Posts Tagged ‘Reichtum’

… den du, o Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast.

28/05/2012

Die dritte Betrachtung des Freudenreichen Rosenkranzes nach dem hl. Grignion de Montfort:

Drittes Geheimnis: Geburt Jesu –

Frucht des Geheimnisses: Verachtung des Reichtums und Liebe zur Armut

Welche Armut im Stalle! Ein wenig Stroh! Einige Windeln, um gegen winterliche Kälte das Kindlein zu schützen! Arme Hirten als Hofstaat! Welche Entblößung und Losschälung! Wie verurteilt das Kind Jesu den Geiz, die Liebe zum Reichtum und zur Welt! Flehe zu Maria um die Gnade der vollkommenen Losschälung von allen Geschöpfen.

Wir opfern Dir auf, Herr Jesus Christus, diesen dritten Zehner zu Ehren Deiner Geburt im Stalle zu Bethlehem; wir bitten Dich durch dieses Geheimnis und durch die Fürbitte Deiner heiligen Mutter um die Losschälung von den Gütern der Welt, um Verachtung des Reichtums und Liebe zur Armut. Amen.

Vater unser im Himmel…, 10 Gegrüßet seist du Maria…, Ehre sei dem Vater…, O Jesus…

Durch das Geheimnis der Menschwerdung steige herab, o Heiliger Geist, in unsere Seelen. Amen.

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„Wisst ihr nicht, dass Maria Mein Tempel ist?“

10/03/2012

zum Evangelium des 3. Fastensonntags 2012: Joh 2,13-25

3. Juni [1943]

Jesus sagt:

„Viele verlangen von Mir ein Zeichen. Was für ein Zeichen? Ein Zeichen der Zeit oder ein Zeichen meiner Allmacht?

Das Zeichen der Zeit habt ihr bereits. Ich wiederhole: „Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz abzuändern.“ Ihr seid es, die es geändert habt. Ich nehme auch Mein Wort nicht zurück. Was Ich gesagt habe, habe Ich gesagt. Alles, was von dem Moment an, da Ich als Mensch unter den Menschen lebte, geschehen soll, bis zu dem Moment meiner Wiederkunft als Gott – Ich, der Sohn Gottes -, um die Menschen zu richten, ist in Meinem Evangelium enthalten.

Ihr seid es, ihr Toren, die ihr den Kopf mit tausenden unnützen Geräuschen und perversen Gedanken angefüllt habt, die nicht mehr verstehen, was Ich gesagt habe. Seid ihr denn vielleicht nicht mit Feuer gesalzen,  mit demselben Feuer, das meine Feinde in Ewigkeit salzen wird? Das, was euch jetzt brennt und das auf euch herabkommt, um euch zu zerstören und euch immer mehr zur Gotteslästerung und zur Häresie führt, ist nur eine Vorwegnahme desjenigen, von dem Ich rede, das denen bestimmt ist, die Ärgernis erregen und sich nicht bekehren. Ihr gehört zu denen. 

Ihr beschäftigt euch nur mit eurem Körper und mit ungerechtem Reichtum und tretet die Gewissen und die Altäre mit Füßen; ihr profaniert alles, was ihr anrührt und tötet Mich noch einmal in euch selbst.

Das sind die Geschenke, die euch Luzifer, unter dessen Fahne ihr euch geschart habt, zu geben weiß. Das Tier bläst aus seinem Maul Feuer, nachdem es euch in die Sünde der Verderbnis getaucht hat. Das sind seine Geschenke. Anderes kann es euch nicht geben. Während Ich euch, zusammen mit Mir Selbst, alle Schätze der Gnade geschenkt habe.

Wollt Ihr ein Zeichen Meiner Allmacht? Ich gebe euch doch seit 20 Jahrhunderten dieses Zeichen. Wozu hat es gedient? Ich habe die Ströme Meiner Gnaden über euch ausgegossen und sie in tausenden und zehntausenden Wundern vom Himmel auf euch herabkommen lassen. Ich habe eure Kranken geheilt, habe eure Kriege zum Stillstand gebracht, habe euren Geschäften Gelingen gegeben, habe auf eure Zweifel, auch in Dingen des Glaubens, geantwortet, weil Ich eure Schwachheit kenne, die nicht glaubt, wenn sie nicht sieht; bin gekommen, um Meine Lehre zu wiederholen, habe Meine Mutter gesandt, damit sie mit ihrer Sanftmut euch zu Buße und Liebe geneigt mache. Wozu hat es genützt?

Ihr habt mich wie einen tumben Trottel behandelt, Meine Allmacht und Meine Geduld ausgenutzt und gemeint, dass Ich, nachdem Ich das Wunder gewirkt habe, nicht weiter daran denken würde. Nein, ihr Kinder Meines Schmerzes. Alles ist in dem großen Buch meines Gedächtnisses aufgezeichnet, und nicht mit Tinte, sondern der glühenden Kohle der göttlichen Liebe. Und alles wird ins Gedächtnis zurückgerufen.

Ihr habt das Kommen Meiner Mutter für menschliche Zwecke ausgenutzt, habt es zum Gegenstand des Spottes und zum Gelderwerb gemacht. Wisst ihr nicht, dass Maria Mein Tempel, und dass Mein Tempel ein Haus des Gebets und nicht eine Räuberhöhle ist? Ihre so liebevollen, so flehenden, unter Tränen vorgebrachten Worte an euch, die ihr den göttlichen Sohn umgebracht habt und noch nicht einmal um dieses großen Opfers willen Frucht zu bringen wißt, sie klangen euch wie ein unnützes Lied. Ihr seid weiter auf der Straße des Verderbens gegangen. (…)

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Maria kann die Zweitgeborene des Vaters genannt werden
Um Fleisch zu werden, bedurfte Ich einer Mutter

„Wisst zu handeln wie weise Perlenhändler…“

23/07/2011

(zum Sonntags-Evangelium vom 24. Juli 2011: Mt 13,44-52)

„Meister, vor einigen Tagen hast du gesagt, dass es viele gibt, die sich von den Dingen der Welt verführen lassen. Sind es sie, die für Satan fischen?“ fragt Jakobus des Alphäus.

„Ja, mein Bruder! In diesem Gleichnis lässt sich der Mensch verführen vom vielen Geld, das viele Ergötzlichkeiten verschaffen kann, und er verliert so jegliches Recht auf den Schatz des Reiches Gottes. Wahrlich, ich sage euch, von hundert Menschen ist nur ein Drittel darum bemüht, der Versuchung des Geldes oder anderen Verführungen zu widerstehen; und von diesem Drittel versteht es nur die Hälfte, es auf heroische Weise zu tun.

Die Welt stirbt an Erstickung, weil sie sich freiwillig von den Stricken der Sünde erdrosseln lässt. Es ist besser, von allem entblößt zu sein, als törichte und blendende Reichtümer zu besitzen. Wisst zu handeln, wie weise Perlenhändler, die erfahren haben, dass irgendwo eine große, seltene Perle gefunden wurde, und sich nicht von kleinen Perlen in ihrer Werkstatt aufhalten lassen, sondern sich von allem entledigen, um diese wunderbare Perle zu erwerben.“

„Aber warum machst du selbst Unterschiede in der Mission, die du deinen Nachfolgern überträgst, und sagst uns, dass wir diese Mission als ein Geschenk Gottes halten sollen? Also müssten wir auch darauf verzichten, denn auch dies sind Brosamen im Vergleich zum Himmelreich“, sagt Bartholomäus.

„Keine Brosamen, Mittel sind es! Krumen wären es, oder besser noch, schmutzige Strohhalme, wenn sie menschlichen Zwecken im Leben dienen würden. Wer bemüht ist, einen menschlichen Gewinn aus einem solchen heiligen Posten zu ziehen, macht aus diesem einen schmutzigen Strohhalm. Aber macht daraus einen Akt des Gehorsams, eine freudige Pflicht, ein wirkliches Opfer, und es wird für euch eine wirkliche Perle sein. Die apostolische Mission ist eine vollkommene Aufopferung, wenn sie ohne Vorbehalt geübt wird, ein Martyrium und eine Glorie. Sie trieft von Tränen, Schweiss und Blut, doch sie bildet die Krone der ewigen Herrlichkeit.“

„Du weisst wirklich auf alles eine Antwort!“

„Aber habt ihr mich wirklich verstanden? Begreift ihr, was ich euch mit Vergleichen sage, die sich auf alltägliche Dinge beziehen, die aber, vom übernatürlichen Licht erleuchtet, eine Erklärung für die ewigen Dinge sind?“

„Ja, Meister!“

„Dann erinnert euch dieser Methode bei der Belehrung der Menge. Denn eines der Geheimnisse der Schriftgelehrten und der Rabbis ist das Gedächtnis. In Wahrheit sage ich euch, dass ein jeder von euch, der in der Wissenschaft vom Besitz des Himmelreiches erfahren ist, einem Familienvater gleicht, der aus seinem Schatz herausholt, was der Familie dienlich ist, indem er alte und neue Dinge zum einzigen Zweck benützt, das Wohlbefinden seiner eigenen Kinder zu fördern… Es hat aufgehört zu regnen. Lassen wir jetzt die Frauen im Frieden, und gehen wir zum alten Tobias, der dabei ist, seine geistigen Augen der Morgenröte des Jenseits zu öffnen.

Der Friede sei mit euch, Frauen!“

Auszug aus “Der Gottmensch″ Bd. IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Die Armen im Geiste

30/01/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 30. Januar 2011: Matthäus 5,1-12)

19. Juli [1944]

Jesus sagt:

“ (…) Die große Kategorie der „Armen im Geiste“, die Ich als erste aufgezählt habe – Ich könnte nämlich auch sagen, dass ohne eine solche Freiheit des Geistes über alle Annehmlichkeiten des Lebens die übrigen Tugenden, durch die man die Seligkeiten erlangt, nicht zu gewinnen sind – diese große Kategorie teilt und unterteilt sich in viele Formen.


Demut des Denkens, das nicht geschwollen daher kommt und sich als ein Superdenken proklamiert, sondern das Geschenk Gottes in Anerkennung seines Göttlichen Ursprungs zum Guten benutzt. Allein dafür.

