„Maria kann die Zweitgeborene des Vaters genannt werden“

29/08/2009

„Gott besaß mich zu Beginn seiner Werke“ (Spr 8,22)

Jesus sagt: „Heute schreibe nur dies! Die Reinheit hat einen solchen Wert, dass der Schoß einer Frau den Unerfassbaren nur umfassen konnte, weil sie die höchste Reinheit besaß, die ein Geschöpf Gottes haben kann.

Die Allerheiligste Dreifaltigkeit stieg mit ihren Vollkommenheiten herab, wohnte mit ihrem unendlichen Sein in einem kleinen Raum – ohne dadurch von ihrer Unendlichkeit zu verlieren – und offenbarte sich mit ihren charakteristischen Eigenschaften:

Der Vater wiederum als Schöpfer, wie am sechsten Tage. Er schuf eine wahre „Tochter“, seiner würdig und ihm ähnlich. Der Stempel Gottes war in Maria eingeprägt, so klar und scharf, dass er nur im Erstgeborenen des Vaters (Röm 8, 29) vollkommener war. Maria kann die „Zweitgeborene“ des Vaters genannt werden, weil sie wegen der verliehenen und bewusst bewahrten Vollkommenheit, wegen der Würde als Braut und Mutter Gottes und als Königin des Himmels die Zweite nach dem Sohn des Vaters ist; die Zweite im ewigen Gedanken des Vaters, der von Ewigkeit her an ihr Wohlgefallen fand.

Der Sohn, der auch für sie „der Sohn“ war, lehrte sie – durch den geheimnisvollen Eingriff der Gnade – seine Wahrheit und Weisheit, als er noch ein Keim war, der in ihrem Schoß heranwuchs.

Der Heilige Geist erscheint den Menschen in einem vorweggenommenen, verlängerten Pfingstfest als Liebe in „der, die er liebte“; als Trost durch die Frucht ihres Schoßes; als Heiligung durch die Mutterschaft des Heiligen.

Raphael: Conestabile Madonna

Raphael: Conestabile Madonna

Um sich den Menschen in einer neuen und vollkommenen Weise zu offenbaren, welche das Zeitalter der Erlösung einleitet, wählte Gott nicht einen Stern des Himmels zu seinem Thron oder den Palast eines mächtigen Herrschers; auch nahm er nicht die Flügel der Engel zum Schemel seiner Füße. Vielmehr wollte er einen Schoß ohne Makel. (…)“

Auszug aus dem Band “Der Gottmensch Bd I″ von Maria Valtorta, mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

Aufnahme Marias in den Himmel

Maria muss Eva auslöschen

3 Antworten to “„Maria kann die Zweitgeborene des Vaters genannt werden“”

  1. Alphons Says:

    Noch genauer für unsere Zeit sagt es das II. Vat. Konzil in Lumen Gentium, Kapitel (Link zB.):
    http://www.stjosef.at/index.htm?konzil/konzil.php~mainFrame

    8. Kapitel: Die selige jungfräuliche Gottesmutter Maria im Geheimnis Christi und der Kirche

    Viele schöne Aussagen über die Mutter Jesu ließen sich hier zitieren, einge Beispiele:
    II. Die Aufgabe der seligen Jungfrau in der Heilsökonomie

    55. Die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testamentes und die verehrungswürdige Überlieferung zeigen die Aufgabe der Mutter des Erlösers in der Heilsökonomie immer klarer und legen sie anschaulich vor. Die Bücher des Alten Testamentes beschreiben die Heilsgeschichte, durch die die Ankunft Christi in der Welt in langsamem Voranschreiten vorbereitet wird. Diese ersten Dokumente, so wie sie in der Kirche gelesen und im Licht der weiteren und vollen Offenbarung verstanden werden, bieten Schritt für Schritt deutlicher die Gestalt der Frau dar, der Mutter des Erlösers. Sie ist in diesem Licht schon prophetisch in der Verheißung vom Sieg über die Schlange, die den in die Sünde gefallenen Stammeltern gegeben wurde (vgl. Gen 3,15), schattenhaft angedeutet. Ähnlich bedeutet sie die Jungfrau, die empfangen und einen Sohn gebären wird, dessen Namen Emmanuel heißen wird (vgl. Jes 7,14; vgl. Mich 5,2-3; Mt 1,22-23). ..
    III. Die selige Jungfrau und die Kirche

    60. Ein einziger ist unser Mittler nach dem Wort des Apostels: „Es gibt nämlich nur einen Gott und nur einen Mittler Gottes und der Menschen, den Menschen Christus Jesus, der sich selbst als Erlösung für alle gegeben hat“ (1 Tim 2,5-6). Marias mütterliche Aufgabe gegenüber den Menschen aber verdunkelt oder mindert diese einzige Mittlerschaft Christi in keiner Weise, sondern zeigt ihre Wirkkraft. Jeglicher heilsame Einfluß der seligen Jungfrau auf die Menschen kommt nämlich nicht aus irgendeiner sachlichen Notwendigkeit, sondern aus dem Wohlgefallen Gottes und fließt aus dem Überfluß der Verdienste Christi, stützt sich auf seine Mittlerschaft, hängt von ihr vollständig ab und schöpft aus ihr seine ganze Wirkkraft. Die unmittelbare Vereinigung der Glaubenden mit Christus wird dadurch aber in keiner Weise gehindert, sondern vielmehr gefördert.

    61. Die selige Jungfrau, die von Ewigkeit her zusammen mit der Menschwerdung des göttlichen Wortes als Mutter Gottes vorherbestimmt wurde, war nach dem Ratschluß der göttlichen Vorsehung hier auf Erden die erhabene Mutter des göttlichen Erlösers, in einzigartiger Weise vor anderen seine großmütige Gefährtin und die demütige Magd des Herrn. …

    Gruß und Segen, Alphons

  2. Alphons Says:

    Hallo Malin,
    in der Bibel finden sich einige Andeutungen zur ’neuen Eva‘.
    So zB. im 1.Buch: Gen 3,15 und im letzten: Offb 12
    Zu beachten wäre auch das Marianische Dogma
    von der ‚Leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel‘ das 1950
    verkündet wurde:
    http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/angelus/2005/documents/hf_ben-xvi_ang_20050815_ge.html
    (was der jetzige Papst dazu sagt)

    Nach dem Erstgeborenen Jesus Christus nimmt der Text
    (von ‚Der Gottmensch‘) allenfalls voraus, was durch das Dogma bestätigt wird.

    Gruß und Segen, Alphons

  3. Mailin Says:

    Das ist sehr interessant (ich will mich ja nicht festlegen… ;-) ). Auch aus biblischer Sicht. Denn: Der neue Adam (bzw. neue Mensch) ist Christus. Eine neue Eva kommt jedoch nicht vor im NT. Doch, gefällt mir gut, könnte man drüber philosophieren. Wobei ich nicht so gebildet bin wie unsere Mitchristen, glaube ich.

    Segen euch, Mailin


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