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Lärm auf dem heiligen Berg

09/10/2009

Der Jerusalemer Tempelberg ist aktuell Schauplatz eines gewalttätigen Konfliktes, der sich von Tag zu Tag zuspitzt. Von der westlichen Mainstream-Berichterstattung bleibt diese Entwicklung weitgehend unbeachtet. Am 28. September, dem jüdischen „Versöhnungstag“, ließen israelische Soldaten in einer provokanten Aktion militante Siedler auf das Gelände der Al-Aksa-Moschee und versperrten anschließend den Zugang. Daraufhin brachen Kämpfe zwischen den Soldaten und muslimischen Gläubigen in und außerhalb der Moschee los.

Blick vom Berg Zion auf den Tempelberg

Blick vom Berg Zion auf Tempelberg, Tal Joschafat, Ölberg (v. l. n. r.)

Anlässlich des Laubhüttenfestes am 7. Oktober mit 30 000 Teilnehmern in der Jerusalemer Altstadt hat sich die Situation noch verschärft. Mit der Begründung, die Festbesucher vor Steinwürfen und sonstigen Angriffen zu schützen, wurde kurzerhand die Moschee erneut gesperrt. 2000 israelische Soldaten riegelten das Gelände ab und sorgen bis heute dafür, dass männliche Muslime unter 50 Jahren keinen Zugang zur Moschee haben. Außerdem bleiben die Grenzübergänge zum Westjordanland bis 10. Oktober geschlossen. Islamische Gruppierungen riefen für heute einen „Tag des Zornes“ aus mit der Aufforderung, zahlreich zum Freitagsgebet in der Moschee zu erscheinen. Aufgrund der Restriktionen für männliche Gläubige folgten umso mehr Frauen dem Aufruf, ganze Busladungen erschienen auf dem Tempelberg.

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Legt Trauer an und klagt, ihr Priester! Jammert, ihr Diener des Altars! Kommt, verbringt die Nacht im Trauergewand, ihr Diener meines Gottes! Denn Speiseopfer und Trankopfer bleiben dem Haus eures Gottes versagt. Ordnet ein heiliges Fasten an, ruft einen Gottesdienst aus! Versammelt die Ältesten und alle Bewohner des Landes beim Haus des Herrn, eures Gottes, und schreit zum Herrn:

Weh, was für ein Tag!

Denn der Tag des Herrn ist nahe; er kommt mit der Allgewalt des Allmächtigen. Auf dem Zion stoßt in das Horn, schlagt Lärm auf meinem heiligen Berg! Alle Bewohner des Landes sollen zittern; denn es kommt der Tag des Herrn, ja, er ist nahe, der Tag des Dunkels und der Finsternis, der Tag der Wolken und Wetter. Wie das Morgenrot, das sich über die Berge hinbreitet, kommt ein Volk, groß und gewaltig, wie es vor ihm noch nie eines gab und nach ihm keines mehr geben wird bis zu den fernsten Geschlechtern.

Buch Joel 1,13-15.2,1-2 (Lesung vom heutigen Freitag, 09. Oktober 09)