Posts Tagged ‘Trappist’

26. April – Hl. Rafael Arnáiz Barón

26/04/2012

Nützen wir die kleinen Dinge des täglichen Lebens, des gewöhnlichen Lebens! Um große Heilige zu sein, bedarf es nicht großer Dinge; es genügt, die kleinen Dinge auf großartige Weise zu tun.

Hl. Rafael Arnáiz Barón

Am 26. April 1938 verstarb der Trappistenbruder Rafael mit nur 27 Jahren in Palencia, Spanien. Hier geht’s zu den Textauszügen dieses überaus sympathischen Heiligen.

Hl. Rafael Arnaiz Baron (5)

19/10/2010

Hl. Rafael Arnaiz BaronAm 11. Oktober 2009 wurde der spanische Trappist Rafael Arnaiz Baron (1911-1938) heilig gesprochen. Dieser mit 27 Jahren in der Abtei San Isidro de Duenas verstorbene Mystiker beeindruckt durch seine tiefe Spiritualität und sein einfaches und frohgemutes Wesen, mit dem er vertrauensvoll sein Kreuz auf sich nahm. Dank der freundlichen Genehmigung  der Herausgeberin und des Bernardus-Verlags, bei dem die Gesamtausgabe der Schriften des Heiligen bestellt werden können („Nur Gast auf Erden?“),  veröffentlichen wir hier Auszüge aus denselben.


[Den nachfolgenden Brief schrieb er wieder von zu Hause aus, nachdem er die Abtei aufgrund seiner plötzlichen Erkrankung verlassen musste.]

An P. Marcelo Leon, Novizenmeister, von Oviedo aus (Teil 1)

11. Juni 1934 – Montag – im Alter von 23 Jahren

Ehrwürdiger Pater Marcelo Leon.

Lieber Pater Magister! Entschuldigen Sie bitte, daß es so lange gedauert hat, bis ich Ihnen jetzt endlich schreibe, um Ihnen Nachricht über meinen Gesundheitszustand zu geben; aber einem Kranken kann man diesen kleinen Fehler verzeihen.

Es geht mir weiterhin besser, wenn auch sehr langsam, aber nach und nach komme ich wieder zu Kräften. In den letzten Tagen konnte ich den Herrn empfangen. Ich kann natürlich nicht zu Fuß gehen – trotz der kurzen Entfernung zwischen der Kirche und meinem Elternhaus. Heute Nachmittag werde ich erstmals wieder eine Spazierfahrt mit dem Auto machen.

Ich muß weiterhin einen strengen Diätplan einhalten; die Mengen werden peinlich genau abgewogen, um die Menge an Kohlenhydraten zu kennen, die mein Organismus zuläßt, und um sie mit der an Insulin abzustimmen, die man mir verabreicht. Täglich wird mein Urin zweimal untersucht. Ich bekomme drei Insulinspritzen – auch diese täglich. Ich versichere Ihnen, Pater, daß ich mehr Hunger habe als in der Fastenzeit.

Der Arzt sagt, daß ich den ganzen Sommer so verbringen muß, daß ich aber wieder gesund werde… Das wünsche ich mir auch, um in meine Abtei zurückkehren zu können, auch wenn eine Zeit vergehen wird, bis ich den Speiseplan der ‚Trapa‘ wieder einhalten kann. Bis dahin liegt alles in Gottes Hand. Er ist es, der die Lösung bringen kann, und ich bin in Seinen Händen.

Mein seelischer Zustand ist wechselhaft. Das Ganze kam so plötzlich und so schnell, daß ich tagelang wie benommen war, nicht wußte, was in mir vorging, und wie betäubt lebte. Die Veränderung in meinem Leben ist so radikal, daß es nicht anders sein könnte. Ich glaubte, Gott nähme mich zu sich in den Himmel, aber es sieht so aus, als sei der Augenblick meiner Befreiung noch nicht gekommen und als wolle Er mich noch eine Weile länger hier auf Erden haben. Sein Wille geschehe und nicht der meine!

Als ich in die ‚Trapa‘ eintrat, übergab ich ihm alles, was ich war, und alles, was ich besaß: meine Seele und meinen Leib… Meine Hingabe war absolut und vollständig. Daher ist es ganz recht, daß Gott jetzt mit mir tut, was Er meint und was Ihm gefällt, ohne daß von meiner Seite auch nur eine Klage oder irgendeine Art von Auflehnung dagegen käme.

Gott ist unumschränkt mein Herr, und ich bin Sein Diener, der gehorcht und schweigt. Manchmal frage ich mich: Was will Gott von mir? Aber David sagt: Was ist der Mensch, um Gottes Absichten zu erkennnen? [vgl. Ps 8] Daher ist es das Beste, man schließt die Augen und läßt sich von Ihm leiten, denn Er weiß, was gut für uns ist.

Ich war allzu glücklich in der ‚Trapa‘. Die Prüfung, die Er von mir verlangt, ist hart, aber mit Seiner Hilfe wird es weitergehen. Hier oder dort oder sonstwo werde ich voranschreiten ohne umzukehren. Ich habe die Hand an den Pflug gelegt und kann nicht zurückschauen [vgl. Lk 9,62].

weiter zu Teil 2 dieses Briefes

Hl. Rafael Arnaiz Baron (3)

27/09/2010

Hl. Rafael Arnaiz BaronAm 11. Oktober 2009 wurde der spanische Trappist Rafael Arnaiz Baron (1911-1938) heilig gesprochen. Dieser mit 27 Jahren in der Abtei San Isidro de Duenas verstorbene Mystiker beeindruckt durch seine tiefe Spiritualität und sein einfaches und frohgemutes Wesen, mit dem er vertrauensvoll sein Kreuz auf sich nahm. Dank der freundlichen Genehmigung  der Herausgeberin und des Bernardus-Verlags, bei dem die Gesamtausgabe der Schriften des Heiligen bestellt werden können („Nur Gast auf Erden?“),  veröffentlichen wir hier Auszüge aus denselben.

.

An seine Eltern von San Isidro de Duenas aus (Teil 1)

1. April 1934 – Ostersonntag – im Alter von 22 Jahren

Liebste Eltern! Ich kann mir denken, daß Ihr ungeduldig auf meinen Brief wartet, den ich Euch zu Beginn der Fastenzeit versprach. Alles kommt und alles geht vorüber.

Heute, am Ostersonntag, hat mich Pater Magister gerufen, mir Papier gegeben und gesagt, ich solle Euch schreiben. Ich brauche Euch nicht zu sagen, mit welcher Freude ich in diesem Fall gehorche. Und ohne weitere Vorrede als ein Ave Maria – damit Gott meine Worte lenke – erzähle ich Euch, was ich in den letzten 40 Tagen getan habe.

Das ist schnell gesagt, denn da es darum geht, Jesus in der Wüste nachzufolgen, habe ich in diesen 40 Tagen gefastet, gebetet und Buße getan und sonst nichts – damit hatte ich auch genug zu tun. Und glaubt nur ja nicht, daß zu dieser Zeit des liturgischen Jahres viele lange und traurige Gesichter zu sehen sind aufgrund des Fastens, nichts davon! Man hat zwar Hunger, aber den erträgt man mit Freude, weil man ihn für Gott aushält. Und ich kann Euch versichern, daß ich nie fröhlicher vom Tisch aufgestanden bin als an einigen Freitagen, nachdem ich nichts als Brot und Wasser zu mir genommen hatte.

Es stimmt, daß die Fastenzeit in einer ‚Trapa‘ sehr hart ist, aber sie ist auszuhalten, und für den, der es nicht glaubt: hier bin ich und lebe noch, um Gott mit jedem Tag mehr und mehr zu loben. Die Finsternis ist verschwunden, die Trauer hat sich in Jubel und Freude gewandelt, der König des Himmels wird von allen Engeln gepriesen, und ein stürmisches ‚Halleluja‘ erklingt bis ans Ende der Erde, hinausgerufen von der katholischen Kirche. Ich bin stolz darauf, ein Sohn der Kirche zu sein und auch mein Gotteslob von hier, aus dem Chor einer ‚Trapa‘, erschallen zu lassen.

Alles findet seine Vergeltung im Himmel und manchmal auch auf der Erde. Pater Abt hat uns, die Gemeinschaft, heute mit einer ‚Zulage‘ beim Mittagessen dafür belohnt, daß der Gesang in diesen Tagen so gut war: es gab zwei Spiegeleier und eine Tasse Kaffee. Ihr seht, auch in der ‚Trapa‘ gibt es manchmal etwas Besonderes … Die zwei Spiegeleier haben mir köstlich geschmeckt. (…)

Dieser Tage mußte ich von einer erhöhten Stelle der Kirche aus einige Lesungen der Matutin vorsingen, und ich sage Euch: noch nie habe ich mich in einer solchen Bedrängnis gefühlt. Meine Stimme war zittrig, und ich fing mit Tönen an, die entweder zu hoch oder zu tief waren. Als ich die Stufen hinaufstieg, stolperte ich auch noch über den Mantel … Kurz und gut, es war eine richtige Katastrophe, aber daran kann man nichts ändern. Als ich mich um drei Uhr früh auf einer Kanzel sah und von oben alle Glatzen und kahlgeschorenen Köpfe der Mönche beherrschte, tanzten mir die Buchstaben des Lektionats vor den Augen; plötzlich vergaß ich die Aussprache des Lateins und kam überhaupt nicht mehr zurecht.

Ich war auch ‚Kirchendiener‘, d. h. ‚Kerzenlöscher‘. Das ist ein Dienst, der mir zusagt. Außerdem – glaubt mir! – ist er von Bedeutung, denn hier in der ‚Trapa‘ ist jede Zeremonie sehr wichtig, und um ein Licht anzuzünden oder auszumachen, muß man alle Vorschriften beachten, die die Regeln des Ordens vorschreiben. Sogar die Schritte, die Minuten und die Verbeugungen sind gezählt.

In der Kirche verhalten wir uns immer sehr feierlich. Da wird aus gar keinem Grund gesprochen, da werden keine Zeichen gegeben; man geht langsam, ohne Lärm; es werden tiefe Verbeugungen gemacht vor dem Herrn im Tabernakel. In einem Wort: man tut das, was der göttliche Kult sein soll und erfordert. Mich begeistert das, denn Ihr wißt gut, daß ich nie ein Freund von Vertraulichkeiten war und am wenigsten noch in der Kirche. Man kann sagen, daß sich die Trappisten einzig und allein für Gott heranbilden. Sie schulen zuerst ihre Seele, aber anschließend auch ihren Leib und ihr Verhalten. Und es ist nicht so, daß ich meinen Orden über irgend jemand anderen loben möchte, aber man kann sagen, daß – was die Feier des Kultes angeht – der Trappist der Vornehmste ist. Wie gern hätte ich es gesehen, wenn Ihr die Feierlichkeiten der Karwoche hättet miterleben können! Die unbedeutendsten Kleinigkeiten sind mathematisch genau geregelt, und das ist die einzige Form, kein Durcheinander zu stiften.

Kurz und gut, dieses Leben ist so anders als das, was ich bisher gefühlt habe, daß Ihr es Euch nicht vorstellen könnt, auch wenn ich Euch noch so viel erzählte … Alle Einzelheiten meines Lebens stehen im Buch des ‚Usus‘, das Ihr zu Hause habt. Bis hierher das, was sich auf das Äußere bezieht … In bezug auf meine Seele, was soll ich Euch da sagen? Gott liebt mich so sehr! Ich habe einen so tiefen Frieden in der Seele, daß ich unfähig bin, ihn zu beschreiben. Mit jedem Tag preise ich Gott mehr, weil Er mich unter so vielen auserwählt hat, ohne daß ich es verdient hätte.

Welch ganz andere Vorstellung haben die Menschen von einer ‚Trapa‘! Wie viele mag es geben, die mich bedauern und sogar über meine Lebensweise erschrecken, ohne überhaupt zu ahnen, daß im Verzicht auf sich selbst und in der Hingabe an Gott das einzige enthalten ist, was das Leben lebenswert macht, und das ist der Friede in Gott! (…)

Die größte Freude bereitet der Gedanke, daß dieser Friede ewig sein wird; denn wenn ich sterbe, wird er nur noch größer, und das in einem Ausmaß, das ich nicht erahnen kann. Die Liebe der Geschöpfe endet mit dem Tod. Der Wunsch nach menschlicher Anerkennung hört mit dem Tod auf, und die weltlichen Geschäfte lösen sich mit dem Tod in Nichts auf. Nur die Gottesliebe wird größer mit dem Tod. Das heißt: was ich habe, das habe ich für immer; das sagt mir der Glaube. Hingegen ist das, was ich in der Welt zurückgelassen habe, nur Leihgabe für einige Jahre – und danach nichts!

weiter zu Teil 2 dieses Briefes



Hl. Rafael Arnaiz Baron (1)

16/08/2010

Am 11. Oktober 2009 wurde der spanische Trappist Rafael Arnaiz Baron (1911-1938) heilig gesprochen. Dieser bereits mit 27 Jahren in der Abtei San Isidro de Duenas verstorbene Mystiker beeindruckt durch seine tiefe Spiritualität und sein einfaches und frohgemutes Wesen, mit dem er vertrauensvoll sein Kreuz auf sich nahm. Bruder Rafael wird einer der Patrone des Weltjugendtages 2011 in Madrid sein.

Hl. Rafael Arnaiz Baron

Wir danken dem CHRISTIANA-Verlag (CH-8260 Stein am Rhein, www.christiana.ch, info@christiana.ch, Tel. +41- 52 741 41 31) und der Autorin Ingrid Mohr P.I.J. für die Erlaubnis, den nachfolgenden Auszug aus den persönlichen Aufzeichnungen von Bruder Rafael vom 12. Dezember 1936 aus dem Büchlein „Ein Lichtstrahl Gottes“ hier veröffentlichen zu dürfen:

Die Pirouetten der Rüben

Drei Uhr nachmittags an einem regnerischen Tag im Monat Dezember. Es ist Arbeitszeit und da heute Samstag ist und klirrende Kälte herrscht, ziehen wir nicht aufs Feld hinaus. Wir arbeiten in einem Raum, in dem Linsen aussortiert, Kartoffeln geschält, Kohlköpfe kleingeschnitten werden usw. – wir nennen ihn „das Laboratorium“. Darin gibt es einen langen Tisch und einige Bänke, ein Fenster und darüber ein Kreuz. Der Nachmittag, den ich heute erlebe, ist trüb und traurig erscheint mir alles.

Man hat mir ein Messer in die Hand gegeben und vor mich hin einen Korb mit einer Art von sehr grossen weissen Möhren gestellt, die sich als Rüben entpuppen. Die Zeit vergeht schleppend und auch mein Messer fährt nur langsam zwischen Schale und Fleisch der Rüben hindurch, die ich wunderschön geschält beiseite lege.

Warum nur habe ich mein Elternhaus verlassen und bin hergekommen, um in dieser Kälte diese so hässlichen Dinger zu schälen!! Es ist wirklich lächerlich, mit der Ernsthaftigkeit eines Trauerbeamten Rüben zu schälen. Ich erinnere mich an mein Zuhause, an meine Eltern und Geschwister, an meine Freiheit, die ich zurückgelassen habe, um mich hier zwischen Linsen, Kartoffeln, Kohlköpfen und Rüben einzusperren. Es ist ein trüber Tag. Meine Hände sind gerötet und meine Füsse vor Kälte erstarrt… Und die Seele? Herr, vielleicht leidet die Seele ein wenig… Suchen wir Zuflucht in der Stille!

Die Zeit verging mit meinen Gedanken, den Rüben und der Kälte. Plötzlich und schnell wie der Wind dringt ein helles Licht in meine Seele, ein göttliches Licht, Sache eines Augenblicks… Jemand fragt mich, was ich tue. Was ich tue? Heiligste Jungfrau, was für eine Frage! Rüben schälen…, Rüben schälen! Wozu? – Und das Herz macht einen Sprung und antwortet, ohne gross nachgedacht zu haben: Ich schäle Rüben aus Liebe – aus Liebe zu Jesus Christus!

Ich kann nichts sagen, was man wirklich begreifen könnte. Aber dort drinnen, tief drinnen in der Seele löste ein ganz grosser Friede die Verwirrung ab, die ich vorher empfunden hatte. Ich kann nur sagen, dass man die kleinsten Dinge des Lebens in Akte der Liebe zu Gott verwandeln kann…, dass das Schälen einiger Rüben aus echter Liebe zu Gott, Ihm genau so viel Ehre und uns ebenso viele Verdienste erwirken kann wie die Eroberung Amerikas. Der Gedanke daran, dass ich einzig und allein durch seine Barmherzigkeit das grosse Glück habe, etwas für Ihn zu leiden, ist etwas, das die Seele mit einer solchen Freude erfüllt, dass ich – wenn ich mich von meinem inneren Drang hätte leiten lassen – am liebsten angefangen hätte, Rüben nach rechts und links zu werfen, um diesen armen Wurzeln des Erdbodens die Freude meines Herzens zu vermitteln… Ich hätte echte Jongleurkunststücke mit den Rüben, dem Messer und der Schürze zustande gebracht.

Bruder Rafaels Zisterzienserkloster San Isidro de Duenas

Als die Arbeit begann, bedeckten Wolken der Traurigkeit den Himmel. Die Seele litt, als sie sich am Kreuz sah; alles belastete sie sehr: die Regel, die Arbeit, das Schweigen, der Mangel an Licht an einem so trüben Tag, so grau und so kalt; der Wind, der durch die Fenster blies; der Regen und der Schlamm; das Fehlen der Sonne… Und die Welt: so weit weg…, so weit entfernt. Und ich schälte währenddessen Rüben, ohne an Gott zu denken.

Aber alles geht vorüber, sogar die Versuchung… Die Zeit verging, schon trat Ruhe ein, schon wurde es licht. Nun ist es mir einerlei, ob der Tag kalt ist, ob es Wolken gibt, der Wind bläst oder die Sonne scheint. Mir geht es darum, meine Rüben zu schälen, ruhig, glücklich und zufrieden, auf die Jungfrau Maria zu schauen und Gott zu preisen.

Was soll die Betrübnis eines Augenblicks, das Leid einer kurzen Zeit!… Ich kann sagen, dass es keinen Schmerz gibt, der nicht seinen Ausgleich hätte in diesem oder im anderen Leben, und dass in Wirklichkeit sehr wenig von uns verlangt wird, um den Himmel zu verdienen. Hier in einer Trapa ist es vielleicht leichter als in der Welt, aber in der Welt hat man die gleichen Möglichkeiten, Gott etwas anzubieten. Lasst uns die Zeit gut nutzen! Lasst uns dieses gesegnete Kreuz lieben, das der Herr auf unsern Weg stellt, wie immer es auch sei oder sein wird!

Nützen wir die kleinen Dinge des täglichen Lebens, des gewöhnlichen Lebens! Um grosse Heilige zu sein, bedarf es nicht grosser Dinge; es genügt, die kleinen Dinge auf grossartige Weise zu tun.

In der Welt wird vieles versäumt, aber das kommt daher, dass sie den Menschen ablenkt… Es hat ebensoviel Wert, Gott in der Welt im Sprechen zu lieben wie in der Trapa im Schweigen. Wichtig ist, etwas für Ihn zu tun, sich an Ihn zu erinnern. Der Ort, die soziale Stellung und die Tätigkeit sind unwichtig. Gott kann mich  heilig machen, ob ich nun Kartoffeln schäle oder ein Reich regiere.

Als die Arbeit beendet war und ich im Gebet zu Jesus ging, stellte ich dort einen Korb mit fein geschälten, sauberen Rüben nieder… Ich hatte Ihm nichts anderes anzubieten; aber Gott genügt das, was Ihm mit ganzem Herzen geschenkt wird, seien es nun Rüben oder Kaiserreiche.

Wenn ich das nächste Mal Wurzeln schäle, egal welcher Art, auch wenn sie kalt und eisig sein sollten, bitte ich Maria darum, mir Engel vom Himmel zu schicken, die ihr rote Möhren und Jesus weisse Rüben, Kartoffeln und Zwiebeln, Kohl- und Salatköpfe zu Füssen legen…

Kurz und gut: sollte ich viele Jahre in der Trapa leben, mache ich aus dem Himmel eine Art Gemüsemarkt. Und wenn mich der Herr dann ruft und mir sagt: „Jetzt genug mit der Schälerei… Lass das Messer und die Schürze fallen und komm, um dich an dem zu erfreuen, was du getan hast!“… Wenn ich dann im Himmel bin bei Gott und unter all den Heiligen und zwischen so vielem Gemüse…, Herr Jesus, dann werde ich nicht anders können: dann werde ich lachen müssen!

Bücher mit den Schriften des Heiligen oder über ihn sind beim Christiana-Verlag und beim Bernardus-Verlag erhältlich.

weiter zum nächsten Auszug aus den Schriften Bruder Rafaels