Archive for the 'Fatima' Category

13. Oktober: Fatimatag

13/10/2011

Schwester Lucia schildert in Band I ihrer Erinnerungen den 13. Oktober 1917, den Tag des Sonnenwunders:

Wir verließen schon ziemlich früh das Haus, da wir mit Verzögerungen auf dem Weg rechneten. Das Volk kam in Massen. Es regnete in Strömen. Meine Mutter, die fürchtete, dies werde der letzte Tag meines Lebens sein, und der die Ungewissheit über das Kommende das Herz zerriss, wollte mich begleiten. Auf dem Weg die Szenen des vergangenen Monats, aber noch zahlreicher und bewegender. Nicht einmal der Schlamm auf den Wegen konnte diese Leute aufhalten, sich in demütiger und bittender Haltung niederzuknien. Wir kamen an der Cova da Iria bei der Steineiche an und unter einer inneren Eingebung bat ich das Volk, die Regenschirme zu schließen, um den Rosenkranz zu beten. Kurz darauf sahen wir den Lichtschein und dann Unsere Liebe Frau über der Steineiche. 

– Was wünschen Sie von mir?

– Ich möchte dir sagen, dass hier eine Kapelle zu meiner Ehre gebaut werden soll. Ich bin Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz. Man soll weiterhin täglich den Rosenkranz beten. Der Krieg geht zu Ende, und die Soldaten werden in Kürze nach Hause zurückkehren. 

– Ich wollte Sie um vieles bitten: ob Sie einige Kranke heilen und einige Sünder bekehren möchten, und vieles mehr.

– Einige ja, andere nicht. Sie müssen sich bessern und um Vergebung ihrer Sünden bitten.

Und noch trauriger sagte sie:

– Man soll Gott unsern Herrn nicht mehr beleidigen, der schon so sehr beleidigt worden ist.

Sie öffnete die Hände und ließ sie im Sonnenschein erstrahlen. Während sie sich erhob, strahlte ihr eigenes Licht in der Sonne wider. Dies war der Grund, hochwürdigster Herr Bischof, weswegen ich rief, man solle auf die Sonne schauen. Es war nicht meine Absicht, die Aufmerksamkeit des Volkes dorthin zu lenken, denn ich war mir nicht einmal mehr seiner Gegenwart bewusst. Ich tat es nur, aus einer inneren Bewegung heraus, die mich dazu antrieb. 

Nachdem Unsere Liebe Frau in der unendlichen Ferne des Firmaments verschwunden war, sahen wir dann neben der Sonne den heiligen Josef mit dem Jesuskind und Unsere Liebe Frau in Weiß gekleidet mit einem blauen Mantel. Der heilige Josef mit dem Jesuskind schien die Welt mit einer Handbewegung in Kreuzesform zu segnen. 

Kurz darauf verschwand diese Erscheinung. Dann sahen wir Unseren Herrn und Unsere Liebe Frau. Ich hatte den Eindruck, es sei Unsere Liebe Frau von den Schmerzen. Unser Herr schien die Welt in der gleichen Weise zu segnen wie der heilige Josef. Diese Erscheinung verschwand, und ich meine wohl, dass ich auch noch Unsere Liebe Frau vom Karmel gesehen habe.

Die frühen Erinnerungen von Schwester Lucia können auf Deutsch über das Secretariado dos Pastorinhos bezogen werden. Wir bedanken uns dort auch dafür, dass wir hier Auszüge aus dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima – Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I“ wiedergeben dürfen.

Das Sonnenwunder von Fatima

Weitere Erinnerungen Sr Lucias 

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13. September: Fatimatag

13/09/2011

Aus den Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I, über den 13. September 1917:

Als die erwartete Stunde sich näherte, ging ich mit Jacinta und Francisco zwischen zahlreichen Personen hindurch, die uns kaum vorbeiließen. Die Wege waren voll von Leuten. Alle wollten uns sehen und mit uns sprechen. Es gab dort keine Menschenfurcht. Zahlreiche Leute, sogar vornehme Damen und Herren, drängten sich durch die Menge hindurch, die uns umgab. Sie warfen sich vor uns auf die Knie und baten uns, Unserer Lieben Frau ihre Anliegen vorzutragen. Andere, die nicht bis zu uns gelangen konnten, riefen von weitem:

– Um der Liebe Gottes willen bittet Unsere Liebe Frau, sie möge meinen verkrüppelten Sohn heilen.

Ein anderer rief:

– Sie möge mein blindes Kind heilen.

Wieder ein anderer:

– Und das meine, das taub ist;

– Sie möge meinen Mann und meinen Sohn aus dem Krieg heimbringen;

– Sie möge einen Sünder bekehren;

– Sie möge mich von der Tuberkulose heilen usw.

Dort zeigte sich all das Elend der armen Menschheit, und einige riefen von den Bäumen und Mauern herab, auf die sie gestiegen waren, um uns vorbeigehen zu sehen. Während wir es einigen versprachen und anderen die Hände reichten, um ihnen vom Boden aufzuhelfen, gingen wir mit Hilfe einiger Männer weiter, die uns einen Durchgang durch die Menge bahnten.

Wenn ich jetzt im Neuen Testament die wunderbaren Dinge lese, die sich ereigneten, als der Heiland durch Palästina wanderte, erinnere ich mich dieser Ereignisse, die ich als kleines Kind auf den armseligen Wegen und Straßen von Aljustrel nach Fatima und zur Cova da Iria erleben durfte. Ich danke Gott und opfere Ihm den Glauben unseres guten portugiesischen Volkes auf. Ich denke, wenn diese Leute sich vor drei armen Kindern niederwarfen, nur weil ihnen barmherzigerweise die Gnade geschenkt wurde, mit der Gottesmutter zu sprechen, was würden sie erst tun, wenn sie Jesus Christus selbst vor sich sähen? Schön, aber das gehört nicht hierher. Es war eher eine Abschweifung der Feder, die mir dorthin entglitt, wohin ich nicht wollte. Geduld, wieder etwas Unnützes! Ich reiße es aber nicht heraus, um das Heft nicht zu ruinieren.

Wir kamen schließlich in der Cova da Iria bei der Steineiche an und begannen, mit dem Volk den Rosenkranz zu beten. Kurz darauf sahen wir den Lichtschein und danach Unsere Liebe Frau über der Steineiche.

– Betet weiter den Rosenkranz, um das Ende des Krieges zu erlangen. Im Oktober wird auch Unser Herr kommen, Unsere Liebe Frau von den Schmerzen und vom Karmel, der Heilige Josef mit dem Jesuskind, um die Welt zu segnen. Gott ist mit euren Opfern zufrieden, aber Er will nicht, dass ihr mit dem Strick schlaft (die Seherkinder trugen als Bußübung grobe Stricke um den Leib gebunden, Anm. d. Red.). Tragt ihn nur tagsüber.

– Man hat mich gebeten, vieles von Ihnen zu erflehen: die Heilung einiger Kranker und die eines Taubstummen.

 – Ja, einige werde ich heilen, andere nicht. Im Oktober werde ich ein Wunder wirken, damit alle glauben.

Und sie begann sich zu erheben und verschwand wie gewöhnlich. 

Die frühen Erinnerungen von Schwester Lucia können auf Deutsch über das Secretariado dos Pastorinhos bezogen werden. Wir bedanken uns dort auch dafür, dass wir hier Auszüge aus dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima – Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I“ wiedergeben dürfen.

weitere Erinnerungen Sr Lucias

13. Mai: Gedenktag erste Marienerscheinung in Fatima

13/05/2011

Schwester Lucia schreibt in ihren Erinnerungen über den 13. Mai 1917:

Ich spielte mit Francisco und Jacinta auf dem Gipfel des Abhanges der Cova da Iria. Wir bauten eine kleine Mauer rund um ein Gebüsch, da sahen wir plötzlich etwas wie einen Blitz. 

– Es ist besser, wenn wir nach Hause gehen – sagte ich zu meinen kleinen Verwandten – es blitzt und könnte ein Gewitter geben.

– Also gut!

Wir begannen den Abhang hinunterzusteigen und trieben die Schafe in Richtung auf die Straße. Als wir ungefähr in der Mitte des Abhangs waren, fast neben einer großen Eiche, sahen wir wieder einen Blitz und nach einigen Schritten erblickten wir über einer Steineiche eine Dame, ganz in Weiß gekleidet, strahlender als die Sonne. Sie verbreitete ein noch helleres Licht als die hellsten Sonnenstrahlen, die durch ein mit Wasser gefülltes Kristallglas scheinen. Überrascht durch diese Erscheinung blieben wir stehen. Wir standen so nahe, dass wir innerhalb des Lichtes blieben, welches sie umgab, oder das sie ausstrahlte. Der Abstand betrug etwa eineinhalb Meter. Dann sagte Unsere Liebe Frau:

– Habt keine Angst! Ich tue euch nichts Böses!

– Woher kommen Sie? – fragte ich sie.

– Ich bin vom Himmel!

– Und was wollen Sie von mir?

 – Ich bin gekommen, euch zu bitten, dass ihr in den folgenden sechs Monaten, jeweils am Dreizehnten zur selben Stunde hierherkommt. Dann werde ich euch sagen, wer ich bin und was ich will. Ich werde danach noch ein siebtes Mal hierher zurückkehren.*

– Komme ich auch in den Himmel?

– Jawohl!

– Und Jacinta?

– Auch!

– Und Francisco?

– Auch, aber er muss noch viele Rosenkränze beten.

Ich erinnerte mich daran, nach zwei Mädchen zu fragen, die kurz vorher gestorben waren. Sie waren meine Freundinnen gewesen und hatten bei meiner älteren Schwester weben gelernt.

– Ist Maria das Neves schon im Himmel?

– Jawohl.

(Ich glaube, sie war ungefähr 16 Jahre alt gewesen).

-Und Amelia?

– Sie bleibt bis zum Ende der Welt im Fegfeuer.

(Ich glaube, sie wurde etwa 18 bis 20 Jahre alt).

– Wollt ihr euch Gott anbieten, um alle Leiden zu ertragen, die Er euch schicken wird, zur Sühne für alle Sünden, durch die Er beledigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder?

– Ja, wir wollen es!

– Ihr werdet also viel leiden müssen, aber die Gnade Gottes wird eure Stärke sein!

Als sie diese letzten Worte sagte (die Gnade Gottes usw.), öffnete sie zum ersten Mal die Hände und übermittelte uns ein so starkes Licht, das wie ein Widerschein von ihren Händen ausging. Es drang uns in die Brust und bis in die tiefste Tiefe der Seele und wir erkannten uns selber in Gott, der dieses Licht war, viel klarer, als wir uns im besten Spiegel sehen konnten. Durch eine innere Anregung, die uns ebenfalls mitgeteilt wurde, fielen wir nun auf die Knie und wiederholten ganz innerlich:

– O Heiligste Dreifaltigkeit, ich bete dich an. Mein Gott, mein Gott, ich liebe Dich im heiligsten Sakrament.

Nach einigen Augenblicken fügte Unsere Liebe Frau hinzu:

Betet täglich den Rosenkranz, um den Frieden der Welt und um das Ende des Krieges zu erlangen!

Daraufhin begann sie sich langsam zu erheben und in Richtung des Sonnenaufgangs aufzusteigen, bis sie in der Unendlichkeit der Ferne verschwand. Das Licht, das sie umgab, schien einen Weg durch die Himmelswölbung zu öffnen. Aus diesem Grunde haben wir zuweilen erklärt, wir hätten den Himmel sich öffnen sehen.

Ich glaube, dass ich schon in der Schrift über Jacinta oder in einem Brief dargelegt habe, dass wir eigentlich nicht vor Unserer Lieben Frau Angst hatten, sondern vor dem Gewitter, das wir erwarteten und und vor dem wir flüchten wollten. Die Erscheinungen Unserer Lieben Frau flößten uns weder Angst noch Schrecken ein, sondern überraschten uns nur. Wenn ich die Frage bejahte, ob ich Angst gehabt hätte, meinte ich die Angst, die ich vor den Blitzen und vor dem nahenden Gewitter hatte; vor diesem wollten wir flüchten, denn wir sahen gewöhnlich Blitze nur bei einem Gewitter. 

Die Blitze waren keine eigentlichen Blitze, sondern ein Widerschein des Lichtes, das sich näherte. Wenn wir dieses Licht sahen, sagten wir manchmal, wir sähen Unsere Liebe Frau kommen. Aber Unsere Liebe Frau konnten wir in diesem Licht erst erkennen, wenn sie schon über der Steineiche war. Da wir dies nicht zu erklären vermochten und auch lästigen Fragen ausweichen wollten, sagten wir mehrmals, wir sähen sie kommen, und andere Male, wir sähen sie nicht kommen. Wenn wir sagten, ja, wir sähen sie kommen, meinten wir damit, dass wir dieses Licht näherkommen sahen, welches schließlich sie war. Und wenn wir sagten, wir sähen sie nicht kommen, meinten wir damit, dass wir Unsere Liebe Frau erst dann sahen, wenn sie schon über der Steineiche war.

* Dieses siebte Mal fand schon am 16. Juni 1921 statt, am Vorabend ihrer Abreise nach Vilar in Porto. Es handelt sich um eine Erscheinung mit einer persönlichen Botschaft für Lucia.

Die frühen Erinnerungen von Schwester Lucia können auf Deutsch über das Secretariado dos Pastorinhos bezogen werden. Wir bedanken uns dort auch dafür, dass wir hier Auszüge aus dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima – Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I“ wiedergeben dürfen.

Die Weihe Russlands ist noch immer nicht erfolgt

Anderer Meinung? Zensiert!

30/04/2011

Die Seligsprechung von JP II – Top-Thema allenthalben. Auch die Internetseite kath.net besteht zur Zeit fast nur noch aus Artikeln über dieses Ereignis. Dazu kann man stehen, wie man will. Einer dieser Artikel aber, ein Interview mit dem bekannten Autor und Papstbiograf Michael Hesemann, stellt derart verdrehte Fakten dar, dass wir uns herausnahmen, einen Kommentar zu schreiben.

Drei Versuche, drei Kommentare, die weder ausfällig waren noch beleidigend, aber eben eine andere Meinung wiedergaben als die von kath.net und Herrn Hesemann propagierte. Das aber kommt anscheinend gar nicht gut an, die Kommentare wurden kommentarlos nicht veröffentlicht und auch auf unsere Nachfrage, was es denn damit auf sich habe, erhielten wir keine Antwort. Meinungsdiktatur par excellence.

Hier also einer der Kommentare:

Masslos übertrieben

Worte wie „Jahrtausendpapst“, „Sieg über den Kommunismus“. Mehr noch, sie verdrehen auch Tatsachen. Ungeachtet des Hypes um JP II sollte man sich vor Augen halten:

Die Weihe Russlands ist bis heute NICHT gemäss dem Wunsch der Gottesmutter in Fatima erfolgt. 1929 gab sie genaue Anweisungen, wie diese zu vollziehen sei:

„Der Moment ist gekommen, in dem Gott den Heiligen Vater auffordert, es anzuordnen und durchzusetzen, dass vereint mit ihm und zur gleichen Zeit, alle Bischöfe der Welt die Weihe Russlands an Mein Unbefleckte Herz vollziehen, und er verspricht, es wegen dieses Tages des Gebetes und der Wiedergutmachung zu bekehren.“

Weder JP II noch seine Vorgänger und leider bisher auch nicht sein Nachfolger haben diesem Wunsch entsprochen.

Folglich ist es nicht verwunderlich, dass Russland keineswegs bekehrt ist, aus den Nachrichten entnehmen wir fast täglich, wie Gewalt und Korruption das Land fest im Griff haben. 

Ausserdem haben sich mit dem Fall der Mauer die Irrlehren des Kommunismus keineswegs in Luft aufgelöst. Der Wegfall dieser Barriere bot hingegen noch bessere Möglichkeiten, diese Ideologie weltweit in den Köpfen zu verankern, man betrachte nur die aktuelle Debatte über Kinderkrippen, Gender Mainstreaming und das Konstrukt der EU mit seinen Subventionen und Umverteilungen von Reich nach Arm – Kommunismus im modernen politisch-korrekten Gewand! 

Hier ist das letzte Wort noch nicht gesprochen, Seligsprechung hin oder her. 

20. Februar: Gedenktag der sel. Jacinta Marto

20/02/2011

Sel. Jacinta Marto

In ihren Erinnerungen schildert Schwester Lucia 1935 folgende Begebenheit, die sich 1917 im Gefängnis von Ourem zugetragen hatte, nachdem die drei Seherkinder vom Kreisverwalter, der den dritten Teil des Geheimnisses von Fatima erfahren wollte, entführt worden waren:

Als wir später gefangengenommen wurden, war es die Abwesenheit der Eltern, die Jacinta am schwersten bedrückte. Mit tränenüberströmten Gesicht klagte sie:

– Weder deine noch meine Eltern kamen, um uns zu besuchen. Sie haben nichts mehr für uns übrig.

– Weine nicht! – sagte Francisco zu ihr, – opfern wir es Jesus für die Sünder auf.

Und Augen und Hände zum Himmel erhebend, sprach er das Aufopferungsgebet:

– O mein Jesus, es ist aus Liebe zu Dir und für die Bekehrung der Sünder.

Jacinta fügte hinzu:

– Und auch für den Heiligen Vater und zur Wiedergutmachung der Sünden, die gegen das Unbefleckte Herz Mariens begangen werden.

Als wir nach der Trennung voneinander wieder in einem Gefängnissaal zusammengeführt wurden, erklärten sie, sie würden uns in Kürze holen, um uns zu verbrennen. Da zog sich Jacinta an ein Fenster zurück, das auf den Viehmarkt hinausging. Anfangs dachte ich, sie wolle sich durch den Ausblick zerstreuen, aber dann bemerkte ich, dass sie weinte. Ich nahm sie zu mir und fragte, warum sie weine:

– Weil wir sterben werden, ohne unsere Väter und Mütter wiedergesehen zu haben – antwortete sie.

Und mit tränenüberströmtem Gesicht:

– Ich möchte wenigstens meine Mutter sehen!

– Du möchtest also dieses Opfer nicht für die Bekehrung der Sünder bringen?

– Ich will, ich will.

Und während die Tränen ihr übers Gesicht liefen, erhob sie Hände und Augen zum Himmel und verrichtete das Aufopferungsgebet:

– O mein Jesus! Es ist aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder, für den Heiligen Vater und zur Wiedergutmachung der Sünden, die gegen das Unbefleckte Herz Mariens begangen werden.

Die Gefangenen, die der Szene beiwohnten, wollten uns trösten:

– Sagt doch dem Herrn Verwalter dieses Geheimnis. Was interessiert es euch, dass diese Dame es nicht will.

– Das nicht! – antwortete Jacinta lebhaft,- lieber möchte ich sterben.


