Posts Tagged ‘Sühne’

„Opfert euch auf…“ (1)

10/11/2010

In der ‚Blogoszese‘ wird überlegt, was wir tun können, um die verfolgten Christen, insbesondere im Irak, zu unterstützen. Es gibt viele gute Wege, die über Gebete, Briefe, Spenden, Petitionen, Solidaritätsmärsche usw. gehen. Wir wollen hier noch in Erinnerung rufen, daß unsere Jungfrau in Fatima Opfer bringen als ein wesentliches Mittel zur Bekehrung der Sünder (und das sind christenverfolgende Muslime sicherlich) bezeichnet und gewünscht hat:

1941 schrieb Schwester Lucia, die Seherin von Fatima, dass bereits der Engel, der den Erscheinungen der Jungfrau vorausging, bei seiner zweiten Erscheinung 1916 die spielend angetroffenen Hirtenkinder ermahnte:

„- Was tut ihr? Betet! Betet viel! Die Herzen Jesu und Mariä haben mit euch Pläne der Barmherzigkeit vor. Bringt dem Allerhöchsten unaufhörlich Gebete und Opfer dar.

– Wie sollen wir Opfer bringen? – fragte ich.

– Macht aus allem, was ihr könnt, ein Opfer zur Sühne für die Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder. So werdet ihr den Frieden auf euer Vaterland herabziehen. Ich bin sein Schutzengel, der Engel Portugals. Vor allem nehmt die Leiden, die euch der Herr schicken wird, in Ergebung an und tragt sie geduldig.

Diese Worte des Engels prägten sich in unseren Geist ein wie ein Licht, das uns erkennen ließ, wer Gott ist, wie sehr Er uns liebt und von uns wiedergeliebt sein will. Wir erkannten den Wert des Opfers und wie es Ihm wohlgefällig ist; und wie Er um des Opfers willen Sünder bekehrt. Von dieser Zeit an begannen wir dem Herrn alles aufzuopfern, was uns kränkte, doch suchten wir damals keine anderen Abtötungen oder Bußübungen, als stundenlang auf die Erde niedergeworfen das Gebet des Engels zu wiederholen.“ (*)

Mit Gebet des Engels ist das folgende gemeint: „Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die an Dich nicht glauben, Dich nicht anbeten, auf Dich nicht hoffen und Dich nicht lieben.“

In der ersten Erscheinung der Jungfrau dann am 13. Mai 1917 forderte Maria die drei Hirtenkinder Lucia, Jacinta und Francisco dazu auf, täglich den Rosenkranz zu beten und fragte sie, ob sie sich Gott anbieten wollen, um alle Leiden zu ertragen, die Er ihnen schicken wird, zur Sühne für alle Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder. Die Kinder bejahten. In der Folge begannen sie, ihre Mittagsbrote regelmässig an die Schafe oder an andere Kinder zu verteilen und statt dessen höchstens einige bittere Eicheln und Oliven von den Bäumen zu essen.

Die Seherkinder unmittelbar nach der Höllenvision

Während der Erscheinung am 13. Juli 1917, bei der die Kinder auch die Höllenvision hatten, sagte Maria erneut zu den Seherkindern: „Opfert euch auf für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr ein Opfer bringt: O Jesus, das tue ich aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens.“ Die Vision der Hölle erfüllte die Kinder dermaßen mit Entsetzen, dass sie ihre Gebete, Bußübungen und Abtötungen verstärkten und begannen, auch auf Spiele/ Vergnügungen zu verzichten und Leiden wie Traurigkeit, Verlassenheit, Verleumdungen (und in der Folge auch ihre Krankheiten) auf sich zu nehmen und aufzuopfern. Auch banden sie sich einen rauhen Strick um die Hüften, der ihnen manchmal schreckliche Schmerzen verursachte und verzichteten oft mehrere Tage hintereinander (im portugiesischen Sommer wohlgemerkt!) auf das Trinken.

(weiter zu Teil 2)

(*) Die frühen Erinnerungen von Schwester Lucia können auf Deutsch über das Secretariado dos Pastorinhos bezogen werden. Wir bedanken uns dort auch dafür, dass wir hier Auszüge aus dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima – Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I“ wiedergeben dürfen.

Hl. Rafael Arnaiz Baron (8)

08/11/2010

Am 11. Oktober 2009 wurde der spanische Trappist Rafael Arnaiz Baron (1911-1938) heilig gesprochen. Dieser mit 27 Jahren in der Abtei San Isidro de Duenas verstorbene Mystiker beeindruckt durch seine tiefe Spiritualität und sein einfaches und frohgemutes Wesen, mit dem er vertrauensvoll sein Kreuz auf sich nahm. Dank der freundlichen Genehmigung  der Herausgeberin und des Bernardus-Verlags, bei dem die Gesamtausgabe der Schriften des Heiligen bestellt werden können („Nur Gast auf Erden?“),  veröffentlichen wir hier Auszüge aus denselben.

Hl. Rafael Arnaiz Baron

 

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An Rosa Calvo von Oviedo aus (Teil 2)

Ich schicke Dir zwei Fotos aus der Zeit vor meinem Klostereintritt… Ich schicke sie Dir, nicht weil Dich meine armselige Person interessieren könnte, sondern damit Du sie zwischen Deine Papiere steckst und – wenn Du wieder auf sie stößt – dem Herrn sagst: „Herr, dieser hier – in dieser ‚Aufmachung‘ und mit diesem Schnurrbart – ließ alles zurück, um Dir zum Kalvarienberg hinauf zu folgen. Ich bitte Dich nicht darum, daß Du ihn erhörst, da er es nicht verdient, aber Herr, schau ihn hin und wieder mit Erbarmen an!“ Wenn Du dem Herrn das ab und zu sagst, bin ich vollauf zufrieden, Tante Rosa.

Ich sage Dir nicht, daß Du mir schreiben sollst, weil ich weiß, daß Du sehr schlecht siehst. Fühl Dich mir gegenüber zu nichts verpflichtet! Und wenn ich Dir schreibe, ist es, weil es mich von innen heraus dazu drängt und weiter nichts.

Sag Oma und Tante Maria, daß ich ihnen bald schreibe, um ihnen wieder Nachricht über Merceditas zu geben. Das arme Mädchen! Auch sie liebt der Herr sehr. Aber gut, wen liebt Gott nicht? Es ist nicht zu fassen, daß wir es nicht merken, uns mit so vielen Dingen beschäftigen und abmühen und einen so guten Gott hingegen vergessen!

Ich versichere Dir, daß nach einer Zeit in der ‚Trapa‘, wo sich alles um Jesus und die Jungfrau Maria dreht, wo man in Gemeinschaft lebt mit Menschen, die die Welt und ihre Trübsal vergessen haben, und deren einziges Streben darin besteht, heilig zu werden, und nachdem man sich ihrem Lebensstil angepaßt hat, mit ihnen auf dem rauhen Pfad des hl. Benedikt kämpft – gut, das mit dem ‚rauh‘ sagt man so; mir kommt es nicht so schlimm vor -, nun also, was ich Dir sagen wollte: nachdem man erkannt hat, daß alles, wirklich alles darauf ausgerichtet ist, Gott die größere Ehre zu geben und man dann sieht, daß der Welt die Absichten des Herrn fremd sind… Es schmerzt, Tante Rosa, wenn man bemerkt, wie blind die Menschen sind.

Aber was können wir tun? Ich bin nicht der Ansicht, daß die Menschen schlecht sind. Ich habe alle gern, und es tut mir weh, wenn ich sehe, wie die Menschheit leidet, wo sie doch das Mittel zur Behebung allen Übels in so unmittelbarer Nähe hat. Es würde genügen, ein wenig nach oben zu schauen. Wie viele Tränen würden im Blick auf Jesus getrocknet! Wieviel Trost im Leid erfahren! Aber wohin man auch schaut: es gibt Haß unter den Menschen. Alle oder fast alle sind beschäftigt mit niederträchtigem und elendem Streben nach Gewinn, ohne die Augen zu Gott zu erheben, so als existiere Er für sie nicht und als würde Er sie nicht eines Tages richten. Das ist sehr traurig! Muß man Trappist sein, um das zu begreifen? Nein, man muß es nicht, um über all diese Menschen zu weinen. Der Trappist sieht es vielleicht deutlicher, so wie ich es jetzt sehe. Aber es genügt, nur einen Schimmer des göttlichen Lichtes zu erblicken, um es zu erkennen und die große Finsternis zu sehen, die in der Welt herrscht. Du siehst das auch, nicht wahr, Tante Rosa? Aber gut, ich weiß nicht, warum ich Dir das alles sage; vielleicht, weil es tief in mir sitzt. Und wenn es stimmt, daß wir Gott lieben, muß es uns schmerzen, wenn wir so viele Menschen sehen, die ihn nicht einmal kennen.

Das ist das Apostolat des Trappisten: für die bitten, die nicht beten, und Gott lieben, weil sie Ihn nicht lieben. Und wenn Dir jemand sagt, die Ordensleute seien Egoisten und würden nur an ihre eigene Rettung denken, dann sag ihnen, daß Du einen Trappisten kennst, der für sich selbst um nichts bittet, und daß er sein Leben Gott geweiht hat, um so viele Beleidigungen, die Gott zugefügt werden, wiedergutzumachen.

Gut, Tante Rosa, ich will nicht lästig werden. Möge Gott mich bald in meine ‚Trapa‘ zurückführen, damit ich von neuem meine Hacke ergreifen und dort im Schweigen, und ohne daß die Welt es bemerkt, wieder für alle bitten kann, auch für die Lotterieverkäuferin von Toro, für jene arme Frau, die Du kennst, mit ihrem weißen Haar, mit ihren so schlechten Augen, mit ziemlich vielen Jahren auf dem Rücken und – so glaube ich – mit reichlich viel Liebe zu Gott.

Nimm also alle Liebe entgegen von Deinem Bruder

Rafael

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„Vor Liebe sterben im Anblick meines leidenden Jesus“

12/10/2010

Der 12. Oktober 2010 ist der 49. Todestag von Maria Valtorta, nachfolgend ihre Aufzeichungen vom 7. März 1944:

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(Maria Valtorta - mit Genehmigung des Centro Editoriale Valtortiano)

Am Abend des 7. März

Wem darf ich sagen, was ich leide? Niemand auf dieser Erde, denn es ist kein irdisches Leid und würde nicht verstanden.

Es ist ein Leiden, das Süßigkeit und eine Süßigkeit, die Leiden ist. Ich würde gern zehn-, hundertmal so viel leiden. Um nichts auf der Welt würde ich auf dieses Leiden verzichten wollen. Aber das schließt nicht aus, dass ich leide, als ob ich an der Kehle gewürgt, in einen Schraubstock gepreßt, in einem Glutofen brennen, bis ins Herz durchbohrt werden würde.

Wenn mir gewährt wäre, mich zu bewegen, mich von allem zu isolieren und singend und in Gesten meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen – denn es ist ja ein Leiden des Gefühls – hätte ich eine Linderung. Aber ich bin so wie Jesus an Seinem Kreuz. Bewegung oder Isolation sind mir nicht mehr gewährt, und ich muss die Lippen zusammenpressen, um nicht der Neugier den Anblick meiner seligen Todesnot preiszugeben.

Es ist keine bloße Redensart: die Lippen zusammenpressen! Ich muss eine ungeheure Anstrengung machen, um den Impuls zu unterdrücken, einen zugleich freudigen und übernatürlich peinvollen Schrei, der in mir gärt, auszustoßen, der wie eine Stichflamme oder wie ein Strahl herausbrechen möchte.

Die schmerzumflorten Augen Jesu: Ecce Homo (1) ziehen mich wie ein Magnet an. Ich habe Ihn vor mir, aufrecht auf den Stufen des Prätoriums, und Er schaut mich mit Seinem dornengekrönten Haupt, den gebundenen Händen über seinem weißen Narrenkleid, mit dem sie Ihn haben verhöhnen wollen, und doch haben sie Ihn damit in die Weiße gekleidet, die des Unschuldigen würdig ist.


Er spricht nicht. Aber alles an Ihm spricht, ruft mich an und verlangt. Was verlangt er denn? Dass ich Ihn liebe! Das weiß ich und das schenke ich Ihm, bis hin zu dem Mich-selbst-sterben-Fühlen, als hätte ich eine Klinge in meiner  Brust. Aber er verlangt noch etwas anderes von mir, das ich nicht verstehe. Das ich jedoch verstehen möchte. Und das ist meine Qual. Ich möchte Ihm alles, was Er nur wünschen kann, hingeben, auch bis zu einem qualvollen Tode. Aber das gelingt mir nicht.

Sein Schmerzensantlitz zieht mich an und fesselt mich. Schön ist es als das Antlitz des Meisters oder das des auferstandenen Christus. Aber Ihn als solchen zu schauen, erfüllt mich lediglich mit Freude. Dieses hier flößt mir eine tiefe Liebe ein, wie die einer Mutter für ihr leidendes Kind nicht tiefer sein könnte.

Ja, ich verstehe Ihn jetzt. Die Liebe der compassio (2) ist die Kreuzigung des Geschöpfes, das dem göttlichen Meister bis in die allerletzte Qual hinein folgt. Es ist eine geradezu despotische Liebe, die jeden anderen Gedanken in uns unterdrückt, der nicht Seinen Schmerz betrifft. Wir gehören nicht mehr uns selbst. Wir leben, um Seinen Qualen Trost zu spenden, und Seine Qualen sind unser Leid, das uns, nicht nur metaphorisch ausgedrückt, umbringt. Und doch ist uns jede Träne, die der Schmerz uns auspreßt, kostbarer als eine Perle, und jeder Schmerz, den wir als dem Seinen ähnlich erkennen, willkommen und wie ein kostbarer Schatz geliebt.

Pater, ich habe mich angestrengt, das, was ich empfinde, auszudrücken. Aber es ist unnütz. Von allen Ekstasen, deren Gott mich würdigen kann, wird es immer die Seines Leidens sein, die meine Seele in ihren siebten Himmel bringt. Vor Liebe sterben im Anblick meines leidenden Jesus, das, finde ich, ist der schönste Tod.

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(1) vgl. Joh 19,5

(2) Die mit-leidende (compassione) oder teil-habende (compartecipazione) Liebe, von der im Diktat vom 13. Februar die Rede ist.

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


Der Kreuzweg: 9. und 10. Station

18/03/2010

An den 7 Freitagen bis Ostern rufen wir jeweils zwei Stationen des Kreuzweges in Erinnerung.

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9. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

Zum Spott geworden bin ich all meinen Feinden, ein Hohn den Nachbarn, ein Schrecken den Freunden; wer mich auf der Straße sieht, der flieht vor mir. (Ps 31,12)

Doch der Herr lud auf ihn die Schuld von uns allen. (Jes 53,6b)

„Betrachtet Mich, als Ich in der Nähe des Kalvarienberges zum drittenmal falle. Ich werde viele, die den ewigen Tod zu sterben drohen, wieder aufrichten. Das Blut aus den Wunden dieses dritten Falles wird sie reinigen und läutern. Es wird ihnen helfen, sich wieder aufzurichten und am ewigen Leben teilzuhaben.

