Posts Tagged ‘Vision’

Beginn der Novene für Allerseelen

24/10/2011

Heute, am 24. Oktober, beginnt die Novene für die Verstorbenen. Jesus hat sie Maria Valtorta am 24. Oktober 1944 diktiert.

Vaterunser für die Verstorbenen nach der hl. Mechthild

2. Juni 2011: Christi Himmelfahrt

01/06/2011

Hier geht’s zum ergreifenden Valtorta-Auszug zur Himmelfahrt unseres Herrn.

„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“

21/05/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 22. Mai 2011: Johannes 14,1-12)

„(…) Wenn Satan Herr der Stunde ist, stirbt das Gute und herrscht das Böse, unterliegt der Geist und gewinnt das Menschliche die Oberhand. Dann werdet ihr führerlosen, vom Feind verfolgten Kriegern gleichen, und mit der Kopflosigkeit von Besiegten werdet ihr euren Rücken vor dem Sieger beugen und den gefallenen Helden verleugnen, damit man euch nicht tötet. Aber ich bitte euch, euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Glaubt an meine Barmherzigkeit und an die des Vaters, sowohl der, der bleibt, als auch der, der flieht. Sowohl der, der schweigt, als auch der, der den Mund öffnet und sagt: „Ich kenne ihn nicht.“ Und glaubt ebenso an meine Verzeihung. Glaubt, was immer ihr in Zukunft tut, an das Gute und an meine Lehre, an meine Kirche also. So werdet ihr einen Platz im Himmel haben. 

Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. Wäre es nicht so, hätte ich es euch gesagt. Ich gehe voraus, um euch einen Platz zu bereiten. Machen es die guten Väter nicht so, wenn sie mit ihren Kindern die Wohnung wechseln? Sie gehen voraus, richten das Haus her, stellen die Möbel auf und sorgen für Vorräte. Dann kehren sie zurück und holen ihre lieben Kinder. Sie tun es aus Liebe. Damit es den Kleinen an nichts fehlt und sie sich in der neuen Umgebung wohlfühlen. Ich mache es ebenso. Und aus demselben Grund. Nun gehe ich. Wenn ich für jeden den Platz im himmlischen Jerusalem bereitet habe, komme ich wieder und nehme euch mit mir, damit ihr seid, wo ich bin und wo es keinen Tod und keine Trauer, noch Tränen, Jammer, Hunger, Schmerz, Finsternis oder Betrübnis gibt, sondern nur Licht, Frieden, Seligkeit und Gesänge. Oh, Himmelsklänge, wenn die zwölf Auserwählten mit den zwölf Patriarchen der Stämme Israels auf den Thronen sitzen und im Feuerbrand der geistigen Liebe und im Meer der Seligkeiten das ewige Lied singen werden, begleitet von den Harfenklängen des ewigen Halleluja der Heerscharen der Engel… Ich will, dass auch ihr seid, wo ich sein werde. Und ihr wisst, wohin ich gehe, und kennt den Weg.“

„Aber Herr! Wir wissen nichts. Du sagst uns nicht, wohin du gehst. Wie können wir wissen, welchen Weg wir nehmen müssen, um zu dir zu kommen und die Wartezeit zu verkürzen?“ fragt Thomas.


„Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben. Ihr habt es mich oft sagen und erklären gehört, und wahrlich, einige, die nicht einmal wussten, dass es einen Gott gibt, haben sich auf meinen Weg gemacht und sind euch schon vorausgegangen. Oh, wo bist du, verlorenes Schaf Gottes, das ich in den Schafstall zurückgeführt habe? Und wo bist du, auferstandene Seele?“

„Wer? Von wem sprichst du? Von Maria des Lazarus? Sie ist drüben, bei deiner Mutter. Willst du, dass wir sie rufen? Oder Johanna? Sie ist sicher in ihrem Palast. Aber wenn du willst, holen wir sie…“

„Nein, nicht diese… Ich denke an jene, die erst im Himmel entschleiert wird… und an Photinai… Sie haben mich gefunden. Sie haben meinen Weg nicht mehr verlassen. Der einen habe ich den Vater als wahren Gott gezeigt und den Geist als Leviten zu ihrer besonderen Verehrung. Der anderen, die nicht einmal wusste, dass sie eine Seele hat, habe ich gesagt: „Mein Name ist ‚Erlöser‘. Ich rette, die den guten Willen haben, gerettet zu werden. Ich bin der, der die Verlorenen sucht, der das Leben, die Wahrheit und die Reinheit gibt. Wer mich sucht, findet mich.“ Und beide haben Gott gefunden… Ich segne euch, schwache Evas, die ihr stärker als Judith geworden seid… Ich komme dorthin, wo ihr seid, ich komme… Ihr tröstet mich… Seid gesegnet…“

„Zeige uns den Vater, Herr, und wir werden diesen gleich sein“, sagt Philippus.

„Schon so lange bin ich bei euch, und du, Philippus, kennst mich noch nicht? Wer mich sieht, sieht meinen Vater. Wie kannst du also sagen: „Zeige uns den Vater?“ Kannst du glauben, dass ich im Vater bin und der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch rede, sage ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir lebt, tut alle meine Werke. Ihr glaubt nicht, dass ich im Vater bin und er in mir ist? Was muss ich sagen, damit ihr glaubt? Wenn ihr den Worten nicht glaubt, dann glaubt wenigstens den Werken. Ich sage euch, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke tun, die ich tue, und er wird noch grössere tun, denn ich gehe zum Vater. Und alles, um was ihr den Vater in meinem Namen bitten werdet, werde ich tun, damit der Vater in seinem Sohn verherrlicht werde. 

Um was ihr mich in meinem Namen bitten werdet, das werde ich tun. Mein wirklicher Name ist nur mir allein, dem Vater, der mich gezeugt hat, und dem Heiligen Geist, der aus unserer Liebe hervorgeht, bekannt. Und in diesem Namen ist alles möglich. Wer mit Liebe an meinen Namen denkt, liebt mich und wird erhalten, um was er bittet. (…)“

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band XI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch


Die Auferweckung des Lazarus

10/04/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 10. April 2011: Johannes 11,1-45)

(…) Jesus betrachtet den schweren Stein, der als Türe dient und und ein ebenso schweres Hindernis bildet zwischen ihm und dem toten Freund. Er weint. Das Weinen der Schwestern und auch das der Nahestehenden und Angehörigen wird stärker.

„Entfernt diesen Stein!“ ruft Jesus plötzlich, nachdem er seine Tränen getrocknet hat.

Eine Bewegung des Erstaunens und ein Flüstern geht durch die Menge, die sich noch um einige Bewohner Bethaniens vergrössert hat, die in den Garten zu den übrigen Besuchern gekommen sind. Ich sehe einige Pharisäer, die sich an die Stirn greifen und den Kopf schütteln, als ob sie sagen wollten: „Er ist verrückt!“

Niemand befolgt den Befehl. Auch die Getreuesten schrecken zurück und zögern.

Jesus wiederholt seinen Befehl noch lauter und versetzt die Anwesenden in noch grössere Bestürzung. Sie schwanken zwischen einander entgegengesetzten Gefühlen, einerseits dem Wunsch zu fliehen, und andererseits dem Wunsch, sich noch mehr zu nähern, um zu sehen, ungeachtet des Geruches, der aus dem Grab dringen wird, das Jesus zu öffnen gebietet.

„Meister, es ist nicht möglich“, sagt Martha, die sich bemüht, die Tränen zurückzuhalten, um sprechen zu können. „Seit vier Tagen ist er schon unter der Erde, und du weisst, an welcher Krankheit er gestorben ist! Nur unsere Liebe konnte ihn pflegen… Nun riecht er gewiss schon viel stärker, trotz aller Salben… Was willst du sehen? Seinen verwesten Leib?… Es geht nicht… auch wegen der Verunreinigung durch die Zersetzung und…“

„Habe ich dir nicht gesagt, dass du die Herrlichkeit Gottes sehen wirst, wenn du glaubst? Entfernt diesen Stein. Ich will es!“

Es ist eine laute Kundgebung göttlichen Willens… Und ein unterdrücktes „Oh!“ kommt aus den Mündern aller. Die Gesichter erbleichen. Einige zittern, als ob eisige Todeskälte sie umweht hätte.

Martha gibt Maximinus ein Zeichen, und dieser gebietet den Dienern, Werkzeuge zu holen, mit denen man den Stein entfernen kann.

Die Diener eilen fort und kommen mit Pickeln und starken Brecheisen zurück. Sie schlagen die glänzenden Spitzen der Pickel zwischen den Fels und die Grabplatte, nehmen dann statt der Pickel die Brecheisen, heben bedächtig den Stein, schieben ihn zur Seite und lehnen ihn vorsichtig an den Fels. Ein pestartiger Gestank dringt aus der dunklen Höhle und lässt alle zurückweichen.

Martha fragt leise: „Meister, willst du hinuntersteigen? Wenn ja, dann lasse ich Fackeln holen…“ Aber sie erbebt bei dem Gedanken, dies tun zu müssen.

Jesus antwortet ihr nicht. Er erhebt die Augen zum Himmel, breitet die Arme in Kreuzform aus und betet mit lauter Stimme, jedes Wort betonend: „Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast! Ich wusste ja, dass du mich immer erhörst. Aber wegen der hier Anwesenden, wegen des ringsum stehenden Volkes habe ich es gesagt, damit sie glauben an dich, an mich und daran, dass du mich gesandt hast!“

Jesus verweilt noch einige Zeit in derselben Haltung. Er scheint in Ekstase zu sein, so verklärt ist er, während er lautlos noch andere geheime Worte des Gebetes oder der Verehrung spricht, ich weiss es nicht. Was ich weiss, ist, dass Jesus so übermenschlich erscheint, dass einem das Herz in der Brust erzittert, wenn man ihn ansieht. Es sieht aus, als ob sein Körper sich in Licht verwandeln, vergeistigen, grösser werden und über der Erde schweben würde. Obwohl die Farben der Haare, der Augen, der Haut und der Kleider sich nicht verändern wie bei der Verklärung auf dem Tabor, als alles zu blendendem Licht und Glanz wurde, scheint Jesus Licht auszustrahlen und selbst zu Licht zu werden. Das Licht scheint ihn ganz einzuhüllen, besonders das zum Himmel erhobene, gewiss durch die Schauung des Vaters verzückte Antlitz.

Jesus steht eine Weile so da, dann kommt er wieder zu sich: der Mensch, aber nun angetan mit Macht und Majestät. Er begibt sich zur Schwelle des Grabes und streckt die Arme, die er bisher in Kreuzform und mit zum Himmel gekehrten Handflächen gehalten hat, nach vorne. Die Hände sind jetzt schon in der Höhle des Grabes und heben sich hell von deren Dunkel ab. Aus den Augen Jesu sprüht bläuliches Feuer, dessen wundertätiger Schein heute, in dieser stummen Schwärze, unerträglich ist, und mit mächtiger Stimme, mit einem noch lauteren Ruf als dem, mit welchem er auf dem See dem Sturm befahlt, mit einer Stimme, wie ich sie bei keinem anderen Wunder gehört habe, ruft er: „Lazarus, komm heraus!“ Die Stimme hallt als Echo aus der Grabeshöhle wider und verbreitet sich dann durch den ganzen Garten, schallt von den Hügeln Bethaniens zurück, und ich meine, sie erreicht sogar die Hänge jenseits der Felder und kehrt von dort vielstimmig und nur etwas gedämpft wieder, wie in unwiderruflicher Befehl. Von vielen Seiten hört man das Echo: „Heraus! Heraus! Heraus!“

Alle erschauern zutiefst, und wenn auch die Neugierde sie an ihre Plätze bannt, so sind doch die Gesichter bleich, die Augen weit offen, und die Münder öffnen sich unbewusst, während aus den Kehlen Rufe des Staunens dringen.

Martha, die etwas weiter hinten seitlich steht, schaut Jesus verzückt an. Maria fällt auf die Knie, sie, die nie von der Seite ihres Meisters gewichen ist, fällt am Eingang des Grabes auf die Knie. Eine Hand presst sie aufs Herz, um sein heftiges Schlagen zu beruhigen, mit der anderen hält sie unbewusst und krampfhaft einen Zipfel des Mantels Jesu, und man merkt, dass sie zittert, denn eine leichte Erschütterung überträgt sich von der Hand auf den Mantel.

Etwas Weisses scheint aus der dunklen Tiefe der Höhle zu kommen. Erst ist es nur eine schmale geschweifte Linie, dann wird es ein Oval, und schliesslich fügen sich dem Oval breitere und längere, immer länger werdende Linien an. Und der Tote in seinen Binden kommt langsam vorwärts, jetzt immer besser erkennbar, geisterhaft, beeindruckend.

Jesus weicht zurück, weiter zurück, fast unmerklich, doch fortwährend, je weiter Lazarus herauskommt, und so bleibt die Entfernung zwischen beiden immer dieselbe.

Maria ist gezwungen, den Zipfel des Mantels loszulassen, aber sie rührt sich nicht von der Stelle. Die Freude, die Erregung, alles zusammen hält sie an ihrem Platz fest.

Ein immer deutliches „Oh!“ dringt aus den zuvor in gespannter Erwartung wie zugeschnürten Kehlen, und aus dem kaum hörbaren Flüstern werden laute Stimmen, aus den Stimmen mächtige Schreie.

Lazarus hat nun die Schwelle erreicht und bleibt dort stehen, steif und stumm wie eine Gipsstatue, die eben aus der Form kommt… Ein unförmiges, langes Etwas, am Kopf und an den Beinen dünn, am Rumpf etwas breiter, grausig wie der Tod selbst, geisterhaft in den weissen Tüchern vor dem dunklen Hintergrund des Grabes. Im Licht der Sonne scheinen die Bandagen da und dort schon von Fäulnis durchtränkt.

Jesus ruft laut: „Befreit ihn von den Binden und lasst ihn gehen. Gebt ihm Kleider und zu essen!“

„Meister… !“ sagt Martha, und sie würde vielleicht mehr sagen, aber Jesus sieht sie fest an, unterwirft sie mit seinem flammenden Blick und spricht: „Hier! Sofort! Bringt ein Gewand! Kleidet ihn in Gegenwart aller an und gebt ihm dann zu essen!“ Jesus befiehlt und beachtet die neben und hinter ihm Stehenden nicht. Er blickt nur auf Lazarus, auf Maria, die neben dem Auferstandenen steht und sich nicht um den Ekel kümmert, den die fleckigen Binden bei allen hervorrufen, und auf Martha, die keucht, als ob ihr das Herz zerspringen wollte, und nicht weiss, ob sie vor Freude schreien oder weinen soll…

Die Diener beeilen sich, die Befehle Jesu auszuführen. Noemi eilt als erste fort und kommt auch als erste zurück mit den über den Arm geworfenen Gewändern. Einige lösen die Enden der Bandagen, nachdem sie sich die Ärmel aufgekrempelt und die Gewänder geschürzt haben, damit sie nicht mit der durchsickernden Fäulnis in Berührung kommen. Marcella und Sara kommen mit Gefässen voll wohlriechender Salben. Diener folgen ihnen mit dampfend heissem Wasser in Becken und Krügen, Bechern mit Milch und Wein, mit Obst und Honigkuchen.


Die schmalen, sehr langen Binden, mir scheint aus Linnen, mit Borten an beiden Seiten und sicher eigens für diesen Gebrauch gewoben, werden wie Bänder von einer grossen Spule abgerollt und fallen schwer zu Boden, da sie von Essenzen und Fäulnis durchtränkt sind. Die Diener schieben sie mit Stöcken beiseite. Sie haben am Kopf begonnen, und auch dort ist Fäulnis, die wohl aus Nase, Ohren und Mund kommt. Das über das Gesicht gebreitete Schweisstuch ist nass von diesem Ausfluss, und das Antlitz des Lazarus, mit der Salbe auf den geschlossenen Augen, mit den verklebten Haaren und dem spärlichen Bärtchen am Kinn ist ganz und gar nicht schön. Langsam fällt das Leichentuch, das Grabtuch, das um den Körper gewickelt war, so wie auch die Binden immer weiter fallen, allmählich den seit Tagen eng umwundenen Rumpf freigeben und dem, was bisher einer grossen Larve ähnlich war, wieder menschliche Gestalt verleihen. Die knochigen Schultern, die zum Skelett abgemagerten Arme, die kaum von Haut bedeckten Hüften und der eingefallene Leib kommen nach und nach zum Vorschein. Und so wie die Binden fallen, bemühen sich die Schwestern, Maximinus und die Diener, die dicke Schicht von Fäulnis und Salben zu entfernen. Und sie tun es so lange, mit immer wieder erneuertem Wasser, dessen reinigende Wirkung man durch hinzugefügte Essenzen verstärkt hat, bis die Haut vollkommen sauber ist.

Kaum ist sein Gesicht ausgewickelt und gereinigt, so dass er sehen kann, und noch bevor er die Schwestern ansieht, richtet Lazarus mit einem Lächeln der Liebe auf den blassen Lippen und einem feuchten Schimmer in den tiefliegenden Augen seinen Blick auf Jesus. Alles andere, was um ihn herum vorgeht, übersieht er und beachtet es nicht. Auch Jesus lächelt ihm zu, und Tränen glänzen in seinen Augen. Dann weist er wortlos zum Himmel, und Lazarus begreift und bewegt die Lippen in lautlosem Gebet.

Martha glaubt, dass Lazarus etwa sagen will, aber noch nicht fähig ist, und fragt: „Was willst du mir sagen, mein Lazarus?“

„Nichts, Martha. Ich habe dem Allerhöchsten gedankt.“ Seine Stimme ist klar und kräftig.

Das Volk stösst wieder ein erstauntes „Oh!“ aus. (…)

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band X von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Unterweisung Jesu: Gedanken über die Auferweckung des Lazarus

Vision der hl. Hildegard von Bingen

16/03/2011

(… aus dem 12. Jahrhundert wohlgemerkt!)

„Und ich hörte, wie sich die vier Elemente mit einem wilden Geschrei bei Gott beklagten: ‚Wir können nicht mehr laufen und unsere Arbeit nach unserem Auftrag erfüllen, denn die Menschen kehren uns mit ihren schlechten Taten wie in einer Mühle von unten nach oben. Wir stinken schon wie die Pest und vergehen vor Hunger nach Gerechtigkeit. Der Mensch ist ein Rebell. Er liegt quer zur Schöpfung. Er zerreißt die Schöpfung in ihre Einzelteile und vergisst seinen Schöpfer und hat keine Freude mehr an der Schöpfung.‘ Gott aber antwortet ihnen:

‚Mit meinem Besen will ich euch reinigen und die Menschen so lange heimsuchen, bis sie sich wieder zu mir wenden. Mit den Qualen derer, die euch verunreinigt haben, will ich euch reinigen, sooft ihr besudelt werdet. Doch nun stinken alle Winde wie Moder, und die Luft ist verschmutzt, sodass die Menschen nicht einmal mehr wagen, den Mund aufzumachen. Seht ihr mich denn nicht mehr bei Tag und bei Nacht? Seht ihr mich denn nicht, wenn ihr sät und die Saat aufgeht? Jedes andere Geschöpf erkennt seinen Schöpfer, nur der Mensch ist ein Rebell!'“

Hildegard v. Bingen: Der Kosmosmensch

„Ihr folgt den Stimmen der Unordnung“

Jesu Begegnung mit Johannes und Jakobus

22/01/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 23. Januar 2011: Matthäus 4,12-23)

Ich sehe Jesus auf dem schmalen grünen Pfad längs des Jordan dahinschreiten. Er ist in der Nähe des Ortes, wo er getauft worden ist, und zwar beim Flußübergang, der sehr bekannt zu sein scheint und von vielen zum Überqueren benützt wird. Doch der Ort, den ich noch vor kurzem voller Leute gesehen habe, erscheint nun menschenleer. Nur einige Wanderer, zu Fuß oder auf einem Reittier, sind zu sehen.

Jesus scheint in Gedanken versunken und schreitet nach Norden weiter. Bei der Furt angekommen, begegnet er einer Gruppe von Männern verschiedenen Alters, die eifrig miteinander diskutieren und sich dann trennen, die einen schreiten in nördlicher, die anderen in südlicher Richtung weiter. Unter denen, welche sich nach Norden wenden, sehe ich Johannes und Jakobus. Johannes bemerkt Jesus zuerst und macht seinen Bruder auf ihn aufmerksam. Sie reden noch etwas miteinander, dann beeilt sich Johannes, Jesus einzuholen. Jakobus folgt langsam. Die anderen achten nicht darauf und gehen diskutierend weiter.

Als Johannes Jesus bis auf zwei oder drei Meter eingeholt hat, ruft er: „Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt!“

Jesus wendet sich um und schaut ihn an. Sie stehen sich nun gegenüber und betrachten sich. Jesus tut dies ernst und eindringlich; Johannes mit reinen Augen und einem Lächeln im kindlichen Gesicht, das beinahe mädchenhaft wirkt. Er dürfte ungefähr 20 Jahre alt sein, und auf den rosigen Wangen ist nur ein leichter, blonder Flaum, der wie ein goldener Schleier aussieht.

Jesus fragt: „Wen suchst du?“

„Dich, Meister.“

„Woher weißt du, dass ich Meister bin?“

„Der Täufer hat es mir gesagt.“

„Warum nennst du mich Lamm?“

„Ich hörte Johannes dich so nennen. Es war vor ungefähr einem Monat, als du hierhergekommen bist.“

„Was willst du von mir?“

„Dass du uns Worte des ewigen Lebens verkündest und uns tröstest.“

„Wer bist du?“

„Ich bin Johannes, Sohn des Zebedäus, und dies ist mein Bruder, Jakobus. Wir sind aus Galiläa und Fischer. Wir sind jedoch auch Jünger des Johannes des Täufers. Er verkündete uns Worte des Lebens, und wir nahmen sie in unser Herz auf, da wir Gott folgen wollen und unsere Herzen durch Buße auf die Ankunft des Messias vorbereiten, um Vergebung zu erlangen. Du bist der Messias. Johannes hat es uns gesagt; denn er hat das Zeichen der Taube gesehen, die sich auf dir niedergelassen hat. Er sagte zu uns: „Seht das Lamm Gottes!“ Ich bitte dich, Lamm Gottes, das du hinwegnimmst die Sünden der Welt, gib uns den Frieden! Wir haben nämlich niemanden mehr, der uns leitet, und unsere Seele ist betrübt.“

„Wo ist Johannes?“

„Herodes hat ihn gefangennehmen lassen. Nun befindet er sich im Gefängnis. Seine Getreuen haben versucht, ihn zu befreien. Doch es ist unmöglich. Wir kommen gerade von dort. Lass uns mit dir gehen, Meister, zeige uns, wo du wohnst!“


„Kommt mit! Doch wisst ihr, um was ihr bittet? Wer mir nachfolgen will, muss auf alles verzichten: auf Haus, Verwandte, seine Art zu denken und selbst das Leben. Ich werde euch zu meinen Jüngern und Freunden machen, wenn ihr wollt. Doch habe ich keine Reichtümer oder Gönner. Ich bin arm und werde noch ärmer werden, bis ich nichts mehr habe, um mein Haupt darauf zu legen. Und ich werde verfolgt werden, mehr als ein verirrtes Lamm von hungrigen Wölfen verfolgt wird. Meine Lehre ist noch strenger als die Lehre des Täufers, da sie sogar verbietet, nachtragend zu sein. Meine Lehre richtet sich mehr an die Seele als an das Äußere. Ihr müsst wiedergeboren werden, wenn ihr mir gehören wollt. Wollt ihr das?“

„Ja, Meister, denn du allein hast Worte, die uns Licht geben. Sie erleuchten uns, und wo zuerst finstere Trostlosigkeit herrschte, weil wir ohne Führung waren, erfüllen sie uns mit Sonnenlicht.“

„Kommt also, und gehen wir! Unterwegs werde ich euch belehren.“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band I von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


21. Januar: Gedenktag der hl. Agnes

21/01/2011

(…) Ich meinte also, etwas wie einen Portikus (ein Peristyl oder Forum) im antiken Rom zu schauen. Ich sage „Portikus“, denn da war ein schön gepflasterter Marmorfußboden, ein Mosaik, und weiße Marmorsäulen, die eine gewölbte Decke stützten, die ebenfalls mit Mosaiken geziert war. Es hätte der Portikus eines heidnischen Tempels oder eines römischen Palastes sein können, oder die Kurie, oder das Forum. Ich weiß es nicht.

Gegen eine Wand hin stand eine Art Thron auf einer Marmorplattform mit einem Sitz darauf. Darauf saß ein antiker Römer in einer Toga. Später verstand ich, dass es der kaiserliche Präfekt war. Vor den anderen Wänden große und kleine Götterstatuen und Dreifüße für Weihrauchschalen. Mitten in dem Saal oder dem Portikus befand sich ein freier Raum mit einem großen weißen Marmorstein. An der dem Thronsessel des Richters gegenüber liegenden Wand war eine Öffnung zu dem eigentlichen Portikus hin, hinter dem man den freien Platz und die Straße sah.

Während ich diese Einzelheiten und das finstere Gesicht des Präfekten beobachtete, traten drei junge Mädchen in das Vestibül, den Portikus oder den Saal (was Sie davon wollen) ein.


Eines war blutjung: fast noch ein Kind. Ganz weiß gekleidet: eine Tunika bedeckte sie vollständig und ließ nur den schlanken Hals und die kleinen Hände mit den kindlichen Handgelenken sehen. Sie war blond und unverschleiert. Schlicht gekämmt, mit einem Mittelscheitel und zwei schweren langen, auf die Schultern fallenden Zöpfen. Das Gewicht der Haare war derartig, dass es ihr den Kopf leicht nach hinten bog und ihr so unwillkürlich die Haltung einer Königin gab. Zu ihren Füßen tummelte sich blökend ein wenige Tage altes Lämmchen, ein ganz weißes mit rosigem Mäulchen, wie der Mund eines Kleinkindes.

Einige Schritte hinter dem Mädchen standen die anderen beiden jungen Mädchen. Eine fast gleichaltrig, aber etwas robuster und von etwas volksmäßigerem Aussehen. Die andere war erwachsener: ungefähr 16 bis höchstens 18 Jahre alt. Auch sie waren weiß gekleidet, hatten jedoch das Haupt verschleiert. Ihre Kleidung war bescheidener. Sie schienen Dienerinnen zu sein und blieben der ersten gegenüber in respektvoller Haltung. Ich verstand, dass dies Agnes war, die ihr Gleichaltrige war Emerentiana, wer die andere war, weiß ich nicht.

Agnes schritt lächelnd und selbstsicher auf die Plattform des Richters zu. Und hier hörte ich den folgenden Dialog:

„Du hattest mich zu sehen gewünscht? Hier bin ich.“

„Ich glaube nicht, dass du das noch wünschen nennen wirst, wenn du erfährst, weshalb ich dich hierher befahl. Du bist Christin?“

„Ja, durch die Gnade Gottes.“

„Bist du dir klar darüber, was dir dieses Eingeständnis eintragen kann?“

„Den Himmel.“

„Gib Acht! Der Tod ist scheußlich, und du bist noch ein Kind. Lächle nicht, ich scherze nicht.“

„Auch ich nicht. Ich lächle dir zu, denn du bist der Brautführer zu meiner ewigen Hochzeit, und dafür bin ich dir dankbar.“ (*)

„Denke doch eher an die irdische Hochzeit. Du bist schön und reich. Viele denken bereits an dich. Du brauchst nur zu wählen, um eine glückliche Patrizierin zu werden.“

„Ich habe meine Wahl schon getroffen. Ich liebe den Einzigen, der geliebt zu werden würdig ist, und diese ist jetzt meine Hochzeitsstunde, dieser hier ist mein Hochzeitstempel. Ich höre die Stimme des göttlichen Bräutigams und sehe schon seinen liebevollen Blick. Ihm opfere ich meine Jungfräulichkeit, damit Er sie zu einer Ewigkeitsblume mache.“

„Wenn es dir um diese geht und zugleich um dein Leben, dann opfere sofort den Göttern. So will es das Gesetz.“

„Ich habe einen einzigen wahren Gott, und Ihm opfere ich gern.“

Und hier schien es, dass einige Gehilfen des Präfekten Agnes ein Gefäß mit Weihrauch gaben, den sie auf einen von ihr gewählten Dreifuß vor eine Gottheit schütten sollte.

„Das sind nicht die Götter, die ich liebe. Mein Gott ist unser Herr Jesus Christus. Ihm, den ich liebe, opfere ich mich selbst hin.“

Mir schien es, dass in dem Augenblick der erzürnte Präfekt seinen Gehilfen Befehl gab, Agnes Handschellen anzulegen, um sie an der Flucht zu hindern oder zu verhindern, dass sie irgend eine unehrerbietige Handlung gegen die Götterbilder vornehme, da sie von da an als eine Übeltäterin und eine Gefangene betrachtet wurde.

Aber die Jungfrau wandte sich lächelnd an den Henker und sagte: „Rühre mich nicht an. Ich bin hierher gekommen, weil die Stimme des göttlichen Bräutigams mich hierher ruft und mich vom Himmel zu der ewigen Hochzeit einlädt. Ich brauche deine Armbänder und deine Ketten nicht. Nur wenn du mich zum Bösestun ziehen wolltest, müsstest du sie mir anlegen. Aber (vielleicht) würden sie nichts nützen, weil mein Herr und Gott sie überflüssiger als einen Hanffaden am Puls eines Riesen machen würde. Aber um zum Tode, zur Freude, zur Hochzeit mit Christus zu gehen, nein, dazu sind deine Ketten unnütz, mein Bruder. Ich segne dich, weil du mich das Martyrium erleiden lässt. Ich fliehe nicht. Ich liebe dich und bete für deinen Geist.“

Schön, weiß, aufrecht wie eine Lilie, war Agnes in dieser Vision eine Himmelsvision…

Der Präfekt verkündete den Urteilsspruch, den ich nicht gut hören konnte. Es kam mir so vor, als ob da eine Lücke wäre, während der ich Agnes aus den Augen verlor, denn meine Aufmerksamkeit wurde auf die vielen Leute in meinem Zimmer abgelenkt.

Später sah ich die Märtyrerin wieder, noch schöner und frohen Mutes. Ihr gegenüber eine kleine goldene Jupiterstatue und ein Dreifuß. An ihrer Seite der Henker mit schon gezogenem Schwert. Man schien einen letzten Versuch zu machen, um sie zu beugen. Aber Agnes schüttelte mit leuchtenden Augen das Haupt und stieß mit ihrer kleinen Hand die Statue zurück. Das Lämmchen hatte sie nicht mehr zu ihren Füßen, es lag inzwischen auf den Armen der weinenden Emerentiana.

Ich sah, wie sie Agnes inmitten des Saales auf dem Fußboden niederknien hießen, an der Stelle, an der sich der große weiße Marmorstein befand. Die Märtyrerin sammelte sich mit über der Brust gekreuzten Händen und zum Himmel gerichteten Blick. Tränen einer übermenschlichen Freude perlten ihr aus den Augen, während sie in eine sanfte Kontemplation entrückt war. Ihr Antlitz lächelte, ohne dass es blasser als vorher wurde.


Einer der Gehilfen ergriff ihre Zöpfe, als wären sie ein Seil, um ihren Kopf festzuhalten. Aber das war nicht nötig.

„Ich liebe Christus!“ rief sie, als sie den Henker das Schwert erheben sah, und dann sah ich dasselbe zwischen der Schulter und dem Schlüsselbein eindringen und die rechte Halsschlagader öffnen und die Märtyrerin nach links zu Boden sinken, wobei sie ihre kniende Haltung bewahrte, so wie jemand, der sich zum Schlafen niederlegt, zu einem seligen Schlaf, denn das Lächeln wich nicht von ihrem Antlitz und verschwand nur unter dem Blutstrom, der wie aus einem Becher aus der aufgeschlitzten Kehle quoll.

Hier haben Sie nun die Vision des heutigen Abends. Ich erwartete ungeduldig den Moment, allein zu sein, um sie niederzuschreiben und sie noch einmal im Frieden zu betrachten.

Sie war so schön, dass ich, während ich sie erhielt – und mir rannen Tränen herunter, die, glaube ich, in dem Halbdunkel des Zimmers den Anwesenden verborgen blieben. Ich blieb mit geschlossenen Augen, teils, weil ich ganz in der Betrachtung gefangen genommen war und mich konzentrieren musste, teils um glauben zu machen, ich schliefe, denn ich möchte ja nicht bemerken lassen… wo ich mich befinde – es nicht ertragen konnte, alltägliches und ach, so menschliches Geschwätz bruchstückweise in der Schönheit der Vision immer wieder hochkommen zu hören, und deswegen habe ich: „Seid doch still, still“ gesagt, so, als ob die Geräusche mir lästig wären. Aber das war es nicht. Ich wollte nur allein sein, um mich im Frieden der Kontemplation hinzugeben. Das ist mir schliesslich gelungen. (…)


(*) Von „Auch ich nicht…“ bis „und Ihm opfere ich gern“. In dem Manuskript ist der in den fünf Absätzen enthaltene Text komprimiert wir folgt enthalten: „Auch ich nicht. Ich lächle dir zu, denn du bist der Brautführer zu meiner ewigen Hochzeit, und dafür bin ich dir dankbar.“ „Opfere den Göttern. So will es das Gesetz.“ „Ich habe einen einzigen wahren Gott, und Ihm opfere ich gern.“

Später hat die Schriftstellerin jedoch das ganze Stück durchgestrichen und quer darüber geschrieben: Nach dem Diktat von Agnes korrigiert, und auf ein loses Blatt, das sie in das Heft einfügte, vermerkt: Während meiner Danksagung nach der hl. Kommunion sagte mir die Märtyrerin Agnes: „Du hast richtig berichtet. Aber du hast einen Punkt vergessen. Korrigiere es so und lass es so abschreiben.“…. Und hierauf folgt der Abschnitt, den wir an Stelle des von der Schriftstellerin durchgestrichenen gedruckt haben. Sie fügt am Ende hinzu:

In der Tat, bei all dem Geschwätz, das ich um mich her hatte, und den 6 Stunden, die zwischen der Vision und der Niederschrift lagen, war mir, wenn ich auch ein gutes Gedächtnis habe, dieser Teil des Dialogs entfallen, den ich sehr wohl gehört hatte, wie ich mich erinnerte, als die Märtyrerin ihn mir wiederholte. Ich bin froh, dass ich diese meine Auslassung wegen der Güte der Heiligen korrigieren und die genaue Version des Dialogs wiedergeben darf.

Auszug aus “Die Hefte 1944“ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Johannes der Täufer, „ein Großer des Reiches Gottes“ (2)

12/12/2010

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Zum Sonntags-Evangelium vom 12. Dezember 2010: Mat 11,2-11

„(…) Johannes hat den Weg bereitet, wie es seine Aufgabe war. Was habt ihr in der Wüste gesucht? Ein Schilfrohr, das jeder Wind hin- und herbewegt? Was seid ihr hingegangen, zu sehen? Einen Menschen in weichlichen Kleidern? Aber diese wohnen in den Palästen der Könige, eingehüllt in weiche Gewänder, von tausend Dienern und Schmeichlern umgeben, und sind selbst nur Schmeichler eines armen Menschen. Hier ist einer von diesen. Fragt ihn, ob er nicht Abscheu vor dem Leben am Hof empfindet und Bewunderung für den rauhen und einsamen Felsen, auf den Blitze und Hagelkörner fallen und um den Winde brausen, die ihn zerschmettern wollen, während er aufrecht dasteht und sich mit allen Kräften zum Himmel erhebt und die Freude der Höhe predigt, erhaben und aufstrebend wie eine Flamme, die zum Himmel steigt.

Das ist Johannes! So sieht ihn Manaen; denn er hat die Wahrheit des Lebens und des Todes begriffen und sieht die Größe dort, wo sie wirklich ist, auch wenn sie sich unter dem Anschein der Rauheit verbirgt.

Und ihr, was habt ihr in Johannes gesehen, als ihr in aufgesucht habt? Einen Propheten? Einen Heiligen? Ich sage es euch: er ist mehr als ein Prophet. Er ist mehr als viele Heilige; denn er ist es, von dem geschrieben steht: „Siehe, ich sende meinen Engel vor dir her, damit er deinen Weg dir bereite.“


Engel! Bedenkt dies! Ihr wißt, daß die Engel reine Geister sind – von Gott geschaffen nach seinem geistigen Bild – als eine Verbindung zwischen dem Menschen: der Vollkommenheit des Himmels und der Erde, dem Schöpfer des geistigen und irdischen Reiches.

Im Menschen, auch im heiligsten, sind es immer Fleisch und Blut, die einen Abgrund zwischen ihm und Gott schaffen. Und der Abgrund wird immer tiefer durch die Sünde, die auch belastet, was geistig im Menschen ist. Da erschafft Gott die Engel, Geschöpfe, die die höchste Stufe der Schöpfungsleiter erreichen, so wie die Mineralien ihre Grundlage bilden; die Mineralien, der Staub aus dem die Erde besteht, die anorganische Materie im allgemeinen. Reine Spiegel des göttlichen Gedankens, willensbegabte Flammen, wirkend durch die Liebe, bereit zu verstehen und zu handeln, frei im Wollen wie wir, aber in einer ganz heiligen Weise, die keine Auflehnung und keine Sünde kennt: das sind die Engel, die Anbeter Gottes, seine Boten bei den Menschen, unsere Beschützer, die Spender des Lichtes, das sie umkleidet, und des Feuers, das sie anbetend aufnehmen.

Johannes wird in der Sprache der Propheten „Engel“ genannt. Ich aber sage euch: Unter den von der Frau Geborenen ist keiner größer als Johannes der Täufer. Und doch wird der Kleinste im Himmelreich großer sein als er, der Mensch. Denn ein jeder im Reich des Himmels ist Sohn Gottes und nicht Sohn einer Frau. Strebt daher alle danach, Bewohner des Reiches zu werden.(…)“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com,dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


Sieg der streitenden Kirche über ihre Feinde (3)

30/11/2010

Die stigmatisierte Ordensschwester Anna Katharina Emmerich (1774-1824) aus Westfalen hatte sowohl Visionen aus dem Alten und Neuen Testament, als auch prophetische Visionen über die Zukunft der katholischen Kirche. Der Film „Die Passion Christi“ von Mel Gibson basiert hauptsächlich auf den Visionen der Seherin aus dem Buch „Das bittere Leiden unseres Herrn Jesu Christi“.  2004 wurde sie selig gesprochen.

Wir veröffentlichen hier einige Auszüge aus dem Band „Geheimnisse des Alten und des Neuen Bundes“ mit freundlicher Genehmigung des CHRISTIANA-Verlags, CH-8260 Stein am Rhein, www.christiana.chinfo@christiana.ch, Tel. +41-527 414 131.

Vision vom 10. August 1820

„Ich sehe den Heiligen Vater in großer Bedrängnis. Er bewohnt einen andern Palast und läßt nur wenige Vertraute vor sich.

Würde die schlechte Partei ihre große Stärke kennen, sie wäre schon losgebrochen. Ich fürchte, der Heilige Vater wird vor seinem Ende noch große Drangsale leiden müssen. Die schwarze Afterkirche sehe ich im Wachsen und in üblem Einfluß auf die Gesinnung. Die Not des Heiligen Vaters und der Kirche ist wirklich so groß, daß man Tag und Nacht zu Gott flehen muß. Es ist mir viel zu beten aufgetragen für die Kirche und den Papst…

Ich ward diese Nacht nach Rom geführt, wo der Heilige Vater in großer Bedrängnis noch verborgen ist, um üblen Zumutungen zu entgehen. Er ist sehr schwach und von Trauer, Sorge und Gebet ganz erschöpft. Er hat sich hauptsächlich verborgen, weil er vielen nicht mehr trauen kann. Es ist aber ein alter, einfältiger, sehr frommer Priester bei ihm, der sein Freund ist, und den man als einfältig gar nicht der Mühe wert gehalten, ihn aus seiner Nähe wegzuschaffen. Dieser Mann aber hat viele Gnade von Gott. Er sieht und merkt vieles und teilt es dem Heiligen Vater treulich mit.

Diesem mußte ich mehreres im Gebet eröffnen über Verräter und schlecht Gesinnte unter den vertrautesten hohen Beamten des Heiligen Vaters, das er ihm hinterbringen mußte. Auf diese Weise ist er vor dem gewarnt, der bis jetzt alles machte, und er wird nichts mehr machen. Der Papst ist so schwach, daß er allein nicht mehr gehen kann.“


Sieg der streitenden Kirche über ihre Feinde (1)

Sieg der streitenden Kirche über ihre Feinde (2)

Die Ankunft des Menschensohnes

26/11/2010
zum Sonntagsevangelium vom 28. November 2010: Matthäus 24,37-44

„(…) Jenen Tag aber oder die Stunde kennt niemand, auch nicht die Engel des Herrn, sondern nur der Vater. Wie in den Tagen Noahs, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. In den Tagen vor der Sündflut aßen die Menschen, sie tranken, freiten und ließen sich freien, ohne auf das Zeichen zu achten bis zu dem Tag, da Noah in die Arche ging, die Schleusen des Himmels sich öffneten und alles Lebende und alle Dinge in den Fluten versanken. So wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein. Dann werden zwei Männer auf dem Feld sein: Der eine wird aufgenommen, der andere zurückgelassen; von den Feinden im Vaterland und mehr noch von den Engeln, die den guten Samen von der Spreu trennen; und sie werden keine Zeit haben, sich auf das Gericht Christi vorzubereiten.

Gustave Doré- Das zweite Kommen des Menschensohnes

Wacht also, denn ihr wißt nicht, zu welcher Stunde euer Herr kommt. Denkt über diese Worte nach: Wenn der Hausvater wüßte, zu welcher Stunde der Dieb kommt, dann würde er wachen und nicht in sein Haus einbrechen lassen. Daher wacht und betet. Seid immer für mein Kommen bereit. Laßt eure Herzen nicht abstumpfen durch Mißbräuche und Unmäßigkeit aller Art, laßt euren Geist nicht ablenken oder unempfänglich machen für die Dinge des Himmels durch übermäßige Sorge um die irdischen Dinge, damit ihr nicht überraschend und unvorbereitet dem Tod anheimfallt. Denn denkt daran, alle müßt ihr sterben. Alle Menschen, die geboren wurden, müssen sterben, und dieser Tod ist die Ankunft Christi für den Einzelnen und das damit verbundene Gericht, das sich dann für die ganze Welt wiederholt bei der feierlichen Ankunft des Menschensohnes. (…)“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band XI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR),www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch