Posts Tagged ‘Religionsfreiheit’

„Nigeria kann nicht nach Religionen geteilt werden“

13/01/2012

John Onaiyekan, Erzbischof von Abuja / Nigeria.

Ein Artikel von Kirche in Not: Gespräch mit Erzbischof John Olurunfemi Onaiyekan, Abuja, Nigeria. 

Der Erzbischof von Abuja, John Olurunfemi Onaiyekan, hat im Gespräch mit unserem Hilfswerk  Mediendarstellungen kritisiert, denen zufolge Nigeria vor einem Bürgerkrieg zwischen Muslimen und Christen stehen soll. Ebenso sei es falsch, die Christen einerseits als „hilflos“ oder andererseits als „bereit, sich mit Waffengewalt zu verteidigen“, darzustellen, wie es in vielen Berichten geschehe.

Ebenso wies er den immer wieder geäußerten Vorschlag zurück, das westafrikanische Land nach Religionen in zwei unabhängige Staaten zu teilen. Dieses Vorhaben sei „sinnlos“. Die Durchführung würde das Land in noch größere Probleme stürzen. Es sei „ohnehin irrig, vom islamischen Norden und christlichen Süden zu sprechen“. „Sogar viele Familien bestehen zur Hälfte aus Muslimen, zur Hälfte aus Christen. Nigeria kann nicht nach Religionen geteilt werden. Christen und Muslime gehen gemeinsam in die Schule, zum Markt, zur Arbeit, sie dienen zusammen in der Armee. Sie sind dort, wo sie leben, aufgewachsen. Man kann nicht auf einmal alle Muslime in den Norden und alle Christen in den Süden umsiedeln und das Land teilen“, so der Erzbischof.

Die islamistische Boko Haram-Gruppierung, die für die Bombenanschläge auf Kirchen am vergangenen Weihnachtsfest verantwortlich ist, bezeichnete Onaiyekan als „Terroristen, die jedem in Nigeria Probleme bereiten, der sich ihnen in den Weg stellt.“ Sie beanspruchten für sich, im Namen des Islam zu handeln, jedoch sei das Töten Unschuldiger gegen den Islam. Es sei erfreulich, dass acht Imame zentraler Moscheen in Abuja den Erzbischof nach den Anschlägen aufgesucht und ihm kondoliert haben. Ebenso habe er zahlreiche Beileidsschreiben von Muslimen erhalten.

Onaiyekan forderte die nigerianische Regierung auf, ihrer Pflicht nachzukommen und für Sicherheit zu sorgen. Zugleich rief er die nigerianischen Christen dazu auf, sich nicht zu Rachegedanken hinreißen zu lassen. „Jesus Christus würde es nicht wollen, dass wir Vergeltung üben“, betonte er. Die Christen in aller Welt bat er darum, für den Frieden in Nigeria zu beten.

Verfolgte Christen in Nigeria mit einer Spende unterstützen

08/04/2011

Dem Autor Udo Ulfkotte ist der Kragen geplatzt: er fragt sich, wieso die Welt permanent Verständnis für gewalttätige Muslime aufbringt, während die Christen auch in der westlichen Welt zunehmend als Menschen zweiter Klasse behandelt werden und präsentiert eine Sammlung haarsträubender Fakten.

Erdogan-Besuch

01/03/2011

Auszug aus dem Interview mit dem Union-Franktionschef Volker Kauder, in der Rheinischen Post vom 26.02.2011:

Volker Kauder

Am Sonntag kommt der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan nach Deutschland. Gerade wurde das Eigentum eines christlichen Klosters in der Türkei enteignet. Wie bewerten Sie das?

Kauder Ich verlange von der EU, dass in den Gesprächen über eine Aufnahme der Türkei keine neuen Verhandlungskapitel eröffnet werden, solange die Türkei nicht die volle Religionsfreiheit gewährleistet. Die Türkei muss sich hier nicht mehr nur an Worten, sondern an klaren Zeichen messen lassen. Dazu gehört für mich, dass die griechisch-orthodoxen Christen ihre Priester wieder in der Türkei ausbilden dürfen.

Auch Mor Gabriel ist ein kritischer Punkt. Ich habe den Eindruck, dass die aramäischen Christen hier bewusst bedrängt werden, um aus einem aktiven Kloster ein stilles Museum zu machen. Die Situation muss politisch befriedet werden. Ich würde mich freuen, wenn der türkische Ministerpräsident Erdogan auf seinem Deutschlandbesuch an diesem Wochenende hier einmal ein klares Wort sagt. Die Türkei sollte sich zu wahrer Toleranz gegenüber allen Religionen verpflichten, gerade gegenüber dem Christentum, das in der Türkei eine ihrer Wurzeln hat.

Wie zu erwarten, hat der türkische Ministerpräsident Erdogan auch diesmal bei seinem Besuch die in Deutschland lebenden Türken aufgewiegelt: er sprach sich erneut gegen „Assimilierung“ aus („Niemand kann uns unsere Kultur wegnehmen“) und forderte, dass türkischstämmige Kinder als erste Sprache Türkisch und dann erst Deutsch lernen sollen. Vielen Dank, das wird die verzweifelten Lehrer an den deutschen Schulen nicht ermutigen, geschweige denn zu besseren Ausbildungschancen und Integration beitragen. Für die Christen in der Türkei gelten allerdings andere Regeln, deren Kultur wird gnadenlos zerstört.

Auch die Aussage Erdogans, die Türkei sei die Schutzmacht für alle Türken in Deutschland und Libyen ist eine bodenlose Unverschämtheit! Hans-Peter Friedrich von der CSU spricht Klartext: „Erdogan geht es nicht darum, dass Auswanderer aus der Türkei sich ihrer Heimat möglichst lange verbunden fühlen. Er will sie als Interessenvertreter der Türkei in Deutschland missbrauchen.“

Gott sei Dank fällt der für heute vorgesehene Besuch Erdogans in Brüssel, bei dem es um den EU-Beitritt der Türkei gehen sollte, wegen der Beerdigung des ersten islamistischen Regierungschefs der Türkei ins Wasser. Der französische Präsident Sarkozy fiel letzte Woche übrigens positiv auf: er sprach sich erneut gegen einen EU-Beitritt der Türkei aus.

Broschüre der Unionsfraktion „Religionsfreiheit verteidigen, Christen schützen“

Blasphemie-Gesetz: Mörder wird als Held gefeiert

11/01/2011

Nachdem letzte Woche Salman Taseer, der pakistanische Gouverneur des Punjab, der sich gegen das Blasphemie-Gesetz und für die Begnadigung der Christin Asia Bibi eingesetzt hatte, von seinem eigenen Leibwächter (!) getötet worden ist, berichtet asianews, dass derzeit in Pakistan Beifallskundgebungen für den Mörder (und Verräter) stattfinden.

Salman Taseer

Während am Sonntag die pakistanischen Christen des Ermordeten in der Messe gedachten und für ihn beteten, demonstrierten rund 50.000  aufgebrachte und teilweise mit Stöcken bewaffnete Menschen in Karachi gegen eine Änderung des Blasphemie-Gesetzes. Die während der Kundgebung auftretenden Redner hetzten die Menge weiter auf, indem sie sagten, der Gouverneur sei selbst für seinen Mord verantwortlich und das Blasphemie-Gesetz sei göttlich und niemand dürfe es ändern. Gleichzeitig riefen sie zu weiteren Kundgebungen auf.

Papst Benedikt XVI hat gestern in seiner Neujahrsansprache zu dem beim beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatischen Corps das Blasphemie-Gesetz besonders erwähnt und die pakistanischen, Verantwortungsträger erneut aufgefordert, „die nötigen Anstrengungen zu unternehmen, es aufzuheben, um so mehr, da es offensichtlich als Vorwand dient, um Ungerechtigkeit und Gewalt gegen die religiösen Minderheiten zu provozieren“.

Für die inhaftierte Christin Asia Bibi gibt es bisher keinen weiteren Hoffnungsschimmer. Da ein Selbstmordattentat auf das Gefängnis befürchtet wird, wurden die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, was aber – wie im Fall Taseer erneut bewiesen – keinerlei Garantie für ihr Überleben bedeutet.

Religionsfreiheit – Debatte im Bundestag

15/12/2010

Kommenden Freitag, den 17. Dezember,  will sich – mit einwöchiger Verspätung zum Tag der Menschenrechte – der Bundestag mit der Lage der Religionsfreiheit weltweit beschäftigen. Drei Anträge liegen vor:  CDU/ FDP thematisieren „Religionsfreiheit weltweit schützen“,  die SPD möchte über „Das Menschenrecht auf Religions- und Glaubensfreiheit als politische Herausforderung“ debattieren und die Grünen wollen Das Menschenrecht auf Religions- und Glaubensfreiheit stärken“. Mal sehen, was dabei herauskommt, klingt jedenfalls sehr wischiwaschi im Moment und von Christenverfolgung ist nicht explizit die Rede.

Bericht über Christenverfolgung

10/12/2010

Die Organisation „Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe“ legt erstmalig einen Fünfjahresbericht zur Christenverfolgung innerhalb Europas vor. Die Direktorin des Observatorys meint „… dass man den Christen z.B. das Recht der freien Meinungsäußerung sowie der Gewissensfreiheit verwehrt.“ und stellt fest, dass die Religionsfreiheit besonders im öffentlichen und institutionellen Bereich in Gefahr ist. Auch bekämen sie zunehmend Meldungen über die Entfernung von christlichen Symbolen, die verzerrte Darstellung von Christen in den Medien und Benachteiligung von Christen am Arbeitsplatz.

http://www.intoleranceagainstchristians.eu/

Iran: Todesurteil für Pfarrer

03/12/2010

Pfarrer Nadarkhani

Der iranische Pfarrer Yousef Nadarkhani ist wegen „Apostasie“, also Glaubensabfall vom islamischen „Glauben“ zum Tode verurteilt worden. Seiner Frau, die mit ihm zum christlichen Glauben (Pfingstgemeinde) konvertiert war, droht die für Frauen vorgesehene Strafe bei Apostasie: lebenslange Haft und tägliche Auspeitschung zu den fünf islamischen Pflichtgebeten. Das Ehepaar hat zwei Söhne (6 und 8 Jahre). Wie die IGfM berichtet, droht noch einem weiteren Pfarrer die Hinrichtung im Iran.

Was ist das nur für eine „Religion“, dieser Islam? Hass, niemals Verzeihung/ Vergebung siehe Asia Bibi in Pakistan, wo gegen eine Begnadigung oder einen Freispruch der mehrfachen Familienmutter protestiert und ihrem Mörder sogar eine finanzielle Belohnung versprochen wird. So ist also Allah: unnachgiebig, hasserfüllt, stolz, grausam und er wünscht seinen Gegnern den Tod. Er hat rein gar nichts mit unserem Gott gemeinsam, das sollten wir nie vergessen bei dem ganzen Multikultigetue.

Eine Bekannte von mir war neulich mehrere Tage im Krankenhaus, sie trug auch dort ihre Kette mit einem grossen Kreuz und wurde darauf von einer anderen Patientin, einer Muslimin, angesprochen. Die beiden kamen ins Gespräch, die muslimische Frau wollte gerne mehr über Jesus und Maria wissen. Daraufhin lieh ihr meine Bekannte ein christliches Büchlein (weiss nicht mehr welches), jedenfalls gab die Muslimin ihr das einige Tage später zurück und sagte, sie habe es zusammen mit einer Freundin gelesen und sie haben beide geweint dabei. Ich vermute, die beiden waren berührt von der Güte/ Liebe, Verzeihung und Barmherzigkeit, die sie dort gefunden haben, so etwas gibt’s ja gar nicht bei denen.

Wenn auch immer ich mit Muslimen diskutiere (und das hier in Europa!) – Verzeihung ist für die ein Fremdwort. Wenn man dann noch davon redet, dass wir auch unsere Feinde lieben sollen (ich sag ja nicht, dass das leicht ist), dann stösst man auf das allergrösste Unverständnis. Der Islam hat rein gar nichts mit dem Christentum gemein und die schönen Phrasen im Koran, die uns irreführen sollen, verblassen gegenüber den zur Gewalt aufrufenden Suren und zählen gar nichts angesichts der Tatsachen.

Wo es lebensgefährlich ist, Christ zu werden

Exklusiv-Interview mit dem pakistanischen Minderheitenminister Bhatti

Kirche in Not: Bericht über Religionsfreiheit 2010

26/11/2010

Laut der diese Woche veröffentlichten Studie von 194 Ländern bleiben laut KiN die Christen die grösste aus religiösen Gründen verfolgte Gruppe (mind. 75% aller aus religiösen Gründen verfolgten Menschen).

Hauptsächlich betroffen sind der Mittlere Osten (Irak, Saudi Arabien, Ägypten), Asien (Nordkorea, China, Indien, Pakistan, Vietnam), Afrika (Nigeria, Sudan) und auf dem amerikanischen Kontinent Kuba.

In den westlichen/ europäischen Ländern wird eine zunehmende „Christenphobie“ festgestellt. Die Religionsfreiheit werde durch durch eine säkulare Ideologie bedroht.

Die CD mit dem Bericht kann demnächst bei Kirche in Not bestellt werden, wer es eilig hat, kann sie schon über den französischen Zweig des Netzwerks bestellen, bitte gewünschte Sprache angeben: aed@aed-france.org (CD rapport 2010 sur la liberté religieuse dans le monde)

etwas detaillierterer Bericht in engl. Sprache

Rechtssache „Kruzifix“

25/10/2010

Ein beispielloses Bündnis gegen die Säkularisierung

von Grégor Puppinck

Die Rechtssache Lautsi hat in ganz Europa Aufruhr geschaffen – wegen der Verurteilung Italiens durch den europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der befand, dass die Gegenwart eines Kreuzes in öffentlichen Schulklassen die „Menschenrechte“ verletze [November 2009]. Daher müssen sich, so der Gerichtshof, die europäischen Staaten unreligiös verhalten, um dem „Pluralismus“ zu dienen. Mit anderen Worten: der Gerichtshof bestätigt in seinem Beschluß, dass eine Gesellschaft auf ihre religiöse Identität verzichten muß, um demokratisch zu sein. Es handelt sich um puren „Säkularismus“, von dem der Heilige Vater gesagt hat, er sei „anders, aber nicht weniger gefährlich als der Marxismus“.

Italien hat gegen diese Entscheidung vor der großen Kammer des Gerichtshofes in Straßburg Berufung eingelegt. Diese Berufung wurde am 30. Juni 2010 angenommen. Das Urteil des Gerichtshofes wird im kommenden November erwartet.

Es wird jeden Tag klarer, dass ein wirklich beachtlicher Sieg gegen die Dynamik der Säkularisierung erlangt worden ist. Tatsächlich haben nicht weniger als 20  europäische Länder Italien offiziell unterstützt, indem sie die Rechtmäßigkeit christlicher Symbole in der Gesellschaft und vor allem in den Schulen öffentlich verteidigten. Zunächst sind zehn Länder bei der Rechtssache Lautsi als „amicus curiae“ vertreten. Jedes dieser Länder – Armenien, Bulgarien, Zypern, Griechenland, Litauen, Malta, Monaco, Rumänien, die russische Föderation und San Marino – hat bei dem Gerichtshof eine schriftliche Abhandlung eingereicht, in dem dieser aufgefordert wird, sein erstes Urteil zu revidieren. Diese Schriften sind bemerkenswerte Zeugnisse der Verteidigung von Erbe und Identität angesichts der Auferlegung eines einheitlichen kulturellen Modells.

Diesen zehn Ländern haben sich bis heute die Regierungen von Albanien, Österreich, Kroatien, Ungarn, Moldavien, Polen, Serbien, der Slowakei und der Ukraine angeschlossen, die das Urteil des Gerichtshofes ebenfalls in Frage stellen.

So ist es, zusammen mit Italien, bereits fast die Hälfte des Europarates, der die soziale Rechtmäßigkeit des Christentums in der europäischen Gesellschaft bestätigt. Diese Staaten haben ihre Verbundenheit mit Christus öffentlich bekräftigt und verteidigt; sie haben in Erinnerung gerufen, dass es mit dem öffentlichen Gemeinwohl im Einklang steht, dass Christus in der Gesellschaft präsent ist und verehrt wird.

Dieses Bündnis, das fast ganz Zentral- und Osteuropa einschließt, zeigt die Fortdauer einer inneren kulturellen Spaltung Europas auf; es zeigt auch, dass diese Spaltung überwunden werden kann, wie die Bedeutung der Unterstützung für Italien durch Länder mit orthodoxer Tradition bezeugt. Diese Unterstützung rührt zu großen Teilen von der Entschlossenheit der Orthodoxen her, sich gegen den zunehmenden Säkularismus zu verteidigen. So hat z. B. der Metropolit Hilarion die Bildung einer „strategischen Allianz von Katholiken und Orthodoxen“ vorgeschlagen, um gemeinsam die christliche Tradition „gegen den Säkularismus, den Liberalismus und den Relativismus, die im modernen Europa  vorherrschen“ zu verteidigen.

Diese massive aus dem Osten kommende Unterstützung kündigt einen Umbruch in der Dynamik des kulturellen Aufbaus der europäischen Einheit an. Tatsächlich hat man immer gedacht, dass die europäische Einheit zwangsläufig von Westen nach Osten durch eine „Eroberung des Ostens“ durch den wirtschaftlichen und kulturellen westlichen Liberalismus erfolgen würde. Nun aber hat die Rechtssache Lautsi einen umgekehrten Effekt von Ost nach West erzeugt. Ganz offensichtlich sind die Verteidiger der Freiheit angesichts des Materialismus nicht mehr dort, wo sie einmal waren.

Grégor Puppinck ist Direktor des European Centre for Law and Justice (ECLJ), einer christlichen NGO, die sich für den die Verteidigung der Religionsfreiheit insbesondere gegenüber dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und der UNO einsetzt. Grégor Puppinck hat einen juristischen Doktorabschluss.

Der Originalartikel ist erschienen in „AED – Revue L’Eglise dans le Monde n° 150, Oktober-November 2010“ – wir danken für die Genehmigung der Wiedergabe auf unserem Blog.

Bundestag debattiert über Religionsfreiheit

08/07/2010

Der Bundestag hat sich am heutigen Donnerstag in einer Debatte mit dem Thema Religionsfreiheit beschäftigt. Die Fraktionen von CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen fordern die Bundesregierung in einem gemeinsamen Antrag auf, die Religions- und Glaubensfreiheit weltweit zu schützen und zu stärken.

Die Regierungskoalition hat dabei die Lage der christlichen Minderheiten im Blick; Bündnis 90/Die Grüne verlangt die vollständige rechtliche Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften.

Union und FDP fordern, dass auch auf internationaler Ebene für das elementare Recht auf Religionsfreiheit eingetreten werden müsse. Vor allem Christen und Anhänger der Bahai-Religion seien von Verfolgung getroffen.

Besonders dramatisch sei die Lage für religiöse Minderheiten im Irak, aber auch in Staaten des Nahen und Mittleren Ostens, in Nordafrika oder China komme es zu Einschränkungen der Religionsfreiheit. Das Recht auf Wechsel der Religion und auf das öffentliche Bekenntnis werde in zahlreichen Staaten nicht berücksichtigt.

Überreste einer Kirche im Irak nach einem Anschlag

Überreste einer Kirche im Irak nach einem Anschlag

Daher fordern einige Abgeordnete, dass die Bundesregierung sich im internationalen Kontext für die Glaubens- und Religionsfreiheit einsetzt. Auch in der Außen- und Entwicklungshilfepolitik müssten die Anstrengungen verstärkt werden. Die Europäische Union solle zudem eine Strategie zum Schutz der Religionsfreiheit entwickeln. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen weist daraufhin, dass sich die Lage der Bahai im Iran und der Kopten in Ägypten dramatisch verschlechtert habe.

Sie mahnt an, nicht nur auf das entfernte Ausland zu schauen, sondern auch die alltägliche Diskriminierung religiöser Minderheiten in Deutschland und Europa nicht aus den Augen zu verlieren. Daher fordert sie die Regierung auf, sich für eine vollständige Gleichstellung aller Religionsgemeinschaften in allen Politikbereichen einzusetzen.

In dem parteiübergreifenden Antrag heißt es abschließend, dass der Schutz der Religions- und Glaubensfreiheit eine zwingende Voraussetzung für den Beitritt in die Europäische Union sein solle.

Das Parlament hat beschlossen, die Anträge unter anderem an den Menschenrechtsausschuss weiterzuleiten. Die Debatte über die Religionsfreiheit ist eine der letzten Sitzungen des Bundestags vor der Sommerpause gewesen.

Quelle: KIRCHE IN NOT