Posts Tagged ‘Unser tägliches Brot’

„Im Vaterunser ist die ganze Vollkommenheit eines Gebetes vorhanden“ (3)

26/08/2010

Jesus sagt (Fortsetzung):

Nachdem ihr den Bitten um die geistigen Dinge nachgekommen seid, erbittet, da ihr arm seid und unter den Bedürfnissen des Fleisches lebt, das Brot von Dem, der die Vögel des Himmels mit Nahrung und die Lilien des Feldes mit Kleidung versieht: „Gib uns heute unser tägliches Brot.“

Ich habe heute gesagt, und habe Brot gesagt. Ich sage niemals etwas Unnötiges.

Heute. Bittet Tag für Tag um die Hilfen des göttlichen Vaters. Das ist ein Maß der Klugheit, der Gerechtigkeit und der Demut.

Klugheit: Wenn ihr alles auf einmal bekämet, würdet ihr viel davon vergeuden. Ihr seid nämlich ewige und dazu noch launische Kinder. Die Gaben Gottes sollen aber nicht vergeudet werden. Und zudem würdet ihr Gott vergessen, wenn ihr alles auf einmal erhieltet.

Gerechtigkeit: Warum solltet ihr alles auf einmal erhalten, wenn auch Ich doch Tag für Tag die Hilfe des Vaters erhalten habe? Und wäre es nicht auch ungerecht zu denken, Gott sollte euch alles auf einmal geben, weil ihr, in ganz menschlicher Besorgtheit den Hintergedanken hegen würdet, dass es – wer weiß es schon – gut wäre, alles auf einmal zu erhalten, in der Angst, Gott könnte morgen vielleicht nichts mehr geben? Das Mißtrauen – daran denkt ihr freilich nicht – ist eine Sünde. Man darf Gott nicht mißtrauen. Er liebt euch in Vollkommenheit. Er ist der vollkommenste Vater.

Demut: Das Tag-für-Tag-Bitten hält in eurem Geist die Vorstellung eurer Nichtigkeit, eurer Armutsverfassung lebendig, sowie die Vorstellung, dass Gott das Alles und der Reichtum ist.

Brot. Ich sagte „Brot“, weil das Brot das königliche Nahrungsmittel, das dem Leben unerläßliche, ist. Mit einem Wort und in diesem Wort habe ich alle die Bedürfnisse eures irdischen Aufenthaltes ausgedrückt und eingeschlossen, damit ihr um alle diese bitten sollt. Aber so unterschiedlich auch die Temperaturgrade eurer Geistigkeit sind, so unterschiedlich sind auch die Bedeutungsnuancen dieses Wortes.

„Nahrungsbrot“ für die, welche von so embryonaler Geistigkeit sind, dass es schon viel bedeutet, wenn sie Gott um die Nahrung zur Sättigung ihres Leibes zu bitten wissen. Es gibt die, welche nicht darum bitten und sie mit Gewalt an sich reißen und Gott und die Brüder verfluchen. Auf solche schaut der himmlische Vater zornig herab; sie treten ja seine Vorschrift, aus der sich alle übrigen ergeben, mit Füßen: „Du sollst deinen Gott lieben mit deinem ganzen Herzen, und deinen Nächsten wie dich selbst.“

„Brot der Hilfe“ für die seelischen und materiellen Bedürfnisse derjenigen, die nicht allein für ihren Bauch, sondern auch für ihren Geist zu leben wissen, die eine ausgebildetere Spiritualität haben.

„Brot der Religion“ für diejenigen, die, noch ausgebildeter, Gott den Befriedigungen der Sinne und der menschlichen Gefühle voranzustellen und die Flügel schon ins Übernatürliche zu schwingen wissen.

„Brot des Geistes, Brot des Opfers“ für die, welche, ins Vollalter des Geistes getreten, im Geist und in der Wahrheit zu leben wissen und sich um das für Fleisch und Blut Erforderliche auf das Allernötigste beschränken, auf gerade soviel, dass sie davon ihr sterbliches Leben bis zu der Stunde fristen können, in der sie zu Gott gehen. Diese sind es, die sich nach Meinem Vorbild beschnitten haben und Meine lebendigen Abbilder sind, auf die sich der göttliche Vater mit einer Liebesumarmung herniederbeugt.

Zu Teil 1

Zu Teil 4

Auszug aus “Die Hefte 1943“ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

„Gib uns unser tägliches Brot“

24/07/2010
(zum Sonntagsevangelium vom 25. Juli 2010: Lk 11,1-13)

„Wenn ihr im Himmel seid, werdet ihr euch nur in Gott nähren. Die Seligkeit wird eure Nahrung sein. Aber hier habt ihr noch Brot nötig. Ihr seid die Kinder Gottes. Es ist daher richtig zu bitten: „Vater, gib uns Brot“. Habt ihr Angst, nicht erhört zu werden? O nein. Überlegt: Wenn einer von euch einen Freund hat und bemerkt, daß er kein Brot hat, um einen anderen Freund oder Verwandten, der am Ende der zweiten Nachtwache zu ihm kommt, zu sättigen, dann geht er zum ersten und sagt: „Freund, leihe mir drei Brote, denn es ist ein Gast gekommen und ich habe nichts zu essen im Haus.“ Wird er je die Antwort hören müssen: „Störe mich nicht, ich habe die Türe schon geschlossen und den Riegel vorgelegt, und meine Kinder schlafen schon an meiner Seite. Ich kann nicht aufstehen und dir geben, was du verlangst?“ Nein. Wenn er sich an einen wahren Freund gewandt hat und weiter bittet, wird er bekommen, was er verlangt. Er würde es auch bekommen, wenn er sich an keinen besonders guten Freund gewandt hätte. Er bekäme es schon wegen seines Drängens; denn der um diesen Gefallen Ersuchte würde dem Drängen nachgeben, um nicht länger belästigt zu werden.

Ihr aber wendet euch, wenn ihr den Vater bittet, nicht an einen Freund dieser Erde, sondern an den vollkommenen Freund, den Vater des Himmels! Daher sage ich euch: „Bittet, und es wird euch gegeben werden; sucht, und ihr werdet finden; klopft an, und es wird euch aufgemacht werden.“ Denn wer bittet, empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet werden.


Welches Menschenkind bekommt einen Stein in die Hand gelegt, wenn es den eigenen Vater um Brot bittet? Wird der Vater ihm anstelle eines gebratenen Fisches eine Schlange geben? Ein Vater, der die eigenen Kinder so behandelt, wäre ein Verbrecher. Ich habe es euch schon einmal gesagt, und ich wiederhole es nun, um in euch die Güte und das Vertrauen zu stärken: Wenn also einer, mit gesundem Verstand, keinen Skorpion anstelle eines Eies gibt, mit welch größerer Güte wird Gott euch geben, um was ihr bittet! Denn er ist gut, während ihr mehr oder weniger schlecht seid. Bittet also mit demütiger und kindlicher Liebe den Vater um das tägliche Brot.“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch