säule“ aus privaten fonds in die staatliche kasse transferieren, oder aber sie verlieren anspruch auf staatliche rente aus der „1. säule“   +++   europäer in not : portugal zahlt kein kindergeld mehr + spanien streicht sozialhilfe   +++   amerikaner in not : in den usa steigt anzahl der bezugsnehmer von lebensmittelmarken stetig an + im september knapp 43 mio amerikaner, die diese hilfe in anspruch nehmen + gegenüber vorjahr ein anstieg von 6 mio menschen + kosten des regierungsprogramms zuletzt bei 5,7 mrd dollar +++   israel manövriert sich ins diplomatische abseits : rabbiner weltweit unterzeichnen petition gegen jüngste verordnung, wonach juden die vermietung oder der verkauf von wohnraum an nicht-juden verboten ist + baustopp gegen jüdischen siedlungsbau in palästinensergebieten nicht verlängert, usa bricht daraufhin friedensverhandlungen ab + argentinien, brasilien und uruguay erkennen palästinensischen staat an, eu-aussenminister äussern sich ebenfalls positiv bzgl palästinenserstaat   +++   grüner einheitsbrei : die grünen fordern gleichstellung des christentums mit dem islam + „islamische organisationen teil der deutschen zivilgesellschaft“ + „christlich-abendländische kultur als solche existiere nicht“, sie sei ein kontrukt, „um andere gruppen auszuschliessen“ + chef der grünen özdemir ist muslim    +++

Internationale Hilfsflotille trifft demnächst in Gaza ein

28/05/2010

Weitgehend unbeachtet von den Mainsteam-Medien wird die internationale Hilfsflotille „Free Gaza“, bestehend aus 6 Schiffen und beladen mit mehreren Tonnen Bau-, Schul- und medizinischem Material am kommenden Wochenende an der palästinensischen Küste eintreffen. Es sind rund 750 freiwillige Helfer aus insgesamt 50 Nationen an Bord, darunter 35 europäische Abgeordnete, frühere amerikanische Diplomaten und Friedensnobelpreisträger.

Das israelische Sicherheitskabinett hat angekündigt, die Schiffe auf offener See abzufangen und die Ladung zu beschlagnahmen, sollte tatsächlich versucht werden, am Gazastreifen zu landen. Laut Al Jazeera sollen die sich an Bord befindlichen Israelis festgenommen, Palästinenser vom Geheimdienst verhört und Ausländer ausgewiesen werden. Journalisten wurde anscheinend im Hafen von Ashdod bereits ein Gefängnis gezeigt, dass auf die Festnahmen vorbereitet wird. Die Ladung werde angeblich nach einer gründlichen Überprüfung an die UN-Mission im Gazastreifen übergeben, wenn sich darin keine „verbotenen Materialien“ (wie z.B. die zwei Tonnen geladener Zement) befänden.

Palästina: Kirchenführer rufen um Hilfe

04/05/2010

16  führende palästinensische Christen – darunter der frühere lateinische Patriarch Sabbah – haben im Dezember 2009 eine Schrift zu ihrer Lage veröffentlicht, sie heisst  „Ein Moment der Wahrheit: Ein Wort des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, das aus dem Herzen des palästinensischen Leidens kommt“.

Nach der Beschreibung ihrer aktuellen Situation rufen sie zu internationalen Boykottmassnahmen gegen Israel und zum friedlichen Widerstand gegen die Besetzung der palästinensischen Gebiete auf: „Widerstand ist für Christen ein Recht und eine Pflicht, doch das Grundprinzip des Widerstandes ist die Liebe. “ Es wird ausdrücklich betont, dass der Widerstand nicht den Tod bringen darf. Weiterhin wird jede Theologie, „die die Besetzung rechtfertigt und dabei vorgibt, sich auf die Bibel oder auf den Glauben oder die Geschichte zu stützen“ verworfen.

Nachfolgend ein Auszug aus der Schrift, der vollständige Text kann HIER nachgelesen werden:

1.1 „Sie sagen ‚Frieden! Frieden!‘ und es gibt keinen Frieden“ (Jr 6,14). Tatsächlich sprechen alle von Frieden und vom Friedensprozess im Mittleren Orient, doch das sind bis jetzt nichts als Worte. Die Realität ist die israelische Besatzung des palästinensischen Territoriums, die Einschränkung unserer Freiheit und alles, was dies mit sich bringt:

1.1.1 Die Trennungsmauer, die auf palästinensischem Land gebaut worden ist, hat von diesem einen grossen Teil konfisziert, unsere Städte und Dörfer in Gefängnisse verwandelt und daraus getrennte und verstreute Gebiete gemacht. Gaza lebt nach dem grausamen, durch Israel im Dezember 2008 und Januar 2009 ausgelösten Krieg weiterhin unter unmenschlichen Bedingungen, unter permanentem Embargo und bleibt geographisch vom restlichen palästinensischen Territorium isoliert.

1.1.2 Die israelischen Siedlungen, die uns im Namen Gottes oder der Macht unserer Erde berauben, kontrollieren die Bodenschätze, vor allem das Wasser und die landwirtschaftlichen Böden, die sie Hundertausenden von Palästinensern vorenthalten. Diese Siedlungen sind heute ein Hindernis für jede Art von politischer Lösung.

1.1.3 Die Demütigung, der wir täglich an den militärischen Kontrollpunkten ausgesetzt sind, um uns zu unserer Arbeitsstelle, in unsere Schulen oder unsere Krankenhäuser zu begeben.

1.1.4 Die Trennung der Mitglieder einer Familie, die ein Familienleben für Tausende von Palästinensern unmöglich macht sobald einer der Eheleute nicht im Besitz eines israelischen Ausweises ist.

1.1.5 Die religiöse Freiheit selbst, d.h. der freie Zugang zu den heiligen Orten wird unter dem Vorwand der Sicherheit eingeschränkt. Die heiligen Orte in Jerusalem sind für eine grosse Zahl der Christen und Moslems des Westjordanlandes und aus Gaza nicht zugänglich. Die Bürger Jerusalems können ihre heiligen Orte nur an bestimmten Feiertagen aufsuchen und einige unserer arabischen Priester können nur unter grossen Schwierigkeiten nach Jerusalem.

1.1.6 Die Flüchtlinge sind Teil unserer Realität. Die meisten von ihnen leben immer  noch in Lagern mit inakzeptablen Bedingungen für Menschen. Sie haben das Recht auf Rückkehr und erwarten diese Rückkehr seit Generationen. Was wird ihr Schicksal sein?

1.1.7 Tausende von Menschen, die in israelischen Gefängnissen festgehalten werden sind auch Teil unserer Realität. Die Israelis setzen Himmel und Erde für einen einzigen Gefangenen in Bewegung, aber wann werden die Tausenden von palästinensischen Gefangenen, die in den israelischen Gefängnissen dahinvegitieren, die Freiheit sehen?

1.1.8 Jerusalem ist das Herz unserer Realität. Es ist gleichzeitig Symbol des Friedens und Zeichen des Konfliktes. Seitdem die „Mauer“ eine Trennung zwischen den palästinensischen Vierteln der Stadt gezogen hat, hören die israelischen Behörden nicht auf, palästinensische, christliche und muslimische Bewohnern zu vertreiben. Man konfisziert ihre Ausweise, d.h. ihr Recht, in Jerusalem zu wohnen. Ihre Häuser werden abgerissen oder beschlagnahmt. Jerusalem, die Stadt der Versöhnung, ist eine Stadt der Diskriminierung und des Ausschlusses, eine Quelle des Konfliktes anstelle einer Quelle des Friedens geworden.

1.2 Ausserdem verhöhnt Israel das internationale Recht und die internationalen Resolutionen zusammen mit der Unfähigkeit der arabischen Welt und der internationalen Gemeinschaft gegenüber dieser Verachtung. Die Menschenrechte werden verletzt. Trotz vielfacher Berichte lokaler und internationaler Menschenrechtsorganisationen geht die Unterdrückung weiter.

Bericht des Eusebius v. Cäsarea (* um 260 † um 340 n. Chr.)

09/09/2009

Im Verlauf des zweiten Jahres entbrannte der Kampf gegen uns noch furchtbarer.

Zu der Zeit, da Urbanus Statthalter der Provinz war, erging nämlich zum ersten Male ein Schreiben der Kaiser, das den allgemein verpflichtenden Befehl enthielt: allenthalben haben alle Einwohner den Götterbildern Opfer und Trankspenden zu entrichten.

Damals legte Timotheus in Gaza, einer Stadt in Palästina, durch seine Ausdauer in allen Leiden eine glänzende Probe von der Echtheit seines Glaubens an Gott ab und erlangte die Krone der Sieger in den heiligen Kämpfen für die Religion: nach zahllosen Folterqualen, die er erdulden mußte, wurde er einem kleinen und langsam brennenden Feuer übergeben. Gleichzeitig mit ihm bewährten auch Agapius und unsere Zeitgenossin Thekla edelste Standhaftigkeit: sie wurden verurteilt, den wilden Tieren zum Fraße vorgeworfen zu werden.

Doch wen hätte nicht Staunen erfaßt, wenn er mit ansah, was weiter geschah, wen hätte es nicht bis in die Seele hinein ergriffen, wenn er auch nur davon gehört? Als nämlich die Heiden ein Volksfest und die dabei üblichen Schauspiele feierten, sprach man vielfach davon, daß außer denen, die sonst schon vor ihnen zu kämpfen hatten, auch die jüngst zu den wilden Tieren Verurteilten zum Kampf erscheinen würden. Als das Gerücht hiervon sich immer weiter verbreitete und mehr und mehr zu allen drang, banden sich sechs Jünglinge, um ihre völlige Bereitwilligkeit zum Martyrium auszudrücken, selbst die Hände, traten in raschem Schritte vor Urbanus, der eben zur Tierhetze gehen wollte und bekannten sich vor ihm als Christen.

Ihr Aufnehmen eines Kampfes mit allen Schrecknissen zeigte es, daß diejenigen, welche sich des Glaubens an den Gott des Alls rühmen dürfen, auch vor den Angriffen von wilden Tieren kein Bangen empfinden. Der eine von ihnen hieß Timolaus und stammte aus dem Pontus, der zweite, aus Tripolis in Phönizien gebürtig, nannte sich Dionysius, der dritte von ihnen, mit Namen Romulus, war Subdiakon der Kirche in Diospolis; dazu kamen zwei Ägypter, Paesis und Alexander, und ein mit dem letzteren gleichnamiger Alexander von Gaza.

Nicht gering war das Erstaunen, in das sie den Statthalter und seine Umgebung versetzten. Sofort wurden sie in das Gefängnis gebracht. Nachdem wenige Tage später ihnen zwei andere zugesellt worden waren — der eine, ebenfalls mit Namen Agapius, hatte schon vor ihnen ob seines wiederholten früheren Bekenntnisses schreckliche und mannigfache Foltern zu überstehen gehabt, der andere, der auch den Namen Dionysius trug, hatte ihnen das zum Lebensunterhalt Nötige gebracht —, wurden alle, jetzt acht an der Zahl, an einem Tage in Cäsarea enthauptet, am vierundzwanzigsten Tage des Monats Dystrus, das ist am neunten Tage vor den Aprilkalenden.

Quelle: Eusebius von Cäsarea – Über die Märtyrer in Palästina (De martyribus palaestinae), nachzulesen auf  http://www.unifr.ch/bkv/kapitel2030.htm

Von himmelschreiender Ungerechtigkeit und den tauben Ohren der Welt

31/08/2009

Seit wann rechtfertigt in der Vergangenheit erlittenes Unrecht ein Verbrechen? Einem misshandelten Kind, das als Erwachsener zum Schläger wird, bringen wir zwar Mitgefühl entgegen, doch steht außer Frage, dass seinem Handeln ein Ende gesetzt werden muss.

Auf der politischen Bühne hingegen werden seit Jahrzehnten Verbrechen verübt, und niemand schreitet ein. Die Täter fühlen sich im Recht, so zu handeln, da ihnen zuvor Ähnliches angetan wurde. Erhebt sich eine kritische Stimme, genügt der Verweis auf eben jenes vergangene Unrecht, und die Stimme verstummt.

Die Rede ist von der erbarmungslosen Vorgehensweise Israels gegen das palästinensische Volk.

Aktuell gibt es einen israelischen Staat mit palästinensischen Enklaven, die inzwischen offiziell zwar autonom verwaltet sind, de facto aber von Israel derart in ihren Freiheitsrechten eingeschränkt werden, dass von Autonomie keine Rede sein kann.

Da wäre zum einen das Westjordanland, das von 300.000 jüdischen Siedlern besetzt ist, Tendenz steigend.

Wandmalerei in Bethlehem

Wandmalerei in Bethlehem

Die jüngst von Barack Hussein Obama wieder aufgewärmte Forderung nach Beendigung der Siedlungsaktivitäten, als Basisvoraussetzung für eine Zweistaatenlösung, wird auch dieses Mal nicht mehr als Lippenbekenntnisse und Scheinerfolge hervorbringen. Da hilft auch kein Zusammentreffen Netanyahus in Berlin mit Merkel und Steinmeier.

Wann immer entsprechende Gebote erlassen wurden: es hält sich ja doch niemand daran. Illegale Siedler errichten ihre Hütten, wo es ihnen passt, und werden diese von den Militärs abgerissen, wird einfach wieder aufgebaut. In den meisten Fällen aber schützen Militär und Staat die Pioniere, viele provisorische Containersiedlungen sind an die Infrastruktur angeschlossen, es gibt Schulen und Spielplätze.

Jüdische Siedlung im Westjordanland

Jüdische Siedlung im Westjordanland

Permanente Siedlungen wirken mit ihrer klobigen Bauweise wie Fremdkörper in der milden Landschaft Palästinas, manche ziehen sich wie moderne Festungen die Hügelketten entlang und demonstrieren Uneinnehmbarkeit.

Moderne Festungsanlage nahe Jerusalem

Moderne Festungsanlage nahe Jerusalem

Selbst wenn ein Stopp für neue Bauanträge durchgesetzt würde, laut eines Artikels auf n-tv.de gibt es zur Zeit an die 40.000 bereits genehmigten Projekte, die ungeachtet dessen einfach fortgeführt werden könnten. Dadurch ließe sich die Zahl der jüdischen Siedler verdoppeln, die schleichende Annektierung des Westjordanlandes schritte weiter voran.

An den im Dritten Reich so übel behandelten Juden darf allerdings keine Kritik geübt werden, schon gar nicht von deutscher Seite. Wurden sie nicht auf abscheuliche Weise zusammengepfercht, enteignet, entwürdigt, ermordet? Ja.

Im Laufe der Weltgeschichte geschahen und geschehen aber durchaus noch andere Genozide und Grausamkeiten. Eine davon hier und heute, vor unseren Augen, mitten im Heiligen Land.