Posts Tagged ‘Papst Benedikt XVI’

Lieber Papst Benedikt,

05/09/2011

nimm einfach Band 1-12 der Valtorta zur Hand und lies. Dann musst du nichts mehr ahnen, sondern weißt.

„(…) Maria ist eine Liebende. Wie könnte es anders sein? Als Glaubende und im Glauben mit Gottes Gedanken denkend, mit Gottes Willen wollend kann sie nur eine Liebende sein. Wir ahnen es an den leisen Gebärden, von denen uns die Kindheitsgeschichten aus dem Evangelium erzählen. Wir sehen es in der Diskretion, mit der sie in Kana die Not der Brautleute wahrnimmt und zu Jesus trägt. Wir sehen es in der Demut, mit der sie die Zurückstellung in der Zeit des öffentlichen Lebens annimmt – wissend, dass der Sohn nun eine neue Familie gründen muss und dass die Stunde der Mutter erst wieder sein wird im Augenblick des Kreuzes, der ja die wahre Stunde Jesu ist (vgl. Joh 2,4; 13,1).

Dann, wenn die Jünger geflohen sind, wird sie es sein, die unter dem Kreuz steht (vgl. Joh 19, 25-27); und später, in der Stunde von Pfingsten, werden die Jünger sich um sie scharen in der Erwartung des Heiligen Geistes (vgl. Apg 1,14). (…)“

Papst Benedikt XVI.
Gott ist die Liebe – Deus caritas est, Nr. 41

Position der katholischen Kirche zu den Schriften Maria Valtortas

25/05/2011

Die Zahl der Unterschriften für die Petition zugunsten Maria Valtortas wächst stetig, aber doch leider nur sehr langsam. Aus Kommentaren, die wir erhielten, ging hervor, dass einige zögern, die Bücher der Valtorta überhaupt zu lesen, da ihnen die Position der Kirche dazu nicht klar ist. Daher nochmals dieser Artikel, den wir bereits 2010 veröffentlichten. Wir hoffen, dass er Klarheit schaffen, die letzten Zweifel ausräumen, der Valtorta weitere Leser und der Petition weitere Unterschriften bringen möge.

Wie steht die katholische Kirche heute zu den Werken Maria Valtortas? Darf ein treuer Katholik die Werke lesen?

Maria Valtorta hat ihre Visionen und Diktate zum Leben Jesu zwischen 1944 und 1947 empfangen und niedergeschrieben. Ohne ihr Einverständnis verteilte ihr Beichtvater Pater Migliorini davon maschinengeschriebene Kopien. Als er nach Rom versetzt wurde, gab sie ihrem folgenden Beichtvater Pater Berti nach und war mit der Verteilung von Kopien unter der Bedingung, dass ihr Name nicht angegeben wurde, einverstanden.

1949 forderte das Hl. Uffizium (Vorgänger der Glaubenskongregation) von den Geistlichen, die Kopien des Werkes verbreiteten, dasselbe nicht zum Druck zu geben, bevor das Hl. Uffizium es genauestens untersucht hatte.

Pius XII

Von Papst Pius XII. weiss man mit Sicherheit, das er lange vor der ersten Druck-Veröffentlichung Kenntnis des Hauptwerks von Maria Valtorta hatte. Er hatte es 1947/48 gelesen und sich in einer Privataudienz mit Pater Berti, Pater Migliorini und Pater Cecchin 1948 zustimmend zur Veröffentlichung geäussert: „Veröffentlichen Sie das Werk so, wie es ist. Wer es liest, wird verstehen.“

Erzbischof Alfonso Carinci, der entweder von Maria Valtorta oder von Papst Pius XII ins Vertrauen gezogen worden war, notierte auf der Seite eines Briefs, den er von Maria Valtorta erhalten hatte: „In der Audienz vom 28. Januar habe ich dem Heiligen Vater diesen Brief vorgelesen, der ihm den allerbesten Eindruck machte und an dem er den Geist der Demut und der Bereitschaft zu Gehorchen lobte. In Bezug auf die Veröffentlichung des Werkes sagte er mir, dass sich das Sant’Offizio damit nicht beschäftigt habe, und dass er den Eindruck habe, dass das Urteil nicht allzu günstig sein würde, das das Sant’Offizio allenfalls abgeben würde.“

1952 veröffentlichten mehrere hochgestellte Persönlichkeiten (Geistliche und Laien, teils dem Hl. Uffizium zugehörig) ihre wohlwollenden Beurteilungen für das Werk, dessen maschinengeschriebene Kopien sie zwischenzeitlich gelesen hatten. Nichtsdestotrotz konnten die Gegner des Werkes im Hl. Uffizium eine an den Papst gerichtete Petition und sogar eine Papstaudienz vereiteln. So wurde eine Veröffentlichung durch eine Laieninitiative in Betracht gezogen und schliesslich unterschrieb der renommierte Drucker und Verleger Michele Pisani mit Maria Valtorta einen Vertrag.

Maria Valtorta

Zwischen 1956 und 1959 erschienen dann vier grosse Bände, die am 16. Dezember 1959 nach dem Tod Pius XII. auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt wurden. Die Begründung, die am 6. Januar 1960 im Osservatore Romano gemeinsam mit dem dazugehörigen Dekret veröffentlicht wurde, lautete „wegen schweren Ungehorsams“. Andere gültige Gründe gab es nicht, da die Versuche, dem Werk moralische oder dogmatische Fehler nachzuweisen, nicht gelangen. Auch der Ungehorsam wäre im Grunde genommen zu beweisen, da die elf Jahre früher verwarnten Geistlichen nicht an der Veröffentlichung beteiligt waren.

Im Dezember 1960 wurde P. Berti vor das Hl. Uffizium gerufen und dort von P. Marco Giraudo empfangen. Diesem waren die Worte von Papst Pius XII und die positiven Beurteilungen durch P. Bea, Bischof Lattanzi und P. Roschini (die dem Hl. Uffizium selbst angehörten) noch unbekannt. Nachdem er weitere Erkundigungen eingezogen, sich mit seinen Oberen beraten und sich mit P. Berti wiederholt getroffen hatte, gestattete er ihm 1961: „Fahren Sie fort, die zweite Auflage zu verbreiten. Schauen wir, wie die Welt sie aufnehmen wird.“  

Im Jahr 1966 dann wurde der Index durch zwei Erlasse der Glaubenskongregation formell abgeschafft und die früher mit ihm verbunden Strafen aufgehoben: „Es ist nicht mehr verboten, ohne Imprimatur Schriften zu verbreiten, die neue Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen und Wunder betreffen.“ (Acta Apostolicae Sedis: Nr. 58/16, 14. Oktober 1966).

Was die Stellungnahme Kardinal Ratzingers in seiner Eigenschaft als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre betrifft, sind zwei Briefe interessant: 1985 schreibt er, dass die Index-Entscheidung damals getroffen worden sei, um zu verhindern, dass die einfacheren, unvorbereiteten Gläubigen das Werk lesen. 1993 wünscht er für die künftigen (!) Veröffentlichungen auf der ersten Seite den Zusatz, dass die Visionen und Diktate die literarische Form der Autorin seien, um das Leben Jesu auf ihre Art und Weise zu erzählen und den Hinweis, dass sie nicht für übernatürlichen Ursprungs gehalten werden können.

Monsignore Tettamanzi, der damalige Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz, schrieb zwischenzeitlich (1992), dass das Werk niemandem, nicht einmal den einfachen Gläubigen, schaden könne.

Ein treuer Katholik kann die Bücher also guten Gewissens lesen, auch wenn die Anerkennung als Privatoffenbarung, sowie die Seligsprechung Maria Valtortas noch aussteht. Es ist doch auch klar, dass Satan überall Sand ins Getriebe streut, um die Verbreitung des Werkes zu verhindern, weil es die Gläubigen erleuchtet und stärkt und zahllose Bekehrungen (bei uns zum Beispiel) und Wiederbelebungen des Glaubens bewirkt!

Jesus selbst lässt Maria Valtorta am 28. Januar 1947 aufschreiben: „Das Werk, das den Menschen durch den kleinen Johannes [so nennt er sie] gegeben wurde, ist kein kanonisches Buch. Aber es ist stets ein inspiriertes Buch, das Ich euch gebe, um euch dabei zu helfen zu verstehen, wie meine Zeit als Meister war und um mich kennenzulernen.“

Weiterführende Links:

(auf Englisch:)

Chronologie der Veröffentlichung des Werkes

Detaillierte Dokumentation der kirchlichen Position zu Maria Valtortas Werk

Wissenschaftliche Studie von David J. Webster mit zahlreichen Belegen für die korrekten historischen, technischen und geographischen Angaben in Valtortas Visionen

(auf Deutsch:)

Kurzfilm: Einsatz für die Seligsprechung Maria Valtortas 


Petition an die Glaubenskongregation zur Verbreitung des Werkes der Maria Valtorta

Avignon: Rabbi kennt Christen nicht

22/04/2011

„Ich kenne Sie nicht,“ blieb die einzige Aussage des Rabbiners von Avignon und Carpentras, Jonathan Sfadj, zur blasphemischen Jesus-Fotografie in einer aktuellen Kunstausstellung in Avignon. Auch der Präsident der jüdischen Gemeinde der Stadt, Claude Nahoum, hatte dazu nicht viel mehr zu sagen. Katholiken könnten von der Fotografie wohl schockiert sein, er aber habe keinen weiteren Kommentar hinzuzufügen, so berichtet das Online-Magazin „Nouvelles de France“, das die beiden kontaktiert hatte.

Kein Zufall, dass sich diese Episode so kurz vor der Osterwoche abspielt? Sie erinnert jedenfalls etwas an die ablehnende und feindselige Haltung etlicher Juden, insbesondere oberer geistlicher Würdenträger, gegenüber Jesus, damals im Heiligen Land. Die Lesungen der vergangenen Tage aus dem Johannesevangelium schildern einen Vorfall nach dem anderen und verdeutlichen, wie sich die Lage zugespitzt hat bis hin zum Beschluss, Jesus hinzurichten:

Donnerstag, 14. April: Johannes 8,51-59

Freitag, 15. April: Johannes 10,31-42

Samstag, 16. April: Johannes 11,45-56

Und weiter springt folgende Aussage Jesu ins Auge:

„Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.“ 

Matthäus 10,32

Vor diesem Hintergrund versteht sich die umstrittene traditionelle Karfreitagsfürbitte der katholischen Kirche für die Bekehrung der Juden als völlig angemessen. Hier wird um die Einsicht gebetet, den gravierenden Irrtum (Verleugnen des Messias) mit schwerwiegenden Folgen (Ausschluss aus dem Himmelreich) als solchen zu erkennen. Das hat mit Antisemitismus rein gar nichts zu tun. 

Die Karfreitagsfürbitte wird seit 1970 im ordentlichen Post-Vatikan-II-Ritus in einer bis zur Unkenntlichkeit veränderten Version verwendet, als Reaktion auf Empörung seitens der Juden, man bezichtige ihre christusferne Haltung eines Irrtums. 2008 wurde die Debatte um die Fürbitte im Zuge des päpstlichen Motu Proprio zugunsten des lateinischen Messritus neu entfacht. Trotz entschärfter Formulierung Benedikts XVI. blieb die lateinische Fassung viel näher am Original als die 1970er-Light-Version. Folglich rief und ruft die „neue alte“ Fürbitte heftige Kontroversen hervor, vor allem auf jüdischer Seite, aber auch innerhalb der Kirche.

Eines ist klar, und damit sieht sich allen voran der Papst konfrontiert: wer Christus bekennen will, kommt um eine Stellungnahme bezüglich der Juden und ihrem Bezug zum Christentum nicht herum. Auch wenn es bedeutet:  

Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen; wenn sie an meinem Wort festgehalten haben, werden sie auch an eurem Wort festhalten. Das alles werden sie euch um meines Namens willen antun; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

Wenn ich nicht gekommen wäre und nicht zu ihnen gesprochen hätte, wären sie ohne Sünde; jetzt aber haben sie keine Entschuldigung für ihre Sünde. Wer mich hasst, hasst auch meinen Vater. Wenn ich bei ihnen nicht die Werke vollbracht hätte, die kein anderer vollbracht hat, wären sie ohne Sünde. Jetzt aber haben sie (die Werke) gesehen und doch hassen sie mich und meinen Vater.

Aber das Wort sollte sich erfüllen, das in ihrem Gesetz steht: Ohne Grund haben sie mich gehasst.“

Johannes 15,20-25

Muss der Papst jetzt frieren?

01/02/2011

Peter Seewald: „… Für Aufsehen sorgte die Wahl des inzwischen berühmt gewordenen Camauro als winterliche Kopfbedeckung, eine Art Zipfelmütze, die zuletzt Johannes XXIII getragen hatte. War das nur ein modisches Accessoire – oder Ausdruck für den Rückgriff auf alte, bewährte Formen in der Kirche?“


Papst Benedikt XVI: „Ich habe ihn nur einmal getragen. Mich hat einfach gefroren, und ich bin am Kopf empfindlich. Und ich habe gesagt, wenn wir da schon den Camauro haben, dann setzen wir ihn auch auf. Aber es war wirklich nur der Versuch, der Kälte zu widerstehen. Seither habe ich es nicht mehr getan. Damit  nicht überflüssige Interpretationen aufkommen.“

(zitiert aus: „Licht der Welt: Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit“/ Ein Gespräch mit Peter Seewald“ von Benedikt XVI und Peter Seewald – erschienen im Verlag HERDER GmbH, Freiburg im Breisgau)

Der Papst heute in Santiago de Compostela

06/11/2010

was für ein Empfang, da geht einem das Herz auf!

abgründe der woche

18/09/2010

+++    kompetenzüberschreitung : bericht der faz stellt vorgehen des bundespräsidenten im fall sarrazin in frage + unabhängigkeit der bundesbank sei untergraben worden + wulff habe der „bundesbank die bedingungen“ zur vertragsauflösung von sarrazins mandat diktiert   +++   kontroversen : papstbesuch in grossbritannien stösst auf laute kritik, besonders aus homosexuellenkreisen + mit genugtuung sehen diese, dass benedikt xvi in westminster abbey auch einer anglikanischen priesterin die hand geben wird + schwulenrechtler fordern vehement liberalisierung der katholischen kirche und haltung des papstes + in london finden seit 11 jahren jeden zweiten Sonntag sogenannte „soho masses“ explizit für homosexuelle katholiken statt   +++   datensammelwut (I) : krankenkasse kkh-allianz arbeitet an projekt, um elektronische gesundheitskarte (egk) und e-personalausweis miteinander zu verknüpfen + technisch problemlos möglich + versicherte sollen sich per e-ausweis im internet identifizieren und dann auf ihre in der egk-datenbank befindlichen gesundheitsdaten zugreifen können + um das vorhaben attraktiv zu machen, werden ab oktober die dazu erfoderlichen lesegeräte gratis an die versicherten ausgegeben +++   datensammelwut (II) : innenminister de maiziere plant elektronische identifikationskarte für nicht-eu-bürger in deutschland + auf karte sollen zwei fingerabdrücke und foto gespeichert sein + karte soll auch zur identifikation im internet dienen + einführung ab mai 2011 geplant   +++   eu-erweiterung: türkei stimmt mit überwältigender mehrheit für verfassungsreferendum, welches den weg zur eu-mitgliedschaft ebnen soll + ministerpräsident erdogan sieht sein land längst als weltmacht, wie er auf einem kongress im frühjahr 2010 verkündete + frankreich und finnland wollen sich darüber hinaus für eine erleichterte rasche aufnahme des islamischen staates in die eu einsetzen   +++   undurchsichtig : umstrittenes moscheebauprojekt am new yorker ground zero wirft weiter fragen auf + grundstück eingetragen auf firma soho properties, die von arabischstämmigen geschäftsmännern mit dubioser vergangenheit und verbindungen zur arabischen liga geführt wird + finanzierungshintergrund des moscheeprojekts liegt weiter im dunkeln   +++   aus der luft gegriffen : benediktinermönch anselm grün behauptet in seinem neuen buch „gott, geld und gewissen – mönch und manager im gespräch“, jesus habe für seine „vorträge“ geld verlangt + buch soll zeigen, dass gott und geld keine gegensätze seien + grün beruft sich in seinen thesen auf hinweise in evangelien, wonach jesus eine kasse gehabt habe   +++

Position der katholischen Kirche zu den Schriften Maria Valtortas

13/09/2010

Wie steht die katholische Kirche heute zu den Werken Maria Valtortas? Darf ein treuer Katholik die Werke lesen?

Maria Valtorta hat ihre Visionen und Diktate zum Leben Jesu zwischen 1944 und 1947 empfangen und niedergeschrieben. Ohne ihr Einverständnis verteilte ihr Beichtvater Pater Migliorini davon maschinengeschriebene Kopien. Als er nach Rom versetzt wurde, gab sie ihrem folgenden Beichtvater Pater Berti nach und war mit der Verteilung von Kopien unter der Bedingung, dass ihr Name nicht angegeben wurde, einverstanden.

1949 forderte das Hl. Uffizium (Vorgänger der Glaubenskongregation) von den Geistlichen, die Kopien des Werkes verbreiteten, dasselbe nicht zum Druck zu geben, bevor das Hl. Uffizium es genauestens untersucht hatte.

Pius XII

Von Papst Pius XII. weiss man mit Sicherheit, das er lange vor der ersten Druck-Veröffentlichung Kenntnis des Hauptwerks von Maria Valtorta hatte. Er hatte es 1947/48 gelesen und sich in einer Privataudienz mit Pater Berti, Pater Migliorini und Pater Cecchin 1948 zustimmend zur Veröffentlichung geäussert: „Veröffentlichen Sie das Werk so, wie es ist. Wer es liest, wird verstehen.“

Erzbischof Alfonso Carinci, der entweder von Maria Valtorta oder von Papst Pius XII ins Vertrauen gezogen worden war, notierte auf der Seite eines Briefs, den er von Maria Valtorta erhalten hatte: „In der Audienz vom 28. Januar habe ich dem Heiligen Vater diesen Brief vorgelesen, der ihm den allerbesten Eindruck machte und an dem er den Geist der Demut und der Bereitschaft zu Gehorchen lobte. In Bezug auf die Veröffentlichung des Werkes sagte er mir, dass sich das Sant’Offizio damit nicht beschäftigt habe, und dass er den Eindruck habe, dass das Urteil nicht allzu günstig sein würde, das das Sant’Offizio allenfalls abgeben würde.“

1952 veröffentlichten mehrere hochgestellte Persönlichkeiten (Geistliche und Laien, teils dem Hl. Uffizium zugehörig) ihre wohlwollenden Beurteilungen für das Werk, dessen maschinengeschriebene Kopien sie zwischenzeitlich gelesen hatten. Nichtsdestotrotz konnten die Gegner des Werkes im Hl. Uffizium eine an den Papst gerichtete Petition und sogar eine Papstaudienz vereiteln. So wurde eine Veröffentlichung durch eine Laieninitiative in Betracht gezogen und schliesslich unterschrieb der renommierte Drucker und Verleger Michele Pisani mit Maria Valtorta einen Vertrag.

Maria Valtorta

Zwischen 1956 und 1959 erschienen dann vier grosse Bände, die am 16. Dezember 1959 nach dem Tod Pius XII. auf den Index der verbotenen Bücher gesetzt wurden. Die Begründung, die am 6. Januar 1960 im Osservatore Romano gemeinsam mit dem dazugehörigen Dekret veröffentlicht wurde, lautete „wegen schweren Ungehorsams“. Andere gültige Gründe gab es nicht, da die Versuche, dem Werk moralische oder dogmatische Fehler nachzuweisen, nicht gelangen. Auch der Ungehorsam wäre im Grunde genommen zu beweisen, da die elf Jahre früher verwarnten Geistlichen nicht an der Veröffentlichung beteiligt waren.

Im Dezember 1960 wurde P. Berti vor das Hl. Uffizium gerufen und dort von P. Marco Giraudo empfangen. Diesem waren die Worte von Papst Pius XII und die positiven Beurteilungen durch P. Bea, Bischof Lattanzi und P. Roschini (die dem Hl. Uffizium selbst angehörten) noch unbekannt. Nachdem er weitere Erkundigungen eingezogen, sich mit seinen Oberen beraten und sich mit P. Berti wiederholt getroffen hatte, gestattete er ihm 1961: „Fahren Sie fort, die zweite Auflage zu verbreiten. Schauen wir, wie die Welt sie aufnehmen wird.“  

Im Jahr 1966 dann wurde der Index durch zwei Erlasse der Glaubenskongregation formell abgeschafft und die früher mit ihm verbunden Strafen aufgehoben: „Es ist nicht mehr verboten, ohne Imprimatur Schriften zu verbreiten, die neue Erscheinungen, Offenbarungen, Visionen, Prophezeiungen und Wunder betreffen.“ (Acta Apostolicae Sedis: Nr. 58/16, 14. Oktober 1966).

Was die Stellungnahme Kardinal Ratzingers in seiner Eigenschaft als Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre betrifft, sind zwei Briefe interessant: 1985 schreibt er, dass die Index-Entscheidung damals getroffen worden sei, um zu verhindern, dass die einfacheren, unvorbereiteten Gläubigen das Werk lesen. 1993 wünscht er für die künftigen (!) Veröffentlichungen auf der ersten Seite den Zusatz, dass die Visionen und Diktate die literarische Form der Autorin seien, um das Leben Jesu auf ihre Art und Weise zu erzählen und den Hinweis, dass sie nicht für übernatürlichen Ursprungs gehalten werden können.

Monsignore Tettamanzi, der damalige Generalsekretär der italienischen Bischofskonferenz, schrieb zwischenzeitlich (1992), dass das Werk niemandem, nicht einmal den einfachen Gläubigen, schaden könne.

Ein treuer Katholik kann die Bücher also guten Gewissens lesen, auch wenn die Anerkennung als Privatoffenbarung, sowie die Seligsprechung Maria Valtortas noch aussteht. Es ist doch auch klar, dass Satan überall Sand ins Getriebe streut, um die Verbreitung des Werkes zu verhindern, weil es die Gläubigen erleuchtet und stärkt und zahllose Bekehrungen (bei uns zum Beispiel) und Wiederbelebungen des Glaubens bewirkt!

Jesus selbst lässt Maria Valtorta am 28. Januar 1947 aufschreiben: „Das Werk, das den Menschen durch den kleinen Johannes [so nennt er sie] gegeben wurde, ist kein kanonisches Buch. Aber es ist stets ein inspiriertes Buch, das Ich euch gebe, um euch dabei zu helfen zu verstehen, wie meine Zeit als Meister war und um mich kennenzulernen.“

Weiterführende Links:

(auf Englisch)

Chronologie der Veröffentlichung des Werkes

Detaillierte Dokumentation der kirchlichen Position zu Maria Valtortas Werk

Wissenschaftliche Studie von David J. Webster mit zahlreichen Belegen für die korrekten historischen, technischen und geographischen Angaben in Valtortas Visionen

(auf Deutsch)

Kurzfilm: Einsatz für die Seligsprechung Maria Valtortas

Die Geheimnisse von Fatima (II) : Widersprüche um das „dritte Geheimnis“

14/05/2010

Papst Benedikt XVI, der frühere Kardinal Joseph Ratzinger, weilt zur Zeit in Fatima, Portugal, anlässlich des 10. Jahrestages der Seligsprechung der Seherkinder Francisco und Jacinta.

Von den drei Teilen des Geheimnisses, das in den Marienerscheinungen von Fatima offenbart wurde, wurden zwei am 13. Mai 1947 veröffentlicht. Der dritte Teil des Geheimnisses blieb dagegen im Verborgenen; zahlreiche Indizien sprechen dafür, dass er bis heute nicht veröffentlicht ist.

Der folgende Versuch einer Chronik möchte auf Widersprüche im Zusammenhang mit dem Geheimnis aufmerksam machen.

Am 13. Mai 1917 findet die erste Marienerscheinung in Fatima statt.

Am 13. Juli 1917 offenbart die Gottesmutter der Seherin Lucia einen dritten Teil des Geheimnisses, der vorläufig niemandem mitgeteilt werden soll.

Im September 1943 erkrankt Ordensschwester Lucia schwer. Der Bischof von Fatima befürchtet, sie könne sterben und das dritte Geheimnis mit ins Grab nehmen. Er befiehlt ihr daher, es niederzuschreiben.

Im April 1957 wird das Geheimnis in einem versiegelten Umschlag an den Vatikan weitergeleitet. Es soll auf Anweisung der Gottesmutter spätestens 1960 veröffentlicht werden.

Johannes XXIII liest während seines Pontifikats (1958-1963) das Geheimnis und beschließt, es nicht zu veröffentlichen.

Am 13. Mai 1981 wird auf dem Petersplatz ein Attentat auf Papst Johannes Paul II. verübt. Der Papst überlebt schwer verletzt.

Am 11. November 1984 veröffentlicht die italienische Zeitschrift „Jesus“ ein Interview aus dem Oktober 1984 mit dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation Kardinal Ratzinger, bezüglich des dritten Teils des Fatima-Geheimnisses:

J: Kardinal Ratzinger, haben Sie das sogenannte „3. Geheimnis“ von Fatima gelesen, d.h. jenes, das Schwester Lucia an Papst Johannes XXIII geschickt hatte, und das er nicht veröffentlichen wollte und in die Vatikanischen Archive überstellt hat?

KR: Ja, ich habe es gelesen.

J: Warum wurde es nicht enthüllt?

KR: Weil es laut Urteil der Päpste nichts zu dem hinzufügt, was ein Christ bezüglich des Inhalts der Offenbarung wissen müsste, d.h. einen radikalen Aufruf zur Bekehrung, die große Bedeutung der Geschichte, die Gefahren, die den Glauben und das Leben der Christen und damit der Welt, bedrohen. Und dann die Wichtigkeit der „Novissimi“ (Die letzten Dinge: Tod, Jüngstes Gericht/Apokalypse, Himmel und Hölle). Wenn es nicht veröffentlicht wird, zumindest im Moment, dann um zu vermeiden, dass religiöse Prophezeihung mit Sensationalismus verwechselt wird. Aber die Dinge, die im dritten Geheimnis enthalten sind, entsprechen dem, was in der Schrift angekündigt wurde und immer wieder in anderen Marienerscheinungen gesagt worden ist, allen voran die Erscheinung von Fatima mit ihren bekannten Inhalten. Umkehr, Buße, sind die wesentlichen Voraussetzungen zum Heil. …

Am 13. Mai 2000, während der Seligsprechungszeremonie der beiden Seherkinder kündigt der damalige Kardinal Staatssekretär Sodano die baldige Veröffentlichung des dritten Teils des Geheimnisses von Fatima an. Es handle u.a. von einem „weißgekleideten Bischof“, der „wie tot“ zu Boden falle.

Am 26. Juni 2000 wird das „dritte Geheimnis“ von Fatima durch Kardinal Ratzinger veröffentlicht. Darin heißt es eindeutig, dass jener weißgekleidete Bischof von Soldaten getötet wird. Dieser Widerspruch zur vorigen Aussage Sodanos fiel nicht nur aufmerksamen Katholiken auf, auch die Washington Post wies in einem Artikel vom 1. Juli 2000 auf die Widersprüchlichkeiten hin.

Sowohl Sodano als auch Ratzinger beziehen die Vision aus dem vermeintlichen dritten Geheimnis nun auf das Attentat von 1981 und sprechen ihm damit jegliche Relevanz für die Gegenwart und kommende Zeiten ab.

Im begleitenden theologischen Kommentar zur Veröffentlichung schreibt Kardinal Ratzinger:

„Soweit einzelne Ereignisse dargestellt werden, gehören sie nun der Vergangenheit an: Wer auf aufregende apokalyptische Enthüllungen über das Weltende oder den weiteren Verlauf der Geschichte gewartet hatte, muss enttäuscht sein. Solche Stillungen unserer Neugier bietet uns Fatima nicht, wie denn überhaupt der christliche Glaube nicht Futter für unsere Neugierde sein will und kann. Was bleibt, haben wir gleich zu Beginn unserer Überlegungen über den Text des Geheimnisses gesehen: die Führung zum Gebet als Weg zur „Rettung der Seelen“ und im gleichen Sinn der Hinweis auf Buße und Bekehrung.“

In einem Interview am 5. September 2003 spricht Kardinal Ratzinger plötzlich doch wieder von der Zukunft. Er sagt: „Wir können nicht ausschliessen – ich würde sogar sagen, wir müssen damit rechnen, dass wir sogar in späteren Zeiten ähnliche Krisen in der Kirche und vielleicht auch ähnliche Angriffe auf einen Papst haben werden.“ (Interview HIER).

Und gestern, am 13. Mai 2010, sprach unser Papst am Erscheinungsort selbst folgende Worte: „Wer glaubt, dass die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich.“

Kommentar: Merkwürdig, dass Kardinal Ratzinger 1984 den Bezug zum Papstattentat nicht erwähnt hat. Den Eindruck, den er in dem Interview vom dritten Teil des Geheimnisses vermittelt, steht in Kontrast zum später veröffentlichten Text. Damals war keine Rede davon, dass sich das Geheimnis um bereits vergangene Dinge dreht. Klang nicht vielmehr durch, dass der Inhalt aufrüttelnd und brandaktuell sein muss, wenn man von einer Veröffentlichung abgesehen habe, um Sensationsgier nicht zu schüren, sprich: keinen Aufruhr auszulösen? Was ist aus den „Gefahren für die Christen und die Welt“ geworden und der „Wichtigkeit der Letzten Dinge“, von denen  Kardinal Ratzinger damals gesprochen hat?

Ist der 2000 veröffentlichte Text ein anderer, als das tatsächliche Geheimnis?

Verschiedene Stimmen aus dem Umfeld von Schwester Lucia bekräftigen die Vermutung, dass das dritte Geheimnis von einer großen Apostasie spricht, die die Kirche in vielen Ländern erschüttern wird. Es würde somit nahtlos an eine Aussage Schwester Lucias anknüpfen, worin es heißt, dass jedoch in Portugal das Dogma des Glaubens stets erhalten bliebe.

Dieser Glaubensabfall ist nun voll da, zu beobachten in allen Instanzen von Gesellschaft  und katholischer Kirche.

Angesichts dessen bleibt zu hoffen, dass jene, die über den wahren Inhalt des dritten Geheimnis unterrichtet sind, allen voran Papst Benedikt, in diesen bewegten Zeiten vom Geist der Wahrheit gedrängt werden, die Wahrheit über Fatima, und gleichzeitig die Wahrheit über den Zustand der Kirche und der Welt endlich ans Licht zu bringen.


Anmerkung: Auch wenn häufig von „Drei Geheimnissen“ oder dem „Dritten Geheimnis“ von Fatima zu lesen ist, gab es korrekt immer nur ein einziges „Geheimnis“, welches sich aber in drei Teile gliedern lässt.

Weiterlesen:

Teil I: Höllenvision und der Botschaft erster und zweiter Teil

Teil III: Was geschah mit Schwester Lucia?

Teil IV: Die Weihe Russlands ist noch immer nicht erfolgt

Das Sonnenwunder von Fatima