Die frühen Erinnerungen von Schwester Lucia können auf Deutsch über das Secretariado dos Pastorinhos bezogen werden. Wir bedanken uns dort auch dafür, dass wir hier Auszüge aus dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima – Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I“ wiedergeben dürfen.

Die Weihe Russlands ist noch immer nicht erfolgt

„Opfert euch auf…“

Fatima, Erscheinungskapelle live

08/02/2011

Vielleicht kennt sie der ein oder andere noch nicht, die Seite, auf der die Erscheinungskapelle in Fatima live per Webcam zu sehen ist. Dort kann z.B. der Rosenkranz mitgebetet werden, Zeiten ebenfalls auf der Seite:

http://www.santuario-fatima.pt/portal/index.php?id=14924

Die Geheimnisse von Fatima (IV) : Die Weihe Russlands ist noch immer nicht erfolgt

13/12/2010

Kernelement der Botschaft von Fatima 1917 ist die Weihe Russlands an das unbefleckte Herz Mariens:

Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören.“

Die Gottesmutter verpricht der Seherin Lucia am 13. Juli 1917, zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen und die Weihe zu erbitten. Dies geschieht 1929, wo die Hl. Jungfrau Lucia erneut erscheint und unmissverständliche Anweisungen gibt, wie die Weihe zu vollziehen sei.

Daraufhin werden im Laufe des 20. Jahrhunderts zwar etliche Varianten marianischer Weihen von Seiten verschiedener Päpste durchgeführt, jedoch keine davon gemäss den Bedingungen der Gottesmutter, wie folgende kleine Chronik aufzeigt:

13. Juni 1929 Gemäss ihrem Versprechen von 1917 erscheint die Hl. Jungfrau Sr. Lucia im Konvent in Tuy, Spanien. Sie steht auf einer Wolke neben ihrem gekreuzigten göttlichen Sohn und sagt:

„Der Moment ist gekommen, in dem Gott den Heiligen Vater auffordert, es anzuordnen und durchzusetzen, dass vereint mit ihm und zur gleichen Zeit,  alle Bischöfe der Welt die Weihe Russlands an Mein Unbefleckte Herz vollziehen, und er verspricht, es wegen dieses Tages des Gebetes und der Wiedergutmachung zu bekehren.“

Mai 1936 Jesus teilt Sr. Lucia mit, dass die Bekehrung Russlands nur stattfinden werde, wenn es feierlich und öffentlich durch den Papst in Einheit mit allen Bischöfen dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht würde. Bei einer anderen Gelegenheit sagt die Gottesmutter zu Sr. Lucia, dass Russland zum Instrument der Bestrafung der Welt würde, es sei denn, die Bekehrung dieser „armen Nation“ würde vorher durch die Weihe erreicht.

31. Oktober 1942 Im Alleingang weiht Papst Pius XII dem unbefleckten Herzen Mariens die Welt, „die durch Irrtum und Zwietracht getrennten Völker, vornehmlich … diejenigen, die dir eine besondere Andacht bezeugen“ – damit soll wohl Russland gemeint sein, wird aber nicht ausdrücklich namentlich erwähnt.

Frühjahr 1943 Jesus teilt Schwester Lucia mit, dass durch diese Weihe der Weltfriede nicht erreicht, aber der Krieg verkürzt würde.

15. Juli 1946 Im Interview mit Prof. William T. Walsh weist Sr. Lucia darauf hin, dass die Gottesmutter nicht die Weihe der Welt forderte, sondern nur und ausdrücklich Russlands.

7. Juli 1952 Papst Pius XII weiht Russland ausdrücklich, aber er wird nicht von allen katholischen Bischöfen der Welt begleitet, zumal er sie nicht aufforderte, sich zu beteiligen –  man hätte ihn nicht über diese Notwendigkeit informiert.

21. November 1964 Papst Paul VI erneuert in Anwesenheit der Konzilsväter, aber ohne ihre Mitwirkung, die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz.

7. Juni 1981 Papst Johannes Paul II weiht nach Lektüre des dritten Teils des Geheimnisses abermals die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens in einem „Vertrauensakt“. Der Papst selbst ist aber „gezwungenermaßen“ bei jener Zeremonie nicht zugegen (!), eine Aufzeichnung seiner Ansprache wird abgespielt.

13. Mai 1982 Bei seinem Besuch in Fatima erneuert Johannes Paul II die Weihe / „den Vertrauensakt“ von 1981. Seine Einladung an die Bischöfe der Welt, die Weihe gemeinsam mit ihm zu vollziehen, erreicht viele nicht rechtzeitig.

Oktober 1983 Während der Bischofssynode erneuert Johannes Paul II die Weihe / „den Vertrauensakt“ von 1982 abermals.

25. März 1984 Johannes Paul II, „vereinigt mit allen Priestern der Kirche“, weiht „die ganze Welt, insbesondere jene Völker,  für die man aufgrund ihrer Situation besondere Liebe und Besorgnis hat“. Wieder wird Russland nicht namentlich genannt.

Kurz darauf bestätigt Sr. Lucia (Anm. besser gesagt ihre Doppelgängerin, siehe hier) jedoch dem päpstlichen Nuntius von Portugal, dass die Weihe nun vollzogen sei.

Dem ist aber vermutlich nicht so, denn:

1. Russland ist keinesfalls „bekehrt“, nur weil das Sowjetregime offiziell nicht länger existiert. Abtreibung gilt in Russland als wichtigste Methode zur Geburtenregelung (durchschnittlich 8-10 Abtreibungen pro Frau!), und in den Nachrichten macht das Land fast ausschliesslich Schlagzeilen wegen seiner mafiösen Strukturen, dekadenten Neureichen und ermordeten systemkritischen Journalisten.

2. Beim aufmerksamen Beobachter des aktuellen Weltgeschens regt sich der Verdacht, dass der seit dem Mauerfall vermeintlich totgesagte Kommunismus quicklebendig in unserer Mitte weilt. Nahezu unbemerkt hat sich kommunistisches Gedankengut in den modernen Demokratien des Westens als Mainstream-Leitbild etabliert. Es scheint, als ob das Lüften des Eisernen Vorhangs eher die Verknechtung weiter vorangetrieben hat, statt Freiheit zu bringen: mit Wegfall dieser Barriere wurde der ungehinderten Ausbreitung der kommunistischen Irrlehren über die ganze Welt Tür und Tor geöffnet. Im wiedervereinten Deutschland etwa haben viele der DDR-Politiker von einem Tag auf den anderen die Parteien der BRD infiltriert (Merkel, Gysi, de Maiziere …), statt erstmal Vergangenheit aufzuarbeiten. Sie sind massgeblich beteiligt an jenem gesellschaftlichen Linksruck.  Weitere Beispiele: die EU(dSSR) mit ihrem Einheitswahn und ihrer Einheitswährung, inklusive massivem Staats(EU-Rats)interventionismus und gross angelegten Umverteilungsmassnahmen wie Struktur- und Entwicklungsfonds und „Euro-Rettungsschirm“. Und: die Zerstörung der traditionellen Familie und ihr fragwürdiger Ersatz durch Patchwork- und Homo-Lebensgemeinschaften, Ausweitung des Kinderkrippenangebots, Gender-Mainstreaming, religiöse Indifferenz und steigende Christenfeindlichkeit auch und gerade in traditionell christlichen europäischen Ländern usw.

3. Ganz offensichtlich befindet sich die Welt nicht in einer Periode des Friedens, wie sie von der Jungfrau im Anschluss an die Weihe und Bekehrung Russlands versprochen worden war. Abgesehen von militärischen Konflikten in Nahost und Afrika und dem internationalen Terrorismus, führt die angepannte Lage aufgrund der aktuellen Finanzkrise zu immer mehr gewalttätigen Auseinandersetzungen auch in scheinbar stabilen europäischen Ländern. Es macht vielmehr den Eindruck, als nähmen Gewalt und Aggression weltweit von Tag zu Tag zu und als sässen wir alle auf einem Pulverfass, das eher früher als später hochgehen wird.

Warum also haben die Päpste seit Bekanntwerden der Botschaft von Fatima und der Bedeutung der Weihe Russlands für das weitere Geschick der Welt, diese nicht vollzogen wie von der Gottesmutter gewünscht? Was die nachkonziliaren Päpste betrifft, so liefern die innerkirchliche Entwicklung und auch die Art und Weise, wie mit Fatima seither verfahren wurde, bereits die Antwort: hier wird absichtlich etwas zurückgehalten, ja vertuscht. Dazu gehört auch die Weihe, weil Fatima den eigenwilligen menschlichen Plänen für Weltpolitik und Kirche sonst in die Quere gekommen wäre oder käme.

Pius XII

Pius XII

Aber Pius XII, dieser vergeistigte, rechtschaffene vorkonziliare Papst? Der grosse Marienverehrer, der am 1. November 1950 das Dogma ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel ausrief? Waren der interne Druck aus dem Vatikan und der politische Druck von aussen angesichts eines postrevolutionären Russland und des verheerenden Krieges kollidierender Ideologien zu gross? Wagte er deshalb 1942 nicht, den geforderten Klartext zu sprechen und setzte stattdessen auf diplomatisch-unscharfe Formulierungen? Warum handelte er ausserdem im Alleingang ohne die Bischöfe? Seine ausdrückliche Weihe Russlands 1952 geschah schliesslich auch wiederum ohne die Bischöfe.

Mit drei „privaten“ Sonnenwundern, die Pius XII im Oktober, November und Dezember 1950 in den vatikanischen Gärten nahe einer Lourdes-Statue widerfahren sind, wollte ihn die Gottesmutter wohl auch an die noch ausstehende Weihe erinnern. Unter diesem Aspekt lässt sich auch das am 13. Mai 1981 – also am Fatima-Jahrestag – erfolgte Attentat auf Johannes Paul II wie eine Mahnung verstehen.

Es ist schwer vorstellbar, dass Pius XII willentlich entgegen den Wünschen der Gottesmutter handelte. Entweder wurde er tatsächlich nicht ausreichend über die Bedingungen der Weihe informiert, oder man hat ihm den Gehorsam verweigert.

Jedoch könnten das sich schleppend hinziehende Seligsprechungsverfahren von Pius XII und auch die Positionierung seiner Statue am äussersten Rand des Fatima-Heiligtums, in grösstmöglicher Entfernung zu Basilika und Erscheinungskapelle, im Zusammenhang mit der nicht vollzogenen Weihe Russlands stehen.

Hoffen und beten wir also, dass die Wahrheit über Fatima bald ans Licht kommt und mit ihr die Weihe korrekt vollzogen wird, gemäss dem Versprechen der Gottesmutter von 1917:

„…am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“


Anmerkung: Auch wenn häufig von „Drei Geheimnissen“ oder dem „Dritten Geheimnis“ von Fatima zu lesen ist, gab es korrekt immer nur ein einziges „Geheimnis“, welches sich aber in drei Teile gliedern lässt.

Weiterlesen:

Über die kulturelle Revolution, die auch nach dem Zerfall des kommunistischen Sowjetblocks wirksam ist, auf Kultur und Medien Online

Über eine mögliche Fusion der EU mit Russland, als „grünem“ Neo-Kommunismus, auf infokrieg.tv

Zu Fatima:

Teil I: Höllenvision und der Botschaft erster und zweiter Teil

Teil II: Widersprüche um das „dritte Geheimnis“

Teil III: Was geschah mit Schwester Lucia?

Das Sonnenwunder von Fatima


„Opfert euch auf…“ (2)

17/11/2010

(zurück zu Teil 1)

Wir möchten daran erinnern, dass die Himmelsmutter 1917 in Fatima wünschte, dass wir täglich den Rosenkranz für den Frieden beten und Opfer für die Bekehrung der Sünder bringen.

In ihrer vierten Erinnerung aus dem Jahr 1941 schreibt Schwester Lucia: „Eines Tages fragte man mich, ob Unsere Liebe Frau uns aufgetragen hätte, für die Sünder zu beten. Ich verneinte. Während die Leute Jacinta befragten, rief er [Francisco] mich, sobald er konnte und sagte:

– Jetzt hast du gelogen! Wie konntest du nur sagen, daß Unsere Liebe Frau uns nicht aufgetragen habe, für die Sünder zu beten?

– Für die Sünder nicht! Sie wünschte, daß wir um den Frieden und die Beendigung des Krieges beten sollten. Für die Sünder sollten wir Opfer bringen.

– Ja wirklich! Ich habe schon gedacht, du hättest gelogen.“ (*)

Pater Augustin Fuentes (damals Postulator im Seligsprechungsprozess für Jacinta und Francisco) führte am 26. Dezember 1957 mit Schwester Lucia, die sich seit 9 Jahren im Karmel in Coimbra befand, ein Gespräch. Pater Fuentes berichtet, daß die Seherin ihn sehr traurig empfing:

„Pater, die Selige Jungfrau ist sehr traurig weil niemand ihre Nachricht beachtet; weder die Guten noch die Schlechten. Die Guten führen weiterhin ihr Leben der Tugend und des Apostolats, aber sie vereinigen ihr Leben nicht mit der Botschaft von Fatima. Die Sünder folgen weiterhin dem Weg des Bösen, weil sie die furchtbare Züchtigung, die dabei ist über sie zu kommen, nicht sehen. Glauben Sie mir, Pater, Gott wird die Welt züchtigen und das sehr bald. Die Strafe des Himmels wird kommen und sie wird sehr groß sein. Sagen Sie den Seelen nicht nur die materielle Strafe zu fürchten, die über uns kommen wird, wenn wir nicht beten und Buße tun, sondern vor allem, daß Seelen in die Hölle kommen werden.“ Mehrmals wiederholte sie: „Viele Nationen werden von der Erde verschwinden und Russland wird das Werkzeug der Züchtigung sein, falls wir nicht alle durch Gebet und Opfer die Bekehrung dieser armen Nation erreichen. Pater, sagen Sie den Seelen, daß der Teufel mit der Jungfrau Maria eine entscheidende Schlacht führt.“

 

 

 

 

 

Schwester Lucia um 1930

 

Im folgenden betont Schwester Lucia wieder, dass die beiden Waffen, die die Jungfrau uns gegeben hat, Gebet und Opfer sind. Sie erklärt dem Pater: „Gebet ist eine Unterhaltung mit Gott, unserem himmlischen Vater. Aber es ist nicht notwendig in der Kirche oder vor einem heiligen Bild zu sein, um mit ihm zu sprechen. Wir können überall beten, auf der Straße, in der Schule, im Büro, in der Werkstatt- überall. Der Teufel, der sehr darunter leidet, nie wieder Gott zu sehen, wird alles tun, um uns vom Beten und Opferbringen abzubringen. Wir alle, egal wer wir sind, müssen leiden. Wir müssen leiden wegen der Erbsünde und auch als wahre Nachfolger Christi. Jeder hat eine Art Kummer, Beschwernis, Krankheit oder ein Problem zu ertragen. Unser Herr bietet sein Kreuz allen an, wir sollten es also lieben und umarmen. Aber wir sollten nicht nur die Leiden annehmen, die er uns schickt – wir sollten auch die Großzügigkeit besitzen, viele Opfer zu bringen. Jeder Christ ist ein ‚anderer Christus‘  und als solcher sollte er bereitwillig für die Seelen beten und leiden. Jetzt sollten wir unsere Selbstsucht wie niemals zuvor beiseite lassen. Wir müssen unsere Seelen retten oder wir verlieren sie, zusammen mit anderen Seelen. Das Heil vieler Seelen hängt davon ab, ob wir der Gnade entsprechen werden. Falls wir unsere Seelen verlieren, werden auch viele andere Seelen verloren sein.“

Und weiter: „Pater, lassen Sie uns nicht darauf warten, daß der Heilige Vater eine allgemeine Aufforderung zur Buße erläßt, lassen Sie uns auch nicht solch einen Aufruf von unseren Bischöfen oder Oberen abwarten. Lassen Sie jeden von uns selbst anfangen, sich zu verändern. Es ist eine persönliche Verantwortung Gott gegenüber. Mit Gebet und Buße werden wir nicht nur uns selbst, sondern auch andere retten. Erinnern wir uns daran, daß wir mit vielen anderen Seelen in den Himmel eingehen sollen und daß, wenn wir unsere Seele verlieren, andere Seelen sagen hören werden: ‚Durch deine Schuld bin ich in der Hölle.‘ „

 


zurück zu Teil 1

(*) Die frühen Erinnerungen von Schwester Lucia können auf Deutsch über das Secretariado dos Pastorinhos bezogen werden. Wir bedanken uns dort auch dafür, dass wir hier Auszüge aus dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima – Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I“ wiedergeben dürfen.

„Opfert euch auf…“ (1)

10/11/2010

In der ‚Blogoszese‘ wird überlegt, was wir tun können, um die verfolgten Christen, insbesondere im Irak, zu unterstützen. Es gibt viele gute Wege, die über Gebete, Briefe, Spenden, Petitionen, Solidaritätsmärsche usw. gehen. Wir wollen hier noch in Erinnerung rufen, daß unsere Jungfrau in Fatima Opfer bringen als ein wesentliches Mittel zur Bekehrung der Sünder (und das sind christenverfolgende Muslime sicherlich) bezeichnet und gewünscht hat:

1941 schrieb Schwester Lucia, die Seherin von Fatima, dass bereits der Engel, der den Erscheinungen der Jungfrau vorausging, bei seiner zweiten Erscheinung 1916 die spielend angetroffenen Hirtenkinder ermahnte:

„- Was tut ihr? Betet! Betet viel! Die Herzen Jesu und Mariä haben mit euch Pläne der Barmherzigkeit vor. Bringt dem Allerhöchsten unaufhörlich Gebete und Opfer dar.

– Wie sollen wir Opfer bringen? – fragte ich.

– Macht aus allem, was ihr könnt, ein Opfer zur Sühne für die Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder. So werdet ihr den Frieden auf euer Vaterland herabziehen. Ich bin sein Schutzengel, der Engel Portugals. Vor allem nehmt die Leiden, die euch der Herr schicken wird, in Ergebung an und tragt sie geduldig.

Diese Worte des Engels prägten sich in unseren Geist ein wie ein Licht, das uns erkennen ließ, wer Gott ist, wie sehr Er uns liebt und von uns wiedergeliebt sein will. Wir erkannten den Wert des Opfers und wie es Ihm wohlgefällig ist; und wie Er um des Opfers willen Sünder bekehrt. Von dieser Zeit an begannen wir dem Herrn alles aufzuopfern, was uns kränkte, doch suchten wir damals keine anderen Abtötungen oder Bußübungen, als stundenlang auf die Erde niedergeworfen das Gebet des Engels zu wiederholen.“ (*)

Mit Gebet des Engels ist das folgende gemeint: „Mein Gott, ich glaube an Dich, ich bete Dich an, ich hoffe auf Dich und ich liebe Dich. Ich bitte Dich um Verzeihung für jene, die an Dich nicht glauben, Dich nicht anbeten, auf Dich nicht hoffen und Dich nicht lieben.“

In der ersten Erscheinung der Jungfrau dann am 13. Mai 1917 forderte Maria die drei Hirtenkinder Lucia, Jacinta und Francisco dazu auf, täglich den Rosenkranz zu beten und fragte sie, ob sie sich Gott anbieten wollen, um alle Leiden zu ertragen, die Er ihnen schicken wird, zur Sühne für alle Sünden, durch die Er beleidigt wird und als Bitte um die Bekehrung der Sünder. Die Kinder bejahten. In der Folge begannen sie, ihre Mittagsbrote regelmässig an die Schafe oder an andere Kinder zu verteilen und statt dessen höchstens einige bittere Eicheln und Oliven von den Bäumen zu essen.

Die Seherkinder unmittelbar nach der Höllenvision

Während der Erscheinung am 13. Juli 1917, bei der die Kinder auch die Höllenvision hatten, sagte Maria erneut zu den Seherkindern: „Opfert euch auf für die Sünder und sagt oft, besonders wenn ihr ein Opfer bringt: O Jesus, das tue ich aus Liebe zu Dir, für die Bekehrung der Sünder und zur Sühne für die Sünden gegen das Unbefleckte Herz Mariens.“ Die Vision der Hölle erfüllte die Kinder dermaßen mit Entsetzen, dass sie ihre Gebete, Bußübungen und Abtötungen verstärkten und begannen, auch auf Spiele/ Vergnügungen zu verzichten und Leiden wie Traurigkeit, Verlassenheit, Verleumdungen (und in der Folge auch ihre Krankheiten) auf sich zu nehmen und aufzuopfern. Auch banden sie sich einen rauhen Strick um die Hüften, der ihnen manchmal schreckliche Schmerzen verursachte und verzichteten oft mehrere Tage hintereinander (im portugiesischen Sommer wohlgemerkt!) auf das Trinken.

(weiter zu Teil 2)

(*) Die frühen Erinnerungen von Schwester Lucia können auf Deutsch über das Secretariado dos Pastorinhos bezogen werden. Wir bedanken uns dort auch dafür, dass wir hier Auszüge aus dem Buch „Schwester Lucia spricht über Fatima – Erinnerungen der Schwester Lucia, Band I“ wiedergeben dürfen.

Die Geheimnisse von Fatima (III) : Was geschah mit Schwester Lucia?

13/10/2010

Am 13. Oktober 1917 fand die letzte Erscheinung von Fatima, Portugal, statt. Mehr als 70 000 Menschen wurden damals Zeugen des „Sonnenwunders“.

Anknüpfend an Teil II unserer Reihe über Fatima, gibt es noch einen weiteren Aspekt, der es lohnend machen würde, sich mit dem dritten Teil des Geheimnisses näher zu beschäftigen, und zwar die Unstimmigkeiten um Schwester Lucia selbst.

Solange man glaubt, dass das wahre dritte Geheimnis 2000 veröffentlicht wurde, bleibt auch Sr. Lucia über alle Zweifel erhaben, hat sie doch das damals veröffentlichte Geheimnis abgesegnet und sogar in ihren Memoiren darüber geschrieben. Zweifelt man jedoch an seiner Echtheit, dann stellt sich früher oder später die Frage, warum Sr. Lucia die Veröffentlichung eines falschen Geheimnisses gebilligt und unterstützt hat. Im Umkehrschluss führen Zweifel an der Identität der späten Sr. Lucia zwangsläufig zu Zweifeln an der Authentizität des dritten Geheimnisses.

Warum aber die Identität Sr. Lucias hinterfragen? Lassen wir einfach die folgenden Bilder für sich sprechen:

Sr. Lucia 1917-1946

Handelt es sich hier um zwei verschiedene Personen – wovon wir überzeugt sind –, so muss irgendwann ein „Austausch“ Sr. Lucias stattgefunden haben. Wir wollen an dieser Stelle den Versuch einer Rekonstruktion der Geschehnisse unternehmen.

Sr. Lucia hatte während ihrer Zeit im Orden der Dorotheerinnen wiederholt den Wunsch geäußert, in den Karmel einzutreten, nicht zuletzt, um sich angesichts der vielen Besucher und der ungebrochenen öffentlichen Aufmerksamkeit in ein mehr kontemplatives Leben zurückzuziehen. Ihre Oberin hatte dies abgelehnt mit der Begründung, dass Sr. Lucia für das harte Leben in der Abgeschlossenheit des Karmel nicht geeignet sei. 1948 jedoch gab Papst Pius XII. Sr. Lucias Wunsch statt.

13. Mai 1948 Sr. Lucia wird im Karmel St. Teresa in Coimbra eingekleidet.

31. Mai 1949 Sr. Lucia legt im Karmel in Coimbra die feierliche Profess ab.

2. September 1952 P. Schweigl befragt Sr. Lucia im Auftrag von Pius XII. im Konvent in Coimbra zum dritten Geheimnis.

17. Mai 1955 Kardinal Ottaviani wird von Pius XII. nach Coimbra geschickt, um Sr. Lucia über das dritte Geheimnis zu befragen. Daraufhin erfolgt der Befehl, den Text des dritten Geheimnisses, das bislang beim Bischof in Fatima aufbewahrt wurde, in den Vatikan zu übersenden.

16. April 1957 Der Text des dritten Geheimnisses wird in den Vatikan transferiert und im päpstlichen Safe hinterlegt.

26. Dezember 1957 P. Augustin Fuentes führt ein langes Interview mit Sr. Lucia.

Die Gottesmutter sei sehr traurig, da niemand ihre Botschaft beachte.  Eine schreckliche Strafe Gottes wird über die Menschheit hereinbrechen als Resultat der Nichtbeachtung der Wünsche der Gottesmutter. Russland wird das Instrument der Strafe sein, solange seine Weihe an das unbefleckte Herz Mariens nicht vollzogen ist. Der entscheidende Kampf zwischen Maria und Satan ist dabei zu entbrennen. Satan habe es besonders auf Priester und andere gottgeweihte Seelen abgesehen, da dies Gott am meisten beleidige und Satan so in kurzer Zeit die größte Anzahl an Seelen für sich gewinnen könne. Sr. Lucia mahnt eindringlich zur sofortigen Abkehr von allen Sünden, da wir in den letzten Zeiten leben und es außer dem Rosenkranz und der Andacht zum unbefleckten Herzen Mariens, wie in der Botschaft von Fatima vorgestellt, kein Mittel zur Rettung von Seiten Gottes mehr geben wird.

1958 P. Fuentes veröffentlicht das Interview mit Sr. Lucia mit Approbation des Bischofs von Fatima. Niemand zweifelt an seiner Echtheit.

9. Oktober 1958 Pius XII. stirbt.

2. Juli 1959 Das Interview von P. Fuentes wird in einem anonymen Report aus der bischöflichen Kanzlei von Coimbra als betrügerisch hingestellt. Weiter heisst es darin, dass Sr. Lucia nichts mehr zu Fatima zu sagen habe.

8. Februar 1960 Eine anonyme Meldung aus dem Vatikan verkündet, dass das dritte Geheimnis wahrscheinlich niemals veröffentlicht werden würde.

1960 Sr. Lucia darf keine Besuche mehr empfangen, außer engen Verwandten und alten Bekannten, und auch das nur hinter einem kleinen Gitterfenster. Auch für ihre Mitschwestern ist sie immer seltener zu sehen. Ihrem früheren Beichtvater P. Aparicio wird nach seiner Rückkehr aus Brasilien der Besuch bei ihr verweigert.

13. Mai 1967 Papst Paul VI. stellt bei seinem Besuch in Fatima „Sr. Lucia“ den Pilgern nach der Messe vor.

Zwischen 1960 und 1967 erstreckt sich die Grauzone, in welcher der Austausch der beiden „Schwestern“ stattgefunden haben muss. Was auch immer mit der echten Sr. Lucia geschehen ist – welch besseren Ort für ein solches Täuschungsmanöver könnte es geben als die Verschwiegenheit eines Karmeliterklosters? Während die echte Schwester immer seltener zu sehen ist, vielleicht monatelang nicht, wird sie unbeachtet aus dem Verkehr gezogen, vielleicht in ein anderes Kloster verfrachtet oder … . Dann taucht sie in ebenso unregelmäßigen Abständen wieder auf, nur ist es diesmal eine Doppelgängerin, die sich nach und nach wieder in das Alltagsleben der Karmelschwestern integriert.

Der Karmel in Coimbra zählt heute 18 Schwestern. Angenommen, 1960 waren es einige mehr, so ist die Zahl doch überschaubar genug, um die Kontrolle zu behalten über jene, die die echte Sr. Lucia kannten. Vielleicht wurden sämtliche Nonnen in andere Karmel in Portugal oder Spanien versetzt, so dass nach und nach pünktlich zum Auftreten der „falschen“ Schwester die gesamte Klosterbelegschaft ausgewechselt war und niemand Verdacht geschöpft hätte. Sie hatten ja nie eine andere Sr. Lucia gekannt als jene, die ihnen vorgestellt worden war.

Der Schwindel mag aber trotzdem auch denen aufgefallen sein, die die echte Schwester Lucia gar nicht persönlich kannten. So berichtet die Priorin des Karmel in Coimbra, Sr. Maria Celina, die ab ca. 1977 bis 2005 mit „Sr. Lucia“ zusammenlebte, in einem Dokumentarfilm, dass sie Sr. Lucia bei ihrer ersten Begegnung im Kloster für acht Tage nicht erkannt habe („Das kann doch nicht Schwester Lucia sein“).

Neben den physischen Aspekten sind es außerdem die Unterschiede in Verhalten und Aussagen, die untermauern, dass Sr. Lucia ab 1960 durch eine Doppelgängerin ersetzt wurde.

Zeichnete sich die echte Sr. Lucia durch Ernsthaftigkeit und Zurückhaltung aus, lächelt die falsche Sr. Lucia fast unentwegt und bewegt sich souverän im Beisein von kirchlichen Würdenträgern, Menschenmengen und Kameras. Sie schüttelt Hände, lässt den Arm um sich legen,  ja küsst Papst Johannes Paul II. am 13. Mai 2000 direkt nach Empfang der Kommunion inbrünstig die Hand – eine Geste, die bei der echten Schwester Lucia unvorstellbar gewesen wäre!

Offensichtlich ist es dem Vatikan seit Ableben Pius XII. und noch vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1962 – 1965 ein großes Anliegen, dass das dritte Geheimnis von Fatima nicht an die Öffentlichkeit gelangt – ein Anliegen von so großer Wichtigkeit, dass selbst vor Lügen und einem Betrug, der die ganze Welt zum Narren hält, nicht zurückgeschreckt wurde. Früher oder später jedoch wird die Wahrheit ans Licht kommen, gemäß dem Versprechen der Gottesmutter in Fatima: „am Ende wird mein unbeflecktes Herz triumphieren“.

Papst Benedikt XVI., der als Kardinal Ratzinger für die Glaubenskongegation zuständig war und Zugang zur nach dem Tod der Doppelgängerin 2005 versiegelten Zelle von Sr. Lucia hatte, scheint jedenfalls ein schlechtes Gewissen zu plagen. So äußerte der umstrittende Piusbruder-Bischof Williamson, der Papst habe einem ihm bekannten Monsignore gegenüber gestanden, dass auf ihm laste, wie das dritte Geheimnis von Fatima am 26. Juni 2000 behandelt worden sei, aber ihm seien „die Hände gebunden“ gewesen.

Auch die falsche Sr. Lucia mag gegen Ende ihrer Tage das Gewissen geplagt haben. Um das Jahr 2000 herum wurde ihr wieder Schweigen auferlegt, nachdem sie jahrzehntelang so präsent war in den Medien, Bücher schrieb usw. Bei der Veröffentlichung des dritten Geheimnisses war sie nicht zugegen. Drängte es sie etwa, die Wahrheit zu sagen?

Hoffen und beten wir, dass die Wahrheit über Fatima bald ans Licht kommen möge.

Anmerkung: Auch wenn häufig von „Drei Geheimnissen“ oder dem „Dritten Geheimnis“ von Fatima zu lesen ist, gab es korrekt immer nur ein einziges „Geheimnis“, welches sich aber in drei Teile gliedern lässt: Höllenvision – Verehrung des unbefleckten Herzen Mariens und Weihe Russlands – dritter Teil unveröffentlicht


Weiterlesen:

Tradition in Action

Salve Maria Regina

Chronologie einer Vertuschung

auf Weg Wahrheit Leben:

Teil I: Höllenvision und der Botschaft erster und zweiter Teil

Teil II: Widersprüche um das „dritte Geheimnis“

Teil IV: Die Weihe Russlands ist noch immer nicht erfolgt

Das Sonnenwunder von Fatima