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Atomausstieg mit Segen der deutschen Bischöfe

07/06/2011

Aus dem Mund der Politiker klingt alles ganz einfach: Atomausstieg bis 2021. Das ist doch mal eine klare Ansage. Jetzt nach Fukushima sind sich sowieso alle einig, dass wir so schnell wie möglich aus der Atomkraft raus müssen. So lassen sich Wählerstimmen gewinnen. Der Haken an der Sache ist nur, dass keiner so recht weiss, wie nach dem Ausstieg unser immenser Energiebedarf gedeckt werden soll. Aber bis 2021 ist ja noch ein wenig Zeit, um dieses Problem zu lösen.

Hauptsache, das Gewissen der Politiker bleibt so rein wie die atom- und CO2-freie Energie, die künftig nur noch erzeugt werden darf. Für moralische Rückendeckung sorgt die eigens ernannte Ethikkommission unter Mitwirkung zweier katholischer Bischöfe. Einer von ihnen ist Reinhard Marx, der seinen irritierenden Nachnamen bekanntlich gerne nutzt, um noch mehr zu irritieren. So veröffentlichte er 2008 ein Buch mit dem Titel „Das Kapital“ (kein Scherz), ein „Plädoyer für den Menschen“ und eine „globale soziale Marktwirtschaft“.

Sein politisches Engagement weitet Bischof Marx mit Rückhalt der Deutschen Bischofskonferenz nun auch auf Umwelt- und Energiefragen aus, sieht er sich dazu doch gemäss der „christlichen Ethik der Nachhaltigkeit“ verpflichtet. Wenn also selbst die katholische Kirche hinter dem Vorhaben steht, unsere Energiezufuhr quasi ersatzlos zu kappen, kann daran nichts verkehrt sein.

Der Klimawandelkritiker und Katholik Edgar L. Gärtner kriegt angesichts der bischöflichen Standpunkte zur nachhaltigen Energiepolitik „Muskelkater vom Kopfschütteln“. Und fragt in seinem hervorragenden Artikel im Magazin „eigentümlich frei“, ob die Bischöfe, anstatt sich dem Konsensus aus menschengemachter Klimakatastrophe und Ressourcenknappheit anzuschliessen, nicht besser dem Schöpfer verpflichtet sein sollten, der alle diese Ressourcen geschaffen hat.