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Gedanken über die Auferweckung des Lazarus

11/04/2011

Jesus sagt:

„(…) Ich habe am Grab des Lazarus geweint. Und diesen Tränen hat man viele Namen gegeben. Ihr müsst wissen, dass man Gnaden erhält, wenn man sein Leid mit einem festen Glauben an den Ewigen verbindet. Ich habe nicht so sehr über den Verlust des Freundes oder über den Schmerz der Schwestern geweint, als vielmehr, weil sich mir in jener Stunde lebhafter denn je drei Gedanken aufdrängten – wie ein aufgewirbelter Bodensatz der Seele – die schon immer wie drei Nägel ihre Spitzen in mein Herz gebohrt hatten.

Die Erkenntnis, welches Verderben Satan über den Menschen gebracht hat durch die Verführung zum Bösen. Ein Verderben, dessen irdische Strafe der Schmerz und der Tod ist. Der leibliche Tod, Sinnbild und Metapher des geistigen Todes, in den die Schuld der Seele führt; des geistigen Todes, der sie, die Königin, deren Bestimmung es ist, im Reich des Lichtes zu leben, in die Finsternis der Hölle stürzt.

Ferner die Gewissheit, dass nicht einmal dieses Wunder, sozusagen die Krönung der drei Jahre des öffentlichen Wirkens, die jüdische Welt von der Wahrheit, deren Überbringer ich war, überzeugen würde. Und dass es kein Wunder gab, das die kommende Welt sicher zu Christus bekehren würde. Oh, welch ein Schmerz, so bald sterben zu müssen für so wenige!

Endlich die innere Schau meines bevorstehenden Todes. Ich war Gott. Aber ich war auch Mensch. Und um Erlöser zu werden, musste ich die Last der Sühne fühlen. Daher auch den Schrecken des Todes, eines solchen Todes. Ich war lebendig und gesund und sagte mir: „Bald werde ich tot sein und wie Lazarus in einem Grab liegen. Bald wird der furchtbarste Todeskampf mein Gefährte sein. Ich muss sterben.“ Die Güte Gottes erspart euch das Wissen um die Zukunft. Doch mir ist es nicht erspart geblieben.

Oh, glaubt es, ihr, die ihr euch über euer Schicksal beklagt. Kein Los war trauriger als das meine, denn ich wusste immer im voraus, was mir geschehen würde, und musste dies ertragen zusammen mit der Armut, den Entbehrungen und der Bitterkeit, die mich von der Geburt bis zum Tod begleiteten. Beklagt euch also nicht. Vertraut auf mich. Ich gebe euch meinen Frieden.“

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band X von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


Die Auferweckung des Lazarus

Die Auferweckung des Lazarus

10/04/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 10. April 2011: Johannes 11,1-45)

(…) Jesus betrachtet den schweren Stein, der als Türe dient und und ein ebenso schweres Hindernis bildet zwischen ihm und dem toten Freund. Er weint. Das Weinen der Schwestern und auch das der Nahestehenden und Angehörigen wird stärker.

„Entfernt diesen Stein!“ ruft Jesus plötzlich, nachdem er seine Tränen getrocknet hat.

Eine Bewegung des Erstaunens und ein Flüstern geht durch die Menge, die sich noch um einige Bewohner Bethaniens vergrössert hat, die in den Garten zu den übrigen Besuchern gekommen sind. Ich sehe einige Pharisäer, die sich an die Stirn greifen und den Kopf schütteln, als ob sie sagen wollten: „Er ist verrückt!“

Niemand befolgt den Befehl. Auch die Getreuesten schrecken zurück und zögern.

Jesus wiederholt seinen Befehl noch lauter und versetzt die Anwesenden in noch grössere Bestürzung. Sie schwanken zwischen einander entgegengesetzten Gefühlen, einerseits dem Wunsch zu fliehen, und andererseits dem Wunsch, sich noch mehr zu nähern, um zu sehen, ungeachtet des Geruches, der aus dem Grab dringen wird, das Jesus zu öffnen gebietet.

„Meister, es ist nicht möglich“, sagt Martha, die sich bemüht, die Tränen zurückzuhalten, um sprechen zu können. „Seit vier Tagen ist er schon unter der Erde, und du weisst, an welcher Krankheit er gestorben ist! Nur unsere Liebe konnte ihn pflegen… Nun riecht er gewiss schon viel stärker, trotz aller Salben… Was willst du sehen? Seinen verwesten Leib?… Es geht nicht… auch wegen der Verunreinigung durch die Zersetzung und…“

„Habe ich dir nicht gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du glaubst? Entfernt diesen Stein. Ich will es!“

Es ist eine laute Kundgebung göttlichen Willens… Und ein unterdrücktes „Oh!“ kommt aus den Mündern aller. Die Gesichter erbleichen. Einige zittern, als ob eisige Todeskälte sie umweht hätte.

Martha gibt Maximinus ein Zeichen, und dieser gebietet den Dienern, Werkzeuge zu holen, mit denen man den Stein entfernen kann.

Die Diener eilen fort und kommen mit Pickeln und starken Brecheisen zurück. Sie schlagen die glänzenden Spitzen der Pickel zwischen den Fels und die Grabplatte, nehmen dann statt der Pickel die Brecheisen, heben bedächtig den Stein, schieben ihn zur Seite und lehnen ihn vorsichtig an den Fels. Ein pestartiger Gestank dringt aus der dunklen Höhle und lässt alle zurückweichen.

Martha fragt leise: „Meister, willst du hinuntersteigen? Wenn ja, dann lasse ich Fackeln holen…“ Aber sie erbebt bei dem Gedanken, dies tun zu müssen.

Jesus antwortet ihr nicht. Er erhebt die Augen zum Himmel, breitet die Arme in Kreuzform aus und betet mit lauter Stimme, jedes Wort betonend: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast! Ich wusste ja, dass du mich immer erhörst. Aber wegen der hier Anwesenden, wegen des ringsum stehenden Volkes habe ich es gesagt, damit sie glauben an dich, an mich und daran, dass du mich gesandt hast!“

Jesus verweilt noch einige Zeit in derselben Haltung. Er scheint in Ekstase zu sein, so verklärt ist er, während er lautlos noch andere geheime Worte des Gebetes oder der Verehrung spricht, ich weiss es nicht. Was ich weiss, ist, dass Jesus so übermenschlich erscheint, dass einem das Herz in der Brust erzittert, wenn man ihn ansieht. Es sieht aus, als ob sein Körper sich in Licht verwandeln, vergeistigen, grösser werden und über der Erde schweben würde. Obwohl die Farben der Haare, der Augen, der Haut und der Kleider sich nicht verändern wie bei der Verklärung auf dem Tabor, als alles zu blendendem Licht und Glanz wurde, scheint Jesus Licht auszustrahlen und selbst zu Licht zu werden. Das Licht scheint ihn ganz einzuhüllen, besonders das zum Himmel erhobene, gewiss durch die Schauung des Vaters verzückte Antlitz.

Jesus steht eine Weile so da, dann kommt er wieder zu sich: der Mensch, aber nun angetan mit Macht und Majestät. Er begibt sich zur Schwelle des Grabes und streckt die Arme, die er bisher in Kreuzform und mit zum Himmel gekehrten Handflächen gehalten hat, nach vorne. Die Hände sind jetzt schon in der Höhle des Grabes und heben sich hell von deren Dunkel ab. Aus den Augen Jesu sprüht bläuliches Feuer, dessen wundertätiger Schein heute, in dieser stummen Schwärze, unerträglich ist, und mit mächtiger Stimme, mit einem noch lauteren Ruf als dem, mit welchem er auf dem See dem Sturm befahlt, mit einer Stimme, wie ich sie bei keinem anderen Wunder gehört habe, ruft er: „Lazarus, komm heraus!“ Die Stimme hallt als Echo aus der Grabeshöhle wider und verbreitet sich dann durch den ganzen Garten, schallt von den Hügeln Bethaniens zurück, und ich meine, sie erreicht sogar die Hänge jenseits der Felder und kehrt von dort vielstimmig und nur etwas gedämpft wieder, wie in unwiderruflicher Befehl. Von vielen Seiten hört man das Echo: „Heraus! Heraus! Heraus!“

Alle erschauern zutiefst, und wenn auch die Neugierde sie an ihre Plätze bannt, so sind doch die Gesichter bleich, die Augen weit offen, und die Münder öffnen sich unbewusst, während aus den Kehlen Rufe des Staunens dringen.

Martha, die etwas weiter hinten seitlich steht, schaut Jesus verzückt an. Maria fällt auf die Knie, sie, die nie von der Seite ihres Meisters gewichen ist, fällt am Eingang des Grabes auf die Knie. Eine Hand presst sie aufs Herz, um sein heftiges Schlagen zu beruhigen, mit der anderen hält sie unbewusst und krampfhaft einen Zipfel des Mantels Jesu, und man merkt, dass sie zittert, denn eine leichte Erschütterung überträgt sich von der Hand auf den Mantel.

Etwas Weisses scheint aus der dunklen Tiefe der Höhle zu kommen. Erst ist es nur eine schmale geschweifte Linie, dann wird es ein Oval, und schliesslich fügen sich dem Oval breitere und längere, immer länger werdende Linien an. Und der Tote in seinen Binden kommt langsam vorwärts, jetzt immer besser erkennbar, geisterhaft, beeindruckend.

Jesus weicht zurück, weiter zurück, fast unmerklich, doch fortwährend, je weiter Lazarus herauskommt, und so bleibt die Entfernung zwischen beiden immer dieselbe.

Maria ist gezwungen, den Zipfel des Mantels loszulassen, aber sie rührt sich nicht von der Stelle. Die Freude, die Erregung, alles zusammen hält sie an ihrem Platz fest.

Ein immer deutliches „Oh!“ dringt aus den zuvor in gespannter Erwartung wie zugeschnürten Kehlen, und aus dem kaum hörbaren Flüstern werden laute Stimmen, aus den Stimmen mächtige Schreie.

Lazarus hat nun die Schwelle erreicht und bleibt dort stehen, steif und stumm wie eine Gipsstatue, die eben aus der Form kommt… Ein unförmiges, langes Etwas, am Kopf und an den Beinen dünn, am Rumpf etwas breiter, grausig wie der Tod selbst, geisterhaft in den weissen Tüchern vor dem dunklen Hintergrund des Grabes. Im Licht der Sonne scheinen die Bandagen da und dort schon von Fäulnis durchtränkt.

Jesus ruft laut: „Befreit ihn von den Binden und lasst ihn gehen. Gebt ihm Kleider und zu essen!“

„Meister… !“ sagt Martha, und sie würde vielleicht mehr sagen, aber Jesus sieht sie fest an, unterwirft sie mit seinem flammenden Blick und spricht: „Hier! Sofort! Bringt ein Gewand! Kleidet ihn in Gegenwart aller an und gebt ihm dann zu essen!“ Jesus befiehlt und beachtet die neben und hinter ihm Stehenden nicht. Er blickt nur auf Lazarus, auf Maria, die neben dem Auferstandenen steht und sich nicht um den Ekel kümmert, den die fleckigen Binden bei allen hervorrufen, und auf Martha, die keucht, als ob ihr das Herz zerspringen wollte, und nicht weiss, ob sie vor Freude schreien oder weinen soll…

Die Diener beeilen sich, die Befehle Jesu auszuführen. Noemi eilt als erste fort und kommt auch als erste zurück mit den über den Arm geworfenen Gewändern. Einige lösen die Enden der Bandagen, nachdem sie sich die Ärmel aufgekrempelt und die Gewänder geschürzt haben, damit sie nicht mit der durchsickernden Fäulnis in Berührung kommen. Marcella und Sara kommen mit Gefässen voll wohlriechender Salben. Diener folgen ihnen mit dampfend heissem Wasser in Becken und Krügen, Bechern mit Milch und Wein, mit Obst und Honigkuchen.


Die schmalen, sehr langen Binden, mir scheint aus Linnen, mit Borten an beiden Seiten und sicher eigens für diesen Gebrauch gewoben, werden wie Bänder von einer grossen Spule abgerollt und fallen schwer zu Boden, da sie von Essenzen und Fäulnis durchtränkt sind. Die Diener schieben sie mit Stöcken beiseite. Sie haben am Kopf begonnen, und auch dort ist Fäulnis, die wohl aus Nase, Ohren und Mund kommt. Das über das Gesicht gebreitete Schweisstuch ist nass von diesem Ausfluss, und das Antlitz des Lazarus, mit der Salbe auf den geschlossenen Augen, mit den verklebten Haaren und dem spärlichen Bärtchen am Kinn ist ganz und gar nicht schön. Langsam fällt das Leichentuch, das Grabtuch, das um den Körper gewickelt war, so wie auch die Binden immer weiter fallen, allmählich den seit Tagen eng umwundenen Rumpf freigeben und dem, was bisher einer grossen Larve ähnlich war, wieder menschliche Gestalt verleihen. Die knochigen Schultern, die zum Skelett abgemagerten Arme, die kaum von Haut bedeckten Hüften und der eingefallene Leib kommen nach und nach zum Vorschein. Und so wie die Binden fallen, bemühen sich die Schwestern, Maximinus und die Diener, die dicke Schicht von Fäulnis und Salben zu entfernen. Und sie tun es so lange, mit immer wieder erneuertem Wasser, dessen reinigende Wirkung man durch hinzugefügte Essenzen verstärkt hat, bis die Haut vollkommen sauber ist.

Kaum ist sein Gesicht ausgewickelt und gereinigt, so dass er sehen kann, und noch bevor er die Schwestern ansieht, richtet Lazarus mit einem Lächeln der Liebe auf den blassen Lippen und einem feuchten Schimmer in den tiefliegenden Augen seinen Blick auf Jesus. Alles andere, was um ihn herum vorgeht, übersieht er und beachtet es nicht. Auch Jesus lächelt ihm zu, und Tränen glänzen in seinen Augen. Dann weist er wortlos zum Himmel, und Lazarus begreift und bewegt die Lippen in lautlosem Gebet.

Martha glaubt, dass Lazarus etwa sagen will, aber noch nicht fähig ist, und fragt: „Was willst du mir sagen, mein Lazarus?“

„Nichts, Martha. Ich habe dem Allerhöchsten gedankt.“ Seine Stimme ist klar und kräftig.

Das Volk stösst wieder ein erstauntes „Oh!“ aus. (…)

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band X von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Unterweisung Jesu: Gedanken über die Auferweckung des Lazarus

2. November: Allerseelen

02/11/2010

Die in die Flammen des Fegefeuers getauchten Seelen leiden einzig und allein aus Liebe

17. Oktober [1943]

Jesus sagt:

„(…) Wenn sie [Anm: die Seelen] dann in den Reinigungsort eingetaucht sind, werden sie den sühnenden Flammen ausgesetzt. 

Soweit sagen diejenigen, die über den Reinigungsort sprechen, das Rechte. Worin sie jedoch nicht Recht haben, ist, dass sie jenen Flammen verschiedene Namen geben wollen.

Sie sind ein göttlicher Liebesbrand. Sie reinigen, indem sie die Seelen vor Liebe entbrennen lassen. Sie verleihen göttliche Liebe, weil sie nämlich dann, wenn die Seele in den Flammen die in ihrem Erdenleben nicht geübte Liebe erreicht hat, daraus befreit wird und sich im Himmel der göttlichen Liebe verbindet.

Diese Lehre kommt dir anders als die bekannte vor, nicht wahr? Bedenke aber:

Was wünscht der Eine und Dreifaltige Gott für die von Ihm erschaffenen Seelen? Das Gute.

Welche Gefühle hegt der für das Geschöpf, der das Gute für es erwünscht? Gefühle der Liebe.

Welches ist das erste und zweite Gebot, die zwei wichtigsten, von denen ich sagte, dass es keine größeren gebe und diese der Schlüssel zum ewigen Leben seien? Es ist das Liebesgebot: „Liebe Gott mit allen deinen Kräften; liebe den Nächsten wie dich selbst“.

Was habe Ich euch durch Meinen und den Mund der Propheten und Heiligen unendlich oft gesagt? Dass die Liebe die größte Absolution ist. Die Liebe verzehrt die Schuld und die Schwächen des Menschen, denn der, der liebt, lebt in Gott, und wenn er in Gott lebt, sündigt er wenig, und wenn er sündigt, bereut er das sofort, und der Reumütige erfährt die Vergebung des Allerhöchsten.

Worin haben sich die Seelen [im Fegefeuer] verfehlt? In der Gottesliebe. Hätten sie viel geliebt, hätten sie wenige und leichte Sünden begangen, die eurer Schwachheit und Unvollkommenheit zuzuschreiben sind. Die Seelen hätten sich jedoch nie in einem bewussten Beharren auch in den lässlichen Sünden versteift. Sie wären eifrig darum bemüht gewesen, ihren göttlichen Liebhaber nicht zu betrüben, und angesichts ihres guten Willens hätte der göttliche Liebhaber ihnen auch ihre lässlichen Sünden verziehen.


Wie macht man auf Erden eine Schuld wieder gut? Man sühnt sie, und wenn man irgend kann, durch das selbe Mittel, mit dem man sie begangen hat. Wer Schaden angerichtet hat, soll wiedererstatten, was er gewaltsam weggenommen hat. Wer verleumdet hat, soll die Verleumdung zurückziehen, und so weiter.

Wenn das schon die armselige menschliche Justiz verlangt, wie sollte dann die heilige göttliche Gerechtigkeit darauf verzichten? Und welches Mittel wird Gott anwenden, um die Wiedergutmachung zu erlangen? Sich Selbst, das heißt, die göttliche Liebe, und wird auch vom Sünder Liebe verlangen.

Dieser Gott, den ihr beleidigt habt, der euch doch so väterlich liebt, der sich mit seinen Geschöpfen verbinden will, hält euch dazu an, diese Verbindung durch Ihn Selbst zu erlangen.

Alles dreht sich um den Angelpunkt der göttlichen Liebe, Maria, außer für die wahren „Toten“: die Verdammten. Für diese „Toten“ ist auch die göttliche Liebe gestorben. Für die drei Reiche – das von Materie beschwerte: die Erde; dasjenige, das die Schwere der Materie abgestreift hat, nicht jedoch das Gewicht der Sünde: das Purgatorium; und schließlich jenes, dessen Bewohner die von jeder Last befreite geistige Natur mit ihrem himmlischen Vater teilen – ist die göttliche Liebe der alleinige Beweggrund. Indem ihr auf Erden liebt, arbeitet ihr für den Himmel. Indem ihr im Purgatorium liebt, erobert ihr den Himmel, den ihr im Leben nicht zu verdienen wusstet. Indem ihr im Paradies liebt, genießt ihr den Himmel.

Eine Seele, die im Fegefeuer ist, tut nichts anderes als zu lieben, nachzudenken und im Licht der göttlichen Liebe zu bereuen; es ist ja die Liebe, die für sie diese Flammen angezündet hat, die ihr jedoch zu ihrer Bestrafung Gott verbergen.

Darin besteht die Qual. Die Seele erinnert sich an die Gottesschau, die ihr bei ihrem Einzelgericht zuteil wurde. Sie nimmt die Erinnerung daran mit, und da allein schon der kurze Augenblick der Gottesschau eine Seligkeit ist, die alles Geschaffene übertrifft, ist die Seele begierig, diese Seligkeit wieder zu genießen. Diese Erinnerung an Gott und der Lichtstrahl, in den sie bei ihrem Erscheinen vor Gott getaucht wurde, bewirken, dass die Seele die von ihr begangenen Verfehlungen gegen ihr höchstes Gut in ihrem ganzen Umfang „einsieht“, und in dieser „Einsicht“ besteht die Pein ihrer Reinigung, zusammen mit der Erkenntnis, dass sie sich selbst freiwillig den Besitz des Himmels und die Vereinigung mit Gott auf Jahre oder Jahrhunderte hinaus versagt hat.

Die Liebe und die Gewissheit, die göttliche Liebe beleidigt zu haben, sind die Qualen der in der Reinigung Befindlichen. Je mehr eine Seele sich im Leben verfehlt hat, desto mehr ist sie von einem „grauen Star“ befallen, der ihr das Erwecken der vollkommenen Liebesreue, jener ersten Wirkkraft ihrer Reinigung und ihres Eintritts in das Reich Gottes, erschwert. Je mehr eine Seele sie durch die Sünde niedergehalten hat, desto mehr wird die Liebe in ihrer Lebendigkeit beschwert und behindert. Je mehr sie sich allmählich durch die Macht der göttlichen Liebe reinigt, beschleunigt sich ihre Auferstehung zur Liebe und schließlich ihre Eroberung der göttlichen Liebe, die in dem Augenblick, in dem ihre Sühneleistung zu Ende geht, vollständig ist, und sie nach Erreichen der Vollkommenheit der Liebe in die Stadt Gottes eingelassen wird.

Viele Gebete sind nötig, damit die Seelen, die, um die himmlischen Freuden zu erlangen, leiden, geschwind diese vollkommene Liebe erreichen, welche sie losspricht und sie Mir vereint. Eure Gebete, eure Fürbitten sind andererseits Verstärkungen jenes Liebesfeuers. Sie verstärken die Glut. Aber – o selige Qual! – sie verstärken ebenso die Liebesfähigkeit. Sie beschleunigen den Reinigungsprozess. Sie heben jene in dieses Feuer getauchten Seelen auf eine immer höhere Stufe. Sie bringen sie an die Schwelle des göttlichen Lichtes. Sie öffnen schließlich die Pforten des göttlichen Lichtes und führen die Seele in den Himmel.


Einer jeden solchen von eurer Liebe bewirkten Operation zu Gunsten derer, die euch in das zweite Leben vorausgegangen sind, korrespondiert ein Aufschwung der Gegenliebe zu euch. Der Liebe Gottes, die euch dankt, dass ihr euch um Seine sühnenden Kinder kümmert, sowie der Liebe der Büßenden, die euch danken, dass ihr euch dafür einsetzt, sie in den Genuß Gottes zu bringen.

Eure teuren Angehörigen lieben euch nie so sehr wie nach dem irdischen Tod, denn ihre Liebe ist von da an in das göttliche Licht getaucht, und in diesem Licht verstehen sie, wie ihr sie liebt und wie sie euch hätten lieben sollen.

Sie dürfen euch keine Worte mehr sagen, die eure Vergebung erbitten und Liebe schenken. Aber sie sagen sie Mir für euch, und Ich trage euch die Worte eurer Toten zu, die euch nunmehr so zu sehen und zu lieben verstehen, wie es recht ist. Ich trage sie euch zusammen mit ihrer Bitte um Liebe und mit ihrem Segen zu. Beides ist schon vom Fegefeuer aus gültig, da es ihnen bereits von der in ihnen erglühten und sie reinigenden Liebe eingegeben wurde. Ihre Bitte erreicht dann die vollkommene Gültigkeit, wenn sie, schon befreit, euch auf der Schwell des ewigen Lebens entgegenkommen werden, oder sich euch vereinen, falls ihr ihnen ins Reich der göttlichen Liebe vorausgegangen seid. (…)

Auszug aus “Die Hefte 1943“ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Gebet für die Verstorbenen (Diktat Jesu an Maria Valtorta)

Vaterunser für die Verstorbenen nach der hl. Mechthild

Litanei für die Verstorbenen u. zum Trost der armen Seelen

Ablass zu Allerseelen

Gedenktafel der armen Seelen


„Selig die Diener, die der Herr wachend findet, wenn er kommt“

07/08/2010
(zum Sonntagsevangelium vom 8. August 2010: Lk 12,32-48)

„… Fürchte dich nicht, meine kleine Herde! Meinem Vater hat es gefallen, euch zum Reich zu berufen, damit ihr dieses Reich besitzt. Ihr könnt daher nach ihm streben und dem Vater mit eurem guten Willen und eurem heiligen Tun helfen. Verkauft eure Güter und gebt Almosen, wenn ihr allein seid. Laßt den Euren das Nötige, wenn ihr das Haus verlaßt, um mir zu folgen; denn es ist gerecht, den Kindern und den Frauen das Brot nicht vorzuenthalten.

Wenn ihr euer Geld nicht opfern könnt, dann opfert den Reichtum des Mitgefühls. Auch das sind Münzen, die Gott als solche bewertet, und zwar wie reinstes Gold und Perlen, die kostbarer sind als die des Meeres; wie Rubinen, die seltener sind als die aus dem Schoß der Erde. Denn meinetwegen auf die eigene Familie verzichten bedeutet Liebe, die vollkommener ist als lauteres Gold, eine Perle aus Tränen und ein Rubin aus Blut, das aus der Wunde des Herzens quillt, das zerrissen wurde durch die Trennung von Vater und Mutter, von Frau und Kindern.

Und diese Börsen bekommen keine Löcher, dieser Schatz geht nie verloren. Diebe können nicht in den Himmel eindringen. Die Motte zerstört nicht, was dort aufgehoben ist. Habt den Himmel im Herzen und das Herz im Himmel bei eurem Schatz. Denn das Herz, sei es gut oder böse, ist immer dort, wo es glaubt, daß sich sein Schatz befindet. So wie das Herz also dort ist, wo der Schatz ist – im Himmel – so ist der Schatz dort, wo das Herz ist – also in euch -; ja, der Schatz ist im Herzen, und mit dem Schatz der Heiligen ist im Herzen der Himmel der Heiligen.

Seid immer bereit wie einer, der auf Reisen gehen will oder auf seinen Herrn wartet. Ihr seid Diener Gottes, des Herrn. Jede Stunde kann er euch zu sich rufen oder dorthin kommen, wo ihr seid. Seid daher immer bereit, aufzubrechen oder ihm mit zur Reise oder zur Arbeit gegürteten Lenden und mit brennenden Lampen Ehre zu erweisen. Beim Verlassen des Hochzeitssaales mit einem, der euch in den Himmel, oder bei der Weihe an Gott auf Erden, vorausgegangen ist, kann Gott sich euer, die ihr wartet, erinnern und sagen: ‚Gehen wir zu Stephanus oder Johannes, zu Jakobus oder Petrus.‘ Gott kommt unversehens und sagt: ‚Komm!‘ Seid daher bereit, ihm die Tür zu öffnen, wenn er kommt, oder aufzubrechen, wenn er euch ruft.

Selig die Diener, die der Herr wachend findet, wenn er kommt. Wahrlich, um sie für ihre treue Erwartung zu belohnen, wird er sein Gewand schürzen und sie am Tisch Platz nehmen lassen, um sie zu bedienen. Das kann zur ersten, zur zweiten oder zur dritten Nachtwache geschehen. Ihr wißt es nicht. Seid daher immer wachsam! Selig seid ihr, wenn euch der Herr wachend findet! Täuscht euch nicht, indem ihr sagt ‚Es ist noch Zeit! Heute Nacht wird er nicht kommen.‘ Es könnte schlecht ausgehen. Ihr wißt es nicht. Wenn einer wüßte, wann der Dieb kommt, würde er das Haus nicht unbewacht und den Bösewicht nicht die Türe und die Schlösser aufbrechen lassen. Seid auch ihr wachsam, denn wenn ihr am wenigsten daran denkt und darauf vorbereitet seid, wird der Menschensohn kommen und sagen: ‚Die Stunde ist gekommen.‘ „

Petrus, der sogar vergessen hat, fertigzuessen, um dem Herrn zuzuhören, fragt nun: „Was du da sagst, gilt das für uns oder für alle?“

Jesus und Petrus

„Es gilt für euch und für alle. Doch mehr für euch, denn ihr seid wie Aufseher, die der Herr an die Spitze seiner Diener gestellt hat; ihr seid doppelt verpflichtet, bereit zu sein, als Aufseher und als einfache Gläubige.

Wie muss der vom Herrn an die Spitze der Diener bestellte Aufseher sein, um jedem zur rechten Zeit den gerechten Anteil zu geben? Er muß gewissenhaft und treu sein. Um seine Pflicht zu erfüllen und um die Untergebenen ihre Pflicht erfüllen zu lassen. Sonst würden die Angelegenheiten des Herrn, der dafür bezahlt, daß der Aufseher ihn vertritt und in seiner Abwesenheit die Geschäfte abwickelt, Schaden leiden. Selig der Knecht, den der Herr bei seiner Rückkehr treu, eifrig und gerecht vorfindet. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn auch zum Aufseher über andere Güter, alle seine Güter, machen und sich ausruhen und sich in seinem Herzen freuen über die Sicherheit, die ein solcher Diener ihm gibt.

Wenn aber dieser Knecht sich sagt: ‚Oh, gut! Der Herr ist weit fort und hat mir geschrieben, daß sich seine Rückkehr verzögern wird. So kann ich tun, was ich will, und wenn seine Ankunft bevorsteht, werde ich mich um alles kümmern‘; wenn er dann zu essen und zu trinken beginnt, bis er betrunken ist, und betrunken Anordnungen gibt, und die guten Knechte, die ihm unterstellt sind, sich weigern, ihm zu gehorchen, um dem Herrn keinen Schaden zuzufügen; wenn er dann anfängt, Diener und Dienerinnen zu schlagen, so daß sie krank werden und dahinsiechen; wenn er glaubt, glücklich zu sein und sagen zu können: ‚Endlich kann ich einmal verkosten, was es heißt, Herr zu sein und von allen gefürchtet zu werden‘, was wird dann geschehen? Es wird geschehen, daß der Herr zurückkehrt, wenn er es am wenigsten erwartet; vielleicht in eben dem Augenblick, da er Geld einsteckt oder einen der schwächeren Knechte besticht. Dann – das sage ich euch – wird der Herr ihn von seinem Posten als Aufseher und sogar aus den Reihen seiner Diener verjagen, denn es ist nicht statthaft, Untreue und Verräter unter den Redlichen zu lassen. Und je mehr der Herr ihn zuvor geliebt und unterwiesen hatte, desto mehr wird er bestraft werden.

Denn je besser man die Absichten und den Willen des Herrn kennt, desto mehr ist man gehalten, alles mit äußerster Sorgfalt auszuführen. Wer nicht alles ausführt, was der Herr ihm ausführlich gesagt hat, wird schwer bestraft werden, während ein geringerer Diener, der wenig weiß und Fehler macht im Glauben, das Richtige zu tun, weniger bestraft werden wird.

Von dem, dem viel gegeben wurde, wird auch viel verlangt werden, und wer beauftragt war, viel zu verwalten, wird viel geben müssen; denn von meinen Verwaltern wird auch die Seele des Kindes gefordert werden, das nur eine Stunde gelebt hat. …“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Gleichnis vom reichen Kornbauern

31/07/2010
(zum Sonntagsevangelium vom 1. August 2010: Lk 12, 13-21)

„… Bereitet jetzt euren Schatz vor. Beginnt schon in der Jugend, ihr, die ihr noch jung seid; arbeitet unablässig, ihr Älteren, die ihr wegen eures Alters dem Tod näher seid. Und da ihr nicht wißt, wann ihr diese Welt verlaßt und der Jüngling oft vor dem Greis stirbt, verschiebt diese Arbeit nicht und schafft euch einen Schatz an Tugenden und guten Werken für das andere Leben, damit euch nicht der Tod ereilt, bevor ihr einen Schatz an Verdiensten im Himmel habt. Viele sagen: „Oh, ich bin noch jung und stark! Jetzt will ich mein Leben genießen, später will ich mich bekehren!“ Großer Irrtum!

Hört dieses Gleichnis. Einem reichen Mann haben seine Ländereien eine reichliche Ernte gebracht. Wirklich eine wunderbare Ernte. Er betrachtet glücklich all seinen Reichtum, der sich in Hülle und Fülle auf seinen Feldern und seinen Tennen anhäuft; und da er keinen Platz mehr in den Scheunen hat, um ihn unterzubringen, benützt er sogar die Räume seines Hauses. Dann sagt er zu sich: „Ich habe gearbeitet wie ein Sklave, aber die Erde hat mich nicht enttäuscht. Ich habe für zehn Ernten gearbeitet, und jetzt will ich mich entsprechend ausruhen. Wie kann ich alles unterbringen? Ich will nichts verkaufen, denn ich wäre dann gezwungen, wieder zu arbeiten für eine neue Ernte im nächsten Jahre. Ich mache es so: Ich will meine Scheunen abreißen und größere bauen, in denen meine ganze Ernte, und was ich besitze, Platz hat. Dann will ich zu meiner Seele sagen: ‚O meine Seele! Du hast nun Vorrat für viele Jahre. Ruhe dich aus, iß und trink und laß es dir gut gehen.‘ „


Dieser Mann verwechselt so wie viele andere den Körper mit der Seele und vermischt das Heilige mit dem Unheiligen, denn wahrlich, in der Schwelgerei und im Müßiggang erfreut sich die Seele nicht, sondern sie verkümmert; so ruht er sich wie viele andere nach der ersten großen Ernte auf den Feldern des Guten aus, da ihm scheint, daß schon alles getan ist.

Wißt ihr denn nicht, daß man, wenn man die Hand an den Pflug gelegt hat, durchhalten muß, zehn oder hundert Jahre, solange das Leben dauert; denn Aufhören ist ein Verbrechen gegen sich selbst, durch das man die Erlangung einer größeren Herrlichkeit unmöglich macht; es ist ein Rückschritt, denn wer beim Durchschnittlichen stehenbleibt, kommt nicht nur nicht mehr vorwärts, er geht vielmehr rückwärts. Der Schatz des Himmels muß sich von Jahr zu Jahr vermehren, um Wert zu haben.

Denn, wenn die Barmherzigkeit auch mit dem gütig sein wird, der nur wenige Jahre Zeit hatte, so ist sie nicht Helfershelfer der Trägen, die viele Jahre haben und wenig tun. Es ist ein Schatz, der ständig anwachsen muss, sonst ist er kein gewinnbringendes, sondern totes Kapital, und dies auf Kosten des im Himmel wartenden Friedens.

Gott sagte zum Törichten: „Du törichter Mensch, der du den Körper und die irdischen Güter mit dem, was Geist ist, verwechselst und die Gnade Gottes in Schlechtes verkehrst, wisse, daß noch heute nacht deine Seele von dir gefordert werden und der Körper leblos zurückbleiben kann. Was du vorbereitet hast, wem wird es gehören? Kannst du es mitnehmen? Du wirst ohne deine irdische Ernte und ohne Verdienste für den Himmel erworben zu haben vor mir erscheinen und im anderen Leben arm sein. Besser wäre es für dich gewesen, du hättest mit deiner Ernte Barmherzigkeit am Nächsten geübt. Denn wenn du gegen deinen Nächsten barmherzig bist, ist Gott auch dir barmherzig. Anstatt an Müßiggang zu denken, hättest du Tätigkeiten nachgehen sollen, die deinem Körper wahren Nutzen und deiner Seele Verdienste einbringen, bis ich dich rufen werde.“ Und der Mann starb in der Nacht und wurde streng gerichtet.

Wahrlich, ich sage euch, so geht es dem, der irdische Reichtümer sammelt, aber in den Augen Gottes arm bleibt. Nun geht und zieht einen Nutzen aus der Lehre, die ich euch gegeben  habe. Der Friede sei mit euch!“

Jesus segnet das Volk und zieht sich mit den Aposteln und den Jüngern in einen dichten Hain zurück, um etwas zu essen und sich auszuruhen.

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch




Wenn der Mann wiederkommt

26/02/2010

Am 26. Februar 2010 wäre Johnny Cash 78 Jahre alt geworden. Eines seiner letzten Lieder heißt „The man comes around“ und handelt von der Wiederkunft Christi. Einige Jahre zuvor hatte der Sänger einen Traum gehabt, in dem er die englische Königin trifft, die in ihrem Palast strickt und näht, in einem Korb neben ihr befinden sich Handarbeiten. Neben der Königin sitzt eine andere Frau mit der sie spricht und lacht. Als der Träumende näher kommt, sieht in die Königin an und sagt zu ihm: „Johnny Cash, you’re thorn bush in a whirlwind – du bist ein Dornbusch im Wirbelwind“. Ein interessanter Traum, vor allem, wenn man die Königin von England als Königin der Engel deutet…

Cash sagte, diese Zeile verwies ihn auf das Buch Hiob 38-41, wo Gott zweimal aus dem Wettersturm zu dem leidgeprüften Hiob spricht, und natürlich an die Stelle im 2. Buch Mose, Kap. 3, wo Gott im brennenden Dornbusch zu Mose spricht. Im Lukasevangelium dann heißt es: „Dass aber die Toten auferstehen, hat schon Mose in der Geschichte vom Dornbusch angedeutet, in der er den Herrn den Gott Abrahams, den Gott Isaaks und den Gott Jakobs nennt.“ (Lk 20,37). Die Auferstehung der Toten findet bei der Wiederkunft Christi statt und so begann sich der Musiker mit der Offenbarung des Johannes zu beschäftigen. Er schrieb insgesamt 33 Strophen, in denen er Stellen aus den Evangelien, der Offenbarung und der Apostelgeschichte verarbeitete bzw. zitierte und die er dann auf die Endfassung des Liedes kürzte.

Johnny Cash 1969

Johnny Cash, ein sehr gläubiger Christ (Baptist), der in seinen jungen Jahren ein recht wildes Leben geführt hat, war, als er das Lied geschrieben hat, bereits schwer krank und die Todesahnung ist vielleicht auch der Grund, warum er es mit den Worten der Offenbarung aus Kap. 6, Vers 8 enden läßt: „Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt ‚der Tod‘; und die Unterwelt zog hinter ihm her.“ Nichtsdestotrotz hat ihn die Hoffung auf die Wiederkunft Christi und die Auferstehung der Toten, d.h. der Sieg über den Tod erfüllt, denn danach hat er das Lied und die gesamte CD benannt. Nach dem fahlen Pferd erscheint in der Offenbarung der Reiter auf dem weißen Pferd und es heißt:

„Dann sah ich den Himmel offen, und siehe, da war ein weißes Pferd, und der, der auf ihm saß, heißt ‚Der Treue und Wahrhaftige‘; gerecht richtet er und führt er Krieg. Seine Augen waren wie Feuerflammen und auf dem Haupt trug er viele Diademe; und auf ihm stand ein Name, den er allein kennt. Bekleidet war er mit einem blutgetränkten Gewand; und sein Name heißt ‚Das Wort Gottes‘. Die Heere des Himmels folgten ihm auf weißen Pferden; sie waren in reines, weißes Leinen gekleidet.“ (Offb 19,11-14)

sowie: „Der Tod und die Unterwelt aber wurden in den Feuersee geworfen. Das ist der zweite Tod: der Feuersee.“ (Offb 20,14)

und: „Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen“. (Offb 21,4)

Johnny Cash: The man comes around

Deutsche Übersetzung (könnte besser sein)

Ablass zu Allerseelen

29/10/2009

Es ist ein heiliger und heilsamer Gedanke,
für die Verstorbenen zu beten, damit sie von ihren
Sünden befreit werden.
(2 Makk 12,46; Vulgata nach Hyronimus)

Zu Allerheiligen und Allerseelen (1. und 2. November) gibt es für alle getauften und nicht exkommunizierten Katholiken die Möglichkeit, Ablässe für ihre Verstorbenen im Reinigungsort/ Fegefeuer zu erlangen; d.h. dass deren Sündenstrafen durch Gottes Barmherzigkeit teilweise erlassen/ gemildert (Teilablass) oder vollständig erlassen (vollkommener Ablass) werden.

Die katholische Kirche wendet im Ablass durch diese Fürbitte den Segen des Guten aus dem sogenannten „Gnadenschatz Christi und der Heiligen“ dem Sünder zu. Wir können den Ablass für die Verstorbenen unserer Wahl erlangen oder der Jungfrau Maria übergeben, die ihn dann den Seelen zuwendet, die ihn am nötigsten brauchen.

Vom 1. bis 8. November kann täglich einmal ein vollkommener  Ablass gewonnen werden. Bleibt eine der unten genannten Bedingungen unerfüllt, erlangt man einen Teilablass.

Die Bedingungen zur Erlangung eines vollkommenen Ablasses sind

+ Ablegung der hl. Beichte innerhalb von 8 Tagen vor oder nach Allerheiligen (eine Beichte genügt zur Erlangung mehrerer Ablässe, wenn man im Stand der Gnade bleibt)

+ entschlossene Abkehr von jeder Sünde

+ Kommunionempfang

+ Gebet nach Meinung des Papstes (zusätzlich empfiehlt sich das Beten eines »Vaterunser«, eines »Gegrüßet seist du Maria« und eines »Ehre sei dem Vater«)

sowie zusätzlich

an ALLERSEELEN (einschliesslich 1. November ab 12 Uhr):

+ Besuch einer Pfarrkirche oder halböffentlichen Kapelle/ Priorat

+ Gebet des Vaterunser und Glaubensbekenntnis

in der ALLERSEELENWOCHE (vom 1. bis 8. November):

+ Friedhofsbesuch

+ Gebet für die Verstorbenen („O Herr, gib den Armen Seelen die ewige Ruhe. Und das ewige Licht leuchte ihnen. O Herr, laß sie ruhen in Frieden. Amen.“).

Link zum Katechismus der katholischen Kirche über den Ablass