Posts Tagged ‘Reich Gottes’

„Im Vaterunser ist die ganze Vollkommenheit eines Gebetes vorhanden“ (5)

28/02/2012

Jesus sagt (Fortsetzung):

„Führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen“.

Gott führt euch nicht in Versuchung. Gott versucht euch nur mit guten Gaben, und um euch an Sich zu ziehen. Ihr legt meine Worte falsch aus, wenn ihr meint, Gott führe euch in Versuchung, um euch zu prüfen. Nein. Der gütige Vater im Himmel läßt das Böse zu, aber er erschafft es nicht. Er ist das Gute, aus dem alles Gute hervorquillt. Aber es gibt das Böse. Es existiert seit dem Augenblick, in dem Luzifer sich gegen Gott erhob. Es steht bei euch, aus dem Bösen etwas Gutes zu machen, indem ihr es besiegt und vom göttlichen Vater die Kraft erbittet, es zu besiegen.

Das ist es, was ihr mit der letzten Anrufung erbittet. Dass Gott euch die Kraft gebe, um der Versuchung widerstehen zu können. Ohne Seine Hilfe würdet ihr der Versuchung erliegen, denn sie ist listig und stark, ihr hingegen seid blöde und schwach. Aber das göttliche Licht des Vaters erleuchtet euch, die Allmacht des Vaters stärkt euch, die Liebe des Vaters schützt euch, so dass das Böse erstirbt und ihr davon befreit werdet.

Das also ist es, was ihr mit dem Vaterunser, das Ich euch gelehrt habe, erbittet. Darin ist alles enthalten, alles aufgeopfert, alles erbeten, was gerechterweise erbeten und gewährt werden kann. Wenn die Welt das Vaterunser zu leben wüßte, wäre das Reich Gottes schon in der Welt. Die Welt versteht jedoch nicht zu beten. Sie versteht nicht zu lieben. Sie versteht nicht, sich zu retten. Sie weiß nur zu hassen, zu sündigen und sich zu verdammen.

Ich habe hingegen dieses Gebet nicht gegeben und nicht für diejenige Welt verfaßt, die es vorgezogen hat, Reich Satans zu sein. Ich habe dieses Gebet für diejenigen gegeben und verfaßt, welche der Vater Mir gegeben hat, weil sie Sein sind, und habe es gemacht, damit sie schon von diesem Leben an eines mit dem Vater und mit Mir sein können, um darauf in dem anderen die ganze Fülle der Vereinigung zu erlangen.“

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Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

 
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Das Reich Gottes ist mitten unter euch

13/07/2011

13. Juli 1943

Jesus sagt:

„Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Die Welt, in der ihr euren Aufenthalt fristet, ist die Strickleiter, auf der ihr Mein mystisches Schiff erklimmen könnt. Auf einer Strickleiter emporzusteigen, ist freilich keine leichte Sache. Man muss behende, beschwingt, gesund, schwindelfrei sein, was nicht für die zutrifft, die sich einem Übermaß an Vergnügungen hingeben. Das Laster verhindert den Aufstieg, auch die Krankheiten, der Blutandrang der Anhänglichkeiten an die irdischen Dinge und die geistige Trägheit.

Seid also gesund in eurer Seele, aber da diese vollständige Gesundheit dem Menschen beinahe unmöglich ist, trachtet wenigstens danach, eure geistlichen Krankheiten in den Anfängen zu bekämpfen.

Seid fleißig. Sagt nicht: „Ich habe schon so viel gearbeitet, dass ich mich jetzt ausruhe.“ Nein, Meine Kinder, die Ich in der himmlischen Herrlichkeit erwarte! Mein Reich ist eine so große Freude, dass keine Mühe zu langwierig und zu hart ist, es zu erobern. 

Wenn ihr nach Meinem Gesetz handelt, ist Mein Reich schon in euch. Und das bemerkt ihr an dem Frieden, der wie eine unerschöpfliche Woge in euch fließt. Das ist nicht der armselige menschliche, von so vielen feindlichen Dingen und Personen bedrohte Friede. Es ist der wahre Friede: Mein Friede.“ 

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch

Jesus erscheint den Jüngern von Emmaus

08/05/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 8. Mai 2011: Lukas 24,13-35)

„… Nun ist er auferstanden. Alles hat er vollbracht. Glorreich ist er vor seiner Menschwerdung gewesen. Dreimal glorreich ist er nun, nachdem er sich so viele Jahre in einem Körper erniedrigt und sich dann selbst geopfert hat im vollkommenen Gehorsam durch seinen Tod am Kreuz, um den Willen Gottes zu erfüllen. Glorreich über alle Maßen wird er nun zusammen mit dem verherrlichten Fleisch zum Himmel auffahren und in die ewige Herrlichkeit eingehen. Dies wird der Beginn des Reiches sein, dessen Bedeutung Israel nicht verstanden hat.

  

Und zu diesem Reich ruft er eindringlicher denn je mit seiner ganzen Liebe und Autorität die Völker der Welt. Sie alle, wie es die Gerechten Israels und die Propheten geschaut und vorausgesagt haben, alle Völker werden zu ihrem Heiland kommen. Und es wird keine Juden oder Römer, Skythen oder Afrikaner, Iberer oder Kelten, Ägypter oder Phrygier mehr geben. Die von jenseits des Euphrat werden sich mit den Quellen des ewigen Flusses vereinigen. Die Völker des Nordens werden an der Seite der Numidier zu seinem Reich kommen; Rassen und Sprachen, Sitten und Hautfarben werden keine Rolle mehr spielen. Es wird ein einziges zahlloses, leuchtendes, reines Volk geben, eine einzige Sprache, eine einzige Liebe. Es wird das Reich Gottes, das Reich des Himmels sein, und der ewige Herrscher, der auferstandene Geopferte, und sein ewiges Volk, die an ihn Glaubenden. Glaubt also, um zu diesem Volk zu gehören!

Hier ist nun Emmaus, Freunde. Ich gehe weiter. Dem Wanderer, der noch einen so weiten Weg zurücklegen muss, ist kein Aufenthalt erlaubt.“

„Herr, du bist gelehrter als ein Rabbi. Wäre er nicht tot, würden wir glauben, dass er zu uns gesprochen hat. Wir möchten noch andere und ausführlichere Wahrheiten von dir hören; denn nun verstehen wir die Worte des Buches nicht mehr, da wir eine Herde ohne Hirten und durch den Hass Israels beunruhigt sind. Willst du, dass wir mit dir kommen? Du könntest uns weiterhin unterweisen und so das Werk des Meisters, der uns genommen wurde, vollenden.“

„Ihr habt ihn so lange gehabt, und es hat nicht genügt, euch zu vollenden? Ist dies hier nicht die Synagoge?“

„Ja. Ich bin Kleophas, der Sohn des Synagogenvorstehers Kleophas, der in der Freude gestorben ist, den Messias kennengelernt zu haben.“

„Und immer noch trüben Zweifel deinen Glauben? Aber es ist nicht eure Schuld. Nach dem Blut braucht es noch das Feuer. Dann werdet ihr glauben, denn ihr werdet verstehen. Lebt wohl.“

„O Herr, es will schon Abend werden, und die Sonne geht bald unter. Du bist müde und durstig. Komm herein. Bleibe bei uns. Du wirst zu uns von Gott sprechen, während wir Brot und Salz teilen.“

Jesus geht hinein und wird mit der üblichen hebräischen Gastfreundschaft bedient. Man bringt Getränke und Wasser für die müden Füsse.

Dann setzen sie sich zu Tisch, und die beiden bitten ihn, die Mahlzeit zu segnen.

Jesus steht auf, hält das Brot auf den flachen Händen, erhebt die Augen zum roten Abendhimmel, dankt für die Speise und setzt sich. Er bricht das Brot und teilt es mit seinen Gastgebern. Und während er dies tut, gibt er sich zu erkennen als der, der er ist: der Auferstandene.

 

Er ist nicht der strahlende Auferstandene, als der er den anderen, die ihm nahestehen, erschienen ist; Aber er ist ein Jesus voller Majestät, und die Wunden an den schmalen Händen sind deutlich zu sehen: rote Rosen auf dem Elfenbein der Haut. Ein sehr lebendiger Jesus in seinem wiederhergestellten Fleisch. Aber auch Gott in der Macht seines Blickes und seiner Erscheinung.

Die beiden erkennen ihn und fallen auf die Knie… Und als sie es wagen, wieder aufzublicken, bleibt von ihm nur noch das gebrochene Brot.

Sie nehmen es und küssen es. Jeder nimmt seinen Anteil und legt ihn, wie eine Reliquie in ein Leinentüchlein gewickelt, auf die Brust.

Sie weinen und sagen: „Er ist es gewesen! Und wir haben ihn nicht erkannt. Und dennoch, brannte nicht auch dir das Herz in der Brust, als er zu uns sprach und uns die Schrift auslegte?“

„Ja. Und nun glaube ich ihn neu zu sehen. Im Licht, das vom Himmel kommt. Dem Licht Gottes. Und ich sehe, dass er der Erlöser ist.“

„Gehen wir. Ich spüre weder Müdigkeit noch Hunger mehr. Wir wollen nach Jerusalem gehen und es seinen Jüngern berichten.“

„Gehen wir. Oh, hätte doch mein alter Vater diese Stunde noch erleben dürfen!“

„Sprich nicht so. Ihm war mehr gegeben als uns. Der Geist des gerechten Kleophas sah den Sohn Gottes in den Himmel zurückkehren ohne den Schleier, der ihn aus Erbarmen mit unserer menschlichen Schwäche verhüllte. Gehen wir! Gehen wir! Wir werden mitten in der Nacht ankommen. Aber wenn er es will, finden wir einen Weg, in die Stadt zu gelangen. Er, der die Tore des Todes geöffnet hat, kann ebenso die Tore der Stadtmauern öffnen. Gehen wir!“

Und in der purpurnen Abenddämmerung machen sie sich eilends auf den Weg nach Jerusalem.

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band XII von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Johannes der Täufer, „ein Großer des Reiches Gottes“ (2)

12/12/2010

(zurück zu Teil 1 des Auszugs)

Zum Sonntags-Evangelium vom 12. Dezember 2010: Mat 11,2-11

„(…) Johannes hat den Weg bereitet, wie es seine Aufgabe war. Was habt ihr in der Wüste gesucht? Ein Schilfrohr, das jeder Wind hin- und herbewegt? Was seid ihr hingegangen, zu sehen? Einen Menschen in weichlichen Kleidern? Aber diese wohnen in den Palästen der Könige, eingehüllt in weiche Gewänder, von tausend Dienern und Schmeichlern umgeben, und sind selbst nur Schmeichler eines armen Menschen. Hier ist einer von diesen. Fragt ihn, ob er nicht Abscheu vor dem Leben am Hof empfindet und Bewunderung für den rauhen und einsamen Felsen, auf den Blitze und Hagelkörner fallen und um den Winde brausen, die ihn zerschmettern wollen, während er aufrecht dasteht und sich mit allen Kräften zum Himmel erhebt und die Freude der Höhe predigt, erhaben und aufstrebend wie eine Flamme, die zum Himmel steigt.

Das ist Johannes! So sieht ihn Manaen; denn er hat die Wahrheit des Lebens und des Todes begriffen und sieht die Größe dort, wo sie wirklich ist, auch wenn sie sich unter dem Anschein der Rauheit verbirgt.

Und ihr, was habt ihr in Johannes gesehen, als ihr in aufgesucht habt? Einen Propheten? Einen Heiligen? Ich sage es euch: er ist mehr als ein Prophet. Er ist mehr als viele Heilige; denn er ist es, von dem geschrieben steht: „Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, damit er deinen Weg dir bereite.“


Engel! Bedenkt dies! Ihr wißt, daß die Engel reine Geister sind – von Gott geschaffen nach seinem geistigen Bild – als eine Verbindung zwischen dem Menschen: der Vollkommenheit des Himmels und der Erde, dem Schöpfer des geistigen und irdischen Reiches.

Im Menschen, auch im heiligsten, sind es immer Fleisch und Blut, die einen Abgrund zwischen ihm und Gott schaffen. Und der Abgrund wird immer tiefer durch die Sünde, die auch belastet, was geistig im Menschen ist. Da erschafft Gott die Engel, Geschöpfe, die die höchste Stufe der Schöpfungsleiter erreichen, so wie die Mineralien ihre Grundlage bilden; die Mineralien, der Staub aus dem die Erde besteht, die anorganische Materie im allgemeinen. Reine Spiegel des göttlichen Gedankens, willensbegabte Flammen, wirkend durch die Liebe, bereit zu verstehen und zu handeln, frei im Wollen wie wir, aber in einer ganz heiligen Weise, die keine Auflehnung und keine Sünde kennt: das sind die Engel, die Anbeter Gottes, seine Boten bei den Menschen, unsere Beschützer, die Spender des Lichtes, das sie umkleidet, und des Feuers, das sie anbetend aufnehmen.

Johannes wird in der Sprache der Propheten „Engel“ genannt. Ich aber sage euch: Unter den von der Frau Geborenen ist keiner größer als Johannes der Täufer. Und doch wird der Kleinste im Himmelreich großer sein als er, der Mensch. Denn ein jeder im Reich des Himmels ist Sohn Gottes und nicht Sohn einer Frau. Strebt daher alle danach, Bewohner des Reiches zu werden.(…)“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com,dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


„Ich bin Christus, und es wird keinen anderen Christus geben“

13/11/2010
zum Sonntagsevangelium vom 14. November 2010: Lukas 21,5-19

Sie setzen sich an den Abhang des Ölberges gegenüber dem Tempel, den die sinkende Sonne küßt. Jesus schaut ihn lange und traurig an. Die anderen betrachten voll Stolz seine Schönheit, doch ihr Stolz wird überschattet von der Sorge, die die Worte des Meisters hinterlassen haben. Sollte diese Pracht wirklich dem Untergang geweiht sein!…

Petrus und Johannes reden miteinander. Dann flüstern sie Jakobus des Alphäus und Andreas, die in ihrer Nähe sind, etwas zu, und diese nicken. Petrus wendet sich nun an den Meister und sagt: „Komm mit uns beiseite und erkläre uns, wann deine Prophezeiungen über die Zerstörung des Tempels sich erfüllen werden. Daniel spricht davon. Aber wenn es so gehen würde, wie er sagt und wie auch du sagst, dann würde der Tempel nur noch wenige Stunden bestehen. Wir sehen aber keine Heere oder Kriegsvorbereitungen. Wann wird es also geschehen? Welches wird das Zeichen dafür sein? Du bist gekommen. Du, sagst du, bist im Begriff uns zu verlassen. Doch weiß man, daß es erst geschehen wird, wenn du unter den Menschen weilst. Wirst du also zurückkommen? Wann findet diese Rückkehr statt? Erkläre es uns, damit wir wissen…“

Rembrandt van Rijn - Daniel 8

 

„Es ist nicht nötig beiseitezugehen. Du siehst, die getreuesten Jünger sind geblieben, jene, die euch zwölfen eine große Hilfe sein werden. Sie dürfen die Worte hören, die ich euch sage. Kommt alle her!“ ruft Jesus zum Schluß, um sie um sich zu versammeln.

Die am Hang verstreuten Jünger kommen näher, bilden eine geschlossene Gruppe um Jesus und seine Apostel und hören zu.

„Seht zu, daß euch  niemand irreführt in der Zukunft. Ich bin Christus, und es wird keinen anderen Christus geben. Wenn deshalb viele kommen und sagen „Ich bin Christus“ und viele verführen, so glaubt diesen Worten nicht, auch wenn sie von Wundern begleitet sind. Satan, der Vater der Lüge und der Beschützer der Lügner, hilft seinen Dienern und Anhängern mit falschen Wundern, die man jedoch als solche erkennen kann, da sie immer mit Angst, Unruhe und Lügen verbunden sind. Die Wunder Gottes kennt ihr: Sie schenken heiligen Frieden, Freude, Heil und Vertrauen und führen zu heiligen Wünschen und Werken. Die anderen nicht. Achtet daher auf die Art und Folgen der Wunder, die ihr in Zukunft sehen werdet als Werk der falschen Christusse und all derer, die sich in das Gewand eines Erlösers der Völker hüllen und stattdessen Raubtiere sind, die die Völker verderben.

Ihr werdet von Kriegen und Kriegsgerüchten hören, ihr werdet Kriege auch sehen, und man wird euch sagen: „Das sind die Zeichen des Endes.“ Erschreckt nicht. Es ist noch nicht das Ende. Dies alles muß vor dem Ende kommen, aber es ist noch nicht das Ende. Volk wird sich gegen Volk erheben und Reich gegen Reich, Nation gegen Nation, Kontinent gegen Kontinent, und Seuchen, Hungersnöte und Erdbeben werden kommen da und dort. Aber dies alles ist erst der Anfang der Wehen. Dann werden sie euch der Drangsal überliefern, euch töten und euch die Schuld an ihren Leiden geben in der Hoffnung, von diesen befreit zu werden, wenn sie meine Diener verfolgen und vernichten. Die Menschen beschuldigen immer die Unschuldigen, die Ursache der Übel zu sein, die sie, die Sünder, heraufbeschworen  haben. Selbst Gott, die vollkommene Unschuld und höchste Güte, klagen sie an, die Ursache ihrer Leiden zu sein. Ebenso werden sie es mit euch machen, und ihr werdet um meines Namens willen gehaßt werden. Es ist Satan, der sie aufstachelt. Und falsche Propheten werden aufstehen und viele irreführen. Und wieder wird Satan der Urheber von so viel Übel sein. Und weil die Gesetzeslosigkeit überhand nimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden. Zuerst muß die Frohe Botschaft vom Reich Gottes in der ganzen Welt verkündet werden zum Zeugnis für alle Völker. Und dann wird das Ende kommen. Die Rückkehr Israels zum Messias, das ihn annehmen wird, und die Verkündigung meiner Liebe auf der ganzen Welt. (…)“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band XI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com,dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


„Bemüht euch, durch die enge Pforte einzutreten“

21/08/2010
(zum Sonntagsevangelium v. 22. August 2010: Lukas 13,22-30)

„… Wer Christus verfolgt und ihn verleugnet, wer nicht nach dem lebt, was er lehrt, wird keinen Anteil haben an seinem Reich“, sagt Thomas mit seiner mächtigen Stimme.

Einer zieht ihn am Ärmel, zeigt auf Jesus und fragt: „Ist er sehr streng?“

„Nein! Im Gegenteil, er ist zu gut.“

„Was meinst du, werde ich gerettet werden? Ich gehöre nicht zu den Jüngern. Aber du weißt, wie ich bin und wie ich immer an das geglaubt habe, was du mir gesagt hast. Aber mehr als das bin ich nicht imstand zu tun. Was genau muß ich tun, außer dem, was ich schon tue, um gerettet zu werden?“

„Frage ihn selbst. Er hat eine viel weichere Hand und ein sanfteres Urteil als ich.“

Der Mann wagt sich vor. Er sagt: „Meister, ich beachte das Gesetz, und seit Thomas mir deine Worte wiederholt hat, versuche ich, noch besser danach zu leben. Aber ich bin nicht sehr großzügig. Ich tue das, was ich unbedingt tun muß. Ich meide die Sünde, weil ich mich vor der Hölle fürchte. Aber ich liebe meine Bequemlichkeiten… Ich bekenne, daß ich darauf achte, nicht zu sündigen, aber es darf mich keine allzu große Anstrengung kosten. Wenn ich so handle, werde ich dann gerettet werden?“

„Du wirst gerettet werden. Aber warum so kleinlich sein mit Gott, der so großmütig ist? Warum erstrebst du mehr schlecht als recht die Rettung und strebst nicht nach großer Heiligkeit, die den ewigen Frieden sofort schenkt? Auf, Mann! Sei hochherzig mit deiner eigenen Seele!“

Der Mann sagt demütig: „Ich werde darüber nachdenken, Herr! Ich werde nachdenken. Ich fühle, daß du recht hast und daß ich meiner Seele unrecht tue,  wenn ich sie einer langen Reinigung unterwerfe, bevor sie zum Frieden gelangt.“

„Bravo! Dieser Gedanke ist schon der Beginn der Vervollkommnung.“

Ein anderer von Rama fragt: „Herr, werden es nur wenige sein, die gerettet werden?“

„Wenn der Mensch Achtung vor sich selbst und liebevolle Ehrfurcht vor Gott hätte, dann würden alle Menschen gerettet werden, wie Gott es wünscht! Aber der Mensch handelt nicht so. In seiner Torheit gibt er sich mit Flittergold ab, anstatt echtes Gold zu erwerben. Seid großzügig im Streben nach dem Guten. Kostet euch das etwas? Gerade darin liegt das Verdienst. Bemüht euch, durch die enge Pforte einzutreten, denn die andere, die weitgeöffnete geschmückte Pforte, ist eine Verführung Satans, um euch auf Abwege zu führen.

Demutspforte, Eingang zur Geburtskirche in Bethlehem

Die Himmelspforte ist eng, niedrig, kahl und schmucklos. Um hindurchzukommen, muß man beweglich, unbelastet, ohne Prunk und ohne Hang zur Materie sein. Ihr müßt geistig sein, um es zu schaffen, andernfalls werdet ihr, wenn einst die Stunde des Todes schlägt, nicht hindurchkommen. In Wahrheit wird man dann viele sehen, die einzutreten versuchen, aber es nicht können, weil sie mit materiellen Dingen überlastet sind, mit weltlichem Prunk geziert, verhärtet durch eine Kruste von Sünden, unfähig sich zu beugen wegen des Hochmuts, der ihr Rückgrat versteift.

Und dann wird der Herr des Reiches kommen und das Tor schließen, und diejenigen, die nicht zur rechten Zeit hindurchgehen konnten, werden vor dem Eingang stehen, anklopfen und schreien: „Herr, öffne uns! Auch wir sind da.“ Aber er wird sagen: „Wahrlich, ich kenne euch nicht, noch weiß ich woher ihr kommt.“ Und sie: „Aber wie? Erinnerst du dich nicht an uns? Wir haben doch mit dir getrunken und gegessen, und dir zugehört, als du auf unsren Plätzen lehrtest.“ Aber er wird antworten: „Wahrlich, ich kenne euch nicht. Je länger ich euch anschaue, desto mehr scheint ihr mir gesättigt zu sein mit dem, was ich als unreine Speise bezeichnet habe. Wahrlich, je mehr ich euch durchforsche, desto mehr erkenne ich, daß ihr nicht von meiner Familie seid. Wahrlich, jetzt erkenne ich, wessen Kinder und Untergebene ihr seid: die des anderen.

Ihr habt Satan zum Vater und das Fleisch zur Mutter, als Amme den Hochmut, als Knecht den Haß, als Schatz die Sünde und als Perlen die Laster. In euren Herzen steht geschrieben: ‚Selbstsucht‘, und eure Hände sind beschmutzt vom Raub an euren Brüdern. Fort von hier! Weichet von mir, ihr alle, die ihr Werkzeuge der Bosheit seid.“


Und dann, während aus der Tiefe der Himmel in strahlender Herrlichkeit Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten und Gerechten des Reiches Gottes erscheinen werden, werden jene, die keine Liebe gehabt, sondern nur Egoismus gekannt haben, die kein Opfer auf sich genommen, sondern sich ihrer eigenen Weichlichkeit ergeben haben, weit fortgejagt, verbannt werden an jenen Ort, wo ewiges Klagen herrscht und es nichts als Schrecken gibt.

Doch die glorreich Auferstandenen, die von Osten und Westen, von Norden und Süden gekommen sind, werden sich versammeln an der Hochzeitstafel des Lammes, des Königs des Reiches Gottes. Und dann wird es sich zeigen, daß viele, die als die „Geringsten“ im Heer der Erde galten, die Ersten sein werden unter den Bewohnern des Reiches. Und man wird auch sehen, daß nicht alle Mächtigen Israels Mächtige im Himmel sind und daß nicht alle der von Christus zu seinem Dienste Erwählten es verdient haben, zum Hochzeitsmahl geladen zu werden. Vielmehr werden viele, die als die „Ersten“ angesehen wurden, nicht einmal die „Letzten“ sein. Denn viele sind berufen, aber nur wenige imstand, aus ihrer Erwählung eine wahre Ehre zu machen.“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Die Begegnung mit dem reichen Jüngling

11/10/2009

(zum Sonntags-Evangelium vom 11. Oktober 09: Mk 10, 17-30)

Jesus verlässt die Strasse nach Jericho und nimmt einen Seitenweg, der nach Doko führt. Kurz darauf stoßen sie auf eine Karawane, die ich weiss nicht woher kommt, eine reiche Karawane, die gewiss von sehr weit herkommt, denn die Frauen reiten auf Kamelen in schwankenden Aufbauten oder Sänften auf den Höckern der Tiere, während die Männer auf feurigen Pferden oder anderen Kamelen reiten. Ein junger Mann löst sich aus der Gruppe. Er lässt sein Kamel niederknien, gleitet aus dem Sattel und geht auf Jesus zu. Ein rasch herbeigeeilter Diener hält das Kamel am Zaum.

Der Jüngling wirft sich vor Jesus auf die Knie, verneigt sich tief und sagt: „Ich bin Philippus des Kanatha und Sohn wahrer Israeliten, und ich bin ein wahrer Israelit geblieben. Bis zum Tod meines Vaters war ich ein Jünger des Gamaliel; dann musste ich das Geschäft übernehmen. Mehr als einmal habe ich dir zugehört. Ich kenne deine Werke. Ich strebe ein besseres Leben an, um das ewige Leben zu erwerben, das du denen verheissen hast, die dein Reich in ihrem Innern errichten. Sage mir also, guter Meister: was muss ich tun, um das ewige Leben zu haben?“

„Warum nennst du mich gut? Gott allein ist gut.“

„Du bist der Sohn Gottes und gut wie dein Vater. Oh, sage mir, was ich tun muss.“

„Um in das ewige Leben einzugehen, musst du die Gebote halten.“

„Welche, mein Herr? Die alten oder deine Gebote?“

„In den alten sind meine Gebote enthalten. Meine Gebote ändern nichts an den alten. Es sind immer dieselben: Du sollst mit wahrer Liebe den einen, wahren Gott anbeten und die Vorschriften des Kultes befolgen; du sollst nicht töten, nicht stehlen, nicht Ehebruch begehen, kein falsches Zeugnis ablegen, Vater und Mutter ehren und dem Nächsten nicht schaden, sondern ihn lieben wie dich selbst. Wenn du dies tust, wirst du das ewige Leben erwerben.“

„Meister, alle diese Dinge habe ich von Kindheit an befolgt.“

Jesus schaut ihn liebevoll an und fragt sanft: „Und es scheint dir noch nicht genug zu sein?“

Heinrich Hofmann

„Nein, Meister. Das Reich Gottes in uns und im anderen Leben ist etwas Großes. Eine unendliche Gabe ist Gott, der sich uns schenkt. Ich fühle, das alles, was Pflicht ist, zu wenig ist im Vergleich zum Allumfassenden, Unendlichen, Vollkommenen, der sich uns schenkt, und ich glaube, dass wir ihn verdienen müssen durch Größeres als das, was verlangt wird, um nicht verdammt zu werden und ihm wohlgefällig zu sein.“

„Du hast recht. Um vollkommen zu sein, fehlt dir noch eines. Wenn du vollkommen sein willst, wie unser Vater im Himmel es wünscht, geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen; dann wirst du einen Schatz im Himmel haben und vom Vater geliebt werden, der seinen Schatz für die Armen auf Erden hingegeben hat. Dann komm und folge mir nach.“

Der Jüngling wird traurig und nachdenklich. Dann steht er auf und sagt: „Ich werde deinen Rat bedenken… “ und er entfernt sich betrübt.

Judas lächelt spöttisch und murmelt: „Also ich bin nicht der einzige, der das Geld liebt!“

Jesus wendet sich um und schaut ihn an… Dann schaut er die anderen elf Gesichter an, die ihn umgeben, und seufzt: „Wie schwer ist es für einen Reichen, ins Himmelreich einzugehen, denn sein Tor ist schmal und der Weg dorthin beschwerlich, und wer beladen ist mit der großen Last der Reichtümer kann ihn nicht gehen noch das Tor durchschreiten. Um dort einzugehen, darf man nur geistige Schätze der Tugend sammeln und muss sich von aller Anhänglichkeit an irdische und eitle Dinge befreien.“ Jesus ist sehr traurig…

Die Apostel schauen einander heimlich an…

Jesus fährt fort, während er der Karawane des reichen Jünglings, die sich entfernt, nachblickt: „Wahrlich, ich sage euch, leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in den Himmel.“

„Aber wer kann dann gerettet werden? Durch das Elend wird man oft zum Sünder, aus Neid oder mangelnder Achtung vor dem Eigentum anderer, oder aus Zweifel an der Vorsehung. Der Reichtum ist ein Hindernis für die Vollkommenheit… Wer also kann dann noch gerettet werden?“

Jesus schaut sie an und sagt: „Was für die Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich, denn für ihn ist alles möglich. Es genügt, dass der Mensch ihm, seinem Herrn, mit gutem Willen hilft. Guten Willen haben heisst, den erhaltenen Rat annehmen und sich bemühen, den Reichtümern entsagen zu lernen und frei zu werden. Frei von allen irdischen Banden, um Gott nachfolgen zu können. Denn die wahre Freiheit hat der Mensch erlangt, wenn er der Stimme Gottes folgt, die ihre Befehle leise seinem Herzen eingibt, wenn er weder der Sklave seiner selbst, noch der Welt, und daher auch nicht der Sklave Satans ist. Der Mensch soll die herrliche Willensfreiheit gebrauchen, die Gott ihm geschenkt hat, um frei und ausschließlich das Gute zu wollen und so das ewig strahlende, freie, selige Leben zu erlangen. Auch der Sklave des eigenen Lebens soll man nicht sein, wenn man sich, um es zu erhalten, dem Willen Gottes widersetzt. Ich habe es euch gesagt: ‚Wer sein Leben verliert aus Liebe zu mir und um Gott zu dienen, wird es für alle Ewigkeit gewinnen.‘ „

„Schau! Wir haben alles verlassen, um dir zu folgen, auch die erlaubten Dinge. Was werden wir dafür erhalten? Werden wir in dein Reich eingehen?“ fragt Petrus.

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, alle, die mir auf diese Weise nachgefolgt sind und auch in Zukunft nachfolgen werden – denn man hat immer Zeit, um die bisher begangenen Fehler und Sünden wiedergutzumachen, man  hat immer Zeit, solange man auf Erden weilt und Tage bleiben, in denen man für das begangene Böse Sühne leisten kann – sie werden mit mir in meinem Reich sein. Wahrlich, ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid und wiedergeboren wurdet, werdet auf Thronen sitzen und die Stämme der Erde richten, zusammen mit dem Menschensohn, der auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird. Wahrlich, ich sage euch noch, jeder, der aus Liebe zu meinem Namen Haus, Felder, Vater, Mutter, Brüder, Frau, Kinder und Schwestern verlässt, um die Frohe Botschaft zu verbreiten und mein Nachfolger in dieser Welt zu sein, wird das Hundertfache in dieser Zeit und das ewige Leben in der kommenden Zeit haben.“

„Aber wenn wir alles verlieren, wie können wir dann unseren Besitz hundertfach vermehren?“ fragt Judas von Kerioth.

„Ich wiederhole euch: Was den Menschen unmöglich ist, das ist Gott möglich. Und Gott wird denen das Hundertfache an geistiger Freude geben, die es als Menschen in dieser Welt verstanden haben, Kinder Gottes zu sein, also geistige Menschen. Sie werden wahre Freude hier und im Jenseits erleben. Und weiter sage ich euch, nicht alle, die scheinbar die Ersten sind, sind wirklich die Ersten. Und nicht alle, die scheinbar die Letzten sind, und weniger als die Letzten, da sie scheinbar nicht zu meinen Jüngern und nicht einmal zu meinem auserwählten Volk gehören, werden die Letzten sein. Wahrlich, viele der Ersten werden die Letzten sein, und viele der Letzten, Allergeringsten, werden die Ersten sein… Aber dort ist schon Doko. Geht alle voraus, mit Ausnahme des Judas von Kerioth und des Zeloten. Geht und kündigt mich denen an, die mich brauchen.“

Und Jesus wartet mit den beiden zurückgebliebenen Aposteln auf die drei Marien, die in einigem Abstand folgen.

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band X  von Maria Valtorta, mit  der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.