Posts Tagged ‘Vision Leben Jesu’

„… ich bin nicht würdig, dass du unter mein Dach eingehst.“

02/06/2013

zum Evangelium vom 2. Juni 2013: Lukas 7,1-10

22. September (1943)

Jesus sagt:

„… Gestern warst du in einer Reinigung begriffen, und Ich habe dich in diese allen notwendige Arbeit eintauchen lassen, die besonders Meinen Geliebten nottut, weil ich mich nicht dort aufhalten kann, wo gehasst wird. Denke immer daran. Und wäre es auch der – menschlich gesprochene – gerechteste und verständlichste Hass.

Die Lehre, von der Ich zu dir spreche, und die in Meinem Evangelium stect, über die ihr aber wenig oder überhaupt nicht nachdenkt, ist eine solche von hoher Liebe. Es gibt drei Episoden, die euch das vor Augen führen. Sie werden euch auf andere Weise ausgelegt, aber Ich lege sie euch in dieser Stunde des Hasses, in der die Rassen der Welt aufeinander losschlagen, auf Meine Weise aus: auf die Weise, die euch zu bedenken so nötig wäre, um aus diesem aufgewühlten Höllenmeer, in das ihr die Erde verwandelt habt, wieder an Land zu kommen.

Der Hauptmann, der für seinen gelähmten Knecht fleht, die kanaanäische Frau, deren Antwort ein Schrei unerhörten Vertrauens ist, die Frau des Pontius Pilatus. Drei Heiden, drei, die außerhalb des Gesetzes des göttlichen Vaters stehen. Aber welches von den Abrahamskindern, von den in dem Gesetz lebenden, das der Herr Seinem Propheten unter den Blitzen des Sinai gegeben hat, welches hatte ein Herz, das dem dieser drei glich? Sie hatten mehr Glauben an Mich als Meine Landsleute, haben im Lichte dieses Glaubens erkannt, wer Ich bin, und ihr Glaube blieb nicht ohne Belohnung.

Hauptmann v Kapharnaum

Ich wünsche nun, dass euch davon überzeugt, dass es in allen Rassen, in allen Nationen gute, unbekannte Kinder Gottes gibt, denn Mein Kind ist der, der an Mich glaubt und der Mich mit reinem Herzen sucht. Nicht einmal in Israel habe Ich so viel Glauben gefunden wie in diesen drei Herzen, die zu Mir kamen, ohne dass Ich sie konkret gerufen hätte. Und wie diese Früheren sind auch sehr viele unter den jetzt Lebenden.

Richtet nicht, Kinder, und verachtet nicht. Liebt nur, liebt alle; ihr habt ein und denselben Schöpfervater, bedenkt das, und ihr seid deshalb untereinander Brüder. Ihr seid aus demselben Staub erschaffen worden, und derselbe göttliche Hauch hat euch belebt. …“

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Ein schönes Pfingstfest für alle Leser,

19/05/2013

Maria Valtorta hat ihre Vision der Herabkunft des Heiligen Geistes hier beschrieben.

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Der ungläubige Thomas

06/04/2013

zum Sonntagsevangelium vom 7. April 2013: Joh 20,19-31

Valtorta-Auszug: Jesus erscheint den Aposteln mit Thomas

Ungläubiger Thomas

Jean Aulagnier: Avec Jésus au jour le jour – The Diary of Jesus (Teil 3)

01/02/2013

(zurück zu Teil 1)

Im Anhang seines Buches erläutert Jean Aulagnier seine komplizierten Kalenderberechnungen anhand detaillierter Beispiele. Die Rekonstruktion des jubiläischen Kalenders und die parallele Verbindung der diversen Kalender zueinander unter Einbeziehung der für manche Kalender maßgeblichen Mondphasen ermöglichten ihm, biblische Ereignisse, die Jahrhunderte und sogar Jahrtausende zurückliegen, nach allen Kalendern fortlaufend und übereinstimmend exakt zu datieren. Zum ersten Mal wird hier deutlich, dass den großen Ereignissen im Leben der Heiligen Familie, wie zum Beispiel der Geburt Jesu oder Marias, der Rhythmus des antiken, jubiläischen Kalenders zugrunde liegt und dass wesentliche Elemente, deren Zyklus und Symbolik für die antiken Hebräer höchste Bedeutung hatte, präzise eingehalten wurden. 

Die über 4000 Anhaltspunkte im „Gottmensch“ lassen sich exakt in die Kalenderberechnungen Aulagniers einfügen: ausgehend von einem im Buch beschriebenen Ereignis als Fixpunkt (der Tod eines Jüngers Jesu in Bd. VI der italienischen Ausgabe) mit Zeitangabe nach dem römischen (also julianischen) sowie dem (damals gebräuchlichen, alten) hebräischen Kalender, gelang es ihm, alle davor und danach geschilderten Punkte auf den Tag genau kohärent einzuordnen! Mindestens genauso beeindruckend ist die Tatsache, dass Maria Valtorta Ereignisse und Feste, die aufgrund von notwendigen Korrekturen der Kalender (ähnlich unserem Schaltjahr, aber komplizierter und unregelmäßiger) zeitliche Verschiebungen im Abstand voneinander und im Verhältnis zum Vollmond aufweisen mussten, zeitlich richtig, d.h. mit den Berechnungen Aulagniers übereinstimmend beschreibt! Und das, obwohl sie keine Expertin in Mondastronomie, sondern eine schlechte Rechnerin war und sich diese Übereinstimmungen unmöglich ausgedacht haben kann.

(Maria Valtorta - mit Genehmigung des Centro Editoriale Valtortiano)

(Maria Valtorta – mit Genehmigung des Centro Editoriale Valtortiano)

Jean Aulagnier schreibt selbst abschließend: „Es lässt sich sicherlich nicht behaupten, dass dies eine einfache Arbeit war. Je länger ich sie aber fortführte und je weiter ich mit meiner Analyse parallel zu den Unterweisungen Jesu fortschritt, und je mehr ich die reichhaltigsten Szenen entdeckte, sei es die Bergpredigt, die Geburt Jesu, die Passion unseres Herrn oder viele andere mehr – es wären zu viele Zeilen nötig, um sie alle zu zitieren – desto mehr maß und berührte ich direkt mit außergewöhnlicher Intensität die tiefe, totale, göttliche Realität der Schriften Marias. 

Nein, diese Texte haben nichts mit dem gemein, was eine mystische, phantasiebegabte Seele schreiben kann oder ein genial fälschender Schriftsteller erfinden könnte. Sie sind in ihrer Präzision, ihrer Kohärenz, ihrem Ausdruck wirklich die Beschreibung der unmittelbaren Worte und realen Szenen, die Maria Valtorta dank außergewöhnlicher Gnade hören und sehen durfte.“ —

Leider ist dieses faszinierende Buch, das die Zeitspanne zwischen 63 vor und 70 nach Christus umfasst und das Valtortaszenen mit Evangeliumszitaten kombiniert, bisher nicht in deutscher Sprache erschienen. Es existiert auf französisch (Avec Jésus au jour le jour, Editions Résiac) oder auf englisch (The Diary of Jesus, Kobe’s Publications) und ist unbedingt empfehlenswert. 

Jean Aulagnier: Avec Jésus au jour le jour – The Diary of Jesus (Teil 2)

22/01/2013

(zurück zu Teil 1)

Jean Aulagnier ging bei dieser unglaublich minutiösen und fünf Jahre dauernden Arbeit folgendermaßen vor: Zuerst markierte er sich in jeder Szene die Angaben, anhand derer er sie in Bezug zu anderen Szenen setzen und hinsichtlich Zeit und Raum einordnen konnte: „am Vorabend“, „fünf Tage später“, „am gleichen Ort“, Ortsnamen usw. So entstanden viele kleine, vorerst mobile „Filmabschnitte“ über verschieden lange Zeiträume mit verschiedenen Szenen. Anschließend sichtete er die rund 60 Szenen mit Angaben zum Sabbat: Er zog einerseits die Entfernungen und die benötigte Zeit, um erwähnte Entfernungen zurückzulegen, in Betracht. Andererseits berücksichtigte er die Tatsache, dass Jesus und die Seinen die Sabbatruhe respektierten (d.h. das Verbot, zwischen dem Sonnenuntergang freitags bis zum Sonnenuntergang samstags mehr als 1100 bis 1200 Meter zurückzulegen). So konnte er die kurzen Abschnitte den Wochentagen zuordnen und es entstanden längere Abschnitte über mehrere Wochen. 

Danach konzentrierte er sich auf die kalendarischen, klimatischen oder astronomischen Angaben im Werk: „das zweite Viertel des Mondes im Ziv“, „an diesem kalten Dezembertag“, „unter der Aprilsonne“ usw. Mithilfe dieser Anhaltspunkte konnte er die wochenlangen Abschnitte in einen größeren, sich über mehrere Monate erstreckenden Rahmen einordnen. Dank der zahlreichen Beschreibungen des Mondes (ca. 60) in den Valtorta-Bänden konnte er genau überprüfen, ob seine Einordnungen mit den diversen beschriebenen Festen (Ostern, Pfingsten, Laubhüttenfest, Tempelweihefest…) zeitlich richtig waren. Bei seinem außerordentlich sorgfältigen Vorgehen stellte er Berechnungen mit sechs (!) verschiedenen Kalendern an: er berücksichtigte zwei Sonnenkalender (den julianischen und den gregorianischen), zwei jüdische Mond-Sonnenkalender (den alten = zur Zeit Jesu gebräuchlichen und den aktuellen = heutigen), den Mondphasenkalender und den antiken hebräischen („jubiläischen“) Wochen-Sonnenkalender, der seit dem Auszug aus Ägypten bis zur Babylonischen Gefangenschaft in Gebrauch war und dem „Buch der Jubliäen“ (auch „Buch der Einteilungen der Zeiten“) zu entnehmen ist.

Qumran - Höhle Nr. 4

Qumran – Höhle Nr. 4

Was dieses „Buch der Jubiläen“ betrifft, ist folgender Zusammenhang beachtenswert: die Fragmente des hebräischen Originals, die die Rekonstruktion des antiken hebräischen Kalenders ermöglichten, wurden erst in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts in den Qumranhöhlen am Toten Meer entdeckt. Als Maria Valtorta ihre Visionen und Diktate niederschrieb (1943-1950), war der Kalender von Annie Jaubert noch nicht dekodiert worden. Das geschah erst, als in Italien bereits die ersten Valtorta-Bände herausgegeben wurden. Trotzdem stimmen sämtliche Einzelheiten auf den hunderten von Seiten in „Der Gottmensch“ mit diesem der Valtorta unbekannten Kalender überein. 

(weiter zu Teil 3)

Jesus auf der Hochzeit von Kana

19/01/2013

zum Sonntagsevangelium vom 20. Januar 2013: Joh 2,1-11

(…) Jesus geht an der Seite der Mutter nach oben, die Jünger und die Gastgeber folgen. Sie gehen in den Saal, wo die Frauen damit beschäftigt sind, Sitzgelegenheiten und Geschirr für die drei Gäste herbeizuschaffen, die nicht erwartet waren, wie mir scheint. Man hat den Eindruck, dass das Kommen Jesu ungewiss, das seiner Gefährten aber absolut unvorhergesehen war.

Ich höre die schöne, männliche und warme Stimme des Meisters beim Betreten des Saales sagen: „Der Friede sei in diesem Haus, und der Segen Gottes über euch allen!“ Ein Gruß an alle, voller Erhabenheit.

Jesus überragt durch sein Aussehen und seine Gestalt alle anderen. Er ist zwar zufälliger Gast; dennoch scheint er der König des Festmahls zu sein, mehr als der Bräutigam oder der Hausherr. So sehr er auch demütig und entgegenkommend ist, er übertrifft alle.

Carl Heinrich Bloch

Jesus nimmt an der mittleren Tafel Platz zusammen mit dem Bräutigam, der Braut, den Eltern des Bräutigams und den einflussreichen Freunden. Die Jünger werden aus Rücksicht auf den Meister an denselben Tisch gesetzt.

Jesus sitzt mit dem Rücken zu der Wand, an welcher die Krüge aufgestellt sind und die Anrichte sich befindet. Ich sehe sie jedoch nicht; auch nicht die Geschäftigkeit des Tafelmeisters, der mit den Platten voller Braten beschäftigt ist, die durch eine kleine Tür bei der Anrichte gereicht werden.

Mir fällt auf, dass ausser den Müttern der Brautleute und Maria keine andere Frau an diesem Tisch Platz genommen hat. Alle Frauen sitzen an dem anderen Tisch, bei der Wand, und machen Lärm für hundert. Sie werden erst nach den Brautleuten und den vornehmen Gästen bedient. Jesus sitzt neben dem Hausherrn, Maria gegenüber, die neben der Braut sitzt. 

Die Mahlzeit beginnt. Ich kann euch versichern, der Appetit und auch der Durst fehlen nicht. Die einzigen, die wenig essen und trinken, sind Jesus und Maria; letztere spricht auch sehr wenig, Jesus etwas mehr. Wenn er auch wortkarg ist, so ist er doch nicht abweisend oder stolz. Er ist ein höflicher Mensch, doch kein Schmeichler. Auf Fragen antwortet er; wenn mit ihm geredet wird, zeigt er Interesse und gibt seine Meinung kund; doch dann zieht er sich in sich selbst zurück, wie jemand, der gewohnt ist, zu meditieren. Er lächelt, doch lacht er nie. Und wenn er einen etwas gewagten Scherz hört, dann tut er, als hätte er ihn nicht gehört. Maria „nährt“ sich vom Anblick ihres Jesus, und ebenso Johannes, der am Ende der Tafel sitzt und an den Lippen seines Meisters hängt. 

Maria bemerkt, dass die Diener mit dem Tafelmeister tuscheln und dass letzterer sehr verlegen ist. Sie erfasst die peinliche Situation. „Sohn“, sagt sie leise und sucht auf diese Weise die Aufmerksamkeit Jesu aus sich zu lenken. „Sohn, sie haben keinen Wein mehr.“

„Frau, was habe ich nunmehr mit dir zu schaffen?“ Jesus lächelt Maria bei diesen Worten noch liebevoller an, und Maria lächelt zurück, wie zwei, die eine Wahrheit kennen, die ihr freudvolles Geheimnis ist und die sonst niemand kennt.

Maria sagt zu den Dienern: „Tut, was er euch sagen wird!“ In den Augen des Sohnes hat sie die Zusage gelesen, doch verschleiert – eine große Lehre für alle „Berufenen“. 

Jesus sagt zu den Dienern: „Füllt die Krüge mit Wasser!“

Ich sehe, wie die Diener die Krüge mit Wasser aus dem Brunnen füllen. Ich höre das Rasseln der Kette, mittels der die triefenden Wassereimer heraufgezogen und dann wieder hinuntergelassen werden. Ich sehe, wie der Tafelmeister ein wenig von dieser Flüssigkeit schöpft, sie mit erstaunten Augen betrachtet, dann mit noch größerer Verwunderung davon kostet und schließlich mit dem Hausherrn und dem Bräutigam (die in der Nähe sind) spricht.

Maria schaut den Sohn noch einmal lächelnd an; dann fängt sie ein Lächeln von ihm auf, neigt das Haupt und errötet leicht. Sie ist glücklich.

Kana

Ein Raunen geht durch den Saal. Die Köpfe wenden sich alle Jesus und Maria zu. Einige stehen auf, um besser sehen zu können; andere begeben sich zu den Krügen. Zuerst herrscht großes Schweigen, dann ertönt ein Chor des Lobes für Jesus. 

Er erhebt sich und sagt nur: „Bedankt euch bei Maria!“ und entzieht sich hierauf dem Festmahl. Die Jünger folgen ihm. Auf der Schwelle wiederholt er: „Friede sei diesem Haus und der Segen Gottes über euch!“ Und fügt hinzu: „Mutter, leb wohl!“

Die Vision ist zu Ende.

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band I von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Schöne Weihnachten, liebe Leser,

24/12/2012

hier könnt ihr die schöne Vision zur Geburt Jesu von Maria Valtorta nachlesen.

Jesu Geburt

„Habt Achtung vor der Seele des Kindes und vor seinem Körper“

30/09/2012

zum Evangelium v. 30. September 2012: Mk 9,38-43.45.47-48. 

„… Bei niemandem soll man Anstoß erregen. Aber wehe, dreimal wehe dem, der den unschuldigen Glanz der Kinder verletzt. Lasst sie Engel bleiben, solange ihr könnt! Zu abstoßend sind Welt und Fleisch für die Seele, die aus den Himmeln kommt, und ein Kind ist durch seine Unschuld noch ganz Seele. Habt Achtung vor der Seele des Kindes und vor seinem Körper, wie ihr Achtung habt vor dem heiligsten Ort. Heilig ist das Kind auch, weil es Gott in sich hat. In jedem Körper ist der Tempel des Geistes. Aber der Tempel des Kindes ist der heiligste und tiefste, er ist jenseits des doppelten Vorhangs. Bewegt nicht einmal den Vorhang der heiligsten Unkenntnis der Begehrlichkeit mit dem Wind eurer Leidenschaften. Ich wollte, dass in jeder Familie, in jeder Menschengruppe ein Kind wäre, das den Leidenschaften der Menschen als Zügel diente.

Das Kind heiligt, es gibt Erquickung und Frische, allein schon durch die Strahlen seiner Augen ohne Bosheit. Aber wehe jenen, die dem Kinde durch ihr skandalöses Benehmen die Heiligkeit rauben! Wehe jenen, die durch ihre Worte und ihren Spott das Vertrauen der Kinder in mich beeinträchtigen! Es wäre besser für sie, wenn ihnen ein Mühlstein an den Hals gehängt und sie ins Meer versenkt würden, damit sie mit ihrer Unreinheit ertrinken. Wehe der Welt wegen der Ärgernisse, die sie den Unschuldigen gibt! Denn, wenn es auch unvermeidlich ist, dass Ärgernisse vorkommen, wehe jedoch dem Menschen, der sie bewusst hervorruft.

Niemand hat das Recht, seinem Körper und seinem Leben Gewalt anzutun, denn Leben und Körper kommen von Gott, und er allein hat das Recht, Teile davon oder das Ganze zu nehmen. Aber ich sage euch, wenn euch eure Hand zum Ärgernis wird, ist es besser, dass ihr sie abhaut, und wenn euer Fuß euch dazu führt, Ärgernis zu erregen, dann ist es besser, dass ihr ihn abhaut. Denn es ist besser, verkrüppelt oder hinkend ins ewige Leben einzugehen, als mit zwei Händen und zwei Füßen ins ewige Feuer geworfen zu werden. Wenn es nicht genügt, eine Hand oder einen Fuß abzuhauen, dann lasst euch auch die andere Hand oder den anderen Fuß abhauen, damit ihr kein Ärgernis mehr erregen könnt und Zeit habt zu bereuen, bevor ihr dorthin geworfen werdet, wo das Feuer nicht erlischt und in Ewigkeit bohrt wie ein Wurm. Wenn euer Auge Ursache eines Ärgernisses ist, dass reisst es euch aus. Es ist besser, mit einem Auge zu leben, als mit beiden Augen in der Hölle zu sein. Mit nur einem Auge oder mit gar keinem in den Himmel zu kommen, wird euch nicht daran hindern, das Licht zu sehen, während ihr mit zwei sündhaften Augen in der Hölle Finsternis und Schrecken sehen werdet, und nichts anderes.

Erinnert euch an all das. Verachtet die Kleinen nicht, erregt bei ihnen kein Ärgernis und verlacht sie nicht. Sie sind besser als ihr, denn ihre Engel schauen immerfort Gott, der ihnen die Wahrheit sagt, die sie den Kindern und jenen, die kindlichen Herzens sind, enthüllen sollen. …“

Auszug aus “Der Gottmensch”, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Was den Menschen verunreinigt, gehört einzig und allein ihm“

02/09/2012

zum Evangelium vom 2. September 2012: Mk 7,1-8.14-15.21-23. 

„… Du bist sehr streng gewesen“, bemerkt Bartholomäus.

Jesus entgegnet: „Aber ich habe die volle Wahrheit gesagt. Es ist nicht meine Schuld, sondern ihre, wenn man gewisse Dinge sagen muss. Es ist auch Liebe meinerseits, wenn ich sie ihnen sage. Jede Pflanze, die nicht von meinem himmlischen Vater gepflanzt worden ist, muss ausgerissen werden. Die dornigen Schmarotzerpflanzen, die den Samen der heiligen Wahrheit ersticken, sind nicht von ihm gepflanzt. Es ist Liebe, menschliche Bräuche und Vorschriften auszumerzen, wenn sie den Dekalog ersticken, ihn verdrehen und unwirksam machen und es unmöglich machen, ihn zu befolgen. Es ist Liebe zu den ehrlichen Seelen, dies zu tun. Was aber die angeht,, die sich eigensinnig jedem Rat und jeder Tat der Liebe verschließen, lasst sie laufen und ihnen jene nachfolgen, die ihnen in Geist und Charakter ähnlich sind. Es sind Blinde, die andere Blinde führen, und wenn ein Blinder einen Blinden führt, kann nichts anderes geschehen, als dass sie beide in die Grube fallen. Lasst sie sich nähren von den Unreinheiten, denen sie den Namen „Reinheit“ geben. Sie können nicht noch mehr befleckt werden, denn sie tun nichts weiter, als sich dem Mutterboden anzupassen, dem sie entstammen.“

„Was du jetzt sagst, ist die Fortsetzung dessen, was du im Haus Daniels gesagt hast, nicht wahr? Nicht was von aussen eindringt, verunreinigt den Menschen, sondern was aus ihm herauskommt“, sagt Simon der Zelote nachdenklich.

„Ja“, antwortet Jesus kurz.

Nachdem er eine Zeitlang geschwiegen hat, weil der Ernst Jesu auch den überschwenglichsten Charakter dämpft, fragt Petrus: „Meister, ich, und nicht nur ich allein, habe das Gleichnis nicht recht verstanden. Erkläre es uns ein wenig. Wie kommt es, dass der Mensch nicht durch das, was in ihn eindringt, sondern durch das, was aus ihm herauskommt, verunreinigt wird? Wenn ich einen sauberen Krug nehme und schmutziges Wasser hineingieße, dann beschmutze ich ihn. Aber wenn ich aus einem vollen Krug reines Wasser auf den Boden schütte, dann beschmutze ich nicht den Krug, denn aus ihm kommt reines Wasser. Wie soll man das also verstehen?“

Jesus erwidert: „Wir sind keine Krüge, Simon! Freunde, wir sind keine Krüge. Es ist nicht alles rein im Menschen. Aber habt jetzt auch ihr den Verstand verloren? Denkt über den Grund nach, weswegen euch die Pharisäer angeklagt haben. Sie haben gesagt, dass ihr euch verunreinigt habt, weil ihr mit schmutzigen, schwitzenden, also unreinen Händen Speise zum Mund geführt habt. Aber wohin ist die Speise gegangen? Vom Mund in den Magen, von diesem in den Bauch, vom Bauch zur Kloake. Kann sie also den ganzen Körper und alles was zu ihm gehört, verunreinigen, wenn sie nur durch den Kanal fließt, der dazu bestimmt ist, das Fleisch zu nähren, dieses allein, und dann, wie es richtig ist, in einer Grube endet? Es ist nicht dies, was den Menschen verunreinigt!

Was den Menschen verunreinigt, gehört einzig und allein ihm; es wird nur von seinem Ich gezeugt und geboren. Mit anderen Worten: was er im Herzen hat und was vom Herzen auf die Lippen und in den Kopf steigt, verdirbt das Denken und das Wort und verunreinigt den ganzen Menschen. Aus dem Herzen kommen die bösen Gedanken, Morde und Ehebrüche, Unzucht, Diebstähle, Lügen und Gotteslästerungen. Aus dem Herzen kommen Geiz, Wollust, Hochmut, Neid, Hass, Gier und sündhafter Müßiggang. Aus dem Herzen kommt die treibende Kraft für alle Handlungen, und wenn das Herz böse ist, dann werden auch die Handlungen böse sein wie das Herz. Alle Handlungen: von der Götzendienerei bis zur üblen Nachrede… Alle diese schlechten Dinge, die aus dem Innern des Menschen herauskommen, verunreinigen ihn, nicht das Essen mit ungewaschenen Händen. Die Wissenschaft Gottes ist nicht Schmutz, nicht Schlamm, den jeder mit Füßen tritt. Sie ist vielmehr etwas Erhabenes, das in den Gefilden der Sterne wohnt und von dort mit Lichtstrahlen herabkommt, um die Gerechten zu belehren. Daher solltet wenigstens ihr sie nicht vom Himmel herabzerren, um sie im Schlamm zu entwürdigen… Geht nun zur Ruhe. Ich will ins Freie gehen und beten.“

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

 

Die Rede über das Himmelsbrot: „Ich bin das Brot des ewigen Lebens“ (3)

25/08/2012

zum Evangelium vom 26. August 2012: Johannes 6,60-69

„Aber dieser ist ja wahnsinnig! Wer kann denn auf solche Weise leben? In unserer Religion ist es nur der Priester, der rein sein muss, um das Opfer darzubringen. Dieser hier aber will aus uns lauter Opfer seines Wahnsinns machen. Seine Lehre ist zu mühselig und diese Sprache ist zu hart! Wer kann sie anhören und sie verwirklichen?“ flüstern mehrere Anwesende, und viele von diesen gelten bereits als seine Jünger.

Das Volk geht diskutierend weg und die Anzahl der Jünger scheint sich sehr verringert zu haben, als in der Synagoge nur noch der Meister und seine Getreuesten zurückbleiben. Ich zähle sie nicht, aber ich kann sagen, dass es grob geschätzt kaum mehr als hundert sind. Auch in den Reihen der alten Jünger, die schon im Dienste Gottes standen, muss der Abfall bedeutend gewesen sein. Unter den Übriggebliebenen sind die Apostel, der Priester Johannes und der Schriftgelehrte Johannes, Stephanus, Hermas, Timoneus, Ermastheus, Agapus, Joseph, Salomon, Abel von Bethlehem in Galiläa und Abel, der frühere Aussätzige von Chorazim mit seinem Freund Samuel, Elias (jener, der das Begräbnis seines Vaters der Nachfolge Jesu hintangestellt hatte), Philippus von Arbela, Aser und Ismael von Nazareth. Ferner sind hier noch andere, deren Namen ich nicht kenne. Sie alle reden leise miteinander und machen Bemerkungen über den Abfall der vielen und über die Worte Jesu, der nachdenklich mit verschränkten Armen dasteht und sich an ein hohes Lesepult lehnt.

„Ihr nehmt Anstoß an dem, was ich gesagt habe? Und wenn ich euch sagen würde, dass ihr eines Tages den Menschensohn zum Himmel, wo er zuvor gewesen ist, auffahren und ihn zur Rechten des Vaters sitzen sehen werdet? Was habt ihr denn bis zu dieser Stunde verstanden, aufgenommen und geglaubt? Und womit habt ihr gehört und aufgenommen? Nur mit eurer Menschheit? Der Geist ist es, der lebendig macht und Wert hat. Das Fleisch nützt zu nichts. Meine Worte sind Geist und Leben und müssen mit dem Geist angehört und verstanden werden, um durch sie das Leben zu erlangen. Aber viele sind unter euch, deren Geist abgestorben ist, weil er ohne Glaube ist. Viele von euch glauben nicht wahrhaft, und so folgen sie mir vergeblich. Sie werden nicht das ewige Leben, sondern den Tod ernten. Denn wie ich schon im Anfang gesagt habe, sind sie entweder aus Neugierde, aus menschlichem Interesse, was noch schlimmer ist, oder aus noch viel unwürdigeren Absichten hier.

Sie sind nicht vom Vater hergeführt worden als Belohnung für ihren guten Willen, sondern vom Satan. Wahrlich, niemand kann zu mir kommen, wenn es ihm nicht von meinem Vater gewährt wird. Geht nur, ihr, da es euch schwer fällt, bei mir zu bleiben und ihr euch nur schämt, mich zu verlassen; die ihr euch aber andererseits noch mehr schämt, weil ihr im Dienste eines Meisters steht, der euch „verrückt und hart“ vorkommt. Geht! Besser ist es, ihr seid weit weg, als dass ihr hier bleibt, um zu schaden!“

Viele weitere Jünger ziehen sich zurück, unter ihnen der Schriftgelehrte Johannes und Markus, der einst besessene Gerasener, der geheilt wurde, nachdem die Dämonen in Schweine gefahren waren. Die guten Jünger beraten sich und laufen hinter diesen Treubrüchigen her, um sie zurückzuhalten. In der Synagoge sind jetzt Jesus, der Synagogenvorsteher und die Apostel…

Jesus wendet sich an die Zwölf, die niedergeschlagen in einer Ecke stehen, und fragt ohne Bitterkeit und Traurigkeit, doch sehr ernst: „Wollt auch ihr gehen?“

Petrus antwortet ihm in einem schmerzlichen Ausbruch: „Herr, wohin sollen wir gehen? Zu wem? Du bist unser Leben und unsere Liebe. Nur du hast Worte des ewigen Lebens. Wir haben erkannt, dass du Christus, der Sohn Gottes, bist. Wenn du willst, jage uns fort. Aber von uns aus werden wir dich nicht verlassen, selbst… selbst, wenn du uns nicht mehr lieben würdest…“ Und Petrus weint lautlos viele Tränen… Auch Andreas, Johannes und die beiden Söhne des Alphäus weinen ohne es zu verbergen, und die anderen, bleich oder rot vor Erregung weinen nicht, leiden jedoch sichtlich.

„Warum sollte ich euch fortjagen? Habe ich euch Zwölft nicht selbst erwählt…?“

Jairus hat sich klugerweise zurückgezogen, um Jesus die Freiheit zu lassen, seine Apostel zu trösten oder zu tadeln. Jesus, der den schweigenden Rückzug bemerkt hat, sagt, indem er sich bedrückt niedersetzt, als ob die Offenbarung seine Kräfte übersteigen würde, müde, angeekelt und schmerzvoll: „Und doch ist einer unter euch ein Dämon.“

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

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