Posts Tagged ‘Rettung’

Gleichnis von der verlorenen Drachme

11/09/2010
zum Sonntagsevangelium vom 12. September 2010: Lukas 15,1-32

Viel Volk hat sich auf der Straße angesammelt.

Jesus beginnt zu reden: „Eine Frau hatte zehn Drachmen in ihrem Beutel. Aber bei einer Bewegung fiel ihr der Beutel von der Brust, öffnete sich, und die Münzen rollten auf den Boden. Sie sammelte sie mit Hilfe der Umstehenden und zählte sie. Es waren neun. Die zehnte war nicht zu finden. Da es Abend war, zündete die Frau eine Lampe an, stellte sie auf den Boden, nahm einen Besen und begann sorgfältig zu kehren, um zu sehen, ob die Drachme weit weggerollt war. Doch die Drachme war nicht zu finden. Die Freundinnen gingen, des Suchens müde, davon. Die Frau rückte nun die Truhe, die Bank und den schweren Kasten beiseite, sie verschob die Krüge und Töpfe in der Mauernische; doch die Drachme war nicht zu finden. Da suchte sie auf allen Vieren im Kehrichthaufen vor der Türe, um zu sehen, ob die Drachme aus dem Haus gerollt sei und sich unter die Abfälle gemischt habe. Dort fand sie schließlich die Drachme, ganz schmutzig und unter dem auf sie gefallenen Kehricht begraben.

James Tissot: Die verlorene Drachme

Die Frau nahm sie jubelnd in die Hand, wusch sie und trocknete sie. Jetzt war sie schöner als zuvor, und sie zeigte sie ihren Nachbarinnen, die sie mit lauter Stimme zurückgerufen hatte. Sie sagte: „Seht her! Seht her! Ihr habt mir geraten, mich nicht weiter zu mühen. Doch ich habe beharrlich weitergesucht und die verlorene Drachme schließlich wiedergefunden. Freut euch daher mit mir, da ich nun nicht mehr befürchten muß, einen Teil meines Schatzes verloren zu haben.“

Auch euer Meister und mit ihm seine Apostel machen es so wie die Frau im Gleichnis. Gott weiß, daß eine Bewegung den Fall eines Schatzes zur Folge haben kann. Jede Seele ist ein Schatz, und Satan, der neidisch auf Gott ist, verursacht unglückliche Bewegungen, um die armen Seelen zu Boden fallen zu lassen. Mache fallen nicht weit von der Börse, entfernen sich also nicht allzu sehr vom Gesetz Gottes, das die Seelen im Schutz der Gebote zusammenhält. Andere aber entfernen sich weit von Gott und seinen Geboten, und einige gelangen bis zum Kehricht, zum Abfall, zum Schmutz. Und dort würden sie in das ewige Feuer geworfen und zugrunde gehen, ebenso wie Abfälle an besonderen Plätzen verbrannt werden.

Der Meister weiß dies und sucht unermüdlich die verlorenen Münzen. Er sucht liebevoll an allen Orten nach ihnen. Es sind seine Schätze. Und er wird nicht müde und empfindet vor nichts Ekel, sondern durchstöbert, kehrt und verschiebt, bis er sie findet. Und wenn er sie gefunden hat, dann wäscht er die wiedergefundene Seele mit seiner Verzeihung und ruft seine Freunde, das ganze Paradies und alle Guten der Erde, und sagt: „Freut euch mit mir, denn ich habe wiedergefunden, was sich verirrt hatte, und es ist schöner als zuvor, denn meine Verzeihung hat es erneuert!“

Wahrlich, ich sage euch, im Himmel ist ein großes Fest, und die Engel Gottes und die Guten der Erde jubeln, wenn sich ein Sünder bekehrt. Wahrlich, ich sage euch, es gibt nichts Schöneres als die Tränen der Reue. Wahrlich, ich sage euch, nur die Dämonen können sich nicht über die Bekehrungen freuen, die ein Sieg Gottes sind. Und weiter sage ich euch, daß die Art, die Bekehrung eines Sünders aufzunehmen, ein Maßstab für die Güte eines Menschen und seine Vereinigung mit Gott ist.

Der Friede sei mit euch!“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Kommt doch, arme Kinder, kommt zu Mir

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Johannes der Täufer, „ein Großer des Reiches Gottes“ (1)

05/12/2009
(zum Sonntags-Evangelium vom 6. Dezember 2009: Lukas 3,1-6)

Jesus erhebt die Hand und streckt sie mit der gewohnten Geste aus, die er macht, wenn er Ruhe und Aufmerksamkeit verlangt, weil er reden will. Es tritt sofort Schweigen ein.

Jesus sagt: « Johannes ist heilig und groß. Schaut weder auf seine Handlungsweise noch auf das Fehlen von Wundern. Wahrlich, ich sage euch: « Er ist ein Großer des Reiches Gottes. » Dort wird er in seiner ganzen Größe erscheinen. Viele klagen, dass er so streng war und ist, dass er manchmal sogar etwas rauh zu sein scheint. Wahrlich, ich sage euch, er hat ja schon wie ein Riese gearbeitet, um die Wege des Herrn zu bereiten. Und wer so arbeitet, hat keine Zeit, sich in Weichlichkeiten zu verlieren. Hat er nicht am Jordan die Worte des Isaias erwähnt, die ihn und den Messias vorhersagten: « Jedes Tal wird ausgefüllt, jeder Berg wird abgetragen werden; was krumm ist, soll gerade, und was rauh ist, soll geglättet werden », um so die Wege des Herrn und Königs vorzubereiten? Doch in Wahrheit hat er mehr getan als ganz Israel, um mir den Weg zu bereiten!

Wer Berge abtragen und Täler ausfüllen, Wege ebnen und schwierige Aufstiege leicht machen soll, muss hart arbeiten. Denn er war der Vorläufer und mir nur um wenige Monde voraus; alles musste geschehen, bevor die Sonne am Tag der Erlösung hoch am Himmel stand. Die Zeit ist da, die Sonne steigt empor, um über Sion und von dort aus über die ganze Welt zu strahlen. (…)»

(weiter zu Teil 2)

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band V von Maria Valtorta, mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

 

 

Mathis Grünewald – Johannes der Täufer (Isenheimer Altar)