Posts Tagged ‘Passion’

Schmerz, Gebet und Buße Jesu (3)

15/03/2015

Vision Maria Valtortas: Mitte Dezember des Jahres 28 müssen zwei neubekehrte Jünger Jesu in Sicherheit gebracht werden, da das jüdische Synedrium nach einem Hinweis des Judas Iskariot diesen nachstellt. Ein Teil der Apostel begleitet ohne das Wissen des Iskariot die Jünger nach Antiochien. Während Jesus auf die Rückkehr der Apostel wartet, zieht er sich alleine für fast drei Wochen zu Buße und Gebet für seinen verräterischen Apostel in eine Höhle bei Jiphtael, in der Nähe des heutigen Yodfat, zurück.

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Lange weint er so, schweigend und regungslos… Dann setzt er sich auf und, das Haupt zwischen den Knien, die er mit beiden Armen umfangen hat, ruft er mit seiner ganzen Seele nach der fernen Mutter: „Mutter! Mutter! Meine Mutter! Meine ewige Wonne! Oh, Mutter! Oh, Mutter, wie gerne hätte ich dich jetzt in meiner Nähe! Warum habe ich dich nicht immer bei mir, dich, den mir von Gott gesandten einzigen Trost?“

mater mea

Nur die Höhle antwortet mit einem leisen Echo auf seine Worte, auf sein Schluchzen, und es scheint, als weine und schluchze auch sie in ihren Winkeln, ihren Felsbrocken und den wenigen und noch kleinen Tropfsteinen, die in der Ecke, die die unterirdischen Gewässer wohl am stärksten benetzen, herabhängen.

Jesus beruhigt sich etwas, als ob das Rufen nach der Mutter ihn schon getröstet hätte, und sein Weinen wird langsam zu einem Selbstgespräch. „Sie sind fortgegangen… Weshalb? Wegen wem? Warum habe ich ihnen diesen Schmerz zufügen müssen? Warum mir selbst, da doch die Welt mir schon den Tag mit Schmerz erfüllt? … Judas!“ Wer weiß, wohin nun die Gedanken Jesu gehen, der das Haupt von den Knien erhebt und vor sich hinschaut mit weit geöffneten Augen und angespanntem Gesicht, wie jemand, der in Schauungen künftiger Ereignisse oder tiefe Betrachtung versunken ist. Er weint nicht mehr, leidet jedoch sichtlich.

Dann scheint er einem unsichtbaren Fragesteller zu antworten und steht auf. „Ich bin Mensch, Vater. Ich bin der Mensch. Die Tugend der Freundschaft ist in mir verwundet und zerrissen, sie krümmt sich und klagt schmerzerfüllt… Ich weiß, dass ich alles erleiden muss. Ich weiß es. Als Gott weiß ich es, und als Gott will ich es auch, zum Heil der Welt. Auch als Mensch weiß ich es, denn mein göttlicher Geist teilt es meiner Menschlichkeit mit, und auch als Mensch will ich es, zum Heil der Welt. Doch welch ein Schmerz, o mein Vater! Diese Stunde ist leidvoller, als jene, die ich mit meinem und deinem Geist in der Wüste erlebt habe… Die jetzige Versuchung, dieses abstoßende und quälende Wesen, das den Namen Judas trägt, nicht mehr an meiner Seite zu dulden und zu ertragen, ist stärker. Er ist die Ursache so vieler Schmerzen, die mich tränken und durchdringen und die Seelen quälen, denen ich den Frieden geschenkt habe.“

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Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Maria ist Miterlöserin“

01/01/2013

1. Januar 2013: Hochfest der Gottesmutter Maria

Benozzo Gozzoli

2. Juli [1943]

Jesus sagt: 

„Schreibe sofort, so lange Ich noch mit Leib und Blut, mit Seele und Gottheit in dir bin. Du hast daher die Fülle der Weisheit in dir.

Maria lebte gleichsam ihr Leben lang eucharistisch.

Die göttliche Mutter ist nicht anders als der göttliche Sohn. Nicht in der menschlichen Natur, nicht in der übermenschlichen Mission der Erlösung.

Der göttliche Sohn sollte den Gipfel des Schmerzes in der Losgetrenntheit vom göttlichen Vater berühren: im Garten Getsemani, am Kreuz. Das war der aufs äußerste, zu unendlicher Herbheit gesteigerte Schmerz. Die göttliche Mutter sollte die Losgetrenntheit vom Sohn in den drei Tagen meiner Grabesruhe als den Gipfel des Schmerzes durchleiden.