Ihr, die ihr Mir nachzufolgen versucht, verweigert keine aufwändige Handlung, auch dann nicht, wenn euch dadurch eine neue Wunde entstehen sollte. Was schadet es, da Mein Blut so manche Seele wieder beleben wird?! Ahmt Mich als Vorbild nach auf dem Weg nach Golgatha.“ (Jesus an Sr. Josefa Menendez, 1923)

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich,
denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.

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10. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

Man kann all meine Knochen zählen; sie gaffen und weiden sich an mir. Sie verteilen unter sich meine Kleider und werfen das Los um mein Gewand. (Ps 22,18-19)

Er wurde misshandelt und niedergedrückt, aber er tat seinen Mund nicht auf. (Jes 53,7a)

„Betrachtet, mit welcher Grausamkeit sie Mich Meiner Kleider berauben. Seht, mit welchem Schweigen und welcher Ergebenheit Ich es geschehen lasse.

Wehrt euch nicht, wenn man euch allen Habes und Gutes, ja eures eigenen Willens beraubt, euch alles nimmt, was ihr besitzt; denn als Gegenleistung werde Ich euch mit Reinheit bekleiden und mit den Schätzen meines Herzens überhäufen.“ (Jesus an Sr. Josefa Menendez, 1923)

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich,
denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.

Ewiger Vater,
wir opfern Dir das göttliche Blut,
das Dein Sohn Jesus Christus während Seiner schmerzhaften Passion vergossen hat.
Durch Seine Wunden,
durch Sein mit Dornen durchbohrtes Haupt,
durch Sein göttliches Herz
und durch all Seine Verdienste
vergib uns Sündern und rette uns.
Göttliches Blut unseres Erlösers,
mit Ehrfurcht und unendlicher Liebe beten wir Dich an,
um Genugtuung für die Beleidigungen und Schmähungen der Menschen zu leisten.

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Der Kreuzweg: 5. und 6. Station

05/03/2010

An den 7 Freitagen bis Ostern rufen wir jeweils zwei Stationen des Kreuzweges in Erinnerung.

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5. Station: Simone von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

Einen Mann, der gerade vom Feld kam, Simon von Zyrene, den Vater des Alexander und des Rufus, zwangen sie, sein Kreuz zu tragen. (Mk 15,21)

Aber er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. (Jes 53,4)

Betrachte diesen Mann, der für ein geringes Entgelt diese mühselige und grausame Last zu übernehmen bereit ist. Vertiefe dich auch in den Anblick Meines zerschundenen Körpers, dessen Kräfte immer mehr nachlassen.

Wenn euch der Mut fehlt gegenüber der Anstrengung, die ihr gegen eure menschliche Natur ertragen müßt, begreift, daß ihr irdischer Genüsse wegen nicht bereit wart, Mein Kreuz mitzutragen, anstatt das ewige Leben zu verdienen und anderen Menschen zu gleicher Glückseligkeit zu verhelfen.“ (Jesus zu Sr. Josefa Menendez, 1923)

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich,
denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.

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6. Station: Veronika reicht Jesus das Schweisstuch

Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden. Selig, die ein reines Herz haben; denn sie werden Gott schauen. (Mt 5,7-8)

Doch er wurde durchbohrt wegen unserer Verbrechen, wegen unserer Sünden zermalmt. (Jes 53,5a)

„Betrachtet, mit welcher Barmherzigkeit diese Frau Mein Antlitz trocknet und wie ihre Liebe den ganzen menschlichen Stolz überwindet.

Duldet nicht, daß eure Furcht, die Achtung der Mitmenschen zu verlieren, euch heute daran hindert, durch liebevolle Taten die Spuren der Verwundungen auf Meinem Antlitz zu tilgen. Betrachtet Mein von Blut überströmtes Gesicht.“ (Jesus an Sr. Josefa Menendez, 1923)

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich,
denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.

Ewiger Vater,
wir opfern Dir das göttliche Blut,
das Dein Sohn Jesus Christus während Seiner schmerzhaften Passion vergossen hat.
Durch Seine Wunden,
durch Sein mit Dornen durchbohrtes Haupt,
durch Sein göttliches Herz
und durch all Seine Verdienste
vergib uns Sündern und rette uns.
Göttliches Blut unseres Erlösers,
mit Ehrfurcht und unendlicher Liebe beten wir Dich an,
um Genugtuung für die Beleidigungen und Schmähungen der Menschen zu leisten.

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Der Kreuzweg: 1. und 2. Station

19/02/2010

An den sieben Freitagen bis Ostern werden wir jeweils zwei Stationen des Kreuzweges in Erinnerung rufen.

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1. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt

Auf ihm liegt die Züchtigung, die uns den Frieden bringt, in seinen Wunden finden wir die Heilung. (Jes 53,3)

Darauf ließ Pilatus, um die Menge zufrieden zu stellen, Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen. (Mk 15,15)

„Höre die Verkündigung Meines Todesurteils, sieh, mit welchem Schweigen, mit welcher Geduld und Ergebenheit Mein Herz es aufnimmt. Ihr, die ihr Mein Tun nachahmen möchtet, bleibt gelassen vor denen, die euch kränken und beleidigen; lernt zu schweigen.“ (Jesus an Sr. Josefa Menendez im Jahr 1923)

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich,
denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.

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2. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schulter

Und er trug sein Kreuz und ging hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha.(Joh 19,17)

Er hatte keine Gestalt und Hoheit. Wir sahen ihn, aber da war keine Gestalt, die uns gefallen hätte. (Jes 53,2b)

„Betrachte das Kreuz auf Meiner Schulter, wie schwer es wiegt. Aber noch schwerer wiegt meine Liebe zu den Menschen!

Ihr, die ihr Mich liebt, vergleicht eure Leiden mit der Liebe, die ihr für Mich empfindet, und laßt eure Niedergeschlagenheit diese Liebesflamme nicht ersticken.“ (Jesus an Sr. Josefa Menendez im Jahr 1923)

Wir beten Dich an, Herr Jesus Christus, und preisen Dich,
denn durch Dein heiliges Kreuz hast Du die ganze Welt erlöst.

Ewiger Vater,
wir opfern Dir das göttliche Blut,
das Dein Sohn Jesus Christus während Seiner schmerzhaften Passion vergossen hat.
Durch Seine Wunden,
durch Sein mit Dornen durchbohrtes Haupt,
durch Sein göttliches Herz
und durch all Seine Verdienste
vergib uns Sündern und rette uns.
Göttliches Blut unseres Erlösers,
mit Ehrfurcht und unendlicher Liebe beten wir Dich an,
um Genugtuung für die Beleidigungen und Schmähungen der Menschen zu leisten.

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zum Kreuzweg des hl. Pfarrers von Ars

Die heilige Fastenzeit (2)

18/02/2010

Ebenso wie die Kirche unter dem Namen Fasten aller Werke christlicher Abtötung begreift, so versteht sie unter dem Namen Gebet alle frommen Übungen, mit welchen sich die Seele an Gott wendet. Der häufige Besuch der Kirche, die tägliche Beiwohnung der heiligen Messe, fromme Lesungen, Betrachtungen über die Heilswahrheiten und das bittere Leiden und Sterben des Erlösers, Gewissenserforschung, der Besuch der Fastenpredigten und vor allem der Empfang der heiligen Sakramente der Buße und des Altares, das sind die wichtigsten Mittel, wodurch die Gläubigen dem Herrn die Huldigung des Gebetes darbringen können. Das Almosen umfaßt alle Werke der Barmherzigkeit gegen den Nächsten (…).

Ein Mittel, um uns der Früchte des Fastens zu versichern, ist der Geist der Zürückgezogenheit und der Trennung von der Welt. Die Bräuche dieser heiligen Zeit sollen sich in allem von dem übrigen Teil des Jahres unterscheiden; sonst würde der heilsame Eindruck, welchen wir in dem Augenblick empfangen, da die Kirche uns mit dem Kreuz von Asche bezeichnete, in wenigen Tagen verwischt sein. Der Christ soll daher die eiteln Vergnügungen, die weltlichen Unterhaltungen und Zusammenkünfte abbrechen.

Zum wahrhaften Fasten gehört auch die Flucht vor der Sünde, die Unterdrückung der bösen Neigungen, der Eifer im Gebete, Tränen und Zerknirschung und die Sorge für die Armen (…). Alle haben die Pflicht, sich ein geistiges Fasten aufzuerlegen, welches in Änderung des Lebens, Flucht vor der Sünde, Streben nach allen guten Werken besteht. Vereinige das wenige, was du dir während der heiligen Fastenzeit zu tun vornimmst, mit allem, was das Haupt aller Büßer während seines 40tägigen Fastens für uns getan.

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tägliche Gewissenserforschung

Die heilige Fastenzeit (1)

15/02/2010

Auszug aus dem Missale Romanum von 1910, erschienen in der Herder’schen Verlagsbuchhandlung, Freiburg:

Mit dem Namen Fastenzeit bezeichnet die Kirche die 40tägige Vorbereitung auf Ostern. Die Einsetzung dieser feierlichen, durch das Beispiel Jesu Christi geheiligten Zeit, reicht bis in die Anfänge des Christentums hinauf und rührt nach dem Hl. Hieronymus, Leo dem Großen usw. schon von den Aposteln her. Sie ist eine vor allen andern der Buße gewidmete Zeit, welche hauptsächlich in der Übung des Fastens zum Ausdruck kommt, d.h. jener freiwilligen Enthaltung von Speisen, die der Mensch zur Sühne seiner Sünden sich auferlegt.

Die Zahl der 40 Tage, welche die heilige Fastenzeit dauert, ist bedeutungsvoll. 40 Tage und 40 Nächte regnete es bei der Sündflut; 40 Jahre irrten die Israeliten in der Wüste umher; 40 Tage fastete Moses, ehe er sich Gott auf dem Sinai, und ebensolang Elias, als er sich dem Herrn auf dem Berg Horeb nahte; 40 Tage und 40 Nächte fastete der Sohn Gottes. (…)

Die Wüste in Judäa (Foto D. Shankbone)

Der Mensch ist Sünder, darum ist auch die Sühne notwendig, die er mit Hilfe der unschätzbaren Verdienste Christi leisten kann. „Wenn ihr nicht Buße tut“, sprach der Heiland selbst, „so werdet ihr alle gleicherweise zu Grunde gehen“ (Lk 13,3). Die Buße besteht aber in der Zerknirschung des Herzens und in der Abtötung des Leibes; der Mensch, aus Leib und Seele zusammengesetzt, kann nicht mit dem einen Teile Gott die schuldige Huldigung darbringen, mit dem anderen aber nicht; es wäre keine rechte Buße, wenn nicht die innerlichen Gefühle der Reue auch in äußeren Bußwerken zu Tage träten, wie auch der Heiland sich damit nicht begnügt, bloß innerlich über unsere Sünden zu seufzen.

Da der Leib als Werkzeug der Sünde ebenfalls der Sünde gedient, so muß er auch mitbüßen, und es wäre eitle Selbsttäuschung, wollte man die körperliche Abtötung für überflüssig halten. (…) So wollen wir denn entschlossen den heiligen Pfad betreten, welchen die Kirche uns eröffnet. Wir wollen unser Fasten noch durch die beiden anderen Mittel, die Gott uns in der Heiligen Schrift vorstellt, Gebet und Almosen, befruchten.

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Allein den Betern kann es noch gelingen

17/09/2009

Allein den Betern kann es noch gelingen,Beten
Das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten
Und diese Welt den richtenden Gewalten
Durch ein geheiligt Leben abzuringen.

Denn Täter werden nie den Himmel zwingen:
Was sie vereinen, wird sich wieder spalten,
Was sie erneuern, über Nacht veralten,
Und was sie stiften, Not und Unheil bringen.

Jetzt ist die Zeit, da sich das Heil verbirgt,
Und Menschenhochmut auf dem Markte feiert,
Indes im Dom die Beter sich verhüllen.

Bis Gott aus unsern Opfern Segen wirkt
Und in den Tiefen, die kein Aug entschleiert
Die trocknen Brunnen sich mit Leben füllen.

Reinhold Schneider

Die Geheimnisse von Fatima (I) : Höllenvision und der Botschaft erster und zweiter Teil

13/07/2009

Am 13. Juli 1917 erscheint die Heilige Jungfrau den drei Hirtenkindern Lucia, Jacinta und Francisco in der Cova da Iria nahe Fatima, Portugal zum dritten Mal. Erneut betont sie, dass wir täglich 5 Gesätze des Rosenkranzes beten sollen.

Auch sollen wir uns für die Bekehrung der Sünder aufopfern, und öfters, insbesondere bei jeder Aufopferung, sprechen:

“Oh Jesus, aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und als Sühne für die Beleidigungen, die dem unbefleckten Herzen Mariae zugefügt werden.”

Im Anschluss offenbart Maria Lucia ein Geheimnis:

Sie zeigt den Kindern die Hölle. Der Anblick ist so schrecklich, dass die Kinder das Gefühl haben, sie wären augenblicklich gestorben vor Furcht, hätte Maria ihnen nicht vorher zugesichert, dass sie in den Himmel kämen.

Die kleinen Seher von Fatima, Lucia, Francisco und Jacinta (v.l.n.r.)

Die kleinen Seher von Fatima, Lucia, Francisco und Jacinta (v.l.n.r.)

Im zweiten Teil des Geheimnisses wünscht Maria die Andacht zu ihrem Unbefleckten Herzen, um den Zorn Gottes über die unaufhörlichen Beleidigungen durch die Menschen zu besänftigen. Sie kündigt einen weiteren, schlimmeren Krieg an, falls die Beleidigungen nicht aufhören. Um diesen und weiteres Unheil zu verhindern, bittet sie um die Sühnekommunion an den ersten Samstagen des Monats, und die Weihe Russlands an ihr Unbeflecktes Herz durch den Papst gemeinsam mit allen Bischöfen.

“Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden, am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“

Der dritte Teil des Geheimnisses wurde offiziell in 2000 durch den Vatikan veröffentlicht. Da der Text vom Stil eher wie die Beschreibung einer Vision anmutet und es auch sonst etliche Ungereimtheiten gibt, ist davon auszugehen, dass der wahre Wortlaut bis heute unbekannt ist.

Betrachtet man darüber hinaus die Geschehnisse in der Welt und die allgemeine Tendenz zu noch mehr Brutalität, Gewissenlosigkeit und Ausschweifungen, liegt es auf der Hand, dass ganz offensichtlich auch den Forderungen des zweiten Teils des Geheimnisses nicht nachgekommen wurde.

Anmerkung: Auch wenn häufig von „Drei Geheimnissen“ oder dem „Dritten Geheimnis“ von Fatima zu lesen ist, gab es korrekt immer nur ein einziges „Geheimnis“, welches sich aber in drei Teile gliedern lässt.


Weiterlesen:

Das Sonnenwunder von Fatima vom 13. Oktober 1917

Teil II: Widersprüche um das „dritte Geheimnis“

Teil III: Was geschah mit Schwester Lucia?

Literatur: William T. Walsh “Our Lady of Fatima“