Posts Tagged ‘Schriftgelehrte’

Die Rede über das Himmelsbrot: „Ich bin das Brot des ewigen Lebens“ (2)

18/08/2012

zum Evangelium vom 19. August 2012: Joh 6,51-58

„Aber wie kannst du uns dein Fleisch zu essen geben? Für wen hälst du uns? Für blutdürstige Bestien? Für Wilde? Für Mörder? Uns widerstreben Blut und Verbrechen.“

„Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Viele Male ist der Mensch schlimmer als das wilde Tier, und die Sünde lässt ihn mehr als nur wild und tierisch werden. Der Hochmut lässt in ihm ein mörderisches Verlangen aufkommen, und nicht allen hier Anwesenden widerstrebt das Blut und das Verbrechen. Auch in Zukunft wird der Mensch so sein, weil Satan, die Sinnlichkeit und der Hochmut ihn wild und tierisch werden lassen. Daher muss der Mensch jetzt und in Zukunft mehr denn je sich selbst von schrecklichen Keimen heilen, durch die Eingebung des Heiligen.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht essen und sein Blut nicht trinken werdet, werdet ihr das ewige Leben nicht in euch haben. Wer aber würdig mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise, und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie der lebendige Vater mich gesandt hat, und ich durch den Vater lebe, so wird der, der mich isst, durch mich leben und hingehen, wohin ich ihn sende; und er wird tun, was ich von ihm verlange, und als Mensch ein sittenstrenges Leben führen; glühend wie ein Seraphim und heilig wird er sein, denn um mein Fleisch essen und mein Blut trinken zu können, wird er die Sünde meiden und sich immer mehr erheben, um seinen Aufstieg schließlich zu Füßen des Ewigen zu beenden.“

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

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Jesu Unterredung mit einem Schriftgelehrten

21/07/2012

zum Evangelium vom 22. Juli 2012: Markus 6,30-34

(…) und Jesus geht zu der Menge der Kranken, die ihn mit sehnsuchtsvollen Gesichtern erwarten; er heilt einen nach dem anderen, gütig und geduldig auch einem Schriftgelehrten gegenüber, der ihm sein krankes Kind vorstellt.

Dieser Schriftgelehrte sagt ihm: „Siehst du? Du fliehst. Aber es ist unnütz. Hass und Liebe sind klug im finden. Hier hat dich die Liebe gefunden, wie es im Hohenlied geschrieben steht. Du bist ja schon für viele wie der Bräutigam des Hohenliedes. Und man kommt zu dir, wie Sulamith dem Bräutigam trotz der Runden der Wächter und der Viergespanne des Amminadab entgegengeht.“

„Warum sagst du das? Warum?“

„Weil es wahr ist! Es ist gefahrvoll, zu dir zu kommen, denn du bist verhasst. Weisst du denn nicht, dass du in der Gunst Roms stehst, und der Tempel dich hasst?“

„Warum versuchst du mich, Mann! Du legst Arglist in deine Worte, um dem Tempel und Rom meine Antworten zu bringen. Ich habe deinen Sohn nicht aus Arglist geheilt…“

Der Schriftgelehrte neigt, durch den sanften Vorwurf verwirrt, das Haupt und bekennt: „Ich sehe, dass du wirklich die Herzen der Menschen kennst. Verzeih… Ich sehe, dass du wirklich heilig bist. Verzeih! Ich bin hierher gekommen, um in mir die Hefe gären zu lassen, die andere in mich gestreut haben…“

„Und die in dir die geeignete Wärme gefunden hat, um aufzugehen.“

„Ja, das ist wahr… Aber jetzt gehe ich ohne Hefe im Herzen weg. Oder besser gesagt, mit einer neuen Hefe.“

„Ich weiss es. Ich trage dir nichts nach. Viele sind durch eigenen Willen schuldig, viele durch den Willen anderer. Und der gerechte Richter wird verschiedene Maßstäbe anlegen, wenn er über sie urteilen wird. Du, Schriftgelehrter, sei gerecht und verführe in Zukunft nicht, wie du verführt worden bist. Wenn die Welt Druck auf mich ausübt, dann betrachte die lebendige Gnade, die dein Sohn ist, der vom Tod errettet wurde, und sei Gott dankbar!“

„Dir!“

„Gott! Ihm gebührt alle Ehre und Preis. Ich bin sein Messias und preise ihn als erster. Ich gehorche ihm als erster. Denn der Mensch erniedrigt sich nicht, wenn er Gott in Wahrheit verehrt, aber er entwürdigt sich, wenn er der Sünde dient.“

„Du sagst es gut. Sprichst du immer so? Für alle?“

„Für alle! Ob ich zu Annas, zu Gamaliel oder zu einem bettelnden Aussätzigen auf einer Bahre rede, die Worte sind immer dieselben, weil es nur eine Wahrheit gibt.“

„Rede also, da wir alle hier sind, um ein Wort oder eine Gunst von dir zu erbitten.“

„Ich werde reden. Damit man nicht sagen kann, dass ich voreingenommen bin gegen den, der ehrlich in seinen Überzeugungen ist.“

„Die ich gehabt habe, sind schon dahin. Aber es ist wahr, ich war ehrlich in ihnen. Ich glaubte Gott einen Dienst zu erweisen, als ich dich bekämpfte.“

„Du bist aufrichtig. Und deshalb verdienst du, Gott zu verstehen, der niemals Lüge ist. Doch deine Überzeugungen sind noch nicht gestorben, ich sage es dir. Nur oberflächlich gesehen scheinen sie abgestorben zu sein; denn sie sind wie verbranntes Unkraut, dessen Wurzeln noch leben und vom Erdreich genährt werden. Der Tau lädt sie ein, neue Triebe zu bilden und diese wiederum, neue Blätter. Du musst darüber wachen, dass dies nicht geschieht, sonst wirst du aufs neue vom Unkraut überwuchert. Israel stirbt sehr schwer.“

„Muss Israel also sterben? Ist es eine schlechte Pflanze?“

„Es muss sterben, um auferstehen zu können.“

„Eine geistige Reinkarnation?“

„Eine geistige Entfaltung! Es gibt keine Reinkarnationen, bei keiner Art.“

„Manche glauben aber daran.“

„Sie sind im Irrtum!“

„Der Hellenismus hat auch in uns einen solchen Glauben aufkommen lassen. Die Gelehrten weiden sich daran und rühmen sich seiner wie einer vornehmen Speise.“

„Es handelt sich um den absurden Widerspruch derer, die den Fluch über jeden aussprechen, der eine der sechshundertdreizehn kleinen Vorschriften übertreten hat.“

„Das ist wahr. Aber… so ist es. Man macht gerne nach, was man doch im Grunde hasst.“

„Dann ahmt mich nach, da ihr mich hasst. Es wird besser für euch sein.“

Der Schriftgelehrte muss notgedrungen über diese Folgerung Jesu lachen. Das Volk steht mit offenem Mund da und hört zu, und die entfernter Stehenden lassen sich von ihren Nachbarn die Worte der beiden wiederholen. (…)

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

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„Das wird nicht verziehen“ – Gleichnis von den zwei Söhnen

25/09/2011

zum Sonntagsevangelium vom 25. Sept. 2011: Mt 21,28-32

Jesus sagt:

„Der Friede sei mit euch. Euch allen, die ihr mich umgebt, möchte ich ein Gleichnis erzählen, und ein jeder mache sich die Lehre daraus und den für ihn passenden Teil zu eigen.

Hört. Ein Mann hatte zwei Söhne. Er ging zu dem einen und sagte: „Mein Sohn, komm und arbeite heute im Weinberg deines Vaters.“ Es war dies ein Zeichen der Anerkennung vonseiten des Vaters. Er hielt den Sohn für fähig, dort zu arbeiten, wo bisher der Vater selbst gearbeitet hatte. Es war auch ein Zeichen dafür, dass der Vater im Sohn guten Willen, Standhaftigkeit, Fähigkeit, Erfahrung und Liebe zum Vater sah. 

Aber der Sohn wurde von irdischen Angelegenheiten abgelenkt; er schämte sich auch, im Arbeitsgewand zu erscheinen (Satan bedient sich solcher Ansichten, um vom Guten abzuhalten) und fürchtete den Spott und vielleicht auch Racheakte seitens der Feinde des Vaters, die gegen ihn selbst nicht die Hand zu erheben wagten, wohl aber gegen seinen schwächeren Sohn. So antwortete er: „Ich gehe nicht. Ich habe keine Lust dazu.“ Da ging der Vater zum anderen Sohn und sagte ihm dasselbe, was er zum ersten gesagt hatte. Der zweite antwortete sofort: „Ja Vater, ich gehe sogleich.“

Was geschah? Der erste Sohn war an sich von guter Gesinnung, aber im ersten Augenblick der Versuchung zur Auflehnung erlegen; er bereute jedoch, seinen Vater beleidigt zu haben, und ging ohne ein Wort zu sagen in den Weinberg und arbeitete den ganzen Tag bis zu später Stunde. Dann kehrte er nach Hause zurück mit Frieden im Herzen wegen der erfüllten Pflicht. Der zweite hingegen, lügnerisch und schwächlich wie er war, ging aus dem Haus, schlenderte dann aber im Dorf herum und machte unnütze Besuche bei einflussreichen Freunden, von denen er irgendetwas erhoffte, und sagte sich in seinem Herzen: „Der Vater ist alt und geht nicht aus dem Haus. Ich werde ihm sagen, dass ich ihm gehorcht habe, und er wird es glauben…“

Als der Abend auch für ihn kam kehrte er mit dem gelangweilten Gesicht eines Müßiggängers, jedoch mit sauberen Kleidern nach Hause zurück. Der Vater bemerkte den unsicheren Gruß und verglich ihn mit dem des ersten Sohnes, der müde, schmutzig und abgearbeitet, aber heiter war und einen aufrichtigen, demütigen und liebevollen Blick hatte, der, ohne sich mit der erfüllten Pflicht zu brüsten, sagen wollte: „Ich liebe dich, und zwar aufrichtig. Um dich zufriedenzustellen, habe ich mich überwunden.“ Der Vater umarmte den müden Sohn und sprach: „Sei gesegnet, denn du hast die Liebe verstanden.“

Was haltet ihr davon? Welcher von den beiden hat den Vater geliebt? Sicher werdet ihr sagen: „Der, der den Willen seines Vaters erfüllt hat.“ Und wer hat ihn erfüllt, der erste oder der zweite Sohn?“

„Der erste“, antwortet die Menge einstimmig.

„Ja, der erste. Auch in Israel gibt es so etwas. Nicht die sind die Guten, die da sagen: „Herr, Herr!“ und sich an die Brust schlagen, ohne im Herzen Reue über die begangenen Sünden zu empfinden. Sie werden sogar immer hartherziger. Nicht die sind die Guten, die fromme Riten zur Schau tragen, um als Heilige zu erscheinen, dann aber in ihrem Leben ohne Liebe und Gerechtigkeit sind. Sie handeln gegen den Willen Gottes, der mich entsandt hat und den sie bekämpfen, als ob ich im Auftrag Satans käme. Das wird nicht verziehen. 

Sie sind keine Heiligen in den Augen Gottes; vielmehr sind es die, die anerkennen, dass Gott alles gut macht, was er tut, die den Gesandten Gottes aufnehmen und sich sein Wort anhören, um zu wissen, wie man besser wird, und immer mehr zu erkennen, was der Vater will. Das sind die wahren Heiligen, die dem Allerhöchsten wohlgefällig und teuer sind.

Wahrlich, ich sage euch: die Unwissenden, die Armen, die Zöllner, die Dirnen werden viele übertreffen, die sich „heilig“ nennen, die sich „mächtig“ und „Meister“ nennen; und sie werden in das Reich Gottes gelangen, und Gerechtigkeit wird walten. Johannes ist nach Israel gekommen, um das Volk auf die Wege der Gerechtigkeit zu führen, und sehr viele in Israel haben ihm nicht geglaubt, in Israel, das sich selbst „gelehrt und heilig“ nennt. Aber Zöllner und Dirnen haben ihm geglaubt. Nun bin ich gekommen, und die „gelehrten Heiligen“ glauben mir nicht, aber Arme, Unwissende und Sünder glauben an mich. Ich habe Wunder gewirkt, und nicht einmal an diese haben sie geglaubt; und sie haben es auch nicht bereut, nicht an mich geglaubt zu haben. Im Gegenteil, sie haben mich und jene, die mich lieben, mit Hass überschüttet.

Daher sage ich: „Gesegnet, die an mich glauben und den Willen des Vaters tun, in dem ewiges Heil ist.“ Wachst in eurem Glauben und seid tugendhaft. Ihr werdet den Himmel besitzen, denn ihr habt die Wahrheit zu lieben gewußt.

Geht nun. Gott sei immer mit euch.“

Er segnet und entläßt sie: dann geht er an der Seite des Nikodemus zum Haus des Jüngers, um sich in den heissen Stunden dort aufzuhalten…

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band VII von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch