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12. Oktober 2011: 50. Todestag von Maria Valtorta

11/10/2011

Am 12. Oktober 1961 um 10.35 Uhr morgens verstarb Maria Valtorta mit 65 Jahren in ihrem Elternhaus in Viareggio. Anlässlich ihres 50. Todestages werden in der Basilica Ss Annunziata in Florenz, wo sich das Grab der Valtorta befindet, hl. Messen zelebriert. Eine weitere Messe und Vorträge über Leben und Werk der Mystikerin finden dort statt am Samstag 15. Oktober. Ausführliches Programm siehe hier.

Maria Valtorta hatte schon früh im Leben Gottes Ruf vernommen, war ihm aber erst nach einigen Irrungen und Umwegen gänzlich gefolgt. In ihrer Autobiographie schildert die Schriftstellerin ergreifend ihren Werdegang zum „Sprachrohr Gottes“:

Als Heranwachsende hatte ich gesagt: „Herr, ich stehe Dir zur Verfügung.“ Und die erste Schneeflocke hatte sich gebildet und sich sachte, sachte vergrößert durch die fortwährenden Akte der Hingabe der Seele.

Dann hatte es eine Unterbrechung gegeben. Etwas hatte die Heranbildung und die schnellere Vorwärtsbewegung der Lawine aufgehalten. Das war mein menschlicher Lebensabschnitt, die Periode der Zerstreuungen, besser gesagt, der Ablenkungen. Und Jesus hatte gewartet. Nur im schlimmsten Augenblick hatte Er mir einen Wink gegeben, um mich vor dem Untergang zu retten, um mich zurückzurufen. Er war mir im Traum erschienen, um mir seine sanfte Zurechtweisung zu erteilen, um mich zum Nachdenken zu bringen und mich in meinem Lauf, der mich ins Unglück geführt hätte, aufzuhalten.

Und dann hatte er von neuem gewartet. In seiner Geduld und Güte hatte er mir die notwendige Zeit gegeben, um seelisch zu heilen, während er unmerklich daran arbeitete, mich abzusondern. Oh, darin war Er sehr aktiv! Er wollte mich – und nahm mir alles weg, auf dass nur Er mir bliebe.

Als ich dann schrie: „Ich will dein sein“, hat Er ganz von mir Besitz ergriffen. Und ich hatte keinen Herzschlag, keinen Atemzug, keinen Blick, kein Wort und keinen Gedanken mehr, die nicht durch den göttlichen Filter seiner Liebe gingen, so wie auch nichts von außen in mich eindringen konnte, das nicht denselben göttlichen Filter passierte.

Das währt nun schon seit zwanzig Jahren, und mein Einfühlungsvermögen ist immer größer und der Filter immer vollkommener geworden. Das Böse, das mir durch andere zuteil werden kann, wird durch diese göttliche Vorkehrung gemildert, und das Gute, das ich tun kann, breitet sich auf Mitmenschen immer reiner aus, da die Liebe es von allen menschlichen Unvollkommenheiten reinigt. Ich leide noch viel, denn es ist meine Bestimmung, dass ich leide. Aber das Leid, das mir durch andere zugefügt wird, wird gemildert durch die Freude, die ich von Christus empfange. Daher sage ich mir, und ich bin überzeugt von dem, was ich sage, dass ich inzwischen begriffen habe, dass die einzigen wirklichen Schmerzen eines Herzens die sind, die von Gott kommen, um uns zu prüfen oder zu bestrafen.

Schmerzen, die uns von Menschen zugefügt werden, verursachen uns Tränen. Das ist natürlich. Auch Jesus hat geweint. Aber auch wir erfahren Trost im Weinen, wenn wir nur daran denken, dass dieser Schmerz, der uns von unserem Nächsten zugefügt wird, seiner Erlösung dient, eine Sühne für unseren Nächsten ist. Wenn aber Gott uns heimsucht, indem Er uns seine unsichtbare Gegenwart entzieht und uns scheinbar alleine lässt, dann leiden wir unsagbar. Ich glaube, das ist eine abgeschwächte Form jener Qual, die die armen Seelen im Fegefeuer erleiden müssen. An die Verdammten in der Hölle will ich erst gar nicht denken.

O mein Schmerz, der du von Gott kommst und tausend Gesichter hast, sei gelobt! Gelobt seist du in deiner gegenwärtigen Form: verursacht durch die Krankheit, die fortschreitende Armut, die Verständnislosigkeit meiner Mitmenschen um mein Krankenbett herum und zahllose alltägliche Dinge! Und gelobt seist du, Schmerz der vergangenen Jahre: als ich als eingebildete Kranke ausgelacht wurde, meinem Vater in seiner Todesstunde nicht beistehen konnte, in meinem Eifer für das Apostolat nicht verstanden wurde und immer die gleiche mütterliche Lieblosigkeit ertragen musste! Gelobt seist du, Schmerz, den ich, da ich dich in deinem königlichen Gewand nicht erkannte, nicht liebte: Schmerz meiner zwanzig Jahre und meiner zerbrochenen Liebe! Gelobt, gelobt seist du, o Schmerz, der du mich der Welt entzogen und Gott geschenkt hast! Gelobt seist du für die Weisheit, die mir durch dich zuteil wurde! Gelobt seist du für die Liebe, die du mir eingeflößt hast! Gelobt seist du für die Flügel, die du meinem Ich geschenkt hast, damit ich mit all meinen heiligsten Bestrebungen zum Himmel aufsteigen könne! Gelobt seist du, o Schmerz, der mich mit Jesus auf dasselbe Kreuz genagelt hat und mich an seinem Werk teilhaben lässt, das seit zwanzig Jahrhunderten fortdauert, um die Seelen in das Reich Gottes zu bringen und das Reich Gottes in die Seelen! Nie werde ich aufhören, dich zu benedeien, o Schmerz, o meine Freude, denn in dir habe ich den Frieden gefunden!

 

Auszug aus der Autobiographie von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„In der Höhe verschließt sich der Himmel“

02/10/2011

zum Sonntags-Evangelium vom 2. Oktober 2011: Mt 21,33-43

7. Juni [1943]

„(…) Ich sage dir in Wahrheit, dass über zwei Drittel der menschlichen Rasse dieser Kategorie angehören, die unter der Fahne des Tieres lebt. Für sie bin Ich vergebens gestorben.

Das Gesetz der von dem Tier Gezeichneten steht in Antithese zu meinem Gesetz. Es beherrscht das Fleisch und bringt zugleich Werke des Fleisches hervor. Das andere Gesetz beherrscht den Geist und bringt Werke des Geistes hervor. Wenn der Geist herrscht, ist das Reich Gottes da. Wenn das Fleisch herrscht, ist das Reich Satans da.

Die unendliche Barmherzigkeit, welche die göttliche Trias bewegt, hat eurem Geist sämtliche Hilfen gegeben, um Sieger zu bleiben. Sie hat euch das Sakrament, das in eurem Fleisch das Zeichen des Tieres der Adamssöhne tilgt und mein Zeichen einprägt, gegeben. Es hat euch mein Wort des Lebens, Mich Selbst, euren Lehrer und Erlöser, gegeben, hat euch mein göttliches Blut in der hl. Eucharistie und am Kreuz gegeben, hat euch den Parakleten, den Geist der Wahrheit, gegeben.

Der, welcher im Heiligen Geist zu bleiben weiß, bringt Werke des Geistes hervor. Aus dem vom Heiligen Geist erfüllten Geschöpf quellen Liebe, Milde, Reinheit, Wissenschaft und jedes andere gute Werk, zusammen mit großer Demut. Aus den anderen kommen wie zischende Schlangen Laster, Betrug, Ausschweifung, Verbrechen hervor, denn ihr Herz ist eine höllische Schlangengrube.

Wo aber sind die, welche das Leben des Geistes anzustreben und sich würdig zu machen wissen, die lebensnotwendige Eingießung des Tröstergeistes zu empfangen, der mit allen Seinen Gaben kommt, aber als seinen Thron einen willigen, ihn ersehnenden Geist erwartet? Nein, die Welt diesen Gottesgeist, der euch gut macht, nicht haben. Die Welt will nämlich Macht um jeden Preis, Reichtum um jeden Preis, die Befriedigung der Sinne um jeden Preis, alle irdischen Freuden um jeden Preis, aber den Heiligen Geist weist sie ab und lästert Ihn; sie bekämpft Seine Wahrheit, kleidet sich in Prophetenmäntel und führt Reden, die nicht aus dem Schoße der Heiligsten Trinität, sondern aus der Spelunke Satans kommen.

Das aber wird nie und nimmer vergeben werden. Niemals. Ihr könnt sehen, dass dies nicht vergeben wird. Gott zieht sich in seine Himmelshöhen zurück, weil der Mensch seine Liebe abweist und für das Fleisch und nur im Fleisch lebt. Hier seht ihr die Gründe für euren Ruin und für Unser Schweigen.  Aus der Tiefe kommen die Fangarme Satans hervor, auf der Erde erklärt der Mensch sich zu Gott und lästert den wahren Gott, in der Höhe verschließt sich der Himmel. Und auch das ist schon Mitleid, denn indem er sich verschließt, hält er die Blitze, die ihr verdient, zurück.

Ein neues Pfingsten fände die Herzen härter und schmutziger als einen Felsblock mitten in einem Schlammteich. Bleibt also doch in dem von euch gewollten Schlamm in der Erwartung, dass ein Befehl, der keinen Widerspruch duldet, euch daraus hervorzieht, um euch zu richten und die Kinder des Geistes von den Kindern des Fleisches zu scheiden.“

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch