Posts Tagged ‘Unglaube’

Die Rede über das Himmelsbrot: „Ich bin das Brot des ewigen Lebens“ (1)

11/08/2012

zum Evangelium vom 12. August 2012: Johannes 6,41-51

„… In mir sind alle Schätze Gottes, und mir ist alles auf Erden gegeben. Daher sind in mir die glorreichen Himmel und die streitende Erde vereinigt, und sogar die leidenden, wartenden Seelen der in der Gnade Gottes Verschiedenen sind in mir, denn in mir und bei mir ist alle Gewalt. Ich sage es euch: Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und ich verjage den nicht, der zu mir kommt; denn ich bin vom Himmel herabgestiegen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat. Der Wille meines Vaters aber, der mich gesandt hat, ist dieser: dass ich nicht einen einzigen von denen verliere, die er mir gegeben hat, sondern sie auferwecke am Jüngsten Tag. Nun will der Vater, der mich gesandt hat, dass wer immer den Sohn kennt und an ihn glaubt, das ewige Leben habe und am Jüngsten Tag von mir auferweckt werde, wenn ich ihn genährt sehe vom Glauben an mich und gezeichnet mit meinem Siegel.“

Ein Murmeln geht durch die Menge in und außerhalb der Synagoge wegen der neuen und gewagten Worte des Meisters. Dieser wendet, nachdem er einen Augenblick Atem geschöpft hat, seine vor Verzückung leuchtenden Augen dorthin, wo das Murmeln am stärksten ist, also zu den Gruppen, in denen sich die Judäer befinden. Dann fährt er fort zu reden.

„Warum murrt ihr unter euch? Ja, ich bin der Sohn Marias von Nazareth, der Tochter Joachims aus dem Geschlechte Davids, der im Tempel geweihten Jungfrau, die sich dann mit Joseph des Jakobus aus dem Geschlecht Davids vermählte. Viele von euch haben die Gerechten gekannt, die Joseph, dem königlichen Zimmermann, und Maria, der jungfräulichen Erbtochter aus königlichem Geschlecht, das Leben schenkten, und dies veranlasst euch zu sagen: „Wie kann dieser behaupten, er sei vom Himmel herabgestiegen?“ und Zweifel steigen in euch auf.

Ich erinnere euch an die Propheten, an ihre Weissagungen über die Menschwerdung des Wortes, und daran, dass für uns Israeliten mehr als für jedes andere Volk feststeht, dass der, den wir nicht zu nennen wagen, nicht nach den Gesetzen der Menschheit, und noch dazu einer gefallenen Menschheit, Fleisch werden konnte. Der Reinste, der Unerschaffene, der sich aus Liebe zu den Menschen dazu erniedrigt hat, Menschengestalt anzunehmen, konnte nur den Schoß einer Jungfrau wählen, die keuscher war als Lilien, um seine Gottheit mit Fleisch zu umhüllen. Das zur Zeit des Moses vom Himmel herabgekommene Brot wurde aufbewahrt in der goldenen Schublade, bedeckt mit der Versöhnungsplatte und bewacht von Cherubim, hinter den Vorhängen des Bundeszeltes. Mit dem Brot war auch das Wort Gottes dort. Es war gerecht, dass es so war, denn höchste Achtung gebührt den Gaben Gottes und den Tafeln seines heiligsten Wortes. Aber was wird Gott erst für sein eigenes Wort und das wahre Brot, das vom Himmel gekommen ist, vorbereitet haben? Eine viel unversehrtere und kostbarere Lade als die goldene Bundeslade, bedeckt mit dem kostbaren Mantel ihrer keuschen Opferbereitschaft, behütet von den Cherubim Gottes, umhüllt vom Schleier jungfräulicher Reinheit, von vollkommener Demut, erhabener Liebe und allen heiligsten Tugenden.

Also? Habt ihr noch nicht verstanden, dass mein Vater im Himmel ist, und dass ich daher von dort komme? Ja, ich bin vom Himmel herabgestiegen, um den Beschluss meines Vaters zu erfüllen, den Beschluss zur Rettung der Menschen, gemäß seinem Versprechen im Augenblick der Verurteilung, das er den Patriarchen und Propheten wiederholte. Aber das ist Glaubenssache, und der Glaube wird von Gott nur dem gegeben, der guten Willens ist. Daher kann niemand zu mir kommen, wenn ihn mein Vater nicht zu mir führt, da er ihn in der Finsternis sieht, jedoch mit dem sehnlichsten Verlangen nach Licht. Bei den Propheten heisst es: „Sie werden alle belehrt werden von Gott.“ Das ist es! Gott zeigt ihnen, wohin sie gehen sollen, um von Gott unterrichtet zu werden. Wer immer also in der Tiefe seines Herzens Gottes Stimme hören konnte, hat vom Vater gelernt, zu mir zu kommen.“

„Und wer hat Gott gehört und sein Antlitz gesehen?“ fragen einige, die bereits Anzeichen von Gereiztheit und Ärgernis geben, und fügen hinzu: „Entweder bist du in einem Wahn befangen oder du bist ein Träumer.“

„Niemand hat Gott geschaut, außer dem, der von Gott kommt: dieser hat den Vater gesehen, und ich bin es! Nun hört das Glaubensbekenntnis vom künftigen Leben, ohne das niemand selig werden kann.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben. Wahrlich, wahrlich, ich sage euch, ich bin das Brot des ewigen Lebens.

Eure Väter verzehrten das Manna in der Wüste und sind gestorben, denn das Manna war wohl eine heilige, jedoch zeitliche Speise und gab das Leben, dessen sie bedurften, um in das von Gott seinem Volke verheissene Land zu gelangen. Aber das Manna, das ich bin, wird weder Grenzen der Zeit noch der Macht haben. Nicht nur himmlisch, sondern göttlich ist es, und bewirkt, was göttlich ist: die Unverweslichkeit, die Unsterblichkeit dessen, den Gott nach seinem Ebenbild erschaffen hat. Dieses göttliche Brot wird nicht nur vierzig Tage, vierzig Monate, vierzig Jahre oder vierzig Jahrhunderte, sondern so lange dauern, als die Zeiten dauern, und es wird allen gegeben werden, die heiligen und dem Herrn wohlgefälligen Hunger haben. Frohlocken wird der Herr darüber, sich grenzenlos den Menschen hinzugeben, für die er Fleisch geworden ist, auf dass sie das ewige Leben erlangen, das unsterbliche Leben.

Ich kann mich verschenken, ich kann mich verwandeln aus Liebe zu den Menschen, damit das Brot Fleisch und das Fleisch Brot werde für den geistigen Hunger der Menschen, die ohne diese Nahrung an Hunger und geistigen Krankheiten sterben würden. Wenn jemand würdig von diesem Brot isst, wird er ewig leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, geopfert für das Leben der Welt; es wird meine Liebe sein, ausgegossen in den Gotteshäusern, auf dass alle, die sich nach Liebe sehnen oder unglücklich sind, zum Tisch des Herrn kommen und Erquickung finden in ihrem Verlangen, sich mit Gott zu vereinen, und Trost in ihrem Leiden.“

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

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“Die Heilige Messe wiederholt die drei wichtigsten Punkte meines Lebens”

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Jesus und die Jünger nach der ersten wunderbaren Brotvermehrung (Teil 2)

28/07/2012

zum Evangelium vom 29. Juli 2012: Johannes 6, 1-15

(zurück zu Teil 1 der Vision: Die erste wunderbare Brotvermehrung)

„Nehmt euren Teil und gebt auch mir ein wenig davon. Wir wollen die Speise Gottes essen.“

Sie essen Brot und Fisch, jeder entsprechend seinem Hunger… Indessen tauschen die gesättigten Menschen ihre Meinungen aus. Auch jene in der Nähe Jesu getrauen sich nun zu sprechen und betrachten dabei Margziam, der mit den Kindern lacht und seinen Fisch fertig isst. 

„Meister“, fragt der Schriftgelehrte, „warum hat das Kind sofort das Gewicht gespürt und wir nicht? Ich habe auch hineingegriffen. Es waren nur ein paar Brotbrocken und ein einziges Stücklein Fisch darin. Ich habe die Schwere erst gespürt beim Gang zu den Leuten. Aber wenn es das Gewicht von dem gehabt hätte, was ich austeilte, wären zwei Maulesel nötig gewesen, um den Korb, nein, einen mit Nahrungsmitteln beladenen Wagen zu ziehen. Anfangs war ich sparsam… dann fing ich an zu geben, zu geben, und um nicht ungerecht zu sein, ging ich zu den ersten zurück und gab ihnen nochmals; denn sie hatten das erste Mal nur wenig bekommen. Und doch hat es gereicht.“

„Auch ich habe gespürt, wie der Korb schwerer wurde, während ich hinging; ich habe sofort viel gegeben, denn ich verstand, dass du ein Wunder gewirkt hattest“, sagt Johannes.

„Ich hingegen habe mich zunächst hingesetzt und den Korb in den Schoß geleert, um zu sehen… Ich habe viele Brote gesehen. Da bin ich gegangen“, sagt Manaen.

„Ich habe sie gezählt, denn ich wollte mich nicht blamieren. Es waren fünfzig Brotstückchen. Ich habe zu mir gesagt: „Ich will sie an fünfzig Personen austeilen und dann zurückkehren.“ Ich habe gezählt. Doch bei fünfzig angekommen, war das Gewicht immer noch das gleiche. Da habe ich nachgesehen. Es waren immer noch viele darin. So bin ich gegangen und habe an Hunderte verteilt. Doch es wurden nie weniger“, sagt Bartholomäus.

„Ich, ich muss gestehen, dass ich nicht geglaubt habe. Ich habe die Brotbrocken und das Fischstück in die Hand genommen, sie angesehen und bei mir gesagt: ‚Was soll das? Jesus will einen Scherz machen…!‘ Ich stand hinter einem Baum und schaute auf ihn und auf die Stücklein und hoffte, dass sie sicher vermehren würden, und zweifelte zugleich daran. Aber es blieben immer dieselben. Ich wollte schon zurückkehren, als Matthäus vorbeikam und sagte: ‚Hast du gesehen, wie schön sie sind?‘ ‚Was denn?‘ habe ich gefragt. ‚Nun, die Brote und die Fischlein…‘ ‚Bist du denn verrückt? Ich sehe nur Brotbrocken.‘ ‚Geh und teil sie mit Vertrauen aus und du wirst sehen.‘ Ich habe die wenigen Brocken in den Korb zurückgelegt und bin zögernd weitergegangen… Und dann… Verzeih mir, Jesus, denn ich bin ein Sünder!“ sagt Thomas.

„Nein, du bist ein Weltmensch. Du denkst weltlich.“

„Auch ich, Herr. So sehr, dass ich dachte, ihnen zum Brot noch ein Geldstück zu geben, damit sie anderswo essen könnten. Ich glaubte, dir helfen zu können, einen besseren Eindruck zu machen“, sagt Iskariot. „Wie bin ich also – wie Thomas – oder noch schlimmer?“

„Noch viel mehr als Thomas, du bist weltlich.“

„Und doch wollte ich, um des Himmels willen, Almosen geben! Es war mein eigenes Geld…“

„Almosen für dich selbst und deinen Hochmut. Und Almosen für Gott. Doch er bedarf ihrer nicht. Almosen für deinen Hochmut sind Sünde, kein Verdienst.“

Judas neigt das Haupt und schweigt.

„Ich habe geglaubt, dass ich diesen Bissen Fisch und diese Bröcklein Brot noch kleiner machen müsste, damit sie genügen könnten. Aber ich habe nicht daran gezweifelt, dass sie ihrem Nährwert und ihrer Anzahl nach ausreichen könnten. Ein Tropfen Wasser, von dir gegeben, kann nahrhafter sein als eine volle Mahlzeit“, sagt der Zelote.

„Und was habt ihr gedacht?“ fragt Petrus die Vettern Jesu.

„Wir haben uns an Kana erinnert… und haben nicht gezweifelt“, sagt Judas ernst.

„Und du, Jakobus, mein Bruder, dachtest du nur daran?“

„Nein! Ich dachte, es könnte eines der Sakramente sein, von denen du zu mir gesprochen hattest… Ist es so, oder irre ich mich?“

Jesus lächelt: „Es ist so, und ist doch nicht so. Mit der Wahrheit vom Nährwert eines Tropfen Wassers, von der Simon sprach, muss der Gedanke an eine spätere Gestalt verbunden werden. Doch jetzt ist es noch kein Sakrament.“

Der Schriftgelehrte betrachtet ein Brotstückchen in seiner Hand.

„Was machst du damit?“

„Ein… Andenken.“

„Auch ich behalte eines. Ich werde es in einem kleinen Säcklein Margziam an den Hals hängen“, sagt Petrus.

„Ich will es meiner Mutter bringen“, sagt Johannes.

„Wir, wir haben alles aufgegessen…“ sagen die anderen beschämt.

„Steht auf! Geht noch einmal mit den Körben herum und sammelt die Reste ein. Sucht die Ärmsten aus dem Volk heraus und bringt sie, zusammen mit den Körben, zu mir. Dann geht ihr alle, ihr, meine Jünger, zu den Booten und fahrt auf den See hinaus, zur Ebene von Genesareth. Ich will die Leute entlassen, nachdem ich die Ärmsten beschenkt habe, und euch dann einholen.“

Die Apostel gehorchen… und kehren mit zwölf gefüllten Körben zurück. Es folgen ihnen etwa dreissig Bettler oder sehr elende Menschen.

„Gut so. Geht nun.“

Die Apostel und die Jünger des Johannes verabschieden sich von Manaen und gehen etwas widerstrebend weg, weil sie Jesus verlassen müssen. Doch sie gehorchen. Manaen wartet noch mit Jesus, bis die Menge sich im letzten Tageslicht nach den Dörfern aufmacht oder eine Schlafstätte im hohen trockenen Schilf sucht. Dann nimmt er Abschied. Vor ihm, ja sogar als einer der ersten, ist der Schriftgelehrte weggegangen; denn er ist mit seinem Söhnchen den Aposteln gefolgt.

Nachdem alle gegangen oder schon in Schlaf gesunken sind, erhebt sich Jesus, segnet die Schlafenden, und langsamen Schrittes geht er zum See auf die Halbinsel von Tarichäa zu, die sich einige Meter über dem Wasserspiegel erhebt, als wäre sie ein Stück eines in den See geschobenen Hügels. Und an seinem Fuss angelangt, steigt er, ohne in die Stadt hineinzugehen, sondern sie umgehend, auf die kleine Erhebung, setzt sich auf einen spitzen Felsvorsprung nieder und betet im Angesicht des Himmels und im Schein der klaren Mondnacht.

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

 

„… und salbten die Kranken mit Öl und heilten sie.“

15/07/2012

zum Evangelium vom 15. Juli 2012: Markus 6,7-13

31. Dezember [1943]

(…) Ein weiterer Punkt im Markusevangelium ist der Vers 13 desselben 6. Kapitels: „… und salbten die Kranken mit Öl und heilten sie“. In der damaligen empirischen Medizin nahm das Öl eine wichtige Stelle ein. Man kann auch nicht sagen, dass es schädlicher oder weniger wirksam war als eure heutigen komplizierten Heilmittel. Es war vielmehr ganz gewiß unschädlicher. Aber nicht in dem Öl steckte die Heilkraft für die Kranken, die von meinen Aposteln gesalbt wurden.

Wie immer, war der menschlichen Schwerfälligkeit ein sichtbares Zeichen nötig. Wer hätte sonst glauben können, dass die Berührung mit der Hand durch diese armen Menschen, Meine Apostel, die als Fischer und einfache Leute aus dem Volk bekannt waren, hätte heilen können? Wenn sie es geglaubt hätten, hätten sie gesagt: „Ihr heilt in der Macht des Anführers der Dämonen“, wie sie es zu Mir gesagt haben (1). Und sie hätten sie als von Dämonen Besessene angeschuldigt. Das sollte nicht geschehen. Dafür gab Ich ihnen das Mittel, ein menschliches, damit ihnen, wenn nicht anders, wenigstens von den Empirikern geglaubt würde. Aber die Macht, die ihnen die Heilkraft eingoß, war Gott, damit sie Jünger für Seine Lehre gewinnen könnten.

Ich habe gesagt: „Die, welche an Mich glauben, werden auf Schlangen treten können und die Werke vollbringen, die Ich tue“ (2). Ich lüge niemals, und kann göttiche Mach auch in die Hand eines an Mich glaubenden und in Mir lebenden Kindes legen. Ist nicht die Geschichte des Christentums voll von solchen Wundern? Die ersten Jahrhunderte sind davon durchzogen, aber ihr Blühen ist zurückgegangen, und zwar nicht, weil Gottes Allmacht geringer geworden wäre, sondern weil ihr der Aufgabe, Gottes Amtsdiener zu sein, nicht genügt.

Habt doch, habt doch, habt doch Glauben! Er wird euch retten.“

(1) Mt 12,24

(2) Mk 16,17-18; Lk 10,19

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Heilung des blinden Bartimäus

Jesus erscheint den Aposteln mit Thomas

Und er konnte dort keine Wunder wirken

08/07/2012

zum Evangelium vom 8. Juli 2012: Markus 6,1b.2-6.

31. Dezember [1943]

Jesus sagt:

Markus sagt im Kap. 6,  Vers 5 seines Evangeliums: „Und er konnte dort keine Wunder wirken und heilte nur wenige Kranke“.

Mit wie großer Liebe war Ich in Mein Vaterland gekommen. Das kann nur der verstehen, der an die Vollkommenheit des Gott-Menschen denkt, der die menschlichen Leidenschaften sublimiert und geheiligt hat, wie es Seiner Natur entsprach. Gott verleugnet und verbietet eure Gefühle nicht, wenn sie aufrichtig und heilig sind. Er verurteilt einzig und allein die, welche ihr fälschlich Gefühle nennt, die aber in Wirklichkeit Abirrungen sind.

Ich liebte also mein Vaterland, und in ihm mit besonderer Liebe Meine Heimatstadt. Jeden Tag kehrte Mein Herz in liebevollen Gedanken nach Nazaret zurück, von wo Ich ausgegangen war, um zu evangelisieren, und Ich kehrte auch tatsächlich dorthin zurück, weil Ich es segnen und heiligen wollte, obwohl Ich wußte, dass es sich gegen Mich verschlossen hatte und Mir feindselig gegenüber stand. Wenn Ich auch überall Meine Wundermacht reichlich ausübte, so hätte Ich doch gewünscht, dass diese Macht in Nazaret keinen einzigen Fall physischer, seelischer und geistiger Krankheit ungeheilt ließe, Ich hätte gern jegliches Elend getröstet, jedem Herzen Licht geschenkt. 

Aber der Unglaube Meiner Mitbürger stand dagegen. Deswegen wurde nur den wenigen, die mit Glauben und ohne hochmütiges Urteil zu Mir kamen, das Wunder gewährt.

Ihr klagt Mich so und sooft an, nicht auf euch zu hören und euch nicht zu erhören. Aber prüft euch, Meine Kinder. Wie kommt Ihr denn zu Mir? Wo findet sich in euch jener beständige, absolute, unschuldige Kinderglaube, der weiß, dass der ältere Bruder, der liebevolle Vater, der geduldige Großvater ihm helfen und ihn in seinen kindlichen Bedürfnissen zufriedenstellen können, weil sie das Kind sehr liebhaben? Bin Ich nicht unter euch so fremd, wie Ich es in Nazaret war, von wo der Unglaube und die Kritiksucht Mich als Bürger vertrieben?

Ihr betet. Es gibt noch einige, die beten. Aber während ihr eine Gnade von Mir erbittet, denkt ihr schon, ohne euch das selbst einzugestehen, aber im tiefsten Herzen denkt ihr doch: „Gott hört mich nicht. Diese Gnade kann Gott mir ja doch nicht gewähren“.

Er kann nicht! Was kann Gott nicht! Bedenkt, dass Er das Universum aus dem Nichts geschaffen hat, bedenkt, dass Er seit Jahrtausenden die Planeten in die Räume schleudert und ihre Bahnen regelt, bedenkt, dass Er die Gewässer ohne Barrieren und Dämme an ihren Uferstränden festhält, bedenkt, dass Er aus dem Schlamm euren Organismus geschaffen hat, bedenkt, dass in diesem Organismus ein Samen und einige Blutstropfen, die sich vermischen, einen neuen Menschen hervorbringen, der in seiner Heranbildung unter dem Einfluß von Sternphasen steht, die, wenn auch tausende Kilometer entfernt, sich dennoch nicht außerhalb dieses Werks der Formung eines Wesens befinden, wie sie auch mit ihrem Äther und ihrem Auf- und Untergehen an euren Himmeln das Keimen des Getreides und die Baumblüte regeln; bedenkt, dass Er in Seiner weisen Macht die Blumen erschaffen hat, die mit ihren Organen andere Blumen zu befruchten geeignet sind, die ihrerseits von Winden und Insekten bestäubt werden. 

Bedenkt, dass es nichts gibt, das nicht von Gott erschaffen, und von der Sonne bis zum Protozoon (Urtierchen) so vollkommen erschaffen wurde, dass ihr einer solchen Vollkommenheit nichts hinzufügen könnt. Bedenkt, dass Seine Weisheit von der Sonne bis zum Protozoon alle Lebensgesetze angeordnet hat, und überzeugt euch doch, dass Gott nichts unmöglich ist, der nach Seinem Belieben über alle Kräfte des Kosmos verfügen, sie vermehren, sie anhalten, sie beschleunigen kann, wenn nur Sein göttlicher Gedanke das beschließt. 

Wie oft im Laufe der Jahrtausende sind nicht die Bewohner der Erde von Gestirnsphänomenen unbegreiflicher Großartigkeit verblüfft worden: Meteore mit seltsamen Lichtern, Mitternachtssonne, Kosmeten und Gestirne, die wie Blumen in einem Garten, in Gottes Garten, entstehen und wie ein Kinderspiel, um euch in Erstaunen zu setzen, in die Räume geschleudert werden?!

Eure Wissenschaftler geben gewichtige Erklärungen von Disgregationen und Zellennukleationen oder Gestirnskörpern ab, um die unbegreiflichen himmlischen Vorgänge menschlich zu machen. Nein. Schweigt. Sagt ein einziges Wort: Gott. Er ist der Bildner dieser leuchtenden, kreisenden, glühenden Leben! Gott ist es, der euch Vergeßlichen als Mahnung sagt, dass Er hinter den Nordlichtern, den sprühenden Meteoren steht, die den von ihnen durchfurchten Äther saphirblau, smaragdgrün, rubinrot oder topasgold färben, hinter den Kometen mit dem flammenden Schweif, der wie die Schleppe einer himmlischen Königin über die Firmamente wogt, hinter dem Sich-Öffnen eines neuen Sternenauges am Himmelsgewölbe, hinter dem Kreisen der Sonne, das in Fatima wahrzunehmen war, um euch von Gottes Wollen zu überzeugen. Alle eure anderen Induktionen sind Qualm menschlicher Wissenschaft, um mit ihrem Qualm vernebeln sie den Irrtum.

Alles ist Gott möglich. Aber was euch betrifft, so sollt ihr wissen, dass Gott von euch einzig und allein Glauben fordert, um Selbst zu handeln. Mit eurem Mißtrauen setzt ihr einen Damm gegen Gottes Allmacht. Aber eure Gebete sind von Mißtrauen verseucht. Ich zähle schon gar nicht die, die nicht beten, sondern fluchen.

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Jesus wird in Nazareth schlecht empfangen

Das Sonnenwunder von Fatima

Das Wunder am gelähmten Kinde

Das Gebet ist ein Akt der Liebe

Kommt doch, arme Kinder, kommt zu Mir

Jesus betet in der Nacht

Ihr folgt den Stimmen der Unordnung