Posts Tagged ‘Teufel’

Weg mit dir, Satan!

12/03/2011

Valtorta-Auszug zum Sonntagsevangelium vom 13. März 2011 (Matthäus 4,1-11):

Jesus spricht zu den Aposteln über seine Versuchung durch Satan

„Opfert euch auf…“ (2)

17/11/2010

(zurück zu Teil 1)

Wir möchten daran erinnern, dass die Himmelsmutter 1917 in Fatima wünschte, dass wir täglich den Rosenkranz für den Frieden beten und Opfer für die Bekehrung der Sünder bringen.

In ihrer vierten Erinnerung aus dem Jahr 1941 schreibt Schwester Lucia: „Eines Tages fragte man mich, ob Unsere Liebe Frau uns aufgetragen hätte, für die Sünder zu beten. Ich verneinte. Während die Leute Jacinta befragten, rief er [Francisco] mich, sobald er konnte und sagte:

– Jetzt hast du gelogen! Wie konntest du nur sagen, daß Unsere Liebe Frau uns nicht aufgetragen habe, für die Sünder zu beten?

– Für die Sünder nicht! Sie wünschte, daß wir um den Frieden und die Beendigung des Krieges beten sollten. Für die Sünder sollten wir Opfer bringen.

– Ja wirklich! Ich habe schon gedacht, du hättest gelogen.“ (*)

Pater Augustin Fuentes (damals Postulator im Seligsprechungsprozess für Jacinta und Francisco) führte am 26. Dezember 1957 mit Schwester Lucia, die sich seit 9 Jahren im Karmel in Coimbra befand, ein Gespräch. Pater Fuentes berichtet, daß die Seherin ihn sehr traurig empfing:

„Pater, die Selige Jungfrau ist sehr traurig weil niemand ihre Nachricht beachtet; weder die Guten noch die Schlechten. Die Guten führen weiterhin ihr Leben der Tugend und des Apostolats, aber sie vereinigen ihr Leben nicht mit der Botschaft von Fatima. Die Sünder folgen weiterhin dem Weg des Bösen, weil sie die furchtbare Züchtigung, die dabei ist über sie zu kommen, nicht sehen. Glauben Sie mir, Pater, Gott wird die Welt züchtigen und das sehr bald. Die Strafe des Himmels wird kommen und sie wird sehr groß sein. Sagen Sie den Seelen nicht nur die materielle Strafe zu fürchten, die über uns kommen wird, wenn wir nicht beten und Buße tun, sondern vor allem, daß Seelen in die Hölle kommen werden.“ Mehrmals wiederholte sie: „Viele Nationen werden von der Erde verschwinden und Russland wird das Werkzeug der Züchtigung sein, falls wir nicht alle durch Gebet und Opfer die Bekehrung dieser armen Nation erreichen. Pater, sagen Sie den Seelen, daß der Teufel mit der Jungfrau Maria eine entscheidende Schlacht führt.“

 

 

 

 

 

Schwester Lucia um 1930

 

Im folgenden betont Schwester Lucia wieder, dass die beiden Waffen, die die Jungfrau uns gegeben hat, Gebet und Opfer sind. Sie erklärt dem Pater: „Gebet ist eine Unterhaltung mit Gott, unserem himmlischen Vater. Aber es ist nicht notwendig in der Kirche oder vor einem heiligen Bild zu sein, um mit ihm zu sprechen. Wir können überall beten, auf der Straße, in der Schule, im Büro, in der Werkstatt- überall. Der Teufel, der sehr darunter leidet, nie wieder Gott zu sehen, wird alles tun, um uns vom Beten und Opferbringen abzubringen. Wir alle, egal wer wir sind, müssen leiden. Wir müssen leiden wegen der Erbsünde und auch als wahre Nachfolger Christi. Jeder hat eine Art Kummer, Beschwernis, Krankheit oder ein Problem zu ertragen. Unser Herr bietet sein Kreuz allen an, wir sollten es also lieben und umarmen. Aber wir sollten nicht nur die Leiden annehmen, die er uns schickt – wir sollten auch die Großzügigkeit besitzen, viele Opfer zu bringen. Jeder Christ ist ein ‚anderer Christus‘  und als solcher sollte er bereitwillig für die Seelen beten und leiden. Jetzt sollten wir unsere Selbstsucht wie niemals zuvor beiseite lassen. Wir müssen unsere Seelen retten oder wir verlieren sie, zusammen mit anderen Seelen. Das Heil vieler Seelen hängt davon ab, ob wir der Gnade entsprechen werden. Falls wir unsere Seelen verlieren, werden auch viele andere Seelen verloren sein.“

Und weiter: „Pater, lassen Sie uns nicht darauf warten, daß der Heilige Vater eine allgemeine Aufforderung zur Buße erläßt, lassen Sie uns auch nicht solch einen Aufruf von unseren Bischöfen oder Oberen abwarten. Lassen Sie jeden von uns selbst anfangen, sich zu verändern. Es ist eine persönliche Verantwortung Gott gegenüber. Mit Gebet und Buße werden wir nicht nur uns selbst, sondern auch andere retten. Erinnern wir uns daran, daß wir mit vielen anderen Seelen in den Himmel eingehen sollen und daß, wenn wir unsere Seele verlieren, andere Seelen sagen hören werden: ‚Durch deine Schuld bin ich in der Hölle.‘ „

 


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(*) Die frühen Erinnerungen von Schwester Lucia können auf Deutsch über das Secretariado dos Pastorinhos bezogen werden. Wir bedanken uns dort auch dafür, dass wir hier Auszüge aus dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima – Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I“ wiedergeben dürfen.

„Es genügt nicht, das Böse nicht zu tun; man darf auch nicht begehren, es zu tun“ (2)

29/07/2010

Der Traum der Valtorta (Fortsetzung; zurück zu Teil 1 HIER)

Der Mittlere, der mich mehr als alle anderen anzog, überragte seine beiden Gefährten um eine Hals- und eine Kopflänge. Er trug einen weißen Mantel, während das Gewand darunter zartrot, fast rosarot war. Eine große Majestät ging von ihm aus, von seinen Bewegungen, seinem Gang, der Art, wie er sich seinen Gefährten zuwandte, und seinen Blicken, die eine übermenschliche Liebe ausdrückten. Sein Gesicht war sehr blaß, aber nicht erdfahl. Er hatte dunkelblaue Augen, eine sehr schöne, hohe, glatte Stirn, ein langes, feines, ovales Gesicht, das der rotblonde Kinnbart noch verlängerte. Das schulterlange Haar, das, von einem Scheitel geteilt, links und rechts in weichen Strähnen herunterfiel, war mehr rot als blond. Die Maler nennen diese Farbe Tizian-Blond. Er hatte sehr schöne, lange, weiße Hände. Sein Körper war schlank, eher mager, sein Blick ein Gedicht von Güte: ein bißchen traurig, wenn auch von einem Lächeln durchzogen. Ein Blick, der die Bitte ausdrückte: „Liebe mich.“

Ich betrachtete ihn immer faszinierter und fühlte mich zu ihm hingezogen.

Mein Gefährte packte mich mit beiden Händen, um mich wegzuziehen. Er war nunmehr wütend und häßlich, mit einem wilden, tückischen, verzerrten Gesichtsausdruck. Von Minute zu Minute nahm seine Häßlichkeit zu. Er zitterte und fletschte die Zähne. Aber ich widerstand ihm. Ich kämpfte nun mit ihm, kratzte und biß ihn.

Während ich so kämpfte, bemerkte ich, daß die drei den Fluß überquert hatten; ich weiß nicht wie, denn weit und breit war keine Brücke zu sehen. Sie waren jetzt bereits ganz nahe bei uns. Da begriff ich, wer sie waren: Jesus, Petrus und Johannes, der Apostel. Mit einer letzten Anstrengung befreite ich mich  von meinem Gefährten, der mir nun wie ein Feind erschien, lief zu Jesus und warf mich ihm zu Füßen. „Herr, rette mich!“, schrie ich, indem ich den Saum seines Gewandes ergriff.

Der Feind – ich könnte eigentlich FEIND schreiben, denn nun hatte ich ganz klar begriffen, wer er war, da sein Gesicht teuflische Züge angenommen hatte – lief noch einmal auf mich zu. Er war derart außer sich, daß er sogar den Ekel überwandt, den ihm der Anblick Jesu verursachte, und faßte nach meiner Schulter. Ich spürte seine Hand, die zur Kralle geworden war,  in mein Fleisch dringen.

Weinend wiederholte ich: „Herr, rette mich!“

Jesus schwieg. Er schaute mich an und schwieg. Ein großes Erbarmen lag in seinem Blick, aber seine Lippen blieben verschlossen und seine Hände hingen reglos an dem weißen Gewand herab.

Der heilige Petrus… Ja, der heilige Petrus war alles andere als gütig und sagte zu Jesus, daß ich kein Erbarmen verdiene. Der heilige Johannes hingegen trat für mich ein. Mit tief betrübter Stimme und traurigem Blick sagte er: „Meister, hab Erbarmen mit diesem armen Geschöpf. Befreie es, Du, der du es vermagst! Im Grunde hat sie dich immer geachtet. Einst liebte sie Dich, dann hat sie sich einer Täuschung hingegeben… Hilf ihr, Meister!“

Der Feind heulte: „Nein, sie gehört mir. Ich lasse sie nicht los. Ich habe sie mir genommen und behalte sie!“

Jesus schwieg.

Da hob ich den Kopf und die Arme, umfaßte Jesu Hände, bedeckte sie mit Küssen und sagte: „O Herr, Herr! Wie kannst du mir nicht helfen? Schließlich habe ich dich immer geliebt! Erinnerst du Dich nicht mehr daran? Ausgesprochen Böses habe ich nie getan. Warum befreist du mich nicht von dem, der mich mit sich fortschleppen will?“

Nun sprach Jesus… Diese Stimme werde ich nie vergessen! Wer könnte auch diesen Tonfall nachahmen, der noch heute in mir nachklingt und wohl weiter nachklingen wird bis zu dem seligen Augenblick, da ich ihn im Himmel wieder vernehmen werde? Jesus sagte: „Maria, du mußt wissen, daß es nicht genügt, das Böse nicht zu tun; man darf auch nicht begehren, es zu tun.“

Während Petrus mich von Jesus loslöste und zurückdrängte, und Johannes für mich flehte, während der Feind sich unter Flüchen und entsetzlich höhnischem Gelächter mit seiner Krallenhand noch stärker an meine rechte Schulter klammerte, hörte ich Jesus noch zweimal jene Worte wiederholen. Dann legte er seine Hand auf meinen Kopf zum Zeichen der Vergebung und des Segens. Noch heute spüre ich die zarte Berührung jener langen Finger auf meinem Haar…

Ich begriff, daß mir verziehen war, daß ich gerettet war. In einer Aufwallung des Dankes warf ich mich schluchzend an seine Brust und vergoß Tränen der Dankbarkeit, der Reue und der Freude. Es war wie eine Waschung, die mich vollkommen läuterte. Der Feind floh mit einem verzweifelten Schrei, und ich wurde von Jesus umarmt.

Ich erwachte, die Seele durch etwas Unirdisches erhellt.

Seit dieser Nacht sind sechsundzwanzig Jahre und neun Monate vergangen, aber der Traum steht noch lebendig vor mir, wie in dem Augenblick, als ich erwachte. Ich sehe ihn in allen kleinsten Einzelheiten vor mir. Wenn ich Malerin wäre, könnte ich jene Gesichter und alle Phasen des Traumes malen. Ich habe kein Wort verändert, nichts mit der Phantasie hinzugedichtet. Ich habe Ihnen getreu erzählt, was ich geträumt habe.

Antlitz des Turiner Grabtuchs

Antlitz des Turiner Grabtuchs

Später habe ich in allen möglichen Kunstläden ein Antlitz Jesu gesucht wie jenes, das ich im Traum geschaut hatte, ohne es je finden zu können. Auf einem Bild stimmte das Oval des Gesichtes, aber nicht der Blick, auf einem anderen der Blick, aber nicht der Mund, auf einem dritten der Mund, aber nicht die Wangen. Ich bin zur Überzeugung gelangt, daß Menschenhand dieses Antlitz nicht darstellen kann… Jesus ist mir dann noch viele Male im Traum erschienen, und immer hatte er dieses Antlitz, diese Gestalt und diese Hände. Seit einiger Zeit wird mir etwas mehr als ein Traum zuteil; aber ich sehe Jesus immer mit demselben Antlitz, derselben Gestalt und denselben Händen. Als Sie, Pater, mir jenes Buch über das Leichentuch Christi gegeben haben, hat es mir einen Schlag versetzt; denn ich erkannte, trotz der Veränderung durch das erlittene Leid, jenes Antlitz, jene Gestalt und jene Hände wieder…

Die Zeit der schlimmsten Versuchungen war vorbei. Ich kann nicht behaupten, daß ich keine finsteren Stunden der Auflehnung mehr erlebte. Nein, ich erlebte deren noch viele. Aber wenn der Dämon der Auflehnung, der Sinnlichkeit und der Verzweiflung mich bestürmte und mir unheilvolle Gedanken eingab, gelang es mir dank der Worte Jesu, das Verlangen, Böses zu tun, zu überwinden.

Auszug aus der Autobiographie von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch

Angriff auf die Kirche aus ihrem Inneren heraus

17/05/2010

Die katholische Kirche ist in großer Bedrängnis. Der aufgebauschte Missbrauchsskandal wird nun zunehmend von diversen Priestern, Bischöfen und Kardinälen genutzt, um innerkirchlich abzurechnen und verquere und unkatholische Ansichten in der Öffentlichkeit zu verbreiten.

So hat Kardinal Schönborn letztens gefordert, die Kirche müsse sich der Homosexualität öffnen und wiederverheiratete Geschiedene sollen zum Altarsakrament zugelassen werden.

Margot Käßmann wurde an Christi Himmelfahrt erlaubt, im Herzen des katholischen Bistums München, im Liebfrauendom (!), u.a. zu behaupten, die Pille sei ein „Geschenk Gottes“ und fördere die „Liebe ohne Angst“. Nach diesen provokanten und mit der katholischen Lehre unvereinbaren Äußerungen geschah… gar nichts! Der zuständige Erzbischof Marx ließ keinen Pieps verlauten und von Erzbischof Zollitsch kam die lahme und nichtssagende „Entgegnung“, die Pille sei von Menschen gemacht. Kein Wort zur Notwendigkeit von Reinheit und Keuschheit in unserer dekadenten, sexualisierten Gesellschaft, kein Wort dazu, dass die Pille kindstötend wirken kann, nichts.

Der Petersdom (Foto: M. Möller)

Im Wort zum (gestrigen) Sonntag verbreitet derweil der Rottenburger Priester Michael Broch ungehindert seine Sicht der Dinge über den Äther. Er fragt sich, zu welchen tiefgreifenden Reformen „aus dem Geiste Jesu“ die katholische Kirche nun fähig ist und hofft, „dass das von zölibatären Männern beherrschte System Kirche sich öffnet für demokratische Strukturen, sich öffnet für die Gleichstellung von Frau und Mann in allen Bereichen. Dass die Kirche offen, bescheiden, mitfühlend gerade auch auf die Menschen zugeht, die anders leben, als es offiziell- kirchlichen Vorstellungen entspricht. Ich denke an wiederverheiratete Geschiedene oder an homosexuelle Partnerschaften.“ Gleichzeitig spricht er der katholischen Kirche ab, die Hüterin der Wahrheit, der Leib Christi zu sein: „Und die Wahrheit besitzt niemand, keine Kirche, keine Religion.“

Dieser Priester, von dem man sich fragen muss, wieso er eigentlich in der katholischen Kirche ist, ist seit diesem Jahr neuer Geistlicher Direktor des Instituts zur Förderung des Publizistischen Nachwuchses (ifp) in München, einer Journalistenschule katholischer Trägerschaft! Erzbischof Zollitsch beglückwünschte ihn persönlich und schrieb, er sei sicher, dass die Bischofskonferenz in Broch einen „überzeugenden Kandidaten“ gefunden habe. Das verheißt nichts Gutes für den katholischen Journalistennachwuchs, dessen offizielle Journalistenschmiede somit von liberalen Relativisten unterwandert und beeinflusst wird, während der echte katholische Journalismus in immer grössere Bedrängnis gerät und ins Ausland, sozusagen in den Untergrund gedrängt wird (siehe die Mitteilung der Seite „katholisches.info).

Auch der Hamburger Weihbischof Jaschke biegt sich seinen eigenen Kathechismus zurecht: Wenn es ihr Gewissen zulässt und sie sich ehrfürchtig verhalten, sind auch Nicht-Katholiken zur Kommunion eingeladen, sagt er und setzt sich damit eiskalt über die geltenden Richtlinien zur Vorraussetzung des Kommunionempfanges hinweg.

„Die Leiden der Kirche kommen gerade aus dem Innern. Die Sünde existiert im Innern der Kirche», hat der Papst letzte Woche während einer Pressekonferenz gesagt. Man gewinnt den Eindruck, als meine er damit nicht nur den Missbrauchsskandal, sondern den grossen satanischen Angriff auf die katholische Kirche aus ihrem Inneren heraus, den wir zur Zeit erleben.

Jesus spricht zu den Aposteln über seine Versuchung durch Satan

20/02/2010
(zum Sonntags-Evangelium vom 21. Februar 2010: Lukas 4,1-13)

„Um sich vorzubereiten, ein Meister zu sein, muß man erst Schüler gewesen sein. Ich war allwissend, als Gott. Meine Einsicht ließ mich mittels meiner Erkenntnis die inneren Kämpfe des Menschen geistig verstehen. Doch eines Tages hätte ein armer Freund, irgendein armer Sohn, zu mir sagen können: ‘Du weißt nicht, was es heißt, Mensch zu sein und Gefühle und Leidenschaften zu haben.’ Es wäre ein gerechter Vorwurf gewesen. Ich bin hierher gekommen, auf den Berg, um mich vorzubereiten; nicht allein auf die Sendung, sondern auch auf die Versuchung. Seht ihr?  Hier, wo ihr euch jetzt befindet, wurde ich versucht. Von wem? Von einem Sterblichen? Nein. Zu gering wäre seine Macht gewesen. Ich wurde vom Satan selbst versucht.

Ich war erschöpft. Seit vierzig Tagen hatte ich nicht gegessen … doch solange ich ins Gebet vertieft war, fühlte ich nichts in meiner Freude der Zwiesprache mit Gott. Ich empfand den Hunger als erträglich, weil er nur die Materie betrifft, die Materie allein. Dann kehrte ich zur Welt zurück … auf die Wege der Welt … und fühlte die Bedürfnisse des Menschen. Ich hatte Hunger, ich hatte Durst. Ich fühlte die schneidende Kälte der Wüstennacht. Ich fühlte den Körper, seinen Mangel an Ruhe und Schlaf und die Erschöpfung vom langen Weg, den ich in einer derartigen Verfassung zurückgelegt hatte: ich konnte nicht mehr weitergehen …


Denn auch ich habe Fleisch und Blut, Freunde. Wahres Fleisch. Und es ist denselben Schwächen unterworfen, die jedes Fleisch empfindet. Und mit dem Leib habe ich ein Herz. Ja, von der menschlichen Natur habe ich den ersten und den zweiten der drei Teile, aus denen der Mensch besteht, übernommen: die Materie mit ihren körperlichen Bedürfnissen und das Gemüt mit seinen Neigungen. Und da ich mit meinem Willen alle nicht guten Neigungen schon im Keime erstickt habe, konnten die heiligen Neigungen der kindlichen Liebe, der Heimatliebe, der Freundschaft, der Arbeit und alles, was gut und heilig, groß und mächtig ist, werden wie jahrhundertealte Zedern. So habe ich hier die Sehnsucht nach meiner lieben Mutter empfunden. Hier habe ich das Bedürfnis ihrer sorgenden Liebe in meiner Hinfälligkeit als Mensch empfunden. Hier hat mich von neuem der Schmerz überwältigt, mich von der Einzigen, die mich vollkommen liebt, trennen zu müssen. Hier habe ich das Bedürfnis nach ihrer Pflege meiner menschlichen Gebrechlichkeit gespürt; hier habe ich erneut den Schmerz erfahren, mich von der Einzigen getrennt zu haben, die mich vollkommen liebte; hier habe ich den Schmerz vorausgefühlt, der mir vorbehalten ist, und den Schmerz über ihren Schmerz, arme Mutter, die einmal keine Tränen mehr haben wird, da sie so viele vergießen muß für ihren Sohn und um der Menschen willen. Und hier habe ich die Müdigkeit des Helden und des Asketen kennengelernt, der in einer Stunde die Vorahnung, die Nutzlosigkeit seiner Bemühung erkennt.

Ich habe geweint. Die Traurigkeit, sie ist ein magisches Mittel für Satan. Es ist keine Sünde, traurig zu sein, wenn die Stunde leidvoll ist. Sünde ist, der Traurigkeit freien Lauf zu geben und der Haltlosigkeit oder Verzweiflung zu verfallen. Satan ist sofort da, wenn jemand von geistiger Mattigkeit befallen wird.

Er ist gekommen. Im Gewande eines wohlwollenden Wanderers. Er gibt sich immer wohlwollend … Ich hatte Hunger … und ich hatte meine dreißig Jahre im Blut. Satan hat mich versucht; denn er glaubte, ich sei verwundbar, da er mich hungrig sah und auch mein Alter kannte. Er hat mir seine Hilfe angeboten. Zuerst hat er zu mir gesagt : ‘Gebiete diesen Steinen Brot zu werden!’… Doch zu allererst hat er mir von der Frau gesprochen. Oh! er versteht sich darauf, von ihr zu sprechen. Er kennt sie von Grund auf. Er hat die Frau als erste verführt, um aus ihr seine Verbündete in der Verführung zu machen. Ich bin nicht nur der Sohn Gottes. Ich bin Jesus, der Handwerker von Nazareth.

Ich sagte damals zum Mann, der mich gefragt hat, ob ich die Versuchung kenne, und der mich beinahe beschuldigte, ungerechterweise glücklich zu sein, da ich nicht wüßte, was Sünde sei. ‘Der Akt bewirkt die Befriedigung. Die zurückgedrängte Versuchung weicht nicht, sondern wird noch stärker, auch weil Satan sie anschürt!’ Ich habe der Versuchung des Hungers nach Brot und nach der Frau widerstanden. Und ihr sollt wissen, daß Satan die Frau – menschlich gesprochen nicht zu Unrecht – mir zuerst anbot, denn sie ist seine beste Verbündete, um sich in der Welt zu behaupten.

Der ‘Versucher’, der sich mit meinem: ‘Nicht vom Brot allein lebt der Mensch’ nicht geschlagen gab, begann nun von meiner Sendung zu sprechen. Satan wollte den Messias verführen, nachdem er den jungen Mann versucht hatte. Und er trieb mich an, die unwürdigen Diener des Tempels durch ein Wunder zu vernichten. Das Wunder, die Flamme des Himmels, dient nicht dazu, um sich aus Weidenruten eine Krone zu winden und sich mit ihr zu schmücken. Und man versucht Gott nicht, indem man um Wunder für menschliche Zwecke bittet. Das wollte Satan. Das vorgebrachte Motiv war nur ein Vorwand. Die Wahrheit war: ‘Rühme dich, der Messias zu sein!’ Auf diese Weise dachte er, in mir eine Begehrlichkeit zu wecken: den Hochmut.

Gustave Doré: Jesus wird vom Teufel versucht

Nicht besiegt von meinem: ‘Du sollst den Herrn, deinen Gott nicht versuchen!’, hat er mich mit der dritten Kraft seiner Natur versucht: dem Gold! Oh, das Gold! Eine große Sache ist das Brot, noch begehrenswerter die Frau für den, der nach Nahrung und Genuß verlangt. Ganz groß aber ist der Beifall der Massen für den Menschen… Wie viele Verbrechen werden aus diesen drei Gründen begangen! Aber das Gold … das Gold … Es ist der Schlüssel, der aufschließt, der Ring, der kettet, das Alpha und Omega von neunundneunzig Prozent der menschlichen Handlungen. Für das Brot und die Frau wird der Mensch zum Dieb. Um Macht zu erobern, wird er auch zum Mörder. Doch für das Gold wird er zum Götzenanbeter. Der König des Goldes, Satan, hat mir sein Gold angeboten, damit ich ihn anbete … Ich habe ihn vertrieben mit den ewigen Worten: ‘Den Herrn, deinen Gott allein sollst du anbeten!’

Und hier an dieser Stelle hat sich dies ereignet.“

Jesus ist aufgestanden. Er scheint viel größer als sonst in der ebenen Umgebung und in dem leicht phosphoreszierenden Schein, der von den Sternen träufelt. Auch die Jünger stehen auf. Jesus spricht weiter und blickt Judas fest in die Augen.

„Dann sind die Engel des Herrn gekommen… Der Mensch Jesus hatte die dreifache Schlacht gewonnen. Der Mensch Jesus wußte, was es heißt, Mensch zu sein, und er hatte gesiegt. Er war erschöpft. Der Kampf war ermüdender gewesen wegen des langen Fastens. Doch es war ein überwältigender Sieg des Geistes. Ich glaube, daß der ganze Himmel gebebt hat, angesichts dieses Standhaltens eines mit Geist begabten Geschöpfes, und ich glaube, daß von jenem Augenblick an die Gabe des Wunderwirkens in mir war. Ich war Gott gewesen. Und ich bin Mensch geworden. Nun, da das Animalische besiegt war, das zur Natur des Menschen gehört, bin ich der Gottmensch. Ich bin es. Als Gott bin ich allmächtig! Und als Mensch kenne ich alles. Macht es also wie ich, wenn ihr tun wollt, was ich vollbringe! Und tut es zu meinem Gedächtnis!“

Auszug aus “Der Gottmensch″ (Band II) von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


Böses, böses Internet?

20/08/2009

Die Debatte über eine Zensur des Internets ist weiterhin in vollem Gange. Sie geht am Wesentlichen vorbei. Wir sind uns wohl alle einig, dass es im Internet Gesetzesübertretungen, Kriminalität und Abgründe aller Art gibt. Wir sind uns sicher auch einig, dass diese bekämpft werden müssen. Aber wie? Die Lösung kann doch nicht sein, das Internet zu verurteilen und dort Zensur zu verüben! Wer ist denn dieses abstrakte ‚Internet‘ überhaupt? Ein eigenständiges, böses Lebewesen, das es in Schach zu halten gilt?

Die ganze Debatte ist scheinheilig und verlogen, zumal die Mainstream-Presse sich zum grössten Teil einerseits für eine Zensur starkmacht, andererseits besagte Abgründe kräftig ausschlachtet. Statt dem Übel an die Wurzel zu gehen, sollen nun Massnahmen ergriffen werden, die ganz sicher keinen Übeltäter verändern werden. Anscheinend ist die Ausmerzung des Bösen nicht das Anliegen der Zensur-Befürworter.

Als ersten Schritt müsste anerkannt werden, dass Satan, der Ursprung des Bösen, existiert und dass wir Menschen uns mehr und mehr in seinen Fängen verstricken. Doch dieser Wahrheit mag kaum einer ins Gesicht schauen  und wer heutzutage Worte wie Verdammnis, Hölle, jüngstes Gericht, Teufel usw. ausspricht und gar an deren Existenz glaubt, wird behandelt, als sei er einem alten Märchen aufgesessen.

Wir leben, als hätten wir keine unsterbliche Seele, als gäbe es kein Richten durch Jesus bei unserem Tod. Gott ist barmherzig und geduldig, aber er lässt Seiner nicht spotten und ist immer gerecht, das bezeugt die Geschichte des israelitischen Volkes im Alten Testament ausführlich. Jesus Christus, Gottes Sohn, ist für die Rettung unserer Seelen den Erlösertod gestorben. Er hat uns die Mittel gegeben, den Widersacher zu bekämpfen und die Abgründe in uns zu überwinden, aber in unserem grenzenlosen Hochmut glauben wir, sie nicht nötig zu haben. Es steht nicht gut mit uns Menschen.