Posts Tagged ‘Seele’

Jesus erklärt die Göttliche Trinität

26/05/2013

zum Dreifaltigkeitssonntag 2013: Johannes 16,12-15

1. Juli (1943)

Jesus sagt:

„(…) Gott ist Licht. Ein grenzenlos ausgedehntes, majestätisches, ruhiges Licht geht vom Vater aus. Ein unendlicher Kreis, der von dem Augenblick an, in dem gesagt wurde: „Es werde Licht“, bis in Ewigkeit die ganze Schöpfung umfasst,  denn Gott, der in Ewigkeit war,  umarmt die Schöpfung seit diese ist, und wird sie immer weiter umarmen, alles, was in seiner letzten Form – der ewigen, nach dem Gericht – von dem Geschaffenen bleiben wird. Er wird diejenigen, die ewig mit Ihm im Himmel sind, umarmen. 

Im Innern des ewigdauernden Kreises des göttlichen Vaters ist ein zweiter, von Ihm gezeugter Kreis, der auf andere, jedoch nicht auf entgegengesetzte Weise wirkt, denn die Wesenheit ist eine. Dieser ist der göttliche Sohn. Sein heftig vibrierendes Licht gibt nicht allein den Köpern Leben, sondern gibt den Seelen durch sein göttliches Opfer das LEBEN, das sie verloren hatten. Es ist ein Ausfluten mächtiger und sanfter Strahlen, die eure Menschennatur nähren und euren Geist belehren.

Im Innern des zweiten Kreises ist, von dem Wirken der beiden Kreise hervorgerufen, ein dritter, noch glühender und heftiger vibrierender Kreis. Das ist der Heilige Geist. Er ist die Göttliche, aus den Beziehungen zwischen Vater und Sohn hervorgehende Liebe, der Mittler zwischen den Beiden und zugleich ihrer Beider Ausfließen, das Wunder aller Wunder.

Dreieinigkeit-Hildegard v Bingen

Hildegard v Bingen: Dreieinigkeit

Der Göttliche Gedanke erzeugte das Göttliche Wort, und der Gedanke und das Wort lieben sich. Diese Göttliche Liebe ist der Paraklet. Er wirkt auf euren Geist, auf eure Seele, auf euer Fleisch ein. Denn er weiht den ganzen vom Vater geschaffenen und vom Sohn erlösten Tempel eurer Person, die nach dem Bild und Gleichnis des Einen und Dreifaltigen Gottes erschaffen wurde.

Der Heilige Geist ist Salbung auf der vom Vater gewirkten Schöpfung eurer Person, ist Gnade, um in den Genuss des göttlichen Opfers des Sohnes zu gelangen, ist Weisheit und Licht, um das Wort Gottes zu verstehen. Ein konzentriertes Licht, nicht, weil es den Anderen gegenüber eingeschränkt wäre, sondern weil es der Geist des Göttlichen Geistes ist und weil es in seiner kondensierten Form allmächtigst, auch in seinen Wirkungen allermächtigst ist. 

Deshalb sage Ich: „Wenn der Beistand kommt, wird er euch lehren.“ Nicht einmal Ich, der Ich der wortgewordene Gedanke des göttlichen Vaters bin, kann euch so wie der Heilige Geist in einem einzigen Aufleuchten alles verstehen lassen.

Wenn jedes Knie sich vor dem Sohn beugen muss, so muss vor dem Beistand sich jeder Geist neigen, denn der Geist Gottes gibt dem Geist Leben. 

Die Göttliche Liebe ist es, die das Universum erschaffen hat, die die ersten Diener Gottes unterwiesen hat, die den Vater getrieben hat, euch die Gebote zu geben, die die Propheten erleuchtet hat, die Mich an das Kreuz geheftet hat, die die Märtyrer gestärkt hat, die die Kirche aufgerichtet hat, und die die Wunder der Gnade wirkt.

Bild 1

Weissleuchtendes Feuer, menschlichem Auge und menschlicher Natur unerträglich, konzentriert es in Sich den Vater und den Sohn und ist das unbegreifliche, unzugängliche Juwel Unserer ewigen göttlichen Schönheit. Unbeweglich in der Tiefe des Himmels, zieht Es alle die Geister Meiner triumphierenden Kirche an Sich, und Sein heiliger Atem saugt auch diejenigen, die in der Streitenden Kirche geistlich zu leben wissen, an Sein Herz. 

Unsere Göttliche Trinität, Unsere dreifaltige und eine Natur steht in ihrem ewigen Dasein unbeweglich in einem einzigen Glanz in dem Einen Punkt, von dem aus alles, was da ist, hervorgebracht wird.

Sprich nun: „Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.“ (…)“

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.chwww.parvis.ch

„Ich kam als Licht der Welt“

„Ich und der Vater sind eins“

„Das Gesetz Gottes dreht sich ganz und gar um die Liebe“

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Vier Arten von Äckern – vier Arten von Seelen

10/07/2011

(zum Sonntags-Evangelium vom 10. Juli 2011: Mt 13,1-23)

„… Jetzt hört den Sinn des Gleichnisses:

Wir haben vier verschiedene Arten von Äckern: die fruchtbaren, die dornigen, die steinigen und die von vielen Wegen durchzogenen. So haben wir auch vier Arten von Seelen.

Wir haben die ehrlichen Seelen, die Menschen guten Willens, die durch ihren guten Willen und das Wirken eines wahren Apostels vorbereitet sind; denn es gibt Apostel, die zwar den Namen, aber nicht den Geist eines Apostels besitzen. Dies wirkt sich auf die Bereitschaft des Willens der ihnen anvertrauten Seelen schädlich aus, noch schädlicher, als es die Vögel, die Dornensträucher und die Steine für die Getreidefelder sind. Mit ihrer Unnachgiebigkeit, ihrer Hast, ihren Vorwürfen, ihren Drohungen verwirren sie so sehr, dass sich die betroffenen Menschen für immer von Gott abwenden. Andere hingegen tun das Gegenteil mit ihrem ständigen wohlwollenden Begießen – einer Methode, die fehl am Platz ist – und bringen dadurch den Samen im weichen Erdreich zum Faulen. Sie schwächen mit ihrer Weichlichkeit die Seelen, um die sie sich bemühen. 

Doch bleiben wir bei den wahren Aposteln, bei den getreuen Abbildern Gottes. Sie sind väterlich, barmherzig, geduldig und zugleich stark wie der Herr. Nun, die durch sie und den eigenen guten Willen vorbereiteten Seelen sind mit den fruchtbaren Äckern zu vergleichen, frei von Steinen, Dornenbüschen, Unkraut und Ungeziefer, in denen das Wort Gottes gedeiht und jedes Wort zu einem Samen wird, der in der Ähre hundert-, sechzig- oder dreissigfach Frucht bringt. Sind solche Menschen unter denen, die mir nachfolgen? Gewiß, und sie werden Heilige sein. Unter ihnen wird es Leute aus allen Ständen und allen Ländern geben, auch Heiden, die durch ihren eigenen guten Willen oder durch den guten Willen eines Apostels oder Jüngers, der sie vorbereitet hat, hundertfach Frucht bringen werden.

Die dornigen Felder sind jene, in denen die menschliche Nachlässigkeit ein ganzes Dickicht von persönlichen Interessen hat wuchern lassen, die den guten Samen ersticken. Man muss sich ständig selbst überwachen, immerfort, immer, immer! Nie darf man sagen: „Oh, nun bin ich geschult, der Samen hat bei mir Wurzeln geschlagen, und ich kann beruhigt sein, dass ich Samen des ewigen Lebens hervorbringen werde.“ Man muss sich beobachten: Der Kampf zwischen Gut und Böse geht ununterbrochen weiter. 

Habt ihr jemals Ameisen betrachtet, die sich in einem Haus einnisten? Sie machen sich an den Herd. Die Hausfrau lässt daraufhin keine Lebensmittel mehr dort stehen, sondern stellt sie auf den Tisch. Doch die Ameisen wittern den Geruch und stürmen auf den Tisch. Die Frau stellt die Speisen in den Schrank, und die Ameisen schlüpfen durch das Schlüsselloch in den Schrank. Die Frau hängt ihre Vorräte an der Decke auf, und die Ameisen machen den langen Weg der Wand und dem Gebälk entlang und den Strick hinunter, um schliesslich dort über sie herzufallen. Die Frau verbrüht und vergiftet sie. Dann ist sie beruhigt im Glauben, alle vernichtet zu haben. Doch welch eine Überraschung, wenn man nicht wachsam ist! Aus den Eiern sind wieder Ameisen ausgeschlüpft, und es fängt von vorne an. 

Solange man lebt, muss man sich selbst überwachen, um das Unkraut beim ersten Erscheinen auszujäten. Andernfalls bildet sich ein Dickicht aus dornigem Gestrüpp, unter dem die Saat erstickt. Die weltlichen Sorgen, der trügerische Reichtum sind es, die dieses wirre Gestrüpp schaffen, die Pflanze des Sames Gottes ersticken und die Bildung von Ähren verhindern.

 

Nun die Äcker voller Steine! Wie viele solcher Äcker gibt es in Israel! Es sind die der „Kinder des Gesetzes“, wie mein Vetter Judas sehr genau gesagt hat. In ihnen ist nicht der einzige Stein des Zeugnisses, der Stein des Gesetzes, sondern vielmehr ein Haufen erbärmlicher, kleiner Gesetze, die der Mensch ersonnen hat. Unzählige Gesetzchen, die mit ihrem Gewicht auch den Stein des Gesetzes zum Splittern gebracht haben. Ein Trümmerhaufen, der jedes Wurzelfassen des Samens verhindert. Der Wurzel fehlt die Nahrung. Sie hat keine Erde und keinen Saft mehr. Das Wasser, das sich auf dem steinigen Grund ansammelt, lässt die Pflanze verfaulen; und die Sonne macht die Steine glühend heiss, und die Pflänzchen verbrennen. Es sind dies jene Menschen, die die einfache Lehre Gottes durch komplizierte menschliche Lehren ersetzen. Sie nehmen mein Wort zwar freudig, sind wohl auch zuerst beeindruckt und begeistert. Doch dann… wäre Heldentum nötig, um das Feld, nämlich Seele und Geist, von allen Steinhaufen der Phrasendrescherei zu säubern. Nur dann könnte der Same Wurzel fassen und sich zu einer kräftigen Pflanze entwickeln. So aber verkümmert sie! Es genügt die Angst vor menschlichen Vergeltungsmaßnahmen oder die Überlegung: „Ja, und dann? Was habe ich dann von den Mächtigen zu gewärtigen?“ Und der arme, nahrungslose Same kann nicht gedeihen. Es genügt, dass der ganze Steinhaufen mit dem eitlen Gedröhn der hundert und aberhundert Vorschriften, die das Gesetz ersetzt haben, in Bewegung gerät, und der Mensch geht mit dem Samen darin zugrunde… Israel ist voll von solchen Menschen. Dies erklärt, wie das Sich-Hinwenden zu Gott von der menschlichen Macht wegführt und in entgegengesetzten Richtungen verläuft.

Als letztes, die staubigen, kahlen Felder voller Wege: Es sind die der Lebemenschen, der Egoisten; ihre Bequemlichkeit ist ihnen Gesetz, das Vergnügen ihr Lebensziel. Sich nicht anstrengen, schlummern, lachen, essen… Ihr König ist der Geist der Welt. Der Staub der großen Welt bedeckt das Erdreich, das zum unfruchtbaren Acker wird. Die Vögel, d.h. der Mensch in seiner vielfältigen Gier nach Genuss, stürzt sich auf alle offenen Wege, um das Leben zu erleichtern. Der Weltgeist, d.h. der Böse, pickt alle Samen auf, die auf das der Fleischeslust und Leichtfertigkeit zugängliche Feld fallen, und vernichtet sie.

Habt ihr verstanden? Habt ihr noch andere Fragen? Nein? Dann können wir uns zur Ruhe begeben, um morgen nach Kapharnaum zu gehen. Ich muss noch einen Ort besuchen, bevor ich die österliche Reise nach Jerusalem antrete.“

„Werden wir an Arimathäa vorbeikommen?“ fragt Iskariot.

„Das ist nicht sicher. Je nach… „

Da klopft jemand stürmisch an die Tür.

„Wer kann das sein zu dieser Stunde?“ fragt Petrus und steht auf, um zu öffnen.

Es ist Johannes, ganz erschöpft, mit Staub bedeckt und deutlichen Tränenspuren im Gesicht.

„Du bist hier?“ rufen alle. „Aber was ist geschehen?“

Jesus, der sich erhoben hat, fragt nur: „Wo ist die Mutter?“

Johannes kniet vor dem Meister nieder, streckt ihm hilfesuchend die Arme entgegen und sagt: „Der Mutter geht es gut, aber sie vergiesst Tränen wie ich und viele andere, und sie bittet dich, nicht dem Jordan auf unserer Seite zu folgen. Sie hat mich deshalb zurückgeschickt, weil… weil Johannes, dein Vetter, gefangengenommen wurde.“ Johannes weint, während die Anwesenden durch die Nachricht in Aufregung geraten sind.

