Posts Tagged ‘Waffenbesitz’

Obama-Rede in Tucson

13/01/2011

Den Amerikanern ist nicht zu helfen, wenn die tatsächlich auf diese Hollywood-Rede ihres Präsidentenschauspielers hereinfallen. Meine Güte, ist der billig, dieser Druck auf die Tränendrüse. Das Unglück wird emotional genutzt, um die eigene abgesunkene Popularität wiederzubeleben – das Paar, das lebte „wie auf einer ewigen Hochzeitsreise“, das getötete Kind,  so etwas zieht doch immer. „In Christina sehen wir alle unsere Kinder. So neugierig, so vertrauensvoll, so energiegeladen und voller Magie“. Magie?? Die Rede hat eindeutig einen Esoteriktouch.

„In einer Zeit, in der unsere Debatten so stark polarisieren, ist es wichtig für uns für einen Moment innezuhalten und sicher zu gehen, dass wir miteinander in einer Art reden, die heilend wirkt, nicht verletzend“. Hallo? Bei dem Amoklauf waren es keine Worte, die „verletzt“ haben, was redet der Mann eigentlich? Statt von Liebe und Heilung zu schwafeln, sollte er besser den Waffenbesitz in den USA strenger kontrollieren, schliesslich hatte er das als Präsidentschaftskandidat grossartig versprochen, tatsächlich sind die Gesetze unter seiner Präsidentschaft gelockert worden.


Dann spricht sich der Präsidentenschauspieler noch für einen „zivileren und ehrlicheren öffentlichen Diskurs“ aus, denn nur der (!) könne den Amerikanern helfen, ihre Probleme anzugehen. Hugh, der oberste Psychologe hat gesprochen, bei soviel „Einfühlungsvermögen“ kommen einem wirklich die Tränen. Ehrlichkeit, das wär ja mal was, dann sollte allerdings der Präsident mit gutem Beispiel vorangehen. Mensch Leute, ihr seid arbeitslos, obdachlos, frustriert und wütend? Liebt euch doch, redet miteinander „ohne die Liebe für euer Land in Frage zu stellen“. Nicht peng peng machen, einfach liebhaben, vor allem die Wallstreet und die ihr hörigen Politiker, die Geld und Macht nur euer bestes wollen, das ist doch wirklich nicht so schwer.

 

Wolfgang Effenberger: Alles Chicago – oder was? Vom Weissen Haus in die Wall Street und retour

Wer will bald noch in die USA?

Supreme Court spricht Amerikanern Recht auf freien Waffenbesitz zu

Supreme Court spricht Amerikanern Recht auf freien Waffenbesitz zu

29/06/2010

Wie bereits im März hier berichtet, haben Chicagoer Bürger gegen die strengen Gesetze der Stadt für privaten Waffenbesitz geklagt. Der oberste US-Gerichtshof hat nun gestern das endgültige Urteil gesprochen: er bestätigt das Recht alle Amerikaner (die bisher keine kriminellen oder psychologischen Auffälligkeiten aufweisen) auf freien unbeschränkten Waffenbesitz. Gleichzeitig betonte Bundesrichter Alito, dass Selbstverteidigung ein Grundrecht sei und ebnet so den Weg zu weiterer enthemmter Benutzung der Waffen in Wildwest-Manier und zur Verletzung des 5. Gebotes.

Vermutlich wird sich das Urteil schnell auf andere Städte und Bundesstaaten mit bisher strengen Restriktionen ausweiten und zu noch mehr Schiessereien und Toten führen. Zur Zeit kommen in den USA jedes Jahr ca. 30.000 Menschen durch Schusswaffen um, die 300 Millionen US-Bürger besitzen bereits 200 Millionen Schusswaffen. Wenn es dann noch zu vermehrter Unzufriedenheit und Unruhen aufgrund der wirtschaftlichen Lage und der zunehmenden Verarmung/ Arbeitslosigkeit  in den USA kommt – womit durchaus zu rechnen ist, wie die ständig steigende Zahl der Bezieher von Lebensmittelmarken zeigt –  wird es dort übel zugehen, das mag man sich gar nicht ausmalen.