Da war Maria allein. Es blieben ihr nur der Glaube, die Hoffnung und die Liebe. Ich war hingegen abwesend. Das war das Schwert, das nicht nur in ihrem Herzen steckte, sondern es durchschnitt und in ihm wühlte. Einzig und allein durch den Willen des Ewigen Vaters ist sie nicht daran gestorben. Denn, ohne die Vereinigung mit ihrem Sohn und Gott zu bleiben, war für die Voll-der-Gnade eine solche Qual, dass sie, ohne diese besondere Gnade zu erhalten, daran hätte sterben müssen.

Es gibt viele geheime Seiten, die ihr nicht kennt, in dem Buch über das Leben der Allerreinsten Miterlöserin. Ich habe euch schon gesagt (*): „Die Geheimnisse Mariens sind zu rein und göttlich, als dass menschlicher Geist sie erfahren dürfte“. Ich spiele nur insoweit darauf an, als Ich in euch die Verehrung derjenigen, die im Himmel nächst Gott die Heiligste ist, vermehrt sehen möchte.

Jene so überaus schmerzensreiche Stunde in dem Meer der Bitterkeiten, welches das Leben meiner Mutter kennzeichnete, die seit dem Augenblick ihrer Empfängnis dem tiefsten Schmerz wie der höchsten Freude geweiht war, war nötig, um das zu ergänzen, was an Meiner Passion noch fehlte.

Maria ist Miterlöserin. Da alles in ihr nur wenig geringer als das in Gott ist, sollte auch ihr Schmerz so sein, dass ihm kein Schmerz einer menschlichen Kreatur jemals würde gleichkommen können.

Fahre nun fort in deinem Gebet. (…)“

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(*) Im Diktat vom 19. Juni

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Maria kann die Zweitgeborene des Vaters genannt werden“

„Maria muss Eva auslöschen“

„Das Heil der Welt liegt in Maria“

„Wisst ihr nicht, dass Maria mein Tempel ist?“

Das hohepriesterliche Gebet Jesu

20/05/2012

zum Sonntagsevangelium vom 20. Mai 2012: Johannes 17

15. Juni 1944 nimmt Jesus Bezug auf sein hohepriesterliches Gebet (Joh 17) und wendet sich an vor allem an die Priester, denen er rät, 

„… ihren Geist jeden Tag davon zu nähren und dieses Gebet der Herde der „Kleinen“, die Ich ihnen anvertraut habe, als gebrochenes Brot auszuteilen. 

Weniger Bücher und umfangreiche Bände, ihr Schriftgelehrten des 20. Jahrhunderts! Vielmehr dieses, dieses, dieses Gebet, in dem jedes Wort Horizonte, Quellen und Schätze des Heils eröffnet, weil es euch Liebe, Glauben, Hoffnung, Starkmut, Gerechtigkeit, Klugheit und Mäßigung lehrt. Wenn sie freilich diese Tugenden darin nicht erkennen, werden sie schwerlich Meine Lektion annehmen, die ihnen diese aufzeigt.

Liebe ist der Grundton Meines ganzen Gebetes.

Glaube, da, wo Ich die himmlischen Gaben für die Menschen erbitte.

Hoffnung, da, wo Ich von denen spreche, die sich zwar noch nicht im damaligen Moment, aber in Zukunft heiligen werden, weil der himmlische Vater sie auch, nachdem Ich nicht mehr als Verkünder des Evangeliums unter den Menschen sein würde, heiligen wird.

Starkmut, weil Ich dieses Mein Gebet, das eine Siegeshymne zu sein scheint, in der Stunde ausrufe, in der Ich weiß, dass das bevorsteht, was für das Fleisch eine Marter und ein offensichtliches Scheitern jeglicher Liebe von Seiten Gottes und der Menschen und auch des Glaubens an Gott und die Menschen bedeutet.

Gerechtigkeit, wo Ich darum bitte, dass alle die, welche nicht Söhne des Verderbens sind, weil sie Satan nicht folgen wollen, „eines mit dem Vater und mit Mir seien“. Nein, der der nicht zu Grunde gehen will, geht nämlich auch nicht zu Grunde. Er geht nicht zu Grunde. Die Freundschaft und die Vereinigung mit Gott ist denen verheißen, die nicht zu Grunde gehen wollen. Denn der Vater und Ich sind gerecht, Wir richten in Gerechtigkeit und berücksichtigen die menschliche Schwachheit und die Umstände, welche die Schwachheit überhand  nehmen lassen.

Und dann drückt Mein Gebet noch die Klugheit aus. Ich sage nämlich nicht: „Sie sind bereits durch Mich geheiligt worden, und mehr ist nicht nötig. Ich bin ihrer sicher“. Nein, Ich sage vielmehr: „Heilige sie in der Wahrheit“. Ich bitte darum, dass diese Heiligung unversiegbar sei, um der unaufhörlichen und zerstörerischen Tätigkeit der von Satan aufgehetzten Natur ein Gegengewicht zu geben.

Und schließlich ist es Mäßigung, wenn Ich nicht zu sagen wage: „Ich opfere Mich voll und ganz dahin, und Ich möchte die Gesamtheit aller Menschen (gewinnen)“. Ja, Ich würde sie gern alle gewinnen. Das wäre allerdings keine Gerechtigkeit, denn viele von ihnen verdienen wegen ihrer Buhlschaft mit Satan das Heil nicht. Und deshalb erbitte Ich in Mäßigung diejenigen, die sich heiligen werden, weil sie dem Wort, das Ich ihnen im Auftrag des Vaters überbracht habe, geglaubt und ihm gemäß gelebt haben. Diese sind es, denen Ich die Herrlichkeit, die der Vater Mir gegeben hat, verleihe. „Und die Herrlichkeit, die Du Mir gabst, habe Ich ihnen verliehen, damit sie eines mit Uns seien“ (Joh 17,22) …“

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch


Ungläubiger Thomas

14/04/2012

zum 2. Sonntag der Osterzeit, dem 15. April 2012: Joh 20,19-31

Jesus erscheint den Aposteln mit Thomas

„Wahrlich, er hat all unsere Leiden auf sich genommen, unsere Schmerzen hat er getragen“

05/04/2012

Nachfolgend die Links zu den Valtorta-Auszügen aus Band XI des „Gottmensch“ zur Passion unseres Herrn:

Das Passahmahl

Die Todesangst unseres Herrn Jesus Christus in Gethsemane

Die Geisselung unseres Herrn Jesus Christus

Die Dornenkrönung

„Vor Liebe sterben im Anblick meines leidenden Jesus“

Die Kreuzigung unseres Herrn Jesus Christus

„Ich habe ihn verherrlicht, und ich werde ihn wieder verherrlichen“

25/03/2012

zum 5. Fastensonntag 2012: Johannes 12,20-33:

(…) Philippus stellt sich auf die Fußspitzen, um zu sehen, ob er irgendeinen Apostel in der Nähe des Herrn entdeckt. Er sieht Andreas und schreit, nachdem er ihn mit Namen gerufen hat: „Hier sind Heiden, die den Meister grüßen möchten. Frage ihn, ob er für sie Zeit hat.“

Andreas, der sich einige Meter von Jesus in der Menge befindet, drängt sich energisch, unter großzügigem Einsatz der Ellbogen, durch und schreit: „Macht Platz! Macht Platz, sage ich euch. Ich muss zum Meister!“

Schließlich schafft er es und teilt ihm den Wunsch der Heiden mit.

„Führe sie in die Ecke dort. Ich komme zu ihnen.“

Und als Jesus versucht, sich durch die Leute zu drängen, helfen ihm Johannes, der mit Petrus zurückgekommen ist, Petrus selbst, Judas Thaddäus, Jakobus des Zebedäus und Thomas, der seine Verwandten in der Menge gefunden hat und sie nun verlässt.

Nun ist Jesus bei den Heiden, die ihm huldigen.

„Der Friede sei mit euch. Was wollt ihr von mir?“

„Wir wollen dich sehen, dich sprechen. Deine Worte haben uns beunruhigt. Wir wollten schon lange mit dir sprechen, um dir zu sagen, dass deine Worte uns sehr beeindrucken. Aber wir wollten einen geeigneten Moment abwarten. Heute… Du sprichst von Tod… Wir fürchten, dich nicht mehr sprechen zu können, wenn wir es nicht sofort tun. Aber ist es denn möglich, dass die Hebräer ihren besten Sohn töten? Wir sind Heiden, und deine Hand hat uns nichts Gutes getan. Dein Wort war uns unbekannt. Wir hatten nur Unbestimmtes über dich gehört. Wir haben dich nie gesehen, waren nie in deiner Nähe. Und doch, du siehst es! Wir verehren dich. Die ganze Welt ehrt dich mit uns.“

„Ja, die Stunde ist gekommen, da der Menschensohn verherrlicht werden muss, von den Menschen und den Seelen.“

Nun drängen sich die Leute wieder um Jesus. Aber mit dem Unterschied, dass in der ersten Reihe die Heiden sind und dahinter die anderen.

„Aber wenn dies die Stunde deiner Verherrlichung ist, dann wirst du nicht sterben, wie du sagst, oder wie wir es verstanden haben. Denn auf diese Art zu sterben, ist keine Verherrlichung. Wie kannst du die Welt unter deinem Szepter verherrlichen, wenn du vorher stirbst? Wenn dein Arm im Tod erstarrt, wie kann er dann triumphieren und die Völker versammeln?“

„Indem ich sterbe, gebe ich das Leben. Indem ich sterbe, baue ich auf. Indem ich sterbe, schaffe ich das neue Volk. Im Opfer erringt man den Sieg. Wahrlich, ich sage euch, wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es unfruchtbar. Wenn es aber stirbt, bringt es viel Frucht. Wer sein Leben liebt, wird es verlieren. Wer sein Leben in dieser Welt hasst, wird es für das ewige Leben bewahren. Daher muss ich sterben, um allen, die mir nachfolgen und der Wahrheit dienen, dieses ewige Leben zu schenken. Wer mir dienen will, komme: Die Plätze in meinem Reich sind nicht diesem oder jenem Volk vorbehalten. Jeder, der mir dienen will, komme und folge mir. Und wo ich bin, wird auch mein Diener sein. Und wer mir dient, wird meinen Vater ehren, den einen, wahren Gott, den Herrn des Himmels und der Erde, den Schöpfer alles dessen, was ist; er ist Geist, Wort, Liebe, Leben, Weg, Wahrheit, Vater, Sohn und Heiliger Geist, der Eine und doch Dreieine, der Dreieine und doch Eine, der einzige, wahre Gott. Doch nun ist meine Seele erschüttert. Soll ich vielleicht sagen: Vater, errette mich vor dieser Stunde? Nein. Denn dazu bin ich gekommen: diese Stunde zu erleben. Und daher sage ich: Vater, verherrliche deinen Namen.“

 

Jesus breitet die Arme in Kreuzform aus, ein purpurrotes Kreuz vor dem weissen Marmor des Portikus, erhebt das Antlitz, opfert sich betend auf und erhebt seine Seele zum Vater. 

Und eine Stimme, mächtiger als der Donner, eine unwirkliche Stimme insofern, dass sie keiner menschlichen Stimme gleicht und doch von allen gut verstanden wird, erfüllt den ganzen heiteren Himmel dieses herrlichen Apriltages, tönt gewaltiger als die Akkorde einer riesigen, wunderbar klingenden Orgel und verkündet: „Ich habe ihn verherrlicht, und ich werde ihn wieder verherrlichen.“

Die Leute haben Angst bekommen. Diese so mächtige Stimme, die die Erde und alles auf ihr erzittern lässt, diese geheimnisvolle Stimme unbekannten Ursprungs, die so verschieden ist von allen anderen, diese Stimme, die alles erfüllt, von Norden bis Süden, von Osten bis Westen, erschreckt die Hebräer und versetzt die Heiden in Staunen. Erstere werfen sich, so weit sie können, zu Boden und flüstern zitternd: „Nun werden wir sterben. Wir haben die Stimme des Himmels vernommen. Ein Engel hat zu ihm gesprochen.“ Und sie schlagen sich an die Brust in Erwartung des Todes. Die anderen rufen: “ Ein Donnern! Ein Tosen! Fliehen wir! Die Erde grollt! Sie hat gebebt!“ Aber die Flucht ist unmöglich bei dem Andrang derer, die außerhalb der Tempelmauer gewesen sind und nun herein wollen und schreien: „Erbarmen! Schnell. Dies ist ein heiliger Ort. Der Berg, auf dem der Altar Gottes steht, wird nicht bersten.“ Jeder bleibt deshalb, wo er ist, wo ihn die Menge und der Schrecken festhält.

Priester, Schriftgelehrte, Pharisäer, Leviten und die Tempelwachen, die irgendwo im Labyrinth des Tempels waren, eilen auf die Terrassen. Sie sind erregt und verstört, aber keiner von ihnen geht zu den Leuten in die Vorhöfe außer Gamaliel und sein Sohn. Jesus sieht in vorübergehen in seinem ganz weissen, in der Sonne leuchtenden Leinengewand. (…)

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. XI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Das Hohepriesterliche Gebet Jesu

04/06/2011

(zum Sonntags-Evangelium vom 5. Juni 2011: Joh 17,1-11a)

In Band XI des Werkes „Der Gottmensch“ schildert Maria Valtorta ausführlich das Letzte Abendmahl und die Geschehnisse um das Hohepriesterliche Gebet Jesu, von dem sie sagt, dass Johannes es so wie heute im Sonntagsevangelium wortwörtlich wieder gibt. Hier geht es zum entsprechenden Auszug.

Gedanken über die Auferweckung des Lazarus

11/04/2011

Jesus sagt:

„(…) Ich habe am Grab des Lazarus geweint. Und diesen Tränen hat man viele Namen gegeben. Ihr müsst wissen, dass man Gnaden erhält, wenn man sein Leid mit einem festen Glauben an den Ewigen verbindet. Ich habe nicht so sehr über den Verlust des Freundes oder über den Schmerz der Schwestern geweint, als vielmehr, weil sich mir in jener Stunde lebhafter denn je drei Gedanken aufdrängten – wie ein aufgewirbelter Bodensatz der Seele – die schon immer wie drei Nägel ihre Spitzen in mein Herz gebohrt hatten.

Die Erkenntnis, welches Verderben Satan über den Menschen gebracht hat durch die Verführung zum Bösen. Ein Verderben, dessen irdische Strafe der Schmerz und der Tod ist. Der leibliche Tod, Sinnbild und Metapher des geistigen Todes, in den die Schuld der Seele führt; des geistigen Todes, der sie, die Königin, deren Bestimmung es ist, im Reich des Lichtes zu leben, in die Finsternis der Hölle stürzt.

Ferner die Gewissheit, dass nicht einmal dieses Wunder, sozusagen die Krönung der drei Jahre des öffentlichen Wirkens, die jüdische Welt von der Wahrheit, deren Überbringer ich war, überzeugen würde. Und dass es kein Wunder gab, das die kommende Welt sicher zu Christus bekehren würde. Oh, welch ein Schmerz, so bald sterben zu müssen für so wenige!

Endlich die innere Schau meines bevorstehenden Todes. Ich war Gott. Aber ich war auch Mensch. Und um Erlöser zu werden, musste ich die Last der Sühne fühlen. Daher auch den Schrecken des Todes, eines solchen Todes. Ich war lebendig und gesund und sagte mir: „Bald werde ich tot sein und wie Lazarus in einem Grab liegen. Bald wird der furchtbarste Todeskampf mein Gefährte sein. Ich muss sterben.“ Die Güte Gottes erspart euch das Wissen um die Zukunft. Doch mir ist es nicht erspart geblieben.

Oh, glaubt es, ihr, die ihr euch über euer Schicksal beklagt. Kein Los war trauriger als das meine, denn ich wusste immer im voraus, was mir geschehen würde, und musste dies ertragen zusammen mit der Armut, den Entbehrungen und der Bitterkeit, die mich von der Geburt bis zum Tod begleiteten. Beklagt euch also nicht. Vertraut auf mich. Ich gebe euch meinen Frieden.“

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band X von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


Die Auferweckung des Lazarus

Kreuzweg mit dem hl. Pfarrer von Ars (9. und 10. Station)

08/04/2011

An den Freitagen vor Ostern geben wir jeweils zwei Stationen der Kreuzweg-Betrachtung des hl. Pfarrers von Ars wieder.


Vorbereitungsgebet

Ewiger Vater, nimm hin das göttliche Blut, das Jesus Christus, dein Sohn, bei seinem Leiden vergossen hat! Im Blick auf seine Wunden, auf sein von Dornen durchbohrtes Haupt, auf sein liebendes Herz, um aller seiner Verdienste willen verzeihe den Seelen ihre Schuld und rette sie!

Göttliches Blut meines Erlösers, ich bete dich mit großer Ehrfurcht und Liebe an, um die Beleidigungen zu sühnen, welche dir so viele Menschen zufügen.

Mein Jesus, schenk mir Verzeihung und Barmherzigkeit um der Verdienste deines bitteren Leidens und deiner heiligen Wunden willen! Wir beten dich an, Herr Jesus Christus, und preisen dich, denn durch dein heiliges Kreuz hast du die ganze Welt erlöst.

O Maria, Schmerzensmutter, drücke deines Sohnes Wunden tief in unsere Herzen ein.


IX. Station: Jesus fällt zum dritten Male unter dem Kreuz

Es gibt viele Arten, Fortschritte zu machen, sogar durch Versagen. Fürchte dich nicht, mich anzurufen, wenn du gefallen bist! Trägst du die Scherben deiner Fehler zu mir, wird mein Erbarmen dich neu machen. Fühlst du dich leer – im Innersten leer und kraftlos, werde ich deine Leere füllen mit meinem Erbarmen, und du darfst es miterleben. Jeder Fall ist für mich ein Ausgangspunkt, dich zu wandeln zur echten Liebe, mit der zu echter Wandlungskraft gelangst. Blick auf mich, der ich jedes Leiden auskostete bis zum Ende! Ich wollte alles leiden, damit du mir auf halbem Wege deines Leidens begegnen könntest. Ich komme dir stets entgegen und helfe dir, froh mit deinem Erlöser alles Schwere zu tragen. Sei zu jedem Opfer und Leiden bereit, ohne dich dabei aufzuhalten! Für dich heisst es, nicht mit dir, wohl aber mit mir umzugehen. Gebete und Bußwerke sind der Kaufpreis für die Seelen.

So bitte ich dich, mein Jesus: Hilf uns, dass wir um deiner opfernden Liebe willen den am Boden liegenden Lastträgern mit dem Blick des Mitleids und auf dem Wort und der Tat der Liebe aufstehen helfen und sie zu deiner Kreuzesnachfolge bewegen! Lass uns alle, um die wir in Sorge sind oder die uns Leid bereiten, in unser Gebet und Opfer hineinnehmen und ihnen so Hilfe und Zuversicht sein!


X. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

Fürchte dich nicht, meine blutroten Wunden zu sehen! Sie sind dein. Habe ich sie nicht für dich erlitten? Man muss sie grüssen wie Wohltäterinnen, die dich gerettet haben.

Kann dein Herz kalt und verschlossen bleiben vor meinen offenen Wunden? Kannst du da noch zögern, für mich Opfer zu bringen? Mein Blut fliesst in Strömen aus meinem ganzen Körper. Ich lasse meine Adern sich entleeren von ihrem Blut, denn ich habe meine ganze Kraft eingesetzt zu leiden. Du musst dich einfühlen in das Innere meiner bekannten und unbekannten Leiden. Es geht dir dann auf: Ich bin der „lebende Schmerz“ aus Liebe für dich geworden. Warum wollen die Menschen nicht an meine Liebe glauben? Mein Leben, Wirken und Sterben war nur Liebe zu den Seelen. Was du tust für sie, betrachte ich als „MIR“ erwiesen.

Mögest du an Jesus die Bitte richten: Herz Jesu, Opferlamm der Liebe, lass mich vor dir eine heilige Opferflamme für dich werden!

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zum Kreuzweg von Josefa Menendez

Jesus befragt seine Mutter über die Apostel

05/04/2011

Nun sehe ich – ungefähr zwei Stunden später – das Haus von Nazareth. Ich erkenne das Zimmer des Abschieds, zum Garten hin geöffnet, wo die Pflanzen in voller Reife stehen.

Jesus und Maria sitzen beisammen. Sie sitzen nebeneinander auf der Steinbank vor dem Hause. Es scheint, dass sie das Abendbrot bereits eingenommen haben und die anderen (ich sehe niemand) sich schon zurückgezogen haben. Mutter und Sohn erfreuen sich gegenseitig an einem innigen Gespräch. Die innere Stimme sagt mir, dass dies wohl das erste Mal ist, dass Jesus nach der Taufe, nach dem Fasten in der Wüste und besonders nach der Bildung des Apostelkollegiums in Nazareth weilt. Er erzählt der Mutter von den ersten Tagen der Verkündigung des Evangeliums, von den ersten Siegen über die Herzen. Maria hängt an den Lippen ihres Jesus.

Sie ist magerer, viel bleicher, als habe sie in der letzten Zeit gelitten. Unter ihren Augen sind tiefe Schatten eingegraben, wie bei jemand, der viel nachgedacht und geweint hat. Doch nun ist sie glücklich und freut sich. Sie lächelt und streichelt die Hand ihres Jesus. Sie ist glücklich, ihn bei sich zu haben: von Herz zu Herz mit ihm im Schweigen des hereinbrechenden Abends.


Es muss Sommer sein, denn Jesus hat die ersten reifen Früchten des Feigenbaums gepflückt; er braucht dazu nur aufzustehen, so tief hängen sie herab. Er gibt die schönsten seiner Mutter , nachdem er sie zuvor sorgfältig geschält hat, so dass sie wie rotgestreifte Knospen aussehen in einer Blütenkrone von weissen Blütenblättern innen und violetten aussen. Er bietet der Mutter die Frucht auf seiner Handfläche an und freut sich darüber, dass sie ihr schmeckt.

Dann fragt er sie plötzlich: „Mama, du hast die Jünger gesehen. Was denkst du über sie?“

Maria, die soeben eine dritte Feige zum Mund führen wollte, schaut auf, hält in der Bewegung inne und blickt Jesus an.

„Was hältst du von ihnen, nun, da ich sie dir alle vorgeführt habe?“ fragt Jesus noch einmal.

„Ich glaube, dass sie dich lieben und dass du viel von ihnen erwarten kannst. Johannes… liebe Johannes, wie nur du lieben kannst. Er ist ein Engel. Ich bin beruhigt, wenn ich weiss, dass er bei dir ist. Auch Petrus ist gut, etwas rauh, denn er ist schon älter, aber aufrichtig und überzeugt. Auch sein Bruder. Sie lieben dich jetzt, so gut sie können. Aber sie werden dich immer mehr lieben. Auch unsere Vettern. Jetzt, da sie sich durchgerungen haben, werden sie dir treu bleiben. Doch der Mann von Kerioth… er gefällt mir nicht. Mein Sohn, sein Auge ist nicht klar und sein Herz noch weniger. Ich habe Angst vor ihm!“

„Dir gegenüber ist er voller Achtung.“

„Zuviel Respekt. Auch dir gegenüber ist er respektvoll. Doch du bist für ihn nicht der Meister, sondern der zukünftige König, von dem er sich Nutzen und Ehre verspricht. Er war ein Nichts, ein klein wenig mehr als die anderen von Kerioth. Nun hofft er, an deiner Seite eine wichtige Rolle spielen zu können; o Jesus, ich will nicht gegen die Liebe fehlen, doch ich denke, auch wenn es mir schwerfällt, dass er im Falle einer Enttäuschung versuchen würde, an deine Stelle zu treten. Er ist ehrgeizig, habsüchtig, voller Sinnlichkeit und eher dazu geneigt, Höfling eines irdischen Herrschers zu sein als dein Apostel, mein Sohn! Ich fürchte ihn.“ Und die Mutter betrachtet ihren Jesus mit angstvollen Augen in ihrem blassen Antlitz.

Jesus seufzt. Er denkt nach. Er betrachtet seine Mutter. Er lächelt ihr zu, um sie zu ermutigen. „Auch er ist notwendig, Mama. Wenn er es nicht wäre, wäre ein anderer an seiner Stelle. Meine Jüngerschaft muss die Welt darstellen, und in der Welt sind nicht alle Engel, und nicht alle sind vom Schlag des Petrus und des Andreas. Wenn ich nur Vollkommenheiten wählte, wie könnten die armen, kranken Seelen hoffen, meine Jünger zu werden? Ich bin gekommen, um das Verlorene zu retten, Mama. Johannes ist von sich aus gerettet. Doch wie viele sind es nicht!“

„Für Levi habe ich keine Angst. Er wurde gerettet, weil er sich erlösen lassen wollte. Er hat seine Sünde mit seiner Zollbank verlassen und hat seine Seele erneuert, um zu dir zu kommen. Doch Judas von Kerioth ist anders. Der Hochmut nimmt seine alte, hässliche Seele immer mehr in Besitz. Doch du weisst diese Dinge, Sohn! Warum fragst du mich? Ich kann für dich nur beten und weinen. Du bist der Meister! Auch deiner armen Mutter.“

Die Vision endet hiermit.

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band II von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch