Posts Tagged ‘UNESCO-Welterbe’

Mor Gabriel gibt nicht auf

12/07/2012

… Obwohl sich der Rechtsstreit mit der Türkei äußerst langwierig und entmutigend gestaltet. Dem Anwalt des Klosters zufolge sprach der Berufungsgerichtshof in Ankara vor wenigen Tagen ein Urteil zugunsten des türkischen Schatzamtes.

Dem Gerichtsentscheid ging ein langjähriger Prozess voraus, in dem die Besitzrechte von 28 ha Land geklärt werden sollten. Obwohl das syrisch-orthodoxe Kloster mittels Steuerbelegen seine Eigentümerschaft beweisen konnte, wurde sie nun vor dem Berufungsgericht nicht anerkannt.

Der Anwalt des Klosters erwägt nun, vor das Verfassungsgericht oder den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu ziehen. Unterstützen wir die Christen von Mor Gabriel und in der Türkei weiter durch unsere Gebete.

Türkei enteignet Mor Gabriel

Geburtskirche zum Weltkulturerbe ernannt

29/06/2012

Gegen den Willen Israels hat das Unesco-Kommitee die Geburtskirche in Bethlehem bei seiner diesjährigen Zusammenkunft in St. Petersburg zum Weltkulturerbe erklärt. Die Geburtskirche ist damit die erste Welterbestätte in Palästina. Auch bei dessen Aufnahme in die Unesco als vollwertiges Mitglied im vergangenen Oktober hatte es heftigen Protest aus Israel und den USA gegeben.

Die Unesco-Entscheidung (bei 21 Stimmen 13 Ja, 6 Nein, 2 Enthaltungen) wird nicht nur von Israel und den USA als problematisch gesehen, auch Kirchenvertreter stehen ihr kritisch gegenüber. Die Geburtskirche ist in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz politischer Konflikte gewesen. Das wird jetzt vielleicht noch zunehmen. Außerdem könnte Gläubigen dadurch der Zugang zur Pilgerstätte erschwert werden. Jedes Jahr pilgern Tausende in die Geburtskirche.

Angesichts zunehmender religiöser Indifferenziertheit und Relativismus in der Welt, und erst recht in UN-Organisationen wie der Unesco, ist die Aufnahme der Geburtskirche ins Weltkulturerbe nur zu begrüßen. Außerdem: der Ort, der als Geburtsort des Schöpfers verehrt wird – hätte doch eigentlich die erste Welterbestätte überhaupt werden müssen…

Schöne neue Welt-Religion? : Die Baha’i

25/02/2011
Gäbe es diese Religion noch nicht, würde sie sicher dieser Tage erfunden werden. Die Lehre der Bahai mit ihren weltweit etwa 8 Millionen Anhängern wirkt auf den ersten Blick wie ein „Best of“ der Weltreligionen. Sie liefert das ideale spirituelle Gerüst für eine politisch korrekte Weltregierung. Ihre ethischen Grundsätze lesen sich wie eine Erweiterung der UN-Charta:

„Die ganze Menschheit ist als Einheit zu betrachten.“

„Mann und Frau haben gleiche Rechte.“

„Vorurteile jeglicher Art müssen abgelegt werden.“

„Der Weltfrieden muss verwirklicht werden.“

„Es muss ein Weltschiedsgerichtshof eingesetzt werden.“

Weiter werden eine Weltsprache und Einheitsschrift, sowie eine allgemeine Schulpflicht gefordert, um allen Kindern eine optimale Bildung (= gemäß Bahai/UN-Weltbild) zuteil werden zu lassen.

Bahai-Schrein auf dem Berg Karmel, Israel

Die hohe Kompatibilität mit den UN-Prinzipien hat zu einer engen Kooperation beider Organisationen geführt: die Bahai International Community ist bei der UN als Nichtregierungsorganisation anerkannt und agiert als Berater bei verschiedenen UN-Gremien wie Wirtschafts- und Sozialrat, Entwicklungs- und Umweltprogramm, Bevölkerungsfonds und WHO. 2008 erklärte die UNESCO die Bahai-Stätten und das Pilgerzentrum, die sich im Heiligen Land (!) auf dem Berg Karmel, in Haifa und Akko befinden, zum Weltkulturerbe.

Auch was das Spirituelle betrifft, gibt sich die Bahai-Religion verführerisch wohlklingend und zieht aus diesem Grund vortrefflich junge Menschen in ihren Bann. Immerzu ist die Rede von Einheit, Gleichheit, Harmonie, gepaart mit dem Versprechen, all dies aus eigener Kraft, im hier und jetzt, verwirklichen zu können:

„Alle Menschen müssen die Wahrheit selbständig erforschen.“

„Alle Religionen haben eine gemeinsame Grundlage.“

„Die Religion muss die Ursache der Einigkeit und Eintracht unter den Menschen sein.“

„Die Religion muss mit Wissenschaft und Vernunft übereinstimmen.“

Die Bahai haben ein monotheistisches Gottesverständnis und folgen damit der jüdisch-islamischen Tradition. Die Betonung des Selbsterlösungsgedankens (es gibt kein Opfer, keine Priester, jeder muss die Wahrheit selbst herausfinden), erinnert an fernöstliche Philosophien wie den Buddhismus.

Aber die Bahai-Religion bedient sich auch aus dem Fundus der Christlichen Lehre, modifiziert sie jedoch zu einem Zerrbild. So gelten die Prinzipien der Nächstenliebe und Gewaltlosigkeit, und die Heilige Dreifaltigkeit -Vater, Sohn und Heiliger Geist- taucht als Zerrbild, als „dreifache Einheit“ auf: Einheit Gottes, mystische Einheit der göttlichen Offenbarer und Einheit der Menschheit. Die Ähnlichkeiten gehen noch weiter: der Religionsstifter Bab wurde öffentlich hingerichtet, sein Nachfolger Baha’u’llah ins israelische Exil nach Akko verbannt. Ihre Anhänger werden bis heute im Iran verfolgt und mit strengen Repressalien belegt.

Die Bahai glauben an eine „fortschreitende Gottesoffenbarung“. Ähnlich dem islamischen Verständnis werden alle Religionsstifter und Propheten in einen Topf geworfen, d.h. Jesus Christus ist einer von Vielen in einer Reihe von  „Offenbarern“, darunter Moses, Buddha, Mohammed, und eben die Bahai-Religionsstifter.

Die Bahai-Religion ist antichristlich, und zudem explizit anti-katholisch: so ist z.B. die Beichte verboten.

Es wird sich herausstellen, inwieweit die Bahai noch an Bedeutung gewinnen werden im Zuge der fortschreitenden Bemühungen, eine Weltregierung zu installieren. Hält man sich vor Augen, dass der Bahai-Glaube im Iran seit der islamischen Revolution trotz schwerer Verfolgungen regen Zulauf erfahren hat, ist denkbar, dass dieser Glaube mit seinen islamischen Wurzeln für abtrünnige Moslems eine attraktive Alternativreligion darstellt. Angesichts der jüngsten Revolten in der arabischen Welt könnte die Bahai-Gemeinde daher rasant anwachsen und so an Einfluss gewinnen.

Ob der Antichrist tatsächlich mit der Bahai-Religion in Verbindung stehen wird, ist fraglich, seine Irrlehren aber werden sicher die ein oder andere Parallele zu denen der Bahai aufweisen. Es ist wohl auch kein Zufall, dass sich das Bahai-Hauptquartier im Heiligen Land befindet, dem Heimatland Christi, wo auch die anderen monotheistischen Weltreligionen in Erwartung der Dinge verharren. Denn dort liegt schließlich jener Ort Harmagedon (heute: Megiddo), wo die siegreiche Schlacht Christi über den Antichrist stattfinden wird (vgl Offb. 16, 16).

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Quellen und Verweise:

Dokumentation über die Bahai

Wikipedia

Türkei enteignet Mor Gabriel

10/02/2011

Der Grundbesitzstreit um das 1600 Jahre alte syrisch-orthodoxe Kloster im türkischen Tur Abdin (wir berichteten) hat vorläufig ein niederschmetterndes Ende gefunden. In einer Revision eines früheren Urteils wurden nun grosse Teile des Grundbesitzes dem  türkischen Staat zugesprochen, obwohl die Besitzverhältnisse des Klosters aus Urkunden klar hervorgehen. Dem Kloster droht nun der Abriss von Schutzmauern, womit seine Ländereien willkürlicher Fremdnutzung ausgesetzt wären. Sogar strafrechtliche Folgen gegen Kirchenoberhaupt und Vorstand der Klosterstiftung wegen illegitimer Aneignung türkischen Staatseigentums sind denkbar.

Das Kloster zählt zu einem der ältesten Klöster weltweit und ist UNESCO-Welterbe. Scharfe Kritik am Enteignungsurteil gibt es z.B. von der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland. Von Seiten der UNESCO bleibt aber bis dato eine Stellungnahme aus, dieser politisch korrekte Verein würde sich wohl allenfalls dann zu Wort melden, wenn es um den Abriss der Anlage ginge, oder die Türkei auf die Idee käme, Windräder in Sichtweite zu installieren…

Die lange Geschichte des Klosters spricht für dessen Beharrlichkeit und Kämpfergeist: Mor Gabriel will gegen das Urteil Berufung einlegen. Zur geistigen Unterstützung: Bitte schliesst die Klosterbrüder von Mor Gabriel, und alle -verfolgten- Christen der Türkei in euer Gebet mit ein.

Für weltliche Unterstützung: Email an Aussenminister Dr. W. poststelle@auswaertiges-amt.de

Webseite des Klosters

Unterstützung für Mor Gabriel