Hochherzigkeit in den Anhänglichkeiten, und diesen zu entsagen wissen, um Gottes Willen zu folgen. Sogar dem Leben entsagen zu wissen. Das animalische Geschöpf hält dieses ja für den wahrsten und instinktiv festzuhaltendsten Reichtum. Meine Märtyrer sind in dieser Hinsicht alle hochherzig gewesen; ihr Geist hat arm zu werden verstanden, um „reich“ an dem einzigen ewigen Reichtum: an Gott, zu werden.

Rechtschaffenheit hinsichtlich der Liebe zu den eigenen Dingen. Es ist Pflicht, sie als Zeugnis der göttlichen Vorsehung uns gegenüber zu schätzen. Ich habe bereits in früheren Diktaten darüber gesprochen. Sie jedoch nicht mehr als Gott und Seinen Willen selbst zu lieben, sie nicht so zu lieben, dass man Gott flucht, wenn Menschenhand sie diesem entwindet.

Und schließlich wiederhole ich noch einmal: Freiheit von der Sklaverei des Geldes.

Das sind also die verschiedenen Formen der geistigen Armut, von denen Ich sagte, dass sie gerechter Weise das Himmelreich erhalten werden. Alle die labilen Reichtümer des menschlichen Lebens soll man mit Füssen treten, um die ewigen zu erhalten. Die Erde mit dem trügerischen Geschmack ihrer Früchte, die süß an der Oberfläche, aber bitter in ihrem Innern sind, auf den letzten Platz verweisen und an der Eroberung des Himmels arbeiten. Ach! Dort gibt es keine Früchte von täuschender Würze. Dort gibt es nur die unaussprechliche Frucht des Gottesgenusses. (…) „

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com,dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Auszug aus „Der Gottmensch“: Die Seligpreisungen


Gleichnis vom klugen Verwalter

18/09/2010
zum Sonntagsevangelium vom 19. September 2010: Lukas 16,1-13

„… Der Verwalter ging zu einem anderen Schuldner und redete mit ihm mehr oder weniger auf die gleiche Weise. Dieser mußte hundert Scheffel Weizen zurückgeben, denn drei Jahre hintereinander hatte die Dürre sein Getreide vernichtet, und er hatte den Reichen um Weizen bitten müssen, um seine Familie ernähren zu können.

„Aber denk doch nicht daran, das Doppelte von dem zurückzugeben, was er dir gegeben hat! Das Doppelte verlangen von einem, der Hunger leidet und Kinder hat, während das Seine in den Scheunen wurmstichig wird, weil er es im Überfluß hat! Schreibe achtzig Scheffel.“

„Aber wenn er sich daran erinnert, daß er mir zwanzig, dann abermals zwanzig und schließlich zehn gegeben hat?“

„Was wird er sich schon daran erinnern? Ich habe sie dir gegeben, und ich will mich nicht daran erinnern. Mache es so, wie ich gesagt habe, dann ist alles in Ordnung. Gerechtigkeit muß sein zwischen arm und reich! Wenn ich der Herr wäre, würde ich nur fünfzig zurückfordern, und vielleicht würde ich dir sogar auch diese noch schenken.“

„Du bist gut. Wenn nur alle so wären wie du. Denk daran, daß mein Haus dir immer offen steht.“


Der Verwalter ging zu anderen und verfuhr mit ihnen ebenso. Er erklärte sich bereit zu leiden, um alles mit Gerechtigkeit in Ordnung zu bringen, und es regnete Angebote von Hilfeleistungen und Segnungen auf ihn herab. Nachdem er seine Zukunft sichergestellt hatte, ging er beruhigt zum Herrn. Dieser war ihm heimlich gefolgt und hatte sein Spiel entdeckt. Aber er lobte ihn dennoch mit den Worten: „Deine Handlungsweise ist nicht gut, und ich billige sie nicht. Aber ich lobe dich ob deiner Klugheit. Wahrlich, wahrlich, die Kinder dieser Welt sind gegenüber ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.“

Und was der Reiche sagte, sage ich auch zu euch: „Der Betrug ist nie lobenswert, jedoch ermahne ich euch, die Dinge der Welt wenigstens mit Klugheit zu gebrauchen, wie es die Söhne der Welt tun, und sie in Münzen für den Eintritt in das Reich des Lichtes umzuwandeln.“ Das heißt, mit den irdischen Reichtümern, die ungerecht verteilt sind und zum Erwerb eines vorübergehenden Wohlstandes gebraucht werden, der keinen Wert im Ewigen Reich hat, schafft euch Freunde, die euch die Tore dieses Reiches öffnen können. Tut Gutes mit den Gütern, die ihr besitzt. Gebt zurück, was ihr oder andere aus eurer Familie auf ungerechte Weise erworben haben. Macht euch frei von krankhafter und sündhafter Anhänglichkeit an die Reichtümer, und alle diese Dinge werden wie Freunde sein, die euch in der Stunde des Todes die ewigen Pforten öffnen und euch in die seligen Stätten aufnehmen. Wie könnt ihr verlangen, daß Gott euch seine paradiesischen Güter gibt, wenn er sieht, daß ihr nicht einmal von euren irdischen Gütern guten Gebraucht macht? Wollt ihr, daß verschwenderische Elemente in das himmlische Jerusalem aufgenommen werden? Nein, das wird nie geschehen. Dort oben lebt man in Liebe, Großherzigkeit und Gerechtigkeit. Alle für einen, und alle für alle. Die Gemeinschaft der Heiligen ist eine tätige und ehrbare Gesellschaft, eine heilige Gesellschaft, und niemand, der sich als ungerecht und untreu erwiesen hat, kann ihr angehören.

Sagt jedoch nicht: „Aber dort oben werden wir treu und gerecht sein, denn dort werden wir alles haben, ohne das Schicksal fürchten zu müssen.“ Nein! Wer in den kleinen Dingen untreu ist, würde es auch sein, wenn er alles besäße, und wer ungerecht im Kleinen ist, ist es auch im Großen. Gott vertraut die wahren Reichtümer nicht dem an, der gezeigt hat, daß er mit den irdischen Gütern nicht umzugehen weiß. Wie kann euch Gott eines Tages im Himmel die Aufgabe der geistigen Hilfe für die Brüder auf Erden übertragen, wenn ihr bewiesen habt, daß Stehlen und Betrügen oder die gierige Erhaltung eures Reichtums eure grundlegenden Charaktereigenschaften sind?

Er wird euch deshalb den Schatz vorenthalten, der für euch bereitet war, und wird ihn jenen geben, die es verstanden haben, auf Erden Vorsorge zu treffen, indem sie auch das, was ungerecht und ungesund ist, zu Werken benützt haben, die es gerecht und gesund haben werden lassen.

Kein Knecht kann zwei Herren dienen, denn entweder gehört er dem einen an oder dem anderen, und entweder den einen oder den anderen wird er hassen. Die beiden Herren, zwischen denen der Mensch wählen kann, sind Gott und der Mammon. Wenn er dem ersten angehören will, kann er nicht das Zeichen des zweietn tragen, seiner Stimme folgen und seine Mittel in Anspruch nehmen.“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band VII von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com,dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch


„Selig die Diener, die der Herr wachend findet, wenn er kommt“

07/08/2010
(zum Sonntagsevangelium vom 8. August 2010: Lk 12,32-48)

„… Fürchte dich nicht, meine kleine Herde! Meinem Vater hat es gefallen, euch zum Reich zu berufen, damit ihr dieses Reich besitzt. Ihr könnt daher nach ihm streben und dem Vater mit eurem guten Willen und eurem heiligen Tun helfen. Verkauft eure Güter und gebt Almosen, wenn ihr allein seid. Laßt den Euren das Nötige, wenn ihr das Haus verlaßt, um mir zu folgen; denn es ist gerecht, den Kindern und den Frauen das Brot nicht vorzuenthalten.

Wenn ihr euer Geld nicht opfern könnt, dann opfert den Reichtum des Mitgefühls. Auch das sind Münzen, die Gott als solche bewertet, und zwar wie reinstes Gold und Perlen, die kostbarer sind als die des Meeres; wie Rubinen, die seltener sind als die aus dem Schoß der Erde. Denn meinetwegen auf die eigene Familie verzichten bedeutet Liebe, die vollkommener ist als lauteres Gold, eine Perle aus Tränen und ein Rubin aus Blut, das aus der Wunde des Herzens quillt, das zerrissen wurde durch die Trennung von Vater und Mutter, von Frau und Kindern.

Und diese Börsen bekommen keine Löcher, dieser Schatz geht nie verloren. Diebe können nicht in den Himmel eindringen. Die Motte zerstört nicht, was dort aufgehoben ist. Habt den Himmel im Herzen und das Herz im Himmel bei eurem Schatz. Denn das Herz, sei es gut oder böse, ist immer dort, wo es glaubt, daß sich sein Schatz befindet. So wie das Herz also dort ist, wo der Schatz ist – im Himmel – so ist der Schatz dort, wo das Herz ist – also in euch -; ja, der Schatz ist im Herzen, und mit dem Schatz der Heiligen ist im Herzen der Himmel der Heiligen.

Seid immer bereit wie einer, der auf Reisen gehen will oder auf seinen Herrn wartet. Ihr seid Diener Gottes, des Herrn. Jede Stunde kann er euch zu sich rufen oder dorthin kommen, wo ihr seid. Seid daher immer bereit, aufzubrechen oder ihm mit zur Reise oder zur Arbeit gegürteten Lenden und mit brennenden Lampen Ehre zu erweisen. Beim Verlassen des Hochzeitssaales mit einem, der euch in den Himmel, oder bei der Weihe an Gott auf Erden, vorausgegangen ist, kann Gott sich euer, die ihr wartet, erinnern und sagen: ‚Gehen wir zu Stephanus oder Johannes, zu Jakobus oder Petrus.‘ Gott kommt unversehens und sagt: ‚Komm!‘ Seid daher bereit, ihm die Tür zu öffnen, wenn er kommt, oder aufzubrechen, wenn er euch ruft.

Selig die Diener, die der Herr wachend findet, wenn er kommt. Wahrlich, um sie für ihre treue Erwartung zu belohnen, wird er sein Gewand schürzen und sie am Tisch Platz nehmen lassen, um sie zu bedienen. Das kann zur ersten, zur zweiten oder zur dritten Nachtwache geschehen. Ihr wißt es nicht. Seid daher immer wachsam! Selig seid ihr, wenn euch der Herr wachend findet! Täuscht euch nicht, indem ihr sagt ‚Es ist noch Zeit! Heute Nacht wird er nicht kommen.‘ Es könnte schlecht ausgehen. Ihr wißt es nicht. Wenn einer wüßte, wann der Dieb kommt, würde er das Haus nicht unbewacht und den Bösewicht nicht die Türe und die Schlösser aufbrechen lassen. Seid auch ihr wachsam, denn wenn ihr am wenigsten daran denkt und darauf vorbereitet seid, wird der Menschensohn kommen und sagen: ‚Die Stunde ist gekommen.‘ „

Petrus, der sogar vergessen hat, fertigzuessen, um dem Herrn zuzuhören, fragt nun: „Was du da sagst, gilt das für uns oder für alle?“

Jesus und Petrus

„Es gilt für euch und für alle. Doch mehr für euch, denn ihr seid wie Aufseher, die der Herr an die Spitze seiner Diener gestellt hat; ihr seid doppelt verpflichtet, bereit zu sein, als Aufseher und als einfache Gläubige.

Wie muss der vom Herrn an die Spitze der Diener bestellte Aufseher sein, um jedem zur rechten Zeit den gerechten Anteil zu geben? Er muß gewissenhaft und treu sein. Um seine Pflicht zu erfüllen und um die Untergebenen ihre Pflicht erfüllen zu lassen. Sonst würden die Angelegenheiten des Herrn, der dafür bezahlt, daß der Aufseher ihn vertritt und in seiner Abwesenheit die Geschäfte abwickelt, Schaden leiden. Selig der Knecht, den der Herr bei seiner Rückkehr treu, eifrig und gerecht vorfindet. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn auch zum Aufseher über andere Güter, alle seine Güter, machen und sich ausruhen und sich in seinem Herzen freuen über die Sicherheit, die ein solcher Diener ihm gibt.

Wenn aber dieser Knecht sich sagt: ‚Oh, gut! Der Herr ist weit fort und hat mir geschrieben, daß sich seine Rückkehr verzögern wird. So kann ich tun, was ich will, und wenn seine Ankunft bevorsteht, werde ich mich um alles kümmern‘; wenn er dann zu essen und zu trinken beginnt, bis er betrunken ist, und betrunken Anordnungen gibt, und die guten Knechte, die ihm unterstellt sind, sich weigern, ihm zu gehorchen, um dem Herrn keinen Schaden zuzufügen; wenn er dann anfängt, Diener und Dienerinnen zu schlagen, so daß sie krank werden und dahinsiechen; wenn er glaubt, glücklich zu sein und sagen zu können: ‚Endlich kann ich einmal verkosten, was es heißt, Herr zu sein und von allen gefürchtet zu werden‘, was wird dann geschehen? Es wird geschehen, daß der Herr zurückkehrt, wenn er es am wenigsten erwartet; vielleicht in eben dem Augenblick, da er Geld einsteckt oder einen der schwächeren Knechte besticht. Dann – das sage ich euch – wird der Herr ihn von seinem Posten als Aufseher und sogar aus den Reihen seiner Diener verjagen, denn es ist nicht statthaft, Untreue und Verräter unter den Redlichen zu lassen. Und je mehr der Herr ihn zuvor geliebt und unterwiesen hatte, desto mehr wird er bestraft werden.

Denn je besser man die Absichten und den Willen des Herrn kennt, desto mehr ist man gehalten, alles mit äußerster Sorgfalt auszuführen. Wer nicht alles ausführt, was der Herr ihm ausführlich gesagt hat, wird schwer bestraft werden, während ein geringerer Diener, der wenig weiß und Fehler macht im Glauben, das Richtige zu tun, weniger bestraft werden wird.

Von dem, dem viel gegeben wurde, wird auch viel verlangt werden, und wer beauftragt war, viel zu verwalten, wird viel geben müssen; denn von meinen Verwaltern wird auch die Seele des Kindes gefordert werden, das nur eine Stunde gelebt hat. …“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Gleichnis vom reichen Kornbauern

31/07/2010
(zum Sonntagsevangelium vom 1. August 2010: Lk 12, 13-21)

„… Bereitet jetzt euren Schatz vor. Beginnt schon in der Jugend, ihr, die ihr noch jung seid; arbeitet unablässig, ihr Älteren, die ihr wegen eures Alters dem Tod näher seid. Und da ihr nicht wißt, wann ihr diese Welt verlaßt und der Jüngling oft vor dem Greis stirbt, verschiebt diese Arbeit nicht und schafft euch einen Schatz an Tugenden und guten Werken für das andere Leben, damit euch nicht der Tod ereilt, bevor ihr einen Schatz an Verdiensten im Himmel habt. Viele sagen: „Oh, ich bin noch jung und stark! Jetzt will ich mein Leben genießen, später will ich mich bekehren!“ Großer Irrtum!

Hört dieses Gleichnis. Einem reichen Mann haben seine Ländereien eine reichliche Ernte gebracht. Wirklich eine wunderbare Ernte. Er betrachtet glücklich all seinen Reichtum, der sich in Hülle und Fülle auf seinen Feldern und seinen Tennen anhäuft; und da er keinen Platz mehr in den Scheunen hat, um ihn unterzubringen, benützt er sogar die Räume seines Hauses. Dann sagt er zu sich: „Ich habe gearbeitet wie ein Sklave, aber die Erde hat mich nicht enttäuscht. Ich habe für zehn Ernten gearbeitet, und jetzt will ich mich entsprechend ausruhen. Wie kann ich alles unterbringen? Ich will nichts verkaufen, denn ich wäre dann gezwungen, wieder zu arbeiten für eine neue Ernte im nächsten Jahre. Ich mache es so: Ich will meine Scheunen abreißen und größere bauen, in denen meine ganze Ernte, und was ich besitze, Platz hat. Dann will ich zu meiner Seele sagen: ‚O meine Seele! Du hast nun Vorrat für viele Jahre. Ruhe dich aus, iß und trink und laß es dir gut gehen.‘ „


Dieser Mann verwechselt so wie viele andere den Körper mit der Seele und vermischt das Heilige mit dem Unheiligen, denn wahrlich, in der Schwelgerei und im Müßiggang erfreut sich die Seele nicht, sondern sie verkümmert; so ruht er sich wie viele andere nach der ersten großen Ernte auf den Feldern des Guten aus, da ihm scheint, daß schon alles getan ist.

Wißt ihr denn nicht, daß man, wenn man die Hand an den Pflug gelegt hat, durchhalten muß, zehn oder hundert Jahre, solange das Leben dauert; denn Aufhören ist ein Verbrechen gegen sich selbst, durch das man die Erlangung einer größeren Herrlichkeit unmöglich macht; es ist ein Rückschritt, denn wer beim Durchschnittlichen stehenbleibt, kommt nicht nur nicht mehr vorwärts, er geht vielmehr rückwärts. Der Schatz des Himmels muß sich von Jahr zu Jahr vermehren, um Wert zu haben.

Denn, wenn die Barmherzigkeit auch mit dem gütig sein wird, der nur wenige Jahre Zeit hatte, so ist sie nicht Helfershelfer der Trägen, die viele Jahre haben und wenig tun. Es ist ein Schatz, der ständig anwachsen muss, sonst ist er kein gewinnbringendes, sondern totes Kapital, und dies auf Kosten des im Himmel wartenden Friedens.

Gott sagte zum Törichten: „Du törichter Mensch, der du den Körper und die irdischen Güter mit dem, was Geist ist, verwechselst und die Gnade Gottes in Schlechtes verkehrst, wisse, daß noch heute nacht deine Seele von dir gefordert werden und der Körper leblos zurückbleiben kann. Was du vorbereitet hast, wem wird es gehören? Kannst du es mitnehmen? Du wirst ohne deine irdische Ernte und ohne Verdienste für den Himmel erworben zu haben vor mir erscheinen und im anderen Leben arm sein. Besser wäre es für dich gewesen, du hättest mit deiner Ernte Barmherzigkeit am Nächsten geübt. Denn wenn du gegen deinen Nächsten barmherzig bist, ist Gott auch dir barmherzig. Anstatt an Müßiggang zu denken, hättest du Tätigkeiten nachgehen sollen, die deinem Körper wahren Nutzen und deiner Seele Verdienste einbringen, bis ich dich rufen werde.“ Und der Mann starb in der Nacht und wurde streng gerichtet.

Wahrlich, ich sage euch, so geht es dem, der irdische Reichtümer sammelt, aber in den Augen Gottes arm bleibt. Nun geht und zieht einen Nutzen aus der Lehre, die ich euch gegeben  habe. Der Friede sei mit euch!“

Jesus segnet das Volk und zieht sich mit den Aposteln und den Jüngern in einen dichten Hain zurück, um etwas zu essen und sich auszuruhen.

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch




„Wehe euch!“

14/02/2010
(zum Sonntags-Evangelium vom 14. Februar 2010: Lukas 6,17.20-26.)

Jesus fährt fort:

„Ich habe gesagt, daß man dem Gesetz treu sein, demütig und barmherzig sein soll, daß man nicht nur die Menschen seines eigenen Geblütes lieben soll, sondern auch jene, die wie wir Menschen und somit unsere Brüder sind. Ich habe euch gesagt, daß Vergebung besser ist als Groll, daß Nachsicht besser ist als Unerbittlichkeit. Nun aber sage ich euch, daß man nicht verurteilen darf, wenn man nicht selbst frei von der Sünde ist, die man verurteilen will. Macht es nicht wie die Schriftgelehrten und wie die Pharisäer, die streng mit allen, aber nicht mit sich selbst sind, die unrein nennen, was äußerlich ist und nur das Äußere verunreinigen kann, und dann in tiefster Brust, im Herzen, der Unreinheit Raum gewähren.

Gustave Doré: Die Bergpredigt

Gott ist nicht mit den Unreinen, denn die Unreinheit zerstört, was Gottes Eigentum ist: die Seele, und besonders die Seelen der Kinder, der auf der Erde verstreuten Engel. Wehe allen, die ihnen mit der Rohheit dämonischer Bestien die Flügel ausreißen, diese Himmelsblumen in den Schmutz ziehen und in ihnen den Lebensgenuss wecken! Wehe! Es wäre besser, sie würden vom Blitz getroffen verbrennen, als einer solchen Sünde zu verfallen!

Wehe euch Reichen und Genießern! Gerade unter euch gärt die größte Unreinheit, der Müßiggang und Geld als Bett und Polster dienen. Ihr seid jetzt überfüttert. Bis an die Kehle reicht euch die Begehrlichkeit und würgt euch. Aber einst werdet ihr einen Hunger kennenlernen, einen schrecklichen, unersättlichen Hunger, der nicht gelindert werden kann und ewig dauert! Jetzt seid ihr reich. Wieviel Gutes könntet ihr mit eurem Reichtum tun! Aber ihr benützt ihn zum Bösen, sowohl für euch als auch für die anderen. Eines Tages werdet ihr eine entsetzliche Armut kennenlernen, und sie wird kein Ende nehmen. Nun lacht ihr. Ihr wähnt zu triumphieren, doch eure Tränen werden die Pfuhle der Hölle (Gehenna) füllen, und sie werden endlos fließen.“

Auszug aus “Der Gottmensch″ (Band III) von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Die Begegnung mit dem reichen Jüngling

11/10/2009

(zum Sonntags-Evangelium vom 11. Oktober 09: Mk 10, 17-30)

Jesus verlässt die Strasse nach Jericho und nimmt einen Seitenweg, der nach Doko führt. Kurz darauf stoßen sie auf eine Karawane, die ich weiss nicht woher kommt, eine reiche Karawane, die gewiss von sehr weit herkommt, denn die Frauen reiten auf Kamelen in schwankenden Aufbauten oder Sänften auf den Höckern der Tiere, während die Männer auf feurigen Pferden oder anderen Kamelen reiten. Ein junger Mann löst sich aus der Gruppe. Er lässt sein Kamel niederknien, gleitet aus dem Sattel und geht auf Jesus zu. Ein rasch herbeigeeilter Diener hält das Kamel am Zaum.

Der Jüngling wirft sich vor Jesus auf die Knie, verneigt sich tief und sagt: „Ich bin Philippus des Kanatha und Sohn wahrer Israeliten, und ich bin ein wahrer Israelit geblieben. Bis zum Tod meines Vaters war ich ein Jünger des Gamaliel; dann musste ich das Geschäft übernehmen. Mehr als einmal habe ich dir zugehört. Ich kenne deine Werke. Ich strebe ein besseres Leben an, um das ewige Leben zu erwerben, das du denen verheissen hast, die dein Reich in ihrem Innern errichten. Sage mir also, guter Meister: was muss ich tun, um das ewige Leben zu haben?“

„Warum nennst du mich gut? Gott allein ist gut.“

„Du bist der Sohn Gottes und gut wie dein Vater. Oh, sage mir, was ich tun muss.“

„Um in das ewige Leben einzugehen, musst du die Gebote halten.“

„Welche, mein Herr? Die alten oder deine Gebote?“

„In den alten sind meine Gebote enthalten. Meine Gebote ändern nichts an den alten. Es sind immer dieselben: Du sollst mit wahrer Liebe den einen, wahren Gott anbeten und die Vorschriften des Kultes befolgen; du sollst nicht töten, nicht stehlen, nicht Ehebruch begehen, kein falsches Zeugnis ablegen, Vater und Mutter ehren und dem Nächsten nicht schaden, sondern ihn lieben wie dich selbst. Wenn du dies tust, wirst du das ewige Leben erwerben.“

„Meister, alle diese Dinge habe ich von Kindheit an befolgt.“

Jesus schaut ihn liebevoll an und fragt sanft: „Und es scheint dir noch nicht genug zu sein?“

Heinrich Hofmann

„Nein, Meister. Das Reich Gottes in uns und im anderen Leben ist etwas Großes. Eine unendliche Gabe ist Gott, der sich uns schenkt. Ich fühle, das alles, was Pflicht ist, zu wenig ist im Vergleich zum Allumfassenden, Unendlichen, Vollkommenen, der sich uns schenkt, und ich glaube, dass wir ihn verdienen müssen durch Größeres als das, was verlangt wird, um nicht verdammt zu werden und ihm wohlgefällig zu sein.“

„Du hast recht. Um vollkommen zu sein, fehlt dir noch eines. Wenn du vollkommen sein willst, wie unser Vater im Himmel es wünscht, geh hin, verkaufe, was du hast, und gib es den Armen; dann wirst du einen Schatz im Himmel haben und vom Vater geliebt werden, der seinen Schatz für die Armen auf Erden hingegeben hat. Dann komm und folge mir nach.“

Der Jüngling wird traurig und nachdenklich. Dann steht er auf und sagt: „Ich werde deinen Rat bedenken… “ und er entfernt sich betrübt.

Judas lächelt spöttisch und murmelt: „Also ich bin nicht der einzige, der das Geld liebt!“

Jesus wendet sich um und schaut ihn an… Dann schaut er die anderen elf Gesichter an, die ihn umgeben, und seufzt: „Wie schwer ist es für einen Reichen, ins Himmelreich einzugehen, denn sein Tor ist schmal und der Weg dorthin beschwerlich, und wer beladen ist mit der großen Last der Reichtümer kann ihn nicht gehen noch das Tor durchschreiten. Um dort einzugehen, darf man nur geistige Schätze der Tugend sammeln und muss sich von aller Anhänglichkeit an irdische und eitle Dinge befreien.“ Jesus ist sehr traurig…

Die Apostel schauen einander heimlich an…

Jesus fährt fort, während er der Karawane des reichen Jünglings, die sich entfernt, nachblickt: „Wahrlich, ich sage euch, leichter geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als ein Reicher in den Himmel.“

„Aber wer kann dann gerettet werden? Durch das Elend wird man oft zum Sünder, aus Neid oder mangelnder Achtung vor dem Eigentum anderer, oder aus Zweifel an der Vorsehung. Der Reichtum ist ein Hindernis für die Vollkommenheit… Wer also kann dann noch gerettet werden?“

Jesus schaut sie an und sagt: „Was für die Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich, denn für ihn ist alles möglich. Es genügt, dass der Mensch ihm, seinem Herrn, mit gutem Willen hilft. Guten Willen haben heisst, den erhaltenen Rat annehmen und sich bemühen, den Reichtümern entsagen zu lernen und frei zu werden. Frei von allen irdischen Banden, um Gott nachfolgen zu können. Denn die wahre Freiheit hat der Mensch erlangt, wenn er der Stimme Gottes folgt, die ihre Befehle leise seinem Herzen eingibt, wenn er weder der Sklave seiner selbst, noch der Welt, und daher auch nicht der Sklave Satans ist. Der Mensch soll die herrliche Willensfreiheit gebrauchen, die Gott ihm geschenkt hat, um frei und ausschließlich das Gute zu wollen und so das ewig strahlende, freie, selige Leben zu erlangen. Auch der Sklave des eigenen Lebens soll man nicht sein, wenn man sich, um es zu erhalten, dem Willen Gottes widersetzt. Ich habe es euch gesagt: ‚Wer sein Leben verliert aus Liebe zu mir und um Gott zu dienen, wird es für alle Ewigkeit gewinnen.‘ „

„Schau! Wir haben alles verlassen, um dir zu folgen, auch die erlaubten Dinge. Was werden wir dafür erhalten? Werden wir in dein Reich eingehen?“ fragt Petrus.

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, alle, die mir auf diese Weise nachgefolgt sind und auch in Zukunft nachfolgen werden – denn man hat immer Zeit, um die bisher begangenen Fehler und Sünden wiedergutzumachen, man  hat immer Zeit, solange man auf Erden weilt und Tage bleiben, in denen man für das begangene Böse Sühne leisten kann – sie werden mit mir in meinem Reich sein. Wahrlich, ich sage euch, ihr, die ihr mir nachgefolgt seid und wiedergeboren wurdet, werdet auf Thronen sitzen und die Stämme der Erde richten, zusammen mit dem Menschensohn, der auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird. Wahrlich, ich sage euch noch, jeder, der aus Liebe zu meinem Namen Haus, Felder, Vater, Mutter, Brüder, Frau, Kinder und Schwestern verlässt, um die Frohe Botschaft zu verbreiten und mein Nachfolger in dieser Welt zu sein, wird das Hundertfache in dieser Zeit und das ewige Leben in der kommenden Zeit haben.“

„Aber wenn wir alles verlieren, wie können wir dann unseren Besitz hundertfach vermehren?“ fragt Judas von Kerioth.

„Ich wiederhole euch: Was den Menschen unmöglich ist, das ist Gott möglich. Und Gott wird denen das Hundertfache an geistiger Freude geben, die es als Menschen in dieser Welt verstanden haben, Kinder Gottes zu sein, also geistige Menschen. Sie werden wahre Freude hier und im Jenseits erleben. Und weiter sage ich euch, nicht alle, die scheinbar die Ersten sind, sind wirklich die Ersten. Und nicht alle, die scheinbar die Letzten sind, und weniger als die Letzten, da sie scheinbar nicht zu meinen Jüngern und nicht einmal zu meinem auserwählten Volk gehören, werden die Letzten sein. Wahrlich, viele der Ersten werden die Letzten sein, und viele der Letzten, Allergeringsten, werden die Ersten sein… Aber dort ist schon Doko. Geht alle voraus, mit Ausnahme des Judas von Kerioth und des Zeloten. Geht und kündigt mich denen an, die mich brauchen.“

Und Jesus wartet mit den beiden zurückgebliebenen Aposteln auf die drei Marien, die in einigem Abstand folgen.

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band X  von Maria Valtorta, mit  der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.