Jesus erbleicht, doch er bleibt ruhig. Er sagt nur: „Steh auf und erzähle.“ (…)

Auszug aus “Der Gottmensch″ Bd. III von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz:book@parvis.ch, www.parvis.ch

Gedanken über die Auferweckung des Lazarus

11/04/2011

Jesus sagt:

„(…) Ich habe am Grab des Lazarus geweint. Und diesen Tränen hat man viele Namen gegeben. Ihr müsst wissen, dass man Gnaden erhält, wenn man sein Leid mit einem festen Glauben an den Ewigen verbindet. Ich habe nicht so sehr über den Verlust des Freundes oder über den Schmerz der Schwestern geweint, als vielmehr, weil sich mir in jener Stunde lebhafter denn je drei Gedanken aufdrängten – wie ein aufgewirbelter Bodensatz der Seele – die schon immer wie drei Nägel ihre Spitzen in mein Herz gebohrt hatten.

Die Erkenntnis, welches Verderben Satan über den Menschen gebracht hat durch die Verführung zum Bösen. Ein Verderben, dessen irdische Strafe der Schmerz und der Tod ist. Der leibliche Tod, Sinnbild und Metapher des geistigen Todes, in den die Schuld der Seele führt; des geistigen Todes, der sie, die Königin, deren Bestimmung es ist, im Reich des Lichtes zu leben, in die Finsternis der Hölle stürzt.

Ferner die Gewissheit, dass nicht einmal dieses Wunder, sozusagen die Krönung der drei Jahre des öffentlichen Wirkens, die jüdische Welt von der Wahrheit, deren Überbringer ich war, überzeugen würde. Und dass es kein Wunder gab, das die kommende Welt sicher zu Christus bekehren würde. Oh, welch ein Schmerz, so bald sterben zu müssen für so wenige!

Endlich die innere Schau meines bevorstehenden Todes. Ich war Gott. Aber ich war auch Mensch. Und um Erlöser zu werden, musste ich die Last der Sühne fühlen. Daher auch den Schrecken des Todes, eines solchen Todes. Ich war lebendig und gesund und sagte mir: „Bald werde ich tot sein und wie Lazarus in einem Grab liegen. Bald wird der furchtbarste Todeskampf mein Gefährte sein. Ich muss sterben.“ Die Güte Gottes erspart euch das Wissen um die Zukunft. Doch mir ist es nicht erspart geblieben.

Oh, glaubt es, ihr, die ihr euch über euer Schicksal beklagt. Kein Los war trauriger als das meine, denn ich wusste immer im voraus, was mir geschehen würde, und musste dies ertragen zusammen mit der Armut, den Entbehrungen und der Bitterkeit, die mich von der Geburt bis zum Tod begleiteten. Beklagt euch also nicht. Vertraut auf mich. Ich gebe euch meinen Frieden.“

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band X von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch


Die Auferweckung des Lazarus

„Ihr folgt den Stimmen der Unordnung“

27/02/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 27. Februar 2011: Matthäus 6,24-34)

Jesus sagt:

„(…) [Der Schöpfer Gott] hat nicht allein die Gräser der Wiesen erschaffen. Nicht allein die Kornerträge der Felder. Nicht allein die Weinstöcke und die Ölbäume, nicht allein die Obstbäume und -sträucher. Er hat vielmehr dieses und jenes geschaffen und dazu die freudespendenden Gewächse, die Blumen, die nützlichen Gewächse, die euch Holz für die Häuser spenden, die Heilpflanzen, die euch die notwendigen Säfte zur Heilung von Krankheiten spenden.

Er hat nicht allein die friedlichen Wiederkäuer geschaffen, sondern auch die geschwinden Pferde. Nicht allein die Vögel, sondern auch die Fische. Nicht allein die leicht zähmbaren Tiere, sondern auch die, welche in ihrem Wildleben für die Reinigung der Felder und Wälder nützlich sind. Auch die Schlange, die verfluchte, mit viel Gift ausgestattete Schlange, ist ja wegen des Giftes, das manche peinvollen Krankheiten heilt, nützlich.

Und alle diese Arten gehorchen aus dem Grunde, aus dem sie erschaffen wurden, dem Befehl, der ihnen erteilt worden war. Angefangen von der Sonne bis zum kleinen Mückchen gibt es keines, das da sagt: „Ich will das tun, was mir beliebt“. Nein, mit ihren Stimmen der Wärme, wenn sie Sterne sind, ihren Säften, wenn sie Pflanzen sind, ihren Lauten, wenn sie Tiere sind, und mit ihrem ruckartigen Schnellen, wenn sie lautlose Tiere wie die Fische sind, sagen sie: „Ja, unser Schöpfer, hier sind wir. Für diesen Zweck hast Du uns erschaffen, und so tun wir dieses zu Deiner Ehre“.

Bedenkt doch, ihr Menschen, was geschähe, wenn die Erde als ungeheurer Meteor sich dagegen auflehnen würde, nicht mehr auf der ihr angewiesenen Bahn in den Himmeln zu laufen? Dann würde eine Hemisphäre verbrennen, und die andere vereisen. Auf der einen wäre ewige Finsternis und deshalb wegen der Dunkelheit und dem Frost Tod aller Lebewesen und Vegetation. Auf der anderen wäre ewiges Licht und Hitze und deshalb wegen des Übermaßes an Leben und Hitze Tod allen Lebens.

Bedenkt doch, ihr Menschen, was es wäre, wenn die Schafe keine Wolle, die Kühe keine Milch, die Bäume keine Frucht mehr gäben, und so fort. Und dass auch, wenn Tiere, Pflanzen und Sterne eurem Beispiel folgen würden, ein Chaos euch in unvorstellbares Grauen stürzen würde, wo doch alles, außer euch, in der gottgegebenen Ordnung fortschreitet.


Ebenso wie der Schöpfer dafür vorsorgt, sorgt Er auch hinsichtlich der Menschheit vor. Seine hochheilige Einsicht weiß, dass für das Wohlergehen der Erde so und so viele Denker, so und so viele Wissenschaftler, so und so viele Krieger, so und so viele Arbeiter, und hinsichtlich der Temperamente, so und so viele Wagemutige, so und so viele Sanftmütige, so und so viele Aktive und so und so viele Kontemplative notwendig sind. Und so fort.

Die Seelen beenden ihre Frist, einen Körper zu beleben und kehren zu Gott zurück, um je nach ihren Verdiensten ihrer Bestimmung zugeführt zu werden. Gott erschafft neue Seelen, um die Anzahl der Geschöpfe, die die Erde bevölkern sollen, aufrecht zu erhalten. Das ist die erste Operation göttlicher Ordnung. Die zweite ist die, je nach der von Ihm erkannten Notwendigkeit, um der Harmonie im Menschengeschlecht willen eine besondere Kategorie zahlreicher als eine andere zu erschaffen, damit eines dem anderen wie bei ineinander greifenden Zahnrädern diene und so das riesige Werk reibungs- und schadlos laufen kann.

So wirkt Gott. Und wenn ihr so in der Ordnung gehorchtet, würde alles vorwärts gehen. Aber ihr lehnt euch dagegen auf.

Wer von euch ist mit seinem Los zufrieden? Keiner. Wenigstens sehr wenige. Immer unruhig, von den Leidenschaften beherrscht, gottvergessen oder sehr lau in der Gottesverehrung, folgt ihr den Stimmen der Unordnung und schafft die Unordnung. (…)“

Auszug aus “Die Hefte 1944″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Vision der Hildegard von Bingen


„Ihr seid das Licht der Welt“

05/02/2011
(zum Sonntags-Evangelium vom 6. Februar 2011: Matthäus 5,13-16)

„(…) Ebenso habe ich euch gesagt, dass ihr ein Licht seid. Wenn jemand am Abend in einem Haus eine Lampe anzündet, wohin stellt er sie? In das Loch unter dem Herd? In die Höhle, die ihm als Keller dient? In eine geschlossene Truhe? Oder verbirgt man ihr Leuchten, indem man sie unter den Scheffel stellt? Nein, denn dann wäre es sinnlos, das Licht anzuzünden. Vielmehr stellt man das Licht auf eine Konsole oder auf einen Leuchter, so dass es von der Höhe herab den ganzen Raum erhellt und alle Bewohner in sein Licht taucht. Doch gerade weil das, was hoch steht, die Aufgabe hat, zu leuchten und an Gott zu erinnern, muss es seiner Aufgabe gewachsen sein.

Ihr habt die Aufgabe, an den wahren Gott zu erinnern. Handelt also so, dass in euch nicht das siebenfache Heidentum sei, sonst würdet ihr sein wie die Stätten der Götzendiener mit ihren Hainen, die diesem oder jenem Gott geweiht sind, und mit eurem Heidentum würdet ihr jene verführen, die in euch Tempel Gottes sehen. Ihr müsst das Licht Gottes in euch tragen. Ein schmutziger Docht, oder ein Docht ohne Öl, qualmt und gibt kein Licht, er stinkt und leuchtet nicht. Eine Flamme hinter einem schmutzigen Kristall verbreitet nicht die frohe Helligkeit, nicht das leuchtende Spiel des Lichtes, das aus einem klaren Glas erstrahlen kann. Sie flimmert nur schwach durch den schwarzen Rauchschleier, der den funkelnden Schutz trübt.

Das Licht Gottes erstrahlt dort, wo man willig und eifrig darum bemüht ist, es von den Schlacken zu reinigen, die sich aus dem Wirken des Menschen ergeben: aus seinen Kontakten, Reaktionen und Enttäuschungen. Das Licht Gottes erstrahlt dort, wo der Docht in reichlich Öl des Gebetslebens und der Nächstenliebe getaucht ist. Das Licht Gottes leuchtet mit so unendlich vielen Strahlen, wie es Vollkommenheiten Gottes gibt, von denen jede einzelne im heiligmässigen Menschen eine heldenhaft ausgeübte Tugend erweckt, wenn der Diener Gottes den Kristall seiner Seele rein bewahrt und dem qualmenden Rauch der bösen Leidenschaften zu widerstehen vermag.

Unanfechtbar soll der Kristall eurer Seele sein! Unanfechtbar! (Die donnernde Stimme Jesu wiederhallt dröhnend in diesem natürlichen Amphitheater.) Nur Gott allein hat das Recht und die Macht, diesen Kristall zu ritzen und mit dem Diamanten seines Willens seinen heiligsten Namen darin einzugraben. Dann wird dieser Name zur Zierde und lässt ein Feuer übernatürlicher Schönheiten von unendlicher Vielfalt auf diesem reinsten Quarz erstrahlen. (…)“

Auszug aus “Der Gottmensch″ Band III von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

„Ich kam als Licht der Welt“

„Wehe den Hirten, die sich selbst weiden“

„Wehe den Hirten, die sich selbst weiden“

04/02/2011

28. Oktober [1943]

Jesus sagt:

„(…) Tochter, schreibe: „Wehe den Hirten, die sich selbst weiden“ (1). Seelenhirten und Menschenhirten, Meine Priester und die Oberhäupter der Nationen.

Die furchtbare Verantwortung, Verwalter von Menschenleben und von ewigen Menschenleben zu sein, kann nicht anders als in Heiligkeit und Gerechtigkeit wahrgenommen werden, nicht anders als wenn ihr in Meiner Heiligkeit und Meiner Gerechtigkeit verbleibt. Es gibt keine anderen. Ausserhalb Gottes und Seines Gesetzes gibt es keine beständige Ehrlichkeit in den Werken. Ihr könnt für einige Zeit an der Herrschaft bleiben, aber dann stürzt ihr und seid euer eigener und der Ruin der anderen.

Ihr entstellt eure Mission; ihr weidet euch selbst statt die anderen zu weiden. Ihr verausgabt euch nicht in der heiligen und anmutigen Aufgabe, die Seelen zu stärken und zu heilen, ihr, ihre ersten Hirten, und in der rechten und gesegneten Aufgabe, eure Untertanen zu schützen, ihr, ihre zweiten Hirten. Ihr habt sie verfolgt oder habt sie vernachlässigt. Ihr habt sie verurteilt oder habt sie umgebracht. O furchtbares Urteil, das euch erwartet!

Ich wiederhole es (2): die Verzweiflungen der Untertanen fallen auf die zurück, die diese hervorgerufen haben. Jede Verirrung, jeder Fluch auf den, der ihn auf dem Gewissen hat. Jede seelische Todesnot auf jene Priester, die nur lieblose Rigoristen zu sein verstehen.


Wehe, wehe, wehe euch Mächtigen! Aber sieben Mal wehe euch Priestern! Wenn die Ersteren eher den Leibern als den Seelen den Tod bringen, so seid ihr für den Tod der Seelen verantwortlich, angefangen von denen der Mächtigen, die ihr nicht zurückzuhalten versteht oder wenigstens nicht mit einem entschiedenen „Es ist dir nicht erlaubt“ zurückzuhalten sucht, die ihr sie durch eine verlogene Ehrerbietung ruhig ihr Böses wirken lasst; das ist Verrat an Christus.

Ich habe es euch gesagt: „Der gute Hirte gibt sein Leben hin für das seiner Schafe“. Ihr achtet darauf, das eure zu bewahren; und die Schafe, die grossen und die kleinen, haben sich als Beute der wilden Tiere verstreut und sind verendet, weil sie sich auf ungesunden Weiden ernährt haben.

Ihr müsst die Axt an den grossen schädlichen Baum zu setzen wissen, nicht aber das Risiko erwägen, ob dieser oder seine Ableger sich mit dem Messer gegen euch empören werden, um euch das Leben zu nehmen, sondern handeln, um das ewige Leben zu bewahren. Das tut ihr immer weniger, und der Niedergang verwüstet die Erde, und der Niedergang verwüstet die Geister. (…)“

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(1) Mit Bleistift angefügt: Vers 2.

(2) Schon in früheren Diktaten, besonders in denen vom 22. Juli und 5. August.

Auszug aus “Die Hefte 1943″ von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Hl. Rafael Arnaiz Baron (4)

06/10/2010

Hl. Rafael Arnaiz BaronAm 11. Oktober 2009 wurde der spanische Trappist Rafael Arnaiz Baron (1911-1938) heilig gesprochen. Dieser mit 27 Jahren in der Abtei San Isidro de Duenas verstorbene Mystiker beeindruckt durch seine tiefe Spiritualität und sein einfaches und frohgemutes Wesen, mit dem er vertrauensvoll sein Kreuz auf sich nahm. Dank der freundlichen Genehmigung  der Herausgeberin und des Bernardus-Verlags, bei dem die Gesamtausgabe der Schriften des Heiligen bestellt werden können („Nur Gast auf Erden?“),  veröffentlichen wir hier Auszüge aus denselben.

An seine Eltern von San Isidro de Duenas aus (Teil 2)

Darum, liebste Eltern, wenn ich hier im Kloster so glücklich bin, obwohl ich als einzigen Besitz nur einen Habit und einen weißen Mantel habe, und sehe, daß man nicht mehr benötigt, um glücklich zu sein auf Erden, dann denke ich an Euch. Dann habe ich das brennende Verlagen, Euch mitzuteilen, was ich verspüre, und Euch und meinen Geschwistern zu sagen: Sorgt Euch nicht um die Welt und ihre Geschäfte; beunruhigt Euch nicht wegen der Zukunft; überlaßt sie Gottes Hand; faßt keine Zuneigung zu den Dingen der Erde, denn das bedeutet

Zeitverlust! Wendet Euch an Gott, und in Ihm werdet Ihr Frieden finden – schon hier auf Erden und später im Himmel! Ich möchte Euch in gewissen Augenblicken meine Seele mitteilen und meine Liebe zu Gott, damit Ihr sehen könntet, daß Euer Sohn den wahren Weg gefunden hat und – wie das Evangelium sagt – einen Schatz, und daß er sich schnellstens daranmacht, ihn auszugraben. Aber gleichzeitig – da ich kein Egoist bin – möchte ich all meine Mitmenschen herbeirufen und ihnen sagen: „Kommt mit und seht, daß es wahr ist, was ich euch sage! Sucht Gott, und ihr werdet Ihn finden, und wenn ihr Ihn gefunden habt, dann seid sicher, daß nichts und niemand euch dazu bewegen kann, wieder von Ihm abzulassen!“

Gut, da ist mir die Predigt herausgerutscht! Ich weiß wirklich nicht, wie ich das anstelle. Wenn Ihr zu Besuch kommt, werde ich eine kleine Predigt und sonst noch einiges vom Stapel lassen.

Jetzt gehen wir die Vesper beten, denn es ist gleich vier Uhr.

Es scheint, daß ich mich langsam an die Kapuze gewöhne …, besser gesagt, langsam gewöhne ich mich an alles. Der Leib ist ein Gewohnheitstier; man muß ihn nur zu bändigen wissen.

Befolgt das, was Pater Magister Euch sagte, und kommt jetzt nicht, denn im Gästehaus ist es noch kalt! Aber im Frühjahr ist es hier sehr angenehm. (…)

Noch mehr Einzelheiten: ich kann schon mit all meiner charakteristischen Eleganz Kartoffeln schälen. Wenn Du im Leben der Heiligen lesen solltest, daß sie sich – als bedeutende Eigenschaft – niedrigen Diensten widmeten, nimm es nicht so ernst; denn in Wirklichkeit ist es nichts Besonderes, wenn man mit einem Besen umzugehen versteht, weil alles relativ ist. Wenn ich mir zu Hause im Treppenhaus eine Schürze umgebunden und der Pfortenfrau geholfen hätte, die Treppe zu putzen, wäre ich aufgefallen, so wie hier ein Herr auffiele, der im Refektorium wie in einem Café in die Hände klatschte, um den Kellner zu rufen … Hier fegen wir alle und helfen uns gegenseitig bei allem. Vergangene Woche war mein verehrter Pater Magister Tischdiener … Heute morgen half mir beim Einpacken der Schokolade ein ehrwürdiger Priester mit weißen Haar, und später diente ich ihm bei der Konventsmesse.

Aus weltlicher Sicht ist es also nicht so leicht, das Leben in der ‚Trapa‘ zu verstehen, da das weltliche Leben so ganz anders ist.

In bezug auf die Arbeit, das Essen und das Schlafen und ebenso auf dem Friedhof sind wir alle gleich …, auch wenn es eine Reihenfolge vom Pater Abt bis hin zum letzten Novizen gibt. Jeder hat seinen Platz, sein Amt und seine Würde. Das heißt, daß im Orden der Zisterzienser Hierarchie und Gleichheit miteinander verknüpft sind: er bildet – in gewisser Hinsicht – eine vollkommene Gesellschaft, auch wenn es um menschliche Dinge geht.

Wenn Du das Ave Maria von Gounod singst, denk bitte nicht an mich! Es ist besser, Du denkst an Maria; dann wirst du mehr Nutzen daraus ziehen, und es wird besser klingen.

Keine Erinnerung an mich soll Dich traurig stimmen, ganz im Gegenteil! Laß uns keine unnützen Tränen vergießen!

Immer wenn Dich die Erinnerung an mich traurig stimmt, denk an die Jungfrau Maria! Auch sie hatte viel aufzuopfern. Ich freue mich, daß Vater sich nicht aufgehalten hat. Wäre es anders gewesen, hätte man ihm erlaubt, mit mir zu sprechen, und das wäre sowohl für ihn als auch für mich sehr schwer gewesen. Es ist nicht gut, wenn man die Dinge gewaltsam angeht. Ihr werdet natürlich verstehen, daß mein Noviziat die Zeit der größten Zurückgezogenheit in meinem Ordensleben ist.

Kurz und gut, auch ich hätte Euch vieles zu erzählen und möchte mein Herz am liebsten ausschütten auf dem Papier, aber Ihr müßt Euch mit der guten Absicht begnügen. Ich will diesen Brief beenden, der schon länger geworden ist, als er eigentlich sollte. Das Übrige hebe ich also für das nächste Mal auf.

Verteilt in meinem Namen alles, was Ihr wollt, und seid ganz lieb gegrüßt von Eurem Sohn

Br. M. Rafael


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„Bemüht euch, durch die enge Pforte einzutreten“

21/08/2010
(zum Sonntagsevangelium v. 22. August 2010: Lukas 13,22-30)

„… Wer Christus verfolgt und ihn verleugnet, wer nicht nach dem lebt, was er lehrt, wird keinen Anteil haben an seinem Reich“, sagt Thomas mit seiner mächtigen Stimme.

Einer zieht ihn am Ärmel, zeigt auf Jesus und fragt: „Ist er sehr streng?“

„Nein! Im Gegenteil, er ist zu gut.“

„Was meinst du, werde ich gerettet werden? Ich gehöre nicht zu den Jüngern. Aber du weißt, wie ich bin und wie ich immer an das geglaubt habe, was du mir gesagt hast. Aber mehr als das bin ich nicht imstand zu tun. Was genau muß ich tun, außer dem, was ich schon tue, um gerettet zu werden?“

„Frage ihn selbst. Er hat eine viel weichere Hand und ein sanfteres Urteil als ich.“

Der Mann wagt sich vor. Er sagt: „Meister, ich beachte das Gesetz, und seit Thomas mir deine Worte wiederholt hat, versuche ich, noch besser danach zu leben. Aber ich bin nicht sehr großzügig. Ich tue das, was ich unbedingt tun muß. Ich meide die Sünde, weil ich mich vor der Hölle fürchte. Aber ich liebe meine Bequemlichkeiten… Ich bekenne, daß ich darauf achte, nicht zu sündigen, aber es darf mich keine allzu große Anstrengung kosten. Wenn ich so handle, werde ich dann gerettet werden?“

„Du wirst gerettet werden. Aber warum so kleinlich sein mit Gott, der so großmütig ist? Warum erstrebst du mehr schlecht als recht die Rettung und strebst nicht nach großer Heiligkeit, die den ewigen Frieden sofort schenkt? Auf, Mann! Sei hochherzig mit deiner eigenen Seele!“

Der Mann sagt demütig: „Ich werde darüber nachdenken, Herr! Ich werde nachdenken. Ich fühle, daß du recht hast und daß ich meiner Seele unrecht tue,  wenn ich sie einer langen Reinigung unterwerfe, bevor sie zum Frieden gelangt.“

„Bravo! Dieser Gedanke ist schon der Beginn der Vervollkommnung.“

Ein anderer von Rama fragt: „Herr, werden es nur wenige sein, die gerettet werden?“

„Wenn der Mensch Achtung vor sich selbst und liebevolle Ehrfurcht vor Gott hätte, dann würden alle Menschen gerettet werden, wie Gott es wünscht! Aber der Mensch handelt nicht so. In seiner Torheit gibt er sich mit Flittergold ab, anstatt echtes Gold zu erwerben. Seid großzügig im Streben nach dem Guten. Kostet euch das etwas? Gerade darin liegt das Verdienst. Bemüht euch, durch die enge Pforte einzutreten, denn die andere, die weitgeöffnete geschmückte Pforte, ist eine Verführung Satans, um euch auf Abwege zu führen.

Demutspforte, Eingang zur Geburtskirche in Bethlehem

Die Himmelspforte ist eng, niedrig, kahl und schmucklos. Um hindurchzukommen, muß man beweglich, unbelastet, ohne Prunk und ohne Hang zur Materie sein. Ihr müßt geistig sein, um es zu schaffen, andernfalls werdet ihr, wenn einst die Stunde des Todes schlägt, nicht hindurchkommen. In Wahrheit wird man dann viele sehen, die einzutreten versuchen, aber es nicht können, weil sie mit materiellen Dingen überlastet sind, mit weltlichem Prunk geziert, verhärtet durch eine Kruste von Sünden, unfähig sich zu beugen wegen des Hochmuts, der ihr Rückgrat versteift.

Und dann wird der Herr des Reiches kommen und das Tor schließen, und diejenigen, die nicht zur rechten Zeit hindurchgehen konnten, werden vor dem Eingang stehen, anklopfen und schreien: „Herr, öffne uns! Auch wir sind da.“ Aber er wird sagen: „Wahrlich, ich kenne euch nicht, noch weiß ich woher ihr kommt.“ Und sie: „Aber wie? Erinnerst du dich nicht an uns? Wir haben doch mit dir getrunken und gegessen, und dir zugehört, als du auf unsren Plätzen lehrtest.“ Aber er wird antworten: „Wahrlich, ich kenne euch nicht. Je länger ich euch anschaue, desto mehr scheint ihr mir gesättigt zu sein mit dem, was ich als unreine Speise bezeichnet habe. Wahrlich, je mehr ich euch durchforsche, desto mehr erkenne ich, daß ihr nicht von meiner Familie seid. Wahrlich, jetzt erkenne ich, wessen Kinder und Untergebene ihr seid: die des anderen.

Ihr habt Satan zum Vater und das Fleisch zur Mutter, als Amme den Hochmut, als Knecht den Haß, als Schatz die Sünde und als Perlen die Laster. In euren Herzen steht geschrieben: ‚Selbstsucht‘, und eure Hände sind beschmutzt vom Raub an euren Brüdern. Fort von hier! Weichet von mir, ihr alle, die ihr Werkzeuge der Bosheit seid.“


Und dann, während aus der Tiefe der Himmel in strahlender Herrlichkeit Abraham, Isaak, Jakob und alle Propheten und Gerechten des Reiches Gottes erscheinen werden, werden jene, die keine Liebe gehabt, sondern nur Egoismus gekannt haben, die kein Opfer auf sich genommen, sondern sich ihrer eigenen Weichlichkeit ergeben haben, weit fortgejagt, verbannt werden an jenen Ort, wo ewiges Klagen herrscht und es nichts als Schrecken gibt.

Doch die glorreich Auferstandenen, die von Osten und Westen, von Norden und Süden gekommen sind, werden sich versammeln an der Hochzeitstafel des Lammes, des Königs des Reiches Gottes. Und dann wird es sich zeigen, daß viele, die als die „Geringsten“ im Heer der Erde galten, die Ersten sein werden unter den Bewohnern des Reiches. Und man wird auch sehen, daß nicht alle Mächtigen Israels Mächtige im Himmel sind und daß nicht alle der von Christus zu seinem Dienste Erwählten es verdient haben, zum Hochzeitsmahl geladen zu werden. Vielmehr werden viele, die als die „Ersten“ angesehen wurden, nicht einmal die „Letzten“ sein. Denn viele sind berufen, aber nur wenige imstand, aus ihrer Erwählung eine wahre Ehre zu machen.“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Band VI von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

„Selig die Diener, die der Herr wachend findet, wenn er kommt“

07/08/2010
(zum Sonntagsevangelium vom 8. August 2010: Lk 12,32-48)

„… Fürchte dich nicht, meine kleine Herde! Meinem Vater hat es gefallen, euch zum Reich zu berufen, damit ihr dieses Reich besitzt. Ihr könnt daher nach ihm streben und dem Vater mit eurem guten Willen und eurem heiligen Tun helfen. Verkauft eure Güter und gebt Almosen, wenn ihr allein seid. Laßt den Euren das Nötige, wenn ihr das Haus verlaßt, um mir zu folgen; denn es ist gerecht, den Kindern und den Frauen das Brot nicht vorzuenthalten.

Wenn ihr euer Geld nicht opfern könnt, dann opfert den Reichtum des Mitgefühls. Auch das sind Münzen, die Gott als solche bewertet, und zwar wie reinstes Gold und Perlen, die kostbarer sind als die des Meeres; wie Rubinen, die seltener sind als die aus dem Schoß der Erde. Denn meinetwegen auf die eigene Familie verzichten bedeutet Liebe, die vollkommener ist als lauteres Gold, eine Perle aus Tränen und ein Rubin aus Blut, das aus der Wunde des Herzens quillt, das zerrissen wurde durch die Trennung von Vater und Mutter, von Frau und Kindern.

Und diese Börsen bekommen keine Löcher, dieser Schatz geht nie verloren. Diebe können nicht in den Himmel eindringen. Die Motte zerstört nicht, was dort aufgehoben ist. Habt den Himmel im Herzen und das Herz im Himmel bei eurem Schatz. Denn das Herz, sei es gut oder böse, ist immer dort, wo es glaubt, daß sich sein Schatz befindet. So wie das Herz also dort ist, wo der Schatz ist – im Himmel – so ist der Schatz dort, wo das Herz ist – also in euch -; ja, der Schatz ist im Herzen, und mit dem Schatz der Heiligen ist im Herzen der Himmel der Heiligen.

Seid immer bereit wie einer, der auf Reisen gehen will oder auf seinen Herrn wartet. Ihr seid Diener Gottes, des Herrn. Jede Stunde kann er euch zu sich rufen oder dorthin kommen, wo ihr seid. Seid daher immer bereit, aufzubrechen oder ihm mit zur Reise oder zur Arbeit gegürteten Lenden und mit brennenden Lampen Ehre zu erweisen. Beim Verlassen des Hochzeitssaales mit einem, der euch in den Himmel, oder bei der Weihe an Gott auf Erden, vorausgegangen ist, kann Gott sich euer, die ihr wartet, erinnern und sagen: ‚Gehen wir zu Stephanus oder Johannes, zu Jakobus oder Petrus.‘ Gott kommt unversehens und sagt: ‚Komm!‘ Seid daher bereit, ihm die Tür zu öffnen, wenn er kommt, oder aufzubrechen, wenn er euch ruft.

Selig die Diener, die der Herr wachend findet, wenn er kommt. Wahrlich, um sie für ihre treue Erwartung zu belohnen, wird er sein Gewand schürzen und sie am Tisch Platz nehmen lassen, um sie zu bedienen. Das kann zur ersten, zur zweiten oder zur dritten Nachtwache geschehen. Ihr wißt es nicht. Seid daher immer wachsam! Selig seid ihr, wenn euch der Herr wachend findet! Täuscht euch nicht, indem ihr sagt ‚Es ist noch Zeit! Heute Nacht wird er nicht kommen.‘ Es könnte schlecht ausgehen. Ihr wißt es nicht. Wenn einer wüßte, wann der Dieb kommt, würde er das Haus nicht unbewacht und den Bösewicht nicht die Türe und die Schlösser aufbrechen lassen. Seid auch ihr wachsam, denn wenn ihr am wenigsten daran denkt und darauf vorbereitet seid, wird der Menschensohn kommen und sagen: ‚Die Stunde ist gekommen.‘ „

Petrus, der sogar vergessen hat, fertigzuessen, um dem Herrn zuzuhören, fragt nun: „Was du da sagst, gilt das für uns oder für alle?“

Jesus und Petrus

„Es gilt für euch und für alle. Doch mehr für euch, denn ihr seid wie Aufseher, die der Herr an die Spitze seiner Diener gestellt hat; ihr seid doppelt verpflichtet, bereit zu sein, als Aufseher und als einfache Gläubige.

Wie muss der vom Herrn an die Spitze der Diener bestellte Aufseher sein, um jedem zur rechten Zeit den gerechten Anteil zu geben? Er muß gewissenhaft und treu sein. Um seine Pflicht zu erfüllen und um die Untergebenen ihre Pflicht erfüllen zu lassen. Sonst würden die Angelegenheiten des Herrn, der dafür bezahlt, daß der Aufseher ihn vertritt und in seiner Abwesenheit die Geschäfte abwickelt, Schaden leiden. Selig der Knecht, den der Herr bei seiner Rückkehr treu, eifrig und gerecht vorfindet. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn auch zum Aufseher über andere Güter, alle seine Güter, machen und sich ausruhen und sich in seinem Herzen freuen über die Sicherheit, die ein solcher Diener ihm gibt.

Wenn aber dieser Knecht sich sagt: ‚Oh, gut! Der Herr ist weit fort und hat mir geschrieben, daß sich seine Rückkehr verzögern wird. So kann ich tun, was ich will, und wenn seine Ankunft bevorsteht, werde ich mich um alles kümmern‘; wenn er dann zu essen und zu trinken beginnt, bis er betrunken ist, und betrunken Anordnungen gibt, und die guten Knechte, die ihm unterstellt sind, sich weigern, ihm zu gehorchen, um dem Herrn keinen Schaden zuzufügen; wenn er dann anfängt, Diener und Dienerinnen zu schlagen, so daß sie krank werden und dahinsiechen; wenn er glaubt, glücklich zu sein und sagen zu können: ‚Endlich kann ich einmal verkosten, was es heißt, Herr zu sein und von allen gefürchtet zu werden‘, was wird dann geschehen? Es wird geschehen, daß der Herr zurückkehrt, wenn er es am wenigsten erwartet; vielleicht in eben dem Augenblick, da er Geld einsteckt oder einen der schwächeren Knechte besticht. Dann – das sage ich euch – wird der Herr ihn von seinem Posten als Aufseher und sogar aus den Reihen seiner Diener verjagen, denn es ist nicht statthaft, Untreue und Verräter unter den Redlichen zu lassen. Und je mehr der Herr ihn zuvor geliebt und unterwiesen hatte, desto mehr wird er bestraft werden.

Denn je besser man die Absichten und den Willen des Herrn kennt, desto mehr ist man gehalten, alles mit äußerster Sorgfalt auszuführen. Wer nicht alles ausführt, was der Herr ihm ausführlich gesagt hat, wird schwer bestraft werden, während ein geringerer Diener, der wenig weiß und Fehler macht im Glauben, das Richtige zu tun, weniger bestraft werden wird.

Von dem, dem viel gegeben wurde, wird auch viel verlangt werden, und wer beauftragt war, viel zu verwalten, wird viel geben müssen; denn von meinen Verwaltern wird auch die Seele des Kindes gefordert werden, das nur eine Stunde gelebt hat. …“

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch

Gleichnis vom reichen Kornbauern

31/07/2010
(zum Sonntagsevangelium vom 1. August 2010: Lk 12, 13-21)

„… Bereitet jetzt euren Schatz vor. Beginnt schon in der Jugend, ihr, die ihr noch jung seid; arbeitet unablässig, ihr Älteren, die ihr wegen eures Alters dem Tod näher seid. Und da ihr nicht wißt, wann ihr diese Welt verlaßt und der Jüngling oft vor dem Greis stirbt, verschiebt diese Arbeit nicht und schafft euch einen Schatz an Tugenden und guten Werken für das andere Leben, damit euch nicht der Tod ereilt, bevor ihr einen Schatz an Verdiensten im Himmel habt. Viele sagen: „Oh, ich bin noch jung und stark! Jetzt will ich mein Leben genießen, später will ich mich bekehren!“ Großer Irrtum!

Hört dieses Gleichnis. Einem reichen Mann haben seine Ländereien eine reichliche Ernte gebracht. Wirklich eine wunderbare Ernte. Er betrachtet glücklich all seinen Reichtum, der sich in Hülle und Fülle auf seinen Feldern und seinen Tennen anhäuft; und da er keinen Platz mehr in den Scheunen hat, um ihn unterzubringen, benützt er sogar die Räume seines Hauses. Dann sagt er zu sich: „Ich habe gearbeitet wie ein Sklave, aber die Erde hat mich nicht enttäuscht. Ich habe für zehn Ernten gearbeitet, und jetzt will ich mich entsprechend ausruhen. Wie kann ich alles unterbringen? Ich will nichts verkaufen, denn ich wäre dann gezwungen, wieder zu arbeiten für eine neue Ernte im nächsten Jahre. Ich mache es so: Ich will meine Scheunen abreißen und größere bauen, in denen meine ganze Ernte, und was ich besitze, Platz hat. Dann will ich zu meiner Seele sagen: ‚O meine Seele! Du hast nun Vorrat für viele Jahre. Ruhe dich aus, iß und trink und laß es dir gut gehen.‘ „


Dieser Mann verwechselt so wie viele andere den Körper mit der Seele und vermischt das Heilige mit dem Unheiligen, denn wahrlich, in der Schwelgerei und im Müßiggang erfreut sich die Seele nicht, sondern sie verkümmert; so ruht er sich wie viele andere nach der ersten großen Ernte auf den Feldern des Guten aus, da ihm scheint, daß schon alles getan ist.

Wißt ihr denn nicht, daß man, wenn man die Hand an den Pflug gelegt hat, durchhalten muß, zehn oder hundert Jahre, solange das Leben dauert; denn Aufhören ist ein Verbrechen gegen sich selbst, durch das man die Erlangung einer größeren Herrlichkeit unmöglich macht; es ist ein Rückschritt, denn wer beim Durchschnittlichen stehenbleibt, kommt nicht nur nicht mehr vorwärts, er geht vielmehr rückwärts. Der Schatz des Himmels muß sich von Jahr zu Jahr vermehren, um Wert zu haben.

Denn, wenn die Barmherzigkeit auch mit dem gütig sein wird, der nur wenige Jahre Zeit hatte, so ist sie nicht Helfershelfer der Trägen, die viele Jahre haben und wenig tun. Es ist ein Schatz, der ständig anwachsen muss, sonst ist er kein gewinnbringendes, sondern totes Kapital, und dies auf Kosten des im Himmel wartenden Friedens.

Gott sagte zum Törichten: „Du törichter Mensch, der du den Körper und die irdischen Güter mit dem, was Geist ist, verwechselst und die Gnade Gottes in Schlechtes verkehrst, wisse, daß noch heute nacht deine Seele von dir gefordert werden und der Körper leblos zurückbleiben kann. Was du vorbereitet hast, wem wird es gehören? Kannst du es mitnehmen? Du wirst ohne deine irdische Ernte und ohne Verdienste für den Himmel erworben zu haben vor mir erscheinen und im anderen Leben arm sein. Besser wäre es für dich gewesen, du hättest mit deiner Ernte Barmherzigkeit am Nächsten geübt. Denn wenn du gegen deinen Nächsten barmherzig bist, ist Gott auch dir barmherzig. Anstatt an Müßiggang zu denken, hättest du Tätigkeiten nachgehen sollen, die deinem Körper wahren Nutzen und deiner Seele Verdienste einbringen, bis ich dich rufen werde.“ Und der Mann starb in der Nacht und wurde streng gerichtet.

Wahrlich, ich sage euch, so geht es dem, der irdische Reichtümer sammelt, aber in den Augen Gottes arm bleibt. Nun geht und zieht einen Nutzen aus der Lehre, die ich euch gegeben  habe. Der Friede sei mit euch!“

Jesus segnet das Volk und zieht sich mit den Aposteln und den Jüngern in einen dichten Hain zurück, um etwas zu essen und sich auszuruhen.

Auszug aus “Der Gottmensch“, Bd. V von Maria Valtorta. Veröffentlicht mit der Genehmigung des Herausgebers Centro Editoriale Valtortiano srl. Isola del Liri (FR), www.mariavaltorta.com, dem die Rechte für die Werke Maria Valtortas gehören. Um die Bücher Maria Valtortas in deutscher Sprache zu erwerben bitte wenden an den Parvis-Verlag, 1648 Hauteville, Schweiz: book@parvis.ch, www.parvis.ch