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„Wehe den Hirten, die sich selbst weiden“

04/02/2011

28. Oktober [1943]

Jesus sagt:

„(…) Tochter, schreibe: „Wehe den Hirten, die sich selbst weiden“ (1). Seelenhirten und Menschenhirten, Meine Priester und die Oberhäupter der Nationen.

Die furchtbare Verantwortung, Verwalter von Menschenleben und von ewigen Menschenleben zu sein, kann nicht anders als in Heiligkeit und Gerechtigkeit wahrgenommen werden, nicht anders als wenn ihr in Meiner Heiligkeit und Meiner Gerechtigkeit verbleibt. Es gibt keine anderen. Ausserhalb Gottes und Seines Gesetzes gibt es keine beständige Ehrlichkeit in den Werken. Ihr könnt für einige Zeit an der Herrschaft bleiben, aber dann stürzt ihr und seid euer eigener und der Ruin der anderen.

Ihr entstellt eure Mission; ihr weidet euch selbst statt die anderen zu weiden. Ihr verausgabt euch nicht in der heiligen und anmutigen Aufgabe, die Seelen zu stärken und zu heilen, ihr, ihre ersten Hirten, und in der rechten und gesegneten Aufgabe, eure Untertanen zu schützen, ihr, ihre zweiten Hirten. Ihr habt sie verfolgt oder habt sie vernachlässigt. Ihr habt sie verurteilt oder habt sie umgebracht. O furchtbares Urteil, das euch erwartet!

Ich wiederhole es (2): die Verzweiflungen der Untertanen fallen auf die zurück, die diese hervorgerufen haben. Jede Verirrung, jeder Fluch auf den, der ihn auf dem Gewissen hat. Jede seelische Todesnot auf jene Priester, die nur lieblose Rigoristen zu sein verstehen.


Wehe, wehe, wehe euch Mächtigen! Aber sieben Mal wehe euch Priestern! Wenn die Ersteren eher den Leibern als den Seelen den Tod bringen, so seid ihr für den Tod der Seelen verantwortlich, angefangen von denen der Mächtigen, die ihr nicht zurückzuhalten versteht oder wenigstens nicht mit einem entschiedenen „Es ist dir nicht erlaubt“ zurückzuhalten sucht, die ihr sie durch eine verlogene Ehrerbietung ruhig ihr Böses wirken lasst; das ist Verrat an Christus.

Ich habe es euch gesagt: „Der gute Hirte gibt sein Leben hin für das seiner Schafe“. Ihr achtet darauf, das eure zu bewahren; und die Schafe, die grossen und die kleinen, haben sich als Beute der wilden Tiere verstreut und sind verendet, weil sie sich auf ungesunden Weiden ernährt haben.

Ihr müsst die Axt an den grossen schädlichen Baum zu setzen wissen, nicht aber das Risiko erwägen, ob dieser oder seine Ableger sich mit dem Messer gegen euch empören werden, um euch das Leben zu nehmen, sondern handeln, um das ewige Leben zu bewahren. Das tut ihr immer weniger, und der Niedergang verwüstet die Erde, und der Niedergang verwüstet die Geister. (…)“

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(1) Mit Bleistift angefügt: Vers 2.

(2) Schon in früheren Diktaten, besonders in denen vom 22. Juli und 5. August.

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch