Posts Tagged ‘Geist’

Jesus erklärt die Göttliche Trinität

26/05/2013

zum Dreifaltigkeitssonntag 2013: Johannes 16,12-15

1. Juli (1943)

Jesus sagt:

„(…) Gott ist Licht. Ein grenzenlos ausgedehntes, majestätisches, ruhiges Licht geht vom Vater aus. Ein unendlicher Kreis, der von dem Augenblick an, in dem gesagt wurde: „Es werde Licht“, bis in Ewigkeit die ganze Schöpfung umfasst,  denn Gott, der in Ewigkeit war,  umarmt die Schöpfung seit diese ist, und wird sie immer weiter umarmen, alles, was in seiner letzten Form – der ewigen, nach dem Gericht – von dem Geschaffenen bleiben wird. Er wird diejenigen, die ewig mit Ihm im Himmel sind, umarmen. 

Im Innern des ewigdauernden Kreises des göttlichen Vaters ist ein zweiter, von Ihm gezeugter Kreis, der auf andere, jedoch nicht auf entgegengesetzte Weise wirkt, denn die Wesenheit ist eine. Dieser ist der göttliche Sohn. Sein heftig vibrierendes Licht gibt nicht allein den Köpern Leben, sondern gibt den Seelen durch sein göttliches Opfer das LEBEN, das sie verloren hatten. Es ist ein Ausfluten mächtiger und sanfter Strahlen, die eure Menschennatur nähren und euren Geist belehren.

Im Innern des zweiten Kreises ist, von dem Wirken der beiden Kreise hervorgerufen, ein dritter, noch glühender und heftiger vibrierender Kreis. Das ist der Heilige Geist. Er ist die Göttliche, aus den Beziehungen zwischen Vater und Sohn hervorgehende Liebe, der Mittler zwischen den Beiden und zugleich ihrer Beider Ausfließen, das Wunder aller Wunder.

Dreieinigkeit-Hildegard v Bingen

Hildegard v Bingen: Dreieinigkeit

Der Göttliche Gedanke erzeugte das Göttliche Wort, und der Gedanke und das Wort lieben sich. Diese Göttliche Liebe ist der Paraklet. Er wirkt auf euren Geist, auf eure Seele, auf euer Fleisch ein. Denn er weiht den ganzen vom Vater geschaffenen und vom Sohn erlösten Tempel eurer Person, die nach dem Bild und Gleichnis des Einen und Dreifaltigen Gottes erschaffen wurde.

Der Heilige Geist ist Salbung auf der vom Vater gewirkten Schöpfung eurer Person, ist Gnade, um in den Genuss des göttlichen Opfers des Sohnes zu gelangen, ist Weisheit und Licht, um das Wort Gottes zu verstehen. Ein konzentriertes Licht, nicht, weil es den Anderen gegenüber eingeschränkt wäre, sondern weil es der Geist des Göttlichen Geistes ist und weil es in seiner kondensierten Form allmächtigst, auch in seinen Wirkungen allermächtigst ist. 

Deshalb sage Ich: „Wenn der Beistand kommt, wird er euch lehren.“ Nicht einmal Ich, der Ich der wortgewordene Gedanke des göttlichen Vaters bin, kann euch so wie der Heilige Geist in einem einzigen Aufleuchten alles verstehen lassen.

Wenn jedes Knie sich vor dem Sohn beugen muss, so muss vor dem Beistand sich jeder Geist neigen, denn der Geist Gottes gibt dem Geist Leben. 

Die Göttliche Liebe ist es, die das Universum erschaffen hat, die die ersten Diener Gottes unterwiesen hat, die den Vater getrieben hat, euch die Gebote zu geben, die die Propheten erleuchtet hat, die Mich an das Kreuz geheftet hat, die die Märtyrer gestärkt hat, die die Kirche aufgerichtet hat, und die die Wunder der Gnade wirkt.

Bild 1

Weissleuchtendes Feuer, menschlichem Auge und menschlicher Natur unerträglich, konzentriert es in Sich den Vater und den Sohn und ist das unbegreifliche, unzugängliche Juwel Unserer ewigen göttlichen Schönheit. Unbeweglich in der Tiefe des Himmels, zieht Es alle die Geister Meiner triumphierenden Kirche an Sich, und Sein heiliger Atem saugt auch diejenigen, die in der Streitenden Kirche geistlich zu leben wissen, an Sein Herz. 

Unsere Göttliche Trinität, Unsere dreifaltige und eine Natur steht in ihrem ewigen Dasein unbeweglich in einem einzigen Glanz in dem Einen Punkt, von dem aus alles, was da ist, hervorgebracht wird.

Sprich nun: „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.“ (…)“

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Ich kam als Licht der Welt“

„Ich und der Vater sind eins“

„Das Gesetz Gottes dreht sich ganz und gar um die Liebe“

Werbeanzeigen

„Mir als Jünger nachzufolgen, will heißen…“

04/09/2010
zum Sonntagsevangelium vom 5. September 2010: Lukas 14,25-33

Während die Frauen stehenbleiben, wo es ihnen erlaubt ist, begibt sich Jesus mit den Jüngern zum Gebet an den Ort der Hebräer. Nachdem alle Riten vollzogen sind, kommt er zurück, um mit den im Vorhof der Heiden Wartenden zusammenzutreffen.

Die sehr weiten und hohen Säulenhallen sind voller Menschen, die den Lesungen der Rabbis lauschen. Jesus begibt sich dorthin, wo er die beiden Apostel und die vorausgesandten Jünger warten sieht. Sofort bildet sich eine Gruppe um ihn; zu den Aposteln und Jüngern gesellen sich zahlreiche Personen aus der Menschenmenge im marmornen Hof. Die Neugierde ist so gross, dass auch einige Schüler der Rabbis – ich weiß nicht, ob freiwillig oder von ihren Meistern geschickt – sich der Gruppe um Jesus anschließen.


Jesus fragt ganz unvermittelt: „Warum drängt ihr euch so um mich? Sagt es. Ihr habt doch bekannte und weise Rabbis, die ein großes Ansehen genießen. Ich bin der Unbekannte, der Unerwünschte. Warum kommt ihr also zu mir?“

„Weil wir dich lieben“, sagen einige, und andere: „Weil deine Worte anders sind als die der anderen“, und wieder andere: „Um deine Wunder zu sehen“, und: „Weil wir von dir gehört haben“, und: „Nur du allein hast Worte des ewigen Lebens, und deine Werke entsprechen deinen Worten“, und schliesslich: „Weil wir uns deinen Jüngern anschließen wollen.“

Jesus schaut jeden einzelnen Sprecher an, als wolle er ihn mit seinem Blick durchbohren, um seine verborgensten Gefühle kennenzulernen, und mancher, der dem Blick nicht standhält, entfernt sich oder versteckt sich wenigstens hinter einer Säule oder hinter Leuten, die größer sind als er. Jesus fährt fort:

„Aber wißt ihr auch, was es heißt und was es sein soll, mir nachzufolgen? Ich antworte nur auf diese Worte, denn die Neugierde verdient keine Antwort, und wer nach meinen Worten hungert, hat folglich auch Liebe zu mir und das Verlangen, sich mir anzuschließen. Die Leute, die mit mir gesprochen haben, kann man in zwei Gruppen aufteilen: in die der Neugierigen, denen ich keine Aufmerksamkeit schenke, und in die guten Willens, die ich ohne Täuschung über das Ausmaß dieser Berufung unterrichte.

Mir als Jünger nachzufolgen will heißen, auf jede andere Liebe zu verzichten und nur eine einzige Liebe zu haben: die Liebe zu mir. Eigenliebe, sündige Liebe zu Reichtum, Sinnlichkeit oder Macht, ehrenhafte Gattenliebe, heilige Liebe zur Mutter und zum Vater, natürliche Liebe zu den Kindern und den Geschwistern, all das muß meiner Liebe weichen, wenn einer mir angehören will. Wahrlich, ich sage euch: freier als die Vögel, die in den Lüften umherschweifen, müssen meine Jünger sein, und freier als die Winde, die am Firmament dahinziehen und von niemandem und von nichts aufgehalten werden können. Frei, ohne schwere Ketten, ohne die Bande irdischer Liebe, ohne die feinen Spinngewebe selbst der leichtesten Schranken. Der Geist ist wie ein zarter Schmetterling, der im schweren Kokon des Fleisches eingeschlossen ist, und es genügt das schillernde, feine Gewebe einer Spinne, um seinen Flug zu erschweren oder ganz zu verhindern. Diese Spinne ist die Sinnlichkeit und die Trägheit im Opferbringen. Ich will alles, ohne Rückhalt. Der Geist bedarf dieser Freiheit im Geben, dieser Hochherzigkeit im Schenken, um die Gewißheit zu haben, dass er nicht im Spinngewebe der Zuneigungen, der Gewohnheiten, der Erwägungen und der Befürchtungen hängenbleibt; im dichten Spinngewebe, das von der riesenhaften Spinne, dem Seelenräuber Satan, gewoben wird.

Wenn einer zu mir kommen will und nicht heiligmäßig seinen Vater, seine Mutter, seine Gattin, seine Kinder, seine Brüder und Schwestern, ja, sogar sein eigenes Leben hasst, kann er nicht mein Jünger sein. Ich habe gesagt: „heiligmäßig“. Ihr sagt in eurem Herzen: „Haß kann nie heilig sein, er selbst lehrt es. Daher widerspricht er sich.“ Nein. Ich widerspreche mir nicht. Ich sage, man soll hassen, was die wahre Liebe beschwert: die leidenschaftliche, erdgebundene Liebe zu Vater und Mutter, zu Frau und Kindern, zu Brüdern und Schwestern und zum eigenen Leben. Andererseits verlange ich von euch, dass ihr eure Verwandten und das Leben mit der leichten Freiheit, die der Seele eigen ist, liebt. Liebt sie in Gott und durch Gott, doch zieht sie niemals Gott vor, und seid darum bemüht, sie zu dem Gott zu führen, bei dem der Jünger schon ist, zum Gott der Wahrheit. So werdet ihr die Verwandten und Gott heiligmäßig lieben, die beiden Arten der Liebe miteinander versöhnen, und die Bande des Blutes nicht zur Last, sondern zu Flügeln, nicht zur Schuld, sondern zur Gerechtigkeit werden lassen.

Ihr sollt auch bereit sein, euer Leben zu  hassen, um mir zu folgen. Derjenige haßt sein Leben, der es in meinen Dienst stellt und nicht fürchtet, es zu verlieren oder, menschlich gesprochen, es traurig zu verbringen. Aber es ist nur ein scheinbarer Haß, ein Gefühl, das irrtümlicherweise Haß genannt wird von dem Menschen, der sich nicht über sein rein irdisches Dasein erheben kann und nur wenig über dem Tier steht. In Wirklichkeit ist dieser scheinbare Haß, der im Verzicht auf sinnliche Befriedigungen besteht, um den Geist besser gedeihen zu lassen, Liebe. Liebe, und zwar die höchste und segensreichste Liebe, die es gibt.

Dieser Verzicht auf niedrige Genugtuungen und auf die Sinnlichkeit der Zuneigung, dieses Auf-sich-Nehmen von Tadel und ungerechten Bemerkungen, diese Gefahr, bestraft, verschmäht, verflucht und vielleicht sogar verfolgt zu werden, bedeuten eine Reihe von Qualen für uns. Aber man muß sie umarmen und sie auf sich nehmen wie ein Kreuz, wie einen Schandpfahl, an dem man jede vergangene Schuld sühnt, um gerechtfertigt vor Gott zu erscheinen, von dem wir jegliche Gnade, die wahre, mächtige heilige Gnade Gottes empfangen, auch für jene, die wir lieben. Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nicht nachfolgt, kann nicht mein Jünger sein.

Gustave Doré: Verspottung Jesu

Überlegt es euch daher sehr gut, ihr, die ihr sagt: „Wir sind gekommen, um uns deinen Jüngern anzuschließen.“ Es ist keine Schande, sondern Weisheit, wenn man sich prüft und dann sich selbst und den anderen bekennt: ich habe nicht das Zeug, ein Jünger zu werden. Selbst die Heiden haben als Grundlage einer ihrer Lehren die Notwendigkeit, „sich selbst zu erkennen“, und ihr Israeliten, wäret ihr dazu nicht fähig, um den Himmel zu erringen?

Denn, erinnert euch immer: selig jene, die zu mir kommen werden. Aber besser ist es, nicht zu kommen und Sohn des Gesetzes zu bleiben wie bisher, als mich und den, der mich gesandt hat, zu verraten.

Wehe denen, die gesagt haben: „Ich komme“, und dann Christus schaden, weil sie die christliche Lehre verraten, die den Kleinen und den Guten Ärgernis geben! Wehe ihnen! Dennoch wird es sie geben, und immer wird es sie geben!

Macht es daher wie der Mensch, der einen Turm bauen will. Zuerst berechnet er genau die Kosten und zählt sein Geld, um zu sehen, ob er genügend hat, um ihn fertigzustellen; damit er, wenn die Grundmauern einmal beendet sind, nicht die Arbeit einstellen muß, weil kein Geld mehr da ist. In diesem Fall würde er auch das verlieren, was er zuvor hatte, ohne Turm und ohne Geld bleiben und sich noch dazu den Spott der Menschen zuziehen, die sagen würden: „Dieser hier hat zu bauen angefangen, ohne fertigbauen zu können. Nun kann er sich den Bauch mit den Ruinen seines unvollendeten Bauwerkes füllen.“

Macht es auch wie die irdischen Könige und zieht aus den nichtigen Ereignissen dieser Welt eine übernatürliche Lehre. Wenn ein König Krieg gegen einen anderen König führen will, überlegt er alles, das Für und Wider, ruhig und sorgfältig. Er berechnet, ob der Nutzen, den er von der Eroberung hat, das Lebensopfer seiner Untergebenen wert ist. Er prüft, ob seine Streitkräfte, die zwar tapfer, aber auch geringer an Zahl als die des Gegners sind, einen Ort erobern können; und wenn ein König sich eingestehen muß, dass es unwahrscheinlich ist, dass zehntausend Mann zwanzigtausend besiegen, wird er, bevor er es zum Krieg kommen läßt, dem Gegner eine Gesandtschaft mit reichen Geschenken schicken, um ihn zu besänftigen und den Verdacht zu beseitigen, den er durch seine Kriegsvorbereitungen erweckt hat. Er wird ihn mit Freundschaftsbezeugungen entwaffnen und einen Friedensvertrag mit ihm abschliessen, der tatsächlich immer noch vorteilhafter ist als Krieg, sowohl in menschlicher als auch in geistiger Hinsicht.

So müßt auch ihr es machen, bevor ihr ein neues Leben beginnt und der Welt entgegentretet. Denn dies ist die Aufgabe meiner Jünger: aufzutreten gegen die stürmischen und wilden Strömungen der Welt, des Fleisches und Satans. Wenn es euch an Mut fehlt, aus Liebe zu mir auf alles zu verzichten, dann kommt nicht zu mir, denn ihr könnt nicht meine Jünger sein.“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

29. Juni: Hochfest der Hl. Apostel Petrus und Paulus

29/06/2010

Herr, unser Gott,

durch die Apostel Petrus und Paulus

hast du in der Kirche den Grund des Glaubens gelegt.

Auf ihre Fürsprache hin

erhalte und vollende diesen Glauben,

der uns zum ewigen Heil führt.

Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Amen.

 

Am 11. Januar 1944 um 10 Uhr spricht der Apostel Paulus zu Maria Valtorta über die Theorie der Reinkarnation, die er leidenschaftlich verurteilt. Er sagt ihr, dass die Toten nicht in einem neuen Körper wiederkehren und dass es nur eine Auferstehung gibt: die am Jüngsten Tag.

„(…) Der Körper fällt, wenn sein Lebenszyklus zu Ende ist, wie ein Samenkorn in die Grabesverwesung. Der Geist hingegen kehrt zu seiner göttlichen Quelle zurück, um wie das Fleisch als lebendig oder verfault beurteilt zu werden und, je nach seiner Verfassung, seiner Bestimmung zugewiesen zu werden. (…)

In dem zweiten Leben werdet ihr die sein, als die ihr in diesem (irdischen) Leben gelebt habt. Wenn in euch das Himmelreich vorherrschend war, werdet ihr Gottes Natur in euch erkennen und eine solche Natur besitzen, denn Gott wird euer ewiger Besitz sein. Wenn das Irdische in euch vorherrschend war, werdet ihr auch jenseits des Todes Undurchsichtigkeit, Tod, Frost, Schrecken, Finsternis erfahren, alles das, was dem ins Grab gesenkten Körper eignet; mit dem einzigen Unterschied: dass dieser zweite, wahre Tod ewig währt.

Ihr, die ihr nach Gottes Willen Erben Gottes seid, wollet doch nicht, o meine Brüder, diese Erbschaft verschleudern, um dem Fleisch und dem Blut und dem geistigen Irrtum zu folgen.

Ich selbst hatte ja geirrt und lebte der göttlichen Wahrheit entgegengesetzt (1). Ich hatte Christus verfolgt. Meine Sünde ist mir immer noch vor Augen, sogar in der Herrlichkeit dieses Reiches, dessen Pforten sich mir durch meine Reue, meinen Glauben, mein Martyrium, um Christus und das unsterbliche Leben zu bekennen, öffneten. Als aber das göttliche Licht mich zu Boden warf und sich mir zu erkennen gab, wandte ich mich vom Irrtum ab und folgte dem göttlichen Licht.

Murillo: Bekehrung des Hl. Paulus

Euch hat sich das göttliche Licht zwanzig Jahrhunderte lang durch Wundertaten zu erkennen gegeben, die auch der wildeste und hartnäckigste Verleugner nicht zu bestreiten vermag. Warum also wollt ihr Glücklichen, die ihr zwanzig Jahrhunderte göttlicher Bekundungen zum Zeugnis dieses göttlichen Lichtes habt, im Irrtum verbleiben?

Ich, als Zeuge Christi, schwöre euch das: Weder Fleisch noch Blut können das Reich Gottes erben, sondern einzig und allein der Geist. Und wie es im Evangelium unseres Herrn Jesus gesagt ist (2), sind es nicht die Kinder dieses Säkulums – versteht doch, o meine Brüder, dass hier ‚Säkulum‘ die bezeichnet, die in der Welt, das heisst irdische Menschen sind – denen eine Auferstehung und eine Wiederverheiratung in einem zweiten irdischen Leben bestimmt ist.

Es werden nur die auferstehen, die eines zweiten Zeitalters (Säkulums), des ewigen, würdig sind, die, welche nicht mehr sterben können, da sie bereits gelebt haben, die aber, weil sie ein geistliches Leben geführt haben und den Engeln gleich und Kinder des Allerhöchsten geworden sind, nicht mehr nach menschlicher Hochzeit verlangen, sondern eine einzige geistliche Vermählung anstreben: die mit dem Gott der Liebe; einen einzigen Besitz: den Besitz Gottes; eine einzige Wohnung: die im Himmel; ein einziges Leben: dasjenige im göttlichen Leben.

Amen, amen, amen!

Ich sage euch: Glaubt, um es zu erlangen.“

___________________________

(1) Vgl. Apg 9,1-22; das vorstehende Diktat scheint die Interventionen des hl. Paulus aus Apg 17,22-34 und 1 Ko 15, besonders 15, 45-49, wieder aufzunehmen.

(2) In: Mt 22,23-33; Mk 12,18-27; Lk 20,27-40

Auszug aus “Die Hefte 1944” von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Jesus spricht zu den Aposteln über seine Versuchung durch Satan

20/02/2010
(zum Sonntags-Evangelium vom 21. Februar 2010: Lukas 4,1-13)

„Um sich vorzubereiten, ein Meister zu sein, muß man erst Schüler gewesen sein. Ich war allwissend, als Gott. Meine Einsicht ließ mich mittels meiner Erkenntnis die inneren Kämpfe des Menschen geistig verstehen. Doch eines Tages hätte ein armer Freund, irgendein armer Sohn, zu mir sagen können: ‘Du weißt nicht, was es heißt, Mensch zu sein und Gefühle und Leidenschaften zu haben.’ Es wäre ein gerechter Vorwurf gewesen. Ich bin hierher gekommen, auf den Berg, um mich vorzubereiten; nicht allein auf die Sendung, sondern auch auf die Versuchung. Seht ihr?  Hier, wo ihr euch jetzt befindet, wurde ich versucht. Von wem? Von einem Sterblichen? Nein. Zu gering wäre seine Macht gewesen. Ich wurde vom Satan selbst versucht.

Ich war erschöpft. Seit vierzig Tagen hatte ich nicht gegessen … doch solange ich ins Gebet vertieft war, fühlte ich nichts in meiner Freude der Zwiesprache mit Gott. Ich empfand den Hunger als erträglich, weil er nur die Materie betrifft, die Materie allein. Dann kehrte ich zur Welt zurück … auf die Wege der Welt … und fühlte die Bedürfnisse des Menschen. Ich hatte Hunger, ich hatte Durst. Ich fühlte die schneidende Kälte der Wüstennacht. Ich fühlte den Körper, seinen Mangel an Ruhe und Schlaf und die Erschöpfung vom langen Weg, den ich in einer derartigen Verfassung zurückgelegt hatte: ich konnte nicht mehr weitergehen …


Denn auch ich habe Fleisch und Blut, Freunde. Wahres Fleisch. Und es ist denselben Schwächen unterworfen, die jedes Fleisch empfindet. Und mit dem Leib habe ich ein Herz. Ja, von der menschlichen Natur habe ich den ersten und den zweiten der drei Teile, aus denen der Mensch besteht, übernommen: die Materie mit ihren körperlichen Bedürfnissen und das Gemüt mit seinen Neigungen. Und da ich mit meinem Willen alle nicht guten Neigungen schon im Keime erstickt habe, konnten die heiligen Neigungen der kindlichen Liebe, der Heimatliebe, der Freundschaft, der Arbeit und alles, was gut und heilig, groß und mächtig ist, werden wie jahrhundertealte Zedern. So habe ich hier die Sehnsucht nach meiner lieben Mutter empfunden. Hier habe ich das Bedürfnis ihrer sorgenden Liebe in meiner Hinfälligkeit als Mensch empfunden. Hier hat mich von neuem der Schmerz überwältigt, mich von der Einzigen, die mich vollkommen liebt, trennen zu müssen. Hier habe ich das Bedürfnis nach ihrer Pflege meiner menschlichen Gebrechlichkeit gespürt; hier habe ich erneut den Schmerz erfahren, mich von der Einzigen getrennt zu haben, die mich vollkommen liebte; hier habe ich den Schmerz vorausgefühlt, der mir vorbehalten ist, und den Schmerz über ihren Schmerz, arme Mutter, die einmal keine Tränen mehr haben wird, da sie so viele vergießen muß für ihren Sohn und um der Menschen willen. Und hier habe ich die Müdigkeit des Helden und des Asketen kennengelernt, der in einer Stunde die Vorahnung, die Nutzlosigkeit seiner Bemühung erkennt.

Ich habe geweint. Die Traurigkeit, sie ist ein magisches Mittel für Satan. Es ist keine Sünde, traurig zu sein, wenn die Stunde leidvoll ist. Sünde ist, der Traurigkeit freien Lauf zu geben und der Haltlosigkeit oder Verzweiflung zu verfallen. Satan ist sofort da, wenn jemand von geistiger Mattigkeit befallen wird.

Er ist gekommen. Im Gewande eines wohlwollenden Wanderers. Er gibt sich immer wohlwollend … Ich hatte Hunger … und ich hatte meine dreißig Jahre im Blut. Satan hat mich versucht; denn er glaubte, ich sei verwundbar, da er mich hungrig sah und auch mein Alter kannte. Er hat mir seine Hilfe angeboten. Zuerst hat er zu mir gesagt : ‘Gebiete diesen Steinen Brot zu werden!’… Doch zu allererst hat er mir von der Frau gesprochen. Oh! er versteht sich darauf, von ihr zu sprechen. Er kennt sie von Grund auf. Er hat die Frau als erste verführt, um aus ihr seine Verbündete in der Verführung zu machen. Ich bin nicht nur der Sohn Gottes. Ich bin Jesus, der Handwerker von Nazareth.

Ich sagte damals zum Mann, der mich gefragt hat, ob ich die Versuchung kenne, und der mich beinahe beschuldigte, ungerechterweise glücklich zu sein, da ich nicht wüßte, was Sünde sei. ‘Der Akt bewirkt die Befriedigung. Die zurückgedrängte Versuchung weicht nicht, sondern wird noch stärker, auch weil Satan sie anschürt!’ Ich habe der Versuchung des Hungers nach Brot und nach der Frau widerstanden. Und ihr sollt wissen, daß Satan die Frau – menschlich gesprochen nicht zu Unrecht – mir zuerst anbot, denn sie ist seine beste Verbündete, um sich in der Welt zu behaupten.

Der ‘Versucher’, der sich mit meinem: ‘Nicht vom Brot allein lebt der Mensch’ nicht geschlagen gab, begann nun von meiner Sendung zu sprechen. Satan wollte den Messias verführen, nachdem er den jungen Mann versucht hatte. Und er trieb mich an, die unwürdigen Diener des Tempels durch ein Wunder zu vernichten. Das Wunder, die Flamme des Himmels, dient nicht dazu, um sich aus Weidenruten eine Krone zu winden und sich mit ihr zu schmücken. Und man versucht Gott nicht, indem man um Wunder für menschliche Zwecke bittet. Das wollte Satan. Das vorgebrachte Motiv war nur ein Vorwand. Die Wahrheit war: ‘Rühme dich, der Messias zu sein!’ Auf diese Weise dachte er, in mir eine Begehrlichkeit zu wecken: den Hochmut.

Gustave Doré: Jesus wird vom Teufel versucht

Nicht besiegt von meinem: ‘Du sollst den Herrn, deinen Gott nicht versuchen!’, hat er mich mit der dritten Kraft seiner Natur versucht: dem Gold! Oh, das Gold! Eine große Sache ist das Brot, noch begehrenswerter die Frau für den, der nach Nahrung und Genuß verlangt. Ganz groß aber ist der Beifall der Massen für den Menschen… Wie viele Verbrechen werden aus diesen drei Gründen begangen! Aber das Gold … das Gold … Es ist der Schlüssel, der aufschließt, der Ring, der kettet, das Alpha und Omega von neunundneunzig Prozent der menschlichen Handlungen. Für das Brot und die Frau wird der Mensch zum Dieb. Um Macht zu erobern, wird er auch zum Mörder. Doch für das Gold wird er zum Götzenanbeter. Der König des Goldes, Satan, hat mir sein Gold angeboten, damit ich ihn anbete … Ich habe ihn vertrieben mit den ewigen Worten: ‘Den Herrn, deinen Gott allein sollst du anbeten!’

Und hier an dieser Stelle hat sich dies ereignet.“

Jesus ist aufgestanden. Er scheint viel größer als sonst in der ebenen Umgebung und in dem leicht phosphoreszierenden Schein, der von den Sternen träufelt. Auch die Jünger stehen auf. Jesus spricht weiter und blickt Judas fest in die Augen.

„Dann sind die Engel des Herrn gekommen… Der Mensch Jesus hatte die dreifache Schlacht gewonnen. Der Mensch Jesus wußte, was es heißt, Mensch zu sein, und er hatte gesiegt. Er war erschöpft. Der Kampf war ermüdender gewesen wegen des langen Fastens. Doch es war ein überwältigender Sieg des Geistes. Ich glaube, daß der ganze Himmel gebebt hat, angesichts dieses Standhaltens eines mit Geist begabten Geschöpfes, und ich glaube, daß von jenem Augenblick an die Gabe des Wunderwirkens in mir war. Ich war Gott gewesen. Und ich bin Mensch geworden. Nun, da das Animalische besiegt war, das zur Natur des Menschen gehört, bin ich der Gottmensch. Ich bin es. Als Gott bin ich allmächtig! Und als Mensch kenne ich alles. Macht es also wie ich, wenn ihr tun wollt, was ich vollbringe! Und tut es zu meinem Gedächtnis!“

Auszug aus “Der Gottmensch″ (Band II) von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


Letzte Unterweisung der Neuevangelisierung

30/01/2010
(zum Sonntags-Evangelium vom 31. Januar 2010: Lukas 4,21-30)

Jesus sagt:

„Der auf die letzte Stunde zuschreitende Mensch soll ein geistig Lebender werden. Aber verstehe mich richtig. Gott ist Geist, aber auch Satan ist Geist. Ersterer ist der Geist göttlicher Vollkommenheit. Der zweite ist Geist der Sünde. Die grosse Masse, die aus eigenem Willen, den Gott respektiert, gespalten ist, läuft jeweils dem von ihr erwählten Teil nach. Die Kinder des Höchsten und Meine Brüder wählen den Teil Gottes, und aus Liebe zu Uns vergeistigen sie ihr Fleisch. Die Knechte Satans und Kinder des Tieres wählen den Teil Luzifers, und aus selbstgewollter Knechtschaft ertöten sie ihren Geist unter der Fleischlichkeit und machen ihren Geist zu einem verderbten und abstossenden Fleisch.

Wenn Ich aber über den Geist und in dem Geist der zu jener Reife Gelangten herrschen werde, die jetzt nur Einzelnen zu eigen ist, dann jedoch die ganze Menge der wahren Christen auszeichnen wird, werde Ich Mich in einer letzten Unterweisung der Neuevangelisierung nur noch an diesen Teil wenden.

Ihrer Ausrichtung nach, die sich niemals wandeln kann, wird sie sich nicht von der bisherigen unterscheiden, wohl aber der Kraft nach, die sie dann begreifen werden, jetzt freilich noch nicht. Zum Beweis dafür soll dienen, dass Ich besondere Geschöpfe erwählen muss, die entweder aus eigener Bemühung dafür würdig geworden sind oder durch ein Wunder der Liebe würdig gemacht worden sind.

Vor zwanzig Jahrhunderten habe Ich zu allen gesprochen. Wenn die Zeit gekommen sein wird, werde Ich nur noch zu diesen sprechen, denn zu den übrigen zu sprechen wird unnütz sein. So wird die Scheidung der Auserwählten von den von Gott Verworfenen beginnen.

†††

Diktat Jesu an Maria Valtorta am 16. August 1943- Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta, mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an: Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz- book@parvis.ch, www.parvis.ch

Woher kommt der Mensch? (5)

08/01/2010

Die Ungläubigen sagen ferner, der Mensch stamme vom Tiere ab; denn er sei den Tieren ähnlich; er werde deshalb auch ein Ende nehmen wie das Tier. Aber das ist eine ganz törichte Behauptung.

Erstens ist der Mensch nur dem Leibe nach dem Tiere ähnlich; seine Seele dagegen ist von der Seele des Tieres himmelweit verschieden. Die Seele des Menschen ist ein Geist, der Vernunft und freien Willen besitzt; die Tierseele ist kein Geist, sie kann weder vernünftig denken noch frei wollen.  Die Tiere haben keine Sprache, treiben keine Wissenschaft, machen auch in der Kunstfertigkeit, die ihnen angeboren ist, aus sich selbst keine Fortschritte.

Das Tier kann man zwar durch Gewöhnung abrichten, aber man kann es nicht durch Erklärung von Wahrheiten unterrichten. Die Tiere wissen nichts von Religion, von Tugend und Laster, von Ehre und Unehre. Will man sie dazu bringen, dass sie einen Fehler ablegen, so wendet man sich nicht an ihr Gewissen, sondern an ihr Gefühl; denn jedermann weiss, dass sie kein Gewissen haben und sich bloss vom Gefühl leiten lassen.

Beim Tiere ist die Seele für den Leib da und nimmt darum auch mit dem Leib ein Ende; beim Menschen dagegen ist der Leib für die Seele da, und weil die Seele ein unsterblicher Geist ist, so wird auch der Leib im anderen Leben teilnehmen an der Unsterblichkeit der Seele. Also wegen der gänzlichen Verschiedenheit der Menschenseele von der Tierseele ist es einfach unmöglich, dass der Mensch vom Tiere abstamme.

Aber selbst wenn man bloss den Leib des Menschen mit dem der Tiere vergleicht, so findet sich nach dem Urteil der Gelehrten, welche die Sache genau untersucht haben, noch immer ein so grosser Unterschied zwischen den Menschen und allen lebenden und ausgestorbenen Tierarten, dass man vernünftigerweise nicht sagen kann, der Mensch stamme vom Tiere ab.

Der eigentliche Grund, weshalb die Ungläubigen von einer solchen Abstammung des Menschen reden, ist dieser: wenn der Mensch nicht vom Tiere abstammt, dann muss er von Gott erschaffen sein; davon aber wollen die Ungläubigen um keinen Preis etwas wissen; sie wollen lieber an jede noch so törichte Meinung glauben als an die Wahrheit, dass es einen Gott gibt.

 

aus „Die Wahrheit der katholischen Religion“ von Jacob Linden S. J. Wiederauflage der Originalausgabe von 1912 erschienen im Petrus-Verlag, Kirchen/ Sieg. Wir bedanken uns für die Genehmigung der Veröffentlichung.

Die Bekehrung des Augustinus (1)

27/10/2009

Unruhig ist unser Herz, o Gott, bis es ruht in Dir“ (Hl. Augustinus)

Kampf zwischen Geist und Fleisch

So war ich krank und gepeinigt und klagte mich selbst unvergleichlich härter als gewöhnlich an; ich wandte und drehte mich in meinen Banden, bis auch die letzten Fäden, die mich noch hielten, rissen. Aber sie hielten noch immer.

Und in der Verborgenheit meines Innern setztest du mir zu, o Herr; in erbarmungsvoller Strenge verdoppeltest du die Geisselschläge der Furcht und der Scham, auf dass ich nicht wieder nachliesse, sondern die schwachen, dünnen Fäden, die noch übrig geblieben waren, zerrissen, statt wieder zu erstarken und noch stärker mich zu fesseln. Denn ich sagte in meinem Innern zu mir: „Siehe, bald wird es werden, bald“, und mit dem Worte stand ich schon an der Schwelle eines Entschlusses. Schon war ich daran, es zu tun, und tat es doch nicht; aber ich glitt auch nicht auf meinen früheren Standpunkt zurück, sondern blieb in der Nähe stehen und schöpfte Atem. Und dann versuchte ich es wiederum und kam dem Ziele schon näher und abermals näher; und schon berührte ich es beinahe und hielt es fest; aber noch war ich nicht dort und berührte es und hielt es noch nicht fest, noch immer zögernd, dem Tode zu sterben und dem Leben zu leben.

Das gewohnte Schlimmere war stärker in mir als das ungewohnte Bessere, und je näher der Zeitpunkt kam, da ich ein anderer werden sollte, desto grösseren Schrecken jagte er mir ein; aber dieser warf mich nicht zurück noch lenkte er mich ab, sondern hielt mich in der Schwebe. Torheiten über Torheiten und Eitelkeiten über Eitelkeiten, meine alten Freundinnen, hielten mich zurück, zupften mich verstohlen am Gewande meines Leibes und flüsterten mir zu: „Du willst uns verlassen?“ und „Von diesem Augenblicke sollen wir fürder in Ewigkeit nicht mehr bei dir sein?“ und „Von diesem Augenblicke wirst du dies und das in Ewigkeit nicht mehr tun dürfen“.

Quelle: Hl. Augustinus (354-430 n. Chr.): „Bekenntnisse“, Buch 8

weiter zu Teil 2

Woher kommt der Mensch? (4)

28/09/2009

„Eure Wissenschaft ist Mir ein Abscheu.“

Jesus sagt :

« Einer der Punkte, in dem euer Hochmut im Irrtum Schiffbruch erleidet, ist der der Darwin’schen Theorie (*), die obendrein euren Hochmut eigentlich kränken müsste, da sie euch eine Abstammung zuspricht, die ihr als erniedrigend zurückweisen müsstet, wenn ihr weniger durch euren Stolz entgleist wäret.

Um Gott nicht annehmen zu müssen, der in Seiner Allmacht sehr wohl das Weltall aus dem Nichts und den Menschen aus dem schon geschaffenen Schlamm geschaffen haben kann, nehmt ihr ein Tier als euren Stammvater an. Bemerkt ihr denn nicht einmal, wie ihr euch herabwürdigt, denn, bedenkt das doch, ein Tier, so vollkommen, selektioniert, in Form und Instinkt verbessert, und, wenn ihr wollt, auch in der Verstandesbildung entwickelt es auch wäre, bleibt doch immer ein Tier? Bemerkt ihr das nicht? Das spricht zu Ungunsten eures Stolzes als Pseudo-Übermenschen. Aber wenn ihr das nicht bemerkt, dann werde ich es nicht sein, der Worte darauf verschwendet, euch darauf aufmerksam zu machen und von dem Irrtum zu bekehren. Ich stelle euch nur eine Frage, die ihr euch, so zahlreich ihr seid, nie gestellt habt. Und wenn ihr Mir mit Tatsachen darauf antworten könnt, werde Ich eure erniedrigende Theorie niemals mehr bekämpfen.

Wenn der Mensch vom Affen abstammt, der durch fortschreitende Evolution zum Menschen geworden ist, wie kommt es dann, das es euch in so vielen Jahren, die ihr diese Theorie schon aufrecht haltet, noch nie gelungen ist, nicht einmal mit den jetzigen fortschrittlichen Werkzeugen und Methoden, aus einem Affen einen Menschen zu machen? Ihr hättet von einem intelligenten Affenpaar die intelligentesten Jungen und dann die intelligenten Jungen dieser Jungen, und so weiter, nehmen können. Dann hättet ihr nun viele Generationen selektionierter, dressierter und von der geduldigsten und beharrlichsten und umsichtigsten wissenschaftlichen Methode betreute Affen. Aber ihr würdet immer wieder Affen bekommen. Wenn es jemals eine Mutation gäbe, wäre es die: dass die Tiere physisch weniger stark als die ersten und moralisch lasterhafter wären, denn mit all euren Methoden und Instrumenten würdet ihr jene Affenvollkommenheit, die Mein Vater diesen Vierhändern eingeschaffen hat, zerstören.

Und noch eine Frage. Wenn der Mensch vom Affen hergekommen ist, wie kommt es dann, dass er jetzt auch durch Pfropfungen und widerwärtige Kreuzungsmanöver nicht wieder zum Affen wird? Ihr wäret fähig, auch diesen Gräuel zu versuchen, wenn ihr wüsstet, dass das eure Theorie bestätigen könnte. Ihr tut das freilich nicht, weil ihr wisst, dass es euch nicht gelingen würde, aus einem Menschen einen Affen zu machen. Ihr würdet ein hässliches Menschenkind daraus machen, ein degeneriertes, vielleicht einen Verbrecher. Aber niemals einen wahren Affen. Ihr versucht das nicht, weil ihr im voraus wisst, dass es ein übler Fehlschlag würde und euer Ruf dadurch ruiniert wäre.

Nur deshalb tut ihr es nicht. Aus keinem anderen Grunde. Denn einen Menschen auf das Niveau eines wilden Tieres herabzuwürdigen empfändet ihr weder Gewissensbisse noch Abscheu, um nur eine Theorie von euch aufrecht zu halten. Dazu und zu vielem anderen wärt ihr fähig. Ihr seid ja schon selbst wilde Tiere, da ihr Gott leugnet und den Geist, der euch von den Tieren unterscheidet, umbringt.

Eure Wissenschaft ist mir ein Abscheu. Ihr erniedrigt euren Intellekt, aber wie Verrückte, bemerkt ihr noch nicht einmal, wie sehr ihr ihn erniedrigt. Ich sage euch in Wahrheit, dass viele der (sogenannten) primitiven Menschen mehr Mensch sind als ihr. »

_______________________

(*) Die Evolutionstheorie Charles Robert Darwins (1809-1882)

Auszug aus dem Band “Die Hefte 1943″  von Maria Valtorta, mit  der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören.

zurück zu Teil 1

Woher kommt der Mensch? (1)

09/08/2009

Die 150 Jahre alte Evolutionstheorie Darwins wird heute gemeinhin als gültig anerkannt und in den Schulen unterrichtet. Das ist um so befremdlicher als von dem angeblichen gemeinsamen Vorfahr von Mensch und Affe (missing link) immer noch nicht das kleinste Knöchelchen gefunden wurde. Auch die Entdeckungen des 20. Jahrhunderts wie z.B. die Erbinformation,  stellen Darwins Theorie in Frage, da sich die faszinierenden Vorgänge in den Zellen nicht mit seiner Theorie der natürlichen Selektion und dem Zufall erklären lassen.

Warum ist die Frage nach unserem Ursprung überhaupt so wichtig ? Deshalb, weil das Verständnis unserer Herkunft entsprechende Konsequenzen für unser Verhalten und somit für die Geschehnisse nach unserem Ableben hat:

Sind wir, wie Darwin meinte, tierischen Ursprungs, kann dies benutzt werden als Rechtfertigung für triebgesteuertes Verhalten, das alle erdenklichen Verhängnisse nach sich ziehen kann, nach dem Motto: was sollen wir machen, wir sind nichts weiter als körperlich höher entwickelte Tiere. Wir hätten nicht groß die Wahl, uns anders zu verhalten und wären somit von jeglicher Schuld mehr oder weniger freigesprochen. Seele, Geist, Moral, Schuld… wären alles Hirngespinste, die dem Überleben dienen sollten, unsere Handlungen ohne gerechte Konsequenzen. Darwin sagte gegen Ende seines Lebens: „Der Ekel vor Bösewichten (sollte) nicht mehr sein als der Ekel, den jemand bei faulem Essen empfindet. Mitleid sollte Ekel vertreiben. Denn Gemeinheit ist genauso wenig des Menschen Fehler wie körperliche Krankheit!“. Wer Gott als Schöpfer leugnet, die physikalische Welt über alles stellt und den Menschen auf das Niveau eines Tieres herabwürdigt, erreicht die völlige Verantwortungslosigkeit des Menschen.

Sind wir hingegen göttlichen Ursprungs, geschaffen von Gott als sein Ebenbild (Genesis 1,27), Krone der Schöpfung und ausgestattet mit einem freien Willen, Gewissen, Verstand, einer Seele und dem sie belebenden göttlichen Geist, müssen wir unseren heutigen Lebensstil, der sich häufig durch Triebhaftigkeit und Verantwortungslosigkeit auszeichnet, stark in Frage stellen, da er eines Ebensbildes Gottes unwürdig ist. Mehr noch, wir bringen uns in Gefahr, das ewige Leben, für das wir geschaffen wurden, zu verlieren. Jesus selbst hat in Johannes 10,34 gesagt: „Heißt es nicht in eurem Gesetz: Ich habe gesagt: Ihr seid Götter?“. Er zitiert hier den Psalm 82, in dem es heißt: „Ihr seid Götter, ihr alle seid Söhne des Höchsten“. Gottes Söhne und mutierte Affenwesen – das lässt sich unmöglich vereinbaren!

Darwins  Theorie, in der Natur und Materie alles sind, leugnet und beleidigt den Schöpfer, der reiner Geist ist und auch den Menschen mit seinem Geist beschenkt hat. Sie entwürdigt den Menschen, in dem Gott Wohnung nehmen möchte und bringt seine (immaterielle) Seele in Gefahr. Mit dem christlichen Glauben ist die Evolutionstheorie nach wie vor nicht vereinbar. Sowohl auf naturwissenschaftlichem als auch auf spirituellem Gebiet ist sie unzureichend und irreführend.

Gibt es Abstammungstheorien, die  mit der biblischen Schöpfungsgeschichte übereinstimmen könnten?

weiter zu Teil 2