Archive for the 'Pilgerreisen' Category

Gebet des Papstes, am Pfingstfest heute

08/06/2014

für das Heilige Land während des Treffens von Abbas und Peres im Vatikan:

Herr, Gott des Friedens, erhöre unser Flehen!

Viele Male und über viele Jahre hin haben wir versucht, unsere Konflikte mit unseren Kräften und auch mit unseren Waffen zu lösen; so viele Momente der Feindseligkeit und der Dunkelheit; so viel vergossenes Blut; so viele zerbrochene Leben; so viele begrabene Hoffnungen… Doch unsere Anstrengungen waren vergeblich. Nun, Herr, hilf Du uns! Schenke Du uns den Frieden, lehre Du uns den Frieden, führe Du uns zum Frieden! Öffne unsere Augen und unsere Herzen, und gib uns den Mut zu sagen: „Nie wieder Krieg!“; „Mit dem Krieg ist alles zerstört!“ Flöße uns den Mut ein, konkrete Taten zu vollbringen, um den Frieden aufzubauen.

Herr, Gott Abrahams und der Propheten, Du Gott der Liebe, der Du uns erschaffen hast und uns rufst, als Brüder zu leben, schenke uns die Kraft, jeden Tag Baumeister des Friedens zu sein; schenke uns die Fähigkeit, alle Mitmenschen, denen wir auf unserem Weg begegnen, mit wohlwollenden Augen zu sehen. Mach uns bereit, auf den Notschrei unserer Bürger zu hören, die uns bitten, unsere Waffen in Werkzeuge des Friedens zu verwandeln, unsere Ängste in Vertrauen und unsere Spannungen in Vergebung. Halte in uns die Flamme der Hoffnung am Brennen, damit wir mit geduldiger Ausdauer Entscheidungen für den Dialog und die Versöhnung treffen, damit endlich der Friede siege. Und mögen diese Worte – Spaltung, Hass, Krieg – aus dem Herzen jedes Menschen verbannt werden! Herr, entwaffne die Zunge und die Hände, erneuere Herzen und Geist, damit das Wort, das uns einander begegnen lässt, immer „Bruder“ laute und unser Leben seinen Ausdruck finde in „Shalom, Frieden, Salam“! Amen.

Holy Land

 

Hier geht’s zur deutschen Version der Seite des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem

Geburtskirche zum Weltkulturerbe ernannt

29/06/2012

Gegen den Willen Israels hat das Unesco-Kommitee die Geburtskirche in Bethlehem bei seiner diesjährigen Zusammenkunft in St. Petersburg zum Weltkulturerbe erklärt. Die Geburtskirche ist damit die erste Welterbestätte in Palästina. Auch bei dessen Aufnahme in die Unesco als vollwertiges Mitglied im vergangenen Oktober hatte es heftigen Protest aus Israel und den USA gegeben.

Die Unesco-Entscheidung (bei 21 Stimmen 13 Ja, 6 Nein, 2 Enthaltungen) wird nicht nur von Israel und den USA als problematisch gesehen, auch Kirchenvertreter stehen ihr kritisch gegenüber. Die Geburtskirche ist in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz politischer Konflikte gewesen. Das wird jetzt vielleicht noch zunehmen. Außerdem könnte Gläubigen dadurch der Zugang zur Pilgerstätte erschwert werden. Jedes Jahr pilgern Tausende in die Geburtskirche.

Angesichts zunehmender religiöser Indifferenziertheit und Relativismus in der Welt, und erst recht in UN-Organisationen wie der Unesco, ist die Aufnahme der Geburtskirche ins Weltkulturerbe nur zu begrüßen. Außerdem: der Ort, der als Geburtsort des Schöpfers verehrt wird – hätte doch eigentlich die erste Welterbestätte überhaupt werden müssen…

Die Jungfrau grüßt…

30/05/2011

… aus einer Gasse in Avignon, unweit des Papstpalastes


Die Geheimnisse von Fatima (IV) : Die Weihe Russlands ist noch immer nicht erfolgt

13/12/2010

Kernelement der Botschaft von Fatima 1917 ist die Weihe Russlands an das unbefleckte Herz Mariens:

Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören.“

Die Gottesmutter verpricht der Seherin Lucia am 13. Juli 1917, zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen und die Weihe zu erbitten. Dies geschieht 1929, wo die Hl. Jungfrau Lucia erneut erscheint und unmissverständliche Anweisungen gibt, wie die Weihe zu vollziehen sei.

Daraufhin werden im Laufe des 20. Jahrhunderts zwar etliche Varianten marianischer Weihen von Seiten verschiedener Päpste durchgeführt, jedoch keine davon gemäss den Bedingungen der Gottesmutter, wie folgende kleine Chronik aufzeigt:

13. Juni 1929 Gemäss ihrem Versprechen von 1917 erscheint die Hl. Jungfrau Sr. Lucia im Konvent in Tuy, Spanien. Sie steht auf einer Wolke neben ihrem gekreuzigten göttlichen Sohn und sagt:

„Der Moment ist gekommen, in dem Gott den Heiligen Vater auffordert, es anzuordnen und durchzusetzen, dass vereint mit ihm und zur gleichen Zeit,  alle Bischöfe der Welt die Weihe Russlands an Mein Unbefleckte Herz vollziehen, und er verspricht, es wegen dieses Tages des Gebetes und der Wiedergutmachung zu bekehren.“

Mai 1936 Jesus teilt Sr. Lucia mit, dass die Bekehrung Russlands nur stattfinden werde, wenn es feierlich und öffentlich durch den Papst in Einheit mit allen Bischöfen dem Unbefleckten Herzen Mariens geweiht würde. Bei einer anderen Gelegenheit sagt die Gottesmutter zu Sr. Lucia, dass Russland zum Instrument der Bestrafung der Welt würde, es sei denn, die Bekehrung dieser „armen Nation“ würde vorher durch die Weihe erreicht.

31. Oktober 1942 Im Alleingang weiht Papst Pius XII dem unbefleckten Herzen Mariens die Welt, „die durch Irrtum und Zwietracht getrennten Völker, vornehmlich … diejenigen, die dir eine besondere Andacht bezeugen“ – damit soll wohl Russland gemeint sein, wird aber nicht ausdrücklich namentlich erwähnt.

Frühjahr 1943 Jesus teilt Schwester Lucia mit, dass durch diese Weihe der Weltfriede nicht erreicht, aber der Krieg verkürzt würde.

15. Juli 1946 Im Interview mit Prof. William T. Walsh weist Sr. Lucia darauf hin, dass die Gottesmutter nicht die Weihe der Welt forderte, sondern nur und ausdrücklich Russlands.

7. Juli 1952 Papst Pius XII weiht Russland ausdrücklich, aber er wird nicht von allen katholischen Bischöfen der Welt begleitet, zumal er sie nicht aufforderte, sich zu beteiligen –  man hätte ihn nicht über diese Notwendigkeit informiert.

21. November 1964 Papst Paul VI erneuert in Anwesenheit der Konzilsväter, aber ohne ihre Mitwirkung, die Weihe Russlands an das Unbefleckte Herz.

7. Juni 1981 Papst Johannes Paul II weiht nach Lektüre des dritten Teils des Geheimnisses abermals die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens in einem „Vertrauensakt“. Der Papst selbst ist aber „gezwungenermaßen“ bei jener Zeremonie nicht zugegen (!), eine Aufzeichnung seiner Ansprache wird abgespielt.

13. Mai 1982 Bei seinem Besuch in Fatima erneuert Johannes Paul II die Weihe / „den Vertrauensakt“ von 1981. Seine Einladung an die Bischöfe der Welt, die Weihe gemeinsam mit ihm zu vollziehen, erreicht viele nicht rechtzeitig.

Oktober 1983 Während der Bischofssynode erneuert Johannes Paul II die Weihe / „den Vertrauensakt“ von 1982 abermals.

25. März 1984 Johannes Paul II, „vereinigt mit allen Priestern der Kirche“, weiht „die ganze Welt, insbesondere jene Völker,  für die man aufgrund ihrer Situation besondere Liebe und Besorgnis hat“. Wieder wird Russland nicht namentlich genannt.

Kurz darauf bestätigt Sr. Lucia (Anm. besser gesagt ihre Doppelgängerin, siehe hier) jedoch dem päpstlichen Nuntius von Portugal, dass die Weihe nun vollzogen sei.

Dem ist aber vermutlich nicht so, denn:

1. Russland ist keinesfalls „bekehrt“, nur weil das Sowjetregime offiziell nicht länger existiert. Abtreibung gilt in Russland als wichtigste Methode zur Geburtenregelung (durchschnittlich 8-10 Abtreibungen pro Frau!), und in den Nachrichten macht das Land fast ausschliesslich Schlagzeilen wegen seiner mafiösen Strukturen, dekadenten Neureichen und ermordeten systemkritischen Journalisten.

2. Beim aufmerksamen Beobachter des aktuellen Weltgeschens regt sich der Verdacht, dass der seit dem Mauerfall vermeintlich totgesagte Kommunismus quicklebendig in unserer Mitte weilt. Nahezu unbemerkt hat sich kommunistisches Gedankengut in den modernen Demokratien des Westens als Mainstream-Leitbild etabliert. Es scheint, als ob das Lüften des Eisernen Vorhangs eher die Verknechtung weiter vorangetrieben hat, statt Freiheit zu bringen: mit Wegfall dieser Barriere wurde der ungehinderten Ausbreitung der kommunistischen Irrlehren über die ganze Welt Tür und Tor geöffnet. Im wiedervereinten Deutschland etwa haben viele der DDR-Politiker von einem Tag auf den anderen die Parteien der BRD infiltriert (Merkel, Gysi, de Maiziere …), statt erstmal Vergangenheit aufzuarbeiten. Sie sind massgeblich beteiligt an jenem gesellschaftlichen Linksruck.  Weitere Beispiele: die EU(dSSR) mit ihrem Einheitswahn und ihrer Einheitswährung, inklusive massivem Staats(EU-Rats)interventionismus und gross angelegten Umverteilungsmassnahmen wie Struktur- und Entwicklungsfonds und „Euro-Rettungsschirm“. Und: die Zerstörung der traditionellen Familie und ihr fragwürdiger Ersatz durch Patchwork- und Homo-Lebensgemeinschaften, Ausweitung des Kinderkrippenangebots, Gender-Mainstreaming, religiöse Indifferenz und steigende Christenfeindlichkeit auch und gerade in traditionell christlichen europäischen Ländern usw.

3. Ganz offensichtlich befindet sich die Welt nicht in einer Periode des Friedens, wie sie von der Jungfrau im Anschluss an die Weihe und Bekehrung Russlands versprochen worden war. Abgesehen von militärischen Konflikten in Nahost und Afrika und dem internationalen Terrorismus, führt die angepannte Lage aufgrund der aktuellen Finanzkrise zu immer mehr gewalttätigen Auseinandersetzungen auch in scheinbar stabilen europäischen Ländern. Es macht vielmehr den Eindruck, als nähmen Gewalt und Aggression weltweit von Tag zu Tag zu und als sässen wir alle auf einem Pulverfass, das eher früher als später hochgehen wird.

Warum also haben die Päpste seit Bekanntwerden der Botschaft von Fatima und der Bedeutung der Weihe Russlands für das weitere Geschick der Welt, diese nicht vollzogen wie von der Gottesmutter gewünscht? Was die nachkonziliaren Päpste betrifft, so liefern die innerkirchliche Entwicklung und auch die Art und Weise, wie mit Fatima seither verfahren wurde, bereits die Antwort: hier wird absichtlich etwas zurückgehalten, ja vertuscht. Dazu gehört auch die Weihe, weil Fatima den eigenwilligen menschlichen Plänen für Weltpolitik und Kirche sonst in die Quere gekommen wäre oder käme.

Pius XII

Pius XII

Aber Pius XII, dieser vergeistigte, rechtschaffene vorkonziliare Papst? Der grosse Marienverehrer, der am 1. November 1950 das Dogma ihrer leiblichen Aufnahme in den Himmel ausrief? Waren der interne Druck aus dem Vatikan und der politische Druck von aussen angesichts eines postrevolutionären Russland und des verheerenden Krieges kollidierender Ideologien zu gross? Wagte er deshalb 1942 nicht, den geforderten Klartext zu sprechen und setzte stattdessen auf diplomatisch-unscharfe Formulierungen? Warum handelte er ausserdem im Alleingang ohne die Bischöfe? Seine ausdrückliche Weihe Russlands 1952 geschah schliesslich auch wiederum ohne die Bischöfe.

Mit drei „privaten“ Sonnenwundern, die Pius XII im Oktober, November und Dezember 1950 in den vatikanischen Gärten nahe einer Lourdes-Statue widerfahren sind, wollte ihn die Gottesmutter wohl auch an die noch ausstehende Weihe erinnern. Unter diesem Aspekt lässt sich auch das am 13. Mai 1981 – also am Fatima-Jahrestag – erfolgte Attentat auf Johannes Paul II wie eine Mahnung verstehen.

Es ist schwer vorstellbar, dass Pius XII willentlich entgegen den Wünschen der Gottesmutter handelte. Entweder wurde er tatsächlich nicht ausreichend über die Bedingungen der Weihe informiert, oder man hat ihm den Gehorsam verweigert.

Jedoch könnten das sich schleppend hinziehende Seligsprechungsverfahren von Pius XII und auch die Positionierung seiner Statue am äussersten Rand des Fatima-Heiligtums, in grösstmöglicher Entfernung zu Basilika und Erscheinungskapelle, im Zusammenhang mit der nicht vollzogenen Weihe Russlands stehen.

Hoffen und beten wir also, dass die Wahrheit über Fatima bald ans Licht kommt und mit ihr die Weihe korrekt vollzogen wird, gemäss dem Versprechen der Gottesmutter von 1917:

„…am Ende aber wird mein Unbeflecktes Herz triumphieren. Der Heilige Vater wird mir Russland weihen, das sich bekehren wird, und der Welt wird eine Zeit des Friedens geschenkt werden.“


Anmerkung: Auch wenn häufig von „Drei Geheimnissen“ oder dem „Dritten Geheimnis“ von Fatima zu lesen ist, gab es korrekt immer nur ein einziges „Geheimnis“, welches sich aber in drei Teile gliedern lässt.

Weiterlesen:

Über die kulturelle Revolution, die auch nach dem Zerfall des kommunistischen Sowjetblocks wirksam ist, auf Kultur und Medien Online

Über eine mögliche Fusion der EU mit Russland, als „grünem“ Neo-Kommunismus, auf infokrieg.tv

Zu Fatima:

Teil I: Höllenvision und der Botschaft erster und zweiter Teil

Teil II: Widersprüche um das „dritte Geheimnis“

Teil III: Was geschah mit Schwester Lucia?

Das Sonnenwunder von Fatima


Das Grabtuch wird Maria überbracht

13/04/2010

Das Turiner Grabtuch ist vom 10. April – 23. Mai 2010 im Turiner Dom öffentlich ausgestellt. Informationen und Anmeldung unter www.sindone.org

In einer Nacht nach Pfingsten erhält Maria Besuch von Joseph von Arimathäa, Nikodemus und Lazarus.

Nikodemus sagt: „… Das andere, das zweite Grabtuch, das ihn vom Abend des Rüsttags bis zur Auferstehung eingehüllt hat, mußt du erhalten. Und – ich sage es dir, damit du bei seinem Anblick nicht allzusehr erschüttert bist – du mußt wissen, daß im Verlauf der Tage seine Gestalt immer klarer auf dem Leinen in Erscheinung getreten ist, so wie sie nach der Waschung war.

Als wir es aus dem Grab nahmen, schien es nur der Abdruck seiner von Salben und dem Blut und Sekret der vielen Wunden bedeckten Glieder zu sein. Aber durch irgendeinen übernatürlichen Eingriff, durch eines seiner Wunder, mit der er dir Freude bereiten will, erscheint der Abdruck immer klarer und deutlicher. Er ist hier auf dieser Leinwand, schön und mächtig, obgleich verwundet, ruhig und friedvoll, auch nach so viel Marter. Fühlst du dich stark genug, es anzusehen?“

„Oh, Nikodemus! Aber dies war doch mein größter Wunsch! Du sagst, daß sein Antlitz voll Frieden ist… Oh, ihn so sehen zu können,  und nicht mit dem gequälten Ausdruck, den er auf dem Schleier der Nike hat!“ antwortet Maria mit vor der Brust gefalteten Händen.

Die Vier rücken nun um den Tisch in die Mitte, um mehr Platz zu haben, und, Johannes und Lazarus auf der einen und Nikodemus und Joseph auf der anderen Seite, entfalten langsam die lange Leinwand. Zuerst erscheint die Rückseite, bei den Füßen beginnend, dann wo die Abdrücke des Kopfes fast aufeinander treffen, die Vorderseite.

Die Linien sind deutlich, und deutlich sind auch die Male – alle Male, die der Geißelung, der Dornenkrönung – die Schürfwunden vom Kreuz, die Quetschungen der Schläge und Stürze, und die Wunden der Nägel und der Lanze.

Maria fällt auf die Knie, küßt das Tuch, streichelt die Abdrücke, küßt die Wundmale. Sie ist bekümmert, aber ebenso ersichtlich zufrieden, dieses übernatürliche, wunderbare Bild von ihm zu haben.

Auszug aus “Der Gottmensch”, Bd. XII von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Von himmelschreiender Ungerechtigkeit und den tauben Ohren der Welt

31/08/2009

Seit wann rechtfertigt in der Vergangenheit erlittenes Unrecht ein Verbrechen? Einem misshandelten Kind, das als Erwachsener zum Schläger wird, bringen wir zwar Mitgefühl entgegen, doch steht außer Frage, dass seinem Handeln ein Ende gesetzt werden muss.

Auf der politischen Bühne hingegen werden seit Jahrzehnten Verbrechen verübt, und niemand schreitet ein. Die Täter fühlen sich im Recht, so zu handeln, da ihnen zuvor Ähnliches angetan wurde. Erhebt sich eine kritische Stimme, genügt der Verweis auf eben jenes vergangene Unrecht, und die Stimme verstummt.

Die Rede ist von der erbarmungslosen Vorgehensweise Israels gegen das palästinensische Volk.

Aktuell gibt es einen israelischen Staat mit palästinensischen Enklaven, die inzwischen offiziell zwar autonom verwaltet sind, de facto aber von Israel derart in ihren Freiheitsrechten eingeschränkt werden, dass von Autonomie keine Rede sein kann.

Da wäre zum einen das Westjordanland, das von 300.000 jüdischen Siedlern besetzt ist, Tendenz steigend.

Wandmalerei in Bethlehem

Wandmalerei in Bethlehem

Die jüngst von Barack Hussein Obama wieder aufgewärmte Forderung nach Beendigung der Siedlungsaktivitäten, als Basisvoraussetzung für eine Zweistaatenlösung, wird auch dieses Mal nicht mehr als Lippenbekenntnisse und Scheinerfolge hervorbringen. Da hilft auch kein Zusammentreffen Netanyahus in Berlin mit Merkel und Steinmeier.

Wann immer entsprechende Gebote erlassen wurden: es hält sich ja doch niemand daran. Illegale Siedler errichten ihre Hütten, wo es ihnen passt, und werden diese von den Militärs abgerissen, wird einfach wieder aufgebaut. In den meisten Fällen aber schützen Militär und Staat die Pioniere, viele provisorische Containersiedlungen sind an die Infrastruktur angeschlossen, es gibt Schulen und Spielplätze.

Jüdische Siedlung im Westjordanland

Jüdische Siedlung im Westjordanland

Permanente Siedlungen wirken mit ihrer klobigen Bauweise wie Fremdkörper in der milden Landschaft Palästinas, manche ziehen sich wie moderne Festungen die Hügelketten entlang und demonstrieren Uneinnehmbarkeit.

Moderne Festungsanlage nahe Jerusalem

Moderne Festungsanlage nahe Jerusalem

Selbst wenn ein Stopp für neue Bauanträge durchgesetzt würde, laut eines Artikels auf n-tv.de gibt es zur Zeit an die 40.000 bereits genehmigten Projekte, die ungeachtet dessen einfach fortgeführt werden könnten. Dadurch ließe sich die Zahl der jüdischen Siedler verdoppeln, die schleichende Annektierung des Westjordanlandes schritte weiter voran.

An den im Dritten Reich so übel behandelten Juden darf allerdings keine Kritik geübt werden, schon gar nicht von deutscher Seite. Wurden sie nicht auf abscheuliche Weise zusammengepfercht, enteignet, entwürdigt, ermordet? Ja.

Im Laufe der Weltgeschichte geschahen und geschehen aber durchaus noch andere Genozide und Grausamkeiten. Eine davon hier und heute, vor unseren Augen, mitten im Heiligen Land.

Die christliche Provence

12/08/2009

Die Provence, ein beliebtes Reiseziel der Deutschen, ist einer der ältesten und wichtigsten Orte des Christentums in Europa. Besonders interessant ist, dass sich die provenzalische Tradition weitgehend mit den Zeugnissen der 2004 selig gesprochenen Seherin Katharina Emmerich und den Visionen von Maria Valtorta deckt.


Während der Christenverfolgungen in Palästina landete um 42 n. Chr. bei Les-Saintes-Maries-de-la-Mer ein Boot mit sieben engen Vertrauten Jesu, darunter die drei Geschwister Lazarus, Maria Magdalena und Martha. Sie verbreiteten das Christentum in der Provence und hinterliessen dabei zahlreiche Spuren :

Der hl. Lazarus wurde erster Bischof von Marseille, in den Katakomben von St. Victor ist heute noch sein in Stein gehauener Sitz zu entdecken. Er starb unter Domitian den Märtyrertod, nachdem er sich geweigert hatte, den römischen Göttern zu opfern. Das unterirdische Gefängnis an der Place de Lenche, in dem er vor seiner Enthauptung gefangen gehalten wurde, existiert immer noch, kann aber nicht besichtigt werden. Ein Teil seiner Reliquien befinden sich heute in der Cathédrale de la Major.

Die hl. Martha blieb in der Nähe von Tarascon, wo sie viele Bekehrungen erwirkte und ein bekanntes Untier, die Tarasque, mit dem Kreuzzeichen bezähmte. Bereits im Jahr 500 pilgerte Clovis  zu den Reliquien der Heiligen, die dort in der Kirche Sainte Marthe verehrt werden.

Die hl. Maria Magdalena – Schutzpatronin der Provence – lebte noch ca. 30 Jahre zurückgezogen in einer Höhle im Gebirgsmassif Sainte Baume südöstlich von Aix en Provence. 1279 wurde ihr Grab wiederentdeckt und daraufhin in St. Maximin eine beeindruckende Basilika für ihre Reliquien errichtet. Die Höhle und die Basilika sind unbedingt einen Besuch wert! Der Aufstieg zur Höhle, bei der vier Dominikaner ständig leben, dauert ungefähr 1 Stunde. Viele Wanderungen sind in dieser schönen Gegend möglich und wer dort länger bleiben möchte, kann bei den Dominikanerinnen am Fuss des Massifs in der Nähe von Plan d’Aups günstig übernachten.

 

Camargue: Verehrung der heiligen Marien

Les-Saintes-Maries-de-la-Mer: Verehrung der heiligen Marien

Fast alle provenzalischen Städte und Dörfer tragen unzählige Spuren des frühen und späteren Christentums: Abteien, Klöster, Kirchen, Kapellen, Gärten, Höhlen, grosse und kleine Heiligtümer duchziehen das ganze Gebiet. Hinzu kommen Bildhauerei, Malerei, Kunsthandwerk, traditionelle Krippenfiguren usw.

Cannes-Lérins war während mehrerer Jahrzehnte das Zentrum der christlichen Spiritualität und Avignon ist der einzige Ort, in dem sich das Papsttum ausserhalb Italiens niederliess.  314 berief der erste christliche römische Herrscher Konstantin das erste kirchliche Konzil nach Arles ein. Viele Heilige und Märtyrer haben in der Provence gelebt und gewirkt (der hl. Antonius z. B. in Arles/ Trinquetaille) und Kloster und Orden gegründet (z. B. der hl. Kassian). Sowohl in den bekannteren Orten als auch in kleinen Dörfern finden immer noch berührende traditionelle Prozessionen und Feste statt. An einigen Orten haben Marienerscheinungen stattgefunden, z. B. in La Salette und Sisteron. In Cotignac wird zusätzlich die Erscheinung des hl. Joseph verehrt.

Was den Jakobsweg betrifft, führen zwei verschiedene Pilgerrouten über Arles nach Compostella: eine von Norden kommend über die Alpen, die zweite von Osten/ Italien her, sie führt teilweise am Mittelmeer entlang.

Weitere Informationen: Diözese Marseille oder Comité regional de Tourisme PACA