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Woher kommt der Mensch? (3)

02/09/2009

Was den zeitlichen Ablauf bei der Erschaffung des Menschen betrifft, so bekommt bei Dr. Poppelbaum das beschriebene Stauungs-Phänomen einen stammesgeschichtlichen Aspekt: Der Mensch ist vom Uranfang der Entstehung der Erde geistig (‘keimhaft’) dabei, sein leibliches Auftreten wird  jedoch zurückgehalten. Er macht während des Erschaffens der Mineralien/ Pflanzen/ Tieren keine Entwicklungsschritte mit und vervollkommnet sich dadurch.

Bildlich ausgedrückt: die Entwicklung des Menschen bildet den Urstamm, von dem alle physischen Formen aufsteigend entspringen. Die Formen der Tiere sind nach Mineralien und Pflanzen an immer höher gelegenen Stellen als Seitenäste aus dem aufstrebenden Menschenstammbaum entsprungen. So ist dann an dem Kopf eines Affen sichtbar, wie hier der Augenblick der Menschwerdung eben gerade verfehlt ist.

Stammesgeschichte nach Poppelbaum

Stammesgeschichte nach Poppelbaum

Im Gegensatz zu Poppelbaums Lehre  entwickelte sich nach Darwin der Mensch als einer der vielverzweigten Äste eines gemeinsamen Stammes, beginnend vom Einzeller:

menschlicher Stammbaum nach Darwin

menschlicher Stammbaum nach Darwin

Poppelbaum zeigt auf, dass sich in der Embryologie erkennen lässt, wie die Menschenform ihr Universelles behält, indem sie den Ursprüngen nahe bleibt, die Tiere hingegen sich immer stärker spezialisieren und menschenunähnlicher werden, je weiter und tiefer sie ‘hinuntersteigen’:

Embryonen: Krokodil - Huhn - Affe - Mensch

Embryonen: Krokodil – Huhn – Affe – Mensch

Während alle Embryonen ganz früh noch Ähnlichkeit mit dem menschlichen Embryo besitzen und wohlproportioniert wirken, bilden sich in der weiteren Entwicklung extrem aussehende körperliche Merkmale heraus. Der Affe, der am Stammbaum direkt unter dem Menschen sitzt, behält die längste Zeit Ähnlichkeit mit dem Menschen, enwickelt dann jedoch auch spezifische Ausstülpungen. Der menschliche Embryo hingegen bleibt von Anfang an seinem ausgeglichen proportionierten Bild treu.

Man könnte also sagen, dass – im krassen Gegensatz zum Darwinismus – bei Poppelbaum das Tier vom Menschen abstammt. Die Ahnschaft des Menschen ist somit das innere Band, das die ganze Schöpfung zusammenhält.

Der Biologe ist anthroposophisch geprägt, das Wort ‘Gott’ kommt ihm leider in diesem Buch nicht über die Lippen. Trotzdem ist seine Lehre einleuchtend und lässt sich mit dem ehrfürchtigen christlichen Verständnis des Menschen als Bild und Gleichnis Gottes und der biblischen Schöpfungsgeschichte vereinbaren. Es wäre hochinteressant und an der Zeit, in diesem Sinn weiter zu forschen.

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Woher kommt der Mensch? (2)

11/08/2009

Eine Abstammungslehre, die mit der Bibel im Einklang stehen könnte, hat der Biologe Dr. Hermann Poppelbaum 1928 in seinem Buch ‚Mensch und Tier‘ veröffentlicht. Er plädiert dafür, sich von dem althergebrachten Gedanken, dass das Niedere unentwickelt und das Höhere entwickelt sei, freizumachen und legt dar, dass ein Fortschritt in der leiblichen Entwicklung mit einer Einbuße erkauft wird.

Die menschlichen Hand zum Beispiel ist, leiblich gesehen, eine primitivere Bildung als alle Tierextremitäten wie Flügel, Pranke, Flosse usw., weil sie weniger spezialisiert ist. Das Geheimnis ihrer Vielseitigkeit liegt eben in diesem Stehenbleiben der Entwicklung,  sie hat nun durch die Hinzuziehung von künstlichen Instrumenten (Ruder zum Schwimmen etc.) einen erhöhten Handlungsspielraum.

Poppelbaum geht also von einem Stehenbleiben der menschlichen Bildung aus, er nennt dies  ‚Stauungsprinzip‘: „Der Mensch hat in seinem Leibe die Möglichkeit zur Tierbildung, aber sie ist zurückgestaut und kommt nicht zutage.“ Demnach ist auch der Tierkopf das fortentwickelte, der menschliche Kopf das zurückgebliebene Gebilde: „Dem Menschenhaupt fehlt, was dem Tier so überreichlich gegeben ist“ (ausgeprägtes Maul, Gebiss usw.), der Tierkopf stellt sich sozusagen als Verzerrung des menschlichen Urbildes dar.

Weiterhin fragt sich der Biologe, ob die heutzutage verwendeten Ahnenformen wirklich ein solches sind, da sie – trotz sogenannter primitiver Merkmale – durchgebildet, hochentwickelt und  ‚fertig‘ waren und die oben beschriebene ‚Primitivität‘ des Menschen bisher nicht berücktsichtigt wurde. Er geht davon aus, dass die Urformen der höheren Tiere dem menschlichen Bild ähnlicher waren als der heutigen tierischen Form.

Wie sieht nun der zeitliche Ablauf seiner Meinung nach aus?

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