Posts Tagged ‘Wunderheilung’

„Glaubt an die Liebe Gottes“

09/03/2013

zum 4. Fastensonntag 2013: Laetare: 15,1-3.11-32

Um den böswilligen Nachstellungen des jüdischen Synedriums zu entkommen, hat sich Jesus in die Nähe von Jericho mit den Aposteln in eine einfache Hütte, die sonst den Landarbeitern des Lazarus als Unterkunft dient, zurückgezogen. Täglich kommen mehr Menschen mit dem Wunsch nach seelischer und körperlicher Heilung. So auch eine Mutter mit ihrem gelähmten kleinen Knaben, der von einem Herodianer mit seinem Pferdewagen umgefahren wurde und seitdem nur noch unter starken Schmerzen auf dem Rücken liegen kann. Jesus nimmt das Kind, das unbedingt bei ihm sein will, auf die Knie und unterrichtet die Zuhörer darüber, wie wichtig die Sabbatruhe ist und wie die wahre Heiligung des Feiertages sein soll:

„… Die Heiligung des Sabbats, also die körperliche Ruhe, ist eine Scheinhandlung, wenn sie nicht gepaart ist mit einer inneren, seelischen, heiligen Arbeit ehrlicher Selbsterforschung, einer demütigen Selbsterkenntnis seiner eigenen Erbärmlichkeit, einem ernsthaften Vorsatz, sich während der kommenden Woche besser zu verhalten.

Ihr werdet sagen: „Doch wenn man dann von neuem in die Sünde fällt?“ Was würdet ihr von einem Kinde halten, das, weil es gefallen ist, keinen Schritt mehr machen wollte, um nicht wieder zu fallen? Dass es ein Dummkopf ist, dass es sich nicht zu schämen braucht wegen seiner Unsicherheit beim Gehen, denn alle sind wir unsicher gewesen, als wir noch klein waren, und dass unser Vater uns deswegen doch geliebt hat. Wer erinnert sich nicht, wie uns das Umfallen eine Flut mütterlicher Küsse und väterlicher Liebkosungen eintrug?

verlorener Sohn

Dasselbe tut unser allergütigster Vater, der im Himmel ist. Er neigt sich über seinen Kleinen, der am Boden weint, und sagt: „Weine nicht! Ich werde dich aufheben. Das nächste Mal wirst du vorsichtiger sein. Komm in meine Arme. Da wird alles Weh vergehen, und du wirst gestärkt, geheilt und glücklich daraus hervorgehen.“ Das sagt unser Vater, der im Himmel ist. Das sage ich euch. Wenn es euch gelingen würde, den Glauben an den Vater zu haben, würde euch alles gelingen. Einen Glauben, gebt acht, wie jener eines Kindes! Das Kind hält alles für möglich. Es fragt nicht, ob und wie etwas geschehen kann. Es ermisst die Tragweite eines Geschehens nicht. Es glaubt dem, der in ihm Vertrauen erweckt, und tut, was er ihm sagt. Seid wie die Kinder vor dem Allerhöchsten. Wie liebt er diese verirrten Engelchen, welche die Schönheit der Erde sind! Genauso liebt er die Seelen, die einfach, gut und rein sind wie ein Kind.

Wollt ihr den Glauben eines Kindes sehen, um zu lernen, wie man Vertrauen haben muss? Seht! Ihr alle habt den Kleinen bemitleidet, den ich hier an meiner Brust halte und der, entgegen den Aussagen der Ärzte und der Mutter, beim Sitzen auf meinem Schoß nicht geweint hat. Seht ihr? Das Kind tat schon längere Zeit nichts anderes, als Tag und Nacht zu weinen, ohne Ruhe zu finden; hier weint es nicht. Es ist friedlich an meinem Herzen eingeschlafen. Ich habe es gefragt: „Willst du in meine Arme kommen?“ Es hat geantwortet: „Ja“, ohne an seinen elenden Zustand zu denken, an den möglichen Schmerz, den es infolge einer Bewegung hätte empfinden können. Es hat in meinem Antlitz Liebe gesehen und „Ja“ gesagt und ist gekommen. Es hat keinen Schmerz mehr empfunden. Es hat sich darüber gefreut, hier oben zu sein, alles sehen zu können, auf einen weichen Körper gesetzt zu werden und nicht mehr auf dem harten Brett liegen zu müssen. Es hat gelächelt, gespielt und ist mit einer Locke meiner Haare in den kleinen Händen eingeschlafen. Nun will ich das Kind mit einem Kuss wecken…“ und Jesus küsst das Kind auf die braunen Härchen, und es erwacht mit einem Lächeln.

„Wie heißt du?“

„Johannes.“

„Höre, Johannes, willst du gehen? Willst du zu deiner Mutter gehen und ihr sagen: ‚Der Messias segnet dich deines Glaubens wegen?‘ „

„Ja, ja“, und der Kleine klatscht in die Händchen und fragt: „Du machst, dass ich gehen kann? Auf die Wiesen? Ohne das harte Brett? Ohne die Ärzte, die mir weh tun?“

„Nicht mehr, nie mehr!“

„Oh, wie ich dich liebe!“, und das Kind wirft seine Ärmchen um den Hals Jesu und küsst ihn, und um ihn noch besser küssen zu können, kniet es mit einem Ruck auf die Knie Jesu, und eine Menge unschuldiger Küsse fällt auf Stirn, Augen und Wangen Jesu.

Jesus mit Kind

Das Kind, mit seinen anhin gebrochenen Knochen, bemerkt in seiner Freude nicht einmal, dass es sich bewegen kann. Aber der Schrei der Mutter und der Menge wecken es auf, und es blickt erstaunt um sich. Seine großen unschuldigen Augen im abgemagerten Gesichtlein schauen fragend. Immer noch auf den Knien, sein rechtes Ärmchen um den Hals Jesu gelegt, fragt es vertrauensvoll, indem es auf die aufgeregten Menschen und auf die Mutter im Hintergrund zeigt, die in einem fort: „Johannes, Jesus, Johannes, Jesus!“ ruft, „warum schreien die Leute und die Mutter? Was haben sie denn? Bist du Jesus?“

„Ich bin es. Die Leute schreien, weil sie froh sind, dass du wieder gehen kannst. Leb wohl, kleiner Johannes.“ Jesus küsst und segnet das Kind. „Geh zu deiner Mutter und sei lieb!“

Das Kind rutscht selbstsicher von den Knien Jesu, rennt zur Mutter, wirft sich ihr an den Hals und sagt: „Jesus segnet dich. Warum weinst du?“

Als die Leute sich beruhigt haben, ruft Jesus laut: „Macht es wie der kleine Johannes, ihr, die ihr in Sünde fallt und euch verletzt. Glaubt an die Liebe Gottes. Der Friede sei mit euch!“

Während sich die Hosannarufe der Menge mit dem glücklichen Weinen der Mutter vermengen, verlässt Jesus, von den Seinen geschützt, den Raum.

Das ist das Ende.

Auszug aus “Der Gottmensch″, Band III von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Kommt doch, arme Kinder, kommt zu Mir“

Das Wunder am gelähmten Kinde

Der an der phönizischen Grenze geheilte Taubstumme

08/09/2012

zum Evangelium vom 9. September 2012: Markus 7,31-37

Jesus und die einige Apostel sind verletzt, nachdem sie in Gischala von Rabbis mit Steinen beworfen wurden. Am nächsten Abend halten sie am ersten Haus eines Dorfes und erbitten Wasser und Öl, um die stark angeschwollene und bläulich gewordene Hand Jesu zu behandeln und neu zu verbinden. Die Frau, die nicht weiss, mit wem sie es zu tun hat, bietet ihnen an, sie für die kommende Nacht zu beherbergen.

„Die Frau läßt fragen, ob wir ihre Einladung annehmen?“

„Ja, gute Frau, wir bleiben heute nacht hier.“

„Das Abendessen? Oh, nehmt es an, es macht mir keine Mühe. Außerdem haben uns einige Jünger von Jesus aus Galiläa, der der Messias genannt wird, viele Wunder wirkt und das Reich Gottes predigt, gelehrt, barmherzig zu sein. Zu uns ist Jesus noch nie gekommen, vielleicht weil wir an der syrisch-phönizischen Grenze leben. Aber seine Jünger waren da, und das ist schon viel! Zum Passahfest wollen wir alle aus dem Dorf nach Judäa gehen, um zu sehen, ob wir diesen Jesus finden, denn wir haben Kranke hier. Die Jünger haben wohl einige von ihnen geheilt, andere aber nicht, und unter ihnen ist ein junger Sohn des Bruders der Frau meines Schwagers.“

„Was hat er denn?“ fragt Jesus lächelnd.

„Er kann weder sprechen noch hören. Er ist taubstumm zur Welt gekommen. Vielleicht hat sich ein Dämon in den Schoß der Mutter eingeschlichen, um sie zur Verzweiflung zu bringen und zu quälen. Aber der Sohn ist gut, und es scheint nicht, dass er besessen ist. Die Jünger haben gesagt, dass nur Jesus von Nazareth ihm helfen kann, da es sich um einen besonderen Fall handelt, und nur dieser Jesus von Nazareth… Oh, da kommen meine Söhne und mein Mann! Melchias, ich habe diese Pilger im Namen des Herrn aufgenommen und erzählte ihnen gerade von Levi… Sara, geh rasch Milch melken, und du, Samuel, geh zur Grotte hinunter, um Öl und Wein zu holen, und bringe auch Äpfel vom Dachboden. Beeile dich, Sara, wir müssen noch die Betten in den oberen Räumen vorbereiten.“

„Mühe dich nicht ab, Frau. Wir sind mit allem zufrieden und fühlen uns überall wohl. Könnte ich den Jungen sehen, von dem du gesprochen hast?“

„Ja… Aber… O Herr! Bist du vielleicht selbst der Nazarener?“

„Ich bin es!“

Die Frau fällt auf die Knie und ruft aus: „Melchias, Sara, Samuel! Kommt und huldigt dem Messias! Welch ein Tag! Welch ein Tag! Und ich darf ihn im meinem Haus aufnehmen und habe so einfach mit ihm gesprochen! Ich habe ihm Wasser für seine Wunde gebracht. Oh…!“ Und ihr bleibt vor Erregung der Atem weg. Dann aber eilt sie zum Waschbecken und sieht, dass es leer ist. „Warum habt ihr das Wasser weggeschüttet! Es war heilig! O Melchias! Der Messias ist bei uns!“

„Ja. Aber beruhige dich, Frau, und sage es niemandem. Geh vielmehr den Taubstummen holen und bringe ihn zu mir!“ sagt Jesus lächelnd…

Bald kehrt Melchias mit dem jungen Taubstummen, seinen Verwandten und fast dem halben Dorf zurück. Die Mutter des Unglücklichen betet und fleht Jesus an.

Jesus sagt: „Ja, dein Wunsch wird in Erfüllung gehen“, und nimmt den Taubstummen bei der Hand. Er zieht ihn aus der dicht gedrängten Menge, welche die Apostel mit Rücksicht auf die verletzte Hand Jesu zurückzuhalten versuchen. Jesus holt den Taubstummen zu sich heran, steckt ihm die Zeigefinger in die Ohren und berührt mit der Zunge die halbgeöffneten Lippen; dann erhebt er seine Augen zum Himmel, der schon dunkel wird, haucht ins Gesicht des Taubstummen und ruft laut: „Öffnet euch!“ Dann lässt er ihn gehen.

Der Jüngling schaut Jesus einen Augenblick an, während die Leute miteinander flüstern. Die Veränderung in seinem Gesicht ist überraschend, denn vorher schien er apathisch und traurig, während er jetzt erstaunt lächelt, seine Hände zu den Ohren führt, daraufdrückt und sie dann wieder wegnimmt. Er überzeugt sich, dass er tatsächlich hören kann, er öffnet den Mund und spricht: „Mama, ich höre! O Herr, ich bete dich an!“

Die Menge ist wie immer begeistert, um so mehr, als man sich fragt: „Wie ist es nur möglich, dass er schon sprechen kann, da er von Geburt an nie ein Wort gehört hat? Ein Wunder im Wunder! Er hat ihm die Stimme gegeben, die Ohren geöffnet und ihn zugleich sprechen gelehrt. Es lebe Jesus von Nazareth! Hosanna dem Heiligen, dem Messias!“

Man drängt sich um ihn, während er seine verletzte Hand zum Segen erhebt. Einige Leute waschen sich auf Anweisung der Hausfrau Gesicht und Glieder mit den restlichen Tropfen im Becken.

Jesus sieht es und ruft aus: „Um eures Glaubens willen, seid alle geheilt. Geht in eure Häuser, seid gut und redlich. Glaubt an das Wort der Frohbotschaft und bewahrt für euch, was geschehen ist, bis die Stunde kommt, um es auf den Plätzen und Straßen der Welt zu verkünden. Mein Friede sei mit euch!“

Hierauf betritt er die geräumige Küche, in der ein Feuer brennt und die durch die Flammen zweier Lampen erhellt wird.

Auszug aus “Der Gottmensch″, Bd. VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Das Wunder am gelähmten Kinde

Heilung des blinden Bartimäus

„Kommt doch, arme Kinder, kommt zu Mir“

„… und salbten die Kranken mit Öl und heilten sie.“

15/07/2012

zum Evangelium vom 15. Juli 2012: Markus 6,7-13

31. Dezember [1943]

(…) Ein weiterer Punkt im Markusevangelium ist der Vers 13 desselben 6. Kapitels: „… und salbten die Kranken mit Öl und heilten sie“. In der damaligen empirischen Medizin nahm das Öl eine wichtige Stelle ein. Man kann auch nicht sagen, dass es schädlicher oder weniger wirksam war als eure heutigen komplizierten Heilmittel. Es war vielmehr ganz gewiß unschädlicher. Aber nicht in dem Öl steckte die Heilkraft für die Kranken, die von meinen Aposteln gesalbt wurden.

Wie immer, war der menschlichen Schwerfälligkeit ein sichtbares Zeichen nötig. Wer hätte sonst glauben können, dass die Berührung mit der Hand durch diese armen Menschen, Meine Apostel, die als Fischer und einfache Leute aus dem Volk bekannt waren, hätte heilen können? Wenn sie es geglaubt hätten, hätten sie gesagt: „Ihr heilt in der Macht des Anführers der Dämonen“, wie sie es zu Mir gesagt haben (1). Und sie hätten sie als von Dämonen Besessene angeschuldigt. Das sollte nicht geschehen. Dafür gab Ich ihnen das Mittel, ein menschliches, damit ihnen, wenn nicht anders, wenigstens von den Empirikern geglaubt würde. Aber die Macht, die ihnen die Heilkraft eingoß, war Gott, damit sie Jünger für Seine Lehre gewinnen könnten.

Ich habe gesagt: „Die, welche an Mich glauben, werden auf Schlangen treten können und die Werke vollbringen, die Ich tue“ (2). Ich lüge niemals, und kann göttiche Mach auch in die Hand eines an Mich glaubenden und in Mir lebenden Kindes legen. Ist nicht die Geschichte des Christentums voll von solchen Wundern? Die ersten Jahrhunderte sind davon durchzogen, aber ihr Blühen ist zurückgegangen, und zwar nicht, weil Gottes Allmacht geringer geworden wäre, sondern weil ihr der Aufgabe, Gottes Amtsdiener zu sein, nicht genügt.

Habt doch, habt doch, habt doch Glauben! Er wird euch retten.“

(1) Mt 12,24

(2) Mk 16,17-18; Lk 10,19

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

Heilung des blinden Bartimäus

Jesus erscheint den Aposteln mit Thomas

Die Erweckung der Tochter des Jairus

30/06/2012

zum Evangelium vom 1. Juli 2012: Markus 5,21-43

(…) Jesus betrachtet sie [Anm: die geheilte Frau, die ihm gerade gestanden hat, heimlich sein Gewand berührt zu haben und nun geheilt zu sein] mit unendlicher Güte. Er lächelt ihr zu und sagt zu ihr: „Geh in Frieden, Tochter! Dein Glaube hat dir geholfen! Sei für immer geheilt. Sei gut und glücklich. Geh!“

Während er noch spricht, kommt ein Mann herbei, anscheinend ein Knecht, der sich an den Vater wendet. Dieser ist die ganze Zeit in einer ehrfürchtigen Erwartung neben Jesus gewandelt, obgleich er ein gequältes Gesicht hat, als stände er auf heissen Kohlen. „Deine Tochter ist tot. Es ist zwecklos, weiterhin den Meister zu belästigen. Sie hat den Geist aufgegeben, und die Frauen halten schon die Totenklage. Die Mutter lässt dir dies sagen und dich bitten, sofort zu kommen.“

Der arme Vater schluchzt laut. Er führt seine Hände zur Stirne, drückt sich die Augen zu und krümmt sich, wie von einem Hieb getroffen.

Jesus, der aufmerksam mit der Frau gesprochen hat und anderes zu sehen und zu hören scheint, dreht sich jetzt um, legt seine Hand auf die gebeugten Schultern des armen Vaters und sagt: „Mann, ich habe es dir doch gesagt, habe Glauben! Ich wiederhole, habe Glauben! Hab keine Angst, dein Kind wird leben. Gehen wir zu ihm.“ Und er geht weiter und drückt den vernichteten Mann an sich. Die Menge bleibt vor diesem Schmerz und der bereits erfolgten Heilung erschrocken stehen, teilt sich, lässt Jesus und die Seinen ungehindert durch und folgt wie Kielwasser der Gnade, die vorausgeht.

Sie gehen etwa hundert Meter, vielleicht auch mehr – ich kann es nicht gut schätzen -, und kommen immer näher zur Stadtmitte. Eine große Menge hat sich vor einem bürgerlichen Haus versammelt. Mit lauten Stimmen wird der Todesfall im Haus beklagt und auf die lauten Rufe geantwortet, die aus der weitgeöffneten Tür kommen. Es sind schrille, auf einer Höhe bleibende Töne, und sie scheinen von einer beherrschenden Stimme vorgetragen und von einer Gruppe schwacher und einer Gruppe stärkerer Stimmen beantwortet zu werden. Ein Lärm, der auch Gesunde umzubringen imstande ist.

Jesus gibt den Seinen die Weisung, vor dem Ausgang stehenzubleiben, und ruft Petrus, Jakobus und Johannes zu sich. Mit ihnen geht er in das Haus, den weinenden Vater immer noch am Arm festhaltend.

Es scheint, dass er ihm die Gewissheit geben will, dass er da ist, und ihn glücklich machen möchte mit dieser Umklammerung. Die Klagenden (ich würde sie eher die Heulenden nennen) verdoppeln ihr Geschrei beim Anblick des Hausvaters und des Meisters. Sie klatschen in die Hände, hauen auf die Pauken, schlagen an die Triangeln, und auf diese… Musik stützen sie ihr Gejammer.

„Schweigt!“ sagt Jesus. „Hier ist kein Grund zum Weinen. Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur!“

Die Frauen stoßen noch stärkere Schreie aus, und einige wälzen sich auf der Erde, zerkratzen sich, reißen sich die Haare aus (oder besser gesagt, tun so als ob…), um zu beweisen, dass die Tochter wirklich tot ist. Die Musikanten und die Freunde schütteln den Kopf über die Illusion Jesu. Aber er wiederholt: „Schweigt“, und zwar in einem so energischen Ton, dass der Lärm zwar nicht aufhört, doch sehr abnimmt. Dann schreitet er weiter vorwärts.

Er betritt eine kleine Kammer. Auf dem Lager liegt ein totes Mädchen ausgestreckt. Mager und totenbleich liegt es mit sorgfältig geordneten Haaren da. Die Mutter steht weinend auf der rechten Seite des Bettes und hält die wächserne Hand der Toten. Jesus!… Oh, wie schön ist er jetzt! So habe ich ihn selten gesehen! Jesus nähert sich eilig. Es scheint, als schwebe er über dem Boden, so schnell eilt er auf das Bettlein zu.

Die drei Apostel stehen an der Türe und schließen sie vor den Augen der Neugierigen. Der Vater bleibt am Fußende des Bettes stehen.

Jesus geht auf die linke Seite des Lagers, streckt seine linke Hand aus und erfasst damit das leblose Händchen des Kindes. Die linke Hand. Ich habe es gut gesehen. Es ist sowohl die linke Hand Jesu als auch die linke Hand des Kindes. Er hebt den rechten Arm und bringt die geöffnete Hand bis zur Schulterhöhe. Schliesslich senkt er sie, mit einer Geste, die einem Schwur oder einem Befehl entsprechen könnte. Er sagt: „Mädchen, ich sage dir, steh auf!“

Für einen Augenblick sind alle, mit Ausnahme Jesu und des Mädchens, überrascht. Die Apostel recken die Hälse, um besser sehen zu können. Der Vater und die Mutter schauen mit traurigen Augen auf ihr Kind. Nur einen Augenblick. Dann hebt ein Atemzug die Brust der kleinen Toten. Eine leichte Röte breitet sich über das wachsbleiche Gesicht; die Totenblässe schwindet. Ein schwaches Lächeln spielt auf den noch bleichen Lippen, bevor die Augen sich öffnen, als ob das Kind etwas Schönes träumte. Jesus hält seine Hand immer noch in der seinen. Das Kind öffnet langsam die Augen und schaut umher, als ob es soeben erwacht wäre. Zuerst sieht es das Antlitz Jesu, der es mit seinen strahlenden Augen anblickt und ihm ermutigend zulächelt, worauf das Kind ebenfalls lächelt.

„Steh auf!“ wiederholt Jesus, und er schiebt mit seiner Hand die auf dem Bett ausgebreiteten Leichengeschenke zur Seite (Blumen, Schleier usw.) und hilft dem Mädchen beim Herabsteigen und bei den ersten Schritten; er hält es weiterhin an der Hand.

„Gebt ihm jetzt zu essen!“ befiehlt er. „Es ist geheilt. Gott hat es euch zurückgegeben. Dankt ihm dafür! Und sagt niemandem, was vorgefallen ist. Ihr wisst, was mit ihr geschehen war. Ihr habt geglaubt und damit das Wunder verdient. Die anderen hatten keinen Glauben; es ist zwecklos, sie überzeugen zu wollen. Dem, der das Wunder leugnet, zeigt sich Gott nicht. Und du, Mädchen, sei brav! Lebt wohl! Der Friede sei mit diesem Haus!“ Und er geht hinaus, die Tür hinter sich schließend.

Die Vision ist zu Ende.

Ich will Ihnen sagen, welche beiden Stellen mich besonders erfreut haben: die eine, wo Jesus in der Menge die Frau sucht, die ihn berührt hat, und besonders die andere, wo er die Hand des Mädchens nimmt und diesem befiehlt aufzustehen. Friede und Sicherheit haben mich erfüllt. Es ist nicht möglich, dass ein Barmherziger und ein Mächtiger wie er nicht Mitleid mit uns hat und das Übel, das uns sterben lässt, nicht besiegt.

Jesus sagt im Augenblick nichts dazu, so wie er über viele Dinge nichts sagt. Er sieht, dass ich fast am Ende bin, und findet es nicht angebracht, dass es mir heute abend besser gehe. Sein Wille geschehe! Ich bin schon froh genug, dass ich seine Vision in mir habe.

Auszug aus “Der Gottmensch″ Bd. IV von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Der Himmel sah schön aus“

Das Wunder am gelähmten Kinde

Die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus

„Steh auf, nimm dein Bett und geh!“

19/02/2012

zum Sonntagsevangelium v. 19. Februar 2012: Markus 2,1-12

(…) 

„Meister“, ruft Petrus von der anderen Seite, „hier sind die Kranken. Zwei können warten, bis du hinausgehst; aber hier ist einer eingekeilt in der Menge und hält nicht mehr stand. Wir können nicht durchkommen. Soll ich ihn fortschicken?“

„Nein, lass ihn durch das Dach herab.“

„Gut gesagt; wir werden es sofort tun.“

Man hört auf dem niederen Dach über dem Saale herumtrampeln. Da dieser Raum nicht zum eigentlichen Wohnhause gehört, hat er keine zementierte Terrasse, sondern ist nur mit schieferähnlichen Platten bedeckt. Es entsteht nun eine Öffnung, und mittels Seilen wird die Bahre mit dem Kranken hinuntergelassen. Sie wird direkt vor Jesus niedergestellt. Die Menschen drängen sich näher, um besser zu sehen.

„Du hast einen großen Glauben gehabt, wie auch jene, die dich hierhergebracht haben.“

„O Jesus, wie sollten wir nicht an dich glauben?“

„Nun wohl, so sage ich dir, Sohn (der Mann ist noch jung), alle deine Sünden sind dir vergeben.“

Der Mann schaut Jesus weinend an… vielleicht ist er enttäuscht, weil er auf eine leibliche Heilung hoffte. Die Pharisäer und die Schriftgelehrten flüstern miteinander, rümpfen die Nase und verziehen Stirne und Mund mit Verachtung.

„Warum murrt ihr in euren Herzen mehr noch als mit den Lippen? Was ist nach eurer Meinung leichter, dem Gelähmten zu sagen: ‚die Sünden sind dir vergeben‘ oder ’steh auf, nimm dein Bett und geh‘? Ihr denkt, dass nur Gott Sünden vergeben kann. Doch ihr könnt nicht beantworten, was größer ist, weil der Mann da, dessen ganzer Körper krank ist, all sein Vermögen aufgewendet hat, ohne geheilt worden zu sein. Nur Gott kann ihn heilen. Nun, damit ihr wisst, dass ich alles vermag, damit ihr erkennt, dass der Menschensohn Macht über Leib und Seele, über Himmel und Erde hat, sage ich zu diesem Mann: ‚Steh auf, nimm dein Bett und geh! Geh nach Hause und sei heilig!‘ „

Den Mann erfasst ein Schütteln, er schreit auf, erhebt sich und wirft sich Jesus zu Füßen, küsst sie, weint und lacht gleichzeitig, und mit ihm die Angehörigen und die Menschenmenge, die nun einen Weg freigibt, um ihn wie im Triumph durchzulassen. Jubelnd folgt ihm das Volk, aber ohne die fünf Grollenden, die überheblich weggehen.

So kann nun die Mutter mit dem Säugling, der zum Skelett abgemagert ist, bis zu Jesus gelangen. Sie zeigt ihn ihm und sagt nur: „Jesus, du liebst sie, die Kinder. Du selbst hast es gesagt. Um dieser Liebe und um deiner Mutter willen…!“ und sie weint.

Jesus nimmt ihn, den sterbenden Säugling, drückt ihn an sein Herz und hält sein wächsernes Gesichtlein mit den violetten Lippen und den schon gesenkten Lidern an seinen Mund, einen Augenblick nur… und als er es von seinem blonden Bart wegnimmt, ist das Gesichtlein rosig, und das Mündlein umspielt ein seliges Lächeln; die Augen schauen lebhaft und neugierig um sich, und das Kind greift mit den zuvor verkrampften Händchen in die Haare und in den Bart Jesu, der dazu lacht.

„O mein Sohn!“ ruft die selige Mutter aus.

„Nimm es, Frau, sei glücklich und gut!“

Die Frau nimmt das Wiedergeborene und drückt es an ihre Brust, und das Kleine macht sofort seinen Anspruch auf Nahrung geltend; es sucht die Brust, enthüllt sie und trinkt, trinkt gierig und glücklich…

Jesus segnet und geht weiter, bis zur Schwelle, wo der Fieberkranke wartet.

„Meister, sei gut!“

„Auch du! Nütze deine wiedererlangten Kräfte in der Gerechtigkeit!“ Er streichelt ihn liebevoll und geht hinaus.

Am Ufer umgeben und preisen ihn viele, die ihm teils vorausgeeilt sind, teils nachfolgen und ihn bitten:

„Wir haben dich nicht hören können. Wir konnten nicht hineingelangen. Sprich auch zu uns!“

Jesus gibt ein bejahendes Zeichen, und da die Menge ihn fast erdrückt, steigt er in das Boot des Petrus. Auch das genügt nicht. Der Ansturm ist zu groß.

„Stoße das Boot ins Wasser und entferne es ein wenig vom Ufer!“

Die Vision ist hier zu Ende.

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. II von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Unsere Liebe Frau von Akita

18/03/2011

1973 vernahm in Japan eine taube junge Schwester, Mitglied des Instituts der Dienerinnen der Heiligen Eucharistie, drei verschiedene Botschaften, die von einer Marienstatue im Kloster von Akita ausgingen. In den folgenden Jahren ging von der Statue eine duftende Flüssigkeit aus, ausserdem blutete sie an der rechten Hand und weinte über hundert mal. Diese 1988 vom Vatikan durch Kardinal Ratzinger anerkannte Erscheinung fand 150 Kilometer vom Epizentrum des Erdbebens der vergangenen Woche statt. Danach erfolgten Wunder und Bekehrungen, besagte Schwester Agnes wurde z. B. von ihrer Taubheit geheilt (wie von der Gottesmutter in der ersten Botschaft versprochen).

Die Botschaften weisen grosse Parallelen zu Fatima und La Salette auf: die Heilige Jungfrau ruft zu Buße und Rosenkranzgebet auf, warnt vor teuflischen Machenschaften innerhalb der Kirche („Die Kirche wird erfüllt sein von Menschen, die Kompromisse annehmen“, „Altäre und Kirchen wird man verwüsten“) und vor einer fürchterlichen Strafe, falls die Menschen nicht bereuen und sich nicht bessern: „Die einzigen Waffen, die uns bleiben werden, sind der Rosenkranz und das Zeichen, das der Sohn zurückgelassen hat“.

Die drei Botschaften im Wortlaut:

6. Juli 1973: „Meine Tochter, meine Novizin, du hast gut daran getan, alles zu verlassen, um mir nachzufolgen. Leidest du sehr an deiner Taubheit? Du wirst geheilt werden, sei dessen gewiß. Habe Geduld, es ist die letzte Prüfung. Schmerzt dich die Wunde an deiner Hand? Bete zur Sühne für alle Sünden der Menschen. Jedes Mitglied dieser Gemeinschaft ist mir eine unersetzbare Tochter. Verrichtest du gewissenhaft das Gebet der Dienerinnen der Hl. Eucharistie? Komm, beten wir es zusammen … Bete viel für den Papst, die Bischöfe und die Priester.“

3. August 1973: „Meine Tochter, meine Novizin, liebst du den Herrn? Wenn du den Herrn liebst, dann höre, was ich dir zu sagen habe: es ist sehr wichtig. Du sollst es deinen Vorgesetzten mitteilen. Viele Leute betrüben den Herrn. Ich erwarte Seelen, die ihn trösten wollen. Mit dem Sohn erwarte ich Seelen, die, um den Zorn des himmlischen Vaters zu beschwichtigen, anstelle der Sünder und der Undankbaren leiden und durch ihre Armut (Opfer) Sühne leisten. Um seinen Zorn gegen die Welt zu offenbaren, beabsichtigt der Vater, über die ganze Menschheit eine schwere Strafe zu verhängen. Ich habe schon mehrmals mit dem Sohn versucht, seinen Zorn zu mildern. Ich habe den Vater zurückgehalten, in dem ich ihm das Leiden und das Blut seines Sohnes zeigte und ihm die kostbaren Sühneseelen darbrachte, die unseren Vater trösten. Gebet, Buße, Armut, mutige Opfer können den Zorn des Vaters beschwichtigen. Ich wünsche, daß dein Institut in diesem Sinne handle, daß es seine Armut schätze, daß es sich bekehre und bete, um den Undank und die Beleidigungen vieler, vieler Menschen zu sühnen. Verrichtet fleißig das Gebet des Institutes. Setzt es in die Tat um und bringt es als Sühne dar. Möge sich jede von euch entsprechend ihrer Fähigkeit und ihrer Aufgabe völlig dem Herrn hingeben! Auch in einem Säkularinstitut ist das Gebt notwendig. Die Seelen, die beten wollen, sind bereits vereinigt. Ohne euch allzusehr um die Form zu kümmern, seid treu und eifrig im Gebet, um den Herrn zu trösten.“

Sr. Agnes Sasagawa

 

13. Oktober 1973 [Anm: 13. Oktober 1918 = letzte Erscheinung in Fatima, Sonnenwunder]: „Meine geliebte Tochter, höre gut auf das, was ich dir zu sagen habe. Du sollst deinen Oberen davon berichten. Wie ich dir schon früher sagte, wird der himmlische Vater, wenn die Menschen nicht bereuen und sich nicht bessern, eine schwere Strafe über die ganze Menschheit verhängen; eine Strafe, die fürchterlicher sein wird als die Sintflut: eine Strafe, wie man sie noch nie erlebt hat. Feuer wird vom Himmel fallen und einen großen Teil der Menschheit vernichten. Die Guten wie die Bösen werden sterben, und weder Priester noch Gläubige werden verschont. Die Überlebenden werden so sehr leiden, daß sie die Toten beneiden. Die einzigen Waffen, die uns bleiben werden, sind der Rosenkranz und das Zeichen, das der Sohn zurückgelassen hat. Betet täglich den Rosenkranz. Betet den Rosenkranz für die Bischöfe und die Priester. Teuflische Machenschaften werden sogar in die Kirche eindringen, und Kardinäle werden sich gegen Kardinäle erheben und Bischöfe gegen Bischöfe. Die Priester, die mich verehren, werden von ihren Mitbrüdern verachtet und bekämpft werden. Altäre und Kirchen wird man verwüsten. Die Kirche wird erfüllt sein von Menschen, die Kompromisse annehmen. Durch den Teufel verführt, werden zahlreiche Priester und Ordensleute den Dienst am Herrn aufgeben. Der Teufel wird sich besonders um die gottgeweihten Seelen bemühen. Es betrübt mich, daß so viele Seelen verlorengehen. Wenn man weiter sündigt, wird es keine Vergebung mehr geben.“


Hirtenbrief des zuständigen Bischofs, der die Ereignisse schildert

Botschaft der Gottesmutter bei ihrer Erscheinung in La Salette (1846)